„Die Aufholprogramme werden ihre Ziele verfehlen“: Initiative fordert ein zusätzliches Schuljahr für alle Schüler (die wollen)

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BERLIN. Es klingt nach etwas: Zwei Milliarden Euro plant die Bundesregierung, für ein «Aufholprogramm» auszugeben, mit dem die Corona-bedingten Lernlücken von Schülerinnen und Schülern geschlossen werden sollen. Die Länder sollen (mindestens) denselben Betrag noch einmal draufsatteln. Tatsächlich hat zum Beispiel Nordrhein-Westfalen jetzt angekündigt, eine halbe Milliarde in „gezielte Lernprogramme schulischer und außerschulischer Bildungsträger“ zu stecken. Das bringt alles nichts, erklärt nun eine Initiative von Eltern, Elternvertretungen und in der Wissenschaft tätigen Menschen. Sie fordern stattdessen ein zusätzliches Schuljahr.

Den Schulstoff des vergangenen Jahres nachholen und gleichzeitig Neues lernen – wie soll das funktionieren? Foto: Shutterstock

Die Initiative „Schule braucht Zeit“ verlangt, den Kindern und Jugendlichen mehr Zeit für ihre persönliche Entwicklung einzuräumen, Lernrückstände auszugleichen und emotional-soziale Kompetenzen zu stärken – und ihnen dafür ein zusätzliches Schuljahr einzuräumen. Für „schnelle“ Schülerinnen und Schüler soll es Flexibilität geben, um zügiger den angestrebten Abschluss zu erhalten. Fünf Forderungen werden konkret gestellt. Hier die Erklärung der Initiative im Wortlaut:

  1. Druck herausnehmen, Zeit einräumen

Nach eineinhalb Jahren Pandemie und monatelangem Schul-Lockdown brauchen Kinder und Jugendliche vor allem weniger Leistungsdruck und mehr Zeit. Darum fordern wir eine „Rückgabe“ der verloren gegangenen Zeit für alle Klassenstufen und über alle Schulformen. Diese Verlängerung kann beispielsweise in Form von zwei „Langschuljahren“ oder für G8-Jahrgänge als „Corona-Aufholjahr” im G9-Modus erfolgen.

Begründung: Bis zu 800 Stunden Präsenzunterricht sind wegen der Corona-Pandemie ausgefallen, schätzt der Deutsche Lehrerverband.[1] Durchschnittlich sollen es rund 500 Stunden sein, was einem halben Schuljahr entspricht. Während der mehrwöchigen Schulschließungen im ersten Halbjahr 2021 verbrachten die Schulkinder durchschnittlich nur 4,3 Stunden pro Tag mit schulischen Tätigkeiten – drei Stunden weniger als an einem üblichen Schultag vor Corona.[2] Distanzunterricht, so wie bislang angeboten, ist kein adäquater Ersatz für Präsenzunterricht – das erkennen sogar deutsche Gerichte in ihren Urteilen an.[3] Auch größtes Engagement seitens des Lehrpersonals sowie der Lernenden konnte Unterricht vor Ort nicht kompensieren – auch weil Bildungsarbeit immer Beziehungsarbeit ist. Fast vier von fünf Jugendlichen beklagen Lernlücken durch die Schulschließungen, wie eine repräsentative Allensbach-Umfrage herausfand.[4]

Neben den nicht vermittelten Lerninhalten gingen den jungen Menschen viele Monate wertvoller sozio-emotionaler Entwicklungszeit in der Schulgemeinschaft verloren. Schließlich ist Schule auch ein Ort sozialen Lernens. Eine Schulzeitverlängerung um insgesamt zwölf Monate an allen Schulformen würde eine echte Entschleunigung und Kompensation von Defiziten aller Art möglich machen. Lehrkräfte, Eltern,  Schüler – alle würden Zeit gewinnen, um sich einen Überblick über Lernrückstände zu verschaffen und durchzuatmen.

Langschuljahre bieten Zeit für die Planung, welches pädagogische Personal man mittelfristig benötigt. Die Schulzeitverlängerung sollte für die „schnelleren“ Schülerinnen und Schüler ausreichend Flexibilität bieten, damit sie in die nächsthöhere Klassenstufe aufrücken können. Mehr Zeit für die kommenden Absolventen von Abschlussklassen steigert zudem ihre Vermittlungschancen in anschließende Ausbildungen. Die festgestellten Defizite bei eingeschulten Kindern [5] könnten systematischer bearbeitet werden; das Gleiche gilt für den Übergang auf die weiterführenden Schulen.

  1. Bildungspolitik muss Perspektivwechsel vollziehen

Die schulpolitisch Verantwortlichen müssen sich ehrlich eingestehen, dass die beiden Corona-Schuljahre keine normalen Schuljahre waren. Bisherige Lernziele konnten in der Breite nicht erreicht werden. Wir verlangen einen Perspektivwechsel: Die Bedürfnisse und Sichtweisen der Heranwachsenden müssen dabei stärker in den Blick genommen werden.

Begründung: Die aufgrund der Corona-Pandemie veranlassten Schulschließungen und die erlebte Ausnahmesituation belastete viele Schülerinnen und Schüler: Isolation, Angst, exzessiver Medienkonsum, Bewegungsarmut waren die Folge laut COPSY Studie/UKE Hamburg.[6] Für mindestens die Hälfte der Kinder war die Situation während der Schulschließungen eine große psychische Belastung; für die große Mehrheit der Kinder war es eine große Beeinträchtigung, nicht wie gewohnt Freunde treffen zu können.[7] Hierbei sind diejenigen am meisten betroffen, die zu Hause nicht gut aufgefangen werden konnten. Zudem ist für Kinder und Jugendliche ein Jahr ein langer Zeitraum. Um lernbereit und lernfähig zu sein, bedarf es aber stabiler psychischer Voraussetzungen. Experten betonen, dass die stabilen Voraussetzungen nicht mehr gegeben sind. [8] Statt noch mehr Lerndruck brauchen sie jetzt Qualitätszeit mit Gleichaltrigen – um die emotionalen  Belastungen sowie soziale Defizite auszugleichen. Und es braucht Ruhe und Bindung zu Lehrkräften, die mit den Kids Strukturen wieder einüben müssen. Dafür sollte die Politik bundesweit die notwendigen Voraussetzungen schaffen.

  1. Verbindliche schulinterne Konzepte für alle entwickeln

Zusätzliche Förderstunden außerhalb der Unterrichtszeit, privatisierte Nachhilfe, „Lernferien“, Samstagsunterricht oder freiwilliges Wiederholen werden die Lernrückstände in ihrer ganzen Breite nicht aufholen können. Für den ausgefallenen Präsenzunterricht braucht es innerschulische Konzepte. Selbst die nächsten PISA-Studien werden die Defizite schonungslos offenlegen.

Begründung: Nahezu die einzige Lösung, die die schulpolitisch Verantwortlichen aus Bund und Ländern anbieten, sind einige Millionen Euro für außerschulische Aufholprogramme. Und man überträgt den Familien die Verantwortung, diese Angebote zu nutzen. Ein kollektives Problem kann aber nicht individualisiert gelöst werden.

Die Aufholprogramme von Bund und Ländern werden aus folgenden Gründen ihre Ziele verfehlen:

  • Freiwillige Lernprogramme werden nicht von den Schülern und Schülerinnen angenommen, die die größten Lerndefizite haben. Erfahrungsgemäß nutzen freiwillige Lerncamps eher interessierte Kinder aus mittleren und höheren sozialen Schichten.
  • Nachholprogramme setzen die schwächsten Schüler am stärksten unter Druck. Sie müssen den Stoff des letzten Schuljahres aufholen und gleichzeitig den darauf aufbauenden Schulstoff der Folgejahre erlernen. Druck für die Schwächsten, damit sich die Stärksten nicht langweilen, ist jedoch das Gegenteil von Bildungsgerechtigkeit.
  • Das pädagogisch geschulte Personal für derartige außerschulische Programme ist vielerorts nicht vorhanden. Die Programme können darum nicht flächendeckend wirken. Zusätzlich variieren die angedachten Fördermaßnahmen von Bundesland zu Bundesland erheblich in ihrer Umsetzung – ohne bezüglich der zu erwartenden Wirksamkeit überzeugen zu können.[9]
  1. Eine breite Debatte der bildungspolitisch Verantwortlichen anstoßen

Wir wünschen uns zügig eine bundesweite ehrliche Debatte ohne Denkverbote, die die konkreten Erfahrungen vor Ort angemessen berücksichtigt – sowohl öffentlich als auch bei den zuständigen Gremien – damit das Versäumte und Verpasste bei allen Schülerinnen und Schülern aufgeholt werden kann. Am besten in konkreter Kooperation von Bildungsexperten, Lehrpersonal, Eltern und Schülerschaft.

Begründung: Es ist die Aufgabe der Bildungspolitik, jetzt tragfähige, verbindliche Lösungskonzepte zu erarbeiten – und allen die zusätzliche Zeit einzuräumen, die es dafür braucht. Weder organisatorische, finanzielle noch rechtliche Hürden dürfen eine Ausrede darstellen. Es bedarf eines politischen Gestaltungswillens, um der jungen Generation die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie dringend nötig hat. Kinder und Jugendliche in diesem Land haben Anspruch darauf, einen Ausgleich für ihre monatelange Disziplin zu erhalten. Es muss eine echte Kompensation für sie geben. Kein Versuch einer erneuten Effizienzsteigerung im Bildungswesen durch Verdichten der Lerninhalte, sondern mehr Zeit zum Leben und Lernen aber auch Raum, um über eine zeitgemäße Schule nachzudenken.

  1. Bundesweite Bildungssolidarität anstreben

Abhängig vom individuellen Umfeld fand das Lernen im Distanzunterricht bundesweit unter sehr unterschiedlichen Bedingungen statt – in technischer und sozialer Hinsicht. Diese ungleichen Lernvoraus-setzungen führten überall zu einem noch größeren Aufklappen der ohnehin schon weit geöffneten Bildungsschere. Diese wieder weitmöglichst zu schließen, sollte unser gemeinsames gesamt-gesellschaftliches Anliegen in ganz Deutschland sein.

Begründung: Leistungsschwächere Schüler und Schülerinnen und Kinder aus sozial benachteiligten Familien haben oftmals zu Hause deutlich weniger effektiv und konzentriert gelernt, fand das DIW Berlin in einer Befragung heraus. [10] Ein Blick auf den Breitband-Atlas Deutschlands zeigt zudem, dass vielerorts gar kein digitaler Unterricht stattfinden konnte; Arbeitsblätter zur selbstständigen Bearbeitung blieben hier die Regel. Und während manche Gymnasien oder die berufsbildenden Schulen noch ganz gut durch den Lockdown gekommen sind, war bei den anderen Schulformen an strukturierten Online-Unterricht oft gar nicht zu denken. Einige Befragungen gehen davon aus, dass an gerade einmal 20 Prozent der Grundschulen digital unterrichtet wurde.[11] Ein Viertel (26%) der Schülerinnen und Schüler hatte täglich gemeinsamen Unterricht für die ganze Klasse (z.B. per Video), aber 39% hatten dies nur maximal einmal pro Woche.[12] Der Online-Unterricht lief an den vielen tausend Schulen im Land zudem höchst unterschiedlich ab und variierte von Lehrerin zu Lehrer deutlich. Das Lehrpersonal war darauf größtenteils nicht vorbereitet. Eine Studie der Frankfurter Goethe-Universität stellt dem Distanzunterricht ein schlechtes Zeugnis aus. Die durchschnittliche Kompetenzentwicklung während der Schulschließungen bezeichnen die Autoren der Studie als Stagnation mit Tendenz sogar zu Kompetenzeinbußen.[13] Gibt es an den Schulen ab Spätsommer 2021 ein „Weiter so“, belastet das vor allem die lernschwächeren Kinder und Jugendlichen. Außerdem ist angesichts der Delta-Variante fraglich, ob das Schuljahr 2021/22 ohne weitere Schulschließungen auskommen wird.

Hier lässt sich die Initiative per Unterschrift unterstützen.

Im Folgenden sind alle Quellen zum Forderungspapier aufgelistet:

Wer hinter dahinter steckt

Initiatorinnen und Initiatoren:
Brigitte Anders, Köln (NRW)
Angelika Bock, Hamburg
Alexandra Fragopoulos, Hamburg
Marcus Hohenstein, Siegen, G9-Initiative (NRW)
Christian Lehmann, Hamburg
Georg E. Möller, Hamburg
Ines Moegling, Bildungsaktivistin, Hamburg
Anja Plesch-Krubner, Heidelberg, G9-Initiative (Baden-Württemberg)
Katja Oltmanns, Saarbrücken, (Saarland)
Dr. Anne-Babett Woelke-Westhoff, Hemer, G9-Initiative (NRW)

Unterzeichner der ersten Stunde:
Prof. Dr. Peter Bender, Universität Paderborn
Dr. Matthias Burchardt, Universität Köln
Prof. Dr. Rainer Dollase, Universität Bielefeld, Studienleiter NRW mit N=55.000 Personen zu G8/G9 im Auftrag der Landeselternschaft Gymnasien
Prof. Dr. Marcel Helbig, WZB (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung)
Prof. Dr. Hans-Peter Klein, Universität Frankfurt
Prof. Dr. Martin Paul Nawrot, Universität Köln

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52 KOMMENTARE

  1. Die wenigsten Schüler werden freiwillig wiederholen. Ohnehin haben meiner unterrichtlichen Erfahrung nach ohnehin nur maximal 1/3 der Schüler coronabedingte Rückstände und freiwilliges wiederholen einer Jahrgangsstufe ist auch ohne Pandemie immer möglich.

  2. Ohne diese Initiative bewerten zu wollen, möchte ich darauf hinweisen, dass man mal den Samstagsunterricht gestrichen hat, was natürlich auch zu „Unterrichtsausfällen“ im Vergleich zu vorher geführt hat. Hat damals irgend jemand gesagt, dass das den Kindern aus bildungsfernem Milieu schaden könnte? Beim Übergang von G9 zu G8 wurden ja nochmal Unterrichtsstunden gestrichen. Wer hat diese Reduktion betrieben und wer hat sie kritisiert?

    • Gibt es Quellen dazu, dass wirklich Stunden gestrichen wurden, oder wurden die Stunden einfach nur auf andere Tage verteilt?

      Dazu kommt auch, dass in den Bundesländern unterschiedlich viele Stunden in den Pflichtstundentafeln stehen. Es gibt Länder, die sparen seit Jahrzehnten an dieser Stelle, dazu braucht es weder einen gestrichenen Samstag noch G8.

      • Das ist in den Bundesländern natürlich uneinheitlich und auch nach Fächern unterschiedlich. Rein rechnerisch würden 35 Wochenstunden (6 Stunden täglich, samstags nur 5) beim ursprünglichen G9-Gymnasium auf G8 umgelegt dann 35 * 9 : 8 = 39,4 Wochenstunden ergeben (also praktisch jeden Tag 8), was natürlich nie realisiert wurde. Man hatte etwa 33 Wochenstunden. Es ist speziell so, dass die Stundenzahl für Mathematik reduziert wurde. In NRW gab es 1990 in der Sek I 22 Wochenstunden, bei G8 nur noch 19 (die letzte Zahl steht immer noch auf der Homepage des Schulministeriums), beim neuen G9-Gymn. sind es 13 Stunden in den Klassen 7-10. Der verstärkte Unterrichtsausfall tut ein übriges. Die 3-stündigen Grundkurse in der Oberstufe sind auch eine neuere Erfindung. Deutsch und die Fremdsprachen traf es auch, aber Zahlen habe ich da nicht.
        In der Grundschule wäre eine Verteilung auf andere Tage theoretisch möglich gewesen, weil man ja insgesamt weniger hatte. Ich glaube aber kaum, dass das konsequent gemacht wurde. Den unteren Klassen wurden wohl nie 6-Stunden-Tage zugemutet.
        Mir ging es darum, dass diese „stille Reduktion“ nie beanstandet wurde, aber die Corona-Reduktion gilt als ganz schrecklich.

  3. Dafür gibt es keine Räume, keine Lehrkräfte, keine zusätzlichen Zeitfenster!
    Bitte icht vergessen, es rücken jedes Jahr Schüler nach, welche auch versorgt und untergebracht werden müssen !

    • @KARIN

      Ja, die Räumlichkeiten fehlen oft.

      In städtischen Gebieten und Ballungsräumen existieren aber noch die Gebäude von geschlossenen Schulen (z.B. „plattgemachte“ Hauptschulen oder Grundschulen, die geschlossen wurden, weil sie sich 2-zügig nicht mehr rechneten). Für den ländlichen Raum kann ich mir da gar keine Meinung erlauben.
      Diese Gebäude und auch die umgebende Gelände sehen von außen noch nicht schlimmer aus als die meisten Schulen im laufenden Betrieb.
      Wie sie drinnen aussehen, kann man von außen natürlich nicht beurteilen. Aber viele Schulen im laufenden Betrieb würden als Betriebsstätte in der „freien Wirtschaft“ auch umgehend dichtgemacht!

      Wenn man wollte, könnte man wenigstens mal prüfen, welches Gebäude wieder „flottgemacht“ werden könnte …

      • Auf dem Land gibt es häufig die alten Dorfschulen noch. Teilweise als Wohnhäuser, teilweise als Gemeindehäuser, die stehen dann evtl. zur Verfügung, wenn sie nicht gerade vermietet werden. Ebenso die neuen Gemeindehäuser.

    • @Karin
      Der große Vorteil von zwei Langschuljahren besteht doch genau darin, dass man weder weitere Räume noch weitere Lehrer benötigt, da die bestehenden Klassen (in gleicher Anzahl, Größe und mit den gleichen Lehrern) einfach länger laufen.
      Dies klappt dann, wenn auch die Kita-Kinder, die durch die coronabedingten Maßnahmen häufig in ihrer Entwicklung regredierten, den veränderten Rhythmus mehrheitlich mitmachen – hier müsste man möglicherweise über eine Verlängerung der Elternzeit nachdenken, um Kinder ein halbes Jahr länger zu Hause betreuen zu können. Durch mögliche Stundenkürzungen oder -umverteilungen in den verlängerten Schuljahren könnten vielleicht auch Deputatsstunden für die Konzeptentwicklung, individualisiertes Lernen in Kleingruppen oder für die flexible Betreuung einzelner „schnellerer“ Schülern freigemacht werden.
      Beim „Corona-Aufholjahr im G9-Modus“ durch Einschieben einer 11. Klasse kommt es zunächst sogar zu einer personellen Entlastung, da Klassen dann nicht mehr bis zu 37 Wochenstunden sondern nur noch 30-32 Stunden unterrichtet werden müssen. Erst wenn es neun Jahrgangsstufen am Gymnasium gibt, werden mehr Lehrkräfte (und Räume) benötigt – dies sollte man natürlich bis dahin vorbereitet haben. Und nicht vergessen, diese personelle und räumliche Ausstattung gab es bis vor knapp 20 Jahren in Westdeutschland noch überall und wurde den Schülern (und Lehrern) aus Kostengründen kurzerhand weggenommen.
      Insgesamt wäre es sicher nicht ganz einfach, aber man braucht jetzt dringend schnelle kreative Konzepte ohne Angst vor einer zunächst provisorischen Umsetzung. Heutzutage sind auch Container schnell verfügbare komfortable Klassenzimmer. Der perfekte Plan für eine Pandemie kann schließlich nicht ausgestaltet in der Schublade liegen.
      Einfach so zu tun, als wäre alles super, ist jedenfalls die schlechteste Lösung….!

  4. „Die Initiative „Schule braucht Zeit“ verlangt, den Kindern und Jugendlichen mehr Zeit für ihre persönliche Entwicklung einzuräumen, Lernrückstände auszugleichen und emotional-soziale Kompetenzen zu stärken – und ihnen dafür ein zusätzliches Schuljahr einzuräumen.“ Mit welchen Lehrkräften? Auch neue Konzepte müssten wieder mal die Lehrkräfte entwickeln…..Wann? Wie? Wo? Und die Kohle, die jetzt auf den Markt geschüttet wird….warum nutzt man die die erst mal dafür „sicheren“ Präsenzunterricht (Luftreiniger…..u.a.) zu ermöglichen? Oder für Digitalunterricht? Meine Fresse, mir reicht es schon länger. Warte ja immer noch auf mein „Dienstgerät“….

    • @Die Elfe

      „Nahezu die einzige Lösung, die die schulpolitisch Verantwortlichen aus Bund und Ländern anbieten, sind einige Millionen Euro für außerschulische Aufholprogramme.“

      Und DAS macht mir noch mehr Sorge (und ich verspüre durchaus auch Wut), wenn wieder „Millionen Euro“ und „außerschulische Aufholprogramme“ in 1 Satz genannt werden!

      Das ist die nächste Müllverbrennungsanlage für Steuergelder, weil man einfach aus „falschem Stolz“ = knallharter und chronischer Blödheit und Sorge (um die eigene Person = Gier) nicht vom alten, eingefahrenen Kurs abweichen möchte.
      Aber was sollten denn auch die ganzen Hofschranzen, Bücklinge und Günstlinge sowie Schwippschwager-Kombinate sagen, wenn ihnen plötzlich die Einnahmen wegbrechen würden in ihren „externen Bildungszentren“?!

      Das wird GENAU SO laufen wie in den „Instituten“ für Aus-, Fort- und Weiterbildung und Umschulung, zu sehen in der verlinkten Reportage.
      (Btw: So läuft es schon seit vielen, vielen Jahren! „Live und in Farbe“ miterlebt habe ich das schon Mitte der 90er Jahre !!! bei einem Bekannten, der noch „Dreher“ gelernt hatte und in eine WEITERbildung für Informatikfachleute !!! gesteckt wurde – er saß vorher noch nie an einem Computer und hatte NULL Englischkenntnisse … Natürlich hat das nichts gebracht!)
      https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/videos/deutschland-reportage-alles-auf-kosten-der-steuerzahler-video-100.html
      … Da sitzt der Chirurg (weil er noch keinen Deutschkurs bewilligt bekam) zusammen mit einem Schuster, einem ehemaligen Taxi- und LKW-Fahrer und einem Analphabeten und weiterem möglichst heterogenen Mix in einem Kurs für Lagerlogistik!!! … WTF???
      … Da hält die „Fortbildungsbranche“, die diese Kurse ausrichtet zusammen wie „1 Mann“ und erfindet blumige Berufsbezeichnungen – ganz OFFENSICHTLICH Fantasie-Berufe – und NIEMAND will das gemerkt haben?! Ja wirklich, sie erfinden den Sch*** und geben das vor laufender Kamera lachend zu „Können Sie auch Kaiser von China nennen!“ und kassieren weiter ab.
      Menschen kurz vor dem Rentenalter (mit 64 Jahren) und MIT recht guten Deutschkenntnissen werden in einen Bewerbungskurs gesteckt und spielen dann im Klassenraum „telefonieren“ …

      Das alles ist offensichtlich so gewollt (Wagt es bloß nicht mir von Zufällen über Jahrzehnte erzählen zu wollen!), weil wieder genug Leute beteiligt sind, die auch wieder Leute kennen, die wiederum die passenden Leute kennen – anders kann so ein System nicht funktionieren, nicht über Jahre und Jahrzehnte (s.o.) hinweg.

      Die Arbeitssuchenden, die tatsächlich arbeiten wollen und verzweifelt ihren Weg in die Integration suchen, werden erstens ver*rscht und zweitens über einen Kamm geschoren, mit denen die durchaus betrügerisch unterwegs sind (, ja, Augen auf, die gibt’s natürlich auch)! Und dann werden damit dubiose „Institute“ finanziert, wo man sich schon fragen darf, wohin die Gelder fließen, 10.000 Euro für einen Kurs. Warum werden die Reporter dort während des abgesprochen Interviews (ziemlich am Anfang der Reportage) vor die Tür gesetzt und warum will man ihnen sogar verbieten, auf offener Straße zu filmen?!
      Aber einen gewissen „Witz“ hat es schon wenn das „European Intercultural Center AR Campus Harzer gGmbH“ – klingt sooooo toll – (Minute 29:30) an der „Harzerstraße“ liegt und obwohl die Hausnummer nicht „4“ ist, ist das vielleicht ein versteckter Hinweis … 😉
      Und irgendwie auch schade, dass die scheinbar gar keine Homepage haben um sich mit ihrer erfolgreichen Arbeit präsentieren zu können, da weiß man nicht bei wem man sich – jenseit der finanziellen Seite – noch mal bedanken kann … Hat „oben“, dort wo das Geld herkommt, sicher auch wieder NIEMAND bemerkt.
      Blöd-Republik Deutschland.

      Ja, insgesamt ist das alles in der Tat verstörend.

      Aber ich hoffe doch sehr, dass das System Schule auch das richten kann.
      (Jaaaaa, verdammt: Ironie!!!)

      • Pit 2020-Spannend-die verlinkte Reportage schau ich mir an- nach dem Lesen des Kommentars „dämmert“ mir schon der Umfang dieses „Parallel-Systems“. Da geht sie hin die Kohle. An unserer BBS gibt es auch extra quasi extern angestellte Jugendberufsberaterinnen. Da schicken wir auch die SuS hin, die bei uns „irgendwie nicht weiter kommen“. Nen paar mehr Kollegahs für intensivere Arbeit mit diesen SuS wäre vielleicht vorteilhafter. Aber Lücken werden jetzt sogar schon mit Student*innen geschlossen. Die unterrichten dann mal in der einen Klasse 4h und woanders auch noch ein bischen rum. Damit dann die Stundentafeln für die Klassen einigermaßen stimmen. Dann ist man im Klassenteam plötzlich die einzige vollausgebildete BBS-Lehrkraft und muss quasi diese „Nicht-mal-Halbprofis“ auch noch didaktisch-methodisch-pädagogisch auf Kurs bringen, damit die Klasse nicht noch durchdreht. Die letzte „echte“ Lehrkraft hat nach der Ortsbegehung aufgrund der miesen Ausstattung und Raumsituation dankend abgelehnt.

    • @Die Elfe
      Wie auf den Kommentar von Karin bereits geantwortet bräuchte es zunächst keine weiteren Lehrkräfte. s.o.
      Natürlich müssten Lehrerinnen und Lehrer im Schulterschluss mit den Lernenden und den Eltern an einer sinnvollen sowie nachhaltigen Lösung zum Wohle der Schülerinnen und Schüler arbeiten – und sollten doch eigentlich auch daran interessiert sein.
      Die anklingende Haltung, dass der Ausfall von mindestens 600 (häufig noch viel mehr) Präsenzstunden ihres Unterrichts keine Kompensation nötig macht, wirft schon einige grundsätzliche Fragen auf….!
      Die dringend benötigten Luftfilter sind natürlich ein anderes wichtiges Problem, das mit der Einsicht und dem entsprechenden Willen der politischen Verantwortlichen viel schneller gelöst werden könnte und müsste.

  5. 4,3 Stunden sind ca sechs Stunden a 45 Minuten. 6 x45 = 4,5 Stunden.
    Und dann würde die Frage nach der Qualität noch sein. Nur dass Schüler anwesend sind, heisst nicht, dass sie wirklich am Unterricht teilnehmen.

    Die Aufholjagd wird nicht wirklich funktionieren. Die Schüler sind ja schon mit dem aktuellen Stoff komplett ausgelastet (liegt auch oft an dem exzessiven Handykonsum, der Zeit stiehlt). Und statt mal wieder ihren Hobbys frönen zu können, sollen sie weiter mit Lernstoff zugepumpt werden.

    Meine Klientel wird sich wahrscheinlich nicht jucken, was es da an Aufhol-Programmen gibt. Vor allem nicht die Leistungsschwachen.

  6. Die freiwillige Wiederholung könnte man coronabedingt auf jeden Fall erleichtern: keine Anrechnung auf die Begrenzung der Schulbesuchsjahre, Übertrittsregelung Mindestalter.
    Aber ich denke auch, was schon einige geschrieben haben:
    – freiwillig werden nur wiederholen, deren Eltern es als Chance für das Kind sehen bzw. ältere Schüler, die bildungsinteressiert sind
    – es ist bei Lehrermangel an den einzelnen Schultypen schwer vorstellbar, wenn es zu viele werden.
    Möglich machen würde ich es auf jeden Fall, aber auf freiwilliger Basis – vielleicht kann man durch Überzeugungsarbeit einige dazu bringen. Viele Schulverweigerer haben auch einen Einfluss auf unsere Gesamtgesellschaft, so meine These. (s.u.)

    Eine der Ursachen, warum bestimmte Schüler abgedriftet sind, ist das Bildungsinteresse im häuslichen Umfeld und die Einsicht der Notwendigkeit, dass ein solider Bildungsabschluss mehr berufliche Möglichkeiten eröffnet. Hier fehlt die Anstrengungsbereitschaft bzw. ist ganz schwer zu vermitteln und umzusetzen. In meinen Augen sollte der Staat erstmal hier durch geeignete und durchdachte Kampagnen ansetzen. Wenn ich dem Trash-TV Glauben schenken soll, dann scheint es für manche erstrebenswerter mit HarzIV zu leben als sich um eine Ausbildung zu bemühen. Da scheint eine riesen Lebensdepression der einzelnen Beteiligten durch, die selbst jung für sich keine Perspektive sehen und lieber sich mit Unterstützung durchs Leben treiben lassen.
    Mir fällt es deswegen auch auf, weil ich in einigen nicht europäischen Ländern (auch in den USA) gesehen habe, wie froh jeder um einen Job ist.

    Ich halte es für gesellschaftlich unabdinglich alle Bemühungen dahingehend zu entfalten, bei möglichst vielen Menschen Bildungsinteresse zu entwickeln, die zu soliden, begabungsgerechten Bildungsabschlüssen (das kann auch der gute, qualifizierte Hauptschulabschluss sein) führen.
    Das auch nicht nur um gute Jobs zu ergattern, sondern auch um extremen Verführungen zu entgehen und versuchte Einflussnahmen besser abschätzen zu können. Schließlich geht es auch um die Zukunft unserer Gesellschaft.

    • „… dann scheint es für manche erstrebenswerter mit Hartz IV zu leben als sich um eine Ausbildung zu bemühen.“
      Darin liegt ein Problem, zumal einige Parteien (z.B. die Grünen und die Linken) die Beträge für eine Hartz-IV-Nachfolgeregelung deutlich erhöhen wollen. Jede(r) ist aufgerufen, die folgende Übungsaufgabe zu lösen:

      Wie viel muss ein alleinverdienender Familienvater (zwei Erwachsene, 3 Kinder) brutto verdienen, damit die Familie als ganze netto wenigstens das hat, was sie mit Hartz IV hätte?

      Da darf man nicht nur die Regelsätze in Ansatz bringen, sondern auch Zusatzleistungen, etwa dass das Sozialamt die Miete für eine Wohnung bezahlt, dass auch gewisse Gebrauchsgegenstände extra bezahlt werden, dass Hartz-IV-Empfänger von gewissen Zahlungen befreit sind usw.
      Kein Wunder, dass für arme Leute in der EU (etwa in Rumänen, nach Beitritt auch in Albanien) mit vielen Kindern Hartz IV immer noch recht attraktiv erscheint, während es für deutsche Singles natürlich nicht attraktiv erscheint oder allenfalls in Kombination mit Schwarzarbeit (auch das soll sich ausbreiten, so ein Gerücht).
      An einem Wahlstand hat ein Genosse der Linkspartei mir gegenüber einfach abgestritten, dass ein hohes bedingungsloses Grundeinkommen für arme Leute in der EU attraktiv sein und einen Einwanderungssog zur Folge haben könnte. Das fand ich sehr naiv. Man muss sich einfach mal die objektiven Zahlen dazu ansehen (s. oben). Dass die Leute für sich selbst das beste herausholen wollen, kann man ihnen ja nicht verübeln. Die Frage ist, ob das für die ganze Gesellschaft das beste ist.

  7. Also wenn man das Geld, das man in Aufholprogramme stecken will, statt dessen in die erhöhte Schülerzahl durch die Wiederholer steckt, dürfte das zumindest etwas abfangen.
    Die Initiative mag da zwar aus Schulsicht noch nicht alles durchdacht haben – bräuchte da wohl einfach einige Unterstützer aus dem Schulbereich – aber aus Sicht der Kinder kann ich das nur so unterstützen.
    Letztes Jahr fand ich Sommer- und Herbstschule richtig und unterstützenswert. Der erste Lockdown war eine Entschleunigung und die Kinder wurden relativ enstpannt im Wechselunterricht vor den Sommerferien in den Schulen empfangen. Da war eine Lerneinheit in den Ferien wirklich hilfreich, ohne eine zusätzliche Belastung darzustellen. Dieses Jahr mussten die Schüler mehrere Monate digital lernen, obwohl die Schulen kaum Gelegenheit bekommen haben, sie richtig darauf vorzubereiten. Und nach der Rückkehr in den Präsenzunterricht hieß es Leistungsdruck, Leistungsdruck, Leistungsdruck. Während dem Wechselunterricht war durch die halbe Besetzung wenigstens noch weniger Trubel während dem Unterricht und auf dem Schulgelände. Aber nach Rückkehr in die Vollpräsenz war der Stressfaktor einfach greifbar. Dieses Jahr brauchen die einfach ihre Sommerferien und nicht eine weitere Sommerschule.
    Wenn sie jetzt noch durch weitere Aufholprogramme gejagt werden, dann sehe ich da demnächst Generation Burnout. Und Kindheit und Jugend bleiben bei dieser unnötigen Aufholjagd auch noch ein paar Jahre mehr auf der Strecke.

    Leider glaube ich, dass die politischen Entscheidungen im letzten Schuljahr eben genau darauf ausgerichtet war, möglichst wenige Wiederholer zu haben. Denn je mehr Schüler ein Jahr wiederholen, desto mehr Leute stehen der Wirtschaft erst ein Jahr später als volle Kaufkraft zur Verfügung…

  8. Und wieder ein Pflaster Aufklebern, ohne die Wunde gründlich zu reinigen.

    Habe habe nicht nur beruflich, sondern auch privat Erfahrung mit unseren Bildungseinrichtungen. Sowohl in Schulen, als auch in Kitas finden wir pädagogisches Fachpersonal, von denen ich mich frage, ob sie ihren Abschluss im Lotto gewonnen haben, und es gibt die, die mit Herzblut und unendlicher Kraft versuchen was zu bewegen. Aber auch denen fehlen die Mittel. Was soll ich als Lehrkraft tun, wenn ich merke, dass ein Kind von zu Hause keinerlei Zuspruch bekommt und so gar keine Lernfreude aufbauen kann?

    Gerade da gibt es viel Bedarf. Nicht im Lernstoff. Und erst Recht nicht in G8. Wir brauchen Menschen, die die Kinder unterstützen, ihnen zeigen, dass man stolz auf ihre Leistung ist und ihnen Freude am Lernen vermitteln.

    Und das soll jetzt mit Nachhilfe Instituten geregelt werden. Ich möchte hier keine Lehrkraft aus diesem Bereich angreifen. Aber wirtschaftlich Fakt ist, das sie davon abhängig sind, dass die Kinder dahin kommen und man ihnen alles klein vorkaut, nicht, dass sie selbstständige, interessierte Lerner werden (was übrigens auch für alle anderen Strukturen in der Kinder- und Jugendhilfe gilt)

    Für mich sind gute Pädagogen die, die Kinder und Jugendliche befähigen sie selbst zu überflügeln. Nichts ist schöner, als ein Schüler, der es schafft mich zu überraschen oder gar zu beeindrucken. Muss dafür alles richtig sein? Nein, er muss nur die Bereitschaft und den Willen zeigen seinen Weg durchzuziehen.

    Und dafür braucht es nicht immer pädagogische Fachkräfte. Es gibt Menschen, in denen schlägt ein pädagogisches Herz.

    Wenn die Schulen und zwar dauerhaft die Möglichkeit hätten, Hausaufgabenbetreuung durch solche Menschen für die Kinder, denen diese Unterstützung fehlt, verpflichtend zu machen, dann wage ich die Prognose auf deutliche Erfolge in 10 Jahren.

    Was hingegen hier passiert, ist politische Propaganda.

    Es war nicht der Distanz- oder Wechsel Unterricht, der unseren Kindern das Genick gebrochen hat. Denn dann wären uns ja nicht vorher reihenweise Kinder durchs Netz gefallen. Wir müssen endlich eine Lernkultur schaffen, die Neugierde und Begeisterung weckt, die Mühe mindestens genauso hoch wertet wie Leistung und die in Kindern mehr sieht, als Menschen, die mit auswendig gelerntem Wissen gefüllt werden müssen. Aber dafür müssten wir bereit sein wirklich mal an unserem System zu schrauben.

  9. Da es bereits die Möglichkeit gab zum letzten Schuljahresende, freiwillig zu wiederholen, kann ich den Mehrwert dieses neuen Vorschlags nicht erkennen. Wie viele Schüler haben denn die Möglichkeit genutzt, das Schuljahr freiwillig zu wiederholen. (Oder gab es das nur in Berlin?)

  10. In BW ist G8 an Schulen vertreten und in der außergewöhnlichen Lebensphase hatten die G8 Schüer in BW G7 und die Bildungzeit wurde zu dem verkürzten Schuljahr nochmals gekürzt. Die Bildungschere ist im Klassenverband sehr unterschiedlich und für die Lehrer nicht einfach seinen Lernstoff zu vermitteln bei den unterschiedlichen Lernrückständen. Auch die festgelegten Zusatzsunden bei einem G8 Schuljahr umzusetzen ist Eltern und Schülern ein sehr großes Rätsel. Die G8 Schüler haben schon einen sehr langen Schultag und sind mit den zusätzlichen Zusatzstunden noch zusätzlich belastet. Hinzu kommen noch Hausaufgaben, Vorbereitung und Nachbereitung der Lernfächer und Lernzeit. Keine Zeit mehr für persönliche Entwicklung und Entfaltung in der Freizeit und Vereinen. Das Aufholprogramm ist für G8 Schulen kein tragendes Konzept und jegliche Lernfreude wird erstickt bei dem zusätzlichen Streß.Die Bildungsnot hat alle sozialen Schichten getroffen und egal welcher Herkunft. Die schwachen und faulen Schüler hat man versetzt trotz großer Lernrückstände und den bemühten Schülern sind die Defiziete die sich in verschiedenen Fächern angehäuft haben eine große Last geworden. Die schwachen und faulen Schüler haben den Unterricht oft verweigert und gestört und die bemühten Schüler haben um den Anschluß gekämpft. Die Lehrer mußten einer breiten Schülerschaft mit unterschiedlicher Arbeitshaltung gerecht werden. Für BW an G8 Schulen muss sich grundsätzlich etwas ändern nach diesem Ausnahmezustand und ohne Augenwischerei und Blendwerk von Herrn Kretschmann und Frau Schopper und die Bereitwilligkeit ist bei den verantwortlichen nicht vorhanden. Geschweige von einer vertrauensvollen Basis auf einen neuen Grundstein für die Bildung zu legen. Der Politik und den KM ist es gelungen keine Perspektiven und tragende Handlungen einer heranwchsenden Schülerschaft, Lehrern, Schulleitungen und Elternschaften anzubieten trotz Mahnungen, Aufrufe und Appelle war kein Gehör für tragende Verbesserungen vorhanden. Die junge Generation hat durch den Ausnahmezustand viel zu verarbeiten und benötigt für die außergwöhnliche Lebenspahse eine angemessene Zeit zur Gesundung dieser ausgebremsten Lebenszeit an der Schule und in der perönlichen Entwicklung und Entfaltung. Welchen Wert hat Bildung noch und die Persönlichkeitsreifung der Schülergeneration für die Politik und KM????? Der Scherbenhaufen und der Flickenteppich gehört entsorgt und ein neuer Bildungsweg der den weiteren lebensweg von Schülern bestimmt geschaffen.

  11. Hat eigentlich mal irgendwer daran gedacht, dass einige (viel zu wenige) Eltern schon stinksauer darüber sind, dass ihre Kinder weiterhin in die Durchseuchungsschulen gezwungen werden und alleine schon aus Angst vor noch mehr Ansteckungswahrscheinlichkeit die Kinder nicht auch noch nachmittags mit noch mehr (anderen) Kindern in weitere Kurse zusammenstecken wollen?

    Nee?
    Typisch.

    LongCovid/PIMS/Tote bei Kindern und Jugendlichen und rappelvolle Kinderkrankenhäuser in den USA sind offensichtlich Themen, die nicht nur Gebauer und der Rest der Kinderhasserminister gekonnt ignorieren…

    Nur gut, dass das Homeschooling bei uns gut funktioniert hat und die Kids nicht auf zusätzlichen Nachmittags-Durchseuchungsunterricht angewiesen sind. Ich bin schon wegen des fast vollständig fehlenden Schutzes vormittags mehr als bedient.

  12. Ich kann es nicht mehr hören, dass schwache Kinder Druck bekommen, damit starke Kinder sich nicht langweilen müssen. Das Gegenteil ist der Fall!
    Lernwillige Kinder, die im Homeschooling engagiert gelernt haben, dürfen mal wieder auf den großen Rest warten und werden frustriert. Für was bitte? Es gibt eben lernwillige und bequeme.
    Natürlich gibt es Kinder mit schlechten Startbedingungen,jene brauchen alle Unterstützung,damit sie sich in unserer Gesellschaft willkommen fühlen und lernen wollen und können, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.
    Es ist aber ebenso erforderlich,sehr gute und motivierte Kinder nicht am Rand stehen zu lassen. So nach dem Motto: Du kannst das ja schon, warte auf die anderen Schüler.
    So entgeht uns Exzellenz. Wir sind nun mal zum Glück unterschiedlich.

    • @Sapere aude
      Auf solch einen Kommentar habe ich gewartet, die faulen Kinder mal wieder.
      Und die Pandemie liefert den funktionierenden Lernwilligen schließlich so einen tollen Wettbewerbsvorteil, den sich ehrgeizige, kompetitive Eltern nicht nehmen lassen wollen.
      Lernen in unseren Schulen findet glücklicherweise in Gemeinschaft statt, beruht (noch!) auf sozialen Beziehungen. Wenn Kinder sich außerhalb dieser gewohnten Bedingungen schlecht selbst motivieren können, sollten sie nicht als „bequem“ abgewertet werden. Dies schaffen längst nicht alle erwachsenen Arbeitnehmer! Außerdem lief der Online-Unterricht sehr unterschiedlich ab, auch die Menge des ausgefallenen Präsenzunterrichts differierte stark.
      Selbst motivierten Kindern und Jugendlichen wurde übrigens nicht 100 Prozent des üblichen Curriculums (zumeist online) vermittelt. Darum ist es ja so wichtig, nicht nur die total Abgehängten zu unterstützen.
      Unter Exzellenz (unangenehmes Wort!) verstehe ich übrigens nicht unbedingt nur die gut funktionierenden hochleistenden Schüler, die zudem vielleicht noch eine hervorragende Unterstützung von ihrem ehrgeizigen Zu Hause oder durch Nachhilfe erhalten. Für diese wurden übrigens schon immer und werden auch zukünftig flexible „schnellere“ Lösungen möglich sein.
      Zahlreiche begabte junge Menschen sind sehr sensibel, brauchen ihren gewohnten Alltag und machen sich über vieles Gedanken und Sorgen – dies hat natürlich ihr Lernen während Corona erschwert, ohne dass man ihnen dafür einen Vorwurf machen sollte.
      Zudem würde es wahrscheinlich auch vielen sehr gut funktionierenden und motivierten Schülern (und unserer Gesellschaft) gut tun, in einer verlängerten Schulzeit ihre sozialen Kompetenzen auszubauen und zu lernen, solidarisch zu sein.

      • @A.

        „Exzellenz (unangenehmes Wort!)“

        Aber ein Wort an sich kann gar nicht unangenehm sein!
        Unangenehm ist höchstens das,
        – was ein denkendes Individuum damit verbindet (und das kann von Fall zu Fall sehr abweichend sein – wenn nicht, wäre das dann wohl besorgniserregend).
        – was dazu geführt hat, dass das denkende Individuum gerade diese Gedanken – z.B. „unangenehmes Wort!“ – hat, womöglich ohne ausreichend reflektiert zu haben.

        https://www.wortbedeutung.info/Exzellenz/
        Darin:
        „Wortbedeutung/Definition:
        1) die besondere Güte eines Objektes, einer Fähigkeit oder einer Leistung; exzellent sein“
        Ich persönlich finde mit einer gewissen Lebenserfahrung daran nichts Unangenehmes.
        Im Gegenteil: Ich wünsche mir, dass möglichst viele Menschen in ihren Leben recht oft das erhabene (Jaja!!!) Gefühl verspüren mögen, wenn ihnen etwas wirklich gut gelungen ist – zur eigenen Zufriedenheit und/oder auch zur Freude anderer Menschen.

        • Lieber Pit 2020,
          vielen Dank für diese Lektion. Ja, ich kenne die Bedeutung des Wortes – obwohl ich kein Lehrer bin 😉 – und schätze zum Beispiel einen „exzellenten“ Wein, weil er mir schlicht und einfach schmeckt. Der Begriff wird allerdings einem Kind oder Jugendlichen häufig nicht gerecht, da er sich eben nur auf die kognitive Leistungsfähigkeit bezieht – ähnlich der Beschleunigungszeit eines Autos von 0 auf 100 – und dann oft dafür verwendet wird, die begabten Schüler fern von den Familien in Internaten „auszubilden“ oder schneller durch die Schule zu schleusen. G8-Gymnasien sollen wahrscheinlich zu solchen (für das Land günstigeren) Selektionsinstitutionen gemacht werden. Ich bin übrigens ein großer Anhänger der verbindlichen Grundschulempfehlung und des differenzierten, durchlässigen Schulsystems, da meiner Ansicht nach nur hier alle Schüler optimal gefördert und gefordert werden können. Zudem ist unser Sohn – ich spiele jetzt mal sprachlich mit 😉 – ein „exzellenter Schüler“ in einem gymnasialen G8-Hochbegabtenzug, der zuvor häufig mit Bauchschmerzen in der Grundschule ging. Wir entschieden uns gegen ein Überspringen der vierten Klasse, da er trotz seiner verstandesmäßigen „Exzellenz“ sozial und emotional noch ein typischer Grundschüler war. Er entwickelte sich zu einem zufriedenen, bestens sozial integrierten, leistungsstarken Oberstufenschüler, der zudem ein guter Sportler ist.
          Und dennoch bin ich für eine Verlängerung der Schulzeit (durch G9 oder zwei Langschuljahre), da Verstand und Wissen eben nicht alles ist, die Mehrheit der Schüler unter den Schulschließungen litt –
          und zudem auch den Besten unter Corona nicht 100% des üblichen Curriculums vermittelt wurde. Warum sollte man ihnen das vorenthalten?
          Wer weiß, zu was unsere „Exzellenz“ sonst noch fähig wäre!?
          Außerdem steht es den Schnellen ja weiterhin frei, eine oder mehrere Klassenstufen zu überspringen.

          • @A.

            Der „Werdegang“ Ihres Sohnes ist also „exzellent“ 😉 verlaufen, auch weil Sie mit Augenmaß gehandelt haben und das „große Ganze“ gut im Blick hatten und sich selbst und Ihrem Sohn getraut haben. Das freut mich sehr!
            Mal nur so aus meinem persönlichen Nähkästchen geplaudert: Vor vielen Jahren hatten SuS (damals Klasse 5) mich mal auf Fremdwörter angesprochen, wofür die eigentlich gut wären … das ganze Sortiment von Ideen, die da von SuS kommen können. Resultat: Die SuS fragten, ob wir sowas wie „Das Fremdwort der Woche“ auslosen könnten (alle haben gesammelt) und das dann vorstellen, erklären und dann auch in passenden Situationen benutzen könnten. Na klar konnten wir! Das wurde natürlich deutlich mehr als 1 Fremdwort pro Woche und wir achteten darauf, dass es jetzt nicht zu abgehoben wurde, sondern ganz klar mit der Lebenwirklichkeit der Kinder zu tun hatte. – Wie ich auf diesen Exkurs gekommen bin? Ganz einfach, das Wort „exzellent“ war auf der Liste, und wurde auch in SuS-Feedback gerne eingebaut, aber auch bei Kreativ-Aufgaben! Und so benutze ich es auch gerne heute noch bei Rückmeldungen bezüglich SuS – allerdings nicht für jeden „Killefitt“, sondern nur dann wenn etwas tatsächlich herausragend ist. … Wird gerne genommen und ernst genommen.

    • @Sapere aude
      Genau darauf hatte ich gewartet…..die „faulen“ Kinder also.
      Interessant, dass kompetitive Eltern die Pandemie scheinbar nutzen möchten, um ihren funktionierenden lernwilligen Kinder einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.
      Das Lernen in unseren Schulen findet normalerweise (Gott sei Dank noch!) im sozialen Kontext statt. Wenn Kinder alleine zu Hause Schwierigkeiten hatten, sich bei zusätzlich sehr unterschiedlicher Online-Anbindung zu motivieren, ist das nicht ihre Schuld. Das schaffen selbst viele Erwachsene nicht.
      Außerdem wurde auch den ehrgeizigsten Schülern nur etwa 75% des üblichen Curriculums (meist online) vermittelt. Darum sollten die Aufholprogamme ALLE Schüler einbeziehen und nicht nur die total Abgehängten.
      Unter Exzellenz (ein furchtbares Wort) verstehe ich nicht unbedingt nur die hochleistenden funktionierenden Schülerinnen und Schüler mit besten Noten, die möglicherweise auch noch tolle Unterstützung von zu Hause mitbekommen. Diesen Schülern wurden schon immer flexible „schnellere“ Lösungen angeboten, so sollte es bleiben. Viele begabte Kinder sind aber sehr sensibel, brauchen ihr gewohnten Abläufe und machen sich über vieles Sorgen – auch sie konnten in der Pandemie häufig nicht optimal lernen, ebenso vollkommen unverschuldet.
      Von zusätzlicher Schulzeit würden die meisten Schüler profitieren, falls nicht fachlich dann bezogen auf ihre soziale Kompetenz oder ein solidarisches Miteinander. Dies wäre ein individueller und auch gesellschaftlicher Gewinn.
      Die selbstverständlich unbedingt nötigen Luftfilter sind ein anderes Problem, das mit dem nötigen politischen Willen sehr schnell gelöst werden könnte.

    • @Sapere aude

      Volle Zustimmung.

      Kind 1 hat sich 4 Jahre lang in der Grundschule gelangweilt und ist heilfroh, dass nun endlich die größten Bremser, Störenfriede, Unruhestifter, Sachen-nie-dabeihaber, etc. nicht mehr in der Klasse sind.

      Das Homeschooling hat fast komplett eigenständig funktioniert. Die Male, wo wir als Eltern oder Klassenkameraden helfen sollten, kann man für all die Monate locker an zwei Händen abzählen. Während der Präsenzphasen gab es wieder ständig Gemecker, dass alles wieder zum x-ten Mal erklärt wird nur weil immer die gleichen Kinder nicht zuhören, nur Blödsinn machen und die komplette Klasse am Vorankommen hindern.

      Kind 2 ist noch etwas kleiner und braucht(e) natürlich etwas mehr Hilfe. Aber auch da waren wir nach einigen Monaten so weit, dass die sich ja immer wieder ähnelnden Aufgaben zuhause schon fast alleine bearbeitet werden konnten. Auch hier wurden die Präsenzphasen als eher langweilig empfunden – trotz der natürlich als schön empfundenen Kontakte zu den Freundinnen und Freunden.

      Also ja, die guten Schüler leiden unter den langsamen und faulen und sind froh, wenn diese verlogene Gleichmacherei nach der Grundschule endlich ein Ende nimmt. Ich kann es für meine Familie nur bestätigen.

      • „… die guten Schüler … sind froh, wenn diese verlogene Gleichmacherei nach der Grundschule endlich ein Ende nimmt.“

        Wo bleibt der heftige Protest der Gesamtschul- und Gemeinschaftsschulbefürworter ? Wird nicht sonst immer auf das „Sortieren“ nach der Grundschule geschimpft ? Hat man eigentlich die Viertklässler mal gefragt, wie die das sehen ?

  13. Viele Worte um einen Umstand, der nun mal nicht zeitnah zu ändern ist.
    Wie schon der letzte Satz sagt- weitere Schulschließungen stehen im Raum. Ich stimme dem Herrn zu, der fordert, wir (Lehrkräfte und Eltern) müssen zum Lernen motivieren.
    Ich sehe nur einen lange überfälligen Ausweg: Klassen mit maximal 18 Schüler*innen in allen Schulformen. Und sind wir mal ehrlich; abgesehen von der Beziehungsarbeit, die dann stattfinden kann und muss, scheinen ja Schulräume auch nur für diese Anzahl gesundheitlich (Lüften, Abstand etc) nutzbar zu sein.

  14. Wie soll es denn so weitergehen! Corona Lüge und Folter Maßnahmen wird behaltet, und man diskutiert über Lernprogramme für Kinder. Ihr werdet wie dummen behandelt und belogen, in Wirklichkeit plant die Regierung was anderes mit dem Kinder, und zwar ein Cloud Speicher fürs Gehirn, es wird in den nächst kommenden Impfung verabreicht! Was denkt ihr ist in den Impfungen drin wenn wir keine Virus haben? Was ich hier schreibe ist Irre, wenn ihr selbst die krank sind und zerstören eigene Kinder, weil ein Reptloid es euch vorschreibt was ihr glauben soll und nicht! Ihr seid alle Gottes Verräter, und ihr wird bekommen was ihr verdient habt. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

      • Also mir gefällt’s – das bringt endlich eine versöhnliche Note in die Debatte.

        In diesem Sinne noch einen irreguten Tag,
        Gottes Väter (oder wie hieß das oben?)

    • @Elizabeth

      „Was ich hier schreibe ist Irre“

      So ist es, liebe Elizabeth.
      Besonders schlimm finde ich, wie du hier über mich schreibst, denn ich würde dir und deinen Freunden niemals vorschreiben was ihr glauben sollt und was nicht!
      Ich würde noch nicht einmal vorschreiben, dass „ihr alle“ euer gutes altes Bio-Hirn benutzt, obwohl der liebe Gott das aus guten Gründen mitgegeben hat.
      Der Herr, dein Hirte wird auch dich irgendwann auf den Pfad der Denkenden führen.
      Glauben ist gut, Denken ist besser!

      • Es heißt Reptiloid und wir sind aus der Hohlerde.
        Und der Cloud Speicher wird nicht gespritzt, sondern die RFID für den Zugriff.

        Also bitte so viel Korrektheit muss sein!

        • @Außenseiter im Dienst

          „weil ein Reptloid es euch vorschreibt“
          Ich habe @Elizabeth zitiert, damit sie mich auch erkennt!
          😉

    • Liebe @Elizabeth,

      danke für Ihren hilfreichen Kommentar!
      Wenn ich auch ein wenig beleidigt bin, dass Sie mich so gar nicht zur Kenntnis nehmen wollen, mir sogar meine Existenz absprechen, bin ich Ihnen doch nicht gram.
      Besser das Richtige aus den falschen Gründen tun, als das Falsche aus den richtigen Gründen.

      Diese ganzen Lockdowns, Abstandsregeln und das Maske tragen haben mir das Existieren ( Leben kann man das ja kaum nennen) unglaublich erschwert! Ja, es war eine Folter für mich, wie Sie so richtig bemerken!

      Wir sind Billiarden kleine, putzige, kreative Wesen, die nichts anderes wollen, als Trilliarden kleine, putzige, kreative Wesen zu werden! Wir essen nicht, wir atmen nicht, wir verbrauchen kaum Ressourcen, wir sind klimaneutral, wir brauchen kein Gendern!
      Der Herrgott hat auch uns erschaffen und wir sind schützenswert!

      Das Einzige was wir brauchen sind ein paar eurer Zellen, damit wir uns vermehren können! Das ist doch wohl nicht zu viel verlangt! Ok, manchmal geht es schief und jemand stirbt, aber – ehrlich – das wollen wir eigentlich nicht, sind nur Kollateralschäden!!!

      Das mit den Impfungen und der Cloud habe ich zwar nicht verstanden, wohl aber Ihre gute Absicht dahinter! Ja, die Impfungen machen uns das Leben komplett unerträglich und jedes Argument dagegen ist uns willkommen!

      Es ist ohne Ende anstrengend und kostet uns viele geliebte Angehörige, wenn wir uns immer wieder ändern müssen!
      Sie, liebe Elizabeth, verschaffen uns die nötige Zeit, eine kreative Antwort auf all das Gift zu finden!

      Vielen Dank dafür!

    • Eieiei..
      Dachte immer schlimmer geht nicht.
      DAS haut aber dem Fass den Boden aus.
      ..obwohl, ist auch fast schon wieder lustig.

  15. 1. Die Bestandsaufnahme der Initiative erscheint mir weitgehend realistisch.

    2. „Zwei Langschuljahre“ halte ich für eine sinnvolle und – ebenso wichtig – machbare Perspektive.

    3. Ein ‚Erfolg‘ der Initiative würde naturgemäß dauern. Was aber jetzt tun, beim diesjährigen Schuljahrsbeginn?
    Weil „stabile Voraussetzungen“ für schulisches Lernen nicht mehr gegeben seien, bräuchten junge Menschen „jetzt Qualitätszeit mit Gleichaltrigen – um die emotionalen Belastungen sowie soziale Defizite auszugleichen – [sowie] Ruhe und Bindung zu Lehrkräften, die mit den Kids Strukturen wieder einüben müssen“. Auf Twitter erfährt man, wie man das missverstehen kann: Manche Lehrkraft würde sich in den ersten 2 – 6 Wochen am liebsten nur auf Gruppendynamisches, Schulfeste und Klassenfahrten beschränken.
    Nichts gegen einen Wiedersehenstag in der Klasse oder einen Ausflug in die Natur (nach der langen Digitalöde). Aber vor allem entstehen pädagogische Bindung und lernbezogene Tagesstruktur bei ganz normalem gutem Unterricht über interessante Bildungsgüter – ebenso lehrergeleitet wie schülerorientiert, ohne übertriebenen Stoffdruck aber auch nicht erwartungsarm, nicht defizitfokussiert gleichwohl lernstandsbezogen.
    Wie sagte Hermann Giesecke: „Schule ist kein Gefängnis, sondern der Ausbruch aus demselben“ – nämlich der gedanklichen Unmündigkeit.
    http://www.eltern-lehrer-fragen.de/

  16. Und dann nehmen wir einfach mal an, der ganze Coronakack hätte diesen Erdteil verschont, weil wir so unglaublich entwickelt sind und jede Krise schon im Anflug meistern. Nehmen wir mal an die letzten 18 Monate hätten unsere Planungen, Hoffnungen und Aussichten nicht einfach pulverisiert, keine Umwege, Auswege und Sackgassen erforderlich gemacht. Keine Sau würde sich heute auch nur eine Sekunde einen Gedanken machen, ob man die Dinge nicht auch mal anders angucken sollte. Schon deshalb fand ich die vergangenen anderthalb Jahre massiv sinnstiftend.

    Und während die große Mehrheit der Erwachsenen alle Perspektiven auf die lange Bank und ins kommende Jahr schieben, sollen ausgerechnet diejenigen die, ausser denjenigen an den Luftpumpen auf den Intensivstationen, mit den prozentual höchsten Anzahl an Verzichtstagen und Verzichtspaketen, also Kinder und Jugendliche möglichst schnell möglichst geräuschlos und vermutlich auch noch dankbar weitermachen als wäre nichts.

    Es geht zu wie in einer Massenhennenlegebetrieb, bei dem allein zählt wieviele Eier da rauskommen und ob das Gewerbeamt nix sagt wegen der Bedingungen. Es soll funktionieren. Die Hennen sollen funktionieren, die Abläufe sollen funktionieren. Dann gibt es an den Frühstückstischen der Republik auch keine Stress.

    Manchmal denke ich, ob diese beiden letzten wohlstandsgepamperten Erwachsenengenerationen in der Mehrheit mit Nullnoterfahrungen und Lagerfeuergeschichten, von Tschernobyl, Mauerfall, dem 11. September und dem Monstersturm Cyrill, tatsächlich mitbekommen, dass die Generation die gerade versucht so etwas ähnliches wie Zukunft zu ergreifen und der wir eine dahinsiechende Welt hinterlassen, genau die Generation sein wird, die uns die Atemgeräte einrichten unsere Hände halten, weil Siri und Alexa das nicht können und uns den Arsch abwischen, weil wir gegen Ende abbauen. Wir sollten versuchen uns mit ein paar Fairnessschleimpunkten nicht auf die Vergessenheitsspur schieben zu lassen. Ja, vermutlich wird es so einfach und so doof kommen.

    Was hier an reflexartigen Reaktionen unbedacht und kaumhinterfragt auf die Kommentarspur gerotzt wird, nimmt mir etwas von dem Optimismus, den die Initiator*innen des «Schule braucht Zeit»Papier bei der Erarbeitung ausgestrahlt haben. Nein, wenn die 9c von Dr. Solldorf, sechs Monate länger die 9c von Dr. Solldorf bleibt, braucht es keine zusätzlichen Pädagogen und kein bisschen eine neue Klasse. Da die Verlängerung für alle gilt, gilt das auch für alle. Natürlich hat die Initiative auch an solche Kinder gedacht, deren Eltern glauben das Kevin eher Albert hätte heissen müssen und seinen Flieger zum Mars noch kriegen muss, oder zumindest die Zahnarztpraxis ein Jahr vor Ngongo aufmachen sollte, ja die können sich schlicht in die nächste Klassenstufe beamen lassen und haben auch dort ein halbes Jahr mehr Zeit den Ansprüchen ihrer Eltern zu genügen.

    Es gab und gibt sogar eine Nörglerliste die es vermutlich auch bald auf die Webseite von «Schule braucht Zeit» schaffen wird. Dort sind alle Reflexreaktionen, die hier verbreitet werden auch schon drauf und es gibt Menschen die versucht haben darauf zu antworten. Und es gab immer eine Antwort ohne dass es weniger Sinn machte, die beiden nächsten Schuljahre mit etwas mehr Atemluft zu versehen. Für alle. Und es waren fast immer Argumente auf die man und frau auch gekommen wäre, wenn man und frau mal ne Nacht drüber geschlafen hätte und nicht gleich in die drei deutschen Devisen verfallen wären:

    «Das haben wir noch nie so gemacht. Das haben wir schon immer so gemacht. Und da könnte ja jeder kommen.“

    • „Nein, wenn die 9c von Dr. Solldorf sechs Monate länger die 9c von Dr. Solldorf bleibt, braucht es keine zusätzlichen Pädagogen …“
      Und dieser Dr. Solldorf unterrichtet dann einfach 6 Monate lang mehr als sonst, denn es war ja vorher gewiss auch woanders eingesetzt, vielleicht bei den neuen 5. Klassen? Und zusätzliche Räume braucht man einfach nicht? Rechnen Sie mal nach: Eine 3-zügige Grundschule hat vielleicht nur 12 Räume, wenn dann alle Klassen länger bleiben, braucht man Räume für die neuen Erstklässler, oder? Oder bleiben die dann ein halbes Jahr länger in der Kita? Damit verlagert sich das nur in die Kita, denn auch dort rücken ja neue Jahrgänge von unten nach. Was macht man mit denen? Entscheidend ist immer die Zahl der SuS, die gleichzeitig (!) die Schule bzw. Kita besuchen.

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