Philologen befremdet über Schüler-Workshop der Rosa-Luxemburg-Stiftung

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KIEL. Der Philologenverband Schleswig-Holstein kritisiert den Landesbeauftragten für politische Bildung, Christian Meyer-Heidemann – weil der laut Verband einen Schüler-Workshop zum Grundgesetz auch von der Rosa-Luxemburg-Stiftung veranstalten lässt. Sein „Unverständnis und Befremden“ gab der Vorsitzende des Philologenverbandes, Jens Finger, zu Protokoll.

Die Namenspatronin der Linke-nahen Rosa-Luxemburg-Stiftung: die 1919 ermorderte Arbeiterführerin Rosa Luxemburg. Foto: Wikimedia Commons

Der Landesbeauftragte beabsichtigt dem Philologenverband zufolge Anfang Juni 2019 einen Projekttag zum 70. Jahrestag des Grundgesetzes durchzuführen. Dazu sollen, so heißt es, „parteinahe“ Stiftungen mit 100 bis 120 Schülerinnen und Schülern je einen Workshop durchführen und dabei „einen oder mehrere Grundrechtsartikel“ behandeln und diskutieren. „An sich keine schlechte Idee“, meint Jens Finger – „wenn Meyer-Heydemann nicht auf die Idee gekommen wäre, auch die der Partei `Die Linke` eng verbundene Rosa-Luxemburg-Stiftung einzubeziehen. Diese Organisation vor Schülern über Grundrechte referieren zu lassen, heißt wirklich `den Bock zum Gärtner` zu machen“.

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Der Philologenverband weist darauf hin, dass die Partei „Die Linke“ nicht im schleswig-holsteinischen Landtag vertreten sei und in einigen Bundesländern vom Verfassungsschutz beobachtet werde. Finger forderte die Schulleiterinnen und Schulleiter im Lande – über sie soll die Einladung an die Schülerschaft gehen – auf, kritisch mit dem Angebot umzugehen.

Eine im Dezember durchgeführte Veranstaltung zur politischen Bildung in der Schule führt den Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien ebenfalls zu einem „sehr kritischen Rückblick“. Zu einer Podiumsdiskussion zum Thema wurde die Vertreterin der Landesschülervertretung Gymnasien eingeladen und aufs Podium gebeten, nicht aber eine Lehrkraft der Gymnasien. Stattdessen wurde die Schulleiterin einer Gemeinschaftsschule eingeladen, die nur vorübergehend über eine Oberstufe verfügte. Das Fach „Wirtschaft / Politik“ werde aber an Gymnasien von der Klasse 8 bis zum Abitur durchgehend unterrichtet, während politische Inhalte an Gemeinschaftsschulen allenfalls in dem dortigen Fach Weltkunde zur Sprache kämen, so moniert der Philologenverband. „Wir wünschen dem Landesbeauftragten für die Zukunft eine etwas glücklichere Hand bei der Auswahl seiner Akteure und `Workshop-Leiter`“, erklärt Jens Finger – erkennbar pikiert. dpa

 

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1 KOMMENTAR

  1. Zitat: “Der Philologenverband weist darauf hin, dass die Partei „Die Linke“ nicht im schleswig-holsteinischen Landtag vertreten sei und in einigen Bundesländern vom Verfassungsschutz beobachtet werde.”

    Die AfD ist ja nun auch ein Verdachtsfall und einige ihrer Gliederungen ein Prüffall (oder umgekehrt). In Thüringen stellt die LiPa übrigens den Ministerpräsidenten. Könnte mal jemand dem Philologenverband sagen. Ja, ich weiß, vielleicht stellt die AfD auch (bald?) irgendwo einen Ministerpräsidenten und das heißt ja noch lange nicht, dass …

    Hier kann man, glaube ich, noch einen Ost-West-Unterschied im Denken und Handeln bemerken.

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