Kita-Personal: Kindern wird zu wenig vorgelesen (und hat selbst kaum Zeit)

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HAMBURG. Viele Eltern haben keine Zeit, ihren Kindern etwas vorzulesen – dabei ist Vorlesen für die Entwicklung enorm wichtig. Die Hoffnung: dass in der Kita vorgelesen wird. Aber klappt das?

Vorlesen ist wichtig- klappt nur leider viel zu selten. Foto: Shutterstock

Vorlesen ist für die Entwicklung von Kindern enorm wichtig. Trotzdem erhalten ein Drittel der Kinder zu Hause von ihren Eltern keine oder nur selten Impulse durch Vorlesen und Erzählen. Viele Eltern, die selten oder nie vorlesen, berufen sich darauf, dass den Kindern «ja woanders schon genug vorgelesen wird, zum Beispiel in der Kita».

Das waren Ergebnisse der Vorlesestudie von 2020. Aber wird den Kindern in den Kitas tatsächlich genug vorgelesen? Das wurde in der aktuellen Vorlesestudie der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung «Die Zeit» und der Deutsche Bahn Stiftung untersucht, die nun vorgestellt wurde.

Danach erhalten in 91 Prozent der Kitas Kinder mindestens einmal am Tag Impulse durch Geschichten. Dabei war es jedoch «egal, ob sie jemand vorliest oder ob das Kind selbst in einem Bilderbuch blättert, ein Hörbuch hört oder ihm jemand etwas erzählt».

«Wir müssen alles tun, um Kitas durch die flächendeckende Ausstattung mit guten Geschichten zu unterstützen»

«Zeit- und Personalschlüssel sind dabei für viele Fachkräfte Hürden, so intensiv selbst vorzulesen, wie sie es gerne möchten», sagte Prof. Simone Ehmig von der Stiftung Lesen. Befragt wurden für die Studie bundesweit 507 pädagogische Fachkräfte aus Einrichtungen, die repräsentativ für Kitas in Deutschland sind.

In 41 Prozent der Kitas nehmen Fachkräfte überdurchschnittlich viele Kinder wahr, denen Impulse durch Vorlesen zu Hause von den Eltern fehlen. Als einer der Gründe vermuten 95 Prozent der Erzieherinnen und Erzieher, dass «zu Hause vor allem digitale Medien oder Fernsehen genutzt werden».

Deutlich mehr als zwei Drittel (78 Prozent) geben an, dass die Eltern zu wenig Zeit zum Vorlesen oder keine Lust zum Vorlesen haben. Eltern mit anderer Herkunftssprache hätten außerdem keine Geschichten in ihrer Sprache zur Verfügung (54 Prozent) oder könnten selbst nicht so gut lesen (51 Prozent).

Eine klare Mehrheit der Befragten (63 Prozent) sieht Bücher in den Herkunftssprachen als Möglichkeit zur Motivation von Eltern. Fast alle Erzieherinnen und Erzieher (92 Prozent) wünschten sich mehr Zeit, mehr Geld und mehr Personal zur Unterstützung ihrer Elternarbeit.

«Die Befragung der Fachkräfte belegt, dass Vorlesen ein Grundbedürfnis von Kindern ist», sagte «Zeit»-Geschäftsführer Rainer Esser. Gleichzeitig sei Vorlesen ein wichtiger Grundstein für die kindliche Entwicklung und die Ausbildung einer guten Lesekompetenz. «Wir müssen alles tun, um Kitas durch die flächendeckende Ausstattung mit guten Geschichten zu unterstützen.»

«Nur wenn Kitas angemessen unterstützt und gefördert werden, können Kinder angemessen unterstützt und gefördert werden»

Nach Ansicht des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) erhöht das Nicht-Vorlesen der Eltern die Herausforderungen für pädagogische Fachkräfte, diese Versäumnisse bestmöglich aufzufangen. «Nur wenn Kitas durch die Politik angemessen unterstützt und gefördert werden, können Kinder angemessen unterstützt und gefördert werden», sagte der Bundesvorsitzende Udo Beckmann, Vorstandsmitglied der Stiftung Lesen. Vor allem der eklatante Personalmangel an Kitas und die damit einhergehende Be- und Überlastung des pädagogischen Fachpersonals müssten von der Politik konsequenter angegangen werden. Von Carola Große-Wilde, dpa

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19 KOMMENTARE

  1. So lange wir Kinderpfleger:innen/
    Sozialassistent:innen ausbilden, die zu einem nicht geringen Prozentsatz selbst eine geringe Lesesozialisation erlebt haben, die in der Folge deshalb selbst ungern lesen und die anschließend den Erzieherberuf ergreifen, wird es wenig nützlich sein, Geld für Kinderbibliotheken in die Kitas zu stecken. Wer keinen Zugang zu Büchern und Möglichkeiten des Umgangs damit hat, rührt auch die Bibliothek nicht an.

    Die mangelnde Lesekompetenz wird durch die katastrophalen Arbeitsbedingungen der Erzieher:innen übertüncht, da Zeit zum Vorlesen schon Luxus zu sein scheint.

    Die Stellschraube heißt:
    1. zukünftiges Personal richtig akquirieren, d.h. den Beruf endlich für Abiturient:innen attraktiv gestalten

    2. jedwede Möglichkeit in der Ausbildung zur Lesesozialisation verbindlich zu nutzen
    3. einen Kanon an Kinderliteratur anhand von Bildungsangeboten selbst zu erleben/ erlesen.
    4. nicht die den kognitivistischen Lerntheorien durchaus widersprechende Haltung die intrinsische Motivation der Kinder als alleinige Doktrin zur „Förderung“ in der Elementarpädagogik zu erheben. Die Folge ist eine akzeptierte und gewollte Verwahrlosung von Kindern, statt einer aktiven Interaktion.

    • @Frau Schmidt: Vielen Dank für diesen sehr treffenden Kommentar, ähnlich hätte ich es ebenfalls formuliert. Ich sehe es, wie Sie es schildern.
      Leider habe ich in sowohl in der schulischen Zusammenarbeit als auch als Mutter die Erfahrung gemacht, dass das Personal keinen Wert auf das Lesen legt, übrigens auch nicht als Ruhepol im Gruppenalltag, bei der Arbeit mit Kindern. „Freies Spiel“ als Allheilmittel (Aufbewahrung, Entlastung und vermeintlich gewünschte Entfaltung) ist Hohn und fällt allen spätestens in der Schule auf die Füße. Hinzukommt oft unklarer Gebrauch der deutschen Sprache („Wem ist der Schuh?“) und zahlreiche Schreibfehler auf Aushängen. Ich finde das unerträglich.
      Ich selbst bin in der DDR in Krippe und Kindergarten gegangen, alle Erzieherinnen hatten auch eine musische Ausbildung und mussten mindestens ein Instrument spielen, dem Lesen und dem Bibliotheksbesuch wurden zudem von kleinauf große Bedeutung beigemessen. Noch heute erinnere ich das gemeinsame Singen, Lesen (ja, oft vor dem Schuleintritt) und Vorlesen als besonders eindrückliche Gemeinschaftserfahrungen.

      • @ Liebe Kalila,

        das Niveau der Grundausbildung des Assistenzberufs lässt, das kann ich sagen, sehr zu wünschen übrig. Und selbst das schafft ein Teil der Schüler:innen nicht. Die Ausarbeitungen führen z.T. zu akuter Schlaganfallgefährdung. Kein stimmiger Satzbau, Sätze ohne Verb und der schriftliche Ausdruck ist so gut wie nicht zu finden. Von Struktur ganz abgesehen, auch wenn diese vermittelt wurde. Aber das wird ja auch nicht wirklich geprüft und bewertet.

        Kein Lesekanon, der verpflichtend ist. So wird, außer grundsätzlicher Beliebigkeit, wenig gefördert und ganz sicher keine fachliche Qualität angebahnt. Wie soll eine Fachkraft Geschichten erzählen oder richtig vorlesen, wenn sie keine kennt?

        Ich habe mich damit abgefunden und erarbeite mit meinen Schülern alles, was sich lt. Lehrplan bietet und möglich ist. Auch, damit sie in der Praxis zeigen können, was sie erarbeitet haben.
        Ich lasse mir selbst Steckbriefe vor dem Praktikum zeigen, damit sie sich nicht gleich blamieren. Und dann frage ich mich zuweilen, wer von uns nicht im Unterricht war, wenn ich korrigiere.
        Aber, es gibt wenige, ganz wunderbare und sehr geeignete Schüler:innen, für/ mit und über welche ich mich sehr freue.

  2. In meiner Jugend und auch bei meinen Kindern war die abendliche Vorleserunde „heilig“! Spätestens ab 19.30 bis 20 Uhr war Vorlesen angesagt!
    Mein Opa war ein begnadeter Erzähler, der gefühlt hunderte von Geschichten kannte, denen wir atemlos lauschten. (Er hatte übrigens kein Abitur, sondern nur einen Volksschulabschluss, genau wie meine Mutter.)
    Ich habe als Älteste mit 9 Jahren den „Vorlesejob“ von meiner Mutter übernommen und meinen kleineren Geschwistern in kuscheliger Runde meine Lieblingsbücher vorgelesen! Auch ohne Abitur!
    Seit 40 Jahren bin ich nun GS-Lehrerin und versuche immer noch, wenigstens 15 Minuten am Tag vorzulesen. Es ist zwar nicht mehr die kuschelige Runde, aber sei’s drum.
    Was mich in den letzten 10-20 Jahren erstaunt ist, dass zu Hause kaum noch vorgelesen wird. Meist wird ein Hörbuch eingeschaltet und das war es dann. (Oder die Kinder gehen halt nach dem Fernsehprogramm ins Bett.)
    Ich habe es mal mit Erstklässlern ausprobiert und ein Hörbuch laufen lassen. Die Kinder hören nicht wirklich zu, unterhalten sich nebenbei, streiten sich oder dämmern vor sich hin. Wenn ein Mensch vorliest, der sie dabei im Auge hat, auch mal Fragen stellt und abwartet, bis alle wieder zuhören, klappt das viel besser.
    Die Auswirkungen des digitalen Hörbuchkonsums sehe ich täglich! Aufsätze ohne Struktur, ein restriktiver Wortschatz und falsche Satzkonstruktionen. Und, nein, ich arbeite nicht an einer Brennpunktschule!
    Meist liege ich mit meiner Einschätzung, ob zu Hause vorgelesen wird oder nicht, richtig!
    Schade, dass dafür heutzutage keine Zeit mehr bleibt…..

    • @Alla
      genauso erlebe ich das auch sehr oft. In meiner Kindheit war es ähnlich wie bei Ihnen und zum Glück konnte ich das Leseinteresse an meine eigenen Kinder weitergeben und diese an ihre. Meine Enkelkinder liebten es vorgelesen zu bekommen. Mittlerweile lesen sie schon selbst, obwohl sie auch Hörbücher lieben.

      • @potschemutschka
        Auch ich liebe Hörbücher! Wenn ich denn die Muße habe, zuzuhören!
        Was mir nicht gefällt ist, wenn diese nur als Hintergrundgeräusch vor sich hin dudeln.
        Leider manchmal auch ein Phänomen.
        Das aktive Zuhören wie beim Vorlesen ersetzen sie, zumindest bei kleinen Kigakindern, oft nicht! Als Vorleser sehe ich ja, wenn das Kind abschweift oder etwas nicht mitbekommen hat und kann darauf eingehen.

        • @Alla
          Ich stimme in allen Punkten zu. Als Lehrerin an einer GS fällt mir übrigens in den letzten Jahren immer mehr auf, welchen geringen Wortschatz viele Kinder haben. Auch das ist, m. M. nach darauf zurückzuführen, dass zu wenig vorgelesen wird. Als Mutter, Oma oder Erzieherin merke ich beim Vorlesen, wenn die Kinder etwas nicht verstehen und kann es erklären. Außerdem werden durch das Vorlesen auch Grammatik und Satzbau der Kinder entwickelt, abgesehen von Phantasie, Umweltwissen, sozialen und emotionalen Kompetenzen und vielem mehr. Kinder denen nicht vorgelesen wurde, lernen nach meinen Beobachtungen auch viel schwerer lesen.

    • @Alla
      Ich höre an der weiterführenden Schule gerne Hörbücher während des Kunstunterrichts mit den „Kleinen“. Ich kann Ihnen zwar beipflichten, wenn Sie sagen, die Kindern hören nicht mehr zu, aber das tun sie auch ohne Hörbuch nicht. Was ich festgestellt habe ist, dass es immer darauf ankommt, was man hört. Und meine SuS fahren tatsächlich auf Klassiker ab oder auf Wissens-Hörbücher. Ich lasse keinen Trash laufen. Da ich auch Deutsch unterrichte, ist mir da Qualität wichtig und da gibt es einige sehr gute Sachen. Ich stelle auch fest, dass mit solchen Hörbüchern der Wortschatz der SuS erweitert wird und teilweise auch eine Erweiterung der Konzentrationsfähigkeit.

      • @Konfutse
        Die „Klassiker“ sind immer noch der Hit, da stimme ich Ihnen zu. In der GS: Ottfried Preussler, Astrid Lindgren, Michael Ende….
        Aber das Hörbuch dient vielen eher als „Geräuschvorhang“, selbstverständlich nicht allen!
        Die häufig gestellte Frage: „Liest du uns vor?“, verneine ich auch! Ich lese nur vor, wenn alle Zeit haben, zuzuhören, z. B. beim Frühstücken (automatisierter Ablauf)! Und während des Zuhörens ist selbst das Malen verboten, da es mehr ablenkt als das Essen. Es bindet einfach Kapazitäten (Welche Farbe brauche ich, wo mache ich weiter?).
        Da halte ich es -zumindest ein wenig- mit Konfutius: „Wenn ich gehe, gehe ich, wenn ich schreibe, schreibe ich….“ . In der Schule immer ein Kompromiss, der mangelnden Zeit geschuldet, klar!
        Bin übrigens selbst ein Fan von Hörbüchern, zumindest abends im Bett oder bei Tätigkeiten, die stark der Routine unterliegen (automatisiert ablaufen) und mein Gehirn kaum beanspruchen, wie bügeln und putzen.

    • Wie immer, Alla, sind wir auf einer Linie. Vorlesen muss schon im Elternhaus zum Ritual werden, zumindest die Gute-Nacht-Geschichte. Aber dafür hat man heutzutage keine Zeit mehr und die digitalen Medien machen nach weitläufiger Meinung einen besseren Job. Nein! Es geht um die Nähe, den Kontakt und das Zeigen von Interesse seitens der Eltern und Erzieher. Warum ist denn der Distanzunterricht gescheitert? Mal nachdenken. Für die Charakterentwicklung brauchen die Kinder und Jugendlichen den direkten Kontakt und die gegenseitige Verständigung. Alles andere lässt sie zu gleichgeschalteten kreativlosen und sicher nervenden, da empathielosen Menschen verkommen. Lesen und Schreiben – kein Thema mehr, obsolet… schade, schade. Es hängt so viel dran.

  3. Den Vorwurf, daß in Kitas zu wenig vorgelesen wird, kann ich aus meiner eigenen Erfahrung nicht bestätigen.
    Ich sitze täglich, während des Freispiels, mit einem oder mehreren Kindern in der Bücherecke und lese vor. Manchmal fühle ich mich dabei wie ein Magnet. Sobald die anderen Kinder mitbekommen, daß vorgelesen wird, zieht es sie wie magisch an. Unsere Kinder lieben es, vorgelesen zu bekommen.
    Nach dem Mittagessen ist bei uns immer eine Ruhephase eingeplant. Die Kinder, die nicht zum Schlafen gehen, suchen sich ein gemütliches Plätzchen und dann wird eine Geschichte gelesen. Zur Zeit lesen wir „Hörbe mit dem großen Hut“. Am Anfang erzählen die Kinder nochmal nach, was in der Geschichte am Vortag passiert ist, bevor wir weiterlesen.
    Mit dem Vorlesen ist es wie mit dem Singen. Das gehört für mich zum Kita-Alltag einfach wie selbstverständlich dazu.
    Allerdings sind wir personell recht gut aufgestellt. Fällt viel Personal aus, schränkt das die Zeit zum Vorlesen natürlich stark ein. Es ist wie überall: Die Qualität steigt oder fällt immer mit der Menge an gutem Personal.
    Traurig finde ich es aber schon, wenn Eltern sich keine Zeit mehr zum Vorlesen nehmen.
    Mit akademischer Ausbildung hat das meiner Meinung nach aber wenig zu tun.
    Ich komme aus einem Handwerker – Familie und war schon als Kind eine „unverbesserliche“ Leseratte. Auch heute noch liebe ich Bücher und Geschichten über alles und gebe das mit größter Freude an die Kinder weiter. Und das alles ganz ohne Abitur oder akademische Ausbildung.
    Ich finde dieses Schubladen – Denken kommt immer sehr von oben herab daher.
    Nicht jeder, der kein Abi hat, ist ein tumber, Literatur verachtender Trottel.

    • Danke, sehe ich ähnlich. In meiner Zeit am Kind ist mir das Heranführen an Literatur (Bilderbücher, Märchen, etc.) sehr wichtig. Und ich finde es erschreckend, welche Argumente sich die Leute hier zurecht schrauben, es mitunter Kinderpflegern und teilweise auch Erziehern unterstellen, dass sie keine/kaum Lesesozialisation besitzen. Vorurteile und Schuldzuweisungen haben noch nie irgendetwas weiter gebracht!
      Ich habe vorbildliche Kollegen unterschiedlicher Kompetenzen und unterschiedlicher Abschlüsse in meiner Einrichtung und alle machen ihren Auftrag auch in Sachen Literatur hervorragend. Generell kann ich nichts Gegenteiliges von anderen Einrichtungen behaupten, in denen ich arbeiten durfte.
      Also bitte mal den Ball flach halten. Gebt uns mal genug Personal und Vorbereitungszeiten, dann bleibt auch mehr Luft zum Lesen. Prioritäten setzen!

  4. Uns wurde abends immer vorgelesen, wir haben es geliebt. Mein Kind, bald 2,5 J, fordert das jeden Abend im Bett ein, es ist fast egal wie müde es ist. Ich habe schon ganz früh angefangen vorzulesen und es liebt Bücher. Bei Thalia wären heute am liebsten ganz viele Pixis und noch einige andere Bücher gekauft worden. Mein Freund liest weder selbst noch vor. Mir ist es sehr wichtig, dass mein Kind mit Büchern groß wird. Es ist einfach so egal welches, „Durch jedes Buch, ob Ernst, ob heiter, wird man von Tag zu Tag gescheiter“. Sport und Bewegung ist mir übrigens genauso wichtig. Erziehung ist und bleibt Hauptaufgabe der Eltern. Es sollte sich nicht darauf verlassen werden, dass alles von der Kita übernommen wird. Bei uns in der Kita wird aber vorgelesen.

  5. Liebe Marion, aus ureigenster intrinsischer Motivation heraus hätte ich beinahe zum Post der Fr. Schmidt böse Sachen hier geschrieben…habe aber dann besser 1 Nacht drüber geschlafen angesichts der geballten akademischen Arroganz, die mir entgegenschlug….(oder doch eher ArroGANS??). Wie dem auch sei, danke für deine freundliche Beschreibung hinsichtlich der Handhabung und des Umgangs mit Literatur, was ich in diesem Sinne genauso bestätigen kann!
    Schließlich sind wir doch alle nicht blöd, oder…?…nur weil wir nach der Ausbildung nicht zur Uni gewechselt haben!

  6. Als voll beufstätige Mutter hatte ich Zeit meiner Tochter jeden Tag vorzulesen und jeden Tag mindestens ein Gesellschaftsspiel mit ihr zu spielen. Wenn dafür nicht mal Zeit ist, wofür dann. Es war auch Zeit genug zum Basteln, zum Fahrrradfahren lernen und auch um die Uhr zu lesen und die Schleife zu üben. Bei mir war allerdings keine Zeit und Energie da, am Wochenende in Freizeitparks zu fahren, aber das hat sie wohl unbeschadet überstanden.

  7. Ein Lob an alle Eltern und Erzieher, die trotz des stressigen Alltags Zeit und Muse finden, den Kindern vorzulesen. Meine Erfahrung: oft sind es gerade die berufstätigen Eltern, die sich diese Zeit nehmen. Es kann also nicht nur am Zeitmangel bei einigen Eltern liegen.

  8. Kann Lanayah voll und ganz zustimmen.
    Eine Kollegin hat mich vor kurzem völlig richtig eingeschätzt als sie sagte:“Ich hab das Gefühl ihr macht nicht oft ein spezielles Programm (Zoo, Freizeitpark etc.), sondern nehmt eure Kinder in den Alltag mit“. Und genauso ist es.

    Die Erzieher können nicht alles auffangen was zuhause schiefläuft! Statt Indoorspielplatz, Fernseher und co am Wochenende, sollte man seine Kinder am Geschehen zuhause teilhaben lassen, auch unter der Woche: kochen, backen, putzen, waschen und mit den Kindern reden. Auch das schult die Sprache.

    Und natürlich: vorlesen. Mindestens am Abend eine Geschichte. Meine Tochter liebt Bücher genauso wie ich. Ihr Vorzulesen ist für mich sehr wichtig. Ich hab übrigens „nur“ einen Realschulabschluss, mein Mann hasst Vorlesen und hat Abitur…
    Als Kind hab ich schon auf dem Rückweg von der Bücherei während dem Laufen meine Bücher gelesen, weil ich nicht abwarten konnte.
    Ich bin froh, dass ich meiner Tochter es auch vermitteln konnte wie schön Bücher sind und dass wir zusammen am Lesen so eine Freude haben.

    Sie konnte scho mit 2,5 Jahren langen Geschichten lauschen, während manche 3jährige noch mit 2 Sätzen pro Seite überfordert sind. Hab ich leider schon oft erlebt.

  9. Ich finde auch, dass die Eltern in der Pflicht sind, ihren Kindern regelmäßig vorzulesen…ja mit ihnen vom ersten Atemzug zu sprechen und sie im Alltag einzubeziehen.
    Statt Smartphone Nutzung ihrem Kind Zeit zu widmen.
    Wenn das nicht möglich ist, dann sollte auf Nachwuchs besser verzichtet werden.
    Die Erzieher sind nur als Ergänzung zu sehen.
    Sie ersetzen keines Falls die Erziehungsaufgaben der Eltern.

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