Krankenkassen-Daten: Corona grassiert vor allem in Sozialberufen – Erzieher mit an der Spitze. Familienminister relativiert das

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BERLIN. In keiner anderen Berufsgruppe Deutschlands sind so viele Beschäftigte am Coronavirus erkrankt wie in der Altenpflege. Nur knapp dahinter: Beschäftigte in Gesundheitsberufen – gleichauf mit Erziehern/Sozialarbeitern. Dies geht aus einem aktuellen Branchenvergleich der Barmer hervor. Wie NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) heute bekanntgab, haben sich in den sechs Wochen seit Jahresbeginn nach offiziellen Daten allein in Nordrhein-Westfalen rund 600 Erzieherinnen und Erzieher mit dem Coronavirus infiziert. Er relativiert diese Zahl allerdings.

Erzieherinnen und Erzieher tragen ein hohes Infektionsrisiko. Foto: Shutterstock

Im Januar seien bei Beschäftigten in den nordrhein-westfälischen Kindertageseinrichtungen 402 Infektionen festgestellt worden, und im Februar seien bislang 187 Infektionen diagnostiziert worden, so Stamp. Sein Ministerium rechnet vor: Insgesamt gebe es in den Kitas und in der Tagespflege im Land rund 168.000 Beschäftigte. Das soll offenbar bedeuten: Kleiner Anteil, nicht so schlimm.

Die Kitas in Nordrhein-Westfalen waren in den vergangenen Wochen trotz des Lockdowns geöffnet; es gab lediglich einen Appell der Landesregierung an die Eltern, ihre Kinder möglichst zu Hause zu lassen – dem nach Angaben des Familienministeriums Ende Januar drei von fünf Eltern folgten. Ab kommenden Montag, wie News4teachers hier berichtet, werden die Kitas wieder für alle Kinder geöffnet.

Stamp behauptet, dass auch Erzieherinnen mit Schnupfen erfasst worden seien – das ist falsch

Den Eindruck, dass Erzieherinnen und Erzieher gar nicht besonders gefährdet sind, versucht auch der Minister zu erwecken. Durch eine falsche Interpretation von Krankenkassenzahlen sei der Eindruck entstanden, so behauptet Stamp in einem Brief an Eltern, dass das Infektionsrisiko in Kitas besonders hoch sei. Das stimme aber so nicht. Bei den Zahlen der Krankenkassen sei es nicht allein um Covid-Fälle gegangen, sondern es seien alle Krankmeldungen etwa wegen Husten, Schnupfen oder Fieber eingeflossen, bei denen sich das Kita-Personal «in vorbildlicher Weise aus Vorsicht» beim Arzt gemeldet habe.

Dabei bezog sich Stamp offenbar auf eine Erhebung der AOK vom Dezember, über die News4teachers seinerzeit ausführlich berichtete. Erfasst wurden nach ausdrücklichen Angaben der Krankenkasse jedoch nur Fälle, bei denen der Arzt eine Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung im Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose gestellt hatte – demnach sind also keineswegs alle Krankmeldungen in die Statistik eingeflossen, wie Stamp meint.

Das Ergebnis der AOK-Ergebung: Kita-Beschäftigte waren von März bis Oktober 2020 am stärksten von Krankschreibungen im Zusammenhang mit Covid-19 betroffen. In diesem Zeitraum hatten 2.672 je 100.000 Beschäftigte in dieser Berufsgruppe krankheitsbedingt im Zusammenhang mit Covid-19 an ihrem Arbeitsplatz gefehlt. Damit liegt deren Betroffenheit mehr als das 2,2-fache über dem Durchschnittswert von 1.183 Betroffenen je 100.000 AOK-versicherte Beschäftigte. Die Zahlen geben keinerlei Hinweis darauf, dass bei Erzieherinnen und Erzieher sich – anders als bei andere Berufsgruppen – schon wegen Husten oder Schnupfen Corona diagnostiziert worden wäre.

Und der AOK-Befund wird nun auch noch von einer aktuellen Analyse der Barmer Ersatzkasse gestützt, die gestern veröffentlicht wurde. Erwerbstätige in Erziehung, Sozialarbeit und Heilerziehungspflege waren mit jeweils 7,3 je 1.000 Barmer-versicherten im vierten Quartal 2020 wegen einer Covid-19-Infektion krankgeschrieben – sie liegen damit gleichauf mit den Beschäftigten in Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst, Geburtshilfe und nur knapp hinter Erwerbstätigen in der Altenpflege (7,6 je 1.000 Erwerbstätige).

„Corona grassiert vor allem in Sozialberufen“, so ordnet Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer, das Ergebnis ein. „Deshalb ist es auch dringend erforderlich, dass sich die Beschäftigten konsequent impfen lassen, sobald sie an der Reihe sind und der Impfstoff verfügbar ist.“ Entwarnung klingt anders. News4teachers / mit Material der dpa

Schutzlos in der Kita – eine Erzieherin klagt an: „Ich frage mich, wie lange ich die tägliche Angst auf der Arbeit noch aushalte“

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41 KOMMENTARE

  1. Erzieher und Lehrer sind neben Alten- und Krankenpflege die Berufsgruppe mit der höchsten Vulnerabilität.

    Weshalb wird diese nachgewiesene Tatsache von der STIKO nicht berücksichtigt?

    In der Impfreihenfolge der Stiko sind Lehrer und Erzieher immer noch in Gruppe 5.

    Nach Vulnerabilität müssten sie nach Gruppe 1und vor Gruppe 2 eingeordnet werden.

  2. Schlimm ist nicht nur, dass er die AOK-Studie anzweifelt, sondern ab kommenden Montag „alle Kinder in den Tageseinrichtungen herzlich Willkommen sind“.
    Allen Mutationen, Brandbriefen von Erziehern, Forderungen nach mehr Arbeits-und Gesundheitsschutz zum Trotz!
    Jetzt gibt es keinen Weg zurück, und müssen uns dem Wohl oder Übel beugen, trotz der großen Angst. Hilflosigkeit macht sich breit…Und die Gewerkschaft hat mit am Tisch gesessen!
    Auf die können wir nicht zählen! Unfassbar!!

  3. @ n4t,
    „Das Ergebnis der AOK-Ergebung: Kita-Beschäftigte waren von März bis Oktober 2020 am stärksten von Krankschreibungen im Zusammenhang mit Covid-19 betroffen. … Die Zahlen geben keinerlei Hinweis darauf, dass bei Erzieherinnen und Erzieher sich – anders als bei andere Berufsgruppen – schon wegen Husten oder Schnupfen Corona diagnostiziert worden wäre.“

    Die Zahlen geben keinen Hinweis darauf? Inwiefern? Die Zahlen geben eher keinen Hinweis darauf, ob … Sie treffen dazu einfach keine Aussage! So sieht es doch aus. In der ersten Welle wurde man „wegen Corona“ krankgeschrieben, wenn man Symptome hatte, ohne dass man einen Test bekam, denn den gab es nur bei ganz bestimmten Symptomen. Oft gingen Personen vorsorglich in Quarantäne und wurden entsprechend krankgeschrieben. Das ist mir selbst so gegangen.

    Man weiß also gar nicht auf Grundlage der Zahlen, ob die Personen, die wegen Corona krankgeschrieben wurden, auch wirklich Corona hatten. (Genauso wie andere Corona hatten, die nicht krankgeschrieben worden waren.)

    • Die Betroffenen wurden aufgrund einer Corona-Diagnose krankgeschrieben. Punkt. Alles andere sind Vermutungen (auch von Herrn Stamp), für die es keinerlei Belege gibt.

      Sie sind allerdings auch irrelevant für das relative Infektionsrisiko, weil es keinen Anhaltspunkt dafür gibt, dass nur Erzieherinnen und Erzieher „wegen Schnupfens“ krankgeschrieben wurden, Angehörige anderer Berufsgruppen aber nicht. So oder so bleiben Erzieherinnen und Erzieher den Krankenkassen-Daten zufolge eine in der Corona-Pandemie besonders gefährdete Berufsgruppe.

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

      • @n4t
        „Die Betroffenen wurden aufgrund einer Corona-Diagnose krankgeschrieben. Punkt.“

        Wie erfolgte diese Diagnose in der Zeit, als man sich auch per Telefon bis zu 7 Tage krankmelden konnte und als man Arztpraxen mit Corona-Symptomen gar nicht betreten durfte? Ich finde, Sie machen es sich zu einfach.

        • Wir finden, die Landesregierungen machen es sich zu einfach. Es gibt keine wissenschaftlichen Untersuchungen darüber, wie groß das Infektionsrisiko für Erzieher und Lehrer tatsächlich ist – und keine Landesregierung hat ernsthaft versucht, dieses zu ermitteln.

          Die beiden Krankenkassen-Erhebungen ergeben starke Indizien dafür, dass das Risiko hoch ist. Wie sollte es auch anders sein? Erzieherinnen und Erzieher und auch viele Lehrkräfte arbeiten ungeschützt mit Körperkontakt, es gibt keine Masken, keine Luftfilter, keine Kleingruppen – und das Märchen, Kinder seien nicht infektiös, ist wissenschaftlich längst widerlegt (und wird interessanterweise auch gar nicht mehr von Politikern erzählt, die damit noch vor wenigen Monaten durch die Medien tingelten).

          Diese Indizien gilt es erst einmal zu widerlegen. Und zwar mit Fakten, nicht mit Behauptungen.

          Hier zur Frage, ob Kinder infektös sein können: https://www.news4teachers.de/2021/02/schulen-sind-keine-pandemie-treiber-drosten-erklaert-den-kultusministern-warum-der-satz-keinen-sinn-macht-und-fordert-endlich-eine-ehrliche-debatte/

          Herzliche Grüße
          Die Redaktion

          • Dass das Risiko, also die Infektionszahlen in Kita/Schule nicht erhoben wurden seitens der Länder ist völlig unbegreiflich. Man muss beinahe denken, es sollte nichts erkennbar werden.
            Ich glaube, es war z.B. Österreich, wo jede Schule wöchentlich Meldung erstatten musste, was vorlage.

        • @tsundoku3
          Auch in dieser Zeit wurde man im Regelfall nur dann mit der Diagnose COVID-19 krankgeschrieben, wenn diese Diagnose mit einem PCR-Test bestätigt wurde; ansonsten wurde eine Erkältung/grippaler Infekt bescheinigt. Die Diagnose COVID-19 bedeutet nämlich eine Quarantäne für die Kontaktpersonen ersten Grades – also die Haushaltsangehörigen. Ohne Bestätigung durch einen PCR-Test hätte diese nicht verhängt werden dürfen. Aufgrund der massiven Zugangsbeschränkungen zu einem PCR- Test ist also eher davon auszugehen, dass viele COVID-19- Erkrankungen lediglich als grippaler Infekt in den Statistiken der Krankenkassen auftauchen. Von daher ist die Zahl der an COVID-19 erkrankten Erzieher vermutlich sogar deutlich höher anzunehmen.

  4. Die Untersuchung ist schon deshalb sehr relativ, da kein einziger Lehrer dabei ist, da diese klassischerweise privat versichert sind. Streng nach dem Motto: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

    • Das stimmt nicht ganz. In der AOK-Erhebung wurden durchaus auch Daten angestellter Lehrkräfte erfasst – und weil die Zahlen auf 100.000 Versicherte bezogen wurden, ist ein Vergleich durchaus möglich. Lehrkräfte lagen bei den Infektionen im Mittelfeld.

      Was allerdings ebenfalls zu berücksichtigen ist: In den Zeitraum der AOK-Erhebung fielen lange Zeiten der Schulschließungen und der Ferien, in denen sich Lehrkräfte naturgemäß nicht in der Schule anstecken konnten – wenn man die Präsenztage der unterschiedlichen Berufsgruppen in die Betrachtung einbezöge, läge das Risiko für Lehrkräfte wahrscheinlich ebenfalls höher als das für die meisten anderen Berufsgruppen. Dies ist aber nur eine Vermutung unsererseits.

      Deutlich wurde hingegen, dass insbesondere Förderschullehrer ein erkennbar höheres Infektionsrisiko tragen.

      Hier nachzulesen: https://www.news4teachers.de/2020/12/von-wegen-kitas-sind-sicher-von-allen-berufsgruppen-sind-erzieher-am-staerksten-von-krankschreibungen-wegen-corona-betroffen/

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

    • Es gibt immer mehr LIT, die kassenversichert sind. In einigen Bundesländern gibt es für Lehrkräfte kaum noch eine Verbeamtung.

    • Das privatärztliche Versicherungssystem bestimmt im gleichen Maße die Abbildung der Erkrankungsstatistik der Ärzte im GKV-Bereich, da dieses Personal, welches im direkten Kontakt mit an SARS-CoV-2 infizierten Patienten in den Notfallambulanzen, den Infektionsabteilungen und den Intensivstationen der Kliniken sowie des Rettungsdienstes tritt, überwiegend privat versichert ist.
      Auch bei den Lehrern muss man auf anderem Wege an Infektionszahlen gelangen, hier die privaten Krankenkassen, die eben auch nicht immer alle Erkrankungen an SARS-CoV-2 erfassen, da sich nicht jeder dort krank meldet.
      Da erhält man eher valide Zahlen über die Berufsgenossenschaften, die über die Betriebsärzte über derartige Covid-Erkrankungen informiert werden.

  5. Wir können auf die Gerwerkschaften nicht nur nicht zählen, sondern auch getrost verzichten. In einer Zeit, in der wir sie am meisten gebraucht haben, wurden wir vollkommen in Stich gelassen. Somit haben sie auch keine Daseinsberechtigung mehr.

    • Vor allem die GEW zeichnet sich seit Jahren für genau nichts aus. Mein Austritt vor 3 Jahren habe ich nie bereut, sehe mich mit jeder Äußerung, die ich in der Presse lese bestätigt. Und ihre tolle Rechtsberatung ist auch komplett für die Füße. Wer da immer noch Mitglied ist, dem kann man nicht mehr helfen.

      • Dito! Bin vor fünf Jahren ausgetreten, weil dieser unlustige Karnevalsverein sein eigentliches Ziel seit Jahrzehnten verfehlt.

  6. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass in diversen Foren und Kommentarspalten der Erzieher und Lehrer dazu aufgerufen wurde, sich angesichts angeblich mangelnden Gesundheitsschutzes eben einfach (fälschlicherweise) krankzumelden. Das habe ich doch auch hier erst kürzlich wieder gelesen! Wenn nur 10% das tatsächlich gemacht haben, kann das schon die Unterschiede erklären. Ich kenne an meiner Einrichtung 2 Erzieherinnen, die sich krankgemeldet haben, als es darum ging, wer die Notbetreuung übernimmt. Freitag waren sie noch putzmunter da und haben heftig geschimpft über die Notbetreuung. Am Montag hieß es plötzlich, die sind krank, die kommen nicht!

    • Stellen Sie sich vor, das soll es geben, dass ich an einem Tag gesund bin und drei Tage später krank (ganz abgesehen davon, dass man mit solchen Unterstellungen sehr vorsichtig sein sollte). Außerdem wurde man telefonisch nicht „coronakrank“ geschrieben, da war die Diagnose für die Krankenkasse „grippaler Infekt“.

    • Dann plauder ich auch mal. Ich arbeite in der Notbetreuung. Und bei dem, was da abgeht, hätte es außerhalb Kitas und Schulen Anzeigen wegen diverser Verstöße gegeben! Aber angeblich ist das ja alles sicher, weil die Hygieneregeln ja zu 100% selbst von den Kleinsten eingehalten werden können! Komischerweise scheint dies unter Erwachsenen nicht umsetzbar, weshalb viele Läden geschlossen werden, obwohl sie Hygienekonzepte entwickelt haben.

  7. Hier ein sehr guter Artikel über das Leugnen von fachwissenschaftlichen Erkenntnissen, wie wir dies durch die KuMis erlebt haben und aktuell gerade wiedererleben in Bezug auf die dritte, sich durch Mutationen aufbauende Welle von SARS-CoV-2:

    https://www.zeit.de/kultur/2021-02/corona-experten-wissenschaft-christian-drosten-melanie-brinkmann-kritik/

    Alle rhetorischen Muster werden beschrieben, alle beschwichtigenden, ins Unglück führenden politischen Handlungen des Unterlassens und des kurzfristigen „Beglückens“ von potentiellen Wähler*innen. Das oben geschilderte Beispiel mit Stamp, der die AOK-Daten falsch reinterpretiert, um sich und anderen ein gutes Gewissen zu verschaffen, passt 100% zu den Ergebnissen der journalistischen Analyse aus dem Zeit-Artikel.

  8. Während sich Krankenschwestern mit vermeintlich Infizierten abgeben müssen sind es bei uns in der Erziehung vermeintlich gesunde Kinder!!!! Da sieht man aber doch, dass ein gesundes Kind nicht gleichzusetzten ist mit einem NICHT infizierten Kind. Beschäftigten in Erziehung ist es „gelungen“, gerechnet an REINEN Einsatztage, also Tage von Ferien und Schul/Kitaschließungen abgerechnet – in etwa gleich viele Erkrankungen zu „erzielen“, wie Krankenpflegepersonal nur in deutlich kürzerer Zeit!!!
    Wir tragen demnach mit Abstand ein höheres Risiko, werden aber weiterhin bei der Impfung massiv vernachlässigt!!!!
    Das ist absolut Menschenverachtend und unverschämt. Berufe in der Erziehung sind demnach also absolut minderwertig und nicht schätzenswert anzusehen, dabei tragen WIR alle hier den größten Beitrag für eine laufende Wirtschaft!!!

      • Mit wir sind nicht Personal mit Infizierten gemeint, sondern wir Kitapersonal, Lehrer und weitere Beschäftigte in Schulen und Kita…..Prio1 sind wir alle wirklich nicht obwohl wir gemessen auf die Zeit der Kontakte ein höheres Risiko tragen

    • Das sehe ich auch so. Ich bin wirklich fassungslos, was da gerade alles nicht läuft und wenn dann doch was kommt, ist das wenig zielführend. Ich habe vor ein paar Wochen gekündigt und lache noch immer über den Brief, der dann kam. Sinngemäß stand da, ob ich mir sicher bin, die vielen Vorteile als Gewerkschaftsmitglied wirklich aufgeben zu wollen. Seitdem denke ich angestrengt nach, aber mir fallen einfach keine Vorteile ein, die ich durch die GEW in den letzten Jahren hatte!

  9. Eine vor 2 Wochen ausgewertete Umfrage des Netzwerk Kindertagespflege NRW, bei der knapp 5000 Kindertagespflegepersonen mit fast 15.000 zu betreuenden Kindern abgefragt wurden, ergab, das 78% der Kinder voll und ganz in der Betreuung waren/sind, in den gebuchten Zeiten, da dort nicht gekürzt werden durfte.
    Da sind die Zahlen von Herrn Stamp ein wenig komisch, wenn er sagt, es wären nur 25%.

    Wir hoffen für alle im Bildungs- und Erziehungsbereich, dass sich durch die Mutationen die Situation nicht verschlimmert und nicht noch mehr Mitarbeiter erkranken.

  10. Meines Wissens nach ist das eine Statistik, die einen Ansatzpunkt für ein erhöhtes Risiko bei den Beschäftigten liefert.
    Anstatt der Sache nun mit Massentests nachzugehen, ducken sich die KM wieder weg oder rechnen sich die Zahlen klein.
    Denn: Die Ergebnisse der Studien würden die Bevölkerung stark verunsichern. Zudem müsste der Arbeitsschutz auch auf die Erzieher und Lehrer angewandt werden.
    Oder kann mir hier irgendeiner erklären, warum ich ab Montag mit bis zu 30 (Fast) Erwachsenen auf 50qm hocken darf, während Firmen Homeoffice umsetzen müssen, wenn zwei Mitarbeiter in einem 20qm Büro sitzen?

  11. Ich bin einigermaßen erschrocken, wie undankbar sich hier einige gegenüber der GEW äußern und mit ihren Austritten protzen. Wäre ich die GEW, würde ich jetzt gar nichts mehr für die Lehrer tun. Sie sind eh nie zufriedenzustellen. Typisch Lehrer?

    Die GEW hat in etlichen Bundesländern durchgesetzt, dass Grundschullehrer wie alle anderen Lehrer verdienen. Die GEW hat durchgesetzt, dass jeder Lehrer einen Dienstlaptop bekommt, obwohl fast kein Lehrer einen Dienstlaptop braucht (also die meisten ihn wohl einfach in der Familie weiterreichen, den neuen oder den alten). Die GEW macht gerade in der Pandemie gehörig Druck auf die Landesregierungen bzgl. Hygienevorschriften in den Schulen (Masken, Abstand, halbe Klassen etc.).

    Ja, die GEW erreicht auch nicht alles, weil andere Interessengruppen ihren Druck machen.

    Man hat das Gefühl, die Lehrer (die hier motzen), nehmen alles, was sie kriegen können, und fangen sofort wieder neu zu jammern an; stehlen sich aber aus der „Gemeinschaft zur Durchsetzung ihrer Interessen heraus“, denn das kostet und das zahlen die GEW-Mitglieder! Denkt mal über euch nach, liebe Ex- und Nicht-GEW-Mitglieder. (GEW nur als Beispiel natürlich!)

    • Oh mein Gott, @Honigkuchenpferd,

      „Die GEW hat in etlichen Bundesländern durchgesetzt, dass Grundschullehrer wie alle anderen Lehrer verdienen. Die GEW hat durchgesetzt, dass jeder Lehrer einen Dienstlaptop bekommt, obwohl fast kein Lehrer einen Dienstlaptop braucht (also die meisten ihn wohl einfach in der Familie weiterreichen, den neuen oder den alten). Die GEW macht gerade in der Pandemie gehörig Druck auf die Landesregierungen bzgl. Hygienevorschriften in den Schulen (Masken, Abstand, halbe Klassen etc.).“

      Was habe ich da verpasst?

      Kein Dienstlaptop, sondern für viel Geld einen besseren angeschafft, seit die Schulen in Distanz gingen. (Sie können gerne meinen alten von 2006 haben! Damals war er teuer!)

      Kein A13 für Grundschullehrer (gut das kann man nicht allein der GEW zuschreiben, bei uns ist es der Philologenverband, der massiv dagegen wettert!)

      Weder Abstand noch halbe Klassen in SH.

      Und NEIN, ich „motze“ nicht, auch wenn Sie damit versuchen, mich lächerlich zu machen! „Motzen“ und „Jammern“ wird gerne als Totschlagargument benutzt von Menschen wie Ihnen, die unser Grundgesetz nicht für ALLE angewandt wissen wollen!!

      Ich fordere einfach das, was jedem AN zusteht:
      Gesundheitsschutz, stellen der Arbeitsmittel durch den AG.
      Heute im Morgenmagazin: Für das Homeoffice muss jeder Arbeitnehmer nicht nur alle technischen Geräte, sondern auch Schreibtisch und Bürostuhl zur Verfügung stellen, so nicht beim Arbeitnehmer vorhanden. Das ist geltendes Recht!

      Warum sollte das Ihrer Meinung nach zwar für Büroangestellte, die ziemlich sicher auch einen privaten PC haben, aber nicht für Lehrer gelten??? Sind Sie so eine Art Rassist??? Messen Sie mit zweierlei Maß, je nachdem ob Ihnen die Berufsgruppe „passt“ oder nicht?
      Und ja, ich bin GEW-Mitglied und zahle jeden Monat viel Geld ein!

      Nach Ihrem unsäglichen Kommentar denke ich aber daran auszutreten. Ich hoffe nur, Sie sind kein bezahlter GEW-Schreiber!!??

    • Ich staune, was die GEW so alles durchgesetzt haben soll, frage mich aber in welchem Bundesland, in meinem auf jeden Fall nicht. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass die GEW sich erheblich lauter und zielführender für Arbeitsschutz stark machen würde, das vermisse ich. Da geht es dann auch nicht allein um die „immer jammernden Lehrer“, sondern eben auch um die Erzieher, die noch weniger geschützt sind. Die Mitgliedschaft in der GEW hat mir in 20 Jahren an noch keiner Stelle einen Vorteil gebracht, aber ich habe immer meinen nicht gerade niedrigen Beitrag von ca 40 Euro im Monat gezahlt, d.h. ich zahle fast 500 Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr für die Mitgliedszeitung, eine eventuelle Rechtsberatung (die ich noch nie genutzt habe). Wenn ich daran denke, mit wieviel Geld ich die GEW in 20 Jahren unterstützt habe, da hätte ich mir gewünscht, dass man politisch für mich kämpft. Aber allein schon beim Thema „Inklusion“ fühle ich mich von der GEW einfach nur im Stich gelassen, denn ich will Inklusion, aber unter machbaren Umständen, das ewige Ideologie-Geschwafel von wegen „Inklusion um jeden Preis“ ertrage ich nicht mehr, während ich allein und ohne Förderschullehrer in meiner Klasse den Inklusionskindern nicht gerecht werden kann.

  12. Sie verdrehen sich die Tatsachen aber auch, bis sie passen!
    Nur zum Thema Dienstlaptop: Wieso schreiben Sie es der GEW als „Erfolg“ auf die Fahnen, dass es – Jahre zu spät, denn wir arbeiten schon lange mit digitalen Geräten! – die Zusage für einen Dienstlaptop gibt? Ohne genaue Aussage, wann der kommen soll? Und dann wagen Sie es, Lehrer schlecht zu reden, die sich auf eigene Kosten Privatgeräte angeschafft haben, um ihren dienstlichen Verpflichtungen nachkommen zu können? Pfui, sag ich da nur!! Natürlich gebe ich mein Privatgerät in der Familie weiter, wenn ich ein Dienstgerät bekomme! Es ist immerhin mein PRIVATGERÄT! Und zwei brauche ich wirklich nicht!
    Deshalb, was die „Bemühungen“ der Gewerkschaft angeht, sage ich nur: zu wenig, zu spät! Und genau das kreiden wir der GEW auch an. Wobei man sagen muss, dass sich gerade keine Gewerkschaft mit Ruhm bekleckert…

  13. Wir richtigen LehrerInnen werden doch von anderen Verbänden vertreten!
    Die sind zwar auch recht ausbaufähig im Erfolg des Engagements, aber haben vor allem die Lehrkräfte im Blick. Für Primarstufen- und Kita- Tanten gibt die GEW sicher alles!

    • Das finde ich auch. Schliesslich sind wir Lehrer Beamte. Warum sollten wir Mitglied einer Gewerkschaft sein? Gewerkschaften sind etwas für Arbeiter. Genauso wie wir „richtigen Lehrer“ privat versichert und nicht in die Rentenkasse einzahlen.

      • Was für ein Quatsch, liebe @Lydia L 82!
        Ich zahle jeden Monat viel Geld in die GEW ein, auch wenn ich nichts aus der „Streikkasse“ bekomme, da ich nicht streiken darf! Tue es aber für ErzieherInnen und angestellte LuL.
        Klar zahle ich viel Geld für eine private Versicherung von meinem Nettogehalt!
        Die Beihilfe spart sich ja an mir eine goldene Nase:
        Selbstbehalt von 200€, kein Zuschuss für Brille oder Hörgerät, keine Reha, Zuzahlung bei Medikamenten bei inzwischen 20%, kein Zuschuss für Impfungen oder Brustkrebsvorsorge.
        Und mein Bruttogehalt ist niedriger als bei einem Angestellten, da das Land für meine Rente aufkommt.

        • Dann bezahlen Sie ja sicher auch für die Erzieherinnen in die Rente ein, von der Sie ja nichts haben. Wer glaubt denn sowas? Übrigens, die IG-Metall sucht auch Mitglieder. Treten Sie doch bei und bezahlen für die Arbeiter dort ein.

  14. Für Erzieher tut die GEW aber so gut wie nichts. Politiker auch nicht. Selbst die Statistiken der Krankenkassen werden ja nicht mal ernst genommen.Da wird mit Argumenten geworfen,die einfach peinlich sind.Aber keiner dieser „Würdentreter“ würde auch nur einen Fuss in eine Kita/Schule setzen.Es mag Krankenscheine gegeben haben,aus Angst vor der Ansteckung. Aber ist die Angst davor nicht auch berechtigt,wenn man sogar als Höchstrisikopatient an Kind arbeiten muss?Das ist Selbstschutz und kein Grund für Kritik.Arbeitsschutz ist ein Fremdwort geworden und auch die Kinder werden nicht geschützt, ihre Familien nicht. Nur die ganz Alten scheinen überhaupt des Schutzes wert.Man weiß über Covid noch lange nicht alles. Aber die Sterblichkeit Ü80 ist nur ein Bruchteil.Auch jüngere Menschen OHNE Vorerkrankungen können sehr lange,wenn nicht für immer,unter den Folgen leiden.Das wird in den Medien aber nicht aufgegriffen.Alles,was die Öffnung von Kitas und Schulen infrage stellt,wird unterschlagen!!!

  15. Stell sich einer diesen Widerspruch vor – dass ausgerechnet Kitas und Grundschulen jetzt wieder öffnen (bzw. eigentlich die ganze Zeit – jedenfalls in Thüringen – offen waren). Und die angeblichen strengen Schutzvorkehrungen existieren in der Realität überhaupt nicht!!!

  16. Ich überlege gerade, warum Erzieher nicht verbeamtet werden… oder besser doch nicht?
    Verliert sich dadurch doch bei so manch „richtigen „Pädagogen die Empathie, die es so dringend braucht für die Arbeit mit Kindern…

    Die Kita-Tante

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