Nach sieben „Einzelfällen“: Kita wegen Krätze vorübergehend geschlossen

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WEIMAR. Wegen winziger Tierchen muss in Weimar eine Kita mehrere Tage ihre Türen schließen. Denn die Milben haben zu Krätze geführt. Die Erkrankung ist ungefährlich, aber unangenehm. Und der Kampf gegen die Spinntierchen ist aufwendig.

Klein und gemein: Die Sarcoptesmilbe. Foto: Kalumet / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Klein und gemein: Die Sarcoptesmilbe. Foto: Kalumet / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Wegen Krätze hat ein Kindergarten in Weimar für mehrere Tage zugemacht. Das sei notwendig, um Hygienemaßnahmen gegen die Hautkrankheit durchführen zu können, sagte Rudolf Dewes, Geschäftsführer der Hufeland-Träger-Gesellschaft, am Dienstag. Die Erkrankung ist in der Regel ungefährlich.

Anfang des Jahres hatten sich sieben Einzelfälle bestätigt, sagte Dewes. Nach Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt habe man sich dann dazu entschlossen, die Einrichtung für mehrere Tage bis einschließlich Mittwoch zu schließen.

Bei Krätze besteht Informationspflicht für Eltern

Seit dem Wochenende würden in der Einrichtung, die 125 Kinder besuchen, verschiedene Maßnahmen gegen die Milben durchgeführt, die zur Krankheit mit juckenden Hautrötungen führen. Dafür werden laut Dewes etwa Textilien gewaschen, weg- oder in Gefriertruhen gepackt, um die Milben zu töten. Eltern betroffener Kinder sind angehalten, zu Hause ähnlich vorzugehen.

Die auch Scabies genannte Krätze unterliegt nach Angaben des Thüringer Gesundheitsministeriums in der Regel keiner Meldepflicht. Allerdings bestehe eine Informationspflicht für Eltern und andere Sorgeberechtigte gegenüber einer Kita oder Gemeinschaftseinrichtung, wenn betroffene Kinder diese besuchen.

Die Einrichtungsleitung informiert dann das Gesundheitsamt. Dieses wiederum muss nur dann das Landesamt für Verbraucherschutz unterrichten, wenn die Erkrankung gehäuft auftritt. Eine Häufung liege ab fünf Fällen innerhalb von 48 Stunden vor.

Im vergangenen Jahr wurden laut Ministerium 96 Häufungen aus 18 Thüringer Gesundheitsämtern gemeldet, am häufigsten in Familien (61). 16 Mal kamen Meldungen darüber aus Kitas und Schulen, drei Mal aus Alten- und Pflegeheimen und 16 aus sonstigen Einrichtungen.

Krätze sei nicht auf mangelnde Körperhygiene zurückzuführen, hieß es aus dem Ministerium. Sie werde durch engen Hautkontakt mit Erkrankten übertragen. Schwierig sei, dass der Zeitraum zwischen Ansteckung und der Ausprägung von Symptomen bis zu mehreren Wochen dauere. dpa

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