Lehrermangel: Gebauer will keine Seiteneinsteiger-Quote “wie in Berlin”

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DÜSSELDORF. Nordrhein-Westfalen hat nach Angaben des Schulministeriums seit 2017 insgesamt 2350 Seiteneinsteiger für den Lehrerberuf gewonnen. Damit habe die Seiteneinsteigerquote zwischen 10 und 15 Prozent der neu eingestellten Lehrer gelegen, berichtete Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Donnerstag im Düsseldorfer Landtag.

Hat hart mit dem Lehrermangel zu kämpfen: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer. Foto: MSB/ Susanne Klömpges

Gebauer wies den Vorwurf der SPD-Opposition zurück, dass sich die Anwerbung von Quereinsteigern «als weniger erfolgreich erwiesen» habe. In NRW würden strenge Qualitätsmaßstäbe an die Auswahl angelegt, betonte sie. «Eine Seiteneinsteiger-Quote von bis zu 50 Prozent, wie in Ländern wie Berlin verfolgt, ist ausdrücklich nicht unser Ziel.»

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Die SPD forderte in einem Antrag zu Bildungsgerechtigkeit und Lehrermangel, Schulen in sozial schwierigen Stadtteilen müssten genauso viele Mittel erhalten wie die neuen üppig ausgestatteten «Talentschulen». In jedem Fall benötigten sie «mehr personelle Unterstützung als Schulen im Umfeld privilegierter Einfamilienhausbebauung». Eine solche Forderung würde allein für den Bereich der Sekundarstufe I schon über 2400 zusätzliche Lehrerstellen bedeuten, hielt die Schulministerin dagegen.

A13 für alle Lehrer? “Lehrermangel lässt sich so nicht lösen”

Der akute Lehrermangel lasse sich durch eine Anhebung der Lehrerbesoldung nicht lösen, sagte Gebauer. Die Grünen und der Lehrerverband Bildung und Erziehung (VBE) widersprachen dem. «Die Ungerechtigkeit der unterschiedlichen Bezahlung der Lehrämter muss endlich aufgelöst werden», bekräftigte der VBE in einer Mitteilung.

Gebauer räumte ein: «Bis auf das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen gibt es derzeit in allen Lehrämtern weniger Bewerber als zu besetzende Stellen.» Allein an den NRW-Grundschulen waren zum Start des Schuljahres von rund 3200 ausgeschriebenen Lehrerstellen nur etwa 1760 besetzt. dpa

Für die Grundschulen ist kein Geld da, das Gymnasium wird gepäppelt – wie Schwarz-Gelb die Zukunft verspielt

 

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52 KOMMENTARE

  1. Da bin ich extrem gespannt, wie diese Dame den Lehrermangel an Grundschulen beseitigen will. In den zwei Jahren, in denen sie im Ministerium sitzt, hat sie bisher lediglich geschafft, alle Grundschullehrer zu vergraulen, alles zu ignorieren, was sie vor der Wahl gesagt hat, sich mit ihrer abstrusen Werbekampagne lächerlich zu machen und ansonsten immer wieder zu sagen “wir arbeiten daran”. Woran und mit welchem Ziel – das blickt kein Mensch mehr. Und ernst nimmt sie mittlerweile auch keiner mehr.

    • Gute Fragen. Bürokratische Entlastung kostet Geld, die Erinnerung an den elterlichen Erziehungsauftrag Wählerstimmen. Beides unklug aus Sicht von wiedergewählt wollenden Berufspolitikern.

    • Im Vergleich zu anderen Berufen bekommen die Lehrer ein sehr hohes Gehalt, auch die Grundschullehrer. Zudem müssen die Kinder und demzufolge die Eltern viel Eigenleistung für die Lehrer erbringen. Es wäre klüger, die Gehälter der Lehrer auf den weiterführenden Schulen zu kürzen, wenn die Lernziele nicht erbracht werden (was die sinkenden Schülerleistungen in Bildungsvergleichenbelegen).
      Die Spirale geht in die falsche Richtung. Ein Grundschullehrer mit Anfangsgehalt von über 3000 EUR ist natürlich inspirierend für die Kitaerzieher, Krankenschwestern etc.
      Aber der Topf muss weg. Da kann man sich ruhig bedienen. Nur wirkliche Qualität sollte honoriert werden, nicht eine geschaffte Ausbildung als Freibrief herhalten. Und das auf dem Rücken der nachweislich immer mehr gestressten Kinder mit der um ein Jahr betrogenen Schulzeit. Pädagoge ist nicht gleich Pädagoge. Manche Krankenschwester hat mehr soziale Kompetenz als ein Grund- oder Hochschullehrer. Die viele Ferienzeit dient doch auch nur in den Anfangsjahren des Lehrerdaseins als Vorbereitungszeit…..
      Unser krankendes Bildungssystem ist der Beweis.

      • Wer ist ihnen denn auf den Schlips getreten?

        “Es wäre klüger, die Gehälter der Lehrer auf den weiterführenden Schulen zu kürzen, wenn die Lernziele nicht erbracht werden”

        Habe ich sie da richtig verstanden, dass das an den Schülerleistungen gemessen werden soll? Das hätte dann zwei Szenarien zur Folge:
        1. Lehrer geben nur noch gute Noten
        2. Schulen nehmen nur noch die besten Schüler, um kein Risiko einzugehen.

        “Nur wirkliche Qualität sollte honoriert werden, nicht eine geschaffte Ausbildung als Freibrief herhalten.”

        Woran wird das denn gemessen? In jedem anderen Beruf stehen Sie doch auch nicht ständig in einem Bewertungsverhältnis.

        PS: Pauschalisierungen helfen nicht. Auch in ihrem Job wird es schwarze Schafe geben. Das macht ihren Job jedoch nicht unehrenhafter.

        • @ FElixa, ich lese Charlines Kommentar anders.

          Sie moniert, dass Grundschullehrer bereits jetzt gut verdienen (Einstiegsgehalt 3600,- aufwärts), dass die Leistungen in den Grundschulen aber zu wünschen übrig lassen, sodass – wie wir alle wissen – die Nachhilfe häuslicherseits und professioneller Art blüht. Und dann wollen die noch immer mehr verdienen. Wofür eigentlich, fragt Charline, vermute ich.

          Und sie verweist auf die deutlich geringeren Gehälter von Krankenschwestern, Kindergärtnerinnen usw. Wer soll diese Berufe lernen, wenn man nun alle mittels Gehaltserhöhungen in den Lehrerberuf lockt? Wenn aber alle, wie ich immer sage, immer mehr verdienen, wird auch alles teurer und dann in Wirklichkeit niemand mehr. Wo ist der Zugewinn, wenn das Gehalt um 200,- Euro steigt und die Miete dann auch? Aber die Arbeitsbedingungen bleiben, wie sie sind.

          Zuletzt verweist sie auf das Argument, dass die Lehrer nach ihrer Arbeit ja zu Hause noch so viel zu tun hätten, was keiner sieht. Das ist so, aber das ist eben auch sehr verschieden. Ein Anfänger hat da mehr zu tun als ein alter Hase, in den einen Fächern fällt mehr Vorbereitung oder Nachbereitung an als in den anderen. Das stimmt doch. Im Laufe eines Lehrerlebens reduziert sich die häusliche Zuarbeit erheblich! Die Ferien bleiben aber gleich lang für jeden Lehrer, der Schulschluss auch wie gehabt. Es gleich sich also irgendwie aus und, so verstehe ich Charline, Lehrer jammern auf hohem Niveau. Manche jedenfalls.

          • Bei mir hat sich die Arbeit insgesamt nicht reduziert – ich bin im letzten Drittel meines Berufslebens. Ich versuche einmal zu erklären, warum:
            In der Grundschule hat sich im Lauf der Jahre viel geändert. D.h. ich muss mich immer wieder in Neues einarbeiten und neue Aspekte berücksichtigen. Ebenso muss ich andere Methoden anwenden. Auch wenn ich nach dem gleichen Buch unterrichte, muss ich immer wieder Reihenfolgen und Anforderungen der Klasse anpassen. Brauchte eine Klasse eher Herausforderungen, muss ich für eine andere Klasse kleinschrittigere Planungen machen. Alles kann man in den ersten Jahren nicht mit Aufwand, der mehr als eine Stunde dauert, vorbereiten; es dauert sehr lange, bis man sich so richtig durch alle Fächer und Themen, die man gibt, durchgearbeitet hat. Kaum war man einigermaßen durch, kam wieder ein neuer Lehrplan, wo man wieder über die Maßen Zeit für die Vorbereitungen investieren musste, die dann woanders abging. Immer gleich bleibt der zeitliche Aufwand der Hausaufgabenkorrekturen, des Niederschreibens der Beobachtungen und der organisatorische Aufwand, eine Stunde bzw. eine Einheit mit viel Material zusammenzustellen, Dinge zu organisieren und wieder auffindbar zu verräumen. Gleich bleibt auch der Aufwand der Gespräche mit Experten und Eltern. Gleich bleibt auch die Mitarbeit in schuleigenen Lehrerteams, wo jeder dazu verpflichtet ist und auch darin Arbeit investiert. Ich habe jetzt immer noch, obwohl ich 4 Stunden reduziert habe, immer noch eine durchschnittlich 50, bei hohem Korrekturaufwand, wenn gerade Aufsätze oder sehr viele Proben zu korrigieren sind oder Zeugniszeit ist, eine 60 Stundenwoche.

          • Ich stimme ysnp zu,
            wobei etliches nicht gleich bleibt.
            Erhöht hat sich der Aufwand an Dokumentation für jeden Schüler, den es zuvor in diesem Maße nicht gab.
            Erheblich gesteigert hat sich alles, was in Bezug auf Inklusion zu bearbeiten ist: Diagnostik auswerten, Fördermaterialien organisieren und zusammenstellen – jeweils spezifisch, sich in Fördereschwerpunkte einarbeiten, auch Absprachen hierzu, kollegiale Beratung, Elterngespräche, Hilfeplangespräche etc., dazu Überprüfungen auf Unterstützungsbedarf mit immensem Aufwand, deren Vorgaben zudem häufiger geändert werden.

            Dadurch, dass in Nds. die Schulbücher genau 3x ausgeliehen werden dürfen, setzen die Verlage ständig neue Auflagen um, sodass man nie 2x auf das genau gleiche Lehrwerk setzen kann, unabhängig von der Anpassung, die jede Lerngruppe benötigt.

            Die ständig wechselnden Lehrpläne und immer neue Ideen, wie die Schule damit umgehen soll, erhöht die Arbeit, als Lehrkraft in der Grundschule ist man bei vielen Fächern zumindest beteiligt oder als Fachkonferenzleitung zuständig. Besonders aufwändig sind dabei die wechselnden Umstellungen der Vorgaben zur Leistungsmessung, sodass man ständig die Klassenarbeiten neu erarbeiten muss.

            Hinzu kommen diverse Beauftragungen, von denen vor 10-20 Jahren in der Grundschule niemand etwas gehört hatte (z.B. Arbeitsschutz – bedingt sinnvoll, Strahlenschutz, Datenschutz – sinnvoll, aber auch anders möglich …) und das Erstellen unendlich vieler Konzepte (Absentismus, Mobilität, Arbeitsschutz, Methoden, Interkulturelle Bildung, Sprachförderung, Prävention etc.)

            Erhöht hat sich auch der Aufwand innerhalb des Kollegiums dahingehend, das ständig wechselnde Abordnungen ein permanentes Einarbeiten neuer KollegInnen notwendig macht.

          • @ ysnp, bei mir hat sich die Vorbereitungszeit im Laufe der Jahre enorm reduziert. Ich hebe alles auf und kann vieles wiederverwenden. Eine Stunde zu konzipieren, geht mir inzwischen recht flott von der Hand. Materialien habe ich im Überfluss. Manches muss man neu anpassen, ja, aber insgesamt ist der Aufwand stark gesunken. Ich kann jetzt auch in Klassen gehen und ohne Vorbereitung eine Stunde abhalten.

            Was machen Sie falsch, ysnp?

          • @Herr M
            Das einzige, was ich mir vorstellen kann, ist dass in der Grundschule jede Unterrichtsstunde für gefühlt fünf verschiedene Niveaustufen vorbereitet wird. Andererseits hat man das auch damit nach spätestens drei Durchgängen kaum noch weitere Vorbereitungszeit, vorausgesetzt der Lehrplan ändert sich nicht. Ich habe das Gefühl, dass die Grundschullehrer nach jeder Unterrichtsstunde ihre mühsam vorbereiteten Materialien verbrennen, damit sie bloß nicht wiederverwendet werden können.

            (Reine Übungsstunden laufen bei mir oft ab nach dem Prinzip Buch, Seite, Nummer. Das ist ökonomisch in der Vorbereitung und auch noch umweltfreundlich, weil keine Kopien anfallen.)

          • “dass in der Grundschule jede Unterrichtsstunde für gefühlt fünf verschiedene Niveaustufen vorbereitet wird.”
            Das ist sicher ein Unterschied. Die meisten Stunden sind mehrfach differenziert, das gilt vor allem für D, Ma, SU, in anderen Fächern wird der Unterricht so vorbereitet, dass alle SuS gut teilnehmen können, z.B. gut lesende und noch nicht lesende Kinder.
            Selbst wenn ich für bestimmte Kinder mal keine besondere Vorbereitung mache, liegen diverse Materialien bereit, die ja zuvor auch ausgewählt und bereitgestellt werden mussten.
            Das gilt z.B. für Kinder mit bestimmtem Unterstützungsbedarf oder Kinder, die noch alphabetisiert werden müssen.

            “Ich habe das Gefühl, dass die Grundschullehrer nach jeder Unterrichtsstunde ihre mühsam vorbereiteten Materialien verbrennen,”
            Nein. Aber es kostet viel Zeit und Aufwand, alles gut wegzuheften und alle Materialien (Karteien, Legespiele uvm.) gut sortiert zu verräumen, da hilft verbrennen nicht, es bleibt zeitaufwändig.
            Der Fundus ist groß, aus dem man wählen kann, aber jedes Kind mit besonderen Bedürfnissen ist anders. Ein Kind mit Förderbedarf Sprache kann einen herausragenden Wortschatz haben, dafür aber keinen Satz bilden können, es kann genau anders herum einen extrem kleinen Wortschatz haben, entsprechend sind die Aufgaben anders.
            Ein Kind mit Förderbedarf Lernen kann besonders schwach im Lesen sein, in Mathematik aber gute Fortschritte machen oder genau anders herum oder in der Konzentration und Merkfähigkeit so schwach sein, dass vieles länger dauert. Die Aufgaben müssen sich danach richten, sonst wird das Kind mit den Materialien nicht arbeiten können.
            Ich habe am Anfang auch gedacht, dass ich die zusammengestellten Materialien später wieder einsetzen kann. Das geht z.B. für die Schulung von bestimmten Wahrnehmungsleistungen oder Motorik, wo man breit gestreute Übungen einsetzen kann, nicht aber für D+Ma.

            Gleiches gilt auch für andere Kinder und auch für Klassen, die Vorstellung, dass diese immer gleich bei gleichem Unterricht wären, trifft nicht zu – ganz unabhängig von Inklusion.

            Dass dann häufig die Pläne und immer die Schulbücher verändert werden, ist ein weiterer Grund für immer neue Planungen und auch neue Materialien. Wenn zuvor themenspezifische Klassenarbeiten und 3-4 Aufsätze vorgegeben waren und dann (im SJ rückwirkend) themen-gemischte Arbeiten verpflichtet eingesetzt werden mit weiteren Vorgaben, die eigentlich nur noch 1 Aufsatz zulassen, muss man sämtliche Arbeiten umstellen – und tatsächlich auch einen Großteil des Unterrichts. Das Gejammer, dass die SuS keine Sätze und Texte schreiben können, hören wir dann in einem Jahr.

            “Reine Übungsstunden laufen bei mir oft ab nach dem Prinzip Buch, Seite, Nummer.”
            Klar. Viel Spaß in Klasse 1+2. Die Kinder in Klasse 1 schaffen es vermutlich nicht einmal, das Buch auf der richtigen Seite aufzuschlagen, sie können nämlich die Seitenzahlen nicht lesen. Ach, lesen können sie auch nicht.
            Genau das sagen Bekannte, die aus anderen Schulformen kommend in der GS waren: “Man kann ja noch nicht mal sagen: Buch raus, S. 159…” (Die Bücher haben selten so viele Seiten).
            Es gibt Übungsstunden, auch diese sind differenziert vorbereitet (s.o.), Aufgaben aus Büchern werden auch mal bearbeitet oder so vorbereitet, dass sie zu Hause erledigt werden können, wenn die SuS soweit sind, damit arbeiten zu können, und ja, man kann den Unterricht auch derart gestalten, dass man unzählige Hefte abarbeiten lässt. In Klasse 1 (+2) geht das nicht stundenlang. Gerade da ist der Unterricht besonders aufwändig und sehr anstrengend.

          • @ x 🙂

            Als Lehrer hat man, ich mag mich irren, oft Lehrerfreundschaften. Ich kenne keinen Grundschullehrer, der Unterricht auf 5 verschiedenden Niveaustufen vorbereitet – maximal zwei würde ich sagen, wenn ich so höre, wie sie erzählen, dass sie ihren Schülern mit Förderschwerpunkt Lernen andere Aufgaben geben.

            Ich kenne etliche Kollegen, die ohne jegliche Vorbereitung in den Unterricht gehen oder sagen, sie hätten sich auf dem Weg zur Arbeit überlegt, was sie heute mit den Kindern machen. Bei alten Hasen kann ich mir das dennoch erfolgreich vorstellen, bei jüngeren kommt mir das eher nachlässig vor.

            PS: Ich will es mir künftig egal sein lassen, ob man mich hier Herr Mückenfuß, Mückenfuß, Mücke, Herr M. nennt, solange es sich nicht um offensichtliche Beleidigungen handelt. Es geht ja um Inhalte und nicht um die Form. 🙂 “Mücke” als Spitzname, war ja eigentlich ganz witzig. Nun denn …

        • Eine Bezahlung nach Leistung klingt stark nach dem ruinösen System der Entgeltzahlungen im öffentlichen Gesundheitssystem.
          Da müssten sie dann die Risikofaktoren der Schüler erfassen und verbrächten immer weniger Zeit mit den praktischen Übungen mit den Schülern.
          Nein, es muss die Leistung der Grundschulkräfte entsprechen ihrer wichtigen Bedeutung angemessen entlohnt werden, aber auch die Methoden müssen endlich wissenschaftlich fundiert eine Anwendung finden.

          • Die Risikofaktoren der Schülerschaft erfasst man schon längst, das nennt sich Diagnostik, an der sich der Unterricht ausrichtet.

            Es gehört zu den Dingen, die kaum jemand honoriert, die aber sehr aufwändig sind und die viel Zeit erfordern, da man sich in unterschiedliche Förderbereiche einarbeiten muss.
            Viele der dazugehörigen Aufgaben geschehen außerunterrichtlich,
            – man sichtet die Unterlagen zu den Screenings vor der Einschulung,
            – man führt vor der Einschulung selbst Erhebungen durch, wertet aus und dokumentiert
            – man führt gleich zu Schulbeginn Erhebungen durch, wertet aus und dokumentiert
            – man führt die Ergebnisse in Lernentwicklungsbögen zusammen, die für jeden Schüler geführt werden müssen
            – man führt Förderpläne für alle, wo Förderung notwendig ist
            – man arbeitet sich in die Schwerpunkte ein, für die Förderung benötigt wird
            – man stellt Materialien zusammen und Materialien her, mit denen die Förderung erfolgen soll, dokumentiert auch dies und führt dazu Elterngespräche
            – es gibt weitere Erhebungen während jeden Schuljahres
            – man dokumentiert und schreibt die Pläne weiter

            Nur in Ausnahmefällen kommt jemand und übernimmt die Diagnostik (ein sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf Lernen liegt nahe und man überlegt, ob man ihn feststellen lassen sollte; ein sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf in anderen Bereichen könnte vorliegen und man kann einen Mobilen Dienst bemühen), das ist in der Regel durch die Lehrkraft selbst initiiert.
            Es kommt auch vor, dass Eltern mit ihrem Kind bei einem Facharzt waren und dessen Bericht vorlegen.
            Dokumentation und Förderung bleiben bei der Lehrkraft.

            Bis auf die Erhebungen von Schülerleistungen finden alle diese Tätigkeiten außerhalb des Unterrichts statt,
            man verbringt also nicht weniger Zeit mit den SuS und ihren praktischen Übungen, denn die Aufgaben werden auf das Deputat nicht angerechnet.

      • @ Charline. Leider ist es (auch) umgekehrt. Lehrer müssen viel “Eigenleistung” für die Eltern erbringen. Es fehlt immer mehr an den häuslichen Voraussetzungen, sonst könnten wir ganz anders arbeiten. Jeder sieht das Desaster nur aus seiner Perspektive.

        • Nein, das ist vollkommen verkehrt gedacht. Es ist die Aufgabe der Lehrer, gerade jenen Kindern Bildung und auch Erziehung zu vermitteln, die sie von Hause aus nicht bekommen. Sonst bräuchten wir die Schule nämlich gar nicht.

          Natürlich ist es wünschenswert und sinnvoll und richtig und notwendig, dass Eltern da eine gewisse Vorarbeit leisten, aber wir sind nicht nur für die Kinder da, deren Eltern uns Erziehung und ggf. auch Bildung abnehmen, sondern auch und vor allem für die Kinder, die das zu Hause nicht bekommen. Zu kritisieren ist jedoch, wenn man uns das dann auch noch unnötig schwer macht!!!

          DAS ist unser Job und DAS ist unsere gesellschaftliche Verantwortung!

  2. Bekanntlich, das haben wir ha nach etlichen Jahren Diskussion auch hier herausgearbeitet, hat der aktuelle Lehrermangel nichts mit den Gehältern zu tun! Gar nichts! Nummerus clausus und der Abbau von Ausbildungskapazitäten, weil man von einem Sinken der Schülerzahlen ausging und ausgehen musste, sind der wahre Grund.

    Wenn jetzige Lehrer mehr verdienen, wird der Lehrermangel nicht beseitigt, sondern verschärft, weil dann eher noch mehr Lehrer in Teilzeit gehen. In Berlin stieg die Quote in den letzten Jahren der massiven Gehaltserhöhungen (um teilweis bis zu 1000,- Euro ohne diese Maßnahmen) von rund 24 auf rund 29%. Künftige Lehrer hingegen finden die Gehälter nicht schlecht und kennen die Arbeitsbedingungen nur bruchstückhaft von außen. Beides schreckt sie nicht ab! Die vielen Seiteneinstiegsinteressenten beweisen das ebenso.

    Der (Grundschul-)Lehrermangel kann einfach beseitigt werden, indem die Ausbildungskapazitäten wieder massiv erhöht werden – sowohl im normalen Lehrerstudium als auch beim derzeit notwendigen Seiteneinstieg. Der Vorsitzende der KMK sagte unlängst im Fernsehinterview, man habe die Zahl der Studienplätze erhöht und man habe keine Schwierigkeiten, die Plätze zu besetzen (in seinem Land gibt es auch kein A 13 für alle).

    Wichtiger als “A13 für alle” (und immer mehr Geld für “mich”) ist eine Investition in das Schulwesen, in die Arbeitsbedingungen und in die “Vor-Ort-Bedingungen”. Davon haben dann übrigens alle was, nicht nur sowieso schon gutverdienende Lehrer aller Schularten. Womöglich wollen dann aber weniger in Teilzeit gehen und fallen weniger aus wegen physischer oder psychischer Erkrankungen.

    • Ist in NRW nicht eine Klage anhängig, ob Lehrer unterschiedlicher Schularten unterschiedlich bezahlt werden dürfen? Warten wir das doch nun erstmal ab!

      • @ missisippi, mit dieser Polemik kamen Sie mir doch auch schon sooo oft und wieder antworte ich, dass es nicht mein Ansatz ist, Lehrergehälter zu kürzen. Mein Ansatz ist, dass wir Lehrer gut genug verdienen, sodass die berüchtigten Steuerüberschüsse jetzt mal in die Arbeitsbedingungen investiert werden können.

        Wenn alle Gehälter und dann auch alle Kosten um 10% sinken, könnte ich mir vielleicht auch sinkende Lehrergehälter vorstellen. Würde ich dann mal drüber nachdenken! Dass die Investitionen in die Arbeitsbedingungen im Bildungswesen NUR von den Lehrern erbracht werden sollen, lehne ich genauso ab, wie dass überschüssige Steuergelder nur den Lehrern zugute kommen sollen.

        Es sind doch die Kinder aller, also sag ich mal als Parole so, von allen nehmen und für alle ausgeben.

        • Das ist keine Polemik, das hatte ich auch schon öfter vorgeschlagen. Uns geht es um das gleiche, gerechte Einstiegsgehalt für die Lehrer aller Schularten. Dass alle gleich behandelt werden ist mehr als gerechtfertigt bei den spezifischen Aufgaben, die jede Schulart hat und im Studium mehr denn je berücksichtigt werden müssen. Alle fangen mit A12 an, dann kann man nach bestimmten Kriterien aufsteigen, die noch festzulegen sind. Man könnte auch alle mit A13 anfangen lassen, dann wären die Aufstiegsmöglichkeiten halt nicht so einfach. An Aufstiegskriterien gäbe es verschiedene Möglichkeiten: leistungsbezogen, aufwandsbezogen, altersbezogen oder eine Mischung von allem.
          Es ist nicht endgültig geklärt, ob der Staat wirklich zu wenig Geld hat, wie Sie, Mückenfuß immer schreiben, oder ob das Geld nur insgesamt an anderen unnötigen Stellen außerhalb der Schulen investiert wird.

          • @ ysnp, das ist selbstverständlich Polemik, weil Sie das nicht ernst meinen !!! Oder wollen Sie behaupten, Sie argumentieren hier jahrelang für “A 13 für alle”, weil Sie eigentlich “A 12 für alle” wollen?

            Es geht doch einzig und allein um das Argument, dass vorhandene Steuergelder lieber in bessere Arbeitsbedingungen als in höhere Gehälter gesteckt werden sollen (im Falle der Lehrer und derzeit). Sie wollen den Spieß umdrehen und sagen, na, dann könnten doch alle weniger verdienen und was übrig bleibt, kann in die besseren Arbeitsbedingungen gesteckt werden. Das ist eben nicht wirklich Ihre Meinung. Dafür treten Sie nicht ein, zumal Sie ja gleich wieder Ihre wahre Meinung äußern, dass alle Lehrer das gleiche Gehalt verdient haben, wobei sie das ja sowieso nicht bekommen (Bundesland, Erfahrungsstufe, Anstellungsart …). Sie sind also gegen die Differenzierung nach Schulart. DAS ist ein Kern unseres Disputs.

            A 12 für alle und dann Zulage je nach Schulart, also z.B. eine Zulage für die Gymnasiallehrer aufgrund nachweislich größeren Arbeitsaufwandes, wäre für Sie plötzlich ok?

            Natürlich ist die Frage auch, ob der Staat wirklich zu wenig Geld hat und wo es denn hingeht, was er hat. Wollen Sie das ändern? Ich bin dabei. Seit der Wende wurden 16.000 Stellen im Polizeidienst gestrichen. Jetzt ruft man plötzlich nach Polizisten vor jeder Synagoge. Vielleicht auch vor jeder Moschee und vor jeder Kirche? Ich wäre nicht dagegen. Ich frage aber auch hier, wie soll das finanziert werden und wo sollen diese Polizeikräfte denn dann fehlen? Und ich wende mich dagegen, dass die Lehrer, id.F. die Grundschullehrer, nur auf sich und ihren eigenen Vorteil schauen und überschüssige Steuereinnahmen für ihren persönlichen Vorteil ausgegeben wissen wollen.

            Unser Land besteht nicht nur aus Grundschullehrern und unser drängendstes Problem ist nicht, aus Gutverdienern Besserverdiener zu machen.

          • Weiter oben erzählen Sie ausführlich, dass Sie ohne jegliche Vorbereitung unterrichten. Und dann Zulagen für höheren Arbeitsaufwand? Lächerlicher geht’s kaum noch ….

  3. Den Lehrermangel an bestimmten weiterführenden Schulen kann man ja beheben, indem man regelmäßig eine neue Schulform schafft, die dann nach ein paar Jahren wieder abgeschafft wird, oder selbst um das Überleben kämpfen muss, weil keine Eltern ihre Kinder da anmelden. Die Lehrer der auslaufenden Schulen können dann an andere Schulen versetzt werden.

    Bringt zwar nichts, manchmal kommt es einem aber so vor, als sei das der Plan.

  4. @ emil: Wie auch, wo seine ganze Energie eingesetzt wird, um A13 für GS-Lehrer zu verhindern.

    @ Mückenfuß: Das Nord-Süd, Ost-West-Gefälle gibt es auch bei vielen anderen Berufsgruppen, hatte ich neulich mal einen link dazu eingestellt.

    • @ Mississippi, glauben Sie wirklich, dass ich soviel Macht habe, A 13 für alle zu verhindern?

      Ja, diese Unterschiede gibt es. Seltsam nur, dass sie Gehaltsunterschiede aufgrund Wohnort akzeptieren, aber Gehaltsunterschiede aufgrund unterschiedlicher Aufgaben und Anforderungen nicht. Wo ist da die Logik? Ist der Wohnort für ein Gehalt wichtiger als das, was man in seiner Arbeit zu tun hat?

      Gegen die Gehaltsunterschiede aufgrund des Wohnortes sind Sie nicht, ganz klar, weil Sie ja davon profitieren. In BaWü bekommen Sie mit A 12 bereits das, was die Lehrer in MeVo, aber auch in Rheinland-Pfalz erst mit A 13 verdienen. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit sieht anders aus. Es geht Ihnen eben doch nur um den eigenen, persönlichen Vorteil.

      • Wenn wir für eine Bezahlung nach Leistung eintreten würden, müssten Sie das Geld der letzten Jahre zurückgeben. Schließlich kommen Sie zu der Aussage:
        “bei mir hat sich die Vorbereitungszeit im Laufe der Jahre enorm reduziert. (…) aber insgesamt ist der Aufwand stark gesunken. Ich kann jetzt auch in Klassen gehen und ohne Vorbereitung eine Stunde abhalten.”

        Wenn wir für eine Bezahlung nach gleichen Aufgaben wären, wären GS-LuL schon längst bei A13, schließlich unterrichten auch sie volle Klassen und übernehmen eine Vielzahl außerunterrichtliche Aufgaben rund um Unterricht und Schule. Was ist da anders?
        Da Gs-LuL die Aufgaben der Inklusion zu großen Teilen übernehmen, müssten sie A13 erhalten, wie FöS-LuL, die zuvor diese Aufgaben hatten, nun zu Reisenden geworden sind.

        Darum geht es aber gar nicht.
        Es geht darum, den Beruf der Lehrkraft, die eine entsprechende Ausbildung und entsprechende Abschlüsse vorweist, nach Vorgaben des Beamtenrechts mit A13 zu besolden UND auch innerhalb des Systems gleiche Chancen für Aufstiege einzuräumen.

        • Falsch. Leistung ist Arbeit pro Zeit. Wer also dieselbe Arbeit (Halten einer sinnvollen Unterrichtsstunde) in weniger (Vorbereitungs-) Zeit schafft, leistet mehr.

          • *lol* Die Welt ist so einfach, wenn man sie in Formeln presst.
            Das denkt sich die Landesschulbehörde offenbar auch, da können Sie ja noch ein paar mehr Unterrichtsstunden abhalten und die Vorbereitung in weniger Zeit schaffen.

          • Sie hätten auch Mathe/Nebenfach auf Sek II studieren können. Da haben Sie das sehr anspruchsvolle Studium nach einem Jahr Vollzeitkorrektur raus. Die Unterrichtsvorbereitung kann man dann noch immer so aufwendig machen, wie Sie wollen.

  5. xxx, das ist falsch. Ihre Definition passt für die Physik, aber nicht dafür, wenn einer nur immer das gleiche gleich schnell macht. Das ist irreführend. Das ist nicht mehr Leistung. Übertragen Sie das Mal auf andere Berufe, z.B. am Fließband, oder auf jemand, der täglich in seinem Beruf neue Probleme lösen muss, die viel Zeit kosten. Hier wird leider ständig Grundschularbeit kleingeredet, obwohl schon in vielen Kommentaren differenziert dargestellt wurde, welches die spezifischen und sehr zeitaufwendigen Leistungen in dieser Schulart sind.
    Herr Mückenfuß: Ich weiß nicht, was für Grundschullehrerfreunde Sie haben. Woher wissen Sie, wie effektiv deren Unterricht wirklich ist? Leider habe ich zweimal erlebt, wie eine solche Einstellung, die Sie beschreiben, sich auswirkt. Es sind Einzelbeispiele, und zum Glück treffen sie für die allermeisten GS Lehrer nicht zu, weil sie sich mehr in ihren Beruf hineinknien, um ALLE Schüler mitzunehmen. Einmal hatte ich mit so einem Kollegen zu tun, ein anderes Mal war es ein Lehrer meines Kindes. Wie gesagt, zum Glück waren es Ausnahmen. Die negativen Folgen solcher lässigen Einstellungen waren z.B.: Arbeitsmaterialien für Sachunterricht verschwanden im Laufe des Schuljahres zunehmend mehr aus dem Lehrmittelraum und tauchten nie mehr auf. Mein anderer Parallelkollege fand dann am Ende des Schuljahres alles im Klassenzimmer des besagten Kollegen. Dieser war bei den Schülern sehr beliebt, da er gerne Abenteuergeschichten erzählte von seinen Weltreisen oder zur Gitarre griff und mit der Klasse Fahrtenlieder sang, wenn er wieder mal nicht vorbereitet war. Einer meiner Schüler, der eine körperlich-motorische Behinderung hatte, wurde von diesem Lehrer im Sportunterricht öfters beschimpft, er sei eine Flasche.
    Der Lehrer meines Kindes mit ähnlicher Einstellung ließ sich immer die gleiche Klassenstufe geben, die seine(engagiertere)Frau auch hatte. Sie machte die Planungen, er übernahm diese. Öfters arbeitete die Klasse mit Wochenarbeitsplan. Wenn dann ein Kind mit Kunstthemen anfing, langsam arbeitete und mit Sachkunde und Deutsch in ebenfalls zu langsamem Tempo weitermachte, griff der Lehrer nicht lenkend ein, auch wenn Mathematik letztendlich auf der Strecke blieb und er wusste, dass das Kind hier eine Lernschwäche hatte. Alles musste nachmittags nachgeholt werden! Es waren nur 16 Schüler, und so ein Wochenplan wäre die ideale Möglichkeit gewesen, schwächere Schüler auf die Seite zu nehmen und sie in den ersten Stunden, in denen sie sich am besten konzentrieren können, zu fördern. Das geschah nicht. Grundschullehrer müssen viel Zeit in die Aufgabe stecken, alle Schüler mitzunehmen, und können dabei nicht auf so viele Synergieeffekte zurückgreifen wie Lehrer höherer Schularten.

    • Wenn @xxx vom Lehrkräftezimmer zur Klasse geht und anschließend zurück, hat er auch nicht gearbeitet (Arbeit = Kraft * Weg).

  6. Wir landen einfach immer beim gleichen Streit. Die GS-Lehrer wünschen sich mehr Wertschätzung und die anderen finden, dass wir es nicht VERDIENEN. Im Gegenteil: Dass wir uns doch das Leben viel leichter machen könnten, wenn wir nur schlau genug wären. So wie andere.

    • Das ist mir auch schon aufgefallen, Mississippi, allerdings auch, dass manche wie Sie zwar von Wertschätzung reden, aber Geld meinen.

      • @juri winterberg ihre vermeintliche geringschätzung von geld als ein gegenwert wird sich sehr wahrscheinlich ändern. ich wünsche ihnen, dass sie zukünftig darauf verzichten können, einer kollegin eine meinung zu unterstellen, die letztlich mehr über sie als über diese kollegin aussagt.

        • Warum schätzt Jury Winterberg Geld gering, nur weil er nicht ausverschämt ist und “nicht nicht genug” bekommen kann???

    • Wieso nur die GS-Lehrkräfte? In vielen Bundesländern erhalten Lehrkräfte der SEK I doch im Eingangsamt auch nur A12.
      Der überwiegende Teil der Lehrkräfte wird im gehobenen Dienst in der Primarstufe und der SEK I an Regelschulen beschäftigt. Im Bereich der Grundschulen sind es 100%, die dem gehobenen Dienst angehören. Bei den weiterführenden, allgemeinbildenden Schulen dürfte der Prozentsatz der Lehrkräfte im gehobenen Dienst zwischen 60% und 70% liegen.

    • Das sage ich ja seit vielen Jahren, dass Mississippi und einige andere immer nur mehr Geld, Geld, Geld wollen – für sich natürlich. Es geht ihnen nicht um Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Lehrer und Schüler an unseren Schulen mit dem Ziel, auch bessere Lernergebnisse zu erreichen. Sie wollen einfach nur mehr Geld für sich. Sie jammern und klagen, dass die Arbeitsbedingungen schlecht seien und “niemand sie lieb hat” und sie deshalb besser entlohnt werden sollten. Aber wo ist da der Sinn? Bessere Entlohnung verbessert die schlechten Arbeitsbedingungen nicht und Anerkennung wollen sie bekommen, wenn sie mehr Gehalt erhalten? Mein Haus, mein Auto, meine Yacht …? Bessere Arbeits- und Lernbedingungen ist diesen Leuten aber egal. Das ist für sie nur ein Vorwand. Sie schwafeln von Wertschätzung und wollen doch nur mehr Geld für sich.

      Nun habe ich für jeden, der schlecht verdient, allergrößtes Verständnis, wenn er/sie besser verdienen möchte. Ich denke an Krankenschwestern, Altenpfleger, Schulsozialarbeiter, Polizisten … und so viele andere mehr, aber ich denke dabei nicht an uns Lehrer! Jedenfalls momentan. Was verdient denn die Mississippi, womit sie sich nicht wertgeschätzt fühlt? Ich hätte da gerne mal Butter bei die Fische! Wovon reden wir hier eigentlich, wenn wir über schlechte Entlohnung von Grundschullehrern reden?

      Laut Tabelle bekommt sie in BaWü mit A 12 bereits das, was Lehrer in MeVo und Rheinland-Pfalz (!!!) mit A 13 erhalten (Einstiegsgehalt 3600,-). Dann ist sie doch aber, wenn ich mich so an ihre Kommentare erinnere, 20-30 Jahre im Dienst, eher 30, wenn nicht mehr, hat also womöglich schon die höchste oder vorletzte Erfahrungsstufe erreicht. Da ist sie doch wohl locker bei um die 4500,- Euro brutto. Lassen wir es einige wenige hundert Euro weniger oder sogar mehr sein. Aber damit fühlt man sich nicht wertgeschätzt? Mit rund 3000,- Euro NETTO als Beamter, Pension, 100% unbefristete Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle, Familienzuschlag, Unkündbarkeit … ??? Das sind einfach Leute, die nie genug bekommen, egal, wie viel sie bekommen. A 13 wird für sie nur ein Etappensieg sein. Danach werden sie wieder neu jammern und wehklagen über zu geringe Wertschätzung und neue Forderungen stellen. Welche? Mehr Geld natürlich. Aber sagen werden sie, dass sie keiner lieb hat und die Arbeitsbedingungen so schlecht seien und deshalb etwas dagegen getan werden muss. Mehr Geld nämlich.

      • Ich empfehle noch einmal:

        “Ich habe jahrelang gedacht, wenn ich nur genug Geld verdiene um mir alle Wünsche erfüllen zu können, werde ich überaus glücklich werden. Doch am Gipfel meiner Karriere, als ich mir alle meine gesteckten Ziele in dem Unternehmen erreicht hatte und das Gehalt verdient habe, was ich mir als Ziel gesetzt hatte, war ich verwundert, als ich merkte, dass mich das leider nicht glücklicher macht. Was mich aber auch zu dem Zeitpunkt am meisten motivierte und zu besonderen Leistungen antrieb war und bleibt WERTSCHÄTZUNG!
        In meiner fast 20jährigen Konzernerfahrung habe ich täglich erlebt, dass egal auf welcher Hierarchiestufe sich jemand befand, sein größter Wunsch tatsächlich Wertschätzung war.
        Wertschätzung für erbrachte Leistung. Wertschätzung dafür, dass man an seine Grenzen geht für ein Unternehmen. Wertschätzung, dass man seine Freizeit, Familie vernachlässigt um dem Unternehmen zu „dienen“. Wertschätzung für gute Arbeit.
        Was ist mit Wertschätzung gemeint? Ich bin der festen Überzeugung, dass Menschen letztendlich gesehen werden wollen. Sie wollen das Gefühl haben, etwas Gutes zu leisten und dafür auch Anerkennung zu erhalten. Dass sie sich weiterentwickeln können. Dass sie geschätzt werden. Dass sie nicht als austauschbares Humankapital gesehen werden. Das sie sich bedeutend fühlen können. Dass sie einen Sinn in Ihrer Arbeit erkennen.”

        https://www.somayehhakimi.de/motivator-geld-oder-wertschaetzung/

        • Dann üben Sie sich in Verzicht. Ich für meinen Teil fordere eine meiner akademischen und staatlichen Bildungs- bzw. Berufsabschlüssen entsprechende Eingruppierung und Vergütung. Andere bzw. Bessere Arbeitsbedingungen sind ein anderesPaar Schuhe. Die Arbeitsbedingungen sind ein gesellschaftliches Problem, dafür ist die Bildungspolitik – also die Parlamente/Legislative zuständig. Die Arbeitsvergütung einschließlich der Eingruppierung ist Sache der Exekutive – also des Arbet-/Dienstgebers. Mir als Lehrkraft sind die schulischen Bedingungen für die Lernenden in Hinblick auf meine Vergütung zweitrangig.

      • @Mückenfuß: Immerhin verdiene ich genug, um sie damit regelmäßig auf die Palme zu treiben….

        Ich weiß gar nicht, ob eine Einstufung auf A13 uns alte Hasen noch betreffen würde oder ob es nur um die LuL, die ab jetzt ihren Abschluss machen, geht. Kennt sich da jemand aus?

        • Wenn die Eingruppierung aller jungen Lehrkräfte, die ein 10-semestriges Regelstudium absolviert haben, zu A13 erfolgt, dann sind die “alten Hasen” zunächst nicht davon betroffen.
          In einem zweiten Schritt kann der Dienstherr an Weiterbildungen gebunden allerdings Höhergruppierungen für alle “Altfälle” beschließen. Weiterhin besteht die Möglichkeit die Altfälle aufgrund besonderer Eignung bzw. wegen langjähriger Dienstzeit und der nachgewiesenen Befähigung höhergruppieren. Dazu bedarf es nur des entsprechenden politischen Willens. Im ungünstigsten Fall müsste eine Klage auf Gleichbehanlung eingereicht werden und durch die Instanzen gebracht werden, um eine Höhergrierung zu erreichen. Letzteres geht aber nur, wenn die Lehrereingruppierungsordnung endlich einmal im Rahmen der Tarifverhandlungen der TdL verbindlich geklärt werden würde.

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