Inspiration für Medienpädagogik: Inklusives Vermittlungsprojekt der Kunsthalle Bremen

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BREMEN. Wie haben Menschen früher zusammengelebt oder wie möchten wir zukünftig miteinander leben? Diese Fragen haben sich die Schülerinnen und Schüler einer inklusiven Klasse der Bremer Wilhelm-Focke-Oberschule im Rahmen eines prämierten Schulprojekts der Kunsthalle Bremen gestellt. Ausgehend von Werken aus der Sammlung des Museums entwickelten sie Trickfilme, die ab sofort auf dem YouTube-Kanal der Kunsthalle zu sehen sind. 

Kunst, Inklusion, Spezialeffekte: Schülerinnen der Klasse 5a der Wilhelm-Focke-Oberschule beim gemeinsamen Trickfilmdreh. Foto: Kunsthalle Bremen/Kerstin Rolfes

„Spezialeffekte! Gemeinsam die Kunsthalle Bremen entdecken“ ist ein Schulprojekt der Kunsthalle Bremen, das an die Lebensrealität von jungen Menschen anknüpft und ihnen das Museum als ihren Ort nahe bringt. Es wurde im Rahmen des Programms “lab.Bode – Initiative zur Stärkung der Vermittlungsarbeit in Museen” der Kulturstiftung des Bundes und der Staatlichen Museen zu Berlin entwickelt und 2018 mit dem „Ruder“-Medienkompetenzpreis der Bremischen Landesmedienanstalt ausgezeichnet.

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Ziel von „Spezialeffekte! Gemeinsam die Kunsthalle Bremen entdecken“ ist es, mit kreativen Mitteln die Medien- und Sozialkompetenz junger Menschen zu stärken. Das Projekt richtet sich dazu vor allem an inklusive Schulklassen und soll dazu einladen, das Museum als Ort des inklusiven Lernens zu nutzen. Im Fokus steht das Thema „Gemeinschaft“: Als Gruppe können die Schülerinnen und Schüler eigene Geschichten zu passenden Werken der Kunsthalle entwickeln und digital umsetzen. Dabei wird das Thema nicht nur inhaltlich, sondern auch praktisch aufgegriffen. Denn das Produzieren von Filmen, zum Beispiel mit Trickfilmboxen, erfordert gemeinschaftliches Arbeiten in
Teams und kann so zur Stärkung der Klassengemeinschaft beitragen. Gleichzeitig lassen sich anhand der Kunstwerke aus der Sammlung der Kunsthalle Bremen Themen finden, welche die Lebensrealität der Kinder ansprechen und so deren Interesse wecken sollen, spielerisch einen Zugang ins Museum zu finden.

Die Kunsthalle Bremen nimmt Methoden, die in „Spezialeffekte!“ erprobt wurden, in andere Formate auf und baut diese weiter aus. Dabei soll die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler weiter gestärkt werden, indem auch neue Medien wie Tablets und Apps aktuelle Bezüge zu Kunstwerken ermöglichen. Die hier angewandten inklusiven Methoden und Herangehensweisen sollen ihren Niederschlag in der Vermittlungsarbeit für Schulklassen und junge Menschen haben.

Die Filme

Sieben eigene Interpretationen von Kunstwerken sind entstanden und jetzt unter www.youtube.de/KunsthalleBremen anzuschauen:

  • „Die abenteuerliche Jagd“ von Lasse, Nick und Jamy, 0:57 Min.
    zu dem Werk: Johann Georg Meyer von Bremen, Die reuige Tochter, 1852
  • „Das Wunderland“ von Jette, Leene, Nele, 1:23 Min.
    zu dem Werk: Pieter Coecke van Aelst (?)/Jan van Dornicke, Anbetung der Hirten, 1525–1529
  • „Die verschwundene Königin“ von Klara, Esma und Mara, 1 Min.
    zu dem Werk: Oswald Achenbach, Straßenszene in einer süditalienischen Kleinstadt, undatiert
  • „Kampf der Elemente“ von Lilian, Damian, Neevada, Enmanuel, 1:37 Min.
    zu dem Werk: Pieter Lastmann, Schlacht zwischen Konstantin und Maxentius, 1613
  • „ Von arm zu reich“ von Louis, Jonte, Elias und Vincent, 0:27 Min.
    zu dem Werk: August Schott/Heinrich Knauth, Doppelbildnis der Künstler, 1833
  • „Schiefgegangen“ von Phibi, Lara, Hannah, 1:39 Min.
    zu dem Werk: Max Liebermann, Kuhhirtin, 1890–1892
  • „Die Auferstehung von Jesus“ von Mika, Luca und Tim, 1:06 Min.
    zu dem Werk: Eugène Delacroix, Christus am Kreuz, 1853–56

Weitere Informationen zur Kunsthalle Bremen:

www.kunsthalle-bremen.de
www.twitter.com/Kunsthalle_HB
www.facebook.com/KunsthalleBremen
blog.kunsthalle-bremen.de
www.youtube.de/KunsthalleBremen
www.instagram.com/Kunsthalle.Bremen

Weitere Informationen zum Medienkompetenzpreis:
www.bremische-landesmedienanstalt.de/medienkompetenz-preis

lab.Bode – Initiative zur Stärkung der Vermittlungsarbeit in Museen:
Die Kulturstiftung des Bundes und die Staatlichen Museen zu Berlin haben 2016 gemeinsam lab.Bode – Initiative zur Stärkung der Vermittlungsarbeit in Museen gestartet. Mit einem Vermittlungslabor im Bode-Museum und einem bundesweiten Volontärsprogramm an 23 weiteren Museen soll bis 2020 gezeigt werden, was Vermittlungsarbeit an Museen auszeichnet und was sie bewirken kann. Die
Staatlichen Museen zu Berlin und die Kulturstiftung des Bundes möchten mit der Durchführung des Programms ein deutliches Zeichen für die gesellschaftliche Relevanz der kulturellen Bildung setzen. Im Rahmen der Initiative soll bundesweit möglichst vielen (jungen) Menschen ein Zugang zum Museum eröffnet und gleichzeitig ein Veränderungsprozess in den Museen angestoßen werden, der der
Vermittlungsarbeit im Haus und somit der Aufgabe, ein diverses Publikum anzusprechen, einen hohen Stellenwert einräumt.

www.lab-bode.de/volontaersprogramm/

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