Philologenverband mahnt Gebauer: Masken im Klassenzimmer nicht vorschnell aufgeben

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Vor einer Entscheidung der NRW-Landesregierung über die weitere Linie bei der Maskenpflicht in Klassenzimmern hat der Philologenverband vor übereilten Schritten gewarnt. Es dürfe keine «Experimente kurz vor und nach den Herbstferien geben, wie etwa durch den Fall der Maskenpflicht», forderte die Vorsitzende des Lehrerverbands für die Gymnasien, Sabine Mistler. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) will zeitnah mitteilen, wie es nach den Herbstferien – sie dauern vom 11. bis 24. Oktober – mit der Maskenpflicht in den Schulen weitergeht. In den ersten rund zwei Wochen nach den Ferien brauche es weiter eine Maskenpflicht im Unterricht, betonte Mistler.

Erwägt nach dem Vorbild einiger anderer Bundesländer, die Maskenpflicht im Unterricht zu streichen: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Foto: Land NRW

Man müsse zunächst mittels Corona-Testungen genau beobachten, wie sich die Infektionszahlen nach Rückkehr aus dem Urlaub in den Schulen entwickeln. Dann werde sich zeigen, ob die Masken fallen könnten. «Wichtig ist der Präsenzunterricht, und es dürfen keine weiteren bürokratischen Aufgaben damit verbunden werden», sagte Mistler am Dienstag.

Viele Schulen hätten seit den Sommerferien mit noch mehr Bürokratie zu kämpfen. Schulleitungen und Lehrkräfte seien völlig überlastet. Sie müssten sich endlich wieder auf den Unterricht und ihre pädagogischen Aufgaben konzentrieren können, statt sich um Corona-Tests zu kümmern und wegen vielfach geänderter politischer Vorgaben immer wieder organisatorisch zum Umsteuern gezwungen zu werden, verlangte die Verbandsvorsitzende. Präsenz- und Distanzunterricht für abwesende Schülerinnen und Schüler gehörten weiterhin zum Alltag, was ebenfalls viel Zeit- und Organisationsaufwand bedeute.

«Die Schülerinnen und Schüler brauchen gerade jetzt guten Unterricht, pädagogische Unterstützung und individuelle Förderung.» Dafür müssten Lehrkräfte dringend von Verwaltungsaufgaben befreit werden. «Der jetzige Zustand ist nicht akzeptabel.» Das Kabinett wollte sich am Dienstag auch mit dem Thema Schulen und Maskenpflicht befassen. Im Anschluss waren am Abend Gespräche mit Verbänden geplant. Einige Bundesländer haben bei der Maskenpflicht im Unterricht bereits Lockerungen eingeführt, diese ganz aufgehoben oder planen entsprechende Schritte. dpa

Aus für Masken im Unterricht: Immunologen sagen steigende Infektionszahlen voraus

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14 KOMMENTARE

  1. Die Armen Kinder, sitzen mit den verschnupften Masken, aber die Politiker machen Fotos ohne Masken. Wozu werden 3 mal die tests gemacht? Wenn einer Corona hat, werden auch die Masken nichts bringen, alles nur Geld macherei und das beste noch, es finden viele noch ganz toll..!

    • Gern nochmal: Tests verhindern keine Infektionen, sie finden sie. Gegen verschnupfte Masken würde es helfen, wenn Eltern ihren Kinder ausreichend Wechselmasken mitgeben würden.

      • Sofern denn auch sinnvoll getestet wird. Rlp fährt die Tests nach den Herbstferien zurück. Die ersten beiden Wochen noch 2x danach 1x die Woche Montags.

      • Warum kann man sein verrotztes Kind nicht auch mal zu Hause lassen? Wir hatten jetzt soviel Homeoffice, da wird es doch jetzt bei dauerhaft geöffneten Schulen auch mal möglich sein, sein Kind für ein paar Tage zu Hause zu lassen. Für mich wäre das das kleinere Übel als eine Masseninfektion in der Klasse durch Corona. Aber hauptsache das Leben läuft genauso weiter wie vor Corona. Kann man sich denn nicht einfach mal über die Situation, wie sie jetzt ist in Demut freuen und hoffen, dass sie wenigstens so bleibt?

    • Endlich jemand mit Klarsicht.
      Es ist unglaublich, dass die Kinder getestet, aber dennoch mit Masken lernen MÜSSEN.

      Absoluter Unsinn. Aber alle machen mit. Da die Klarsicht leider fehlt in unserem Land.

      Bildung und Kinder- kommen ganz weit hinten.

    • Nein, in NRW ist geplant, dass sie weg sind – abhängig vom dann herrschenden Infektionsgeschehen. Da das nur 1 Woche nach den Herbstferien ist, werden die Zahlen eher oben als unten sein. Aber Hauptsache, man hat allen Maskengegner erst mal ein „Leckerli“ hingeworfen.

      • Nööö, ist nicht nur geplant, sondern laut heutiger Schulmail beschlossene Sache in NRW. Läuft…Eigener politischer Wille wird als Kinderfreundlichkeit verkauft. So geht Politik!

        • In der Schulmail steht aber drin, dass es in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen entschieden wird.
          Die Masken schützen vor Töpfcheninfektion. Auch mit Masken haben wir viele Ansteckungen in der Schule. Ohne Masken und Abstand wird das noch mehr werden.

        • Nö, beschlossen ist erst mal nur die Ankündigung: „ Vor dem Hintergrund dieser positiven Entwicklung und unter Berücksichtigung des weiteren Infektionsgeschehens ist es die Absicht der Landesregierung, die Maskenpflicht im Unterricht auf den Sitzplätzen mit Beginn der zweiten Woche nach den Herbstferien (2. November 2021) abzuschaffen.“ Da steht eindeutig, es wäre die Absicht, nicht, es käme definitiv so. Eine endgültige Entscheidung will man in der Woche nach den Ferien verkünden.

          • Und wie lauteten die bisherigen Entscheidungen immer, die verkündet wurden? Ich glaube an keine Vernunft mehr auf der Ministeriumsseite.

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