„Menschenverachtend“: Lebenslange Haft für Lehrer im Kannibalismus-Prozess

3

BERLIN. Als Spaziergänger in Berlin im Wald Knochen finden, ist schnell klar: Es handelt sich um menschliche Überreste. Die Dimension des Falles wird erst nach und nach deutlich. Das Gericht spricht von Kannibalismus.

Das Gericht hat geurteilt. Foto: Shutterstock

Das Berliner Landgericht hat einen 42-Jährigen wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Richter sahen es am Freitag als erwiesen an, dass der Lehrer im September 2020 einen 43 Jahre alten Monteur tötete, «um seine Kannibalismus-Fantasien auszuleben». Der Vorsitzende Richter Matthias Schertz sprach in der Urteilsbegründung von Mord und Störung der Totenruhe. «Es ist menschenverachtend, was Sie getan haben», so der Richter.

Das Gericht sah drei Mordmerkmale als erfüllt an. Zudem stellte es die besondere Schwere der Schuld fest, was eine Haftentlassung nach 15 Jahren nahezu ausschließt. Mit ihrem Urteil folgten die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Der Angeklagte hatte die Tat im Prozess bestritten.

Die Männer hatten sich über ein Dating-Portal zum Sex in der Wohnung des Lehrers in Berlin-Pankow verabredet. Nach der Tötung des Mannes, habe der 42-Jährige die Leiche zerteilt und die Teile an verschiedenen Orten in Berlin abgelegt.

Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Der Angeklagte und der Monteur im Hochleitungsbau sollen sich erst Stunden vor der Tat über das Dating-Portal kennengelernt haben. Spontan kam es dann nach den Ermittlungen zu einem Sex-Date in der Wohnung des Lehrers. Danach fehlte jede Spur von dem Monteur. Wochen später wurden dann Knochenteile gefunden.

Später wurde klar: Es handelt sich um die sterblichen Überreste des Monteurs. Stück für Stück trugen die Ermittler zusammen – bis zu dem verstörenden Verdacht, dass es sich um einen Fall von Kannibalismus handeln könnte. dpa

 

Anzeige


3 KOMMENTARE

  1. Welche Relevanz hat die Tatsache, dass der Täter Lehrer war, in dieser Sache? Das in der Berichterstattung so zu betonen schädigt den Ruf unseres Berufsstandes.

    • Sehr geehrte/r Rabe aus NRW,

      wir bilden Leben ab – und das gehört leider auch dazu.

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

    • @Rabe aus NRW
      Es kann nicht immer der Gärtner sein.
      Oder der Busfahrer.
      Oder die Kassiererin.
      😉
      Davon abgesehen und ganz ernsthaft: Wenn es so war, dann war es so. Und das kann man ja auch aus anderen Medien erfahren.
      Nicht die Information, sondern der Täter hat den Berufsstand geschädigt.
      Aber am schlimmsten ist die Tat an sich, besonders für die Hinterbliebenen des Opfers. Denen wünsche ich viel Kraft und jede erdenkliche Unterstützung.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here