Mit Youtube-Videos lernen? Bundesbildungsministerin rät zu „gesunder Skepsis“

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BERLIN. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) rät Lehrern, Eltern und Schülern zu einer gesunden Skepsis bei der Nutzung von Youtube-Videos. Hintergrund ist eine am Dienstag veröffentlichte Studie, in der fast die Hälfte aller jungen Youtube-Nutzer zwischen 12 und 19 angaben, ihnen sei die Videoplattform wichtig oder sehr wichtig für Schule, Hausaufgaben und Nachhilfe (News4teachers berichtete). Karliczek sagt im Gespräch, Lehrer, Eltern und Schüler müssten immer hinterfragen, ob die Informationen in den gratis zugänglichen Videos tatsächlich zutreffend sind. In die gleiche Kerbe schlägt der Lehrerverband VBE. „In Zeiten von Fake News und Verschwörungstheorien ist durchaus zu hinterfragen, ob alle dargestellten Informationen richtig sind“, meint VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann.

Mahnt kritischen Umgang mit Informationen aus dem Internet an: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, hier auf der Digitalkonferenz re:publika. Foto: Jan Zappner/re:publica/ Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

„Videos werden als Wissensquelle immer beliebter, weil Wissen in Videos oft sehr anschaulich vermittelt wird“, erklärt Karliczek. Die Schulverantwortlichen müssten den Schülern beibringen, wie sie nutzbringend, aber auch kritisch mit Informationen daraus umgingen. Darauf reagiere man auch mit dem Digitalpakt Schule: „Ein wesentlicher Bestandteil ist, dass die Länder sich verpflichten, das Lehrpersonal auch in dieser Hinsicht richtig zu schulen.“  Über den «Digitalpakt Schule» stellt der Bund den Ländern fünf Milliarden Euro zur Verfügung. Unter anderem für die Anschaffung von neuer Technik, die Einrichtung von Schul-WLAN oder auch für die Qualifizierung von Lehrern für den Umgang mit digitalen Medien.

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„Erst einmal zeigt die Studie, dass sich die Schülerinnen und Schüler in ihrer Freizeit mit Fachwissen beschäftigen, dieses nacharbeiten, wiederholen oder vertiefen wollen. Das heißt auch, dass das breite Angebot an Lernvideos eine gute Möglichkeit bietet, das Lernen in der Schule zu ergänzen. Da die Lernvideos allen zugänglich sind, bieten sie allen Kindern und Jugendlichen unabhängig von dem sozio-ökonomischen Status der Eltern die gleichen Möglichkeiten. Das ist gerechter als Nachhilfe, die sich nicht alle Eltern leisten können“, sagt VBE-Chef Beckmann.

Kritisch wendet er allerdings ein: „Eine Herausforderung ist aber die enorme qualitative Bandbreite der Videos. Pauschal alle Lernvideos gut zu finden, weil es Lernvideos sind, führt hier nicht weiter. Ich stimme der Bundesbildungsministerin Karliczek zu, die zu einer kritischen Nutzung von Lernvideos aufruft.“ Es wäre hilfreich, sich Gedanken zu machen, wie pädagogische Qualität auf diesen Plattformen gesichert werden kann, meint Beckmann. „An die Leistung von Referendarinnen und Referendaren, Lehrkräften und auch an Materialien wie Schulbüchern werden hohe Anforderungen gelegt und breite Kriterienkataloge. Dementsprechend könnten auch Videos zertifiziert werden, die Qualitätsstandards guten Unterrichts gerecht werden und Fachwissen gut vermitteln. Dies würde einen Orientierungspunkt für Lehrkräfte zum Einsatz in der Schule und für Eltern und Schülerinnen und Schüler für die individuelle Nachbereitung bieten.“

“Unterricht ersetzen die Videos nicht”

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, sagt: „Ich sehe das relativ entspannt“. Früher hätten sich Schüler von Klassenkameraden oder Eltern Dinge, die sie nicht verstanden haben, erklären lassen. „Und da kommen eben jetzt als neues Element die Erklärvideos dazu“. Den echten Unterricht ersetzen könne so etwas aber nicht.

Im Gegensatz zum Akteur in einem einzelnen Video habe „eine Lehrkraft immer auch eine Gesamtverantwortung für eine ganze Klasse und muss auf viele verschiedene Schüler eingehen“. Wichtig sei außerdem das Feedback durch Lehrerinnen und Lehrer. Bei Youtube gibt es nach Ansicht Meidingers sehr gute Lernvideos, es sei aber „auch viel Schrott dabei“. Meidinger ermutigte Lehrer dazu, offensiv mit dem Thema umzugehen. „Es bricht sich keiner einen Zacken aus der Krone, wenn er Schüler auf ein gutgemachtes Youtube-Video hinweist“.

Auch Schleswig-Holsteins Bundesbildungsministerin Karin Prien befürwortet die Nutzung von Lernvideos durch Schüler. „Sie suchen sich die Hilfe und den Weg, der ihnen hilft zu lernen und zu verstehen“, meint die CDU-Politikerin. Für Bildungspolitiker dürfe diese Erkenntnis „nicht in einem ‚ja, aber!‘ enden“. „Lernen 4.0 ist längst selbstverständlich“, sagt Prien. Medienkompezenz und Quellenkritik müsse allerdings wesentlicher Bestandteil schulischer Bildung sein, Unterstützung bei der qualitativen Auswahl von Lernvideos gehöre dazu. Agentur für Bildungsjournalismus / mit Material der dpa

Hier geht es zum ausführlichen Bericht über die Studie.

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Digitalisierung in Schulen mit itslearning und sofatutor in Bremen

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