Ärger bei Lehrerverbänden: Lolli-Tests zu kurzfristig – hoher logistischer Aufwand

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Die Ruhe währte nur kurz: Unmittelbar nach Beginn des neuen Schuljahrs haben sich Lehrervertreter am Mittwoch zornig zu Wort gemeldet. Grund für den Unmut ist einmal mehr das Vorgehen des Kultusministeriums – speziell die Vorgaben zu den kurzfristig einzuführenden Lolli-Tests an Grund- und Förderschulen sowie die Organisation von Impfangeboten.

Geschmacksrichtung: gar keine. Lolli-Tests heißen besser, als sie schmecken. Foto: Shutterstock

«Das Schuljahr beginnt, wie das alte geendet hat: Hektik, Stress und großer Druck. Musste das so sein?», so die Vorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, Simone Fleischmann, in München. «In den Grund- und Förderschulen ist am ersten Schultag schon die Hölle los. Oder ist das mal wieder übertrieben? Nein! Die Kolleginnen und Kollegen, die Schulleiterinnen und Schulleiter wissen jetzt schon nicht mehr weiter: Wie sollen wir die Organisation der sog. Lolli-Tests bitte schaffen? Der Schulstart ist ohnehin schon eine große Herausforderung in jedem Jahr – und jetzt braucht es auch noch eine komplette Neuorganisation von diesen PCR-Tests und das natürlich binnen kürzester Zeit. Die Kolleginnen und Kollegen schlagen Alarm: So ist das einfach alles nicht zu schaffen!»

Erst am Freitag habe das Ministerium die Schulen über die neuen PCR-Pooltests informiert, bemängelte auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Mit den kindgerechten Lolli-Tests zum Lutschen soll es bereits am nächsten Montag flächendeckend losgehen. «Das ist Wahnsinn», so Landesvize Florian Kohl.

Binnen weniger Tage sollten die Eltern informiert, Einverständniserklärungen eingeholt, Elternabende abgehalten, Zugänge zu einer digitalen Schnittstelle erstellt und die Logistik geklärt sein. «Das ist schlicht unmöglich», betonte Kohl. Fleischmann kritisierte zudem, dass die Schulleitungen obendrein noch Impfangebote direkt an den Schulen zu organisieren hätten. Die Verbände forderten, den Zeitdruck rauszunehmen und Schulen von nicht-pädagogischen Aufgaben zu entlasten.

Fleischmann: «Wir als BLLV können das einfach nicht mehr nachvollziehen. Unsere Kolleginnen und Kollegen an den Grund- und an den Förderschulen erst recht nicht. Nach eineinhalb Jahren Pandemie, ständigem Ausnahmezustand und Neuorganisation von Schule von Woche zu Woche hatten sich alle auf ein Schuljahr eingestellt, in dem die Verantwortlichen aus all dem Vergangenen gelernt haben. Scheinbar ein Irrglaube.» News4teachers / mit Material der dpa

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