Sexuelle Vielfalt, ein Reizthema an Schulen – der Konflikt schwelt weiter

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STUTTGART. Was Schüler in Baden-Württemberg lernen sollen, war plötzlich Thema in Politik-Talkshows: Um sexuelle Vielfalt ging es, als Demonstranten vor fünf Jahren auf die Straße gingen. Nun ist der Bildungsplan überarbeitet und in Kraft. Doch hat sich etwas geändert?

Die "Demo für alle" mobilisierte in Baden-Württemberg Tausende, die gegen neue Bildungspläne demonstrierten - für München war auch schon eine Kundgebung geplant. Foto: Demo für alle
Die „Demo für alle“ mobilisierte in Baden-Württemberg Tausende, die gegen Bildungsplan-Enwürfe demonstrierten. Foto: Demo für alle

«Schützt unsere Kinder!» stand auf Plakaten. Die «Gender-Ideologie» und «Sexualisierung unserer Kinder» müsse gestoppt werden, hieß es bei den «Demos für alle». Tausende gingen auf die Straße. Tausende protestierten dagegen – mit Regenbogenfahnen für Vielfalt. Der Streit um das Thema sexuelle Vielfalt im Unterricht drohte hier und da zu eskalieren. Angefacht durch eine von der damaligen grün-roten Landesregierung geplante Reform der Bildungspläne.

Eine entschärfte Version trat zum Schuljahr 2016/17 in Kraft. Sie enthält als eine von sechs fächerübergreifenden Leitperspektiven: «Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt». Eine Sprecherin des Kultusministeriums erklärt: «Das Thema sexuelle Vielfalt wird dabei in einen größeren Kontext von Vielfalt und Toleranz gestellt.»

«Die «Sexualpädagogik der Vielfalt» ist in Deutschland gleichwohl weiterhin auf dem Vormarsch»

Von den lautstarken Protesten gegen angebliche Frühsexualisierung ist schon länger nichts mehr zu hören. Die Gruppe sei eh klein gewesen, meinen die Bildungsgewerkschaft GEW und das Ministerium. Dessen Sprecherin erläutert: «Einem Realitätscheck haben diese in Teilen abstrusen Vorbehalte ohnehin nicht standgehalten.»

Dadurch, dass der Bildungsplan überarbeitet wurde, sieht Hedwig von Beverfoerde vom Aktionsbündnis für Ehe & Familie, das die «Demo für alle» organisierte, ihre Kernforderungen erfüllt. Deutschlandweit sei es ebenfalls mit Aktionen gelungen, «Schlimmes zu verhindern und Verantwortungsträger für die Problematik zu sensibilisieren». Doch die Arbeit sei weiter in vollem Gange, erklärt die Frau, die damals auch in Polit-Talkshows präsent war. «Die «Sexualpädagogik der Vielfalt» ist in Deutschland gleichwohl weiterhin auf dem Vormarsch.»

Also alles gut? Das Kultusministerium verweist auf Fortbildungen für Fachleute an den 28 schulpsychologischen Beratungsstellen im Land. Diese sollen ihr Wissen in Sachen sexuelle Vielfalt/Identität auch an Lehrer weitergeben. Zudem erstelle das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) Baden-Württemberg für die Beratungsstellen und die rund 1650 Beratungslehrer an den Schulen eine Handreichung zu Themen der LSBTTIQ-Community (Lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Menschen).

«Seit der groß angekündigten Qualitätsreform sind die Fortbildungsangebote für Lehrkräfte weniger geworden»

ZSL-Präsident Thomas Riecke-Baulecke betont: «Kinder in der Pubertät, die ihre eigene Geschlechtsidentität hinterfragen, können einen sehr großen Leidensdruck haben.» Hier brauchten die Verantwortlichen Sensibilität und müssten jeden Einzelnen ernst nehmen.

Doch aus Sicht der Kritiker ist das zu wenig – und kommt zu spät. «Leider gibt es für die Themen sexuelle Orientierung, sexuelle Identität und LSBTTIQ noch immer kaum didaktisches Material, Aufklärungsprojekte und Fortbildungen für Lehrkräfte und Schulleitungen», bemängelt die Landtagsabgeordnete Brigitte Lösch, die bei den Grünen die Belange von LSBTTIQ vertritt.

Und auch die GEW erwartet mehr Unterstützung für die Umsetzung der Ziele, die mit dem Bildungsplan verbunden sind. «Seit der groß angekündigten Qualitätsreform von Kultusministerin Susanne Eisenmann sind die Fortbildungsangebote weniger geworden», beklagt Landeschefin Monika Stein. Warum Lehrer dringend zum Beispiel Unterrichtsmaterial und Schulungen brauchen, macht sie an einem Beispiel deutlich: «Schwule Sau darf nicht länger eines der am meisten benutzten Schimpfwörtern auf deutschen Schulhöfen sein.»

Kerstin Fritzsche vom Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Baden-Württemberg berichtet ebenfalls, dass Schüler und Lehrer nach wie vor Angst hätten, sich zu outen. Immer wieder löst das Thema auch Kontroversen aus: So setzte das Theater Baden-Baden vor einigen Jahren ein Stück über ein schwules Känguru ab, weil Schulklassen ausblieben. Von «vermehrt gespaltenen Meinungen zum Stück bei einigen Lehrern und Eltern» war die Rede. Die Probleme sind also ganz real da und nicht nur in Theorie – und somit nicht nur auf Papier zu lösen.

Gefordert werden Studien, die einen Überblick über die Lage an Schulen geben sollen

Inzwischen ist das Kultusministerium CDU-geführt. Bei Ressortchefin Eisenmann sei sexuelle Vielfalt nie besonders hoch oben auf der Agenda gewesen, sagt LSVD-Sprecherin Fritzsche. Nun sei Eisenmann im Wahlkampfmodus, da habe das Thema auch keine Priorität. Grundsätzlich glaubt sie aber, dass alle Parteien – außer die AfD – verstanden hätten, dass Politik für LSBTTIQ gesellschaftlich wichtig sei und es sich um eine Querschnittsaufgabe handle.

Um einen Überblick über die Lage an den Schulen zu haben und die Umsetzung des Themas Vielfalt zu evaluieren, fordern LSVD, GEW und Grüne Studien. Was Lehrer konkret machen können, zeigt ZSL-Chef Riecke-Baulecke an einem Beispiel auf: So habe er früher als Sportlehrer in Schleswig-Holstein Tanzunterricht gegeben: «Da kann man das als völlig normal vorleben, dass man seinen Körper bewegt, dass Jungen mit Mädchen, Jungen mit Jungen und Mädchen mit Mädchen tanzen.» Zugleich sei es ein hochsensibler Bereich, weil es um Körperlichkeit gehe. Da sei es wichtig, dass die Lehrer genau hinschauten, ob es zu Konflikten oder gar Mobbing komme.

Beispiele aus dem Bildungsplan

Das Thema sexuelle Vielfalt soll im Unterricht in vielen Fächern unter der Leitperspektive «Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt» behandelt werden. Das baden-württembergische Kultusministerium gibt Beispiele aus dem Bildungsplan:

– Biologie: Schüler in den Klassen 7 und 8 sollen das Thema Fortpflanzung und Entwicklung behandeln. Dabei ist vorgeschrieben, dass sie «unterschiedliche Formen der sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität wertfrei» beschreiben und die «Bedeutung der Sexualität für die Partnerschaft (auch gleichgeschlechtliche)» beschreiben können.

– Gemeinschaftskunde: Schüler der Klassen 8 bis 10 beschäftigen sich mit dem Thema Familie und Gesellschaft. Dabei ist eine Anforderung, dass sie sich auch mit der sogenannten Pluralisierung von Lebensentwürfen befassen.

– Deutsch: Bei der Auseinandersetzung mit literarischen Texten in den Klassen 9 und 10 sollen Schüler eigene und fremde Lebenswelten differenziert vergleichen können – und das auch in Bezug auf geschlechtliche Identitäten oder sexuelle Orientierung.

– Ethik: Für die Klassen 9 und 10 ist eine Auseinandersetzung mit verschiedenen Formen und Auffassungen von Liebe und Sexualität im Spannungsfeld von Freiheit und Verantwortung vorgesehen, zum Beispiel durch Rollenbilder von Partnerschaft, Ehe, Familie, sexueller Identität oder Gender. Dabei soll es auch um Selbstbestimmung gehen. Ähnliche Vorgaben gibt es auch für den Religionsunterricht.

– Geschichte: Hier kann die Verfolgung von Homosexuellen zur Zeit des Nationalsozialismus thematisiert werden. Der Nationalsozialismus wird in den Klassenstufen 9 und 10 behandelt.

Sexuelle Vielfalt steht zwar in Lehrplänen, kommt aber im Unterricht kaum vor

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38 KOMMENTARE

  1. Alle Arten von Schimpfwörtern auf Schulhöfen wie „schwule Sau“ oder auch „Judenschwein“ hätte man längst schon konsequent bekämpfen und ächten können (auch ohne Schulungen und Unterrichtsmaterial), aber man traute sich wohl nicht so recht. Auch „du Streber“ ist bekanntlich eine Herabsetzung bis hin zum Mobbing, die seit über 100 Jahren in Gebrauch ist. Es wurde alles hingenommen.

    Im obigen Artikel fehlt die Information, dass die allermeisten Religionen Homosexualität ablehnen, von den (russisch-)orthodoxen Christen über die orthodoxen Juden und die katholische Kirche, die Evangelikalen, die Pfingstkirchen bis hin zu allen wichtigen Strömungen des Islam. Im iranischen Gottesstaat (und nicht nur dort) kann man noch heute dafür hingerichtet werden. Bei Wikipedia steht eine Sammlung von Zitaten religiöser Führungspersönlichkeiten, die noch heute (!) für Naturkatastrophen die Schwulen verantwortlich machen in dem Sinne, dass es sich um eine Strafe oder Rache Gottes handelt. Wer traut sich, das mal öffentlich und demonstrativ als „Schwachsinn“ zu kennzeichnen? Unsere führenden Politiker sicher nicht, das öffentl.-rechtl. Fernsehen wohl auch nicht (oder erst nach Mitternacht bei Markus Lanz)
    Es ist schizophren, Religion immer nur pauschal als positiv hinzustellen und gleichzeitig die sexuelle Vielfalt im Sinne von LSBTTIQ zu preisen. Eins von beiden geht nur. Da ist noch viel Diskussionsbedarf.

    • Man bedenke auch, dass es aktuell in Deutschland nur eine einzige nennenswerte Gruppe gibt, die auf Basis ihrer Religion Homosexualität oder allgemeine nicht-Heterosexualität offen ablehnt. Allerdings steht diese Gruppe auf einer mindestens genauso schützenswerten Stufe wie die LSBTTIQ-Gruppe. Ich weiß genauso wenig wie Sie, wie man diese kognitive Dissonanz auflösen kann.

  2. LSBTTIQ ist ein heikles Thema, bei dem m. E. eine erhebliche Gefahr der Übertreibung besteht. Um die Kinder ja auch tolerant gegenüber allen möglichen Formen der Sexualität zu erziehen, könnte der Unterricht ins Lobhudeln und Breitreten aller möglichen Spielarten ausarten, die nicht der heterosexuellen Mehrheit entspricht.
    Jedenfalls haben viele Eltern Bedenken in diese Richtung. Ich finde, sie sind nicht ganz unberechtigt. Es kommt auch hier nicht aufs Gutmeinen an, sondern aufs Gutmachen.

    • Dass Kinder altersgerecht an das Thema Sexualität herangeführt werden müssen, ist selbstverständliich. Wie stellen Sie sich denn „Lobhudeln und Breitreten aller möglichen Spielarten“ in der Schule vor? Dass die Schüler einen Bondage-Kurs absolvieren müssen?

      Es ist doch absurd zu glauben, dass – erstens – Lehrerinnen und Lehrer Werbung für sexuelle „Spielarten“ machen und – zweitens – dass eine solche Werbung, selbst wenn es sie gäbe, Schüler davon abbringen könnte, „nicht mehr der sexuellen Mehrheit“ entsprechen zu wollen, wenn sie sich dieser zugehörig fühlen. Es geht um (auch sexuelle) Selbstbestimmung. Dass Fundamentalisten, ob aus dem christlichen oder dem islamischen Lager, mit ihren festgefügten Rollenbildern für Männlein und Weiblein da nicht mitgehen wollen, liegt auf der Hand. Nur sollte das den Staat nicht beeindrucken.

      Das staatliche Erziehungsziel, so beschreiben beispielsweise im Schulgesetz NRW, lautet: „Die Jugend soll erzogen werden im Geist der Menschlichkeit, der Demokratie und der Freiheit (…)“ Mit der Freiheit ist das offenbar so eine Sache.

      • Nicht ganz, lieber Bernd. Die LSBTTIQ-Verbände wünschen sich, dass jede der sieben von ihnen vertretenen Varianten den gleichen Stellenwert wie das H wie Hetero bekommen soll, mindestens aber zusammen 50%, was gemessen am Gesamtbevölkerungsanteil von vermutlich*) deutlich unter 10% viel zu viel ist. Die Frage nach dem Rollenbild von Mann und Frau besonders bezogen auf sexuelle Selbstbestimmung und das besonders in der muslimischen Welt finde ich wesentlich brisanter, weil diese bereits etliche 100000 Schülerinnen unmittelbar betrifft.

        Mir ist vollkommen bewusst, dass LSBTTIQ-Verbände das als homophob ansehen werden würden. Viele konservative Muslime sind das aber leider auch, zudem noch frauenfeindlich. Auch leider ist bezogen auf sexuelle Fragen der Anteil konservativer Muslime in Deutschland sehr hoch, der Anteil christlicher Fundamentalisten fast schon vernachlässigbar gering.

        *) Laut Statista waren 2016 7,3% der Millenials in den USA nicht heterosexuell veranlagt, ältere Jahrgänge deutlich weniger. In Deutschland wird das nicht nennenswert anders sein. Andere Daten, insbesondere keine Daten zu Schülerinnen und Schülern, habe ich auf die Schnelle nicht gefunden.

        • Seit wann ist Bevölkerungsanteil der Maßstab für die Relevanz eines Themas in der Schule? Wie viele Mathematiker gibt es denn in Deutschland – und wie viel Prozent des Schulstoffs nimmt die Mathematik ein?

          • Entfernen sie mal alle Taschenrechner und Kopfrechenkenntnisse oder alle lsbttiq-Verbände aus einem hochtechnisierten Land. In welchem Land. In welchem haben sie geringere Einschränkungen?

          • Indirekt schon, weil Muslime die homophobste Gruppe darstellen und der LSBTTIQ-Verband wie leider sehr oft ein bezogen auf die Fallzahl vergleichsweise vernachlässigbares Problem darstellt und irgendeine Art von politischer Agenda zu verfolgen scheint.

          • Zu Felde ziehen vielleicht nicht, verachten und gewaltsam besonders gegen Schwule vorgehen aber überproportional. Wenn überhaupt sollten sich die Verbände vor Ort, also im mittleren Osten oder in Afrika oder in konservativen Moscheen in Berlin oder Duisburg usw. engagieren und nicht im sicheren allgemeinen Deutschland, wo sie zudem noch Fördertöpfe abgreifen können.

          • Das bestreitet doch niemand – ich habe doch oben selbst geschrieben: „Dass Fundamentalisten, ob aus dem christlichen oder dem islamischen Lager, mit ihren festgefügten Rollenbildern für Männlein und Weiblein da nicht mitgehen wollen, liegt auf der Hand.“

            Es ist aber bezeichnend, dass Sie jede Gelegenheit – in dem Beitrag geht es ausdrücklich um die „Demo für alle“, die von Evangelikalen und der AfD getragen wird – dafür nutzen wollen, ihre Ressentiments gegen Muslime auszubreiten. Nochmal: Auch unter Muslimen gibt es Fundamentalisten – die sind hier aber nicht das (Haupt-)Thema.

        • Nein, Muslime ziehen nicht dagegen zu Felde, das bedeutet aber keine Zustimmung zu dieser „offenen Sexualerziehung“, im Gegenteil. Für die Berufsmoslems in den Verbänden ist das ein Tabuthema, über das man nicht spricht. Wie wär’s denn mal mit einem Interview mit führenden Leuten von Ditib oder Milli Görüs, was die von der „Ehe für alle“ halten? Die werden um das Tabu nur herumschwurbeln und gerdezu starr vor Entsetzen sein, nehme ich an.

        • Der oben verlinkte „Moscheereport“ der Tagesschau ist verschwunden, jemand hat daran gedreht. Bei Google existiert die Adresse aber noch, das beweist ihre Existenz. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Thema war die ganz normale Gewalttätigkeit gegen Schwule in einem bestimmten Milieu.

    • Heikel finde ich Ihre verklemmten Gedanken zu dem Thema, die mehr Einblick in Ihr eigenes Innenleben als die vermeintliche Vermittlungspraxis in Schulen geben. Mich erinnert das in vieler Hinsicht an die Pseudotoleranten, die „nichts gegen Schwule haben, aber müssen die sich unbedingt auf der Straße küssen?“, aber Bilder von knutschenden heterosexuellen Pärchen im Gegenlicht romantisch finden. Wie heuchlerisch das ist, erkennen Sie ja wohl hoffentlich selbst.

      • Sie geben sich zwar alle Mühe, Heuchelei zu „entlarven“, betreiben von Anfang bis Ende jedoch blanke Unterstellung. Sie erkennen nicht, sondern reden etwas herbei, um Andrsdenkende in den Dreck ziehen zu können.
        Toleranz sieht anders aus und zeigt sich ganz wesentlich im Umgang mit anderer Meinung.

  3. Hallo zusammen, ich verfolge dieses Forum schon seit geraumer Zeit, damit ich auch die Ansichten der Lehrer verstehen kann. Nur manche Dinge erschließen sich mir gerade in Sachen Toleranz von Lehrern gar nicht. Gerade wenn ich diesen Artikel lese kann ich mir nicht vorstellen, dass Lehrer überhaupt fähig sind Ansichten von Minderheiten zu akzeptieren. Als Beispiel als Musikvereinsvorstand kann ich einen regelrechten Feldzug gegen den Verein und seinen Mitgliedern vonseiten eines Lehrerehepaars nennen. Der Verein machte Musik an einer gleichgeschlechtlichen Hochzeit. Dieses Lehrerehepaar fand das nicht richtig und mobbt nun alle Kinder die im Verein Musik machen während des Unterrichts. Schüler wurden schon beim Verein durch die Eltern abgemeldet, wenn die Kinder die Schule verlassen würden sie wiederkommen. Der vom Verein übernommene Flötenunterricht an der Schule wurde gestrichen, weil der Verein nicht die allgemeinen Wertvorstellungen repräsentiert, das würde sogar der Zeitung zugespielt. Wir als Vereinsvorstände werden massivst angegriffen und denunziert. Von der Schulleitung ist keine Hilfe zu erwarten, wir sollen es aussitzen. Dieses Lehrerehepaars sieht man im Ort nie, nur wenn es darum geht irgendwelche Leute niederzumachen, die ihre Weltanschauung nicht teilen, dann kommen sie auf den Plan. Ihre Schüler werden genau in diese Richtung geprägt. Wenn Kinder beim Musikverein ein Instrument lernen wollen, werden die solange beeinflusst, bis sie es aufgeben. Bei Gesprächen mit anderen Vereinsvorständen und den zugehörigen Verbänden sind wir keine Ausnahmen sondern es ist der Normalzustand, dass sich Lehrer ganz besonders Lehrerehepaare so aufspielen und keine andere Meinung dulden. Das ist jetzt nicht nur meine eigene Erfahrung und ich Frage mich wie man so jemanden auf die Jugendlichen loslassen kann. Die Kinder, die den Verein verlassen müssen kommen weinend zu mir und erzählen wie sie von den Lehrern gepiesackt werden. Vielleicht gibt es hier ja eine Antwort darauf, wenn vernünftigere Lehrer das Lesen. Bis jetzt gab es noch nirgends Rat oder Hilfestellung.

      • Ich denke in ein paar Jahren, wenn alle diese Situation hinter sich gelassen haben, wird man sicher über solch eine Anekdote schmunzeln können. Aber der Schaden, der in der Gegenwart angerichtet wird, ist doch immens. Nicht nur für den Verein sondern auch für die Schule an der das Paar „unterrichtet“. Das ehemals gute Verhältnis zwischen der Bevölkerung und hilflosen Lehrerkollegen ist wohl noch längere Zeit zerrüttet. Zum Glück ist meine Tochter schon älter. Was mich nur so bedenklich stimmt ist, dass dieses Lehrerpaar nicht zur älteren Generation gehört, sondern zu den Jungen. Da muss in Richtung Toleranz wohl einiges in der Lehrerausbildung im Argen liegen. Ich jedenfalls habe meine Schlüsse für die Zukunft gezogen.

      • Was soll so ein überheblicher Kommentar denn ? Haben sie sich selbst wieder erkannt?
        Muss man Menschen immer gleich nieder machen, wenn sie nicht in des Fuchses Küstenbild passen? Und sich dann wundern, wieso unser Berufsstand überall so angesehen ist… Bitter!

    • Ähnliches kann ich nur bestätigen, bei uns im Sportverein liefen 2 Jungs einer Lehrerfamilie mit, die die Leistung nicht erbrachten und starteten dann nur in der 2. Riege. Die beiden Eltern liefen Sturm und machten in nah und fern den Verein schlecht. Die Sportler und zugleich Schüler bei denen hatten nur noch Probleme und schlechte Noten. Es half alles nichts, sogar der Bürgermeister konnte nichts ausrichten. Dieses Ehepaar hatte nichts anderes mehr zu tun als unsere Vereinsmitglieder irgendwie zu drangsalieren. Soziale Ausgrenzung im Privaten ging nicht, denn sie waren total isoliert und grüssten und sprachen nie mit jemandem aus der Stadt. Ausser bei der Gründung von irgendwelchen BIs tun sie sich hervor in denen auch wieder nur Lehrer und Pensionäre sich profilieren. So verloren wir viele jugendliche Mitglieder, weil sie in der Schule benachteiligt wurden. Ich hoffe, das waren nur Einzelfälle, aber so arrogante und besserwisserische Leute sind mir noch nie untergekommen. Das passt jetzt nicht genau zum Thema aber andere Meinungen sollte man gerade als Lehrer und besonders in der Schule doch akzeptieren. In unserer Stadt hat sich die Einstellung gegenüber Lehrern sehr verschlechtert und ist von Misstrauen geprägt.

    • Es tut mir wirklich weh, so etwas lesen zu müssen. Leider gibt es unter Lehrern immer noch diese Menschen die meinen, die absolute Meinung gepachtet zu haben. Das ist unerträglich. Und ein Auswuchs des Beamtentums. Sie wissen, es wird ihnen nichts passieren. Ich kenne viele Geschichten aus meinem langjährigen Berufsalltag, bei denen man einfach nur den Kopf schütteln kann. Die Schulleitung wird ihre Erfahrungen mit den Paar gemacht haben. Dieses Paar wird alle juristischen Mittel für sich nutzen. Ohne den Beamtenstatus wären wie bestimmt schon lange entlassen worden. Solche Sachen kann man sich als Angestellter nicht leisten. In jedem Kollegium sitzen Menschen, die für den Beruf nicht geeignet sind, die komplett überfordert sind oder deren Arbeitsleistung an Arbeitsverweigerung grenzt.
      Es tut mir wirklich leid für ihren Verein und die Kinder. Die jeweiligen Eltern werden wohl still halten, weil sie negative Auswirkungen auf ihre Kinder fürchten. Vielleicht hilft es, sich als Verein ans Schulamt zu wenden. Da muss man allerdings auch wieder Glück haben, an wen man da gerät. Ein Versuch ist es aber auf jeden Fall wert. Ich drücke die Daumen.

      • Ich habe vor einiger Zeit auch schon über Erfahrungen mit einem von der Bevölkerung der Stadt abgeschotteten Lehrerehepaar berichtet. Dafür würde ich hier runtergemacht. Da kamen Kommentare wie, „Was will denn eine Akademikerin mit einem einfachen Handwerker anfangen? oder Lehrer haben so wenig Freizeit, dass sie nur mit anderen Lehrern Zeit verbringen können, für Lehrer beginnt das Wochende erst samstags und endet sonntags um 22 Uhr, weil sie montags unterrichten müssen.
        Ich sehe darin eher Überheblichkeit von Seiten der Lehrer. Und kommt es doch Mal zu privaten Kontakten und Gesprächen wird man von oben herab behandelt. Da kann ich mir auch nicht vorstellen, dass aufgrund ihrer sexuellen oder religiösen Einstellung Randgruppen nicht benachteiligt werden. Wenn Schüler die Angehörige dieser Minderheiten sind in der Schule von Lehrern schon benachteiligt werden, dann ist das für ihre Zukunft nicht gerade förderlich. Und wie sie sich dann später an ihre Lehrer erinnern und sich dann auch Verhalten, sollte jedem klar sein.

    • Lieber Gregor, ich erlebe Lehrer eher als das Gegenteil dessen, was Sie beschreiben. Lehrkräfte zeigen gern überaus tolerantes, verständnisvolles und fortschrittliches Denken. „Ansichten von Minderheiten“ sind ihnen besonders wichtig und dürfen keineswegs nachrangig behandelt werden. Manchmal nervt mich sogar dieses Betonen von Rücksichtnahme auf alle möglichen Bedürfnisse und Interessen der Schüler und Eltern.
      Deswegen wundert mich Ihre Erfahrung mit dem Lehrerehepaar.

      Wahrscheinlich hat Küstenfuchs recht, wenn er schreibt: „Ihr Beitrag ist von ausschließlich anekdotischer Relevanz!“ Das könnte er auch zu meiner gegenteiligen Beobachtung sagen. Von persönlich bekannten Einzelfällen auf die Gesamtheit zu schließen, ist immer eine fragwürdige Sache.

  4. @Bernd
    Sie haben gestern geschrieben: „Wie sich dem Beitrag oben entnehmen lässt, sind es aber nicht Muslime, die gegen eine offene Sexualerziehung zu Felde ziehen.“

    Besser müsste es heißen: „Wie sich dem Beitrag oben entnehmen lässt, sind es aber nicht Muslime, die gegen eine offene Sexualerziehung AUCH OFFEN zu Felde ziehen.“

    Mir ist lieber, man tritt offen gegen eine Sexualerziehung nach Vorstellung des LSBTTIQ-Verbandes ein, als dass man heimlich dagegen wettert, sich der Öffentlichkeit aber als tolerant präsentiert.
    Der „Demo für alle“ kann man diese Doppelmoral nicht vorwerfen, den Sprachrohren der Muslime aber schon.

    • Manche Leute sind halt naiv gegenüber der gesellschaftlichen Wirklichkeit in der muslimischen Bevölkerung, stattdessen glaubt man dem Gesäusel irgendwelcher scheinheiligen Funktionäre, die da was schönreden. Schwulenhass gehört zu dieser Wirklichkeit einfach dazu, da können die Funktionäre reden was sie wollen. Die Neue Zürcher Zeitung spricht Klartext, ist aber gewiss nicht als Hetzblatt bekannt:
      https://www.nzz.ch/international/schwulenhass-islamismus-und-realitaetsverweigerung-in-neukoelln-Id.1586497
      Da steht zum Beispiel was von alltäglichen Angriffen auf schwule Paare, die Polizei rät denen, lieber wegzuziehen, und alles bezieht sich auf einen Stadtteil mit besonders hohem Anteil von Muslimen. Vieles scheint darauf hinzudeuten, dass das Faustrecht des Stärkeren wieder eingeführt wird. Ein neues Wort habe ich da auch gelernt: „Kravattenislamisten“. Das ist offenbar ein Pendant zu den Kravattenextremisten bestimmter Parteien, die seriös aufzutreten versuchen und sich in Sonntagsreden zum Grundgesetz bekennen, es tatsächlich aber lieber bekämpfen würden. Analog bei den Kravattenislamisten, die sich pro forma zum Grundgesetz bekennen, aber nur die Artikel gelten lassen wollen, die koran-kompatibel sind, weil doch der Koran über allem steht. Und das ist immer unterschiedlich auslegbar.

  5. Es geht doch in erster Linie um die Einstellung von mir als Lehrer im täglichen Umgang. Erziehung ist Vorleben. Es ist mir doch total egal, ob irgendwelche Religionen oder Vereine völlig veraltete Einstellungen haben.
    Jeder Mensch soll lieben wen sie oder er will. Wo ist da das Problem? Wer andere Einstellungen hat, der ist nicht geeignet mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten.

    • Korrekt. Es reicht, dass man den Kindern vorlebt und nahebringt, dass es tatsächlich kein Problem gibt. Die Forderungen der LSBTTIQ-Verbände sind maßlos übertrieben. Die Frage ist aber leider, wem die Anhänger des christlichen Fundamentalismus oder des Islam mehr glauben, dem Prediger oder dem Lehrer. Leider sehe ich den Prediger im deutlichen Vorteil.

    • Sie haben mit der Erziehung als einer Sache des Vorlebens sicher recht. Das was „gepredigt“ und als Gottes Werturteil dargestellt wird, hat aber sicher auch Einfluss, besonders dann, wenn es mit dem Vorleben Hand in Hand geht.
      „Jeder Mensch soll lieben, wen sie oder er will“, ist zwar eine Binsenweisheit, trotzdem in dieser absoluten Formulierung nicht frei von Bedenken. Würden Sie das z. B. auch einem Pädophilen zugestehen und das Ausleben seiner sexuellen Neigung gutheißen?

      • Anbetung eines pazifistischen Hippies, eines militanten Warlords oder eines fliegenden Spagettimonsters ist selbstverständlich erlaubt, solange die Konsequenzen daraus nicht gegen geltendes Recht verstoßen. Pädophilie, Kinderehen, Mehrfachehen, Verwandtenehen sind Beispiele für Verstöße. Leider gibt es Imane, die ein vergessenes Gebet für verwerflicher halten als die Hochzeit mit der Kusine.

        • Warum sollte ein Imam das nicht tun? Auch das Bürgerliche Gesetzbuch verbietet die „Hochzeit mit der Kusine“ nicht – sind wir also alle islamistische Fundamentalisten, ohne es zu ahnen?

      • Man kann auch alles missverstehen wenn man das für seine Polemik hier braucht. Es geht um Schülerinnen und Schüler. Da gibt es noch keine Pädophilen. Eure Diskussion hier ist wirklich haarsträubend. Kann ich beeinflussen, was irgendwo irgendwelche Erwachsenen denken? Nein. Also bleibt mir mein täglicher Umgang. Ich bin Lehrer und kein Messias. Und ihr auch nicht. Findet Euch damit ab.

        • Wenn dem so ist, braucht man in der Schule das Thema sexuelle Veranlagung und Selbstbestimmung überhaupt nicht mehr anzusprechen. Mit 10 Jahren ist der Zug schon nahezu, mit 14 komplett abgefahren.

          • Und immer weiter alles falsch verstehen Georg. Toll kannst du das. Prima. So macht diskutieren echt Spass. NICHT

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