Lehrer halten Nachrichten-Kompetenz ihrer Schüler für wichtig – viele wissen selbst aber gar nicht, welche Nachrichten sie glauben sollen

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BERLIN. Ist das Coronavirus eine große Verschwörung, um die Rechte der Bürger zu beschneiden? Gibt es den menschengemachten Klimawandel gar nicht? Ist Deutschland kein souveräner Staat? Wer die Welt heute verstehen will, muss wissen, wo sich seriöse Informationen finden lassen – das ist umso wichtiger, je mehr Fake News gestreut werden. Medienkompetenz ist eine Schlüsselqualifikation. Darüber besteht offenbar unter der Lehrerschaft ein weitgehender Konsens, wie eine aktuelle Studie nahelegt. Wo allerdings seriöse Informationen zu finden sind, darüber gehen die Meinungen auch unter Lehrern bedenklich deutlich auseinander.

Woran lassen sich seriöse Informationen von Fake News unterscheiden? Das wissen offenbar auch viele Lehrer nicht. Foto: Shutterstock

Lehrer an deutschen Schulen legen großen Wert auf die Vermittlung von Nachrichtenkompetenz – immerhin. Das dokumentiert eine im Frühjahr 2020 erhobene Studie, die das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) Im Auftrag der Stiftervereinigung der Presse mit mehr als 500 Lehrkräften durchgeführt hat. Zugleich zeigt das Lehrpersonal allerdings selbst deutliche Defizite in der Medienkunde. Und: Es tun sich klar erkennbare Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland auf. „Ein erstaunlich großer Teil der Lehrkräfte steht Medien ablehnend oder feindselig gegenüber – oder geht implizit davon aus, dass in Deutschland keine Pressefreiheit existiert“, so fasst die „taz“ die Studienergebnisse zusammen.

„Schüler fit machen, damit sie kompetent mit Quellen umgehen können“

„Das ist ein Besorgnis erregender Befund“, erklärt Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), zugleich Mitglied der Stiftervereinigung der Presse. „Angesichts der alarmierenden Verbreitung von so genannten Fake News und Verschwörungstheorien wird es immer wichtiger, Kinder und Jugendliche so fit zu machen, dass sie kompetent mit Nachrichten und ihren Quellen umgehen können.“ Gerade in Zeiten von Corona werde gut ausgebildetes Lehrpersonal benötigt, das flexibel auf Informationsbedürfnisse reagiere. „Nachrichtenkompetenz“ werde bei Lehrenden und Lernenden damit immer stärker zu einer Schlüsselkompetenz in der demokratisch verfassten Gesellschaft.

Dies sind die zentralen Befunde:

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  • Die Vermittlung von Nachrichtenkompetenz in der Schule halten 55 Prozent der Lehrkräfte für „besonders wichtig“, darunter Lehrkräfte in den westlichen Bundesländern deutlich häufiger (60 Prozent) als im Osten (39 Prozent). Weitere 40 Prozent halten die Vermittlung von Nachrichtenkompetenz für „auch noch wichtig“, nur fünf Prozent beurteilen sie als „weniger wichtig“. Klar im Vordergrund steht dabei die Vermittlung der Fähigkeit, sich in den Informationsangeboten orientieren zu können.
  • Die gedruckte Zeitung ist das mit Abstand am häufigsten genutzte Anschauungsmaterial. Pädagogische Projekte wie „Zeitung in der Schule“ werden von den Teilnehmern als hilfreiches Angebot geschätzt.
  • Der Lehrplan sieht zwar in aller Regel Raum für das Thema Nachrichtenkompetenz vor, bietet aber nach Auffassung nur einer Minderheit der Lehrkräfte auch ausreichend Zeit, den Schülerinnen und Schülern zumindest ein Grundverständnis in diesem Bereich mitzugeben.
  • Dennoch ist die Mehrheit der befragten Lehrer überzeugt, dass es ihnen gelingt, den Schülern Basiskenntnisse in diesem Bereich zu vermitteln.
  • Unsicherheiten treten beim eigenen Wissen über das Mediensystem in Deutschland auf. So meinen 40 Prozent der Lehrkräfte, Medien hätten die Aufgabe, die Bevölkerung für bestimmte Anliegen zu mobilisieren.
  • Im Osten hat rund die Hälfte der Lehrkräfte kein großes Vertrauen in die Medien, im Westen sind es 22 Prozent. 19 Prozent der Lehrkräfte insgesamt glauben, dass viele Nachrichten, die eigentlich wichtig sind, verschwiegen werden und nur in sozialen Netzwerken zu finden sind.
  • Nur noch rund ein Viertel der Lehrkräfte unter 40 Jahren hat feste zeitliche Gewohnheiten bei der Information über das aktuelle Geschehen.

„Das sind Positionen, die beunruhigen müssen, weil sie übersetzt bedeuten: Viele Befragten finden, dass es hierzulande keine funktionierende freie Presse gebe. Sie offenbaren ein Verständnis von Medien als Teil der Regierung, des Staates, der Obrigkeit, wie es seit Jahren von rechts aktiv verbreitet und verfestigt wird“, so kommentiert die „taz“ die Ergebnisse.

Lehrer regelmäßig fortbilden, so lautet die Forderung

Auf Nachfrage der Zeitung, welche Forderungen aus der Studie abzuleiten sind, sagt Wolff, die Ergebnisse der Studie legten nahe, „dass das Thema Nachrichtenkompetenz – mit Betonung auf den Umgang mit und das Verstehen und Bewerten von Nachrichten und deren Quellen – einen viel größeren Raum als bisher im Unterricht einnehmen sollte“. Dazu gehöre auch eine regelmäßige Fortbildung der Lehrkräfte, „die übrigens ihrerseits laut unserer Studie die Vermittlung dieser Kompetenzen selbst als sehr wichtig einschätzen“.

An der Studie haben gut 500 Lehrkräfte an Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien teilgenommen, die in den Klassenstufen 7 bis 10 ein sozialwissenschaftliches Fach oder Deutsch unterrichten. Anlass waren wissenschaftliche Untersuchungen, die eine Vernachlässigung von Nachrichtenkompetenz in Lehrplänen, Schulbüchern und Studien- und Prüfungsordnungen von Lehramtsstudiengängen zeigen. News4teachers

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Woran erkennt man seriöse Informationen? Was Lehrer ihren Schülern beibringen sollten

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42 KOMMENTARE

  1. Würde mir das nochmal überlegen mit der Nachrichtenkompetenz…

    Könnte sein, dass Leute, die sowas in der Schule gelernt haben, keine Leute mehr wählen, die nicht wissen, dass es im Winter kalt wird, dass offene Fenster Durchzug machen, dass Viren ansteckend sind, dass Schüler und Lehrer auch nur Menschen sind, dass Bildung nicht von Schule kommt…
    Könnte auch sein, dass sie den Aufstand proben, wenn Nicht-Lehrer Kultusminister werden, Nicht-Mediziner Gesundheitsminister etc.
    Könnte aber auch sein, dass es ihnen geht wie den Generationen von Nachrichtenkompetenten vor ihnen – die das nicht (nur) in der Schule gelernt haben – und aufgeben, weil man gegen den Irrsinn dieser Welt, Trump und Aluhüte nicht ankommen kann.
    Die lässt man vielleicht besser vor eine Wand laufen, bis sie es selbst merken.
    Also warten wir mal ab, ob es demnächst ein neues Schulfach geben soll, das Nachrichtenkompetenz vermittelt.
    Wird bestimmt genauso wirksam sein wie die Vermittlung von Digitalkompetenz ohne Computer und WLAN… wer konnte auch ahnen, dass Kinder und Lehrer mal drauf angewiesen sein könnten, für den Unterricht einen Computer zu nutzen…
    Ach ja, konnten natürlich nur die mit Nachrichtenkompetenz ahnen, die aber ja leider nicht KM oder Gesundheitsminister wurden… das wurden die ohne…

  2. An der Stelle sage ich das, was ich immer sage:
    Wenn irgendwer fordert, es solle in der Schule mehr Raum für X geben, dann soll er oder sie entweder sagen was wegfallen soll oder wo die zusätzliche Zeit herkommen soll. Soll es für mehr Ernährungslehre dann Deutsch oder Mathematik sein? Oder für die Quellenkompetenz Geschichte(/Politik) oder Englisch?

    So kann und wird der Hase nicht laufen. Das funktioniert nur, wenn auf das Kurrikulum eine Absprache seitens der Fächer kommt, welche Methoden explizit in jeder Schulstufe eingeführt und angewendet werden sollen. Und wenn dann eben Quellenanalyse kommt, ist das Fächerübergreifend sicherlich auch so unterzubringen, dass Deutsch der Physik nicht in die Quere kommt und umgekehrt, sondern das man sich ergänzt. Aber obacht: Sowas kostet Zeit, also die Absprachen. Ob da genug Geld da ist? Man weiß es nicht.

    • Das machen die Lehrkräfte schon. Dazu bedarf es nur einer kleinen Vorgabe des Ministeriums und schon ist es ihre Aufgabe.
      Oder warum müssen die schulinternen Arbeitspläne genaue Zeitangaben, Methoden und Querverweise zu anderen Fächern enthalten und sollen Unterrichtseinheiten mit Angabe zu Inhalt, Material, Kompetenzen, Differenzierung im Regal stehen?
      Das soll vermutlich helfen, dass die ungelernten Hilfskräfte in der Schule dies abarbeiten können.
      Aber der Lehrkräftemangel ist so groß und der Wechsel so häufig, dass dies nicht möglich ist.

    • Sind wir da nicht bei einer Grundvoraussetzung des Lehrerberufs? Was für ein Wissen vermitteln Sie denn – egal in welchem Fach? Woher kommt das denn? Was macht Sie denn so sicher, dass das, was im Schulbuch steht und was Sie den Schülern beibringen, auch stimmt?

  3. Zur Nachrichtenkompetenz gehört Wissen, worüber warum wie berichtet oder nicht berichtet wird. Dazu muss man als Lehrkraft in den sauren Apfel beißen und neben ÖR Fernsehen, großen Zeitungen und Lokalblättchen auch die alternativen Medien auseinandernehmen.

  4. Besorgniserregende Ergebnisse.

    Wie ist dem zu begegnen?

    1. Der schnelle Ruf nach regelmäßigen (oft auch verpflichtenden) Fortbildungen ist hilflos. Wer schon in seiner Blase sitzt, wird dadurch nicht herausgeholt – das Gegenteil ist vielleicht sogar eher der Fall.

    2. Ich selber unterrichte Sozialkunde. Aber bei vollem Deputat, Elterngesprächen, Klassenkonferenzen, Fachkonferenzen, Vor- und Nachbereitung des Unterrichts, Aufsichten, Korrekturen, etc. etc., da bleibt auch mir oft wenig Zeit, in die Zeitung zu schauen! Nicht selten sind es 50-60 Stunden Arbeit pro Woche. Als Ausgleich gibt es zwar die Ferien, das ändert aber nichts daran, dass es in den Schulwochen oft einfach knapp wird.

    3. Deshalb: Stundenzahl für volles Deputat reduzieren.

    4. Gute Leute für den Beruf gewinnen. Das letzte Urteil des BVerfG zur Besoldung hat ja gezeigt, dass die Beamtenbesoldung einer amtsangemessenen Alimentation seit Jahren deutlich hinterherhinkt. Selbst laut BVerfG gelingt so die Bestenauslese nicht mehr.
    Gute Leute gewinnt man durch gute Bezahlung!

    5. Zeitung im Unterricht ist gut, wird aber viel zu wenig genutzt. Eine Tageszeitung und ein Nachrichtenmagazin spiegeln kaum die Presselandschaft wider. Schulen sollten mehrere Zeitungen und Zeitschriften für die Schulbibliotheken abonnieren. Wo kann ein Schüler denn heute in die Zeitung schauen, wenn er sowas daheim nicht vorfindet? Zeitungen rein in die Schulbibliotheken. Die paar Euros fallen bei den Schulträgern doch noch ab – und sind zudem ein wertvoller Beitrag zum Erhalt der Presselandschaft.

    6. Auch die Presse muss sich mehr Mühe geben, die Leser zu gewinnen und zu halten. Man kann auch mal über die eigene Arbeit berichten – nicht nur, wenn man den Relotius-Fall aufarbeitet. Und – gerade in Corona-Zeiten auch deutlicher machen, was in der Politik falsch läuft. Bitte nicht mit einer guten Sache gemein machen! Nach der „Flüchtlingskrise“ (blödes Wort) hat man auch in der Presse darüber reflektiert, ob man die Grenzöffnung evtl. zu unkritisch kommentiert hat. In der Corona-Zeit vermisse ich den kritischen Umgang mit den Maßnahmen zum Thema Schulöffnungen. Klar wollen Journalisten, dass ihre Kinder betreut werden. Aber so wie es läuft, das kann doch nicht sein.
    Ist das Virus gefährlich – dann brauche ich Maßnahmen auch in der Schule und im Schulbus. Braucht es die Maßnahmen nicht – so wie aktuell exekutiert, dann muss die Presse doch kritisch nachhaken, warum sie dann woanders noch nötig sind. Wenn 30 Personen in einem kleinen Klassenzimmer ohne Masken OK sind, dann sind drei Kunden ohne Maske doch erst recht OK. Für das Projekt Schulöffnung wird der Verstand komplett ausgeschaltet oder – schlimmer – man schweigt in der Presse mit Absicht dazu!

    • Sie vermissen kritische Berichterstattung „der Medien“ zum Thema Schulöffnungen in Corona-Zeiten – und schreiben den Kommentar in einem Medium, das praktisch jeden Tag über die Probleme von Schulen in Corona-Zeiten berichtet. Merken Sie was?

      Medienkompetenz beginnt da, wo Menschen aufhören, über „die Medien“ zu lamentieren – genauso wie politische Kompetenz über Meinungen hinausgeht, die „der Politik“ oder „der Wissenschaft“ dies oder das zuschreiben. In einer pluralistischen Gesellschaft sind auch die Medien plural. Allerdings gibt es Gütekriterien für Qualitätsmedien – die muss man schon kennen. Und das ist schlicht eine Bildungsfrage.

      Wem diese demokratische Grundbildung fehlt, den wird es auch nicht interessieren, wenn Medien über sich selbst berichten.

      • N4T lesen vermutlich vor allem Lehrer. Ich würde mir kritische Gedanken zur Schulöffnung (s.o.) gern auch in gedruckten Medien, die eine breitere Öffentlichkeit erreichen, wünschen.

        • Sehr geehrter „Besorgter Bürger“,

          wie eine Leserbefragung ergeben hat, wird News4teachers tatsächlich zu zwei Dritteln von Lehrerinnen und Lehrern gelesen – allerdings ist die Zahl der Leserinnen und Leser mit im Schnitt rund eine Million im Monat so groß, dass auch andere Gruppen unsere Berichterstattung wahrnehmen. Dazu, das wissen wir, gehören auch Multiplikatoren wie Journalisten anderer Medien sowie Verbandsvertreter und Politiker.

          Dass deren Perspektive auf Schule und Bildung eine andere ist und bleibt, kann durchaus sein – dafür bleiben wir dann aber am Ball.

          Herzliche Grüße
          Die Redaktion

    • Wenn es der Stiftervereinigung der Presse so wichtig ist, dass Lehrkräfte gut informiert sind, könnten sie aber auch jeder umliegenden Schule ein Exemplar zukommen lassen, So werben sie auch gleich für ihr Blatt und erreichen im ländlichen Gebiet auch die Lehrkräfte, die aus der nächsten Stadt pendeln.

      Und nein, nicht jede Schule hat einen üppigen Etat und bei kleinen Schulen macht sich selbst ein Zeitschriften-Abo bemerkbar.

      • Zahlen Sie denn für News4teachers? Offenbar nutzen Sie doch ein seriöses Medium und informieren sich aus verifizierten Quellen, ohne dass es Sie Geld kostet.

        Etwas anderes als Geld kostet es Sie: Sie müssen akzeptieren, dass auf dieser Seite Werbung veröffentlicht wird. Denn von irgendetwas müssen offenbar auch die Journalisten leben, dieNews4teachers betreiben.

        Wieso meinen so viele Lehrer eigentlich, dass Informationen unentgeltlich geprüft und bereitgestellt werden müssten? Arbeiten Lehrer denn ehrenamtlich?

        • Ist es ein persönlicher Angriff gegenüber Journalisten oder Lehrkräften, wenn der Stiftungsverband der Zeitungen mahnt, dass Lehrkräfte die Medienkompetenz im Unterricht vernachlässigen würden?
          Was kann der Stiftungsverband selbst dafür tun, dass sich dies verbessert?

          Es werden immer wieder Anforderungen und Erwartungen an Schule gestellt, aus allen möglichen Richtungen, was diese – und damit die Lehrkräfte – zu leisten hätten, ohne aber Forderungen an die zu erheben, die die Schulen finanzieren müssen, ohne eine Erhöhung der Budgets oder der Unterrichtszeit.
          Müssen Lehrkräfte vom eigenen Gehalt die lokale Zeitung kaufen, dort wo sie unterrichten?
          Müssen sie überhaupt eine Zeitung in Papierform kaufen?

          Tatsächlich meine ich, dass man Schulen in vielem unentgeltlich unterstützen sollte,
          z.B. indem man Lehrkräften Zugang zu Forschungsergebnissen der Universitäten verschafft,
          indem man Medien stellt, statt die Empfänger aus Geräten ausbauen zu lassen, um Gebühren zu sparen,
          indem man Materialien zur Verfügung stellt, die für einen gut ausgestatteten Unterricht notwendig sind,
          indem Lehrkräfte mit digitalen Endgeräten und weiteren Arbeitsmaterialien ausgestattet werden.
          Gut wäre sogar, wenn Ministerien Abteilungen hätten, in denen Lehrkräfte kurzfristig fachliche Expertisen bekommen könnten, z.B. hinsichtlich medizinischer Aspekte in der Inklusion, denn an diesem Punkt ist die Recherche, die man von Lehrkräften für den Unterricht erwartet, zusätzlich, ohne Ausgleich und extrem zeitraubend.

          Bildung ist doch so wichtig,
          warum ist sie dann derart vom Sparzwang abhängig?
          Warum kann man zu einer Äußerung kommen, die paar Euro für eine Zeitung sollten bei Schulen/ Lehrkräften möglich sein, nicht aber zu der Äußerung, die paar Euro sollten dem Stiftungsverband oder dem Zeitungsverlag wichtig genug sein?
          Über die Werbung, die das in Schule bedeutet, muss man sich dann immer noch unterhalten.

          Eine weitere Möglichkeit wäre z.B. auch, dass man z.B. Journalisten in den Unterricht bittet. Ob sie dafür Urlaub nehmen müssten, kann ich nicht abschätzen, würde aber nicht erwarten, dass Journalisten dies für die leuchtenden Kinderaugen tun.
          Vielleicht wäre es eine neue Form von Bildungsurlaub, der ermöglicht, dass Fachkräfte für einen Tag oder eine Woche mit in den Unterricht gehen.

          • „Es werden immer wieder Anforderungen und Erwartungen an Schule gestellt, aus allen möglichen Richtungen, was diese – und damit die Lehrkräfte – zu leisten hätten, ohne aber Forderungen an die zu erheben, die die Schulen finanzieren müssen, ohne eine Erhöhung der Budgets oder der Unterrichtszeit“, so fragen Sie, Palim.

            Das ist sicher richtig. Ist es aber denn wirklich eine neue Anforderung an Lehrerinnen und Lehrer, begründen zu können, was eine verifzierte Information von einer bloßen Behauptung unterscheidet? Dass etwas so im Schulbuch steht, kann doch nicht die einzige Begründung sein…

          • Das Neue an der Anforderung ist, dass die Medienlandschaft erheblich erweitert ist und die Vielfalt mit bedacht werden muss.
            Ob Schulbücher da aktuell genug sind, weiß ich nicht.
            Darauf verlassen sich Lehrkräfte sicher nicht.

            Neu ist vielleicht auch, dass gesellschaftswissenschaftliche Inhalte in den Curricula zusammengestrichen werden, weil andere Interessen mehr zählen. Darauf verweist ja auch der Artikel oben.

            Die Vehemenz, mit der Falschmeldungen medial geschürt und verbreitet werden, ist sicher auch neu, die Möglichkeiten schneller und einfacher für jeden einsetzbar. Auch Medien selbst sehen ja eine Notwendigkeit für Fakten-Analysen.

          • All das ist richtig – aber muss es nicht zum Selbstverständnis einer Lehrkraft gehören, diesen Entwicklungen folgen zu können?

            Wissen entwickelt sich dynamisch. Auch in den Fächern, die unterrichtet werden. Ich kann als Lehrerin oder Lehrer doch nicht sagen: Mir reicht, was ich mal irgendwann im Studium gelernt habe. Ist die Bereitschaft, selbst immer weiter zu lernen, denn nicht Grundvoraussetzung für den Beruf? Und um mir selbst neues Wissen aneignen zu können, benötige ich eben Medienkompetenz. Wie will ich denn meinen Schülern Lust aufs Lernen – also auf Wissenserwerb – machen, wenn mir selbst nicht wichtig ist, was sich in der Welt so tut?

          • Und so wird aus der Feststellung, dass Medienkompetenz wichtig, in der Schule aber angesichts fehlender Zeit nicht zu leisten ist, der Vorwurf, Lehrkräfte seien ungebildet und nicht dazu bereit, Medienkompetenz zu vermitteln.
            Vielen Dank!

          • Wohlgemerkt: nicht „die“ Lehrkräfte – aber bei den 40 Prozent derjenigen, die meinen, „Medien hätten die Aufgabe, die Bevölkerung für bestimmte Anliegen zu mobilisieren“, sehe ich durchaus ein nicht geringes Bildungsdefizit. Sie verstehen offenbar die Gesellschaft nicht, in der wir leben. Und das finde ich extrem problematisch bei einer Berufsgruppe, die Kinder und Jugendliche in diese Gesellschaft führen soll.

          • An der Stelle, wie Lehrkräfte, zumal mit sozialwissenschaftlichem Fach, zu dieser Äußerung kommen oder dazu, diese vorgefertigte Antwort anzukreuzen, frage ich mich, wie das entsteht.
            Wie war die Frage tatsächlich gestellt?
            War die Art von Medien genau eingegrenzt?
            Hatten die Lehrkräfte globale Strukturen im Sinn oder war die Frage auf Deutschland bezogen?
            Kann man es als „Mobilisierung“ bezeichnen, wenn Medien über Schulschließungen oder Maskenpflicht informieren, Unwetterwarnungen verbreiten, Wahlaufrufe und Wahlwerbespots senden?
            Kurzum: Kann man aus der Antworthäufigkeit ein Bildungsdefizit ableiten oder steht dahinter womöglich eine kritische Sicht auf die Rolle der Medien weltweit oder eine andere Definition von „Mobilisierung“?

  5. In welche Richtung sollen die Fortbildungen denn gehen?
    Generell finde ich es richtig, den Medien gegenüber skeptisch zu bleiben. Es gibt schließlich genügend Beispiele, die zeigen, dass die heutigen Medien nicht sauber arbeiten:
    Als Beispiel sei hier der Fall um relotius beim Spiegel zu nennen…

    Wenn man sich Werke wie „die Prinzipien der Kriegspropaganda“ der Historikerin Anne morelli anschaut und auf die Medienberichte von heute schaut, dann kann man nicht anders als skeptisch werden.

    • … womit wir bei Verschwörungstheorien wären.

      Aus einem Fall (Relotius) zu schließen, dass „die heutigen Medien nicht sauber arbeiten“, ist genauso schlüssig, wie aus einem schlechten Lehrer (gibt’s leider auch) zu schließen, dass alle Lehrer unfähig wären.

      Bemerkenswert auch ihr Verweis auf „heutige Medien“. Welche früheren Medien haben denn sauberer gearbeitet – die in der DDR oder die in Nazi-Deutschland?

      • Danke für die Antwort.
        Zu 1: dies ist ein Beispiel von mehreren.
        Aber OK, meine Frage dann an Sie: ab wann wird es denn problematisch?

        Und zu 2: ich habe „heutige Medien“ erwähnt, weil ich mich auf das Buch einer Historikerin bezogen habe, die natürlich vergangene Kriegspropaganda betrachtet hat. Und sie hat festgestellt, dass viele alte Propagandatechniken auch heute wiederzufinden sind.

        Historisch gesehen ist also eine grundlegend kritische Haltung angemessen, sagen sie ja selbst – gab es je Medien, die dem Anspruch der demokratischen Gesellschaft entsprochen haben?

        Ein Medien fanboy wie Sie scheinbar sind, ist gefährlicher als jeder kritische Geist

      • Vermutlich liegt darin ein Teil des Problems:
        SuS soll vermittelt werden, dass Quellen zu prüfen sind.
        Ggf. werden Fälle, in denen dies nicht erfolgte, aufgegriffen.
        Bei einigen wird hängen bleiben, dass Medien generell unsauber arbeiten oder gesteuert sind.
        Die eingeschränkte Wahrnehmung ist schon bei weit einfacheren Inhalten deutlich zu bemerken.

        Zudem wird die Einschätzung in einer vielfältigen Medienlandschaft nicht einfacher, schon gar nicht, wenn man in der Rezeption an kurze Clips und schnelle Schnitte gewöhnt ist.

        • Möglich.
          Ich denke eher, dass ein großes Problem der Fehlschluss vieler Leute ist, dass Sie die Wahrheit kennen.
          Zeigt ja auch schon die Antwort von Bernd hier im Forum. Wer die Medien hinterfragt ist direkt Verschwörungstheoretiker.

          Ich denke dabei immer an meinen Opa, der meine Schul-Geschichtsbücher las und mit mir darüber sprach, was bei ihm alles noch anders darin stand. Ohne Verurteilung sondern einfach in der erstaunis über Entwicklungen in der Wissenschaft und der Demut, es niemals wirklich endgültig zu wissen.

          • Der „Fehlschluss“ fängt da an, wo Menschen glauben, dass ihre Meinung gleichwertig mit Fakten sei.

            Die „Wahrheit“ kann nur verstehen, wer die Systematik hinter den Phänomenen kennt – das ist in den Gesellschaftswissenschaften nicht anders als in den Naturwissenschaften.

            Wer „die Medien hinterfragt“, zumindest in Deutschland, demonstriert damit schon, dass ihm diese Grundlagen fehlen – der Ansatz ist genau so schlau wie der, „die Wissenschaft“ zu hinterfragen. Zumindest hat er das Prinzip der hierzulande geltenden Pressefreiheit schon mal nicht verstanden.

  6. Welcher Lehrer kann heutzutage noch neutral im Fach über unsere Weltpolitik und derer Politiker Unterricht halten?? Nur gut, dass ich dieses Fach nicht halten muss. Unsere Schüler haben keine Lust sich mit seriösen Medien zu befassen.Zeitung, was ist das denn? Nachrichten sehen/ hören ,wer macht denn so etwas,das macht meine Oma , aber ich doch nicht! Was sie als Filmchen auf ihr Handy bekommen, mit viel Aktion und Lärm, ist das tatsächliche Leben für sie. Wenn die Berichterstattung oder der Text dazu noch reisserisch aufgezogen ist, fahren sie voll darauf ab und glauben ungeprüft alles, da es ja auf dem Film zu sehen war. Es gibt aber natürlich auch Schüler welche anderst ticken,diese sind aber leider in der Minderheit!

    • Warum sollten Lehrkräfte das nicht neutral können?
      Die Frage selbst ist schon schmerzhaft, ich hoffe, viele Lehrkräfte beantworten sie mit:
      Ich! Das ist eine Selbstverständlichkeit!

  7. Kinder lernen durch Vorbilder. Wenn man also in den höheren Klassen die NTV-App empfiehlt und einmal wöchentlich eine Nachricht herausfischt und auf ihren Inhalt hin untersucht, kann man eine gewisse Regelmäßigkeit etablieren. Dennoch meine ich, dass man auch den Elternhäusern zumuten kann, ihre Kinder mit einer Tageszeitung oder wenigstens den Abendnachrichten zu konfrontieren, indem man das einfach anbietet und selber auch nutzt. Ab einem gewissen Alter sind auch Jugendliche dafür ansprechbar. Es kann doch nicht sein, dass Schule jede häusliche Gleichgültigkeit ausbügeln muss. Wenn ich meinen Schülern die einfachsten Dinge einer normalen Alltagskompetenz vermitteln soll, kann ich das gerne tun, wenn man mir sagt, was ich dafür lassen soll.
    In meiner Jugend gab es Zeitung in der Schule, aber kein Internet und nur drei öffentlich
    -rechtliche Fernsehprogramme, das hat den Umgang mit Medien natürlich vereinfacht. Der Buhmann war damals die Bildzeitung, an deren Beispiel wir lernten, kritisch zu lesen. Mittlerweile gehört die aber wohl zu den sogenannten seriösen Blättern, jedenfalls wird sie oft in anderen Medien als Quelle zitiert. Da wird es natürlich immer schwieriger, die Spreu vom Weizen zu trennen. Für mich sind die Abendnachrichten und eine Tageszeitung immer noch Pflichtprogramm und ich meine, dass man nur vermitteln kann, was man selbst auch beherrscht und beherzigt.

  8. Sicher kann man das versuchen aber es wird schwierig sein,da Schüler sehr gerne diskutieren.Viele auch nur Halbwissen besitzen aber von diesem nicht abrücken wollen.Meine eigene Meinung wird schon auch mit einfließen ( bei den vielen kleinen möchtegern Diktatoren auf unserer Welt) ob gewollt oder ungewollt.Ich glaube nicht,dass man so ganz neutral im Unterricht bleiben kann/ wird,wenn es heiß zu Sache geht,oder? Lehrer sind auch nur Menschen und nicht Maschinen.

  9. Was mich an dieser Diskussion stört, ist dass man meint durch ein Medien-exemplar zu einer Medienkompetenz zu gelangen. Das ist aber nicht der Fall. Es müssen eine Vielzahl an unterschiedlichen, auch unterschiedlich politisch ausgerichteten, Medien herangezogen werden, um zu einer fundierten Meinungsbildung zu gelangen. Am besten sollte diese Meinung wissenschaftlich überprüft werden, d.h. in eine Hochschulbibliothek gehen und den aktuellen Diskurs zu dem entsprechenden Thema verfolgen.
    Das ist für Lehrer mit vollem Deputat nicht zu leisten und für Schüler schon gar nicht.
    Ich würde mir von den Medien wünschen hier unterstützt zu werden. Dazu reicht es nicht, sie es leider oft gemacht wird, den Artikel einer anderen Zeitung zu übernehmen, sondern diesen auch zu überprüfen und gegebenenfalls kritisch dazu Stellung zu nehmen. Somit würde ein Diskurs stattfinden und viele Menschen würden diesen wieder als was positives wahrnehmen.

    • Die Frage ist nur, ob tatsächliche Diskurse noch möglich sind. Kritik oder Lob beim falschen Thema oder falsche Quelle kann auch bei sachlicher Begründung zu Problemen führen.

      • Das ewige Märchen von der „Meinungsdiktatur“.

        Sie selbst posten Ihre Rechtsaußen-Behauptungen hier immer wieder – und wie viele Probleme haben Sie persönlich dadurch? Schmuggeln Sie Ihre Beiträge aus dem Gefängnis für politische Gefangene heraus?

        • Liebe Redaktion, wenn ich es in den Kommentaren richtig mitbekommen habe, werden Angriffe wie diese von Nutzer Bernd mit Verweis auf die fehlende Quelle gegen Nutzer Bernd gelöscht. Wieso darf er das? Mir geht es mit dieser Frage weniger darum, dass auch Bernds Kommentare moderiert werden sollen, sondern vielmehr in welchem Rahmen sich Kommentare bewegen dürfen. Ich habe halt Probleme mit der Einstellung, entweder Bernds Meinung oder Rechtsaußen zu sein.

          • Sehr geehrter Georg,

            wo ist denn Ihr Problem? Sie haben Ihre Meinung – Bernd seine. Wer immer hier veröffentlicht, muss damit leben, dass sein Beitrag auch kritisiert wird.

            Und wenn Sie nicht wollen, dass Ihre Meinung als „Rechtsaußen“-Position bezeichnet wird, haben Sie die Möglichkeit zu begründen, warum sie das für einen unzutreffenden Vorwurf halten. Sie könnten zum Beispiel erklären, welche Diskurse Ihrer Meinung nach in Deutschland nicht möglich sein sollen.

            Uns fällt da, ehrlich gesagt, auch nicht viel zu ein.

            Mit freundlichem Gruß
            Die Redaktion

          • Vielen Dank für die Antwort. Ich kann mit der Kritik ohne Probleme leben, mich stören die von Ihnen asymmetrische gesetzten Maßstäbe.

            Es gibt daher für mich das Problem, dass die Begründung Quellen erfordert, die Ihrer Meinung nach mit dem Pressekodex kollidieren könnten und daher von Ihnen nicht veröffentlicht werden.

            Ich bitte der Einfachheit halber darum, Bernd in Zukunft ohne weitere Begründung und ohne Löschung Ihrerseits auch als Linksaußen oder Äquivalentes bezeichnen zu dürfen.

          • Bitteschön – ich werde Ihnen schon passend darauf antworten.

            Vielleicht fangen Sie aber erst mal damit an, Ihre eigenen Ergüsse zu reflektieren. Was man in Deutschland angeblich nicht sagen darf, weiß ich noch immer nicht – ich weiß aber sehr wohl, dass dies die ewige Litanei von AfD, Pegida und Co ist. Anders ausgedrückt: von Rechtsaußen.

  10. Um Sachverhalte zu verstehen und zu bewerten benötigt man keine „Nachrichtenkompetenz“ – was immer das auch sein soll – sondern Fachkompetenz.

  11. In diesem Bereich gilt es, realistisch zu bleiben. Ein medienkritische Umgang kann ggf. erreicht werden, eine Erkennung von Fake-News ist dagegen extrem schwierig.

    Wenn man zum Beispiel sieht, wie CNN und Foxnews über die gleiche Sache ganz anders berichten, dann verliert man den Glauben an objektiven Journalismus sofort.

    Aber man muss ja gar nicht erst berichten…..auch das ist letztlich Beinflussung des Lesers.

    Stimme der Vorrednerin zu, dass nur in geprüften Bibliotheken und Forschungsbereich wirklich Gesichertes zu finden ist.

    • Wieso verlieren Sie den Glauben an den Journalismus, wenn zwei Medien unterschiedlich berichten? Verlieren Sie auch den Glauben an die Medizin, nur weil zwei Ärzte unterschiedliche Diagnosen stellen? Es soll ja sogar Ärzte geben, die die Gefährlichkeit des Corona-Virus leugnen – gegen jegliche Warnung der Fachwissenschaften.

      Zunächst geht es einmal darum, zwischen Tatsachendarstellung und Meinung zu trennen – ist nicht sehr schwer. Dann ist zu klären: Unterscheiden sich die Medien wirklich in der Tatsachendarstellung? Falls ja: Andere seriöse Quellen checken, was die berichten.

      Kleiner Tipp: Fox News ist in etwa so seriös wie bei uns die „Bild“-Zeitung.

  12. Die neuesten Rahmenverträge zum Medieneinsatz in Bildungseinrichtungen erlauben das Kopieren oder Digitalisieren von Zeitungsartikeln in Schulen im Gegensatz zu Hochschulen nicht (mehr). Es darf nur ein kurzes Zitat verwendet werden. Die gedruckte Zeitung ist damit nicht mehr das am häufigsten genutzte Anschauungsmaterial. Da kann der Stiftungsverband ja dann in drei Jahren die nächste Studie in Auftrag geben, die zum Ergebnis kommt, dass Lehrer keine Zeitungstexte im Unterricht einsetzen und viel weniger Abonnements halten als früher. Besorgniserregend, das!

    Komisch eigentlich, dass Lehrer Medien kritisch gegenüberstehen, wo sie doch seit Jahrzehnten ganz besonders fair behandelt werden.

  13. Die lokale Zeitung wird doch schon von immer weniger erwachsenen Abonnenten gelesen. Von Jugendlichen noch weniger. Früher gab es wenigstens Interesse am Sportteil, aber der versiegt, da die Sportmeldungen via App selbst über das Spielgeschehen vom TuS Stoppelacker zeitnah am Wochenede berichten.
    Die lokale Politik interessiert lediglich in dem Moment der direkten Betroffenheit. Also die alte Kastanie vor der Hautür soll weg – freu den Anlieger, der die Straße darunter kehren mus, führt aber schon drei Häuser weiter zu einem Aufreger wegen Klimawandel und …
    Dass der Baum einen Pilzbefall hat, die Miniermotte drin haust und die Wurzeln Leitungen und Drainagen der direkten Anlieger und deren Kellerwände schädigen, so what.
    Dass der Ratskandidat ein „Krösken“ mit der Frau vom xy hat und auf dem Schützenfest mit der Frau von cd geknutscht hat, steht ohnehin nicht in der Zeitung, dass er für die Änderung eines winzigen Abschnitts der Gestaltungssatzung ist, was aber keinen sonderlich interessiert, wird seitenweise ausgewalzt.

    Hinzu kommt die Bewertung von Nachrichten, die aus anderen Blickwinkeln erfolgt. Wenn der Lokalredakteur den Brand auf dem Hof Schulte-Sowieso, bei dem 120 Mastschweine getötet worden sind, ausführlich schildert, um Betroffenheit mit Blick auf die Bauersfamilie und deren Existenz zu erzeugen, wird der umweltbewegte Jungleser allenfalls freudig erregt zur Kenntnisnehmen, dass endlich wieder einem der kriminellen Tierausbeuter das wirtschaftliche Aus droht.

    Und überregionale Zeitungen oder gar Journale sind für heutige Nutzer zu statisch, machen optisch zu wenig her und vor allem bedienen sie sich einer Sprache, die außer den Redakteuren kein Mensch der Gruppe der unter Dreizigjährigen spricht geschweige denn versteht.

    Print-Medien und viele Formate des ÖR erreichen große Teile der Bevölkerung nicht bzw. deren Inhalte interessieren sie nicht. Wenn mich etwas nicht interessiert, wozu soll ich dann Kompetenzen auf diesem Feld erwerben. Wozu also einen Führerschein machen, wenn mir Autofahren am Arsxx vorbei geht?

  14. Wenn man sich vor Augen führt, wie über die Schulen in Deutschland in den Zeitungen berichtet wird, kann man verstehen, dass Lehrer zweifeln, welche Nachrichten sie glauben sollen.
    So viele unreflektierte Meldungen, so viele – zum Zeitpunkt der Meldung schon durch Studien widerlegte – Dinge, die Lehrer angeblich nicht können.

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