Studie: Lehrer wünschen sich mehr Studieninhalte zum Thema Missbrauch

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LEIPZIG. Seit der Aufdeckung von Missbrauchsskandalen in Schulen und kirchlichen Einrichtungen steht das Thema der sexualisierten Gewalt auf der Tagesordnung. Werden Lehrer dazu ausreichend ausgebildet? Die Antwort ist eindeutig.

ScDie Polizei setzt darauf, dass Grundschullehrer betroffene Kinder erkennen (Symbolfoto). Foto: Jacek NL / Flickr (CC BY – NC 2.0)hulen sollen sich verstärkt um das Thema Missbrauch kümmern. Foto: Jacek NL / Flickr (CC BY – NC 2.0)
Sexueller Missbrauch ist weiter verbreitet, als viele Menschen meinen. (Symbolfoto). Foto: Jacek NL / Flickr (CC BY – NC 2.0)

Im Lehramtsstudium kommt sexuelle Bildung nach Einschätzung vieler Lehrer und Studierender zu kurz. In einer Studie der Hochschulen Merseburg und Leipzig gaben nur acht Prozent der Befragten an, dass sie in ihrem Studium mit Inhalten zur Prävention sexualisierter Gewalt in Berührung kamen. «Das ist tatsächlich sehr überschaubar und da muss einiges passieren», sagte Studienleiter Heinz-Jürgen Voß am Montag in Leipzig bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Die Studie wurde als Reaktion auf die Aufdeckung von Missbrauchsskandalen an Schulen und kirchlichen Einrichtungen aufgelegt. Sie wurde vom Bundesbildungsministerium im Rahmen des Projektes «Sexuelle Bildung für das Lehramt» gefördert. Befragt wurden 2771 Lehrkräfte und Studierende, vor allem in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die Zahlen deckten sich mit Ergebnissen aus anderen Bundesländern, sagte Voß.

Lehrer sollten mehr über sexualisierte Gewalt erfahren – meinen Lehrer

Die ganz überwiegende Mehrheit der Befragten ist der Ansicht, dass Lehrkräfte sich intensiv mit den Themen der sexualisierten Gewalt auseinandersetzen sollten. 94 Prozent stimmten dieser Aussage zu. Dass dies im Studium thematisiert werden sollte, fanden 97 Prozent der Befragten. «Die Lehrkräfte sind unbedingt daran interessiert, diese Kompetenzen zu haben», sagte Voß.

Die Studie habe jedoch deutlich gezeigt, dass die Lehrer die Kompetenz oft noch nicht hätten, sagte Projektbeirat Jürgen Wolfgang Stein. Diese Lücke in der Aus- und Weiterbildung müsse geschlossen werden. «Ich sage: Kompetente Lehrer, sichere Kinder.»

Die Forscher planen, Module zur sexuellen Bildung und zur Prävention zu entwickeln. In einem Pilotprojekt sollen diese 2020 in die Lehrerausbildung an der Universität Leipzig übernommen werden. Weitere Hochschulen sollten nach Möglichkeit folgen, sagte Voß. dpa

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