Start Politik Können Schulen nach Osterferien wieder öffnen? Laschet will das bundeseinheitlich klären –...

Können Schulen nach Osterferien wieder öffnen? Laschet will das bundeseinheitlich klären – und das Schul-Chaos der Länder beenden

130
Anzeige

BERLIN. Schluss mit dem Corona-Flickenteppich an Schulen – das wünschen sich viele Deutsche. NRW-Ministerpräsident Laschet will dazu einen Konsens der Länder herstellen, «den wir alle verbindlich umsetzen». Die Mehrheit der Bundesbürger würde Schulschließungen derzeit begrüßen. Das Problem: In Ostdeutschland ist das Meinungsbild ein anderes.

Schafft es Laschet als neuer CDU-Vorsitzender, das Schul-Chaos der Bundesländer zu beseitigen? Foto: Land NRW

Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet will eine bundesweit einheitliche Regelung erreichen, wie es für die Schulen in der Corona-Pandemie nach den Osterferien weitergeht. Diese sollten die Länder selbst treffen und nicht der Bund. «Ich wünsche mir, dass alles, was wir in den kommenden Wochen tun, möglichst bundeseinheitlich erfolgt. Das ist auch in Schulfragen möglich», sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident im Gespräch in Berlin. «Es kann einen Konsens der Kultusministerkonferenz geben, den wir alle verbindlich umsetzen.»

Ob die Schulen nach den Osterferien wieder öffnen werden, ist Laschet zufolge noch nicht entschieden. Bis zum Ferienende müsse eine bundeseinheitliche Antwort her, damit die Schulen sich vorbereiten können. Er gehe davon aus, dass «wir bis zum Ende der nächsten Woche Klarheit haben, wie es mit dem Schulstart und den sicheren Bedingungen ist». In jedem Fall müsse gewährleistet sein, dass in jeder Schule zweimal pro Woche getestet werden könne und sich Schüler dem Test nicht entziehen.

Die Bundesländer haben bislang alle Versuche, Schutzmaßnahmen in Kitas und Schulen an Schwellenwerte zu koppeln (wozu etwa Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU, schon im Herbst drängte), scheitern lassen. Die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts für die Schulen, die unter anderem Wechselunterricht ab einem Inzidenzwert von 50 vorsehen, wurden von den Kultusministern ignoriert – wie News4teachers immer wieder berichtete. Auch Nordrhein-Westfalen hielt sich nicht daran.

«Die Perspektive, dass vielerorts den Lehrkräften ein Impfangebot gemacht werden kann, entpuppt sich als Fata Morgana»

Laut einem Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags kann der Bund über das Infektionsschutzrecht den Ländern weitreichende Vorschriften zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bis hin zu Schulschließungen machen, die diese genau umzusetzen hätten.

Nach dem Astrazeneca-Impfstopp für Menschen unter 60 Jahren warnt der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vor Problemen bei der Öffnungsstrategien der Schulen. «Die sich abzeichnende Perspektive, dass vielerorts den Lehrkräften ein Impfangebot gemacht werden kann, entpuppt sich damit als Fata Morgana», sagte VBE-Chef Udo Beckmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. In Berlin wurden bereits die 40.000 Beschäftigten der weiterführenden Schulen in der Impfreihenfolge zurückgestuft, wie der “tagesspiegel” berichtet.

Bund und Länder hatten am Dienstag entschieden, den Impfstoff von Astrazeneca in der Regel nur noch für Menschen über 60 einzusetzen. Bei 2,7 Millionen verabreichten Astrazeneca-Dosen waren 31 Verdachtsfälle einer Hirnvenenthrombose gemeldet worden. Davon verliefen neun Fälle tödlich. Experten vermuten, dass das sehr geringe Risiko nur junge Menschen betrifft.

Mit einer ersten Astrazeneca-Dosis geimpfte Menschen unter 60 Jahren – betroffen sind Tausende von Grundschullehrern und Erzieher – sollen nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für die zweite Impfung auf einen sogenannten mRNA-Impfstoff umsteigen. Das steht in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschlussentwurf der Stiko. In Deutschland sind momentan die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen. Das Astrazeneca-Präparat ist ein sogenannter Vektorimpfstoff.

Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens sagte dem «Spiegel», über das Risiko bei zweimaliger Impfung mit dem Astrazeneca-Mittel könne man derzeit nur spekulieren, da erst wenige Menschen beide Spritzen erhalten hätten. «Der naheliegende Ausweg ist aus meiner Sicht, es gar nicht zu probieren, sondern zur Sicherheit eben als Alternative einen RNA-Impfstoff zu geben.» In Tierexperimenten habe sich gezeigt, «dass die Immunreaktion nach heterologer (zweiter) Impfung gleich ausfällt. Man muss noch wissenschaftlich klären, wie gut der Schutz dann beim Menschen ist. Ich hoffe, dass dazu bald Daten vorliegen.»

Nach wie vor unklar ist, ob Geimpfte andere anstecken können oder nicht. «Es ist unerträglich, dass diese Schlüsselfrage immer noch nicht von der Bundesregierung beantwortet wird», sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. «Das RKI als oberste Pandemie-Behörde muss endlich für Klarheit sorgen, ob Geimpfte infektiös sind oder nicht.» Ohne amtliche Bestätigung seien Angaben von Impfstoff-Herstellern praktisch wertlos. Zuletzt weckte eine Studie aus den USA die Hoffnung, dass mit den Vakzinen von Pfizer/Biontech und Moderna geimpfte Menschen in den meisten Fällen keine Dritten mehr anstecken können und Infektionsketten so unterbrochen werden.

Die bedenkliche Entwicklung der Infektionszahlen überschattet auch in diesem Jahr wieder das Osterfest. Eine deutliche Mehrheit der Deutschen will an Ostern nicht verreisen. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 60 Prozent, dass sie an dem langen Wochenende noch nicht einmal einen Tagesausflug planten. 10 Prozent wollen im Inland verreisen, etwa um Verwandte oder Freunde zu besuchen, weitere 2 Prozent wollen ins Ausland. Bei 19 Prozent der Befragten steht mindestens ein Tagesausflug ins Umland ihres Wohnorts auf dem Osterprogramm. 6 Prozent hatten sich zum Zeitpunkt der Umfrage noch nicht entschieden, 4 Prozent machten keine Angaben.

Die Regierungen von Bund und Ländern haben in ihrem jüngsten Beschluss zur Bekämpfung der Corona-Pandemie eindringlich dazu aufgerufen, «auf nicht zwingend notwendige Reisen im Inland und auch ins Ausland zu verzichten – auch hinsichtlich der bevorstehenden Ostertage». Sie sehen Mobilität als einen wesentlichen Pandemietreiber. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wiederholte den Appell am Donnerstag in einer Videobotschaft. Wegen der immer weiter steigenden Zahl von Corona-Infektionen solle es ein Osterfest «im kleinen Kreis, mit sehr reduzierten Kontakten» werden, sagte sie.

“Die Priorität der Kultusministerinnen und Kultusminister liegt darauf, die Schulen so lange wie möglich offen zu halten“

Die Kultusminister hatten allerdings bei ihrem jüngsten Video-Treffen am 18. März beschlossen, sich bei ihren Maßnahmen für den Schulbetrieb von Inzidenzwerten – und damit auch von der vereinbarten Notbremse – zu verabschieden. „Die ausgeweitete Testung von Kindern und Jugendlichen dient dem Ziel, den Schulbesuch für Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte sicherer zu machen und Infektionen zu identifizieren. Dadurch kann eine höhere Zahl von festgestellten Infektionen hervorgerufen werden und sich die Inzidenz in den Ländern erhöhen. Bei Entscheidungen über den Schulbetrieb ist daher perspektivisch zu prüfen, das Kriterium der Inzidenz um weitere Kriterien zu ergänzen.“ Welche weiteren Kriterien? Das bleibt in dem Papier ungesagt.

Dafür heißt es: „Viele Kinder und Jugendliche leiden unter der Pandemiesituation. Damit die Folgen nicht dauerhaft ihr Leben begleiten, liegt die Priorität der Kultusministerinnen und Kultusminister darauf, die Schulen so lange wie möglich offen zu halten“, so heißt es im Beschluss wörtlich. Zu den direkten Gesundheitsgefahren für Schüler und Lehrer durch Infektionen – kein Wort. Im Gegenteil. Wer auf die Ansteckungsgefahr hinweist, wird von der KMK in die Ecke von Kinderhassern geschoben. „In diesem Zusammenhang betonen die Kultusministerinnen und Kultusminister nachdrücklich, dass Kinder und Jugendliche nicht als Gefahr für alle an der Schule Beteiligten stigmatisiert werden sollen.“

In der Folge des Beschlusses zeichnet sich ab, dass die Bundesländer bei den Bildungseinrichtungen in entgegengesetzte Richtungen unterwegs sind: Während Sachsen und Sachsen-Anhalt angekündigt haben, die Kitas und Schulen unabhängig von steigenden Inzidenzwerten offenzuhalten, hat Bayern einen Stufenplan eingeführt, der den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts folgt. Der Plan sieht vor, dass die Schulklassen erst bei einem Inzidenzwert unter 50 in den vollständigen Präsenzunterricht zurückkehren. Zwischen 50 und 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche erfolgt für alle Jahrgänge Wechselunterricht. Bei einem Wert von über 100 gilt weitgehend Distanzunterricht.

Mehrheit der Bürger ist für Schließungen von Schulen und Kitas – aber nicht in Ostdeutschland

Wie will Laschet die Länder in dieser Gemengelange auf eine gemeinsame Linie bringen? Ein politisches Argument hätte er: Eine Mehrheit der Deutschen wäre einer Umfrage zufolge allerdings dafür, dass Schulen und Kitas angesichts der aktuellen Corona-Lage wieder geschlossen würden. 52 Prozent würden dies «eher» oder «voll und ganz» befürworten, wie eine aktuelle Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab. 34 Prozent würden einen solchen Schritt «eher» oder «voll und ganz» ablehnen, 14 Prozent machten keine Angabe. Ein mögliches Problem dabei: Westdeutsche (55 Prozent) sprechen sich demnach deutlich häufiger für eine Schließung aus als Ostdeutsche (41 Prozent). News4teachers / mit Material der dpa

Schul-Chaos: Sachsen lässt die Kitas und Schulen in jedem Fall offen – Söder bremst: Schutz der Schüler ist oberster Maßstab

Anzeige

Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei
130 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments
S.
5 Jahre zuvor

Bundeseinheitlich sollte nun der Präsenzunterricht ausgesetzt werden und Fernunterricht erfolgen bis ältere Schüler*innen, Eltern und Pädagogen geimpft sind. Alles andere macht keinen Sinn mehr. Zugleich müssen alle Schulen mit Luftfiltern und Plexiglasscheiben ausgestattet werden. Denn bis zum Herbst wird es keinen Impfstoff für Kinder geben und einige müssen zwangsläufig in die Notbetreuung.
Hat Spahn überhaupt schon Impfstoff bestellt für die Altersgruppe unter 16? Vermutlich nicht. Hat ja selbst keine Kinder und der Schnellste ist er auch nicht. Er hat ja erst diese Woche gesagt, dass es nun jedes Jahr Impfungen geben muss gegen Covid-19 und entsprechende Kapazitäten da sein müssten. Das wussten wir im Forum schon vor einem Jahr. Wann handelt dieser Mann?

Wunder SAM
5 Jahre zuvor

Ich glaub’, mich tritt ein Pferd!

Aktuell – wenn es nicht auf Regionsebene klappt, einheitliche Regeln zu definieren und durchzusetzen – dann klappt es auch nicht im GROßEN!

NTV-Online 02.04.
Coronavirus-Liveticker +++ 20:18 Gericht kippt Ausgangssperre in Hannover +++
Das Verwaltungsgericht Hannover hat mehreren Eilanträgen gegen Corona-Ausgangsbeschränkungen in der Region der niedersächsischen Landeshauptstadt stattgegeben. Damit sei die Pflicht der Antragsteller ausgesetzt, die Beschränkungen zu beachten, teilte das Gericht mit. Alle anderen müssen sich daran halten. In der Region Hannover ist das Verlassen von Wohnungen und Häusern derzeit zwischen 22.00 und 5.00 Uhr nur mit triftigem Grund erlaubt. Nach Auffassung des Gerichts ist dieser Eingriff in die Grundrechte nicht vom Infektionsschutzgesetz gedeckt, das sehr hohe Anforderungen an die Rechtfertigung solcher Maßnahmen stelle. Die Region habe “insbesondere nicht hinreichend dargelegt, dass der Verzicht auf Ausgangsbeschränkungen zu einer wesentlichen, im Umfang der Gefahrenrealisierung gewichtigen Verschlechterung des Infektionsgeschehens führen würde”.

Und das BESTE KOMMT zum SCHLUSS!
Weil ich nicht Antragsteller bin, muss ich mich weiterhin an die Ausgangssperre halten, die anderen nicht!
Seid Ihr jetzt allesamt bekloppt, oder ist das bereits die Folge der Corona-Gehirnnebel?
Artikel 3. (1) GG Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich, ist wohl außer Kraft gesetzt?

Andre Hog
5 Jahre zuvor
Antwortet  Wunder SAM

Das steht da allen Ernstes drin??
Wie geil ist das denn??
Bestätigt aber meinen Eindruck, dass die Richter an den OVGs mittlerweile auch keinen Überblick mehr haben.

Andre Hog
5 Jahre zuvor
Antwortet  Andre Hog

Habe nochmal nachgedacht!
Kommt ja oftmals nix bei rum…aber jetzt gerade habe ich den Gedanken, dass man das Urteil ja auch mit einer Pflicht koppeln könnte. (STICHWORT:Rechte und Pflichten in einer Demokratie sind immer aneinander gekoppelt)
Die Antragsteller hätten von den Richtern dazu verpflichtet werden müssen, die Zeit zwischen 22 Uhr abends und 5 Uhr morgens auf der Straße zu verbringen….incl einer umfassenden Kontrolle ihrer Erfüllung….die Kollegen der Ordnungsämter, die tagsüber die Leute in den Parks und auf den Uferpromenaden drangsalieren haben in dem Zeitfenster doch nix zu tun und könnten das überwachen.
Ich wäre gespannt, ob es Anschlussklagen andere Leute zu diesem Thema geben würde.

Monika, BY
5 Jahre zuvor

Ein Ergebniss offener Schulen..wollen wir das wirklich?

Monika, BY
5 Jahre zuvor

Das erste Pandemie Jahr war nur eine Ouvertüre. Erst jetzt wird es ernst.

Die ganze Welt weiß schon Bescheid, Laschet und Co. ebenso. Also was soll jetzt das alles noch.

Angemerkt
5 Jahre zuvor

@Andre Hog
einfach köstlich, Ihre Beiträge.

Sie müssen unbedingt ins politische Kabarett,
wenn’s mit der Erfüllung des Lehrauftrages nichts mehr wird…
Der “Lasche Laschet” und andere s.g. “Entscheidungsträger” liefern Stoff genug.
Weiter so

Rike
5 Jahre zuvor

Ein Airbus A320 hat ungefähr 180 Sitzplätze. Jeden Tag sterben in Deutschland um die 200 Menschen an COVID 19, also ungefähr ein Airbusabsturz pro Tag . In Hochzeiten hatten wir über 1000 COVID- Tote pro Tag, das entspricht 2 Abstürzen eines A 380. Pro Tag!!! Wie viele Tage hätte es gedauert, bis es ein absolutes Flugverbot gegeben hätte?? Keine Woche, wenn überhaupt.
Und was passiert bei COVID?? Ist die Politik schon so abgestumpft?
Wieviele Milliarden hat die Lufthansa bekommen: 8 oder waren es sogar 10???
Wenn man nur einen Bruchteil davon genommen und die Schulen coronasicher gemacht hätte, wir wären so viel weiter.

Andre Hog
5 Jahre zuvor
Antwortet  Rike

Sehr richtig!!! Seit Monaten meine Dauerschleife!!!

alter Pauker
5 Jahre zuvor
Antwortet  Andre Hog

Ich hänge mich noch dran: Hätte man die 150€ Kindergeld nach Corona Art, die jetzt kommen, anders geplant, hätte man damit alle Luftreiniger in jedem Klassenzimmer bezahlen können (100€ pro Schüler).

Heinz
5 Jahre zuvor

Wie war das mit dem sprudelnden Quell kreativer Ideen?

Grundschullehrer
5 Jahre zuvor
Antwortet  Heinz

Die Politik auf Länderebene hat in der Pandemie versagt. Krachend. Das wissen jetzt mittlerweile alle. Und was folgt daraus? Wird sich Merkel einschalten? Sollen wir noch weiter “abwarten”? Die Folgen werden verheerend sein.

Berufspädagoge
5 Jahre zuvor

Besser anstecken im SCHULBUS: Nur so zur Erinnerung: Nach KM Marco Tullner (CDU) sind die Schüler in Sachsen-Anhalt nicht die Treiber der Pandemie – es sind wahrscheinlich die Busfahrer der Schulbusse , die sich immer auf Coronapartys tummeln. Daher geht es jetzt wieder wie vor den Osterferien im Ferienfahrplan (!!!) zum Testen in die Schulen des Burgenlandkreis (LSA): https://mobil.naumburger-tageblatt.de/lokales/viele-fahrer-krank-oder-in-quarantaene-kein-schulbus-nach-ostern-38252720. Die 7-Tage-Insidenz liegt bei 319 – dank Modellprojekt dürfen trotzdem alle in den Präsenzunterricht. Noch Fragen?

Grundschullehrer
5 Jahre zuvor
Antwortet  Berufspädagoge

Wurde denn überhaupt mal gefragt, ob man sich an so einem “Modellprojekt” beteiligen möchte. Immerhin werden da jede Menge Daten erhoben. Darf so ein wissenschaftliches Modellprojekt überhaupt ohne Zustimmung der TeilnehmerInnen stattfinden? Haben die Eltern der SchülerInnen ihr Einverständnis dazu gegeben?

Wunder SAM
5 Jahre zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

In Niedersachsen haben Weil & Co. gerade 14 Regionen den Status ‘Modellprojekt’ zuerkannt!
https://www.ms.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/land-wahlt-14-kommunen-fur-corona-modellprojekte-aus-199167.html

“Die Ministerin bedankte sich bei den kommunalen Spitzenverbänden für deren Kooperation. Man habe leider nur eine begrenzte Zahl an Kommunen auswählen können. „Aufgrund der insgesamt hohen Inzidenzwerte wollen wir die Öffnungen nur in einem zeitlich und räumlich eng begrenzten Rahmen testen.”

Na ja, man plant derweil schon die Ausweitung der Modellprojekte auf 11 weitere Regionen.
Hat sich Frau MINISTERIN auch bei den MITARBEITERN DER ITS für deren KOOPERATION BEDANKT!
—>
Sicherlich nicht!!!!

Lönneberga
5 Jahre zuvor

Ich habe hier viele gute Beiträge gelesen und trage Euren Frust und Befürchtungen mit. Was ich aber vermisse, ist der tatsächliche Wille etwas zu ändern. Wenn nur ein Viertel der User ihre Zeit mit Strafanträgen statt mit Lamentieren verwenden würden, wäre Frau Gebauer vielleicht schon nicht mehr in der Lage, weiteren Schaden anzurichten.
Ich möchte dazu ein juristisches Gleichnis geben:
Angenommen ich bemerke vor einer längeren Autofahrt abgefahrene Reifen und zusätzlich noch kleinere Risse. Mein Nachbar kommt hinzu, will mir gute Reise wünschen und wir diskutieren darüber, ob man es doch wagen kann. Ich fahre schließlich los und prompt platzt ein Reifen auf der Autobahn. Es kommt zu einem Auffahrunfall mit Sachschaden und Leichtverletzten; insofern hätte ich sogar noch Glück gehabt (keine Toten). Vor Gericht bräuchte ich mich nicht unwissentlich stellen, da ich ja mit meinem Nachbarn über die Ausgangslage beim Auto geredet habe und mir klar sein musste, dass es die sehr wahrscheinliche Möglichkeit eines Unfalls gäbe – auch mit weiterreichenden Folgen. Es käme sicherlich zu einer Verurteilung aus grober Fahrlässigkeit, wenn nicht sogar aus Vorsatz.
Eine vergleichbare Situation ist letztendlich vor den Osterferien an der Schule meiner Frau entstanden. Hohe Inzidenzen im Einzugsgebiet bis 153 und fast ausschließlich nur noch das Vorhandensein der Britischen Virusmutation (wie laut GA in ganz Dortmund). Der OB der Stadt wollte die Schulen deshalb nicht öffnen, bekam aber von Ivy der Eiskalten und ihrem Staatssekretär die Dienstanweisung es doch zu tun. Die Schulleiterin, der die Ausgangslage unwiderlegbar bekannt war, folgte dienstbeflissen wie im Milgram-Experiment der Anweisung von Frau Gebauer. Beide, die Dienstanweisende und die Angewiesene, führten in genauer Kenntnis des Risikos den Schulbetrieb fort. Es kam wie es kommen musste (und von uns voraus gesagt war): nur einen Tag später der erste Fall; der zweite Fall am darauf folgenden Tag mit nachgewiesener Mutation in einer anderen Klassengruppe führte zu 14-tägiger Quarantäne OHNE Verkürzungsmöglichkeit bei meiner Frau (ich selbst war praktisch mitgefangen). 5 Tage nach der völlig verantwortungslosen Fehlentscheidung saß die halbe Schule in Quarantäne. Da wir Strafanzeige gemäß §§ 13, 239, 323c StGB in dutzenden Fällen gegen unsere Bildungsministerin und weitere erstattet haben, denen die körperliche Gesundheit ihrer Schutzbefohlenen völlig egal zu sein scheint (es gab sogar Corona-Schmerzzustände bei Betroffenen und auch meine Frau konnte wegen ihrer Quarantäne nicht mehr zu einer Spritze wegen Hexenschusses, von der psychischen Belastung einmal abgesehen), gab es entsprechenden Wirbel in der lokalen Presse, die allerdings unseren materiellen Aspekte zu sehr in den Vordergrund stellte (Verlust der Osterferien und eines Immobilienkaufes in Schweden). Eltern waren über uns sehr erbost (schließlich forderten wir die Schulschließung, wir bekamen Beschimpfungen und Drohungen ab, die Lehrerverbände zeigten allerdings Verständnis. Unsere große Sorge war allerdings nicht der Verlust einer Reise (laut vielen Usermeinungen haben ja Lehrer keinen Anspruch darauf, weil es uns eh zu gut geht), sondern dass nach Ostern der ganze Schlamassel erneut losgeht: wenige Stunden Unterricht, danach Quarantäne oder sogar schwerere Erkrankungen. Meine Frau hat wenig Lust auf die Fortführung dieses Russisch-Rouletts an ihrer Schule.

Michael I
5 Jahre zuvor

“Laschet die Kinder zu mir kommen”, weiß nicht mehr genau, wer das gesagt hat, könnte Kretschmann gewesen sein.

alter Pauker
5 Jahre zuvor
Antwortet  Michael I

…immerhin hat BW Kretschmann auch genuschelt, dass die Schulen nach Osterferien zu bleiben. Mit Rückgrat. Lieber manchmal schwäbisch nuscheln, als die Funktion des Sprechorgans und des Anus zu verwechseln, wie viele andere auf dem Posten…

alter Pauker
5 Jahre zuvor

Ja nee, eines ist doch klar, wie ein kleiner Junge, der Angst vor den anderen hat, schreit er jetzt um Hilfe (“Ich hole meine großen Brüder und Schwestern, die halten zusammen und dann müsst ihr das machen, was ich will ! “) . Typische Reaktion eines verunsicherten Führungsschwächlings und Kleingeists, welcher seine Felle davonschwimmen sieht und der versucht, im erhofften Rückhalt der anderen Länder Chefs, seine eigene Regierungs-Rasselbande, die er nicht unter Kontrolle bekommen kann, durch den Druck der anderen Länder auf Kurs zu bringen.
… aber keinen blassen Dunst hat, wie er das erreichen kann – soll es doch ausschließlich dazu dienen, sich selbst in besserem Licht darzustellen.

Wenn ich mir ihn nur in Gesprächen mit führenden Politikern anderer Länder vorstelle….

Dieser Mann als Bundeskanzler wäre auf der ganzen Welt eine Blamage für uns!

Gott schütze Deutschland!