Auslaufmodell Religionsunterricht? Der Mitgliederschwund bei den Kirchen macht sich jetzt auch in den Schulen bemerkbar

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MÜNCHEN. Der Mitgliederschwund in der katholischen und evangelischen Kirche macht auch vor den Schulen nicht Halt – mit deutlichen Auswirkungen auf den Religionsunterricht.

Immer weniger Menschen in Deutscnland sind Mitglied der christlichen Kirchen – das hat Folgen. Foto: pixabay

Wie war das mit Abraham und Isaak? Warum war der Samariter barmherzig? Und was genau passiert nochmal an Pfingsten? Viele Kinder und Jugendliche in Deutschland lernen die Antworten auf diese Fragen nicht mehr in der Schule. Die Schülerzahlen im klassischen Religionsunterricht gehen vor allem im Westen Deutschlands zurück.

Nach Angaben der Kultusministerkonferenz (KMK) besuchten im Schuljahr 2017/18 noch gut 2,1 Millionen Schüler bundesweit den evangelischen und rund 1,8 Millionen den katholischen Religionsunterricht. Das war jeweils ein rundes Drittel aller Schüler. Ähnlich sahen die Prozentzahlen im Schuljahr 2015/16 aus.

Bischofskonferenz bestätigt: Teilnahme am Religionsunterricht ist rückläufig

Ältere bundesweite Vergleichszahlen hat die KMK zwar nicht. Die katholische Deutsche Bischofskonferenz (DBK) bestätigt aber, dass die Teilnahme am Religionsunterricht in den vergangenen Jahren insgesamt zurückgegangen ist, «aufgrund der Zunahme der konfessionslosen Schülerinnen und Schüler, die meist den Ethikunterricht besuchen». «Regional unterschiedlich» und vor allem und am deutlichsten in den westdeutschen Bundesländern.

Selbst im noch immer als sehr katholisch geltenden Bayern zeigt sich diese Entwicklung: Dort nahmen nach Angaben des bayerischen Kultusministeriums im gerade abgelaufenen Schuljahr zwar noch 75 Prozent der 1,25 Millionen Schüler am katholischen oder evangelischen Religionsunterricht teil. Das sind allerdings satte elf Prozentpunkte weniger als vor zehn Jahren. Damals, im Schuljahr 2008/2009, lag der Anteil noch bei 86 Prozent.

“Immer noch 70 % katholische Schüler – das waren schonmal 10 % mehr”

«An meinem Gymnasium haben wir nach wie vor 70 Prozent katholische Schüler – aber das waren auch schonmal 10 Prozent mehr», sagt Heinz-Peter Meidinger, Leiter des Robert-Koch-Gymnasiums im niederbayerischen Deggendorf und Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. «Da verschiebt sich was. Die Bandbreite ist groß, aber die Tendenz ist klar.» Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die katholische und die evangelische Kirche kämpfen seit Jahren mit sinkenden Mitgliederzahlen. Bei den Katholiken ist eine Hauptursache hierfür der Skandal um tausendfachen Missbrauch.

Die Zahlen zum Religionsunterricht in Niedersachsen ähneln denen in Bayern: Laut Statistik des Kultusministeriums nehmen dort noch 75 Prozent der Schüler am konfessionellen Religionsunterricht teil. 2005 waren es noch 82,3 Prozent, 1990 noch 84,3 Prozent.

Für die Kirchen sind die sinkenden Schülerzahlen ein großes Problem. Denn: «Der Religionsunterricht in der Schule ist für Schülerinnen und Schüler der erste und oft auch wichtigste Ort, an dem sie über viele Jahre sich mit Fragen der Lebensgestaltung und den Antworten des christlichen Glaubens und anderer Religionen auseinandersetzen können», sagte DBK-Sprecher Matthias Kopp. «Deshalb ist der Religionsunterricht ein unverzichtbares Schulfach.»

Der Einfluss der Religionslehrer auf die Schüler ist groß

Das sieht auch der Sprecher der katholischen Reformbewegung «Wir sind Kirche», Christian Weisner, so. «Der Religionsunterricht ist eine große Chance und hat ein ganz großes Potenzial. Da wird ein Fundament für das spätere Leben gelegt und gezeigt, was Religion bedeuten kann.» Der Einfluss der Religionslehrer auf die Schüler sei heute wahrscheinlich größer als der der kirchlichen Jugendarbeit. «Die Kinder sind ja gar nicht mehr in den Gemeinden verankert. Und es gibt Zehntausende Religionslehrer – sehr viel mehr als Priester und Pfarrer.» In Bayern sank die Zahl der Religionslehrer innerhalb von zehn Jahren von 20 700 auf 18 700.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sieht die Entwicklung deutlich positiver. Erstens müssten aus EKD-Sicht zur Rechnung der KMK noch Schüler dazugezählt werden, die an einem «übergreifenden Religionsunterricht» teilnehmen. Dieser werde in einzelnen Bundesländern «konfessionell-kooperativ» erteilt, gehe aber ebenso entweder auf evangelischen oder katholischen Religionsunterricht zurück. Dies eingerechnet läge der Anteil der Schüler, die in Deutschland den Religionsunterricht besuchen, nach EKD-Angaben bei knapp drei Vierteln.

Und zweitens sei die Entwicklung im Osten erfreulich: «Über 20 Jahre hinweg hat sich die Zahl der Teilnehmer am Religionsunterricht etwas reduziert – in Westdeutschland ist das sicher so», sagt der zuständige Referent im Kirchenamt, Matthias Otte. Im Osten sei das aber anders. «In Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel haben wir etwa 15 Prozent Kirchenmitglieder – und knapp 50 Prozent aller Schüler besuchen dort den evangelischen Religionsunterricht.»

Die Evangelische Kirche macht Werbung für den Religionsunterricht

Allerdings sind die absoluten Zahlen in Mecklenburg-Vorpommern auch nicht besonders hoch: Gut 42 000 Schüler besuchten dort im Schuljahr 2017/18 nach KMK-Angaben den evangelischen Religionsunterricht – und nur 828 den katholischen.

Tatsächlich sähe die Entwicklung der Schülerzahlen ohne die konfessionslosen Teilnehmer am Religionsunterricht aber wohl deutlich schlechter aus. In Bayern besuchten rund 60.000 der 188.000 Schüler, die keiner Religion angehörten, trotzdem den Religionsunterricht.

Die evangelische Nordkirche macht seit kurzem explizit Werbung für den Religionsunterricht – um «die Bildungsleistung des Faches zu betonen». Sie hat die Kampagne «#RaumfürFragen. Mein Religionsunterricht» mit Plakaten und Radio-Spots ins Leben gerufen. Auf einem der Poster ist ein junges Mädchen zu sehen und die Frage: «Bin ich mehr als die Summe meiner Likes?» Von Britta Schultejans und Michael Evers, dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Umfrage: Mehrheit der Deutschen will Religionsunterricht abschaffen – Kardinal Woelki: Glauben stützt die Demokratie

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33 KOMMENTARE

  1. Der spezifische Religionsunterricht sollte durch einen “Werteunterricht” ersetzt werden, der verschiedene Religionen und Weltanschauungen vorstellt und thematisiert. Das gibt es meines Wissens in mehreren Bundesländern schon, mitunter neben dem Religionsunterricht.

    Religion sollte Privatsache sein.

    • … und die Inhalte und Bewertungen dieses “Werteunterrichts” werden dann vermutlich von Atheisten oder säkular denkenden Menschen festgelegt ??
      Religion ist seit vielen, vielen Jahrzehnten Privatsache. Darum gibt es die Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Religionsunterrichten und Ethik. Warum reicht Ihnen das nicht?

      • Beim Christentum bin ich bei Ihnen, bei Atheismus sowieso. Beim Judentum, Hinduismus, Buddhismus, Shintoismus usw. aufgrund der geringen Anzahl Angehöriger in Deutschland auch.

        Der Islam ist eine andere Hausnummer. Schweinefleischverzicht in Schulkantinen, Gefängnissen usw. ist klar den Muslimen geschuldet und ragt bereits in das Privatleben der anderen Glaubensrichtungen hinein. Aufgrund der Hindus wird in Deutschland ja auch nicht zunehmend auf Rindfleisch verzichtet, aufgrund der Juden auch nicht kosher gekocht.

        • Schauen wir erst mal, ob die Bildungsministerien es wie geplant hinkriegen, einen liberalen/modernen Islamunterricht zu erschaffen.

  2. Es kommt doch immer darauf an, wie der Religionsunterricht aufgebaut ist, ob anderen Religionen mit dargestellt werden, ggf. Vertreter anderer Religionen punktuell mit einbezogen werden, um die ihre Religionen darzustellen und damit Vorurteile abzubauen. Alternativ könnte man auch Philosophie als Lehrfach anbieten, wodurch aber auch sehr viel zu Hause gelesen werden muss, um sich die Grundlagen anzueignen.

    • …mit anderen Worten, der (katholische und evangelische) Religionsunterricht gefällt Ihnen so, wie er ist. Denn genau das, was Sie beschreiben, machen meine Reli-Kollegen. Da hat sich seit 1950 wirklich etwas verändert.
      Philosophie als Lehrfach ist übrigens auch gut. Man könnte z.B. Blaise Pascal oder Robert Spaeman oder Sören Kierkegaard lesen ;-))

  3. “Deshalb ist der Religionsunterricht ein unverzichtbares Schulfach” (sagt der Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz).
    “Deshalb ist die Digitalisierung an Schulen unverzichtbar” (sagen Vertreter der Digital-Medien-Industrie wie Bertelsmann-Stiftung und Bertelsmann Digital Media Investment).

    • Der Religionsunterricht gründetet sich auf den Staatsvertrag zwischen den Kirchen und unserem föderalen Bundesstaat. Im Grundgesetz ist die rechtliche Verpflichtung diesen auszuüben, verankert.
      Den Religionsunterricht mit der Lobbyarbeit des Bertelsmann-Konzerns zu vergleichen, hinkt also gewaltig.
      Aber wie sieht es denn mit Jugendweihe aus, die noch zu ganz anderen Zeiten eingeführt wurde und vom sozialistischen Nachfolgestaat der Nazidiktatur übernommen wurde.

      • Aber dieser Staatsvertrag (wie auch Art. 7 GG) ist doch das Resultat einer Lobbyarbeit von Kirchenfunktionären und fiel nicht einfach vom Himmel. Und der Digitalisierungspakt wurde vom Bundestag beschlossen (war da nicht was mit dem Kooperationsverbot?). Und im Bundestag gibt’s reichlich Lobbyisten aller Art, nicht nur Bertelsmann. Im EU-Parlament soll es 15000 offiziell angemeldete (!) Lobbyisten geben.
        Die Jugendweihe ist – wie auch Konfirmation und Firmung – nicht Teil des Programms an staatlichen Schulen. Ein Religionsunterricht könnte schließlich auch außerhalb der Schule in Eigenregie der Kirchen stattfinden, wenngleich unter einer gewissen staatlichen Aufsicht. Stattdessen gibt’s teilweise sogar wöchentliche Schulgottesdienste. Und das hat nichts mit Lobbyarbeit von Kirchenfunktionären zu tun?

        • So, Sie möchten also Reli-Unterricht außerhalb der Schule, aber dann doch unter staatlicher Aufsicht? Dann sollte Ihnen die Lage in China gefallen, die machen das so.

      • Hierum geht es den Kritikern doch, das Konkordat – eben jenen Staatsvertrag, den die Bundesrepublik als Rechtsnachfolgerin des unsäglichen “Dritten Reiches” übernommen hat – zu torpedieren.
        Die wesentlichen Elemente sind der staatlich garantierte Religionsunterricht und der Einzug der KiSt durch die Landesfinanzämter. Da sich zur Erhebung der Kirchensteuer diejenigen, die keine Mitglieder einer christlichen Kirche sind, nicht äußern können, da sie als Steuerzahler eben nicht betroffen sind, brauchen sie einen anderen Hebel. Und den sehen sie im verpflichtenden Religionsunterricht.
        Hierbei wird gerne verschwiegen, das sich 14-jährige, religionsmündige Schüler und Schülerinnen ohne Einwilligung der Erziehungsberechtigten eigenverantwortlich abmelden können. Nach der abmeldung müssen sie an der “Ersatzveranstaltung” (PP oder LER oder wie auch immer) teilnehmen, um die vorgeschriebene Wochenstundezahl bis zum Ende der SekI zu erreichen.

        • Was heißt “torpedieren” ? Die wackeren Antifaschisten und Kämpfer gegen rechts stampfen normalerweise alles in Grund und Boden, was die Nazis je gemacht haben (sogar sowas wie die Aufwertung des Muttertages). Nur das “Reichskonkordat” von 1933 ist stets davon ausgenommen. Das Motto scheint zu sein: Privilegien für Kirchen sind immer gut, selbst wenn sie von einem Schurkenstaat zugestanden werden. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
          Ich erinnere nochmal daran, dass progressive politische Kräfte (auch in der Lehrerschaft) 1918/19 gefordert haben, den Religionsunterricht an staatlichen Schulen abzuschaffen. Die GEW bestätigt das hier:
          https://www.gew-hamburg.de/veroeffentlichungen/hlz-mitgliederzeitung/pdf/novemberrevolution-eine-schule-fuer-alle

          • @Carsten 60
            Beim Reichskonkordat von 1933 handelt es sich um einen völkerrechtlichen Staatsvertrag zwischen der Römisch-Katholischen Kirche mit Sitz in Rom und dem Deutschen Reich, dessen Rechtsnachfolge die Bundesrepublik Deutschland nach 1948 angetreten hat.
            Schon vor 1933 gab es bereits Konkordate mit den Ländern Bayern 1924, Preußen 1929 und Baden 1932, also vor der Machtübernahme des Nationalsozialisten.
            Hitler (NSDAP)und von Papen (Zentrum) boten laut Memoiren von Franz von Papen Anfang 1933 dem Vorsitzenden der Zentrumspartei Ludwig Kaas den Abschluss eines Reichskonkordaten an, um das Zentrum zur Zustimmung zum Ermächtigungsgesetzes zu bewegen, dem diese dann auch zustimmten.
            Jeder kann aus den Kirchen austreten, Kinder dürfen ab dem 14.Lebensjahr sich vom Religionsunterricht befreien lassen.
            Eine Frage sei von mir noch nachgeschickt. Stört es Sie, dass die Kirchen sich humanitär hinter die Flüchtlingspolitik gestellt haben ?

          • “Erkenne was du vor Augen hast,
            und was dir verborgen ist, wird dir enthüllt.
            Denn es gibt nichts Verborgenes, das sich nicht manifestieren wird.”

            “Ein guter Mensch bringt Gutes aus seinem Vorrat hervor;
            ein schlechter Mensch bringt Schlechtes aus seinem schlechten Vorrat hervor, der in seinem Herzen ist.
            Und er sagt Schlechtes, denn er bringt Schlechtes aus seinem Überfluss des Herzens hervor.”

          • @Carsten
            Die Nazis haben auch das Kammerwesen für Ärzte, Apotheker, Anwälte, sowie die damals bekannten handwerklichen Berufe eingeführt, um Berufsverbote für Juden und Systemgegner durchzusetzen. Die Kammern existieren bis heute.
            Außerdem erhielten fast alle vom System des SS-Staates kompromittierten Personen nach Kriegsende und nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland Unbedenklichkeitsbescheinigungen über eine Mittäterschaft als sogenannte Persilscheine ausgestellt.
            Kaum ein Nazi wurde in den ersten 2 Jahrzehnten nach Kriegsende jemals für seine Verbrechen belangt, denn die Herren saßen anschließend wieder auf ihren alten Posten oder sie fanden anderweitig Verwendung.
            Machen Sie dafür jetzt auch noch die Linken verantwortlich, dass erst ab 1958 die Strafverfolgung gegen die Verbrechen des Nationalsozialismus durch die Bundesrepublik Deutschland einsetzte.

          • “progressive politische Kräfte”
            Zu denen gehörten auch die SPD und die USPD. Sie forderten ein einheitliches Schulsystem OHNE Religionsunterricht. Es kam dann im Schulkompromiss 1919 anders, weil die fromm religiöse Zentrumspartei so etwas Revolutionäres nicht mittragen wollte. Seitdem haben wir ein gegliedertes Schulsystem MIT Religionsunterricht, aber einheitlicher Grundschule.
            Warum war man damals gegen den Religionsunterricht? Weil die Kirchen zu eng mit den korrupten Eliten des wilhelminischen Reiches zusammengearbeitet hatten. Man erzog die Kinder zu braven Untertanen, natürlich auch im Religionsunterricht. Waffen wurden gesegnet, damit das Volk “für Kaiser, Gott und Vaterland” in den (ngeblich alternativlosen) Krieg ziehen konnte. Das Resultat: ein totaler Zusammenbruch.
            @ Ignaz W.: Sie erzählen mehr und mehr Dinge, die nichts mehr mit dem Thema “Religionsunterricht” zu tun haben (Flüchtlingspolitik, Kammerwesen, Entnazifizierung). Sie wollen gewiss nicht vertiefen, wie eng die evangelische Mehrheits-Kirche (“Deutsche Christen”) mit den Nazis zusammengearbeitet hat. Das wird heute gerne unter den Teppich gekehrt.

          • @Carsten60
            Sie blenden hier bewusst einen Teil des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus aus, und ihre Sichtweise ist sehr einseitig !

            Sie haben die bekennenden evangelischen Christen, die sich gegen die Versuche der Einflussnahme der Nationalsozialisten entschieden zur Wehr setzten, vollständig ausgelassen, obwohl deren Vertreter zum Widerstand gehörten, sich nicht kompromittieren ließen und sich erfolgreich der Einflussnahme trotz Folter, Verfolgung und Ermordung, den Nationalsozialisten erfolgreich widersetzten!
            Die Bekennende Kirche grenzte sich in der Lehre, der Ausbildung und der Organisation von den Deutschen Christen ab.
            Sie beanspruchten zu Recht vom Anfang ihrer Gründung an, die einzige rechtmäßige Organisationsform der evangelischen Christen zu sein.
            Die Ihnen wohl nicht bekannten Pfarrer Martin Niemöller und Dietrich Bonhoeffer, wobei letzterer von den Nazis ermordet wurde, waren die wichtigsten Vertreter dieses Teils der evangelischen Christen.

            Die rassistischen, antisemitischen und am Führerprinzip orientierten Deutschen Christen, 1931 in Thüringen gegründet, waren Nationalsozialisten, die die evangelische Kirche für den Nationalsozialismus vereinnahmen wollten, was ihnen aber nicht gelang.

          • @ Ignaz W.: Das war mir natürlich bekannt. aber ich sehe keine Hinweise, dass die “Bekennende Kirche” die Mehrheit stellte. Von den “Deutschen Christen” wird jedenfalls nie mehr geredet. Alles, was peinlich ist, soll vergessen werden. Dazu gehört auch die eigentlich von vielen (auch Lehrerverbänden) geforderte Abschaffung des Religionsunterrichts 1918/19.

          • Den Nationalsozialismus, der alle gesellschaftlichen Bereiche in seinem Absolutheitsanspruch zu durchdringen suchte, der alle gesellschaftlichen Bereiche totalitär gleichschaltete, als peinlich zu bezeichnen, bedeutet schon eine sehr starke Verniedlichung des SS-Staates, und diese Wertung wird seiner Wirkung und alltäglichen Allmacht nicht gerecht.
            Der bis 2011 als ein gewisser Herr Landolf Ladig in einem hessischen Naziblatt aufgefallene Spitzenkandidat einer deutsch-nationalen Partei mit einer rassistischen, antiislamischen und damit auch gegen das alte und das neue Testament gerichteten Ausrichtung, hätte seine Freude an einer derartigen Umsetzung, die er als Rache für die aus seiner Sicht antivölkische Position der Unterstützung der Flüchtlingshilfsaktion durch die Kirchen verstehen würde.
            Die nebenbei bemerkt gegen geltendes Staatsrecht verstoßende Aufhebung des Staatsvertrages mit den Kirchen, z.B. gegen den Vertrag zwischen dem Vatikan und Deutschland, würde gegen geltendes Staatsrecht verstoßen, und das, wo diese AfD sich doch immer als Verteidiger geltenden Rechts versteht, während man rassistische Hasstiraden über seine Gegner oder auch einmal gegen einen eigenen Mann, siehe Frau Weidel in der Kongresshalle in Weinheim am 30.1019, ergießt.

          • Sie irren: Es gab eben damals auch viele etablierte Pfarrer, die vollkommen freiwillig schon vor 1933 auf die Linie der NSDAP einschwenkten (siehe Wikipedia mit dem Zitat: “Nationalismus, Demokratiefeindschaft, Antikommunismus und Rassismus unterschieden die Deutschen Christen nicht wesentlich von anderen kirchlichen Gruppen, die eine Synthese oder Angleichung von Volkstum und Christentum anstrebten”). Peinlich, peinlich …
            Und genau das soll heute in Vergessenheit geraten, indem die “Bekennende Kirche” als die alleinige Kirche dargestellt wird und indem Bedford-Strohm eine SPD-nahe Politik verkündet. Man schimpft zwar auf die Populisten, aber die Kirchensteuer nimmt man offenbar auch von AfD-Leuten. Meuthen ist katholisch (lt. Wikipedia). Bei der letzten Landtagswahl in BaWü wählten anteilig etwa genau so viele evang. Christen die AfD wie alle im Landesdurchschnitt (ca. 15 %). Da kann ich in Richtung Kirche nur sgen: “Kommt mal runter von eurem hohen moralischen Ross”.

          • @Carsten
            Ich habe oben geschrieben, dass es den Versuch der Gleichschaltung der evangelischen Christen durch die Nationalsozialisten durch die Gründung der Nationalsozialist orientierten Deutsche Christen gab, was allerdings nicht gelang, weil sich die Bekennende Kirche unter Pfarrern wie Niemöller und Bonhoeffer dem widersetzte und sich unter Inkaufnahme der Verfolgung, Inhaftierung, des Berufsverbotes des Todes durch Folter und Mord abspaltete.
            Es gab also mindestens zwei Gruppen von evangelischen Christen, von denen die mit der Diktatur verbundenen , die sogar einen Arierparagraphen zum Ausschluss konvertierter Juden einführten, schwere Schuld auf sich luden.
            Jetzt kommen Sie einmal wieder auf den Boden der wahren Wirklichkeit zurück, denn Ihre Versuche der Diskreditierung der evangelischen Kirche laufen ins Leere, da sich die Deutschen Christen ihre Anhängerschaft zunehmend verlor und sich auflösten, spätestens, aber bei Kriegsende verstummten.
            Jedes Mitglied hat das Recht und die Möglichkeit aus der evangelischen Kirche austreten.

          • @Carsten60
            Sie irren gewaltig, denn jeder Einzelne von uns ist verantwortlich für das, was er anderen antut und wenn meint reinen Gewissens zu sein, und er sich an andere Stelle wendet, um für sein irdisches Fehlverhalten durch andere Handlungen Absolution zu erhalten, so wird er sich von seiner Schuld nicht befreien können, die ihn treffen und vernichten wird.
            Ihr aber, die die Menschen in ihrer unglaublichen Vielfalt an Sprache, Aussehen, kultureller Herkunft meint verurteilen zu dürfen, seid dumm und voller abgrundtiefem Hass gegen die Menschheit, denn ihr befleckt das Antlitz der Schöpfung, beschädigt nachhaltig das menschliche Miteinander, mit eurem abgrundtiefen Hass auf die Menschen, und ihr verstellt eure Blicke auf die Schöpfung, begeht das Unverzeihlichste, das euch niemals vergeben wird, den verbindenden Geist, und so sähet ihr den ewigen Hass auf andere.

            Gesegnet ist der Mensch, der weiß, wo die Räuber eindringen, denn so kann er aufstehen, seine Kräfte sammeln und sich zu rüsten, bevor sie eindringen können.

          • Das Problem ist nur, dass niemand garantieren kann, welche Theologen eigentlich Recht haben, wenn sie sich auf die christliche Botschaft (oder auch auf den Islam) berufen. Die einen sagen so, die anderen anders. Auch die Heiligen Schriften sind in sich widersprüchlich. Unsere heutigen (christlichen) Kirchen sind sowas wie ein Staat im Staate, der keinen göttlichen Ursprung beanspruchen kann. Man denke nur an das aus vordemokratischen Zeiten stammende System der Finanzierung:
            http://www.humanismus.de/pressemitteilung/staatsleistungen-millionen-fragen-warum-wofuer
            Da helfen alle salbungsvollen Reden nichts, auch nicht die von Ihnen oben.

          • @Carste60
            Selbst jetzt noch machen sie sich lustig über das Neue Testament und andere Quellen, deren Werte und Inhalte sie nicht imGeringsten verstanden haben, da sie sich offensichtlich noch nicht einmal die Mühe gemacht haben, die verschiedenen Textquellen miteinander zu vergleichen, ob diese nun christlichen, jüdischen oder moslemischen Ursprungs sind.
            Niemand verwehrt heut zu Tage einem anderen den Zugang zu diesen Quellen, allein die AfD, deren geistige Verwandte, wie Herr Sarazin und andere versuchen die Religionen gegeneinander auszuspielen. Ich habe meinen Frieden mit meinem salafistischen Mitmenschen geschlossen, weil ich gelernt habe, diesen zu verstehen, weil man sich auf Gleiches berufen kann.
            Sie aber erscheinen mir hier als einer, der mit gespaltener Zunge spricht, der die Klarheit der Worte nicht im Geringsten erfasst hat, deren Inhalte verdrehend darstellt, als widersprüchlich darstellt, denn diese sind unmissverständlich und eben nicht widersprüchlich.
            Wie muss eure Truppe die Werte unserer Gesellschaft hassen, dass man dies derart zu diskreditieren trachtet.

            Erkenne was du vor Augen hast, und du erkennst Dinge, was dir verborgen ist, denn es gibt nichts Verborgenes, dass sich nicht auch manifestieren wird.

          • Das noch heute gebräuchliche Kirchenlied EG 193 beginnt wie folgt:
            “Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steure deiner Feinde Mord, …”
            Eine ältere Version hatte als zweiten Halbsatz: “den Ketzern wehr, die Türken mord, …”, was allerdings im Zusammenhang mit den Türkenkriegen vor Jahrhunderten stand. Wieder eine andere Version lautete: “und steur des Papsts und Türcken mord, …” (lt. Wikipedia)
            Es wird vielfach übersehen, dass Theologie u.a. auch die Kunst ist, den jeweiligen Zeitgeist so zu begründen, dass er mit der christlichen Botschaft in Übereinstimmung gebracht wird. Heute verkündet Bedford-Strohm den christlichen Zeitgeist. Die AfD hat damit nichts zu tun, ich verstehe nicht, warum die bei jedem Thema hier in Kommentaren auftauchen muss.

          • @Carsten 60
            Da kramen sie ein altes verstaubtes Kirchenlied aus vergangener Zeit hervor, hier aus dem 17.Jahrhundert, um zu untermauern, dass das Evangelium und die darin aufgeführten Propheten sich widersprechen.
            Jede Kirche hat ihre eigene Organisationsstruktur, was man am unterschiedlichen Aufbau der verschiedenen Kirchen sehen kann und wer die Inhalte vermittelt. Die Inhalte der Religion des Christentums sind aber die selben, so jeder Zugriff auf die Originaltexte erhält.
            Die Unterschiede zwischen den vier verwendeten Evangelien erklären sich durch das unterschiedliche Alter, von denen das nach Markus benannte das älteste ist. Hinzu kommen noch wieder aufgetauchte ältere Texte ohne eine Familiengeschichte und ohne eine bildhafte Untermalung Seines Werdeganges, die in der Sprache sehr viel klarer und tiefgreifender Seine Worte widergeben. Es gibt aber keine sprachlichen Widersprüche Seiner Worte.

        • Letzten Endes geht es nicht gegen das Konkordat, sondern gegen die christliche Religion. Man sucht eben das Feld ab, wo noch irgend ein Einfluss ist, gegen den man mobilisieren und kämpfen kann. Das Kuriosum dabei ist ja, dass die Kirche nur in seltenen Fällen noch aktiv den Glauben an Jesus und Gott propagiert – lesen Sie die statements vom EKD-Ratsvorsitzenden Bedford-Strohm – und seit Jahrzehnten schon keinen Katechismus-Unterricht mehr macht.
          Wäre der Religionsunterricht abgeschafft, käme der nächste Punkt in der Liste dran, z.B. Krankenhäuser, Kitas, öffentliche Gottesdienste.

  4. Der “Anführer für Deutschnationale” und kleingeistigen (AfD) will sich ebenso, wie sein geistiger und manifester Widerpart, Landolf Ladig, an den Kirchen rächen, weil diese sich aus seiner Sicht verräterisch gegen die “Deutsche Volksgemeinschaft” richteten, indem diese sich für die Flüchtlingspolitik des Asyls von kriegsflüchtigen, glaubensverwandten Menschen einsetzten.

    Der Aasgeruch der Zersetzung menschlicher Gefühle, breitet sich unter seinen Anhängern, der allzeit gefügigen, folgsamen und unterwürfigen Horde, der von einem simplen Nationalstolz befeuerten und verblendeten, ob Identitäre oder Jungen Alternative, wie ein verpesteter Leichenkadaver aus, an dem sich diese, seine Jünger, gierig sabbernd, die Mäuler zerreißen, um ein Stück aus dem opulenten Festmahl seiner geistigen, ergussartigen Abfälle zu ergattern.
    Er, der ersehnte verheißungsvolle schwarze Messias, steht erhaben über ihnen, verspricht eine organische Marktwirtschaft, die sich abwendet von einer globalisierten Wirtschaftsordnung, Wohlstand einem gewünschten deutschen Volkskörper verheißend und Glück bringend, obwohl ihre Grundlage dem analen Erguss eines geistigen Durchfalls gleich, sich über sie ergießend, nichtssagend in ihren Hörorgane verfängt.
    Ja , die deutsche Geschichte soll von ihm neu, das heißt umgeschrieben werden, damit die verblendeten Anhänger sich in ihrem Stolz, einer anders gewünschten, verheißungsvollen Vergangenheit, voller Stolz erinnern, die alles Gewesene verdrängt und sie wieder mit Stolz an ihr neues altes Deutschland denken lässt.

    Da kann man einfach nur noch kotzen.

    Und unter den Gesängen “Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen” der Möbius Nazi-Rockband, der einst seinen Mitschüler satanisch bestialisch abschlachtet, grölen sie weiter ihre Parolen, posieren mit gestreckten Armen in Jubelposen, skandieren einfache, staccatoartige Hasstiraden gegen anwesende Widersacher ihrer seelischen Untiefen, geistigen Zwergen gleich, bei tiefstehender Sonne, weite Schatten werfend gleich.
    Diese sind bereit ihm zu folgen, einer ersehnten Verheißung folgend, die sie dem Abgrund und ihrem Ende näherbringt.

    Ich aber sage euch: Weg mit dem ganzen Ungemach an entwürdigender, banaler Dummheit, dem Hass, der Niedertracht, ihrer Verlogenheit, der geistigen Verrohung.
    Das kann nicht unsere Bestimmung sein. Wehret den Anfängen.

    • Gemeint war natürlich der Parteivorsitzende eines ehemals vor dem dreißigjährigen Krieg (1618-1648 ) mit einer Kurfürstenwürde ausgestatteten Landes , dass seiner Wurstspezialitäten wegen bekannter ist und als erstes Land der NSDAP in die Hände fiel.

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