Strafarbeit nach Pausen-Gespräch auf Türkisch: Eltern wehren sich gegen Rassismus

53

FREIBURG. Eine Drittklässlerin soll in einer Schulpause mit einen Freundin Türkisch gesprochen und dafür eine Strafarbeit aufgebrummt bekommen haben. Der Vorfall aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis beschäftigt jetzt die Schulaufsicht, wie die Sprecherin des Regierungspräsidiums Freiburg, Heike Spannagel, bestätigte. Die Eltern des Mädchens haben einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Die Lehrerin hatte nach Angaben des Anwalts für die halbseitige Strafarbeit vorgegeben: „Warum wir in der Schule Deutsch sprechen!“

Der Weihnachtsstreit am Istanbul Lisesi schlägt in Deutschland hohe Wellen. Foto: Jeremy Vandel / Flickr (CC BY 2.0)
Es ist in Baden-Württemberg nicht verboten, in der Pause Türkisch oder eine andere nicht-deutsche Sprache zu sprechen. Foto: Jeremy Vandel / Flickr (CC BY 2.0)

Die Föderation der Vereine Türkischer Elternbeiräte in Baden e.V. zeigte sich betroffen: „Es kann nicht sein, dass Schülerinnen eine Bestrafung bekommen, weil sie sich außerhalb des Unterrichts im Pausenhof untereinander in der türkischen Muttersprache unterhalten“, teilte der Vorsitzende Kemal Ülker mit. Die Kinder seien durch „dieses grundgesetzwidrige Verhalten der Lehrkraft, der Bestrafung für etwas nicht Verbotenes, verängstigt und verunsichert“ worden.

Eine abschließende Stellungnahme der Schule liegt noch nicht vor

Spannagel bestätigte, dass der Anwalt der betroffenen Familie Widerspruch gegen die Strafarbeit eingelegt habe. „Selbstverständlich nehmen wir derartige Vorwürfe einer Diskriminierung von Personen oder Gruppen sehr ernst.“ Das Staatliche Schulamt Donaueschingen sei gebeten worden, eine Stellungnahme der Schule einzuholen. „Eine abschließende Stellungnahme liegt uns noch nicht vor. Deshalb können wir auch derzeit keine Bewertung des Vorgehens der Schule beziehungsweise der Lehrkraft abgeben.“

Es gebe kein generelles Verbot, sich in der Schule oder gar in der Pause in einer nicht-deutschen Sprache zu unterhalten, betonte Spannagel. Allerdings gebe es auch Situationen, in denen es aus pädagogischen Gründen angezeigt sei, die Schülerinnen und Schüler dazu anzuhalten, auf Deutsch miteinander zu kommunizieren. „Dazu kann beispielsweise gehören, dass man sich bei Konflikten in einer für alle Beteiligten verständlichen Sprache ausdrückt.“ dpa

Rassismus ist ein Alltagsphänomen – auch in der Schule. Dort betrifft er Lehrer und Schüler mit Migrationshintergrund gleichermaßen

Anzeige


53 KOMMENTARE

  1. Ist es nicht Ausgrenzung der deutschen Kinder, wenn auf dem Pausenhof türkisch gesprochen wir (und dabei durchaus auch gelästert wird). Ich halte es für wichtig, dass die Kinder, die oft in ihrem heimischen Umfeld nur türkisch sprechen, angehalten werden sollten, ihre Sprechfähigkeit in der deutschen Sprache zu verbessern. Ich hätte gerne gewusst, was in türkischen Schulen passiert wenn zwei deutsche Kinder auf deutsch sprechen. Das als Rassismus zu bezeichnen finde ich unangemessen. Aber heute ist ja alles Rassismus. Ich hatte ein Jahr immer wieder Elterngespräche, da ein Kind mit türkischen Wurzeln (bestimmt auch schon Rassismus) nie die HA hatte und sich im Unterricht nicht beteiligte. Am Ende stand in der Grundschulempfehlung nicht die von den Eltern gewünschte Schulart. Ich wurde wegen Rassismus beschimpft (achso, ich vergaß zu erwähnen, ich bin mit einem Menschen aus einem nicht-deutschen Kulturkreis verheiratet). Dass die Noten des Kindes mit dessen Arbeitshaltung und der Verweigerung der Eltern mit der Schule zu kooperieren zusammenhing und nicht mit dessen Herkunft …irgendwie klar.
    Aber dass wird wohl in den nächsten Jahren so laufen, dass unzufriedene Eltern mit multikultureller Herkunft nur laut „Rassismus“ rufen müssen und schon bekommt das Kind die gewünschten Noten und die gewünschte Schulart. Ist dass dann nicht auch eine Art von….
    Ich will aber nicht bestreiten, dass es sicher Rassismus in allen Bereichen gibt und daran gesamtgesellschaftlich gearbeitet werden muss.

    • Eine Strafarbeit finde ich zwar hierfür nicht angemessen (besser: ein Gespräch) und für mich ist das auch kein Rassismus oder Diskriminierung, denn den Punkt, den Sie ansprechen, sehe ich auch so: Ich habe mich früher als Schulkind ausgegrenzt gefühlt, wenn auf dem Schulhof mehrere Kinder türkisch miteinander oder sogar im Unterricht gesprochen haben und nicht verstanden habe, was sie gesagt haben.

    • Lästereien finde ich, egal in welcher Sprache sie stattfinden, klärungsbedürftig.

      Ich denke nicht, dass Kinder lieber die deutsche Sprache lernen, wenn Lehrer*innen ihnen mit Strafarbeiten drohen bzw. diese auch umsetzen.

      Ich finde generell ein Gespräch mit dem Kind (eventuell den Eltern) sinnvoller als Strafarbeiten.

    • Ich hatte einen ähnlichen Fall. Damals war aber der Begriff „Rassismus“ noch nicht so „ in“, daher meinten bei mir die Eltern, ich wäre fremdenfeindlich…

  2. Was ist dass denn bitte schön für eine Strafarbeit?

    „Warum wir in der Schule Deutsch sprechen!“

    Demnach gibt es an dieser Schule wohl keinen Fremdsprachenunterricht und falls doch, hoffe ich, dass alle Kinder geschlossen hinter diesem betroffenen Kind stehen und sich weigern, eine andere Sprache zu sprechen. Erst recht im Unterricht.

    • Der Punkt „Strafarbeit“ ist nicht rechtskonform und eine populistische Wiedergabe des Sachverhaltes. Wenn es im Rahmen der bestehenden Schulgesetze eine Maßnahme gegeben hat, dann ist zwischen der erzieherischen und disziplinarischen Maßnahme zu unterscheiden.
      Wenn als Folge eines solchen „Elterngespräches“ eine erzieherische Maßnahme für den Schüler ausgesprochen wird, dann ist das keine Strafarbeit. Im vorliegenden Fall geht es vermutlich darum, einen Perspektivwechsel vorzunehmen. Wäre es eine Strafe – also eine Disziplinarmaßnahme – würde sie nicht dem zur Verfügung stehenden Maßnahmenkatalog lt. Schulgesetz (Ordnungs- und Erziehungsmaßnahmen) entsprechen.

      Hier wird versucht, die Autorität der Schule mit Hilfe eines Rassismusvorwurfes zu untergraben.

      Wenn Schüler und Schülerinnen, die nicht mit Deutsch als „Muttersprache“ aufgewachsn sind, die Verkehrssprache nutzen, die zuhause gesprochen wird, hat das im Regelfall des Schulbetriebes Gründe. Die bestehen häufig darin Inhalte auszutauschen, die, wenn sie in Deutsch geäußert würden, unterbunden würden und Konsequenzen hätten.
      Teilweise ist es hilfreich sich von Muttersprachlern im Kollegium die typischen „Schimpfwörter“ mit denen andere beleidigt werden sollen, mitteilen zu lassen. Schüler sind dann ganz überrascht, wenn sie dabei ertappt werden, wenn von der Aufsicht einzelne Wörter verstanden werden.

      • Du hast das so gesagt, wie ich es geschrieben hätte, wenn mein Browser nicht abgestürzt wäre. Ich will nur einen Punkt ergänzen:

        Mehrsprachigkeit ist grundsätzlich ein Schatz, der der Förderung Bedarf. Ich finde es gut, wenn Kinder mit türkischsprachigen Würzeln zum Beispiel ihr hochtürkisch verbessern. Und es ist auch dann von Vorteil eine andere Sprache im Unterricht zu sprechen, wenn in einer Arbeitsphase zum Beispiel ein Kind die Erklärungen auf Deutsch nicht versteht und ih. deshalb ein Kind in der anderen Sprache das nochmal erklärt und so hilft. Häufig scheitert es ja „nur“ an wenigen (Fach-)Wörtern. Natürlich darf das nicht für die ganze Schulkarriere so bleiben, aber temporär hat das Vorteile. Nach der Erklärung könnte der Schüler ja nochmal auf Deutsch wiedergeben, wie er es jetzt verstanden hat. Dann hat die Lehrkraft auch gleich die Kontrolle, ob es richtig verstanden wurde oder da noch nachgesteuert werden muss.

        • Bei Hochtürkisch bin ich voll bei Ihnen.

          Sie können mir aber nicht plausibel erklären, weshalb in Deutschland aufgewachsene aber migrantische Schüler mit eher schlechtem Deutsch und mieser Arbeitshaltung ihre Herkunftssprache ausgezeichnet sprechen. Bei den deutschen Schülern ist das ja ähnlich. Bildungsnähe bzw. -ferne zeigen sich auch in der Wortwahl und Grammatik.

          • Das eine (Arbeitshaltung) hat nicht unbedingt mit den anderen (Sprache) zu tun. Natürlich werden sich Schüler nicht in astreiner Erstspracve verständigen. Aber zumindest so, dass nochmal eine andere Verstehensebene geöffnet wird.

  3. Kinder mit Migrationshintergrund und dazu im Grundschulalter neigen schnell dazu, in die Muttersprache der Eltern zu fallen, da diese zuhause meist gesprochen wird. Grundsätzlich Kinder dazu anzuhalten, sich in der deutschen Sprache zu unterhalten halte ich für sinnvoll, denn das beherrschen der deutschen Sprache nimmt nachweislich Einfluss auf die schulische Laufbahn und das Erreichen eines bestimmten Wissensstandards der Kinder. Eine Strafarbeit halte ich jedoch für völlig daneben und nicht zielführend. Leider hat das Handeln dieser Lehrerin auch für mich den Beigeschmack einer Diskriminierung. Alternativ kommt der Gedanke auf, oder wollte man beweisen, wer hier am längeren Hebel sitzt?
    Mit Druck wird man hier sicherlich nicht erfolgreich. Hier hilft nur immer wieder der Dialog mit den Kindern und ihren Eltern. Das mag mühevoll sein, aber da gibt es heute an unseren Schulen ganz andere Dialoge, die geführt werden müssen und sicherlich zeit- und nervenaufreibender sind, als dieser.

  4. „Es gebe kein generelles Verbot, sich in der Schule oder gar in der Pause in einer nicht-deutschen Sprache zu unterhalten, betonte Spannagel.“

    Das Kind wurde für ein Verhalten bestraft, dass nicht verboten ist.

    Da würden (hoffentlich) wohl alle Eltern Einspruch erheben.

  5. Ein Grundschulkind hat sich auf dem Schulhof, in der Pause auf seiner Muttersprache unterhalten.
    Oh, wie tragisch!!

    Hat man in Deutschland keine anderen Probleme?

    Ein kurzer freundlicher Hinweis hätte da zunächst absolut ausgereicht!

    An meiner Schule kommt es oft vor, dass sich Kinder in ihrer Muttersprache unterhalten. Gerade bei Kindern in den Intensivklassen ist das gar nicht zu vermeiden.
    Dass man davon ausgeht, dass diese Kinder über einen lästern, hängt meiner Meinung nach mit den eigenen Komplexen zusammen. Statt neugierig und getroffen könnte man doch interessiert und freundlich nachfragen, was die Kinder besprochen haben.
    Ich verstehe das Problem der Lehrerin nicht!

    • Für Schulen gilt, dass dei Unterrichtssprache Deutsch ist. Steht so in den einschlägigen Verordnungen. Die meisten Schulkonferenzen aus Eltern-, Schüler und Lehrervertretern treffen entsprechende Beschlüsse, dass dies für den Schultag auf dem Schulgelände auch außerhalb des eigentlichen Unterrichtes gilt. Ausnahme Grundschulen, da dort keine Schülervertreter dem Gremium angehören.
      Dass nicht biodeutsche Schüler (m/w/d) ihre Mitschüler (m/w/d) aus regionaler Aufzucht gerne als „Kartoffeln“ bezeichen, ist natürlich kein Alltagsrassismus.

      Wenn zu Gesprächen mit Eltern mit Migrationshintergrund, die bereits annähernd 10 Jahre in Deutschland ansässig sind, immer noch Dolmetscher hinzugezogen werden müssen, ist das aus meiner Sicht nicht tolerierbar.

      • @dickebank ein Link zu den Verodnungen wäre glaubwürdiger.

        Ihren Sprachgebrauch finde ich jedenfalls sehr fragwürdig und hoffe sehr, dass Sie nicht an einer deutschen Schule unterrichten.

      • Kann nicht jeder selbst recherchieren, ob die Aussagen stimmen?
        An dickebanks Sprachgebrauch kann ich nichts aussetzen. Was stört Sie so daran, dass Sie hoffen, er unterrichte „nicht an einer deutschen Schule“?

        • @stillmann ich finde u.a. Begriffe wie
          * (nicht) biodeutsch“ und *aus regionaler Aufzucht“ besonders für Kinder sehr unpassend.
          Das kann natürlich Jeder anders sehen.

          • Muss man jeden Quatsch als Zitat kennzeichnen, obwohl ein Urheberrecht nicht erkennbar ist?
            https://www.google.de/search?source=univ&tbm=isch&q=biodeutsche+kinder+aus+regionaler+aufzucht&sa=X&ved=2ahUKEwj50sqD-uDqAhWD-6QKHRNgBGAQsAR6BAgKEAE

            Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber selbst der schlechteste Geschmack ist dann kein Grund eine erteilte Lehrbefähigung anzuzweifeln. Das ist nichts Anderes als Meinungsterror und als solcher nicht vereinbar mit dem GG. (Hoffentlich können sie wenigstens den Artikel – nein, damit ist jetzt kein journalistischer Beitrag gemeint – zur Meinungsfreiheit recherchieren!)

          • Schon mal darüber nachgedacht, ob es sich dabei nicht auch um bewusste Überspitzungen handeln könnte und das auch ein Abbild dessen darstellt, wie die Realität auf einigen Schulhöfen leider ist?

          • @Gümnasiallehrer a.D. – Sie wissen es, ich weiß es und ebenso jede(r) der im Schuldienst arbeitet und regelmäßig Hofaufsicht macht.
            Die Spitze des Eisberges bekommen dann noch die Elternvertreter*innen, die in die Teilkonferenz für Ordnungs- und Erziehungsmaßnahmen gewählt worden sind, mit. Betroffene Elternteile, die ihre Kinder in die Konferenz, die für diese ausgerichtet wird, begleiten – und das ist keine Selbstverständlichkeit, viele Kinder kommen auch alleine ohne moralischen und seelichen Beistand, zweifeln ohnehin die gemachten Vorwürfe an, da sie sich nicht im Entferntesten vorstellen können, dass ihr Nachwuchs irgedetwas gemacht haben könne und zuhause ja auch immer gaaaaanz lieb sei.

            Wer weiß mit welchen „Wattebällchen“ so eine Teilkonferenz um sich wirft, der muss annähernd erahnen können, dass die ausgesprochene pädagogische Maßnahme, die einen Aufsatz einfordert, kein Äquivalent für Nichts sein kann bzw. der einzige Anlass die Nutzung der Muttersprache gewesen sein könnte.

            Wenn das jetzt grundsätzlich darauf hinausläuft, dass Rassismus gerufen wird, wenn deutscher Lehrer nicht-deutsches Kind zur Ordnung ruft, dann können wir auch von Sexismus ausgehen wenn eine männliche Lehrkraft weibliche Schülerinnen maßregelt bzw. Lehrerin Jungen.

          • …, dann können wir es auch sein lassen.
            Sorry der letzte Satz war nicht vollständig.

  6. Da nicht ersichtlich ist, wie es um die Deutschkenntnisse dieses Kindes steht, finde ich eine Diskussion darüber, wie gut/ schlecht Kinder mit Migrationshintergrund die deutsche Sprache beherrschen, und ob man mit einem Verbot in der Pause eine positive Sprachförderung erzielt, nicht sinnvoll.

    Ich kenne zudem auch keine Menschen, die hier geboren sind, aber trotzdem die deutsche Sprache nicht beherrschen. Dabei ist mir bewusst, dass es das wohl schon geben wird. Das liegt meiner Meinung aber dann nicht allein daran, dass Kinder in den Pausen kein Deutsch sprechen.

  7. Ich selbst lebe seit fast 50 Jahren hier in Deutschland.
    Auch wir haben damals in den Pausen unsere Muttersprache gesprochen.
    Geschadet hat es keinem.
    In meinen Augen ist es eine unverantwortliche Diskriminierung von kleinen Kindern.
    Dies ausgerechnet von einem Lehrkörper der die Eltern ihr Kind anvertrauen. Lehrer sollen den Kindern außer lesen und schreiben beibringen was gegenseitige Toleranz und Akzeptanz ist. Dies können sie aber am Besten wenn sie es den Schülern und der Gesellschaft auch vorleben.
    Ich finde es schade dass manche Menschen aus ihrer Vergangenheit nicht lernen.
    Nur in der heutigen Zeit sind es nicht mehr die Juden.

    • Für mich hat das etwas mit Anstand und Respekt zu tun, wenn in Gesprächen eine Sprache gesprochen wird, die alle verstehen und nicht nur ein ausgewähltes Grüppchen.
      Da hinkt Ihr Vergleich zur damaligen Zeit doch sehr und spiegelt Ihre Unkenntnis auf diesem Gebiet wieder. Oder Sie spitzen die Diskussion wissentlich an.
      Wir gehen nach den Vorgaben von Land und Schulkonferenz vor. Dies akzeptieren die Eltern und auch die Schüler in der Schule.
      Und das mit 80% Migrationshintergrund.

      • wenn sich 2 miteinander unterhalten und keine weiteren Teilnehmer in der Gruppe sind ist Ihre Meinung von „Anstand und Respekt“ durch Zurückhalten der Muttersprache ebenfalls fehl am Platz. Anstand und Respekt hat was mit Umgang untereinander zu tun. Ich gebe Ihnen absolut Recht wenn die Situation um die es sich handelt eine gemischtsprachige Gruppe wäre und dann 2 Gruppenmitglieder sich in einer Sprache unterhalten die die anderen Gruppenmitglieder nicht verstehen.
        Fehlenden Anstand hat hier die Lehererin gezeigt, indem sie 2 kleinen Menschen vorgeführt hat wie „unwillkommen und unerwünscht“ die von Geburt gegebene Muttersprache ist.
        „Unkenntnis auf diesem Gebiet“ können Sie mir ohne Kenntniss meiner Person nicht unterstellen.
        Ich selbst habe Jahrzehntelang in diesem Land, dass ich mittlerweile Heimat nenne, mit ständigen Verboten, Vorurteilen und Einschränkungen dieser Art zu kämpfen.
        Nur soviel: Ich unterrichte Rechtskunde und Psychologie. Ich bilde junge Menschen aus aber verbieten werde ich NIEMALS ein Grundrecht dass JEDEM Menschen zusteht. Alles Andere ist Diskriminierung.
        Sie können sich gerne hinter irgendwelchen dubiosen Vorgaben von Land und Schulkonferenzen verstecken, akzeptieren werden freiheitliche Einschränkungen Niemand!
        Wo bitte wäre ich frei wenn ich mich mit meinem Freund/in in meiner Pause nicht in meiner eigenen Sprache unterhalten darf??
        Wir selbst rennen aber jedes Jahr von Urlaub zu Urlaub in andere Länder, sind aber nicht bereit deren Sprache zu sprechen??
        Aus Unkenntnis?? Nur eine Ausrede!! Lernt es!
        Die meisten Ausländer in diesem Land sind mehrsprachig. Ich selbst spreche 4!!!

    • @Kitir Kadim – Wie hoch war denn in den 70ern der Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund? Und damit sind nicht – Achtung: damalige Diktion – Kinder von Umsiedlern und Übersiedlern sondern Kinder von „Gastarbeitern“ gemeint.

      Mittlerweile liegt der Anteil von schulpflichtigen Kindern mit einem nicht in Deutschland geborenen Elternteil – also Kindern mit einer Zuwanderungsgeschichte – bei über 40%. – Und das ist der bundesweite Durchschnitt, der zwischen Parchim in MV und Neukölln in BE deutlich unterschiedlich ausfallen kann. Selbst in den nördlichen Stadtteilen von Essen (NRW) gibt es Grundschulen, in denen je Klasse höchstens zwei „biodeutsche“ Kinder sitzen.
      DAs alles hat weniger kulturelle sondern vielmehr sozio-ökonomische Hintergründe. Die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung von Altenessen oder Karnap ist halt eine andere als in Bredeney oder Fischlaken.

      Es kann nicht sein, dass auf der einen Seite sich alle über die Parallelgesellschaften aufregen und entsprechendes staatliches HAndeln auf der anderen seite als Alltagsrassismus brandmarken. Wer sich noch an den eigenen Schulunterricht in den 60ern erinnern kann, der weiß auch, dass der gebrauch der Alltagssprache – und damit meine ich Dialekt bzw. Mundart oder Regiolekt – von den damaligen lehrkräften sanktioniert worden ist. Im besten Fall hieß es, dass man bitte „Hochdeutsch“ reden solle.

        • Die Begrifflichkeit „Kinder mit Zuwanderungsgeschichte“ hat die vormaligeDiktion „Kinder mit Migrationshintergrund“ im Dienstgeschäft abgelöst – auch wenn Sie mein Sprachgebrauch irritiert.

          • Im schulischen Kontext sind „Kinder mit Zuwanderungsgeschichte“ etwas anderes als „Geflüchtete“.
            Geflüchtete müssen nämlich zunächst einmal durch das BAMF anerkannt werden, damit sie einen Aufenthaltsstatus bekommen und einer Gemeinde oder Stadt zugewiesen werden können. Erst wenn das geschehen ist, unterliegen sie der Schulpflicht.

            Migrationshintergrund liegt vor, wenn mindestens ein Elternteil nicht in D geboren worden ist.

            BTW das Kind, das mit seinen Eltern innerhalb Deutschlands von Bundesland zu Bundesland umzieht ist geographisch gesehen ebenfalls ein Migrant – eben ein Binnenmigrant.
            Der Kölner erkennt solche am Versuch „Blootwoosch“ auszusprechen, und der Bayer die Preußen am „Oachkatzlschwoaf“.

          • @dickebank „Migrationshintergrund liegt vor, wenn mindestens ein Elternteil nicht in D geboren worden ist.“ Falsch. Setzen, Sechs!
            Die richtige Definition von „Migrationshintergrund“ lautet:
            „Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde.“ Vgl. https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Migration-Integration/Glossar/migrationshintergrund.html (abgerufen am 23.07.2020)

          • Ja – Ausscheidung von Korinthen.
            Ihre Begründung der Notengebung sowie die Notengebung selbst ist nicht rechtskonform, und dass wo Sie doch so schön zitieren können.

            De Facto ist es aber so, dass ein Kind, das zugewandert ist ein Migrant ist. Ein Kind, hat einen Migrationshintergrund, wenn mindestens …

            Hat schon Gründe, warum ich zunächst von Zuwanderungsgeschichte geschrieben habe.

            Im übrigen werde ich das gefühl nicht los, dass Sie zum eigentlichen Sachverhalt, der pädagogischen Maßnahme wegen des nicht-deutschsprachigen Pausengespräches wenig bis gar nicht zu sagen haben bzw. sagen können und Ihre Urteilsfähigkeit bezüglich des sachverhaltes eher durch Vorurteile bezüglich meines Sprachgebrauches geleitet wird.

      • @dickebacke Das Lexem “biodeutsch“ sowie die Dichotomie “deutsche Lehrer“ und “nicht-deutsche Schüler“ werfen viele Fragen auf. Wie definieren Sie “deutsch“? Kann man durch Einbürgerung “deutsch“ werden, oder wird man dadurch lediglich zum Bürger der BRD? Ist Michel Friedman für Sie ein Deutscher, oder eher nicht? Und warum ist diese ethnische Unterscheidung für Sie so wichtig?

        • Glauben Sie ich würde mich auf diese Diskussion einlassen wollen?
          Wie die meisten anderen des Staates Bundesrepublik Deutschland bin ich Nachfahre der Völkerwanderung, deren Fußkranken eben hier auf dem Staatsgebiet hängengeblieben sind.

          Ansonsten schließe ich mich der staatsrechtlichen Definition des Begriffes „Deutscher“ (m/w/d) im Sinne des GG an. Ich gebe darüber hinaus aber zu bedenken, dass „Deutsch“ auch eine Sprache ist, deren Sprachenraum nicht kongruent zum Staatsgebiet ist.
          Des Weiteren gebe ich zu bedenken, dass innerhalb einer Föderation aus souveränen Staaten – den Bundeslämndern – es schwierig ist, ein nationales Heimatgefühl zu kreiren. So bin ich wie viele andere eben mit dem Bundesland verbunden, in dem ich geboren worden bin. Dabei muss man sich in einem Bindestrichland dann sogar noch auf einen alndesteil festlegen (lassen).

          Wenn Sie dei Frage, ob man durch Einbürgerung „Deutscher“ wird, dann sollten Sie nicht mich sondern das Bundesinnenministerium zu diesem SAchverhalt befragen. Ich kann es Ihnen nicht sagen, da ich zwar einen deutschen Pass habe, ansonsten aber lediglich hier lebe.

          Wie soll ich denn eine ethnische Unterscheidung machen, obwohl es keine deutsche Ethnie gibt?
          Die Einteilung in dutsche kinder und Kinder mit Migrationshintergrund, die in deutschland leben, mache nicht ich, die wird mir verwaltungsseitig vorgegeben und muss in den schülerstammdaten sogar festgehalten werden. Fragen Sie also meine Vorgesetzten, warum diese Unterscheidung zu erfassen ist.

          • „Es gilt der Heimat, auch wenn wir nur zu spielen scheinen.“ Theoderich der Große

            Nicht wahr?!

          • „Im übrigen werde ich das gefühl nicht los, dass Sie zum eigentlichen Sachverhalt, der pädagogischen Maßnahme wegen des nicht-deutschsprachigen Pausengespräches wenig bis gar nicht zu sagen haben bzw. sagen können und Ihre Urteilsfähigkeit bezüglich des sachverhaltes eher durch Vorurteile bezüglich meines Sprachgebrauches geleitet wird.“

            Ihr Sprachgebrauch weist viele Signalwörter auf, die eine nationalistische Mentalität erkennen lassen. Lupft man an dem semantischen Netz, das sich aus Ihren zahlreichen Beiträgen wissenschaftlich verantwortbar eruieren lässt, ist die Deutung empirisch vertretbar, dass Sie als Lehrer Ihren „nicht-deutschen“ Kolleg_innen und Schüler_innen gegenüber exkludierend voreingenommen bis negativ eingestellt sind. Das besorgt mich sehr, zumal es einige Beispiele dafür gibt, wie weit Lehrer mit dieser Einstellung gehen können (Björn Höcke; Nikolai Nerling).

          • Schön, dass sie besorgt sind. Ich darf aber weiterhin deutsch sprechen oder legen Sie mir das auch als Indiz für Nationalismus aus?

        • Die Frage zu Herrn Friedmann ist doch im übrigen leicht zu beantworten. Kann es sein dass sie ie Kategorisierungen Staatsangehörigkeit und Religionszugehörigkeit nicht in der lage sind zu trennen?

          Die Dichotomie „deutscher Lehrer“ ist dem Umstand geschuldet, dass es in Deutschland an öffentlichen Schulen auch Lehrkräfte mit anderer als deutscher Nationalität sowie Lehrkräfte mit mehreren Staatsangehörigkeiten gibt.

  8. @dickebank wie beschrieben gefällt mir Ihre Wortwahl (dazu gehört auch „Meinungsterror“) nicht.
    Mehr möchte ich dazu auch gar nicht schreiben, da es hier nicht um Sie geht, sondern um ein neunjähriges Kind.

  9. Die Geschichte ist in jeder Hinsicht seltsam. Es geht um ein Gespräch auf dem Schulhof, das weder hochdeutsch noch badisch noch schwäbisch geführt wurde – na und? Was haben die Kinder gesprochen?
    Es geht um eine „Strafarbeit“ von einer halben Seite – na und? Was hat die Lehrkraft dazu gesagt?
    Jetzt redet die Schulaufsicht darüber. Das Regierungspräsidium gibt Auskunft. Ein Anwalt wird eingeschaltet. Man nennt es „Rassismus“. Das ist doch alles völlig überdimensioniert.
    Steckt da noch mehr dahinter, oder haben alle Beteiligten jedes Maß verloren?

  10. Abgesehen davon, dass man viele Details hier gar nicht weiß und es deshalb schwierig ist, sich eine Meinung zu bilden, drängt sich aber mir schon die Frage auf, ob auch eine neunjährige finnische Schülerin eine Strafarbeit bekommen hätte, wenn sie sich mit ihrer Freundin in ihrer Muttersprache unterhalten hätte.

  11. Vielleicht ist das erst der Anfang:
    https://www.hurriyet.de/news_verliert-eine-million-deutsch-tuerken-die-deutsche-staatsbuergerschaft-100652_143538882.html
    „… Nach deutschem Recht ist für die Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft zunächst die Aufgabe der türkischen Staatsbürgerschaft erforderlich – zumindest ist das seit dem Jahr 2000 so. Viele Menschen haben in der Vergangenheit die türkische Staatsbürgerschaft aufgegeben, um deutsche Staatsbürger zu werden. In der Türkei wird berichtet, dass rund eine Millionen Menschen, nachdem sie Deutsche geworden sind, trotz des Wissens um einen Verstoß gegen das deutsche Ausländerrecht wieder heimlich türkische Staatsbürger wurden. …“
    Was nun – werden bald die Eltern der auf dem Schulhof „ausländisch“ sprechenden Grundschüler ausgewiesen?

    • Was ist daran auszusetzen?

      Wer falsche bzw. wahrheitswidrige Angaben bei der Einbürgerung macht kann dauerhaft ausgewiesen werden. Daran ist meiner Meinung bzw. meinem Rechtsverständnis nach nichts auszusetzen, zumal bei Flüchtlingen, die ihre Herkunft versuchen zu verschleiern, um nicht abgeschoben werden zu können, wenn keine berechtigten Schutz- oder Asylgründe vorliegen, nicht anders. – Entspricht also dem Gleichheitsprinzip.

      „You can’t eat the cake and have it too.“

  12. Was für ein totaler Schwachsinn, ist doch vollkommen egal, in welcher Sprache sich auf dem Schulhof in einem Zweiergerspräch oder eine kleinen Gruppe unterhalten wird. Von mir aus können die auch ihre bescheuerte Zeichensprache, die sich Mädchen immer mal für den Unterricht einfallen lassen, verwenden, verstehe ich auch nichts von, muss ich aber auch nicht. Schüler leben doch auch nicht in totaler Überwachung, die können sich auch auf deutsch so leise flüsternd unterhalten, dass es keiner hört …. und mal ehrlich, dass ist auch den ihr gutes Recht.

    Das Argument mit dem Lernen der deutschen Sprache kann ich auch nicht nachvollziehen. Hört euch doch mal an, was für nen Dünnschiss die Schüler auf dem Schulhof auch im Deutschen von sich geben, da kann mir keiner erzählen, dass man das braucht, um besser deutsch zu lernen, zumal ich kein Schulkind kenne, was sich nicht nach mehreren Jahren Schule fließend unterhalten kann auf deutsch.
    Aber es ist scheinbar sehr wichtig, dass Schüler so Sachen wie „Ey, lass Netto, Alter“ lernen.

    • Da irren Sie sich leider. In den letzten Jahren hatte ich an meiner beruflichen Schule immer wieder Schüler (ca. 16,17 Jahre alt), die in Deutschland geboren, hier in Kindergarten und Hauptschule waren, dennoch nur sehr holprig Deutsch sprechen konnten. Über das Schreiben brauchen wir gar nicht erst reden. Besonders in Erinnerung ist mir ein Schüler aus Sizilien geblieben, der sich noch nicht einmal mit einem anderen Schüler aus der Klasse auf italienisch unterhalten konnte, weil er nur den zu Hause gesprochenen sizilianischen Dialekt beherrschte. Wie schwierig für diesen Jungen die Ausbildungsplatzsuche war, kann sich jeder denken.

      • @Donauperle vielleicht lag das auch daran, dass diese Jugendlichen Lernschwierigkeiten hatten.
        Ich gehe davon aus, dass sie auf jeden Fall mehr Förderung gebraucht hätten. Sich 2×15 Minuten am Tag mit Gleichaltrigen auf Deutsch zu unterhalten, sehe ich dagegen nicht als adäquate Sprachförderung.

        • Es gibt genügend deutsche SuS, die nicht in der Lage sind Deutsch in Wort und Schrift unfallfrei zu beherrschen, unabhängig davon, ob nun ein Migrations- oder Fluchthintergrund oder hier aufgewachsen.
          Mangelnde Lust zu lesen, fehlende Unterstützung aus dem Elternhaus, keine Lust oder Möglichkeit an einem Vereinsleben teilzunehmen und daraus resultierende Frustration führt dazu, dass sich diese SuS den Vorurteilen entsprechend verhalten. Des Weiteren sind strukturelle wie kulturelle Missverständnisse zum Teil unüberwindbare, mindestens aber schwierig einzureißende Hürden. Dazu gehören auch die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Bilder und Rollen von Mann und Frau, die gerne zu Konflikten zwischen Schule und Elternhaus führen.
          Was sich im Denken nicht ändert, wird sich nie ändern, ganz egal von welcher Seite wir sprechen.
          Vielleicht einmal diese Dokumentation ansehen und dann über die Welt entscheiden: https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/welten-saga-mit-christopher-clark-die-schaetze-des-orients-100.html#autoplay=true
          Kann ich im Rahmen dieser Diskussion nur empfehlen.

          Falls Ironie oder Sarkasmus gefunden werden, fragen Sie den Humoriker oder Satieriker Ihres Vertrauens.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here