Nachholbedarf: Viele Grundschüler wegen Corona ohne Radfahrausbildung

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ERFURT. Der Corona-Lockdown hat starke Auswirkungen auf die Radfahrausbildung von Schulkindern gehabt. «Vielerorts konnte aufgrund der angespannten Infektionslage der letzten Zeit der praktische Teil der Radfahrausbildung leider nur eingeschränkt oder gar nicht erfolgen», hieß es etwa aus dem Thüringer Verkehrsministerium in Erfurt.

Sicheres Radfahren will gelernt sein. Foto: Shutterstock

Zwar sei die praktische Ausbildung weiterhin an die regionalen Inzidenzwerte geknüpft, mit der Entspannung der Corona-Lage gingen die Projekte aber langsam wieder los, sagte die Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht (LVW) Thüringen, Katrin Jakobi. Das sei besonders wichtig, da viele Kinder nach der Grundschule ihren täglichen Schulweg mit dem Fahrrad zurücklegen. Um ihnen Sicherheit beim Radfahren zu vermitteln und das Wissen um wichtige Verkehrszeichen und Vorfahrtsregeln aufzufrischen, bieten einige Wachten auch 2021 in den Ferien Kurse an, welche freiwillig von den Schulen und den Kindern genutzt werden können.

Auf den Übungsplätzen sollen Teile der Radfahrausbildung laut Bildungsministerium im Rahmen bildungsunterstützender Sommerferienkurse nachgeholt werden. «Viele Schulen kommen bereits von sich aus auf die Wachten zu und melden Bedarf an», sagte Jakobi. Da es sich um ehrenamtliche Tätigkeiten handle, könne jedoch kein flächendeckendes Angebot unterbreitet werden. «Verkehrserziehung im Kindesalter ist enorm wichtig, so auch die Radfahrausbildung», sagte Jakobi. Ob sich die fehlende Ausbildung in naher Zukunft im Unfallgeschehen widerspiegeln werde, bleibe abzuwarten.

Die Fahrradausbildung ist in Thüringen Teil des Lehrplans. In den ersten drei Schuljahren werden die Jungen und Mädchen schrittweise ans Radfahren herangeführt, im vierten Schuljahr findet die theoretische und praktische Ausbildung in den mobilen oder stationären Jugendverkehrsschulen statt. Im Regelfall durchlaufen sie alle Grundschulkinder. Ausnahmen gelten beispielsweise für Kinder mit starken körperlichen Beeinträchtigungen oder Behinderungen. dpa

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10 KOMMENTARE

  1. „Auf den Übungsplätzen sollen Teile der Radfahrausbildung laut Bildungsministerium im Rahmen bildungsunterstützender Sommerferienkurse nachgeholt werden“
    Meine Güte, diese Sommerferien müssen ja zwei Jahre oder länger sein, bei dem, was man da angeblich alles aufholen können soll.Ferienkurs in Mathe, in Deutsch, in einer Fremdsprache, im Radfahren… Warten wir doch mal ab, bis noch Schach und Chinesisch dazu kommen…
    Im Ernst: Ferien sollten Ferien sein!

  2. Schon schlimm, dass Kinder heutzutage nicht mehr radfahren könnrn, weil auch diese Aufgabe vom Elterhaus an die Schule delegiert wurde.

    • Kinder können Radfahren. Und Eltern delegieren das sicher nicht an die Schule.
      Es geht bei so einer Ausbildung zum Sicherheit. Verhalten im Straßenverkehr.
      Das ist genau das gleiche mit dem Schwimmen. Sicher können Eltern das ihren Kunden verbringen.
      Aber oft ist es schwierig alles Elternteil sein Kind davon zu überzeugen, mal zu tauchen oder Angst zu überwinden. In einer Gruppe mit anderen und einem Lehrer, fällt es den Kindern leichter.

  3. Kinder können nicht mehr schwimmen, nicht mehr Radfahren …… Die Schulen sollen alles richten. Gibt es eigentlich noch Eltern, die sich um ihre Kinder kümmern und ihnen gewisse Alltagsfertigkeiten beibringen? Auch die haben einen Erziehungsauftrag.

    • Bei uns dürfen die Kinder erst mit dem Fahrrad in die Schule fahren, wenn sie ihre Fahrradprüfung abgelegt haben! Bei uns ist es so, dass der Verkehrserzieher der örtlich zuständigen Polizeidienststelle diese Prüfungen bei den Viertklässlern abnimmt. Und diese Fahrradprüfung fand bzw findet derzeit anscheinend in manchen Orten nicht statt! Darum ging es bei dem Kommentar! Und nicht, dass die Kinder nicht mehr Fahrrad fahren können und dass die Eltern wie immer wieder zu faul und zu blöd seien, ihren Kindern das Fahrradfahren beizubringen!

      • Die Fahrradprüfung ist nur Alibi für die Schulen. Verbieten dürfte man nämlich nicht, dass die Kinder (auch schon ab Klasse 1) mit dem Fahrrad zur Schule kommen. Dies liegt im Ermessen der Eltern.

        • Das ist mir schon klar! Ich wollte damit nur sagen, dass es bei dem Beitrag um die Fahrradprüfung geht und nicht um das Fahrradfahren an sich, das Kinder angeblich nicht mehr können, weil ihre Eltern zu faul sind und dass das deswegen nun den Lehrern aufgebrummt werden soll (so wie es Teacher Andi befürchtet).

          • Erfreulich, wenn das in Thüringen noch funktioniert. Wir haben die Fahrradprüfung in Klasse 4 abgeschafft, weil viele Kinder ihr Fahrrad so wenig beherrschen, dass es auf der Strasse zu gefährlich ist. Wir fahren nur noch auf dem Schulhof.

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