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Seit Schuljahresbeginn: Dokumentierte Corona-Fälle an bundesweit mehr als 1.000 Schulen (und mehr als 300 Kitas)

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BERLIN. In Schulen hat es seit Beginn des Schuljahres bundesweit mittlerweile 1.030 dokumentierte Corona-Fälle gegeben. Dazu kommen 328 entsprechende Corona-Fälle in Kitas. Dies geht aus Karten hervor, die die Twitter-Initiative #BildungAberSicher erstellt hat. Danach hat es allein im September bundesweit bislang 582 Pressemeldungen über Infektionen bei Schülern und Lehrern gegeben. Mittlerweile häufen sich auch die Berichte, bei denen über zwei oder mehr Infektionen berichtet wird. Dabei sind noch immer nicht alle Bundesländer wieder aus den Sommerferien heraus – Baden-Württemberg startet am morgigen Montag.

Die Karte der Twitter-Initiative #BildungAberSicher dokumentiert die Fälle, die im September durch die Presse gingen (blaue Markierungen betreffen Schulen, die roten Kitas), Screenshot vom 13.9, 8 Uhr.

Die Initiative erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Erfasst werden ohnehin nur Fälle, die durch die Medien – mittlerweile praktisch nur noch lokale – gegangen sind.  Danach waren im August 595 Schulen und 181 Kitas betroffen, obwohl in vielen Bundesländern der Schul- und Kitabetrieb nach den Sommerferien noch gar nicht angelaufen war. Im September kamen an Schulen 435 und an Kitas 147 dokumentierte Corona-Ereignisse hinzu.

Ostdeutsche Schulen und Kitas sind offenbar weniger betroffen

Die neue Verteilung der Fälle in der Fläche, die sich aus dem Schulstart in mittlerweile 15 der 16 Bundesländer ergibt, ist auf den Karten gut erkennbar. Nordrhein-Westfalen war bereits früh ein Schwerpunk des Infektionsgeschehens. Häufungen in Niedersachsen und Bayern sind hinzugekommen. Deutlich wird allerdings auch: Ostdeutschland ist bislang offenbar weniger stark von Infektionen an Schulen und Kitas betroffen.

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Bemerkenswert auch: Gab es bislang vor allem Meldungen über Infektionen von einzelnen Schülern oder Lehrern beziehungsweise Kinder oder Erziehern, die zu Maßnahmen geführt haben, werden nun auch Fälle von Mehrfach-Infektionen an Einrichtungen erfasst. An rund zwei Dutzend Schulen wurden Medienberichten zufolge zwei oder mehr Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet.

In Hamburg gibt es offenbar den ersten Corona-Ausbruch an einer Schule

Der erste Fall, bei dem klar zu sein scheint, dass es Infektionen in der Schule gegeben hat, betrifft eine Schule in Hamburg. An der Heinrich-Hertz-Schule im Stadtteil Winterhude waren in dieser Woche 26 Schüler und drei Schulbeschäftigte positiv getestet worden. Mindestens zwei von ihnen „könnten“ sich in der Schule angesteckt haben, räumte Ties Rabe (SPD), Bildungssenator der Hansestadt, ein. Die Schule wurde nicht geschlossen. Es gilt dort lediglich eine Maskenpflicht auch im Unterricht. (News4teachers berichtet ausführlich über den Fall – hier geht es zum Beitrag.)

Offizielle Daten zum Infektionsgeschehen an Schulen und Kitas in Deutschland gibt es nicht. Die KMK, so ergab eine Nachfrage von News4teachers, führt dazu keine Statistik. Die einzelnen Bundesländer informieren nur sporadisch. In Nordrhein-Westfalen etwa werden Meldungen von Schulen nicht tagesaktuell vom Schulministerium aufgenommen; Zahlen werden lediglich hin und wieder per Umfrage, an der sich nicht mal alle Schulen beteiligen, erhoben.

Bayern, das in dieser Woche in den Schulbetrieb gestartet ist, scheint transparenter mit dem Infektionsgeschehen an Schulen umgehen zu wollen. Dort teilte das Kultusministerium am Freitag mit: Nach Schuljahresbeginn wurden insgesamt 44 Lehrer und 66 Schüler im Freistaat positiv auf das Coronavirus getestet. 227 Lehrer und 1066 Schüler mussten in Quarantäne, eine Schule schloss komplett. Wohlgemerkt: binnen drei Tagen. News4teachers

Hier geht es zur Deutschland-Karte, auf der die Twitter-Initiative #BildungAberSicher von Infektionen betroffene Kitas und Schulen,, über die im Monat September in Medien berichtet wurde, markiert.

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Zum Fremdschämen! Die durchsichtigen Zahlentricks der Kultusminister in der Corona-Krise

 

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