Kommunen können Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz erfüllen, doch Fachkräfte fehlen

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MAGDEBURG. Ab dem ersten Geburtstag haben Kinder ein Recht auf Betreuung. Sachsen-Anhalt hat genug Plätze, um jedes Kind unterzubringen. Anders sieht es beim Betreuungspersonal aus.

Die Landkreise in Sachsen-Anhalt haben in der Regel keine Probleme, den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz zu erfüllen. Das ergab eine Umfrage unter den 14 Landkreisen und kreisfreien Städten in Sachsen-Anhalt. Klagen von Eltern gibt es demnach in keinem der 13 Landkreise, die an der Umfrage teilgenommen haben.

Genügend Plätze sind offenbar vorhanden, doch nicht überall gibt es genug ausgebildetes Personal. Foto: EnergieAgentur.NRW / flickr (CC BY 2.0)

Punktuelle Probleme bei der Versorgung gaben Magdeburg und Stendal an. Allerdings konnten dort alle Kinder untergebracht werden, nur nicht immer am Wunschort zur Wunschzeit. So warten in der Landeshauptstadt derzeit rund 300 Kinder auf einen Platz, wie das Rathaus mitteilte.

Gut 150 000 Kinder besuchten laut Statistikamt im vergangenen Jahr eine Kita in Sachsen-Anhalt, Platz wäre für knapp 170 000 Kinder. Seit Sommer 2013 haben Kinder in Deutschland ab dem ersten Geburtstag einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kita oder in der Kindertagespflege, also etwa einer Tagesmutter.

Große Sorgen bereitet den Kommunen hingegen der Fachkräftemangel: Alle 13 Landkreise, die an der Umfrage teilnahmen, gaben Probleme bei der Besetzung der Betreuungsposten an. Vielerorts wird sogar mit einer weiteren Verschlechterung der Lage gerechnet: Aus dem Burgenlandkreis etwa hieß es, dass in den kommenden Jahren rund 200 Betreuer in Rente gehen werden. Im gleichen Zeitraum rechnet der Landkreis mit 50 bis 100 Ausfällen durch Krankheit und Elternzeit.

Die Hoffnung vieler Landräte liegt auf der Fachkräfte-Offensive, die Sachsen-Anhalt im Rahmen des Gute-Kita-Gesetzes im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Bund auf den Weg brachte. Im Rahmen dessen schaffte das Land das Schulgeld für Betreuer ab, legte eine Förderung für die Ausbildung von 200 Fachschülern zum Erzieher auf und will ab diesem Jahr außerdem die Ausbildung von Quereinsteigern mitfinanzieren. Rund 140 Millionen Euro investiert der Bund bis übernächstes Jahr im Rahmen des Gesetzes in die Kinderbetreuung in Sachsen-Anhalt.

Der Erfolg der Offensive ist noch nicht absehbar. Trotz der angespannten Personalsituation sehen sich die Landräte mit ihren Kitas aber weitestgehend gut aufgestellt. Im Burgenlandkreis, sagt Landrat Götz, stimme die Quantität der Kitas. «Wir können uns daher auf die Qualität konzentrieren». Statt einer möglichst günstigen Betreuung in der Kita fordert der CDU-Politiker den Personalschlüssel in Sachsen-Anhalt, also weniger Kinder pro Fachkraft. «Mein Ziel ist nicht die völlig kostenfreie Kita, sondern eine, die gut auf das Leben vorbereitet.» (dpa)

Immer mehr Berliner Eltern klagen auf Kita-Plätze – Lage angespannt

 

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