Entscheidungen reifen lassen – Neues Konzept zur Berufsfindung

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MAINZ. Der eigene Lebensweg schlängelt sich auf dem Boden im Klassenzimmer – mit solchen Übungen können Lehrer die Suche nach einem Berufsziel unterstützen. Dafür gibt es in diesem Schuljahr ein neues Konzept an Gymnasien und Fachoberschulen.

Selbsterkundung steht am Anfang des schwierigen Weges, den junge Menschen bei der Berufswahl zurückzulegen haben. Hilfestellung dazu gibt ein neues Konzept für Lehrkräfte der Gymnasien und Fachoberschulen in Rheinland-Pfalz, das das Bildungsministerium, die Regionaldirektion der Arbeitsagentur und die von Arbeitgeberverbänden getragene Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) in diesem Schuljahr auf den Weg gebracht haben.

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Jugendliche müssen sich in der Vielzahl der Ausbildungsmöglichkeiten orientieren, Das neue Konzept soll u.a. die Eingrenzung erleichtern. Foto: Dirk Vorderstraße / flickr (CC BY 2.0) [bearbeitet]
Im Mittelpunkt steht ein Handbuch mit 40 praxisnahen Unterrichtsmodulen. Die Arbeitsmaterialien wurden an die spezifischen Bedingungen in Rheinland-Pfalz angepasst. Ausgangspunkt war ein von 2013 bis 2015 entwickeltes Handbuch zur Studien- und Berufswahl in Bayern.

«Um eine gute Entscheidung treffen zu können, müssen die Jugendlichen wissen, welche Möglichkeiten sie haben, welche Studiengänge und Ausbildungsberufe es gibt und was zu ihnen passt», betonte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). Das Handbuch unterstütze die Lehrkräfte dabei, «ihre Schülerinnen und Schüler auf dem Weg in den Beruf optimal begleiten zu können». Gedacht ist der Band mit den Arbeitsmaterialien auch für Berufsberater der Arbeitsagenturen.

Der erste Teil der Selbsterkundung steht unter dem Motto: «Das will ich!». Hier sollen Schüler angeleitet werden, ihre persönliche Zukunft in den Blick zu nehmen – etwa indem mit Kreppband ein Lebensweg auf den Boden abgesteckt wird, in einigen Kurven, da kein Lebensweg geradlinig verlaufe. Dabei sollen sich die Jugendlichen auch eigener Werte bewusst werden und welche Bedeutung diese für die Berufs- und Studienwahl haben. Das von den drei Partnern erstellte Handbuch enthält auch digitales Unterrichtsmaterial für Einzel- und Gruppenarbeiten.

Im zweiten Teil werden die Schüler aufgerufen, sich mit dem Satz «Das kann ich!» ihrer Stärken und Schwächen bewusst zu werden. Hier sollen die Lehrkräfte auch aufzeigen, dass manche vermeintliche Schwächen auch eine Stärke sein können. In Übungen wird anhand von 18 Eigenschaftspaaren wie «ruhig» und «temperamentvoll» verdeutlicht, dass sich hier auch Selbst- und Fremdwahrnehmung unterscheiden können.

Der Selbsterkundung folgt die Information zu möglichen Bildungswegen nach dem Schulabschluss: «Das gibt es!». Eingeübt wird die Vorbereitung von Beratungsgesprächen ebenso wie die professionelle Kontaktaufnahme. Auch die Überlegungen zu einem zwischengeschalteten «Brückenjahr» mit Reisen, Sprachkursen oder der Arbeit als Au-pair werden hier angesprochen.

Zuletzt steht die Entscheidung an: «Das mache ich!» Die Schüler entwickeln hier einen Plan A und einen Plan B.

Mit dem sich nähernden Schulabschluss führt die Frage, wie es danach weitergehen soll, Jugendliche oft in eine schwierige Situation. «Wird jedoch der eigenen Berufs- und Studienwahl frühzeitig immer wieder Aufmerksamkeit geschenkt, lassen sich Bildungswege schrittweise eingrenzen», heißt es in dem Handbuch. «Das ermöglicht auch, dass Einschätzungen sich verändern und Entscheidungen reifen können.» (dpa)

Alle zwei Wochen in den Betrieb statt in die Schule: Neue “Praxislerntage”

 

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