Laschet wirbt erneut für innerdeutschen Ost-West-Schüleraustausch

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DÜSSELDORF. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat sein Plädoyer für Klassenfahrten in den Osten wiederholt. Die Ost-West-Kooperation von Schulen sei weitgehend eingeschlafen, beklagte er. Unterstützung erhält Laschet von der Bundesregierung. Auch Schulministerin Gebauer wirbt für verstärkten innerdeutschen Schüleraustausch.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) setzt sich dafür ein, den Schüleraustausch zwischen NRW und Schulen in Ostdeutschland auszubauen. „Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall wissen wir zu wenig voneinander“, sagte der CDU-Politiker dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstag). Bei den Schulen schaue man zu Recht auf den internationalen Austausch, etwa mit Frankreich oder den USA. „Wir brauchen aber auch den innerdeutschen Austausch – von Nordrhein-Westfalen nach Sachsen und Brandenburg“, betonte Laschet.

Der Weg von West nach Ost scheint weit. Viele junge Rheinländer und Westfalen haben Ostdeutschland noch nie live gesehen. (Kontrollbrücke der Gedenkstätte Marienborn). Foto: Axel Hindemith / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Viele Rheinländer oder Westfalen seien noch nie in Ostdeutschland gewesen. Das gelte gerade auch für junge Leute. Klassenfahrten führten nach Paris, Barcelona oder Berlin. „Warum nicht auch nach Erfurt oder Greifswald?“, fragt Laschet. Man müsse die Schüler mehr „rübermachen“ lassen. Im Idealfall entstünden neue Freundschaften. „Das brauchen wir, um heute zusammenzubringen, was seit 30 Jahren zusammengehört.“ Nach dem Mauerfall, der sich am Wochenende zum 30. Mal jährt, waren viele Ost-West-Austauschprogramme auf den Weg gebracht worden. Etliche Kooperationen schliefen aber wieder ein.

Auch NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) wirbt für einen verstärkten Jugendaustausch: „Gerade weil junge Menschen heute wie selbstverständlich in einem geeinten Deutschland aufwachsen und Erinnerungen verblassen, werden Schulfahrten und Begegnungen zur deutsch-deutschen Teilung und Wiedervereinigung immer bedeutender“, erklärte sie. Die Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte und SED-Diktatur seien „ein unverzichtbarer Bestandteil unserer historisch-politischen Bildung“.

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte (CDU), unterstützte den Vorstoß aus NRW ausdrücklich. „Wir erleben gerade, dass tatsächliche und scheinbare Gegensätze wieder stärker betont und in den Blick genommen werden. Wechselseitig nimmt Unkenntnis und Fremdheit eher wieder zu“, sagte Hirte der Zeitung.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) befürworte „generell Schüleraustausch zum besseren Verständnis unterschiedlicher Lebensbedingungen und unterschiedlicher Auffassungen, international und zwischen Ost und West“, wie sein Sprecher mitteilte. Auch Treffen an markanten Punkten der Geschichte wie dem ehemaligen Grenzkontrollpunkt Marienborn seien wünschenswert. Einen Zwang dazu lehnte er aber ab. (ots)

Laschet: Schulfahrten nicht nur nach Paris, auch nach Görlitz

 

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