Private Nachhilfe auf Staatskosten wurde stärker von Schülern genutzt

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Von den rund 155.000 Schülerinnen und Schülern in Mecklenburg-Vorpommern haben knapp 3000 im vergangenen Jahr vom Land bezahlte Nachhilfe-Stunden genommen. Mehr als 66.000 Förderstunden seien für die Kinder und Jugendlichen abgerechnet worden, teilte Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) am Mittwoch mit. «Sie konnten Lernrückstände ausgleichen, die auch durch die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden Einschränkungen entstanden sind.»

Wenn der Staat es nicht mehr hinbekommt, müssen die Privaten ran. Foto: Shutterstock

Die Schüler konnten vom 10. Mai bis 30. Juli 2021 jeweils bis zu 30 Förderstunden bei einem privaten Lerninstitut in Anspruch nehmen. Die Institute haben anschließend die Kosten über das Landesförderinstitut abgerechnet.

Vor allem Schülerinnen und Schüler der Klassen eins bis neun haben demnach das Angebot angenommen. Am häufigsten sei Nachhilfe in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch genutzt worden. Die abgerechneten Gesamtkosten des Programms beliefen sich den Angaben zufolge auf 830.000 Euro und würden aus dem MV-Schutzfonds beglichen. Im ersten Pandemie-Jahr hatte es auch schon ein solches Nachhilfe-Programm gegeben. Damals hatten nur rund 1400 Kinder teilgenommen und es wurden 400.000 Euro für rund 31.000 Stunden ausgezahlt. dpa

GEW: Lieber Schulen personell aufrüsten als private Nachhilfe zu bezahlen

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Georg
8 Monate zuvor

Ich komme auf 12/13€/45min, wovon Mehrwertsteuer, Miete, Verwaltung, Gewinn für die Institute noch abgezogen werden müssen.

Etwas anderes als Gruppenunterricht und kaum mehr als Mindestlohn für die Dozenten kommt dabei nicht herum.

Kann die zitierte Ministerin ihre Behauptung, dass die Kinder Rückstände aufholen konnten, statistisch belegen? Welche Klientel nahm die Stunden in Anspruch und warum?