Unter der Lupe: Hamburg testet neue Qualitätsprüfung für Kitas

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HAMBURG. Um Hamburger Kindertageseinrichtungen künftig mit Blick auf ihre pädagogische Qualität sinnvoll kontrollieren zu können, will Hamburg ein neues Prüfverfahren testen. Von dieser Woche an sollen deshalb erstmals 20 Kitas in der Hansestadt damit unter die Lupe genommen werden, wie die Sozialbehörde am Dienstag in Hamburg mitteilte. Die Testphase soll helfen, die regelmäßigen Prüfungen alltagstauglich zu machen.

Unterricht unter der Lupe - notwendig oder sinnlos? Foto: Yohann Legrand / flickr (CC BY-SA 2.0)
Die Kita-Qualität rückt in den Fokus. Foto: Yohann Legrand / flickr (CC BY-SA 2.0)

Von 2020 an werden alle Kitas im Fünf-Jahres-Rhythmus auf ihre pädagogische Qualität hin geprüft. Pro Jahr sollen etwa 200 zufällig ausgewählte Einrichtungen auf die festgelegten Standards kontrolliert werden. Dazu gehört auch ein gewisser Betreuungsschlüssel. Das hatte der Senat beschlossen, um die pädagogische Arbeit in den Kitas zu verbessern oder zu erhalten. Etwa zehn Mitarbeiter gehen für die Prüfungen in die Kitas, wie ein Behördensprecher sagte.

In Hamburg gibt es nach Angaben der Sozialbehörde mehr als 1100 Kitas. Betreut werden insgesamt mehr als 90 000 Kinder von rund 16.000 pädagogischen Kräften. Dafür gibt die Hansestadt rund eine Milliarde Euro aus.

In Hamburg hat jedes Kind ab dem vollendeten ersten Lebensjahr bis zur Einschulung einen Rechtsanspruch auf eine fünfstündige Betreuung mit Mittagessen. In der Kita ist dieser Zeitraum beitragsfrei, darüber hinausgehende Betreuung müssen die Eltern bezahlen. Die Höhe ist unter anderem vom Einkommen abhängig.

Die Bertelsmann-Stiftung hatte in ihrem Ländermonitoring festgestellt, dass Hamburg im westdeutschen Vergleich bei der personellen Ausstattung hinterher hängt. Berechnungen der Stiftung zufolge bräuchte die Hansestadt 3100 zusätzliche Fachkräfte. Mit dem Geld aus dem «Gute-Kita-Gesetz» des Bundes, das sind zusätzlich 121 Millionen Euro bis 2022, will Hamburg mehr pädagogisches Personal einstellen. dpa

Die Betreuungsqualität leidet unter der Personalnot in den Kitas: DKLK-Studie 2019 auf dem Deutschen Kitaleitungskongress

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