Hotspot Thüringen: Geringe Impfquoten unter Schülern, kaum Impfteams an Schulen – Rekord-Inzidenzen

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ERFURT. Die Impfquoten in Thüringen sind im Ländervergleich niedrig – auch bei Jugendlichen. Umso unverständlicher, dass die Landesregierung praktisch alle Schutzmaßnahmen an Schulen ausgesetzt hat. Entsprechend rasant steigen die Inzidenzen unter Schülerinnen und Schülern. Impfteams sollten ein niedrigschwelliges Angebot an den Schulen machen, doch sie werden bisher kaum in Anspruch genommen. Braucht es mehr zentrale Koordination?

Impfen, Impfung,
Die Stiko empfiehlt die generelle Impfen von Kindern ab 12 und Jugendlichen – geimpft wird trotzdem wenig, in Thüringen jedenfalls. Foto: Shutterstock

Trotz im Ländervergleich niedriger Impfquoten bei jungen Menschen in Thüringen ist das Interesse der Schulen an mobilen Impfteams gering. Nur eine staatliche und zwei freie Schulen hätten solche Impfteams bei der Kassenärztlichen Vereinigung angefragt, erklärte das Bildungsministerium auf Anfrage. Dabei handele es sich um zwei Berufsschulen und eine Gemeinschaftsschule. Seit dem 10. September können sich Schulen um ein mobiles Team bemühen, das Kinder und Jugendliche über zwölf Jahren vor Ort impfen kann.

Von den 12- bis 17-Jährigen im Freistaat waren mit Stand vom Mittwoch nur 26,6 Prozent vollständig geimpft, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Damit befindet sich Thüringen im deutschlandweiten Vergleich in der Schlussgruppe. Bundesweit liegt die Quote bei 39,1 Prozent. Die höchste Impfquote in dieser Altersgruppe verzeichnet Schleswig-Holstein mit 52,5 Prozent vollständig Geimpften.

Im Kyffhäuserkreis liegt die Inzidenz bei Schülern knapp unter 1.000 – Rekordwert in Deutschland in allen Altersgruppen

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Thüringen am Mittwoch bei 163 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Unter Schülern steigen sie noch rasanter: In mittlerweile sechs Landkreisen liegt die Inzidenz bei den Fünf- bis 14-Jährigen über 500 – im Kyffhäuserkreis sogar knapp unter 1.000 (genau: 972). Das ist der Rekordwert in Deutschland in allen Altersgruppen.

Nach Angaben des Bildungsministeriums werden Minderjährige im Freistaat vor allem in den Impfzentren, den Impfstellen und bei Kinderärzten geimpft. Dies seien die «Hauptsäulen», hieß es. Die mobilen Impfteams seien stets nur als «Zusatzangebot für Schulgemeinschaften gedacht» gewesen, wo sich eine entsprechende Nachfrage abzeichnen würde.

«Idealerweise würde das Ministerium alle Eltern abfragen und wenn genügend bereit sind, würde es ein Impfteam schicken»

Zu den möglichen Ursachen für das bisher geringe Interesse der Schulen an Impfteams nannte ein Ministeriumssprecher unter anderem den Aufwand. In der Regel sei vorher mit Schülern und Eltern abzustimmen, wie groß das Interesse sei. Thüringer Schulen können bereits seit über einem Monat Impfteams ordern, um das Impfen möglichst niedrigschwellig zu gestalten. Zahlreiche Abgeordnete der meisten Fraktionen im Thüringer Landtag warben im Parlament erneut dafür, sich impfen zu lassen.

Der bildungspolitische Sprecher der Thüringer CDU-Fraktion forderte am Rande der Landtagssitzung mehr Aufklärungsarbeit an den Schulen, um mehr niedrigschwellige Impfangebote zu ermöglichen. Der SPD-Bildungspolitiker Thomas Hartung sprach sich für mehr Impfanreize aus und dafür, den Einsatz der Impfteams zentral zu koordinieren. «Idealerweise würde ich als Ministerium alle Eltern abfragen in den Schulen und wenn genügend bereit sind, würde ich ein Impfteam dorthin schicken», sagte Hartung. Seiner Meinung nach sei es bisher für die Schulen zu kompliziert. «Das muss man zentral machen – mindestens auf Schulamtsebene.» News4teachers / mit Material der dpa

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38 KOMMENTARE

  1. Ich denke, Schulen bzw. SL haben meist einfach Angst davor, sich Demos und Aggressionen von Coronaleugnern, Impfgegenern und Querdenkern vors bzw. ins Haus zu holen. Es gab ja schon Bedrohungen dieser Art, wie in der Presse immer wieder zu lesen ist. Und wenn man dann vom Datenschützer darauf hingewiesen wird, dass man über Impfung besser nicht diskutieren sollte, wird sich da auch nichts bewegen. Zumal ja ohnehin viele Eltern in Thüringen ungeimpft sind und dann wohl kaum die Impfung der Kinder befürworten. Leider wird die miserable Impfquote in Thüringen in den Warnstufen überhaupt nicht berücksichtigt, zumal sie auch in den Landkreisen recht unterschiedlich ist. Und wenn es heißt, bundesweit liege die Impfquote bei …, stelle ich fest, dass sie in unserem Landkreis gerade mal knapp über 50% liegt. Und dann „Freedom day“???

  2. So lange Kinder/ Jugendliche nicht volljährig sind, entscheiden in den überwiegenden Fällen die Erziehungsberechtigten über eine Impfung/ Nichtimpfung. Die niedrige Impfquote unter den Schulpflichtigen ab 12 J ist das Ergebnis von 1 1/2 Jahren Predigt”Kinder erkranken meist nicht, merken gar nichts, nur leicht, nur wie Schnupfen”. Da liegt für viele Eltern die Entscheidung auf der Hand “ Warum sollte ich mein Kind gegen “Schnupfen” impfen lassen?” Kann man ihnen nicht mal verübeln. Und die breite Masse der Bevölkerung ist sich der wahren Gefahr von COVID nach wie vor nicht bewusst. Hat auch keine Lust mehr, darüber nachzudenken. Liegt auch an dem allgemeinen Phänomen, dass keiner mehr richtig zuhört und über das Gehörte nachdenkt – ist den meisten zu anstrengend. Und das Virenthema ist nun mal ein bisschen komplexer.
    Dazu kommt, dass Warnungen nicht ernst genommen werden. Wie der Sturm heute: wenn (hoffentlich) größere Schäden ausbleiben, werden wieder alle sagen “war doch gar nichts, bisschen Wind, alles ganz normal, die Wetterfrösche haben wieder übertrieben “.

    Selbst wenn es im Bekanntenkreis Fälle gegeben hat, werden sie verharmlost und heruntergespielt: “ der war doch schon alt, hatte Vorerkrankungen( wäre sowieso gestorben)” oder “ ja, die hatte Corona, ist aber mit ihren 80 Jahren wieder putzmunter” oder “ ach, die Kinder, in der Pubertät sind die doch immer müde, die war doch gar nicht richtig krank mit Corona, nur positiv getestet “. Habe ich leider alles bei meinem letzten Besuch in Thüringen mehr als genug zu hören bekommen. Passt sicher auf alle Bundesländer…
    Da wird’s mir wirklich schlecht. Bleibt nur ab Montag wieder: alle Fenster auf und FFP2 (immer noch selbst gekauft) fest aufsetzen. Boosterimpfung nehmen, wenn ich dran bin. Keine Minute zu lang in der Schule bleiben. Ist nicht schön, aber hat bisher geholfen.

  3. Der Gruppenzwang ist zu groß.

    In manchen Gegenden muss es die Möglichkeit geben sich impfen zu lassen, ohne dabei ertappt zu werden.

    Am Besten im Nachbarkreis z.B. in einem Kino.
    Eine Aufwandsentschädigung von 100 Euro würde vielleicht auch helfen.

    • Das ist doch wohl ein Witz!
      100€ dafür, dass man sich selbst und andere schützt?! Warum nicht gleich eine Prämie für alle, die beim Autofahren die Hände vom Handy lassen? Einen Preis für diejenigen, die nicht mit geladenen Schusswaffen rumfuchteln? (Ironie off)
      Ehrlich, da würde ich protestieren. Was ist denn das für ein Signal an alle, die sich haben impfen lassen? Warte nur lange genug, dann wirst du selbst für Selbstverständlichkeiten bezahlt? Am besten noch von der Allgemeinheit? So kann man sich halt auch ein Volk von Egoisten und Sozialschmarotzern heranziehen…

      • Es ist vor allem für alle ein Schlag ins Gesicht, die sich ihre PSA wie Masken selbst kaufen müssen. Ärgerlich! Die Impfgegner werden hingegen für unsoziales Verhalten belohnt.

    • Hmmm, in meinem Kopf entsteht gerade ein Bild, wie sich die Impfjunkies ihren Druck in einer dunklen Parkecke abholen….mit verstohlenen leicht paranoiden Blicken rechts-links….

      Sind wir tatsächlich schon so weit

      • Also wenn irgendwo ein Impfbus hält und die Impfwilligen von Impfgegnern massiv bedrängt werden, die vermutlich auch noch ihre Nachbarn sind, dann kann ich gut verstehen, dass sich dort kaum jemand impfen lässt.

        Das sind vielleicht genau die 5 oder 10 Prozent die noch fehlen.

        Eine Aufwandsentschädigung würde ich zuerst Teenagern, Studenten und Arbeitslosen anbieten.

    • So ist das eben bei einer Pandemie, wo sich die Menschen fürchten zu erkranken… da müssen sie mit Burgern, Zigaretten, Bratwürsten, 100€ oder Zwang erst einmal geködert werden…

  4. https://www.thueringer-allgemeine.de/leben/gesundheit-medizin/corona-inzidenzen-bei-thueringer-schuelern-klettern-auf-jahreshoechststand-id233642349.html

    „ERFURT. Die Corona-Infektionszahlen bei Kindern und Jugendlichen im Schulalter haben in Thüringen den höchsten Stand seit Beginn des Jahres erreicht. Auch bei über 80-Jährigen ist ein starker Anstieg zu verzeichnen.
    Die Corona-Infektionszahlen bei Thüringer Kindern und Jugendlichen im Schulalter sind auf den höchsten Stand seit Beginn des Jahres geklettert. Das geht aus einem Bericht des Thüringer Landesamts für Verbraucherschutz mit Stand vom Mittwoch hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach stiegen die Sieben-Tage-Inzidenzen bei den 6-bis 11-Jährigen und den 12- bis 17-Jährigen zuletzt auf jeweils klar über 300 und lagen damit weit höher als in anderen Altersgruppen.“

    Aber scheinbar kein Handlungsbedarf. Und davor, dass die massenhaften Infektionen bei den Kindern und Jugendlichen auch auf die Älteren durchschlagen, ist auch schon oft genug gewarnt worden.

    • Will die CDU jetzt das rote Thüringen mit ’ner „Rote-Socken-Ka,pagne“ oder mit ’ner BionTech-Spritze aus den Händen von Ramelow befreien? Die AfD wird’s nicht schaffen, die haben kein Markenrecht an den Roten Socken und Impfen ist für die so abschreckend wie Weihwasser für den Teufel.

    • Nein, es ist nicht egal. Zum tausendsten Mal: Die Inzidenzen dienen immer noch als Frühwarnsystem, die Menge an Leuten auf der Intensiv oder auf dem Friedhof zeigen uns nur was an, wenn es zu spät ist.

      Eine hohe Inzidenz erhöht auch weiterhin die Wahrscheinlichkeit von Ansteckungen und Impfdurchbrüchen, fördert die Mutation des Virus aufgrund der hohen Zahl an Wirten und führt letztendlich auch zu Ausfällen in der Wirtschaft, denn in der Regel ist es immer noch so, dass Corona-Infizierte nicht einfach so in die Firmen spazieren dürfen, sondern in Quarantäne müssen.

      Nur wer das alles nicht verstanden hat, sagt – blablabla – die Inzidenzen spielen keine Rolle mehr.

      • „Die Inzidenzen dienen immer noch als Frühwarnsystem, die Menge an Leuten auf der Intensiv oder auf dem Friedhof zeigen uns nur was an, wenn es zu spät ist.“

        Und warum wird dann auf das Testen (und das Maskentragen) bei Geimpften verzichtet (und somit falsche Inzidenzergebnisse produziert), wenn man doch weiß, dass diese genauso (und vielleicht sogar noch häufiger, aufgrund der verringerten Ausbildung von Symptomen) ansteckend sein können? Frage für einen Freund.

        • @Max Kleine

          In unserer Familie testen wir uns regelmäßig, obwohl wir geimpft sind.

          Vor allem dann, wenn wir zu Impfgegnern z. B. am Arbeitsplatz Kontakt hatten.

          • Was Sie privat machen, spielt doch hierbei überhaupt gar keine Rolle. Es geht um die staatlichen/behördlichen Vorgaben und die sind nun einmal, nennen wir es einmal so, widersprüchlich.

    • @Lakon:

      1. Inzidenzen (und deren Veränderungen) sind ein wichtiger Hinweis darauf, wie viele Personen sich in unmittelbarer Zukunft anstecken werden – genau genommen der früheste und damit wichtigste Hinweis.

      2. Darauf beruht ganz wesentlich die Planung von Maßnahmen. Maßnahmen sind umso effektiver, je früher sie angewandt werden (und können damit bei gleicher Wirkung umso milder ausfallen, je früher sie kommen – bitte nie wieder Lockdown, nie wieder monatelanger Schulausfall und bitte nie wieder Quarantäne für ganze Klassen oder Jahrgänge).
      Deshalb sollte man sich meines Erachtens gegen die (vergleichsweise) milden Maßnahmen wie Maskentragen in Innenräumen und regelmäßiges Testen nicht sperren – denn die Alternative ist aus meiner Sicht wesentlich schlimmer.

      3. „entscheidend ist: wie viele werden krank?“ – unter den Kindern, soweit ich das sehe, nicht viele (bei Long Covid werden wir uns natürlich erst später – hoffentlich nicht zu spät – ganz sicher sein können). Aber mehr Infektionen bei Kindern = mehr Eintragungen in die Eltern-/Großelterngeneration = mehr Infektionen in älteren Jahrgängen (da die Impfquote unzureichend ist) = deutlich mehr Erkrankungen. Führt schließlich zwangsweise zu mehr und härteren – eigentlich vermeidbaren – Maßnahmen. Und zu mehr unnötigem Leid und mehr Toten.

      4. Mir ist klar, dass Sie mir wahrscheinlich nicht glauben werden – derzeit ist das alles offenbar für viele Menschen noch nicht absehbar.
      Daher mache ich Ihnen einen Vorschlag: Ende Januar, in drei Monaten, schauen Sie sich meinen Post noch einmal an und geben dann hier Ihre Antwort.

      Bis dahin wünsche ich Ihnen und Ihren Angehörigen ganz viel Glück und Gesundheit!

    • @Lakon

      Leider NICHT richtig Ihre Aussage und viel zu kurz gedacht.
      Sobald man infiziert ist, trägt man das Virus und überträgt.
      Bei einer Vielzahl an Infektionen steigt die Gefahr der Mutationen und der Impfdurchbrüche. Von Folgeschäden, die mit Stärke von Symptomen nichts zu tun haben, mal ganz abgesehen.
      Ich verstehe nicht wie man das Mantra“ die sind ja nicht krank“ immer noch verbreiten kann
      Was genau hat man da an der Faktenlage nicht kapiert oder an welcher Stelle hat das Hirn aufgehört im logischen Denken zu arbeiten?

      Wahrscheinlich “ ich will, dass es so ist, also muss es so sein und alles andere ist egal“.

    • Derzeit liegen mehr Menschen auf den Intensivstationen und sterben, als vor genau einem Jahr. Und das schon seit Wochen! Reicht das?

      • „Derzeit liegen mehr Menschen auf den Intensivstationen und sterben, als vor genau einem Jahr. Und das schon seit Wochen! Reicht das?“

        Ich frage mich…für einen Freund, wie das sein kann, wo es doch immer geimpfte Menschen gibt. Ob es nun über 65% oder 85% sind ist ja egal, wesentlich ist nur, dass doch eigentlich nur der gegenteilige Effekt, weniger „Menschen auf den Intensivstationen und sterben, als vor genau einem Jahr“, auftreten müsste, oder?

        • Voriges Jahr gab es die Deltavariante bei uns noch nicht. Deren viel höhere Infektiosität hat den Effekt, dass sich Menschen viel schneller anstecken, und eben auch Geimpfte vor Ansteckung und Erkrankung viel weniger geschützt sind als bei der vorher dominierenden Virusvariante. Sieht man deutlich an der doch recht hohen Anzahl von Impfdurchbrüchen besonders bei Älteren. Und auch infizierte Geimpfte ohne Symptome können unwissentlich das Virus weitergeben, verhalten sie sich doch oft so, als gehe von ihnen keine Gefahr mehr aus. Der Impfschutz lässt nach 4 Monaten merklich nach, die Anfang des Jahres zuerst geimpften Ältesten sind davon besonders betroffen. Und die Boosterimpfungen sind lange noch nicht da, wo sie sein müssten. Vermutlich hat eine infizierte Pflegekraft kürzlich in einem Altenheim für einen Massenausbruch gesorgt, mit Krankenhauseinweisungen und Toten als Folge.
          Dazu kommt, dass insgesamt einfach noch zu viele Menschen ungeimpft sind, auf den Intensivstationen liegen eben auch 30-50- Jährige. Außerdem ist die Personaldecke in den Krankenhäusern noch dünner als letztes Jahr, weil viele gekündigt haben.

          https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.krankenhaeuser-in-stuttgart-covid-patienten-nehmen-zu-und-werden-juenger.2fdb4f4a-2ffd-418b-8f5a-332037a4c9a4.html

          https://www.welt.de/regionales/hamburg/article234524150/Norderstedt-Hamburg-Corona-Ausbruch-in-Altenheim-ein-Bewohner-stirbt.html

          „Senioren sind wieder gefährdet

          „Es ist damit zu rechnen, dass sich im weiteren Verlauf des Herbstes und Winters der Anstieg der Fallzahlen noch beschleunigen wird“, mahnt das RKI in seiner jüngsten Lageeinschätzung. Am stärksten trifft es gerade Kinder zwischen zehn und 14 Jahren, bei ihnen lag die Inzidenz zuletzt bei 175.

          Insgesamt breitet sich Corona besonders unter fünf bis 19 Jahre alten Kindern und Jugendlichen aus. Doch die Statistiker beim RKI treibt noch etwas anderes um. Erstmals seit Anfang Mai sei die Inzidenz bei Menschen über 90 Jahren zuletzt wieder auf mehr als 50 gestiegen, hieß es – nämlich auf knapp 64. Das könnte bald zum Problem werden. Denn Senioren sind besonders gefährdet, schwer an Covid-19 zu erkranken.[…]
          Warum ändert die Impfung nicht alles?
          Ihn erinnert die aktuelle Entwicklung stark an den Oktober vor einem Jahr. Wenn man die Inzidenzen von heute und damals nebeneinander legt, dann sei das „unglaublich“, sagt Karagiannidis. Bis auf die Ebene der einzelnen Kreise hinunter gebe es sichtbare Übereinstimmungen. „Wir machen eins zu eins dieselben Fehler, die wir vor einem Jahr gemacht haben.[…]
          „Anders als in der zweiten Welle im vergangenen Herbst geht es jetzt vor allem um den Schutz der Ungeimpften vor sich selbst“, sagt der Amtschef des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums, Uwe Lahl. „Wenn wir unter den Ungeimpften eine Inzidenz von 200 haben, schafft unser Gesundheitssystem es nicht mehr, alle Corona-Patienten gut zu versorgen. Wenn wir in dieser Gruppe eine Inzidenz von 100 haben, dann könnte sich die Pandemie bis in den Sommer 2022 hineinziehen“, mahnt Lahl. Die grün-schwarze Landesregierung will verhindern, dass die Warnstufe ausgerufen werden muss.[…]

          Ist die Gruppe der Ungeimpften in Deutschland groß genug, um das Gesundheitssystem in diesem Winter an seine Grenzen zu bringen? Der Intensivmediziner Karagiannidis sieht die Lage jedenfalls kritisch. Gerade erst hat eine Umfrage der DIVI und der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin ergeben, dass jedes fünfte Bett auf den Intensivstationen der deutschen Krankenhäuser gesperrt ist, weil das nötige Personal in der Pflege fehlt.
          Im Vergleich zu der Zeit vor Corona habe sich die Lage verschlechtert, berichteten die befragten Ärzte. Stammpersonal sei weg, die Stimmung habe gelitten. „In der Pandemie ist viel Arbeitskraft verloren gegangen, da viele Pfleger nicht mehr Vollzeit arbeiten können und wollen“, sagt Karagiannidis.

          https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/corona-winter-ueberfordern-ungeimpfte-bald-das-gesundheitssystem-17600420.html

    • Darüber werden wir nach ein paar Jahren lesen, wie viele infizierte Kinder krank blieben.

      Wenn auch die Kinder massenhaft beatmen werden müssen, dann werden wir schon mit super Virus Mutation zu tun haben.

    • @Lakon
      „Ob die Inzidenzen groß oder klein sind, ist unwesentlich. entscheidend ist: wie viele werden krank?“
      Eben: entscheidend ist, wieviele Menschen erkranken.
      Haben Sie schon einmal über eine Korrelation nachgedacht: große Inzidenz bedeutet viele schwer Erkrankte, kleine Inzidenz bedeutet wenige schwer Erkrankte?

      Zu dieser logischen Korrelation ein einfacher aktueller Zahlenvergleich von der Tagesschauseite – mitten aus dem Leben gegriffen:

      „Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt weiter rasch an. Das Robert Koch-Institut gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am frühen Morgen mit 95,1 an. Damit hat er erstmals seit Mitte Mai die 90 überschritten.
      Vor einer Woche hatte die Inzidenz noch bei 68,7 gelegen. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 19.572 Corona-Neuinfektionen. Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 116 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 65 Todesfälle gewesen.“
      (Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/rki-infektionszahlen-anstieg-vierte-welle-103.html)

      Ergo: nach den Gesetzen der klassischen Logik sowie der Prädikatenlogik muss die Aussage „ob die Inzidenzen groß oder klein sind, ist unwesentlich“ falsch sein.

      • @S: Ihr Einwand und der der anderen Kommentare ist richtig: Je mehr Infektionen, umso mehr Erkrankungen und schwere Verläufe. Aber: Das wird auch den nächsten Winter und auch den übernächsten und vermutlich auch im Jahr danach so sein. Lediglich die relative Häufigkeit von schweren Verläufen lässt sich durch Impfungen und durchgemachte Infektionen verringern (und leider auch durch Todesfälle, da diese Personen nicht nochmal schwer erkranken können).
        Ich denke, dass Lakons Kommentar darauf gerichtet war: Die Anzahl schwerer Verläufe und Todesfälle an den Infektionen wird dieses Herbst und Winter geringer sein als beim letzten Mal. Und das sollte unstrittig sein und ist eine sehr gute Nachricht.

  5. Bei Erwachsenen, insbesondere ab einem gewissen Alter, ist der Mehrwert der Impfung eindeutig. Bei Schülern ist dies aber nun mal nicht der Fall. Eine aktuelle Studie aus Israel mit fast 100.000 Teilnehmern zeigt, dass die Infektionen durch Biontech zwar zu 90 Prozent verhindert werden. Eine Aussage zu den verhinderten schweren Verläufen oder Todesfällen kann jedoch selbst in einer solch umfangreichen Studie nicht nachgewiesen werden, weil die schweren Verläufe bei Kindern so selten vorkommen:

    https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.studie-aus-israel-corona-impfung-von-jugendlichen-zu-90-prozent-wirksam.a41b04d0-3ea0-4571-8cc5-6cfb6140207b._amp.html

    Es gab zwischendurch Behauptungen, dass EIN Prozent der infizieren Kinder im Krankenhaus behandelt werden müsse. Wenn dies stimmt wären das in der obigen Studie ca. 1000 Kinder. Offenbar ist dies aber nicht der Fall, da man dann nicht von sehr selten sprechen könnte. Zudem würde bei der Anzahl der schweren Verläufe offenbar kein Unterschied zwischen der Impf-Gruppe und der Vergleichsgruppe ohne Impfung festgestellt.

    Aufgrund Studien wie dieser Frage ich mich doch sehr, weshalb man den Impfdruck auf Kinder weiterhin aufrechterhält.

  6. Der „hotteste Hotspot“ ist doch wohl aber das Berchtesgardener Land im Süden Bayerns, also schon wieder. Die Inzidenz soll dort aktuell rund 430 betragen.

    Hat das jetzt eigentlich etwas mit der CSU zu tun? Es war mal behauptet worden, Corona ist dort besonders stark, wo die AfD stark ist (Sachsen).

  7. Boah es nervt!Ich hör hier immer nur dasselbe Gelaber “ Kinder erkranken nicht schwer“.Über LANGZEITFOLGEN wissen wir aber zu wenig!Und da hätte ich die Entscheidung über unser Risiko gern selbst getroffen,daher wäre eine ausgesetzte Präsenzpflicht das MINDESTE,wenn man schon zu mehr Schutz nicht bereit ist.Alle Verharmloser können ihre Kinder dann ja gern weiter dem Risiko aussetzen!
    Ok sorry das hilft den Lehrern natürlich dann auch nicht.Ich habe nur als machtlose Mutter geschrieben.

    • „Über LANGZEITFOLGEN wissen wir aber zu wenig!Und da hätte ich die Entscheidung über unser Risiko gern selbst getroffen,daher wäre eine ausgesetzte Präsenzpflicht das MINDESTE,wenn man schon zu mehr Schutz nicht bereit ist“

      Was meinen Sie mit „zu mehr Schutz nicht bereit ist“? Zu den „LANGZEITFOLGEN“ eines in der Menschheitsgeschichte neuartigen und ungetesteten mRNA-Impfstoff weiß man doch auch nichts… Machen Sie sich da über die „LANGZEITFOLGEN“ keine Gedanken?

      • Muss ich Ihnen wirklich noch erklären,welche Schutzmaßnahmen in Innenräumen wirklich was taugen?Und das Impfargument hat langsam echt nen Bart.Geforscht wird daran schon seit langem,zudem ist eine Impfung keine Multiorgankrankheit und wenn man unsicher ist,kann man ja auf den Totimpfstoff warten.Sknd aber alles keine Argumente für eine Zwangsdurchseuchung der Kinder.Wenn Ihnen die olle Leier „Kinder erkranken im Allgemeinen nicht schwer“genug ist,bitte.Mir ist das definitiv zu wenig.

  8. Das Spiel mit dem Feuer wird ein böses Nachspiel haben.
    Es ist nicht das erste Mal, dass Thüringen in Bezug auf die Maskenpflicht in Schulen kopflos vorausmarschiert und gleichgesinnte Freigeister wie die Lemminge ihnen nachfolgen.

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