Hamburg hat wieder über 200.000 Schüler – wie zuletzt in den 70-ern

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HAMBURG. In Hamburg gibt es immer mehr Schülerinnen und Schüler. Die Stadt stellt mehr Lehrer ein, baut Schulen neu und vergrößert bestehende. Die Opposition wirft dem rot-grünen Senat trotzdem vor, die absehbare Entwicklung verschlafen zu haben.

Die Hansestadt Hamburg wächst und gedeiht – zumindest, was die Schülerzahl betrifft. Foto: clearlens-images / pixelio.de

Erstmals seit Jahrzehnten werden in Hamburg mit Beginn des neuen Schuljahres wieder mehr als 200.000 Kinder und Jugendliche die Schulbank drücken. Allein die Zahl der neuen Grundschüler in der 1. Klasse steigt laut Anmeldezahlen um 5,3 Prozent auf 15 440, wie Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Dienstag mitteilte. Das neue Schuljahr beginnt am Donnerstag, die Einschulung der Erstklässler findet in der kommenden Woche statt. Zuletzt hatten in den 1970er-Jahren mehr als 200.000 Schüler Hamburger Schulen besucht. In diesem Jahr sind es 201.310. Das Allzeithoch zu Beginn der 70er-Jahre hatte bei 240.000 Schülern gelegen. Bis 2030 dürfte dieser Rekordwert den Prognosen zufolge wieder erreicht sein.

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Gymnasien und Stadtteilschulen nahezu gleichauf

14.360 Mädchen und Jungen starten am Donnerstag in den fünften Klassen der weiterführenden staatlichen Schulen. Dabei seien Gymnasien und Stadtteilschulen mit 7207 beziehungsweise 6964 Schülern, die neu eingeschult werden, nahezu gleichauf. Rabe sprach von einer positiven Entwicklung, die die Gleichwertigkeit beider Schulformen unterstreiche.

Auch die Zahl der Grundschulkinder in der Ganztagsbetreuung nimmt weiter zu. Inzwischen nutzten knapp 85 Prozent das Angebot. «Nur wenige Bundesländer bieten wie Hamburg kostenlose und ausreichend viele Kitaangebote. Und kein anderes Bundesland bietet wie Hamburg kostenlose und ausreichend viele Ganztagsangebote an den Grundschulen», sagte Rabe.

Die steigende Schülerzahl schlage sich auch in 333 neuen Lehrerstellen nieder. Dabei sei aber nur etwa die Hälfte der neuen Stellen dem erhöhten Grundbedarf geschuldet, sagte Rabe. «Die andere Hälfte dient der qualitativen Verbesserung.» Zusätzlich seien 25 neue pädagogische Stellen geschaffen worden. Um den Lehrerbedarf auch künftig zu decken, habe Hamburg die Ausbildungskapazitäten erhöht. Außerdem würden bis 2020 etwa 450 Millionen Euro in den Schulbau investiert.

Planungen der Schulbehörde hinken hinterher – sagt die CDU

Angesichts der stark steigenden Schülerzahlen forderte die Opposition mehr Engagement vom rot-grünen Senat. Die Planungen der Schulbehörde hinkten den wachsenden Schülerzahlen weiter hinterher, sagte die schulpolitische Sprecherin der CDU, Birgit Stöver. «Der jetzt angekündigte Anstieg der Ausbildungsplätze für Lehrerinnen und Lehrer ist richtig, kommt aber zu spät, denn längst fehlen Lehrkräfte, wodurch regelmäßig Unterricht ausfällt.»

Die Linke warf Rabe vor, die Schulentwicklung als rein technischen Vorgang zu betrachten, bei dem Schulen und Klassenzüge wahllos vergrößert würden. «Dabei wird die dringend notwendige qualitative Ausgestaltung des schulischen Ganztags, der flächendeckenden Integration und Inklusion sträflich vernachlässigt», sagte die Bildungsexpertin Sabine Boeddinghaus.

Wie Stöver und Boeddinghaus kritisierte auch die FDP-Bildungsexpertin und Fraktionsvorsitzende Anna von Treuenfels-Frowein, dass Rabe «mit seinem Schulentwicklungsplan viel zu spät dran» sei. «Beim Schulbau hinkt Rabe nun den steigenden Schülerzahlen hinterher, obwohl diese Entwicklung absehbar war. Ähnlich ist es bei den Lehrkräften.» dpa

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