Alle fordern, Schulen offenzuhalten. Keiner sagt, wie das ohne Durchseuchung geht

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BERLIN. Viele Familien blicken mit Sorge auf das kommende Schuljahr. Wird es das dritte Corona-Schuljahr mit Ausfällen, Einschränkungen und Schließungen in Folge? Diskutiert wird viel darüber, dass das in jedem Fall verhindert werden muss. Wie das allerdings verhindert werden kann, sagt keiner. Grünen-Fraktionsschefin Göring-Eckardt fordert einen „Schulgipfel“. Und CSU-Chef Markus Söder setzt aufs Impfen von Schülerinnen und Schülern, auch ohne Empfehlung der Stiko. Bei der Anschaffung von Luftfiltern für Kitas und Schulen gibt es offenbar Probleme.

Die Schulschließungen – wie hier im März 2020 in Nürnberg – sollen sich nicht wiederholen. Aber… Foto: Shutterstock

Mit Blick auf das kommende Schuljahr haben sich Politiker verschiedener Parteien für die Aufrechterhaltung von Corona-Schutzmaßnahmen und Impfungen ausgesprochen, um erneute Schulschließungen zu verhindern. Der Bildungsdirektor der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Andreas Schleicher, warnte davor, Schülerinnen und Schüler wieder ins sogenannte Homeschooling zu schicken.

Bis zum nächsten Schuljahr müssten Schulen technisch so umgerüstet werden, dass der Unterricht auch bei schwieriger Infektionslage ungestört fortgeführt werden könne, sagte Schleicher, der auch für den internationalen Schulleistungsvergleich Pisa verantwortlich ist, im «Interview der Woche» von MDR Aktuell. «Diese Schulschließungen dürfen sich einfach nicht wiederholen.»

Eine große Zahl junger Menschen sei während der Krise «völlig durchs Raster gefallen», stellte der Bildungsexperte fest. Die Pandemie habe die sozialen Benachteiligungen noch einmal deutlich verstärkt. Schleicher warb dafür, jüngere Kinder und Kinder aus «sozial benachteiligten Schichten» nun gezielt zu fördern.

Sechs Bundesländer sind inzwischen in den Sommerferien. Die meisten anderen folgen bis zum Monatsende. Anfang August beginnt dann in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern schon wieder das neue Schuljahr.

Laschet: Präsenzunterricht ist die einzige Garantie für manche Kinder, dass sie echte Bildungschancen haben

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte, ihm sei wichtig, dass jetzt alles getan werde, was an Vorbereitung möglich sei, um nach den Sommerferien Präsenzunterricht an jeder Schule, für jede Schülerin und Schüler möglich zu machen. Ähnlich äußerte sich Unionskanzlerkandidat und CDU-Chef Armin Laschet im ARD-«Sommerinterview». Präsenzunterricht sei die einzige Garantie für manche Kinder, dass sie echte Bildungschancen haben, sagte er.

Bundesfamilien- und Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) sprach sich für die Beibehaltung der Maskenpflicht an den Schulen aus. Verschiedene Länder haben das zumindest für die ersten Wochen des neuen Schuljahres auch schon angekündigt, um Übertragungen durch Reiserückkehrer einzudämmen. Lambrecht sagte der «Welt am Sonntag», stundenlanges Maskentragen in den Klassenräumen sei sehr belastend, aber noch notwendig, um einen sicheren Schulbetrieb zu gewährleisten.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) warnte in der «Bild am Sonntag» vor neuen Schulschließungen und sprach sich für die Impfung von jungen Menschen aus, wenn diese das wollten. «Wenn wir es durch Impfungen der 12- bis 17-Jährigen schaffen, dass wir Einschränkungen im Schulbetrieb vermeiden, dann ist das ein gewichtiges Argument», sagte Schäuble. Er plädierte auch dafür, in geschlossenen Räumen weiter Masken zu tragen, bevor man riskiere, wieder Schulen schließen zu müssen.

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, die Ständige Impfkommission habe bislang keine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ausgesprochen. «Ich halte es jedoch für selbstverständlich, in einer Situation, in der sich die Delta-Variante unter Kinder und Jugendlichen verstärkt ausbreitet, fortwährend zu überprüfen und Empfehlungen gegebenenfalls anzupassen.» Hans plädierte zudem für die Fortführung der regelmäßigen Tests in den Schulen.

«Wir dürfen nicht noch mehr Zeit verlieren in dem Irrglauben, Kinder und Jugendliche seien nicht gefährdet»

SPD-Chefin Saskia Esken warnte vor Covid-Langzeitfolgen für junge Menschen und forderte, Kinder und Jugendliche stärker zu schützen. «Wir dürfen nicht noch mehr Zeit verlieren in dem Irrglauben, Kinder und Jugendliche seien nicht gefährdet», sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Sie forderte Rücksichtnahme von «den überwiegend geimpften älteren Erwachsenen» und äußerte sich kritisch zu Großveranstaltungen. Tests für Reiserückkehrer und für nicht Geimpfte in Betrieben sollten nach Eskens Ansicht aufrechterhalten werden.

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt kritisierte die Bundesregierung: «Wir laufen mit Ansage in einen zweiten Corona-Herbst, und wieder unternimmt die Bundesregierung viel zu wenig, um Kitas und Schulen zu sichern. Kinder, Jugendliche und ihre Familien drohen erneut, vergessen zu werden», sagte sie den Funke-Zeitungen. Sie forderte «jetzt einen Kita- und Schulgipfel, damit sich dieses Planungsversagen nicht wiederholt».

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hatte sich mit Blick auf das neue Schuljahr optimistisch gezeigt. Sie sei «zuversichtlich, dass diesen Herbst die Schulen grundsätzlich offen gehalten werden können». «Wir haben jetzt eine ganz andere Ausgangslage nach den Ferien. Wir haben eine steigende Impfquote, eine gute Teststruktur», sagte die CDU-Politikerin der «Neuen Osnabrücker Zeitung».

Was Sie allerdings dabei nicht erwähnt: Luftfilter, die das Infektionsrisiko in Klassen- und Gruppenräumen erheblich senken könnten, gibt es zwar in vielen Landtagen, Ministerien und Behörden – in den allermeisten Kitas und Schulen aber nicht. Das Förderprogramm des Bundes für den (schon zeitlich aufwändigen) Einbau Raumlufttechnischer Anlagen ist ein Flop, wie News4teachers berichtet – für mobile Luftfilter, die ohne Umbaumaßnahmen platziert werden können, bekommen die Kommunen ausdrücklich kein Geld.

Einige Bundesländer, darunter Bayern, haben mittlerweile eigene Förderprogramme aufgelegt, um Kitas und Schulen mit mobilen Luftfiltern auszustatten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte vorvergangene Woche als Ziel ausgegeben, alle Bildungseinrichtungen im Freistaat bis zum Schuljahresbeginn mit den Geräten zu versorgen (O-Ton: „Im Herbst soll es in jedem Klassenzimmer und den Kitas mobile Luftfilter geben“) – davon rückt er in einem Interview mit dem „Spiegel“ allerdings bereits ab. Er erklärt: „Bayern bezuschusst die Anschaffung mobiler Lüfter mit der Hälfte der Kosten. Ziel ist, dass ausreichend Geräte da sind, wenn es kälter und das normale Lüften nicht mehr so gut möglich sein wird.“

„In der dritten Welle lagen die Inzidenzen unter den jüngeren Menschen wesentlich höher als im Durchschnitt der Bevölkerung“

Hintergrund sind offenbar Schwierigkeiten bei der Beschaffung, wie Söder erkennen lässt. Er sagt: „Ein großes Hindernis für die Geschwindigkeit von Anschaffungen ist das Vergaberecht. Das sind dann Erfahrungen, die man in der Pandemie macht: Es wurden Grenzen geschlossen, Grundrechte ausgesetzt oder Ausgangssperren verhängt, alles extrem schwierige Entscheidungen, aber dann hakt es am europäischen Vergaberecht.“

Er setzt deshalb jetzt aufs Impfen von Schülerinnen und Schülern – auch ohne Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko). Söder: „In der dritten Welle lagen die Inzidenzen unter den jüngeren Menschen wesentlich höher als im Durchschnitt der Bevölkerung. Und über mögliche Long-Covid-Folgen bei Jüngeren wissen wir noch zu wenig. Aber: Jetzt sind die Älteren zunehmend geimpft und, Gott sei Dank, gehen die Todesfälle zurück. Daher müssen wir im Herbst den Schutzfaktor auch für die Jüngeren erhöhen. Dazu gehören zum Schulstart nach den Sommerferien als Vorsichtsmaßnahmen die Maskenpflicht, flächendeckende Tests und intensives Impfen. Wir fangen diese Woche an, die jetzigen Abschlussklassen zu impfen.“ News4teachers / mit Material der dpa

Medien

Der „Spiegel“ sieht die Lage für die Kitas und Schulen im Land kritisch. In einem Kommentar heißt es unter anderem:

Experten warnen Stiko (und Politik) davor, eine Durchseuchung der Schülerschaft in Kauf zu nehmen – vielen Kindern droht das Krankenhaus

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100 KOMMENTARE

  1. Die Grünen wieder.Die Bundesregierung unternimmt zu wenig.Gehts um Wahlkampf,oder gehts um die Kinder?Schule ist leider Ländersache.Gäbe da16 Ansprechpartner,die viel zu wenig bzw nichts unternehmen.Stichwort Lüften ist gesund.

    • In BW regieren die Grünen wieder im Landtag. Und für Schulen und Lehrereinstellungen ist kein Geld da! Luftfiltereinbau in unserer GS: „No way!“ – Kein Geld in der Kasse!

      • In BW ist der Datenschutzbeauftragte Dr Brink gerade damit beschäftigt, Teams zu verbieten. Ein Bürokrat, der damit beschäftigt ist, das kaputt zu machen, was funktioniert. Einer, der offensichtlich keine Ahnung hat und denkt, er müsst seinen Posten eine Bedeutung geben.
        Mit fehlen langsam echt die Worte. Soviel Inkompetenz kann einfach kein Zufall sein. Das ist Schikane.

  2. Alles lange bekannt, alles lange erkannt… zumindest von und bei den Beteiligten in den Schulen.
    Alles lange ignoriert bei den Entscheidenden.
    Und jetzt?
    Wer lehnt sich aus dem Fenster und fängt endlich an zu handeln?
    Die Zeit des Redens müsste lange schon vorbei sein.

    Nein, das neue Schuljahr kommt nicht plötzlich!
    Nein, wir wussten schon zu Beginn der Impferei, dass Kinder erstmal nicht geimpft werden können.
    Nein, wir wussten schon vor über einem Jahr, dass Luftfilter helfen würden.
    Nein, wir glauben nicht, dass sie das Lüften ersetzen.
    Nein, wir Lehrer hatten keinen langen Urlaub. Den hatten möglicherweise andere auf unsere und der Kinder Kosten!
    Nein, Lehrer waren nicht passiv, haben alles versucht, sich gegen Fehlentscheidungen zu wehren. Sie wurden belehrt oder ignoriert, nicht nur im Einzelfall sogar zum Schweigen veranlasst!
    Nein, ich verstehe nach wie vor nicht, dass die Mehrheit der Eltern passiv bleibt statt sich für sicheren Unterricht einzusetzen.
    Und nein, Lehrer sind mangels Terminen (und nicht, weil sie in den Urlaub gefahren sind) immer noch nicht durchgeimpft!!!

    Ja, ich wünsche mir auch offene Schulen.
    Aber sicher nicht zu jedem Preis – weder für mich noch für meine Schüler und deren Familien.

    Nicht, dass am Ende wieder jemand sagt: „Wir konnten nicht ahnen, dass ungeschützt und ungeimpft lernende Kinder neue Varianten in die Familien tragen und der Impfschutz der Erwachsenen dann ‚ganz plötzlich und unerwartet‘ nicht mehr wirken würde…!“

    Solche Aussagen halte ich seit mindestens einem Jahr für verlogen!
    Sorry, aber ich denke, man kann hier nur noch Klartext schreiben…

    Es mag ja den/die eine/n oder andere/n (Politiker, Vater/Mutter, Chef…) gegeben haben, der/die einige Monate lang wirklich an ein schnelles Ende der Pandemie glaubte… aber nicht mehr seit einem Jahr!
    So realitätsfremd kann niemand sein – und wenn doch, dann gehört er/sie nicht auf maßgebliche oder im eigentlichen Sinne des Wortes „entscheidende“ Posten.

    Wer im Laufe des letzten Jahres immer noch behauptet hat, das Probleme löse sich allein oder sei für Kinder und deren Familien nicht relevant, jeder, der nicht entscheidende Schritte der Prävention einforderte oder einleitete, handelt fahrlässig oder gar vorsätzlich.

      • NRW – erste freie Termine seit Anfang Juni bei Impfzentren und Hausärzten seit ca. einer Woche wieder buchbar… und gebucht heißt ja noch nicht Termin stehenden Fußes und schon gar nicht durchgeimpft…
        Auch bis Anfang des neuen Schuljahres werden also, wenn man mal optimistisch bei einem sehr zeitnahen Termin für die Erstimpfung plus 8 Wochen rechnet, Anfang des neuen Schuljahres mit allen importierten Risiken noch viele ungeschützte/nicht vollständig geschützte Kollegen geben!

        • Hallo,
          wenn es eng wird melden und im Sommer zwei mal einen Urlaub in der Ortenau planen. Um 16 Uhr im Impfzentrum ohne Anmeldung die erste Spritze holen, 3,5 Wochen später die Zweite. Oder wenn gewünscht einmal Johnson. Es kann doch nicht sein, dass wir hier vernichten müssen und 300km entfernt der große Mangel herrscht.
          Oder neue Idee: kollegenausflug ich vermittel gerne das Weingut zur Betriebsbesichtigung 7nd den Flammenkuchen zum Mittag.

        • Das trifft definitiv nicht zu, alle Bundesländer melden freie Termine. Dir Lehrer waren Priorisierung. Wer hier noch nicht geimpft ist will keinen Termin. Mit Verwunderung habe ich die Kommentare über die Impfpflicht gelesen. Es gibt Lehrer, die sich nicht impfen lassen? Das hat sich hier vor ein paar Wochen noch ganz anders gelesen, da wurde nach der Impfung als Gesundheitsschutz gewechselt.

          • Nee, definitiv trifft nicht zu, was Sie da schreiben.
            Kollegen konnten wochenlang nach Freigabe der Priorität 3 (Lehrer weiterführender Schulen) ab Anfang Juni keinen Termin buchen – weder in Impfzentren noch in Praxen! Die Impfportale waren gesperrt, die Hotline besetzt. Vor allem in Kreisen, in denen die Bevölkerung rel. alt ist und daher die Prio 2 nicht fertig war, dann erst noch die Zweitimpfungen durch mussten, gab es bis vor einer Woche große Probleme mit Terminen. Die Wartelisten bei den Hausärzten waren Hunderte Leute lang, darunter viele mit höherem Risiko (wegen Alter oder Vorerkrankung) als der normale Durchschnitts-Lehrer.

            Also bitte nicht wieder die Nummer „Lehrer wollen sich nicht impfen lassen“.
            Die allermeisten Kollegen wissen um ihre eigene Gefährdung, um die ihrer Angehörigen und um ihre Verantwortung gegenüber den ungeimpften Schülern.
            Dieser Verantwortung sind die allermeisten Kollegen übrigens seit weit über einem Jahr nachgekommen, indem sie ALLE Kontakte außerhalb der zwangsverordneten Kontakte in Schule auf Null runtergefahren haben.

            Hoffen wir, dass vor Beginn des neuen Schuljahres dann wirklich Hirn vom Himmel und Luftfilter in die Klassen gefallen sein wird…
            Ich sehe da schwarz!

  3. Die Politik und KM haben in jeglicher Hinsicht den Schulen, Schulleitungen, Lehrer, Schülern und deren Eltern gegenüber versagt. Ehlichkeit, Verantwortung, Handlungsfähigkeit, Gesundheitsschutz, Umsetzung, Gehör, respektvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit anderen Personen auf Augenhöhe war und ist für die Machthaber der Politik und KM ein Fremwort. Viele Fragen bleiben weiterhin unbeantwortet für Schüler und Studierende und weiterhin ein Armutszeugnis der Handlungsfähigkeit. Die Austattung an Schulen mit Luftfilter
    und tragende Konzepte für Lernrückstände aller sozialen Schichten egal welcher Herkunft bleiben ungeklärt. Der Wahlkampf läuft und weiterhin keine Ergebnis in Sicht.

  4. Man will nicht dran rühren!
    Man will nicht dran denken!
    Die anderen werden es sicher richten!
    Keiner will der 1. sein!
    Entweder wir kommen durch ohne groß Federn zu lassen( Kinder zu verlieren/ Geld aus zu geben) oder es gibt halt Verluste ( Kinder /Erwachsene) , wofür dann keiner sich in der Verantwortung sieht!
    Es waren dann die Anderen, man wurde ausgebremst, es hätte ja doch nicht zeitlich mehr gereicht usw.., usw.
    Man kennt das ja schon seit Monaten! Rumgeeiere, zahnlose Tiger, die sich “ Politiker“ schimpfen!

  5. Solange es keine Ausstattungen mit Luftfiltern und Plexiglas gibt, solange es keine kleineren Klassen, keine Impfstoffe für Kinder u12 gibt und keine gesicherten Impfungen für Jugendliche ab 12 gibt, wird es nichts mit Regelunterricht ohne hoher Infektionsrate.

    In RLP ist Hubig aus ihrem Dornröschenschlaf noch nicht aufgewacht. Dryer hat im SWR-Sommerinterview immerhin davon gesprochen, dass Schulen, die Luftfilter unbedingt wollten, diese auch bekämen. Am morgigen Dienstag soll es dazu eine Debatte geben. Schauen wir mal.

    • Wollen denn alle Schulleiter Luftfilter? Mein Eindruck ist ein anderer.

      Ohne Verpflichtung im Sinne des Gesundheitsschutzes wird das wieder nichts! Zumindest nicht genug.

      • Unserer hat sich drum bemüht und sogar die Anträge für Fördermittel vom Bund an die Gemeinde gesendet. Antwort:Zu teuer, zu groß, Einbau nicht möglich

    • @S.: Es ging nie um Regelunterricht ohne hohe Infektionsrate. Es ging immer nur um garantierten Präsenzunterricht, und nach Meinung der KuMi reicht es dafür, wenn die Lehrer geimpft sind. Hauptsache, wir stehen jeden Morgen da, ob auch Kinder da sind, ist erst mal egal.

      • Widerspruch. Es ging in erster Linie darum, die Kinder außer Haus beaufsichtigen zu können, damit die Eltern arbeiten können.

      • So ist es leider. Die Infektionsraten wurden und werden von den KuMis ausgeblendet. Und jetzt scheinen die Infektionsraten sogar vielen Politiker*innen „egal“ zu sein. Das ist gruselig: Menschen, die sich nicht impfen lassen können, weil sie zu jung sind, zu krank sind oder schwanger sind, scheinen nicht schützenswert zu sein. Für Politiker wie Heiko Maas und Friedrich Merz sind diese Menschen anscheinend nicht existent.
        Aber auch Anja Karliczek müsste es ja eigentlich besser wissen: Die Parole, Schulen offen halten zu wollen und zugleich nichts Substantielles für den Gesundheitschutz an Schulen zu unternehmen, ist ein absolutes Armutszeugnis.

  6. Alle überbieten sich mit Forderungen und leichtfertigen Versprechungen, die schon fast eher Drohungen gleich kommen („Präsenzunterricht unabhängig vom Pandemieverlauf“). Ebenso überbieten sie sich mit immer mächtigeren Argumenten, warum Präsenzunterricht so wichtig ist.

    Gleichzeitig wird aber NICHTS getan, um die Sicherheit des Präsenzunterrichts zu gewährleisten. Es wird statt dessen so vorgegangen, wie es seit 18 Monaten getan wird: Die Gefahren werden marginalisiert (neuester Trick: Long Covid bei Kindern wird kleingeredet) und unwirksame, aber billige Maßnahmen werden in den Himmel gelobt. Die tatsächlich funktionierenden Maßnahmen hingegen werden weiter ignoriert, ebenso wird kein Versuch unternommen, gute und funktionierende Alternativen zur Präsenz zu unterstützen.

    Am Ende kommt dann wieder die übliche Drohung: Mit der Präsenzpflicht wird einfach die billigste Lösung durchgedrückt unter dem Vorwand, nur so die Bildung der Kinder sicherstellen zu können. Das Risiko tragen wieder einmal die anderen.

    Sicher wird diese Strategie kaum Kinder umbringen, aber wir haben nicht mehr März 2020. Es geht nicht um das Überleben, es geht um Lebensqualität. Der aktuell verfolgte Ansatz hat das Risiko, in Deutschland Zehntausende LongCovid-Fälle unter Kindern zu produzieren, deren Prognose komplett unbekannt ist. Wenn das passiert, will es am Ende keiner gewesen sein.

    • @Jan aus H
      absolute Zustimmung! Die Präsenzpflicht ist wirklich einfach nur die billigste Möglichkeit alle Kinder in die Schulen zu zwingen ungeachtet jeglichen Risikos der einzelnen Familien!
      Als wäre auch eine Impfung das Allheilmittel…. ist es nämlich überhaupt nicht = keiner kann sagen, wie lange man dann etwas geschützter durch die Welt geht….
      dann glauben Leute auch nach 6-12 Monaten, sie wären ja „save“, wobei die Impfung dann vielleicht hätte längst aufgefrischt werden müssen und ganz davon abgesehen, gegen welche Mutante sie überhaupt noch zuverlässig wirkt bis dato….
      Schulen sicherer machen, dazu gehören auch Wechselmodelle!
      Ständig behaupten die Bildungsminister doch – und das auch Jahrzehnte vor Corona – dass individuell auf jedes Kind in den Schulen eingegangen werden kann, egal ob Inklusive oder Nicht-Inklusion-Schulen… in Klassen mit 26-30 Kindern können Grundschullehrer doch problemlos die Schwächsten fördern und die Stärksten fordern… behaupten die Bildungsminister…. warum kann dann bitte nicht in einer Pandemie genauso individuell auf jedes Kind eingegangen werden = die einen lernen problemlos auch auf Distanz ohne jegliche Leistungseinbußen, die anderen benötigen den Unterricht mit den Lehrern vor Ort, wenn es zuhause nicht gewährleistet ist. Ich frage mich, warum das so schwer ist, in JEDEM Bundesland zu ermöglichen? Warum ist das pures Glück in Deutschland, in welchem Bundesland die Präsenzpflicht aufgehoben wurde und in welchem nicht. Das finde ich die größte Ungerechtigkeit seit Corona-Beginn.

  7. Jetzt wird auch noch über eine Impfpflicht! für Lehrer und Erzieher nachgedacht! Soll das jetzt die Kinder schützen oder ist das die Angst, dass noch mehr LuL und KuK wegen Krankheit ausfallen werden und damit Unterricht ausfällt? Ach nein, es sind ja die Erwachsenen, die Corona in die Schulen und Kitas schleppen! (nur um evtl. Kommentaren vorzubeugen: Ich selbst bin mittlerweile doppelt geimpft, freiwillig mit AZ, aber ich bin gegen eine Impfpflicht!)

      • Der Unterschied ur Masern-Impflicht besteht darin, dass es sich dabei um einen jahrelang erprobten Impfstoff handelt und bei dem Corona_Impfstoff handelt es sich um einen Impfstoff, bei dem die Langzeitfolgen noch nicht erforschbar waren.

      • Der Unterschied ist der, dass der Masern Impfstoff seit vielen Jahren erprobt ist, während der Impfstoff gegen das Corona-Virus noch nicht lange erprobt ist und Langzeitfolgen nicht erforscht sind.

      • @fabianBLN. Die Masernimpfung gibt es schon lange und die Nebenwirkungen sind gut erforscht. Die C-Impfung ist neu und es gibt noch viele Unbekannte dabei, deshalb. In einigen Jahren bin ich dann vielleicht auch für eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen. Aber im Moment sollten alle die Möglichkeit haben, selbst die Vor- und Nachteile für sich abzuwägen. Für Krankenhauspersonal gibt es, so weit ich weiß, auch noch keine C-Impfpflicht.

  8. Wer vollen Präsenz-Dauerbetrieb verspricht und durch Schulbesuchspflicht anordnet ohne ausreichende Schutzvorkehrungen auf wissenschaftlicher Basis zu treffen, zwingt alle nicht geimpften oder genesenen Kinder und Jugendliche nach den Sommerferien zur Infektion!

    Das ist nicht nur nicht fair, das ist menschenverachtend und enthält nochmals eine spezielle Brisanz, weil es sich bei den Opfern um die Bevölkerungsgruppe handelt, die unabhängig von der Pandemie die höchste Schutzbedürftigkeit hat. Es handelt sich um die Bevölkerungsgruppe, für die die „Erwachsenen“ zunächst einmal voll verantwortlich sind. Jeder Infizierte, der einen anderen mit Absicht ansteckt, ist außerhalb von Schulen ein Fall für die Justiz! In den Schulen wird der Schutz vor Infektionen so dermaßen fahrlässig behandelt, dass man sich fragen muss, ob es nicht in diesselbe Kerbe haut.

    Dass man in Deutschland überhaupt über Gesundheitsschutz in den Schulen DISKUTIEREN muss statt ihn selbstverständlich herzustellen, ist ein unfassbares Armutszeugnis, das sich dieses Land in der Pandemie gerade selbst ausstellt.

  9. Wie jetzt auch immer mehr gesagt wird, ist eine 4. Coronawelle mit z.B. 70% Geimpften nicht mehr zu vergleichen wie die 1. Coronawelle mit 0% Geimpften. Die Risikogruppen sind nun geimpft oder hatten die Möglichkeit dafür. Wer sich einfach nur nicht impfen lassen MÖCHTE (ohne Impfrisiko) kann nun wirklich nicht für sich in Anspruch nehmen, dass alle anderen (sprich alle Geimpften) auf ihn Rücksicht nehmen, will sagen, Rücksicht schon, die sollte man immer nehmen, aber nicht so eine massive Einschränkung von Freiheitsrechten wie im letzten Jahr usw.

    Wer jetzt erkrankt, gehäuft oder nicht, und das wird leider von vielen Verbotsbefürwortern ignoriert, erkrankt in der Regel nicht mehr schwer! Und die Krankenhäuser werden auch nicht mehr überlastet, weil es trotz allem nicht mehr so viele Schwererkrankte sind.

    Insofern nähert sich die 4. Coronawelle tatsächlich einer ganz normalen oder meinetwegen schweren Grippeepidemie, wo wir trotz Impfungen und trotz guter Medikamente in einem Jahr auch schon mal rund 20.000 Tote hatten.

    Corona 4.0 ist nicht mehr wie Corona 1.0 !

    • Corona 4 wird aber massiv durch Kinder und Jugendliche „laufen“. Sobald das erste Kind nach einer Infektion in der Schule/ KiTa verstirbt, wird die Aufregung groß sein. Aber vermutlich ist dann wieder die LK schuld, die hat nämlich wahlweise das Virus eingeschleppt oder die supi-dupi Hygienemaßnahmen nicht eingehalten.

      • Ich versteh nicht immer so ganz, warum für Kinder Corona kleingeredet wird, nur weil sie mit einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit im Krankenhaus landen und dort mit einer noch geringeren Wahrscheinlichkeit sterben. Nehmen wir mal an eine gute Fee hätte uns ab dem 12 Lebensjahr zwei Lebensmodelle angeboten. Das eine wäre eine gesundes Leben bis zum 75 Lebensjahr, allerdings verknüpft mit dem bitteren Ende auf einer Intensivstation und dem damit verbundenen aus dem Leben scheiden. Das andere Modell dagegen erscheint zunächst attraktiver, da nicht zeitlich begrenzt: Man erkrankt mit 12 sofort im Rahmen der Schulpolitik an Corona, spürt wenig davon, muss aber dabei in Kauf nehmen können, dass man gesundheitlich ab diesem Zeitpunkt mit Einschränkungen leben muss. Dass es zu Einschränkungen im Lungenvolumen kommen kann, zu Nierenproblemen, vielleicht auch zu Gedächtnisverlusten oder einfach nur zu Long Covid. Ob man das 75 Lebensjahr da überhaupt erreicht, da die Organe schon um 10 Jahre vorzeitig gealtert sind( ja, wurde im Zusammenhang mit einer Covid Erkrankung auch schon mal thematisiert) bleibt abzuwarten. So, für welches Modell entscheidet man sich. Die Politik für Modell zwei. Sie nennt es Maßnahmenanpassung an die Hospitalisierungsrate.

        • „Ich versteh nicht immer so ganz, warum für Kinder Corona kleingeredet wird […]“

          Nennt sich didaktische Reduktion, macht man mit allen schwierigen Themen in Schule. Der Unterrichtsgegenstand wird „herunter gebrochen“, damit er den Kleinen verabreicht werden kann.

          Auf Corona übertragen heißt das, die Komplexität des Themas muss auf die Kleingeistigkeit der politischen Entscheidungs(verweigerer)ebene „herunter gebrochen werden.

    • Nun, in England häufen sich die Hospitalisierungen unter Delta…
      Das eigentliche Problem ist meiner Ansicht jedoch, dass jede Infektion die Gefahr neuer Mutationen birgt, die ggf. die Impfung unterlaufen. Läßt man die Infektionen nun einfach durch die Schulen durchlaufen, in der Hoffnung, es trifft die Kinder nicht so schlimm, provoziert man genau das: die Chance auf „die deutsche Variante“ – und alles geht von vorn los. Und je größer die Anzahl der Infektionen, desto größer (in absoluten Zahlen) die Anzahl der Kinder, welche vermeidbar! schwer erkranken oder mit LongCovid zu tun bekommen.
      Der Ansatz „trifft ja die Kinder nicht so schwer, sind nur wenige und die Erwachsenen sind ja geimpft“ ist aus meiner Sicht menschenverachtend. Wo ist hier die vielzitierte Solidarität? Ist es der Kneipen / Konzert / Stadionbesuch wirklich wert, dafür das Durchlaufen der Infektion durch Schulen und Kitas hinzunehmen (und ohne kleine Gruppen und Luftfilter wird genau das passieren, siehe Israel und England)? Man selbst kann sich ja impfen lassen?

      • Die Hospitaliesierungsquote geht ja nicht ins Unendliche – und eine stärkere Auslastung von Friedhöfen kommt auch den kommunalen Haushalten entgegen.

        Der Grenzwert der Hospitalisierung ist nämlich das letzte freie Krankenhausbett. Danach kommt nur noch die Notlazerettquote oder auch Feldhosputalquote.

        in Bezug auf erkrankte Kinder sind die freien Plätze auf den Intensivstationen der Krankenhäuser irrelevant, die kommen ja in Kinderkliniken und belegen so keine Notfallbetten für Erwachsene.

    • „Wer jetzt erkrankt, gehäuft oder nicht, und das wird leider von vielen Verbotsbefürwortern ignoriert, erkrankt in der Regel nicht mehr schwer! Und die Krankenhäuser werden auch nicht mehr überlastet, weil es trotz allem nicht mehr so viele Schwererkrankte sind.“

      Mag alles sein… aber NIEMAND weiss, wie hoch die Quote von LongCovid-Fällen ist. Bekannt ist, dass auch symptomlose Verläufe zu LongCovid führen können. Ebenfalls weiss niemand, ob LongCovid jemals heilt oder ob die Folgen für die Betroffenen permanent sind. DAS ist der Punkt, auf den es jetzt ankommt. Genesen ist nicht gesund.

      Die Argumentation „die KH sind nicht überlastet“ geht also komplett am Thema vorbei.

      Das ist etwa so schlau, als wenn man die Verkehrsregeln vor der Schule an der Auslastung des nächsten Kinderunfallkrankenhauses festmachen würde. Krankenhaus leer… es darf gerast werden. KH voll… alle müssen langsam fahren.

  10. Zu Recht zeigt man mit dem Finger auf gut gefüllte Fußballstadien.
    Und plant für die Zeit nach den Sommergerien gut gefüllte Schulklassen….

  11. Ich mach’s mal kurz:
    Die nächste Fahrt geht wieder rückwärts.

    Allerdings gibt es für jedes Kirmeskarussel technische Sicherheitsvorkehrungen für die Zeit während der Fahrt und der TÜV prüft nach dem Aufbau, ob technisch alles Nötige vorhanden und funktionstüchtig ist.
    Bevor jemand nachfragt:
    Nein, in den Schulen fehlt genau das für die Zeit des Aufenthalts in den Klassenräumen.
    Nein, ich meine keine Sicherheitsbügel an den Stühlen der SuS, ich meine mobile Luftfilter.

  12. Wer nicht versteht, dass nur alle diskutierten Maßnahmen zusammen das Infektionsrisiko in den Schulen minimiert, sollte seinen Job aufgeben und sich aus der Politik zurückziehen. Er hat nämlich ganz offensichtlich die Bodenhaftung und den gesunden Menschenverstand verloren.

  13. „Bis zum nächsten Schuljahr müssten Schulen technisch so umgerüstet werden, dass der Unterricht auch bei schwieriger Infektionslage ungestört fortgeführt werden könne, sagte Schleicher, der auch für den internationalen Schulleistungsvergleich Pisa verantwortlich ist, im «Interview der Woche» von MDR Aktuell. «Diese Schulschließungen dürfen sich einfach nicht wiederholen.»“

    Die Äußerung des Herrn Schleicher will partout nicht aus meinen einfach „gestrickten“ Gedanken weichen …

    Warum kommt Herr Schleicher denn erst jetzt damit raus?

    Er sitzt doch aufgrund des „Pisa“-Imperiums quasi am Nabel des deutschen Bildungswesens und hat über die Jahre hinweg einen immensen Einfluss auf dieses Bildungswesen genommen! (Doch doch, ich glaube schon, dass ihm das bewusst ist.)

    Warum hat er diesen Einfluss – u.a. Kontakte zu den LänderfürstInnen und Schul- und KultusminterInnen – nicht SCHON SEIT MONATEN intensiv genutzt?

    Vielleicht kann der MDR (oder ein anderer Sender/eine andere Zeitung …) da mal nachfragen und den Finger in die offene Wunde legen bzw. in Anbetracht der weglaufenden Zeit gerne auch mal tief und tüchtig in der offenen Wunde herumbohren.

    ES EILT, bringt endlich mobile Luftfilter in die Klassenräume, VERDAMMT NOCHMAL !!!
    (Sorry, da kann man nicht mehr gelassen bleiben.)

  14. >In der Regel treten Long-COVID-Symptome ein bis vier Monate nach der Corona-Infektion auf. „Ich habe es zunächst mit moderater Bewegung versucht, doch mein Zustand verschlechterte sich dadurch“, erzählt Claudia Ellert. „Aktuell hilft nur Pacing, also eine Art Ermüdungs- und Selbstmanagement, bei dem Betroffene genau ermitteln, wie viel Belastung ohne Folgeerscheinungen möglich ist, und sich entsprechend einschränken.“ In Jena hatte fast die Hälfte der Hilfesuchenden ihre Erkrankung ohne Hospitalisierung überstanden. Hier wurden vor allem die Long-COVID-Symptome Fatigue (60 %), Depression (40 %) und kognitive Störungen (20 %) beobachtet.<

  15. Dafür gibt es eine ganz einfache Lösung:
    Der Unterricht findet nur noch im Stadion statt. Dann kann an 50.000 Schüler auf einmal unterrichten, man muss auch keinen Abstand mehr halten und die lästige Maskenpflicht entfällt dann auch. Problem gelöst. Schüleraustausch innerhalb der EU ist dann ebenfalls kein Problem.

    • Und der Lehrermangel ist auch beseitigt, es würde sogar einen Lehrerüberschuss geben. Ein Lehrer so mit Mikro mitten im Stadion mit 50000 SuS… das hat was 😉

  16. Ich unterstütze einfach mal ganz viele der obenstehenden Kommentare und klatsche ihn lautstark Beifall!

    Ansonsten enthalte ich mich eines eigenen Kommentars, da alles, was ich beizutragen hätte, schon geschrieben wurde.

    Stattdessen beschäftige ich mich lieber weiter mit der Tischkante, die schon deutliche Bissspuren aufweist! 😉 Vielleicht schaffe ich es ja, ein schönes Muster zu hinterlassen…

  17. Man mag es kaum glauben, im letzten Interview hat Laschet tatsächlich über Luftfilteranlagen in Klassenräumen gesprochen und dabei explizit auch mobile Geräte erwähnt. Fällt ihm ja früh ein (aber lieber jetzt als nie).

    • Ist halt Wahlkampf. Mehr nicht. Wenn der durch ist geht’s doch meistens wieder nach dem Motto „Was stört mich mein Geschwätz von gestern“. Reden kann man viel. An den Handlungen sollte man sich messen lassen. Was soll man da noch erwarten? Abwarten und Tee trinken. Mein Vertrauen ist eh endgültig verspielt.

      • Jemand: Was meinen Sie zu dem, was sie machen?
        Dil: Naja, sie machen, was ich auch machen würde.
        Jemand: Sie machen, was Sie machen würden!? Was würde Sie denn machen?
        Dil: Mh, weiß ich nicht.
        Jemand: Ok, das passt dann.

    • Jetzt werden die Eltern unruhig, da sich Kinder nun offiziell verkündet anstecken. Und es Long Covid Fälle gibt. Und Innenräume mit ca. 15 bis 30 Personen bei Delta unschön sind. Es im Winter kalt mit Durchzug wird.
      Und es sind Wahlen.

      • Im Finanzwesen werden die dann unter „durchlaufende Posten“ geführt: nimm einen kurzen Umweg über ein Klassenzimmer und ziehe dann sofort in irgendeinem Ministeriumsbüro ein… 😉

  18. Ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns im Herbst in den Schulen bevorsteht.

    Coronavirus-Liveticker
    +++ 16:02 Mehr als 30 Menschen stecken sich in Karlsruher Club an – sechs der Infizierten vollständig geimpft +++

    Im Karlsruher Club Topsy Turvy hat sich am 2. Juli vermutlich jeder fünfte Besucher mit dem Coronavirus angesteckt. Mittlerweile lassen sich insgesamt 34 Fälle auf den Abend zurückführen. Das teilt der erste Landesbeamte Knut Bühler auf Nachfrage der Badischen Neuesten Nachrichten mit. Mindestens 25 Menschen haben sich vor Ort bei einem der beiden infizierten Gäste angesteckt. Sieben weitere seien Infektionen der „zweiten Generation“. Sechs Menschen seien positiv getestet worden, obwohl sie vollständig geimpft waren. Bei den Infektionen sei die Delta-Variante festgestellt worden, wie das Landratsamt ergänzt. Viele der Infizierten haben demnach Covid-typische Symptome, bisher seien jedoch keine schweren Krankheitsverläufe bekannt. Das Gesundheitsamt hat die Auswertung der händisch erfassten Kontaktdaten mittlerweile abgeschlossen – soweit sie vollständig waren. Offenbar kam es bei der Übermittlung der Daten an die Behörde zu einer Panne, die viel Zeit gekostet hat. „Das war schlampig gelagert, dabei ist die Zeit ein entscheidender Faktor“, kritisiert Bühler. Jeder zweite der 120 Zettel sei nicht ohne weiteres verwertbar gewesen, weil Angaben fehlten oder falsch waren. Der öffentliche Aufruf, sich bitte zu melden, zeigt derweil offenbar Wirkung. 22 Gäste hätten das Gesundheitsamt kontaktiert, sich in Quarantäne begeben und ihre Arbeitgeber informiert, berichtet Bühler.

    https://www.n-tv.de/panorama/16-02-Mehr-als-30-Menschen-stecken-sich-in-Karlsruher-Club-an-sechs-der-Infizierten-vollstaendig-geimpft–article21626512.html

    Und bei der Anzahl, die durch einen Infizierten in geschlossenen Räumen angesteckt werden kann, werden die Gesundheitsämter kaum mit Kontaktverfolgung und schnellen Quarantäneanweisungen hinterherkommen. Und wenn wir weiter lustig alles aufmachen und parallel dazu über Wegfall der Masken- und Testflicht geredet wird, werden wir unser blaues Wunder erleben. Johnson in GB macht es gerade vor. In 4 Wochen wird man sehen, wohin EM und Wegfall aller Maßnahmen geführt haben. Aber selbst dann wird man hier auch weiter lockern. Schließlich ist Wahlkampf.

  19. „Der Vorsitzende des Thüringer Lehrerverbands, Rolf Busch, hat eine 14-tägige Test- und Maskenpflicht im Unterricht nach den Sommerferien in den Schulen gefordert. Auch als Laie könne man erkennen, dass im Falle einer vierten Welle mit Corona-Infektionen wahrscheinlich vor allem die Schulen betroffen sein würden, weil dort noch wenige Schüler geimpft seien und bestimmte Altersgruppen noch gar nicht geimpft werden könnten. «Wenn wir die Schulen offen halten wollen, brauchen wir mindestens die ersten 14 Tage nach der Ferien- und Urlaubszeit eine Test- und Maskenpflicht», sagte Busch der Deutschen Presse-Agentur.“

    https://www.thueringer-allgemeine.de/leben/gesundheit-medizin/lehrerverband-fuer-14-tage-test-und-maskenpflicht-nach-schulferien-id232763899.html

    Ich frage mich, was eine lediglich 14-tägige Test- und Maskenpflicht ausrichten soll, wenn ich über die vielen Herbst- und Wintermonate in geschlossenen Räumen mit nicht richtig zu öffnenden Fenstern, ohne Luftfilter und Abstand nachdenke. Im September wird Delta sich in den Thüringer Schulen, die sehr spät ins Schuljahr starten, gerade erst warmlaufen. In den Bundesländern, in denen die Ferien eher enden, wird man das sicher sehen. Also Forderungen nach halbwegs sicheren Schulen müssten anders aussehen.

    • Die 14 Tage „geistern“ hier auch durch NRW, danach, so hat et Yvonne versprochen, sollen „die Masken so schnell wie möglich fallen.“ Ist halt auch Wahlkampf und ein Zugeständnis an die ganzen Maskenverweigerereltern.

      • Sollte die Maskenpflicht bei SuS fallen, gehe ich als Lehrer mit einer Lungenvorerkrankung wieder ins Homeoffice. Selbst bei nur leichten oder mittelschweren Krankheitssymptomen wg. doppelter Impfung droht die Schwerbehinderung. Auch SuS unter 12 Jahren mit Vorerkrankungen wird es ebenso gehen. Will das mein Bundesland als Arbeitgeber und unserer evtl. zukünftiger Bundeskanzler wirklich riskieren? Wie menschenverachtend!
        Und ich bin vermutlich nicht allein, dann wird der Präsenzunterricht wieder nur sehr eingeschränkt möglich sein, weil volle Stundentafel mit weniger LuL nicht möglich ist. Das sollten die Verantwortlichen besser noch einmal gut überlegen..

    • @Leseratte:

      So befürchte auch ich es.
      Und ich bleibe dabei:
      Die Schulen werden (vermutlich) offen bleiben, viele SuS jedoch in Quarantäne sein, und das immer wieder.
      Geimpfte und ungeimpfte LuL werden im Falle einer Infektion ebenfalls ihren Job nicht machen können/dürfen.

      (Sollte es glimpflich verlaufen, was ich mir derzeit kaum vorstellen kann, werde ich mich selbstverständlich freuen, dass ich unrecht hatte).

      • Ich hätte da eine Idee, wie es schneller geht: Sobald der erste Deltafall an der Schule auftaucht, wird er mit allen SuS und LuL der Schule für ein paar Stunden in einen Raum gesperrt. Dann können sich alle infizieren, die geimpften LuL auch gleich mit, das ersetzt dann die Auffrischungsimpfung. Alle gehen gleichzeitig in Quarantäne (ein paar sicher auch ins Krankenhaus) und nach 2 Wochen sind (fast) alle wieder einsatzfähig und der Schulbetrieb kann ohne weitere Quarantänen durchlaufen. Klingt das nach einer super Idee? Und Luftfilter und anderen Schnickschnack brauchen wir dann auch nicht mehr. (Ironie off)

        • @Leseratte: … think outside the box. Vielleicht kommt jemand offizielles vorbei und spricht über Präsenzsicherheit, wenn schon mal alle beisammen sind. Dann wäre das auch gleich geklärt und Waaaaaaaaaaiiiiijeeaahhhhhhhhhh, groooooooooooollllll … huch sorry, das ist die Musik im Hintergrund: All them witches, Blood and sand. Gerade noch am Vorbereiten für morgen, Klasse 7: Talk about your favorite song.
          Denen treiber ich die Schnulzmusik schon aus … arme Kinners.

          • @Dil Uhlenspiegel

            Für die Stunde morgen kommt mein Vorschlag wahrscheinlich zu spät, aber man kann ja sicher auch noch am Folgetag darüber plaudern.
            Und wer weiß, vielleicht ist der Song dann schon wieder … noch aktueller?
            Btw: Der Schulbus fährt ja auch jeden Tag.
            😉

            https://www.youtube.com/watch?v=qKggnBh2Mdw

          • Vielen Dank für die Blumen 😉
            Ich dachte mir schon, dass mein Vorschlag bei etlichen quarantänemüden und super flexiblen KuK auf Zustimmung stoßen könnte… 😉 Jetzt müssen wir nur noch die KuMis überzeugen. Hm…

        • Der Vorschlag ist noch nicht ganz zu Ende gedacht.
          Es muss überhaupt kein Unterricht ausfallen. Die Schule bildert für die Zeit einfach eine große WG und alle verbringen die Quarantäne einfach IN der Schule. Quasi wie Klassenfahrt.
          Das DRK stellt ein paar Feldbetten in die Turnhalle und Aula, liefert das Essen an die Tür und fertig.
          Damit wäre man auch das Problem los, dass Infektionen nach Hause geschleppt würden.
          UND die Klassenfahrt ist dann auch abgefrühstückt. Die Eltern zahlen für das Ganze noch pro Woche so 350€.
          Ja, und wenn halt einer etwas mehr erkrankt (wobei Kinder da ja easy durchkommen), dann kann man ja einen Kellerraum als Krankenstation einrichten. Da sieht und hört dann auch keiner das Gejammer.
          Luftfilter bräuchte man dann auch nicht mehr anschaffen.
          UND der ganze verpasste Stoff könnte nachgeholt werden. Und da die SuS ja den ganzen Tag beschäftigt werden müssen und aus pädagogischen Gründen nicht den ganzen Tag gepauckt werden kann, könnten sie in der Freizeit die schon längst fälligen Renovierungsarbeiten in der Schule erledigen. Praktischer Unterricht quasi, die Eltern wollen doch immer, dass Schule was mit dem echten Leben zu tun hat.
          Und nach 3-4 Wochen (dauert ja vielleicht etwas, bis der Letzte sich infiziert hat, ist alles durch, alle Lernrückstände aufgeholt, die Schule auf Vordermann gebracht und das zum Nulltarif.
          Und wenn unsere Modellschule clever ist, dann verkauft sie das gewinnbringend.

          • Tolle Sache!!!
            Wir müssen …pssst…nur mit dieser Idee ganz leise sein.
            Könnte sonst passieren, dass die KuMis das aufgreifen und umsetzen.
            Und es als ihr „Konzept“ 😉 verkaufen.

          • An kreativen Ideen mangelt es uns wirklich nicht, aber wie immer werden uns die richtigen Leute nicht zuhören 😉

          • So ’ne Art „base camp“ – aber ich bin gegen Markenfetischismus, ich will nicht nach Herzogenaurach. Wobei Pumakäfig habe ich ohnehin, wenn ich von Raum zu Raum wechseln muss.

          • @Maja
            @Leseratte
            @alle, denen zwischen dem Kopfschütteln das Lachen immer noch nicht ganz vergangen ist

            Kann man nicht noch schnell vor den Wahlen die „FSawkul“-Partei
            („Faule Säcke, aber wenigstens kreativ und lustig“-Partei) gründen?

            Slogan:
            „Be a hero. Werd a Politiker.“ (Mit Denglisch-Werbe-Sprech erreicht man viele Leute!)
            Oder:
            „Yes, we can auch anders.“
            Oder:
            „DAS bisschen Polit-Rumgehampel machen wir auch noch nebenbei …“

      • Mir geht es ebenso.
        In RLP ist Frau Hubig immernoch beim Lüften…
        Ich habe große Bedenken, wenn ich an den Herbst denke. Hier starten in einer Woche die Ferien..
        Mal schauen.
        Würde mich sehr freuen, wenn wir uns alle irren und “ der Kelch“ an uns vorüber geht.
        Dran glauben kann ich nicht.

        • @ Mary-Ellen
          Inzidenzen sollen in Zukunft eine geringere Rolle spielen und wenn die positiv SuS und ihre Kontaktpersonen nicht ins Krankenhaus kommen: Egal Karl (L.)! ,…und in Abwandlung eines Songs aus der Zeit lange vor der Genderdebatte: „Das bisschen Quarantäne ist doch nicht so schlimm, sagt ein Mann.“ ( H. L. aus NRW?)
          Sarkasmus off!

  20. Zum „Spiegel“:
    „Mitte Juni hat die Kultusministerkonferenz »Empfehlungen« für den Schulbetrieb im neuen Jahr vorgelegt. Es ist ein Appell für den Präsenzunterricht, der an Floskeldichte und Belanglosigkeit kaum zu übertreffen ist.“

    Seufz, meine Schüler. Ja. Was war ich doch für ein guter Lehrer.

    • Auszug: „Es werde sicher nicht der letzte derartige Fall bleiben, mutmaßte Landrat Niedermaier. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigten, dass sich vor allem jüngere Menschen mit der Delta-Variante anstecken – und auch zunehmend die Intensivstationen füllen. Das ist bei uns zum Glück noch nicht erkennbar.“
      Nur: Was nicht ist, kann ja noch werden, wie sich in den letzten 1,5 Jahren immer wieder gezeigt und bewiesen hat. Das Virus macht auch in Deutschland nichts anders, nur weil sich Politiker dies wünschen.

    • Keine UV Luftfilter getestet
      ein halbes Jahr
      teilweise mit Dummies.

      Und dann festzustellen, dass es beim Lüften kaum Temperaturgefälle gab, wo der Zeitraum wahrscheinlich zum guten Teil ins Frühjahr/Sommer ragte.

      Wie das Dummie-Untersuchungsszenario mit Aerosolen in Verbindung zu bringen ist, erschliesst sich mir auch nicht.

      Insgesamt: schräge Studie.

    • Auch eine andere Studie wird sicher dazu dienen, den uneingeschränkten Präsenzunterricht durchzuziehen:

      „Halle (dpa/sa) – Die Schulen haben im Frühling laut einer Studie aus Sachsen-Anhalt keine wesentliche Rolle für die Ausbreitung des Corona-Virus gespielt. Das teilte am Donnerstag die Universitätsmedizin Halle mit, die im März und April in einer vierwöchigen Studie die Schülerinnen und Schüler von 85 Schulen aus dem Burgenlandkreis drei Mal wöchentlich auf Corona getestet hatte. Zunächst hatte die «Volksstimme» von den Studienergebnissen berichtet.
      «Es wurden wenige positive Kinder identifiziert und es gab andererseits keine Hinweise darauf, dass Covid-19-Fälle übersehen worden sind», teilte Studienleiter Thomas Frese am Donnerstag mit. Auch habe es gemessen an der Anzahl der Tests nur sehr wenige falsch positive Ergebnisse gegeben. «Dies alles belegt, dass die Schulen keine Hotspots für Covid-19-Infektionen sind», so Frese.
      https://www.zeit.de/news/2021-07/01/studie-mit-lolli-tests-schulen-keine-corona-hotspots?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com

      In einem anderen Artikel über diese Studie wurde aber darauf verwiesen, dass das für die im Frühjahr verbreitete Variante galt und nicht einfach auf Delta zu übertragen ist. Das wird ja gern unter den Tisch gekehrt. Und außerdem war zu der Zeit das gesellschaftliche Leben eingeschränkt durch Kontaktbeschränkungen usw. Inzwischen ist ja quasi alles geöffnet, Massenveranstaltungen sind wieder möglich usw.

      „Schwedische Studie kommt zu ähnlichen Ergebnissen
      Dass der Schulbetrieb nur geringen Einfluss auf die Corona-Pandemie hat, legt auch eine schwedische Studie nahe, die zeigte, dass an schwedischen Schulen, die während der Pandemie geöffnet blieben, hauptsächlich Lehrerinnen und Lehrer an COVID-19 erkrankten. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Artikel: Schwedische Corona-Studie: An Schulen erkrankten vorwiegend Lehrkräfte. (vb)“

      https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/covid-19-schulen-scheinen-keine-corona-hotspots-zu-sein-20210704542467/

      Könnte das vielleicht auch daran liegen, dass ungeschützte LuL sich bei asymptomatisch Infizierten Kindern angesteckt haben? Nur so ein Gedanke…

    • Diese Studie muss mal an die frische Luft, damit sie ans Tageslicht kommt … dann könnten ein paar Leute mal lesen, was da so spannend drinsteht und so.

  21. Die Herrschaften können wir dann alle mal einladen, wenn wir bei Temperaturen um 0 Grad 5 Minuten lüften im Intervall….
    Hoffentlich vergessen sie Schal und Jacke nicht.
    Unglaublich!!! Kein nennenswerter Temperaturabfall gemessen!
    Da drängt sich mir die Frage auf wo die gemessen haben….

    • @Darfdaswahrsein

      „Da drängt sich mir die Frage auf wo die gemessen haben….“

      Direkt nach dem „Lüften“ und da wo die Sonne nie scheint.
      😉

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