„Bedauerlich“: Tonne streicht wegen Omikron Schulfahrten bis Osterferien

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Angesichts der steigenden Infektionszahlen durch die Coronavirus-Variante Omikron sind mehrtägige Klassenfahrten in Niedersachsen bis zu den Osterferien verboten. Eine entsprechende Rundverfügung sei den Schule zugestellt worden, teilte das Kultusministerium mit. Damit werde der Zeitraum, an dem mehrtägige Schulfahrten mit Übernachtung untersagt seien, vom 31. Januar bis zum Beginn der Osterferien am 4. April verlängert. Das Verbot umfasst auch Austauschfahrten ins Ausland.

„Prioritäten setzen“: Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Foto: Foto-AG Melle, derivative work Lämpel is licensed under CC BY 3.0

Möglich bleiben den Angaben zufolge aber eintägige Schulausflüge, wenn nach Abwägung der Schule der pädagogische Nutzen das Risiko durch das aktuelle Infektionsgeschehen überwiege. «Es ist bedauerlich, dass wir erneut an dem Punkt sind, dass Schulfahrten abgesagt oder in der Planung verschoben werden müssen», sagte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Für die Schulleitungen, Lehrer, Schüler und Eltern sei es aber zentral, Klarheit zu haben.

Die Infektionsdynamik lasse Reisen und Fahrten nur in sehr begrenztem Umfang und mit Augenmaß zu. Insbesondere mehrtägige Fahrten, die naturgemäß auch Übernachtungen erforderlich machten, seien aktuell nicht angezeigt, so Tonne. «Wir müssen in der derzeitigen Lage Prioritäten setzen, und Priorität hat der Präsenzunterricht. Gleichwohl lassen wir mit dem gewählten Weg Spielräume für Tagesausflüge, um die Möglichkeit des außerschulischen Lernens aufrecht zu erhalten.» dpa

Klassenfahrten: Durch die Pandemie so wichtig wie nie

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11 KOMMENTARE

  1. „Möglich bleiben den Angaben zufolge aber eintägige Schulausflüge, wenn nach Abwägung der Schule der pädagogische Nutzen das Risiko durch das aktuelle Infektionsgeschehen überwiege.“

    Wie üblich wird die Beurteilung von Gesundheitsrisiken an Personen delegiert, die dazu gar kein Fachwissen haben. Wie sollen LuL oder SL das denn bewerten können?

    Ab wieviel langzeitgeschädigten Kindern ist der Nutzen geringer als das Risiko? Oder ab wievielen Infektionen, die in Familien getragen wurden?

    • Ich glaube die Langzeitschäden durch all die Maßnahmen sind höher, als Folgeschäden durch Corona, insbesondere, da Kinder inzwischen geimpft sein können. Wollen Sie eine lebenslange Versicherung, sich nicht zu infizieren? Tut mir leid, die gibt es nicht. Infektionen können aus allen Richtungen an jeden getragen werden: Überall, jederzeit und das für immer und wahrscheinlich mehr als einmal im Leben. Daran müssen wir uns alle gewöhnen. Das Virus ist Teil unseres Lebens, aber es sollte es nicht weiterhin bestimmen.

      Gerade für Kinder muss die Normalität zurückkehren. Es gibt Kinder, für die eine Klassenfahrt die einzige Reise ist, die sie in ihrem Leben machen. Auch für das soziale Lernen sind diese essenziell.

      Lassen Sie sich und Ihre Familie impfen und schon müssen sie doch nichts mehr befürchten. Wer sich trotz vollständiger Impfung weiterhin zuhause einschließen möchte, der wird nie wieder ein normales Leben führen können (und wollen). Warum tut eigentlich jeder so, als stünden wir noch auf dem selben Stand wie vor der Impfung?

      • @ Rüdiger Vehrenkamp

        Natürlich müssen wir uns als Gesellschaft, ja sogar als ganze Menschheit irgendwann mit diesem Virus arrangieren. Aber – müssen wir das jetzt tun? Wo Omikron uns in der nächsten Woche vermutlich über 100.000 Neuinfektionen am Tag beschert? Ist ihnen bewusst, dass wir Teilen Deutschlands, z.B. Schleswig Holstein, die in der letzten Welle gerade mal Spitzen Inzidenzen von 100 oder weniger hatte, derzeit über 1.000 liegen? D.h. jeder hundertste infiziert sich innerhalb einer Woche.
        Bei mir an der Schule – geboosterte Kollegen erkranken, mit teils schweren Abläufen.
        Ich denke, dass Klassenfahrten in dieser Zeit gerne einmal ausfallen dürfen. Der gesellschaftliche Schaden ist überschaubar. Und ihr Argument – „einzige Fahrt ihres Lebens“ kann bei Einzelfällen zutreffend sein, aber das Gemeinwohl scheint mir hier doch zu überwiegen.

      • @ Rüdiger Vehrenkamp
        Ich wiederhole mich. Alle Bundesländer haben zu wenig Lehrkräfte. Quereinsteiger werden mit Kusshand genommen. Schulen Sie um und werden Sie Lehrer.
        Dann brauchen Sie auch nicht mit mahnenden Zeigefinder auf andere Menschen zeigen.
        Solange keine Schutzmaßnahmen in Schulen herrschen, wird es keine Normalität geben.
        Schon in anderen Kommentaren von Ihnen fällt auf, dass auch Sie nur auf Ihrem Standpunkt beharren.
        Auch Lehrer wollen „Normalität“, aber unter diesen Umständen nur mit Gesundheitsschutz für alle.
        Ich rechne wieder mit einem ähnlichen Kommentar von Ihnen (wie bei den letzten Posts). Deswegen: wenn Ihnen die Sichtweise der Lehrer nicht passt, dann gehen Sie bitte in ein anderes Forum. Da finden Sie dann auch Gleichgesinnte.

  2. Ich empfehle Tagesausflüge in den Landtag, den Bundestag, zum Abgeordneten vor Ort, zur Staatskanzlei, zum Kultusministerium, zur Tageszeitung, zum TV-Sender.

    P.S.: Meine inzwischen 3. Anfrage beim Landtag- Besucherdienst bleibt weiter unbeantwortet. 20 Schüler/innen sind scheinbar nicht willkommen.

  3. Wenigstens ein Gutes, das Corona bringt. Jetzt ist es wichtiger, Lücken schließen. Fürs Lernen an anderen Orten ist keine Zeit und fürs soziale und gesellige sind die Eltern zuständig. Letzteres sollte man ohnehin fördern, wo das Leben in der Familie für die Kinder ja sooo belastend ist, dass sie unbedingt in die Schule gehen müssen.

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