Piwarz bezweifelt Sinn von Luftfiltern – lässt aber den Einsatz prüfen

8

DRESDEN. Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) hält Luftfilter im Klassenzimmer nicht für unbedingt notwendig. Er will den Einsatz mit Blick auf das neue Schuljahr zwar trotzdem prüfen, warnt aber vor zu hohen Erwartungen: „Das Allheilmittel, wie es gern einige hätten, wird es nicht sein.“ Aus seiner Sicht ließen sich die dafür notwendigen Investitionen an anderer Stelle sinnvoller einsetzen. „Wir haben immer gesagt, dass einfaches Lüften wesentlich effektiver ist als der Einsatz dieser Geräte.“

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz vertritt weiterhin die Auffassung, dass einfaches Lüften von Klassenzimmern mehr zum Infektionsschutz beiträgt als der Einsatz von Luftfiltern. Foto: Sächsisches Kultusministerium / Ronald Bonss

Die Bundesregierung fördert seit kurzem auch mobile Luftfilter in Schulen – für schlecht zu belüftende Räume. Dazu sollen den Ländern 200 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Zuvor hatte der Bund nur den Einbau fester Anlagen unterstützt. Auf Sachsen entfallen laut Piwarz rund zehn Millionen Euro an Bundesmitteln. Um sie abzurufen, muss das Land die gleiche Summe dazugeben. „Nun schauen wir, wo das Geld herkommt.“ Derzeit würden mit dem Bund die genauen Modalitäten verhandelt – unter welchen Bedingungen der Einbau mobiler Anlagen gefördert werden kann.

Skepsis angesichts der Kosten

Das Umweltbundesamt hatte sich in Studien zunächst skeptisch gegenüber Luftfiltern gezeigt, im Juli aber seine Angaben konkretisiert. Nun empfiehlt das Amt mobile Geräte in den Räumen, die nicht anderweitig gut zu belüften sind. Damit könne die Virenlast bis zu 90 Prozent reduziert werden. „Es wird sicherlich an der ein oder anderen Schule solche Räume geben, die infrage kommen“, räumt der Kultusminister ein. Mit einer hohen Nachfrage rechnet er allerdings nicht, wolle sich aber mit den kommunalen Verbänden als Schulträger verständigen. Bisher seien die meisten Schulträger angesichts der Kosten eher skeptisch, was Luftfilteranlagen angeht. Einige könnten sich jedoch den Einsatz im Testbetrieb oder auch regulär vorstellen. „Die Frage ist, ob es den Aufwand wert ist, den wir hier betreiben“, so Piwarz.

Berlin setzt bereits auf Luftfilter und hat während der Corona-Pandemie rund 8.000 Geräte angeschafft, nun sollen weitere hinzukommen. Auch in Sachsen-Anhalt wird der Einsatz geprüft. dpa

Länder lockern weiter: Sachsen halbiert die Zahl der Corona-Tests unter Schülern

Anzeige


8 KOMMENTARE

  1. Nur in Schulen wird mit „Skepsis “ ( Hä?) das Thema Luftfiltergeräte angegangen!
    In Ämtern, im KM usw. stehen sie schon tun ihre Arbeit, ohne Skepsis an ihrem sinnvollen Einsatz zu erzeugen!
    Wieder werden wir hingehalten und für dumm verkauft!
    Kinder dürfen nichts kosten und sind anscheinend nicht schützenswert! Um die Lehrer muss man sich nicht kümmern , sind ja alle geimpft! So anscheinend die Meinung im KM!
    Hoffentlich fliegt diesen arroganten, überheblichen, selbstverliebten, besserwisserischen ,unbelehrbaren , dummen Menschen in wenigen Wochen alles um die Ohren !! Leider auf Kosten unserer Kinder!

    • Wir werden jetzt ganz genau hingucken, beobachten und auf Sicht schauen
      a) ob es Herbst und Winter wird und falls dem so sein sollte
      b) ob es dann kühler wird.

  2. Sachsen ist schon immer anders als andere Bundesländer, wenn es um die Schulen geht. Wer braucht denn Luftfilter, wenn die Schule ein sicherer Ort ist. Das nächste Schuljahr wird dem letzten Jahr sehr ähnlich sein. Vermutlich wird nach 6 Wochen Ferien wieder nicht eine Plexiglasscheibe in der Schule zu finden sein. Könnte man ja von dem Geld anschaffen, wenn man Luftfilter nicht will. Ich glaube, jede Familie muss ihr individuelles Risiko selbst einschätzen und entscheiden ob das Kind die Schule besucht, sofern die Schulbesuchspflicht weiter ausgesetzt bleibt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here