Berliner Humboldt-Uni hat eine neue Präsidentin: die Sozialwissenschaftlerin Julia von Blumenthal

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BERLIN. Die Humboldt-Universität hat eine neue Präsidentin: Das Konzil hat Julia von Blumenthal am Dienstag eine klare Mehrheit gegeben. Die HU kannte sie aber schon lange vor dem Sprung auf den Spitzenposten.

«Als Universität ist es unsere Aufgabe, Studierenden das Wissen und die Fähigkeiten zu vermitteln, die sie brauchen, um die Gesellschaft der Zukunft mitzugestalten»: Julia von Blumenthal. Foto: Philipp Plum / HU

Julia von Blumenthal ist zur neuen Präsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) gewählt worden. Die bisherige Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) wurde am Dienstag vom Konzil der HU im ersten Wahlgang gewählt. Von 58 abgegebenen Stimmen erhielt sie 44 Ja-Stimmen, zwölf stimmten mit Nein, zwei Stimmen waren ungültig. Die Wahl wurde im Livestream übertragen.

Die 51-Jährige, die seit Oktober 2018 Viadrina-Präsidentin ist, war die einzige Bewerberin um das Amt. Vergangene Woche war der Präsident der Universität Gießen, Joybrato Mukherjee, mit der Begründung aus dem Wahlverfahren ausgestiegen, nicht einem rein männlichen Präsidium vorsitzen zu wollen. Nach dem Rücktritt von Sabine Kunst war die Stelle der HU-Präsidentin frei geworden. Wann genau von Blumenthal ihr Amt antreten wird, steht laut HU-Mitteilung noch nicht fest.

Von Blumenthal war bereits Dekanin der Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät der HU und Professorin am Institut für Sozialwissenschaften. An der Uni sind der Webseite zufolge im aktuellen Wintersemester fast 38.000 Studierende eingeschrieben.

Nach der Wahl am Dienstag bedankte sich von Blumenthal für das ihr entgegengebrachte Vertrauen. «Als Universität ist es unsere Aufgabe, Studierenden das Wissen und die Fähigkeiten zu vermitteln, die sie brauchen, um die Gesellschaft der Zukunft mitzugestalten», sagte sie laut Mitteilung. Im Vorfeld der Wahl hatte sie der HU-Website zufolge neben den notwendigen Anpassungen des Berliner Hochschulgesetzes auch die Entwicklung moderner Personalstrukturen für den wissenschaftlichen Bereich als wichtige Aufgaben benannt.

Wissenschaftssenatorin Ulrike Gote gratulierte der künftigen Präsidentin: «Ich freue mich sehr, dass es in kürzester Zeit gelungen ist, für diese für den Wissenschaftsstandort Berlin zentrale Position eine so exzellente Besetzung zu finden», sagte die Grünen-Politikerin laut Mitteilung. «Die Gestaltung von Studium, Lehre und Forschung während und nach der Pandemie und der Erfolg der einzigartigen Berlin University Alliance in der zweiten Runde der Exzellenzstrategie sind nur zwei der gemeinsamen Aufgaben, die vor uns liegen.»

Von Blumenthal ist nach Marlies Dürkop-Leptihn (1992 bis 1996) und Sabine Kunst (2016 bis 2021) die dritte Frau in dem Amt an der ältesten Uni Berlins. Mit von Blumenthal als neuer HU-Präsidentin werden künftig zwei der Hauptstadt-Unis von einer Frau geführt. Im Januar war Geraldine Rauch als erste Präsidentin der Technischen Universität Berlin gewählt worden.

Am Mittwoch soll auch an der Freien Universität Berlin eine neue Präsidentin oder ein neuer Präsident gewählt werden. Für die Leitungsposition steht neben dem amtierenden Präsidenten Günter Ziegler, Professor für Mathematik, Beatrix Busse, Professorin für Englische Sprachwissenschaft und Prorektorin für Studium und Lehre an der Universität zu Köln, zur Verfügung. dpa

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