Nach 16 Monaten Pandemie: Verwaltung plant Modellversuch zu Luftfiltern in Kitas

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Ein Modellversuch soll jetzt mehr Klarheit über Vor- und Nachteile von Luftfiltern in Kitas bringen. Der für die Berliner Bezirke Treptow-Köpenick und Neukölln zuständige Kita-Eigenbetrieb werde die Geräte nun in zwei Einrichtungen ausgiebig testen, teilten die zuständigen Bezirksstadträte am Dienstag mit.

Mobile Luftfilter können Viren aus der Raumluft beseitigen – kosten aber Geld. Foto: Shutterstock

Der Einsatz solcher Geräte in Kitas und Schulen ist umstritten: Etliche Eltern oder etwa auch die CDU fordern schon länger eine flächendeckende Anschaffung. Der Senat setzt auf Luftfilter bisher eher als ergänzendes Instrument dort, wo das Öffnen der Fenster schwierig ist, insbesondere in der kalten Jahreszeit. Für rund ein Drittel der Klassenräume in Schulen wurden aber bereits mobile Luftfilter angeschafft.

«Ich begrüße die Initiative von Eltern, sich für den Einsatz von Luftfiltern stark zu machen. Mit dem geplanten Modellprojekt unterstützen wir sie dabei», erklärte der Neuköllner Bezirksstadtrat für Jugend und Gesundheit, Falko Liecke. «Was wir nicht wollen, ist einfach nur möglichst billige Geräte irgendwo hinzustellen, ohne zu wissen, was sie bringen.» Daher solle die Zeit, bis es wieder kälter wird, nun für das Modellprojekt genutzt werden.

Gernot Klemm, Bezirksstadtrat für Soziales und Jugend in Treptow-Köpenick, gab zu bedenken: «Luftfilter in Kitas stellen möglicherweise eine Gefahr dar – insbesondere für sehr kleine Kinder.» Sie seien sowohl in Anschaffung als auch im Unterhalt sehr kostspielig, geichzeitig sei ihr genauer Nutzen bislang unklar.

Kitas seien bislang keine Treiber der Pandemie gewesen, fügte Klemm hinzu und verwies auf die Teststrategie und fortschreitenden Impfungen der Beschäftigten. Gleichzeitig betonte er: «Wenn sich ein relevanter Vorteil für unsere Beschäftigten oder unsere betreuten Kinder durch Luftfilter nachweisen lässt, werden wir die weitere Anschaffung dort unterstützen, wo Eltern und Kitapersonal das wünschen.» Das Robert-Koch-Institut hat bundesweit Hunderte von Ausbrüchen in Kitas gezählt. News4teachers / mit Material der dpa

Haben Kultusminister die Öffentlichkeit getäuscht? Weil räumt ein: Luftfilter wirken! Schulen sollen jetzt welche bekommen

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6 KOMMENTARE

  1. Da sind sie ja wieder die „keine Treiber der Pandemie“ – Ist schon wieder Zeit für die ganz alten Floskeln?

    «Was wir nicht wollen, ist einfach nur [möglichst billige] Geräte irgendwo hinzustellen, ohne zu wissen, was sie bringen.» – Das wurde in diversen Einrichtungen für Erwachsene ja schon gemacht und hat’s da irgendwas gebracht? Na also!

    «Luftfilter in Kitas stellen möglicherweise eine Gefahr dar – insbesondere für sehr kleine Kinder.» – Denkbar, wenn man z.B. einer Fruchtfliegenfamilie angehört.

  2. Da ist es wieder: „KiTas seien keine Treiber der Pandemie gewesen!“

    Will man die Menschen für dumm verkaufen oder ist man selber dumm? Das ist hier die Frage!

    Und einen riesen Applaus. Nach fast Jahren Pandemie testet man nun mal, ob Luftfilteranlagen etwas bringen. Mensch, das ist ja richtig super!

  3. „Kitas seien bislang keine Treiber der Pandemie gewesen“

    Der Spruch war schon vor einem Jahr sinnbefreit.

    „Ein Modellversuch soll jetzt mehr Klarheit über Vor- und Nachteile von Luftfiltern in Kitas bringen. “

    Ich stoße mich an dem Wort „jetzt“. Diskutiert wird das seit über einem Jahr. Wäre da nicht „endlich“ das passendere Wort?

  4. Ergebnis des Modellversuchs:
    Luftfilter sind unnötig, weil sie im Gegensatz zum Lüften nichts verbessern.
    Zurück auf Anfang.
    Ist nur darauf zurückzuführen, dass jetzt auch alle anderen Medien Interesse an Kindern in der Pandemie -weil ohne Impfung- haben. Deutschland ein Scherz, Berichterstattung – außer news4teachers- mangelhaft.

  5. Kann mir mal einer erklären, wo da die Gefahr für Kindergartenkinder liegt?
    Ich zermartere mir das Hirn, aber ich komm nicht drauf.
    Das Kabel vielleicht, so als Stolperfalle?

    Dazu nur soviel:
    Unsere inzwischen 5jährige schafft es seit etwa einem halben Jahr vollkommen unbeschadet, bei uns zuhause neben dem mobilen HEPA-14-Luftfilter zu spielen, zu toben, zu tanzen, sich sogar auszuruhen…
    Und so stolz ich als Mutter natürlicherweise bin: Ich gehe nicht davon aus, dass ich ein ganz besonderes Exemplar von Kind habe – sie ist altersentsprechend entwickelt und erscheint mir auch ansonsten wie ein völlig „übliches“ 5jähriges Kind…

    Also – wo liegen da Gefahren? Ich versteh´s nicht.

    • „Kann mir mal einer erklären, wo da die Gefahr für Kindergartenkinder liegt?“

      Ich vermute stark, dass es in den meisten Haushalten Elektrogeräte gibt, die ein höheres Gefährdungspotenzial haben als die Dinger.

      Was kann passieren?

      Kind nagt am Kabel – gilt für jede Art von Elektrogeräten und dürfte eher nicht passieren

      Kind kippt das Ding um – dazu sind die Teile (zumindest die guten) zu schwer

      Kind wird eingesaugt – dazu reicht der Luftdurchsatz nicht

      Kind nimmt Schraubendreher, öffnet das Gerät und bekommt einen Schlag – äh… passende Schraubendreher sollten in einer Kita nicht rumliegen, denn damit könnte man Steckdosen und Lichtschalter einfacher und schneller zerlegen als so ein Ding.

      Kita-Personal macht einen unsachgemäßen Filterwechsel im Beisein der Kinder und dabei infizieren sich Kinder – das fällt wohl in die gleiche Kategorie wie „Kita-Personal repariert Elektrogeräte, während der Stecker in der Dose steckt und Kinder drum herum wuseln.“

      Hmm… irgendwie fällt mir da auch nichts ein.

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