Corona-Ausbruch in Berlin-Neukölln – bereits 36 Schüler verschiedener Schulen infiziert

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BERLIN. Ein massiver Corona-Ausbruch in Berlin-Neuköllner Wohnblöcken wurde bekannt, weil immer mehr Infektionen bei Schülern nachgewiesen wurden, die zwar auf verschiedene Schulen gehen – aber diesselbe Wohnadresse haben. Immer mehr Fälle werden bekannt. Das Tempo des Ausbruchs bereitet dem Bezirksbürgermeister erklärtermaßen Sorgen. Bereits gestern wurde ein Gymnasium in Spandau geschlossen.

In Deutschland verzichten immer mehr Bundesländer auf die Abstandsregel in Schulen, um wieder einen Normalbetrieb zu ermöglichen – Berlin hat das . Illustration: Shutterstock

Die Zahl der Corona-Infektionen ist in den unter Quarantäne gestellten Wohnblöcken in Berlin-Neukölln weiter gestiegen. Dem Ausbruch werden nun 85 Fälle zugerechnet, wie der Bezirk am Donnerstagnachmittag mitteilte. Das sind 15 Fälle mehr als am Vortag bekannt waren; am Dienstag waren es noch 57. Bezirksbürgermeister Martin Hikel zeigte sich in einem «Spiegel»-Interview beunruhigt: Die Zahl der Neuinfektionen in relativ kurzer Zeit besorge ihn sehr, sagte der SPD-Politiker. «Und noch wissen wir nicht, wo das Ende der Fahnenstange ist.»

Der Bezirk rechnet mit weiter steigenden Zahlen, da Tests bei Bewohnern der betroffenen Häuser laufen. Bisher seien in dem Zusammenhang 440 Tests erfolgt. Insgesamt hat Neukölln 370 Haushalte an sieben Standorten unter Quarantäne gestellt, um eine Ausbreitung von Sars-CoV-2 zu verhindern. Pro Haushalt leben ein bis zehn Bewohner – die genaue Zahl der Betroffenen ist nach Bezirksangaben unbekannt. Unter den Infizierten sind demnach 36 Kinder und Jugendliche.

Aufgefallen war der Ausbruch nach Infektionen bei Schülern

Hikel zufolge trifft der Ausbruch die «Schwächsten der Gesellschaft». Dem «Spiegel» sagte er, für die Betroffenen, die ohnehin täglich darum kämpften, über die Runden zu kommen, sei die Situation eine «Katastrophe». Trotz der neuen Lage seien im Bezirk rasch Strukturen zur Unterstützung der Menschen entstanden. So verteilte etwa das Technische Hilfswerk bisher 75 Kisten mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln für die Versorgung erster Haushalte.

Aufgefallen war der Ausbruch am 5. Juni nach Infektionen bei Schulkindern, die zwar verschiedene Schulen besuchten, aber die gleichen Adressen hatten. «So sind wir über Querverbindungen zu den Standorten gekommen, die jetzt im Fokus stehen», sagte Hikel.

Bestätigte Infektionen gab es gestern laut „Berliner Zeitung“ an drei Grundschulen im Bezirk, hier seien insgesamt sechs Schüler und eine Lehrkraft positiv getestet worden. An einer Schule stehen deshalb bis 26. Juni drei Lehrkräfte und eine neunköpfige Lerngruppe unter Quarantäne, an der zweiten eine ganze Klasse bis 23. Juni, an der dritten müssen acht Kinder und vier Lehrkräfte bis 24. Juni zu Hause bleiben. Auch eine Oberschule sei betroffen: Hier ist ein Schüler infiziert und eine Lerngruppe steht unter Quarantäne. Eine Kitagruppe sei ebenfalls geschlossen.

Manche Infizierte hätten auch andere Leute außerhalb ihrer Wohnungen getroffen, so Hikel – «das macht die Sache besonders brisant». Es wird vermutet, dass der Ausbruch in Zusammenhang mit einer christlichen Gemeinde steht, deren Pfarrer an Covid-19 erkrankte. Unter den Gemeindemitgliedern seien zahlreiche Infizierte, sie hätten auch an einem Gottesdienst teilgenommen, erklärte der Bezirk. Mit dem Fall zeige sich, «dass die Pandemie äußerst ernst zu nehmen ist», das Virus sei immer noch hochansteckend, sagte Hikel.

Drei Schülerinnen infiziert – 17 Lehrer in Quarantäne

Zum ersten Mal seit der Wiedereröffnung wurde gestern eine Berliner Schule wegen des Coronavirus für mehrere Tage geschlossen. Betroffen ist laut „Berliner Zeitung“ ein Gymnasium in Spandau. Wie die Schule am Dienstagabend auf ihrer Homepage bekannt gab, bleiben alle Schülerinnen und Schüler sowie das meiste Schulpersonal bis einschließlich kommenden Freitag zu Hause. Ein Sprecher der Bildungsverwaltung erklärte laut Bericht, dass an der Schule drei Schülerinnen und Schüler positiv auf das Coronavirus getestet worden seien. Dem Vernehmen nach handelt es sich um Geschwister, alle sollen symptomfrei gewesen sein. Neben 90 Schülerinnen und Schülern befinden sich auch 17 Lehrkräfte in Quarantäne befinden. dpa

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