Corona: Wie viele sterbende Kinder nimmt Deutschland denn noch tatenlos hin? Drei weitere Todesfälle – schon wieder

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BERLIN. Dem Robert-Koch-Institut sind in der vergangenen Woche offensichtlich drei neue Corona-Todesfälle unter Kindern und Jugendlichen gemeldet worden. Schon wieder. Dies geht aus einem Vergleich der Covid-19-Wochenberichte vom 24. Februar und vom 17. Februar hervor. Damit hat das RKI nach eigenen Angaben während der gesamten Pandemie 53 Corona-bedingte Todesfälle in der Altersgruppe von null bis 19 Jahren registriert und validiert. Bereits in der Vorwoche waren drei Kinder und Jugendliche als verstorben gemeldet worden. In einem Gastbeitrag für den „Tagesspiegel“ fordert die Virologin Prof. Isabella Eckerle, die über Corona bei Kindern forscht, eine Langzeitstrategie – sie warnt davor, das Coronavirus zu unterschätzen.

Drei weitere Corona-Todesfälle unter Kindern und Jugendlichen sind dem RKI in dieser Woche gemeldet worden. Foto: Shutterstock

Zum Jahreswechsel hatte das RKI in den mehr als anderthalb Jahren Pandemie 38 Todesfälle unter Kindern und Jugendlichen registriert. Seitdem macht sich das von der Omikron-Variante getriebene  Infektionsgeschehen augenscheinlich auch bei den Sterbezahlen bei Unter-20-Jährigen bemerkbar: In den acht Wochen seitdem sind dem Robert-Koch-Institut damit neue 15 Todesfälle in der Altersgruppe gemeldet worden, davon allein sechs in den vergangenen beiden Wochen. Der Anstieg verläuft parallel zum Verlauf der RKI-Daten über Kita- und Schulausbrüche. Allein in den vergangenen vier Wochen registrierte die Bundesbehörde 1.430 Schulausbrüche, Nachmeldungen sind dabei noch möglich – so viele wie nie in einem vergleichbaren Zeitraum. Auch die Zahl der in den vergangenen vier Wochen bislang gemeldeten Kita-Ausbrüche (958) ist beispiellos.

Trotzdem haben in der vergangenen Woche Bundesländer wie Sachsen, Hessen und Schleswig-Holstein ein ersatzloses Ende der ohnehin wenig wirkungsvollen Corona-Schutzmaßnahmen in Schulen verkündet. „Die Sars-Cov-2 Infektionszahlen bei Kindern haben in den vergangenen Wochen Rekordwerte der gesamten bisherigen Pandemie erreicht. Der Betrieb von Schulen und Kindergärten wurde vielerorts durch ausgedünnte Klassen und Gruppen, Vertretungsunterricht, hohen Krankenstand bei Lehrer:innen und Betreuer:innen und hohes Infektionsgeschehen aus den Einrichtungen hinein in die Familien geprägt“, so stellt nun Eckerle, Chefin des Zentrums für Neuartige Viruserkrankungen der Universitätskliniken Genf und der Universität Genf, fest.

„In der aktuellen Situation infiziert sich gerade ein großer Teil der Kinder, was mit nicht unerheblichen Risiken einhergeht“

Sie kritisiert:In einer Kakophonie vieler Akteure werden zurzeit Infektionsschutz, Präsenzunterricht, psychosoziale Risiken, physische Gesundheitsrisiken und Schulschließungen gegeneinander in den Kampf geschickt.“ Sie meint: „Das Recht auf Bildung sowie psychische und physische Gesundheit sind jedoch keine konträr ausgerichteten oder sich einander ausschließenden Ziele, sondern sich gegenseitig bedingende Grundvoraussetzungen für die gesunde Entwicklung von Kindern.“

Von einem Ende der Pandemie könne nämlich keine Rede sein – auch in Schulen und Kitas nicht. „Man rechnet mit zwei bis zehn Jahren, bis sich ein stabiles Muster einstellen könnte. Auch in der Zukunft werden also Unwägbarkeiten und die Unvorhersehbarkeit von Sars-Cov-2 die Altersgruppe der Kinder, und damit Schulen und Betreuungseinrichtungen, nicht aussparen“, so schreibt die Wissenschaftlerin. „In der aktuellen Situation infiziert sich gerade ein großer Teil der Kinder, was mit nicht unerheblichen Risiken einhergeht, aber wahrscheinlich trotzdem nur einen unzureichenden Immunschutz für den kommenden Herbst darstellt. Deutschland hat im Vergleich zu anderen Ländern eine nur schwache Impfempfehlung für Kinder unter zwölf Jahren.“

Eckerle: „Die Konsequenz der hohen Infektionszahlen sind die steigende Anzahl an Infektionskomplikationen, darunter ein Anstieg an hospitalisierten, an Covid-19 erkrankten Kindern sowie Folgekomplikationen wie Pims. Gleichzeitig sind Einbußen am Bildungsauftrag in der aktuellen Situation offensichtlich. Zehntausende Schüler:innen, die in Isolation oder Quarantäne sind, haben keine alternative Möglichkeit, am Unterricht teilzunehmen, da auch im dritten Jahr der Pandemie noch keine ausreichenden digitalen Unterrichtsstrukturen aufgebaut wurden. Ebensowenig haben sie bis heute in dieser Situation Zugang zu psychischen Unterstützungsangeboten.“

„Machen wir uns nichts vor: Sars-Cov-2 ist immer noch ein erst relativ kurz bekanntes Virus und noch weit davon entfernt, sich bei den harmlosen Erkältungsviren einzuordnen. Das Krankheitsbild Long-Covid ist noch nicht ausreichend erforscht, kann aber gerade deswegen nicht einfach ignoriert werden. Noch unbekannte Langzeitfolgen sind noch nicht auszuschließen“, so betont sie.

Ihre Forderungen: Erstens, die Maskenpflicht im Unterricht sowie das Testen in Schulen beizubehalten. „Aktuell wird argumentiert, dass die Maßnahmen wie Masken und regelmäßiges Testen für Kinder eine nicht zumutbare Belastung darstellen und Ängste fördern, mehr als die Bedrohung durch das Virus selbst. Das Tragen von Masken und das regelmäßige Testen sind zwar lästig, sind aber nun mal adäquate Maßnahmen, die der globalen Zirkulation eines neuen Krankheitserregers geschuldet sind. Auch Kinder haben ein Recht, davor geschützt zu werden. Der Nutzen von Masken mit Blick auf Weitergabe und Ansteckung ist eindeutig, und Modellierungen zufolge bei Omikron noch höher als bei Delta. Es gibt bis heute keine wissenschaftlich belastbaren Daten, die zeigen würden, dass die Masken und Testungen eine psychische Belastung für Kindern darstellen.“

„Die Verantwortung Kindern und Familien gegenüber erfordert es, besser vorbereitet in den nächsten Winter zu gehen“

Zweitens, kleinere Klassen („wären eine enorme Investition in Bildung und Förderung von lernschwächeren Kindern“), vermehrte Unterrichtseinheiten im Freien („in skandinavischen Ländern schon lange üblich“) sowie Luftfilter und CO2-Messgeräte in jedem Raum, in dem Kinder betreut werden. Drittens müssten die Kinder und Jugendlichen auch psychisch unterstützt werden. Eckerle: „Wo sind nun die Investitionen in Schulpsychologen, in integrierte Anlaufstellen, Präventions- und Unterstützungsangebote sowohl für gesunde als auch für psychisch belastete Kinder und Jugendliche, nachdem die essentielle Rolle von Schulen und Kindergärten so überdeutlich bewiesen wurde?“

Die Wissenschaftlerin betont in Richtung der Kultusminister, dass jetzt gehandelt werden müsse. „Die Verantwortung und Wertschätzung Kindern und Familien gegenüber erfordert es nun, besser vorbereitet in den nächsten Winter zu gehen. Es wäre unverzeihlich, wenn sich die aktuelle Situation wiederholen würde.“

Keine andere Altersgruppe, auch das weist der aktuelle Wochenbericht aus, muss derzeit aufgrund von Symptomen nach einer Corona-Infektion so häufig medizinisch behandelt werden wie die Kinder. „So wurde für die Kalenderwoche 07/2022 berechnet, dass etwa 2,0 bis 3,4 % der Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahre an COVID-19 mit akuten Atemwegssymptomen erkrankten“, so heißt es im RKI-Wochenbericht – so viele wie nie. News4teachers

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Sissi
2 Monate zuvor

Seitdem der Artikel herauskam, habe ich einen Wunsch: Frau Prof Dr Eckerle und KM Prien bei Lanz, was ein Gegensatz
Bloß, auch eine Frau Alena Buyx,Vorsitzende des Ethikrates reagierte nicht auf den Vorwurf der “ unethischen Sauerei “ der bereits im Umgang mit ungeimpfen Kindern im Raum stand.
Frau Eckerle serviert gleichsam auf dem Silbertablett ein praktikables Rezept nach dem anderen. Klar, dass den Glorreichen der Appetit wegbleibt. Sie bevorzugen Leichte Kost und verlassen sich demgemäß auf Light- Produkte.
Vorsicht, deren Haupinhaltsstoffe unterstützen bei Diäten den Jojoeffekt.
Kocht endlich mal nach dem viralen Kochbuch von Prof Eckerle , mit garantiert wenig Risiken und Nebenwirkungen!

@ Redaktion: danke!

Anonymous
2 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

„Frau Eckerle serviert gleichsam auf dem Silbertablett ein praktikables Rezept nach dem anderen.“
Nun ja, ob die Verkleinerung der Klassen (kurzfristig) praktikabel ist, wage ich zu bezweifeln, da es entschieden an Lehrkräften fehlt. Auch vermehrte Unterrichtseinheiten im Freien bieten sich nicht in jeder Schullage und nicht wirklich für jedes Fach/jede Jahrgangsstufe an.
Nicht, dass ich die Vorschläge von Prof. Dr. Eckerle grundsätzlich schlecht finde, nur praktikabel scheinen sie mir nicht alle zu sein.

Andreas.Müller
2 Monate zuvor
Antwortet  Anonymous

Sehe ich auch so, weder kleinere Klassen noch Unterricht im Freien halte ich für praktikabel. Und auch die Forderung nach digitalen Unterrichtsstrukturen für quarantänierte SchülerInnen orientiert sich nicht an der Realität: Das Problem sehe ich da bei den fehlenden zeitlichen Ressourcen der Lehrkräfte, nicht bei den technischen Voraussetzungen.

Mrs.Braitwhistle
2 Monate zuvor

Das Land NRW schreibt gerade Schulpsycholog*innenstellen aus, aber man muss ehrlich sagen, dass das Tropfen auf den heißen Stein sind, wenn man sich den Schlüssel Psycholog*in-Schülerzahl anschaut. Außerdem, wo soll es denn dann hingehen für diese SuS, wenn das Problem erkannt wurde? Wir haben es JETZT mit seelischen Belastungen zu tun, die sich bei Untätigkeit schon bald in richtige handfeste Diagnosen verwandeln und dem müsste dringendst entgegen gewirkt werden. Ich habe aus der Schulsozialarbeit die Rückmeldung, dass ihre Arbeit an den endlos langen Wartezeiten der KiJu-Therapeuten und den insgesamt viel zu gering ausfallenden Kassensitzen scheitert – d.h. das System verkraftet sicher nicht noch mehr Kinder mit psychischen Erkrankungen. Prävention wäre jetzt also das Mittel der Wahl. Schaut man aber z.B. beim Landeszentrum Gesundheit NRW auf die Webseite, welche Bereiche für Prävention dort schon erschlossen wurden, dann dürfte sich da ruhig mehr tun – „Sturzprävention bei Senioren“ und ein „Leben ohne Qualm“ adressieren die aktuelle psychosoziale Krise noch nicht ausreichend, finde ich. Die Schulen brauchen Unterstützung, denn auch wenn der Präsenzbetrieb nun alles regeln soll – vom Kindeswohl über die Bildung bis hin zur psychischen Erholung nach dem Lockdown – von selber und ohne zusätzliche Ressourcen wird diese Mammut-Aufgabe nicht zu bewältigen sein. Der Expertenrat und Fachmänner wie M. Baumann und J. Schmitz fordern, Infektionsschutz und psychosozialen Schutz zusammenzudenken: Wenn ich sehe, wie man sich auf Ministeriumsebene den Infektionsschutz an Schulen denkt, fällt es mir schwer zu hoffen, dass das Nachdenken über die psychozialen Auswirkungen der Pandemie ergiebiger ausfallen wird.

Lehrer mit Seele
2 Monate zuvor

Machen Sie es bitte nicht an der Pandemie fest. Diesem Land sind Kinder absolut egal. Egal ob Maßnahmen bzw Sanktionen der Jobcenter, Antragsverschleppung von Sozialämtern, eine Kinder- und Jugendhilfe ohne Aufsichtsbehörde und Gewaltenteilung oder ungeeignetes Fachpersonal, welches man nicht los wird. Alles wird auf dem Rücken der Kinder ausgetragen nicht selten zugunsten wirtschaftlicher Erträge.

Ich fordere hiermit den deutschen Kinderschutzbund, sowie alle anderen, die sich dazu berufen fühlen und die Möglichkeiten sehen gegen diese und vorherige Regierungen aufzustehen und sofort demokratische Rechte auch für Kinder einzufordern. Nicht auf dem Papier, sondern wahrhaftig.

Angelika
2 Monate zuvor
Antwortet  Lehrer mit Seele

@Sissi, @Lehrer mit Seele: Mein Vertrauen zum Deutschen Kinderschutzbund oder zu Alena Buyx ist so gering, dass ich mir nur vorstellen kann, dass oranisierte Tierschützer in kurzer Zeit wirklich gute Ideen gegen eine Durchseuchung von Kitas und Schulen entwickeln und damit an die Öffentlichkeit gehen würden. Kinder müssten nur als Nutztierchen unserer Gesellschaft angesehen werden… Ein paar Kriterien sind ja schon erfüllt: Die Eltern können nicht selbst ebtscheiden, ob ihr Kinder der Schule fernbleiben darf. Die Massenunterbringung ist weiterhin angesagt. – „Stallqualität“ mangelhaft oder ungenügend.

Mary
2 Monate zuvor
Antwortet  Lehrer mit Seele

Das sehen wir doch vor jeder Wahl. Im Wahlkampf ist Bildung immer ein ganz wichtiger Punkt, da wird alles versprochen. Nach der Wahl sind diese Versprechen stets ganz schnell vergessen. Parteiunabhängig läuft das doch schon seit Jahren so. Nichts Neues…

Klugscheisser
2 Monate zuvor
Antwortet  Mary

Sic est.

Es gibt für Bildung einfach kein Bugdet über den Schüler-/Lehrerschlüssel hinaus.

Jan aus H
2 Monate zuvor

Wie alle vernünftigen wissenschaftlichen Vorschläge wird auch dieser von den KM ignoriert werden. Statt dessen werden sie sich auf die Schulter klopfen und sich an den Zahlen erfreuen, die dank der weitgehenden Einstellung der PCR-Tests bei Kindern nun wie erwartet fallen.

Wie üblich denken sie nur kurzfristig, denn man mag die Infektionszahlen durch angepasste Teststrategien verfälschen können, aber sicher nicht die Sterbezahlen.

Der nächste Herbst/Winter wird in den Schulen ganz genauso chaotisch wie der letzte.

Enjoy your chicken Ted!
2 Monate zuvor

Die Frage beantwortet Frau Prien ganz klar: es ist ihr egal, weil sie Schutz vor Erkrankung mit Kultur der Angst gleichsetzt. Sämtliche Bildungspolitiker sind eine Schande für unsere Kinder! Schämt euch!

Sissi
2 Monate zuvor

@Angelika
richtig guter Gedanke!
Passt auch: Platzbedarf nicht erfüllt, Temperatur nicht eingehalten und ui, jetzt wirds übel, was passiert, wenn die Seuche im Stall ausbricht?
d.h. unsere Kinder könnten wir bei Aldi nicht mal unter Kategorie 5 verkaufen
(@ Eigenverantwortung = bitterböse Satire)

Eine Mutter
2 Monate zuvor

Kinder zählen in diesem Land, nichts. Erst ab 18 Jahre, sind sie kurz wichtig. Dann dürfen/sollen sie wählen. Danach sind sie den Politiker*innen egal.

Brennpunktschule
2 Monate zuvor

An unserem Standort hatte ca. die Hälfte der ungeimpften Kinder entweder selbst einen positiven Coronatest – zu Hause oder in der Schule – oder war wegen eines positiven Testes eines Angehörigen zu Hause in Quarantäne.
Jetzt sinkt die Zahl der positiven Testnachweise erheblich (aktuell auf Null), und es fehlen nur noch einzelne SuS, die bald zurück kommen werden.

Ich vermute mal, dass die SuS im Moment praktisch „durch“ sind.

Wieviele Kinder aktuell tatsächlich infiziert waren, lässt sich nur raten.

Ich muss da mal was loswerden
2 Monate zuvor
Antwortet  Brennpunktschule

Runde 2 kommt bestimmt. Niemand der Kinder ist immun durch Runde 1 geworden.

M. Schmidt
2 Monate zuvor

Was ein Unsinn. Es sterben noch viel mehr Kinder an anderen Krankheiten und Unfällen innerhalb fast 3 Jahren. Tragisch für jedes Kind, aber nach dieser Logik sollte alle Menschen mit einem Helm auf dem Kopf zu Hause im Bett bleiben!

Unerträglich
2 Monate zuvor
Antwortet  M. Schmidt

Stimmt, was für ein Unsinn denn du da schreibst.

Jane
2 Monate zuvor
Antwortet  M. Schmidt

Wenn ich jedes Jahr 6 Monate (Herbst und Winter) mit Maske unterrichten muss (DaF in einer Grundschule) will ich nicht im Beruf bleiben. Ich kann nicht mehr. Entweder haben wir Vertrauen in den Tests und dann können die Kinder ohne Masken in der Schule bleiben oder es gibt wieder eine Normalität in den Schulen. KeinTesten, keine Masken. Bin ich wirklich alleine mit diesen Gedanken?

Stromdoktor
2 Monate zuvor
Antwortet  Jane

@Jane

Nein. Sind Sie nicht. Siehe meine Analyse unten (sofern diese veröffentlicht wird/wurde).

Ich muss da mal was loswerden
2 Monate zuvor
Antwortet  M. Schmidt

Welche Unfälle denn? Durch Autos oder im Auto sterben pro Jahr ungefähr gleich viele Kinder wie jetzt an Corona. Hatten wir hier neulich schonmal in einem anderen Thread diskutiert.

Bitte immer erst nachlesen und dann Sachen behaupten. Danke!

Lehrer mit Seele
2 Monate zuvor
Antwortet  M. Schmidt

Ja richtig, deshalb gibt es im Gegensatz zu früher Anschnallpflicht, Kindersitze im Auto, Fahrradhelme, Warnwesten etc. Sollen wir das jetzt alles wieder abschaffen, weil ja doch Menschen sterben?

Ich habe Kinder, die MTB Sport fahren. Kinderturnen wäre vielleicht ungefährlicher gewesen, ist aber nicht das, was ihnen gut tut. Also was tue ich? MTB verbieten, oder sie es vernünftig lernen lassen und mit Schutzausrüstung fahren lassen?

Im Auto bedeutet das Geschwindigkeitsbegrenzung und Airbags.

In Bezug auf die Schule wären das ein vernünftiges Konzept für Distanzlernen und Luftfilter.

Also wo bitte ist das Problem?

Koogle
2 Monate zuvor

2015 wurde die Leiche eines kleinen Jungen an das Ufer gespült, den sein Vater bei der riskanten Flucht auf einem kleinen Boot in Lebensgefahr gebracht hatte.
Das Bild ging durch alle Medien.

Sofort war eine große Mehrheit für die Aufnahme aller Flüchtlinge. Und Frau Merkel sagte wir schaffen das.

Von den durch Corona gestorbenen Kindern sieht man im Gegensatz dazu so gut wie nichts in den Medien.

Vielmehr werden die gestorbenen Kinder als Kolateralschaden in Statistiken versteckt.

Eine Maske zu tragen, um Leben zu retten, dazu sind viele nicht mehr bereit.

Eine Schande.

Unerträglich
2 Monate zuvor
Antwortet  Koogle

Weil die Dirks und Rüdigers ihre Normalität zurück wollen. Alles andere ist ihnen Scheiß egal. Das ist so abstoßend.

Stromdoktor
2 Monate zuvor
Antwortet  Unerträglich

@Unerträglich
Hauptsache „Deine“ (wir waren ja beim „Du“) Realität existiert in ein paar Monaten noch.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Rüdi und Dirk bald mit einem Lächeln (andere sprachen bereits von Genugtuung) auf die Zeit bei N4T zurückblicken, ist gar nicht mal so klein…

Mika
2 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Nun, die zögerliche und auf den lautesten Schreihals hörende Politik hat bezüglich der Pandemie aus meiner Sicht zu viele Entscheidungen getroffen, die neue Wellen und vermeidbare Erkrankungen/vermeidbares Leid nach sich gezogen haben. Ich persönlich würde, im Falle, dass Entscheidungen in meinem Sinne getroffen würden, nicht Genugtuung empfinden, sondern eher das Grübeln bekommen und mich hinterfragen, ob ich richtig liege.

Unerträglich
2 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Na hoffentlich ist eure Zeit hier bald vorbei. Auf diesen Zustand blicke ich mit großer Vorfreude.

Dirk Z
2 Monate zuvor
Antwortet  Koogle

@Koogle: Einfach erbärmlich, daß Ihnen das Wohlbefinden der Kinder nichts wert ist.

@Unerträglich: Über Ihre Ansichten braucht man nicht zu reden- die interessieren niemanden.

Sissi
2 Monate zuvor

@Anonymous @ Andreas
Na dann nehmt halt den 5* – Service des KMS

Anonymous
2 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

Schade, dass sich Ihre Reaktion auf sachliche Beiträge, die allein die Praktikabilität einiger Vorschläge von Prof. Dr. Eckerle in Zweifel gezogen haben, in Zynismus erschöpft.

James Smith
2 Monate zuvor

es ist tragisch, aber es scheint niemanden zu interessieren,
jetzt heisst es, wir sollen uns alle mit dem Virus anfreunden,
bestenfalls uns damit infizieren, wird ja keiner mehr krank,
stirbt auch grad niemand daran, warum also schützen, vor allem die Kinder, ja die Kinder…
politisch endemische Lage beschlossen, Masken weg….Spätfolgen sind dann einfach Vorerkrankungen…die tolle FDP hat uns alle gerettet, Hurra wir feiern Fasching in der Brauchtumszone, vereisen wieder, und geniessen die ach so tolle neue sehr teure Freiheit….
unglaublich traurig das ganze, wird ein toller Neustart hier in Europa!!!

Coronavirus-Liveticker
+++ 15:04 Vorsitzende der Jungen Liberalen zu Schulen: „Masken- und Testplicht muss wegfallen“ +++

Der Bundesvorsitzenden der Jungen Liberalen, Franziska Brandmann, gehen die bisherigen Vorschläge für Lockerungen der Maßnahmen nicht weit genug. „Wenn die Masken- und Testpflicht im Einzelhandel, in der Gastronomie und in anderen Bereichen der Gesellschaft wegfällt, dann muss sie auch in Schulen wegfallen“, sagt die 27-Jährige im Interview mit dem „Spiegel“. Die Wissenschaft habe immer wieder betont, dass Kinder und Jugendliche in der Regel keinen schweren Krankheitsverlauf zu erwarten hätten, sagte Brandmann. „Dass gerade sie vielerorts weiterhin mit Masken im Klassenraum sitzen müssen, aber ohne Maske shoppen gehen können, halte ich für unverhältnismäßig.“ In Bezug auf die regelmäßigen Tests sagt die Bundesvorsitzende: „Sie binden Zeit und Kapazitäten. Werden die Tests in der Schule durchgeführt, bleibt weniger Zeit für das, wofür Schulen eigentlich da sind.“ Stattdessen sollten Familien die Möglichkeit haben, sich kostenfrei Corona-Schnelltests nach Hause zu bestellen.

Mailbendi@web.de
2 Monate zuvor

Kurzbeinige Logik: Weil sein Vater den Jungen in Lebensgefahr gebracht hat??
Wir leben hier auf Kosten der Länder, deren Hungernde zu Recht jetzt bei uns abklopfen, das war kein Einzelpapa, der aus Verantwortungslosigkeit handelt, sondern vielmehr ums Überleben kämpfte.
Eine Schande ist vielmehr, welche absurden Vergleiche hier konstruiert werden, die auf Schwächere hetzen.

Stromdoktor
2 Monate zuvor
Antwortet  Mailbendi@web.de

„Weil sein Vater den Jungen in Lebensgefahr gebracht hat??“

Der „Vater“ kann auch noch Interviews geben. Im Gegensatz zum Rest der Familie…

Verhältnismäßigkeit
2 Monate zuvor

An RSV erkranken jedes Jahr ca. 750.000 Kinder bis 3 Jahre. Davon werden 10.000-15.000 hospitalisiert. Das ist eine Hospitalisierungsrate von mindestens 1:75. Die Hospitalisirungsrate bei Corona liegt bei 1:10.000. Danach ist man i.d.R. grundimunisiert durch Infektion. Die
Sterberate ist bei RSV 0,003.
Sterberate bei Corona nach RKI-Zahlen: 0,0015.
Mit Dunkelziffer vorsichtig geschätzt nach DGPI (private Anfrage): 0,0007. (Und davon waren fast die Hälfte der gestorbenen Kinder in palliativen Situationen.)
Fazit: Wenn RSV als normales Lebensrisiko eingeschätzt wird, kann man das mit Corona auch. Oder wie wollen Sie mir als Mutter, die im Krankenhaus mit ihrem Baby war wegen RSV erklären, warum das was mir passiert ist normal war und was anderen Eltern jetzt mit Coroba passiert nicht? Und für Schulkinder gibt es ja sogar eine Impfung, für mein Baby gab es keine und die meisten Menschen wissen nicht mal, was RSV ist. Auch ich musste lernen mit der Angst umzugehen, dass ich mein Kind nicht vor allem schützen kann und das müssen Eltern, Erzieher und Lehrer jetzt auch.
Was sagen Sie denn zu den 15.000 Eltern, die im letzten Jahr im Krankenhaus waren wegen RSV im Gegensatz zu den 3000, die mit Corona oder PIMS im Krankenhaus waren?
Jedes gestorbene Kind ist ein sehr tragisches Einzelschicksal, aber das Leben ist voller Gefahren, man muss mit ihnen Leben (lernen).

https://www.rnd.de/gesundheit/rsv-infektion-wie-gefaehrlich-sind-rsv-viren-fuer-kinder-wirklich-NTZXQJ7TDZBPNNDG23QF6NLZCY.html?outputType=amp

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/ulm/mertens-corona-fuer-kinder-nicht-bedrohlich-100.html

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Daten/Altersverteilung.html

Rüdiger Vehrenkamp
2 Monate zuvor

Danke für Ihren Beitrag! Er beschreibt genau das, was ich seit Wochen hier in den Kommentarbereichen zu vermitteln versuche.

Corona ist ein weiteres Lebensrisiko geworden und dass das Virus verschwinden wird, ist eine Illusion. So tragisch dies ist, es werden immer wieder Menschen damit und daran versterben. Offenbar darf man aber an allem sterben, außer an Corona.

Neu1
2 Monate zuvor

Wir hatten im Jahr 2020 etwas über 160 Todesfälle an häuslicher Gewalt, Hunderte von Hospitalisierungen, wir haben Kindesmissbrauch und Kinderpornografie. Nehme an das ist uninteressant.

Stromdoktor
2 Monate zuvor
Antwortet  Neu1

@Neu1

Ich hatte seinerzeit einmal dafür „geworben“, die Risiken der Kinder im Gesamtkontext zu diskutieren und sich auch für Verbesserungen in anderen Bereichen einzusetzen. Beispielsweise:
– Unfälle im Haushalt
– Wegeunfälle
– Unfälle IN den Einrichtungen
– Verkehrsunfälle (allgemein)
– Suizide
– Misshandlungen
– „Innere“ Sicherheit (allgemein)

Aus Sicht eines verantwortungsbewussten Elternteils lässt sich das gar nicht trennen und täglich ist eine Abwägung erforderlich:
-„Fährt mein Kind mit dem Fahrrad oder nimmt es den Bus“
– „Kann mein Kind alleine zum Bäcker gehen“
-„Wie kommt meine Tochter heile aus der Disco nach Hause“

Leider werden alle hier „weggebissen“, die eine objektive Risikobewertung vornehmen und einfordern.

Ich komme zu dem Schluss, dass hier folgenden Gruppen die Diskussion dominieren:

1) Eltern, mit einer unrationalen Risikobewertung in Bezug auf Covid-19 im Vergleich zu den anderen Lebensrisiken ihrer Kinder.
2) Eltern, die sich hier förmlich den LuL anbiedern
3) Kinderlose LuL, die Infektionsschutz als Selbstschutz einfordern.
4) LuL, die mit dem Bildungssystem und der verantwortlichen Politik abgeschlossen haben.
5) Einn paar Experten, die die Diskussion wissenschaftlich untersetzen – in Richtung Mehrheitsmeinung (hier!). Andere wissenschaftliche Standpunkte werde diskreditiert / diffamiert.

Die Gruppen solidarisieren sich untereinander, haben gemeinsame Feindbilder identifiziert und werden seitens der Redaktion supportet. „Kritische“ Stimmen aus dem Forum braucht man, um sein eigenenes Weltbild gemeinschaftlich zu festigen.

N4T eignet sich gut, um auf dem aktuellen Stand in Sachen Infektionsschutz in Bildung zu bleiben. Um Informationen zur Bewertung weiterer Risiken seiner Kinder zu erhalten, eingeschränkt geeignet. Zur Bewertung von Gesamtrisiken für Kinder – nicht geeignet. Um die Kinder geht es hier bei N4T definitiv nicht.

Adressiert werden hier nur Lehrkräfte mit einer gewissen Vorprägung. Alle anderen sind herzlich willkommen, die Reichweite zu erhöhen.

An mehreren Stellen habe ich mich bereits für einen angemessenen Infektionsschutz ausgesprochen. Ich habe inhaltlich mit vielen der hier prägenden Kommentatoren wahrscheinlich kaum Differenzen. Oft habe ich den Umgang hier miteinander angeprangert.

Letztlich möchte ich anmerken, dass sich nach meiner Einschätzung die Positionen hier zu langsam weiterentwickeln:

1) Der wissenschaftliche Diskurs wird zunehmend kontroverser geführt – ohne in der Vielfalt hier wiedergegeben zu werden.
2) Die Mehrheitsmeinung „draußen“ war schon immer etwas „anders“. Mittlerweile ist man völlig entkoppelt vom Trend und der Stimmung in der Gesamtbevölkerung.

Es würde uns allen und auch der Redaktion nicht schaden, wenn wir unsere Ausgangslage hier korrekt einschätzen und uns nicht gegenseitig so lange Mut zu sprechen, bis wir der Meinung sind, unsere Positionen sind mehrheitsfähig. Das sind sie nicht.

Und wenn man das einmal zu Ende denkt, dann müssen die Lehrkräfte hier perspektivisch auch ihre KuK von ihren Standpunkten überzeugen. Zudem müssen Eltern untereinander gemeinsame Positionen finden. Schlussendlich müssen die beiden Fraktionen sich noch auf gemeinsame Ziele verständigen und gerne mit Unterstützung von N4T dafür aktiv eintreten. Und damit meine ich nicht nur die Pandemiezeit mit den aktuellen Herausforderungen…

Ich bin zunehmend frustriert. Die Diskussionen hier sind in einer Sackgasse. Aktuell „erfreut“ sich die Mehrheit hier an provokanten Kommentaren und kann täglich den Schulterschluss üben. Oft wird auch nur noch auf Beiträge reagiert, ohne inhaltliche Einlassungen.

Wir befinden uns in einer Sackgasse…und die nächsten Monate werden das zeigen. „Bestenfalls“ sehen wir uns zur nächsten Winterwelle wieder und beginnen die Diskussion erneut. Mehr ist aktuell nicht drin.

Grüße
Stromdoktor

Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

„Leider werden alle hier „weggebissen“, die eine objektive Risikobewertung vornehmen und einfordern.“ – Wie z.B. der Expertenrat. So richtig?

Ich muss da mal was loswerden
2 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Danke für Ihren Post. Ehrlich gesagt fände ich es sehr interessant, tatsächlich einmal die Risiken von verschiedenen Gefahrenquellen separat einmal für Kinder und einmal für Erwachsene gegenüberzustellen. Ich denke, da gäbe es in allen Lagern einige „eye opener“, wie zuletzt die hier im Forum geführte Diskussion über tote Kinder durch den Autoverkehr.

Was man hier leider häufig antrifft im Forum, sind die Klassiker, die in die Kategorie „an der Grippe sterben mehr Menschen als an Corona“ gehören, häufig gepostet als „one shot“ in einem kurzen Beitrag von Leuten, die man danach nie wieder hier sieht. Das sind für mich die gleichen Leute, die auf Versammlungen durch Zwischenrufe auffallen, die dann aber verstummen, sobald man sie direkt anspricht. Oben genanntes Beispiel bzgl. der durch Autos verursachten toten Kinder gehört in diese Kategorie. Ein gewisser Marcel Wienecke hatte sich dazu kurz falsch geäußert, die Diskussion angeheizt, und dann nie wieder dazu Stellung genommen, dass seine Aussage nicht korrekt war.

Dringend unterscheiden müssten wir zwischen:

– akute Gefahr durch schwere aber vorübergehende Krankheit
– Langzeitfolgen und- schäden
– Todesfallrisiko

Dann kann sich jeder dann selbst ein Bild machen, welchen Gefahren man sich aussetzen möchte bzw. wie man die Risiken minimieren kann, individuell oder in der Gesamtbevölkerung. Vielleicht lassen sich mit bestimmten Maßnahmen ja auch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, wie z.B. Luftfilter an Schulen (reduzieren allgemein die Virenlast egal von was für Krankheiten).

Man muss aber auch klar sagen, dass N4T gar nicht den Anspruch haben muss, sämtliche Risiken zu durchleuchten, die Kinder, Lehrer, Eltern usw. haben. Corona hat naturgemäß eine bedeutendere Diskussion verdient, da es in den letzten 2 Jahren ein dominantes Thema in unserer ALLER Leben war. Ich will damit nicht sagen, dass es nicht auch andere Themen gibt (und das nächste schließt sich ja gerade mit dem Ukrainekrieg nahtlos an), die man auf N4T finden sollte (und aber auch findet).

Abschließend ist es meiner Meinung nach auch irrelevant, was die Mehrheitsmeinung draußen ist. Die Mehrheit liegt in meinen Augen häufig auch falsch. Wäre ich immer der Masse in meinem Leben gefolgt wäre ich heute, nun ja, nur Teil der Masse, bei weitem aber nicht so erfolgreich, wie ich es jetzt bin. Das ist der Preis, den Menschen zahlen müssen, die immer der Mehrheitsmeinung der Masse folgen: man bleibt in der Regel nur im Mittelmaß stecken. Deswegen bin ich hier etwas anderer Meinung als Sie und denke, dass man durchaus als Gruppe eine andere Meinung haben sollte, auch wenn anscheinend die Welt sich um einen herum anders entwickelt. Natürlich immer reflektiert und sachlich bewertet, das ist klar.

Aber eines steht für mich außer Frage und damit schließe ich meinen Post:
Meinungen müssen NIE mehrheitsfähig sein! Deshalb sind es Meinungen und wir leben nicht in einem totalitären System.

Ich muss da mal was loswerden
2 Monate zuvor

Oben in der Liste sollten die „akuten Gefahren“ natürlich nicht ausschließlich auf Krankheiten begrenzt werden.

Stromdoktor
2 Monate zuvor

@Ich muss da mal was loswerden
Gedanklich habe ich schon häufiger einmal die verschiedenen Risiken durchgespielt und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass man irgendwann in die Komplexitätsfalle hineinkommt. Gerne würde ich aber einmal meinen Stand dazu teilen:

Mein Verständnis von Gefahr und Risiko vorweg:
Ich habe einmal gelernt, dass ein Risiko die Wahrscheinlichkeit widerspiegelt, mit der man im Hinblick auf eine Gefahr zu Schaden kommt. Hierbei ist wesentlich, in welchem Umfang man sich einer Gefahr aussetzt (Exposition). Einfaches Beispiel:

Ein Tiger in einem Käfig stellt eine Gefahr dar ==> Begebe ich mich in den Käfig, wird daraus ein Risiko. Ergo: Bleibe ich „draußen“, passiert nix.

Risiken sind daher grundsätzlich erst einmal aus der individuellen Perspektive zu betrachten. Insbesondere muss man erst einmal Gefahren definieren. Bsp. Straßenverkehr vs. Covid-19. Zu einem Risiko wird es, wenn ich mich den Gefahren aussetze.

Hier findet schon der erste Fehler in der Diskussion statt. Die reinen Opferzahlen (Straßenverkehr vs. Covid-19) sind nur gesamtgesellschaftlich miteinander vergleichbar. Für die individuelle Perspektive besitzt diese Betrachtung keine Gültigkeit. Jemand, der IMMER mit seinem Auto zur Arbeit fährt, hat ein relativ geringes Risiko (=0) als Radfahrer in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden. Er setzt sich dieser Gefahr schlichtweg nicht aus.

Noch eine Ebene tiefer: Jemand, der sich aus eigenen Risikopräferenzen heraus ein schweres SUV zulegt und auf einen Kleinwagen verzichtet, hat ein deutlich geringeres Risiko, im Rahmen eines Verkehrsunfalls mit anderen Teilnehmern des Straßenverkehrs zu Schaden zu kommen. Fast irrwitzig in diesem Zusammenhang, dass häufig Mütter ihre Kinder in Klein- und Kleinstwagen transportieren…und Papi das große Familienauto für den Weg zu Arbeit nimmt (gesellschaftlich scheinbar völlig normal und akzeptiert).

Was möchte ich damit sagen?
Risiken sind in einer freiheitlichen Grundordnung zunächst individuell zu tragen bzw. zu vermeiden. Die Entscheidung über Ernährung, Alkoholkonsum, Teilnahme am Straßenverkehr, etc. trifft jeder für sich alleine und muss mit den Konsequenzen leben.

Möchte man Risiken gesamtgesellschaftlich minimieren, müsste es Gewichtsbeschränkungen für Fahrzeuge, Tempolimits, Alkoholverbot usw. geben.

Ich bin mir sehr sicher, dass die meisten hier im Forum auch weiterhin selbst entscheiden möchten, welche Risiken sie eingehen. Hierbei werden täglich Entscheidungen getroffen, wo eigene Risiken minimiert werden ABER ggf. andere Menschen dadurch einem höheren Risiko ausgesetzt werden (nehmen ICH das Auto, steigt das Risiko für Radfahrer in meiner Umgebung).

Im Rahmen der Pandemie haben wir es nun mit einer gesamtgesellschaftlichen Minimierung zu tun (temporär). Zunächst einmal muss in Bezug auf Schule berücksichtigt werden, dass ich nur bedingt individuelle Risikominimierung betreiben kann. Bei Präsenzpflicht müssen sowohl die LuL als auch die SuS in die Schule.

Grundsätzlich muss man hier noch unterscheiden: Die LuL können ihren Beruf auch aufgeben, sofern ihnen die Risiken zu hoch erscheinen. Die SuS können diesbezüglich die Entscheidung nicht treffen.

In den vergangenen Monaten wurden hier insbesondere immer die individuellen Risikopräferenzen adressiert. Der individuelle Schutz vor einer Infektion in Schule wurde eingefordert. Zeitgleich gab es jedoch keine Bereitschaft, die damit verbundenen Risiken anderer (insbesondere der SuS im Distanzunterricht) in die Betrachtung mit einzubeziehen (Psychische Erkrankungen / Suizide). Aus individueller Perspektive ist es nachvollziehbar. Gesamtgesellschaft ein Abwägungsprozess. Für mich ist insbesondere DAS die Kernbotschaft der Stellungnahme des Expertenrates. Insgesamt 8 Punkte, die eine gesamtheitliche Betrachtung vornehmen. Infektionsschutz (mit S3-Leitlinie) als ein kleiner Teil davon.

Aus meiner Sicht hat hier eine vernünftige gesamtgesellschaftliche Risikoabwägung für die Jugendlichen und Kinder stattgefunden. Eine Abwägung zwischen Infektionsschutz und anderen Aspekten (psychische Erkrankungen, etc.). Letztlich ein Plädoyer für mehr Teilhabe und Öffnung.

Btw. In der Stellungnahme adressieren 5-6 Punkte den letzten Bereich. Wer möchte, kann die Empfehlung auch als Gewichtung lesen. Der 6. und hier am häufigsten zitierte Punkt, adressiert nach meiner Einschätzung das individuelle Risiko. Dieses besteht für einen kleinen Teil der SuS und deren Angehörigen ggf. aufgrund vorhandener Vorerkrankungen.

Wir befinden uns im Übergang. Das Covid-19 Risiko muss zukünftig jeder individuell tragen. Die Impfung wird empfohlen. Die Maske darf zum Selbstschutz getragen werden. Abstand kann gehalten werden. Niemand muss sich den Gefahren aussetzen und darf zu Hause bleiben. Wenn er möchte und risikoavers ist.

Jemand, der so verwegen ist, mit einem Fahrrad auf unseren Straßen zu fahren, der ist ggf. auch bereit, eine Infektion in Kauf zu nehmen. Vielleicht trinkt er auch regelmäßig Alkohol und ist gerne Fast-Food. Er spielt also täglich mit seinem Leben und gilt allgemein als risikofreudig.

Wo möchte man jetzt ansetzen?
Bei den individuellen oder den gesamtgesellschaftlichen Aspekten?

Wer Höhenangst hat, der wird kein Dachdecker. Wer sich nicht mit Infektionskrankheiten anstecken möchte, wird kein Erzieher, Altenpfleger oder Lehrer. Wer nicht überfallen werden möchte, arbeitet nachts nicht an der Tankstelle…

Die abschließende Frage:
Können individuelle Risikopräferenzen eines Teils der Bevölkerung höher gewichtet werden, als die gesamtgesellschaftliche Betrachtung.

Vor der Impfung waren wir im Bereich der gesamtgesellschaftlichen Betrachtung. Nach der Impfung geht der Abwägungsprozess in die individuelle Richtung. „Wer jetzt noch Angst hat, der muss für sich persönlich die Konsequenzen ziehen“. So die Sichtweise, die sich durchsetzt.

Vor dem Hintergrund meiner Ausführungen zum Straßenverkehr, SUV und dem Vergleich mit dem Dachdecker, kann ich das einordnen. Covid-19 wird zu „einem von vielen Lebensrisiken“. Damit müssen gefährdete Gruppen für sich entscheiden, wie sie mit der Situation umgehen.

In einer freiheitliche Gesellschaft ist das der Kern unseres Lebensmodells. Ich möchte das Prinzip nicht aufgeben. Ich profitiere jeden Tag davon. Wie die allermeisten hier. Jeder trifft täglich Entscheidungen, die zu Lasten Dritter gehen. Damit haben wir uns arrangiert.

Wir können uns gerne über mehr Solidarität unterhalten. Dann aber ohne egoistische Sichtweisen mit dem SUV in der Garage.

@Ich muss da mal was loswerden
Ihre Ausführungen zum Thema Mehrheitsmeinung, Meinungsfreiheit etc. teile ich. Ich würde mich freuen, wenn Sie meine Risikoeinordnung im Kontext der „Freiheitlichen demokratischen Grundordnung“ mitgehen.

https://www.bundesregierung.de/resource/blob/974430/2006266/cbaaebf3c847da6c54b5b4e1899ab0d1/2022-02-17-siebte-stellungnahme-expertenrat-data.pdf?download=1

Anhang:
Es gibt mittlerweile gute Statistiken bzgl. der Todesursachen bei Unfällen.

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/sterbefaelle-unfaelle.html

Je nach Alter, sollte man sein Verhalten anpassen…

Und hier einmal die Statistik, nach ICD-10 (Internationale Klassifikation der Krankheiten.)

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/sonderauswertung-todesursachen.html

Hier wurden die ersten drei Monate 2021 ausgewertet – inkl. Covid-19.

(Vorsicht: Hier wird auch unterschieden in Bezug auf „Anzahl der Fälle, in denen COVID-19 als Begleiterkrankung angegeben wurde, aber nicht ursächlich für den Tod gewesen ist“.)

Mein Fazit:
1) Krankheiten des Kreislaufsystems vermeiden
2) Stress vermeiden (psychische Erkrankungen)
3) Krankheiten des Stoffwechsels vermeiden
4) Gegen Grippe, Pneumonie und Corona impfen

In der Reihenfolge…

Ich muss da mal was loswerden
2 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Vielen Dank erneut. Ich lese auch die langen Posts hier in der Regel durch, wenn sie denn sinnvoll ausgearbeitet sind, so wie Ihrer.

Zentral finde ich in der Corona-Diskussion nach wie vor folgenden Punkt zur Präsenzpflicht:

„Grundsätzlich muss man hier noch unterscheiden: Die LuL können ihren Beruf auch aufgeben, sofern ihnen die Risiken zu hoch erscheinen. Die SuS können diesbezüglich die Entscheidung nicht treffen.“

Hier ist es aus meiner Sicht nach wie vor nicht legitim mit individuell kontrollierbarem Risiko für die Kinder zu argumentieren, da sie die Wahl NICHT haben, zur Schule zu gehen oder nicht. Auch bei den Lehrern trifft dies nur bedingt zu, denn Sie haben den Beruf unter anderen Bedingungen gewählt und die Pandemie führt(e) zu einer erhöhten Gefahrensituation, die vorher nicht „eingepreist“ war. Sicher ist die Wirtschaftslage in einer Pandemie dann auch nicht so, dass man leicht einen neuen Job findet, wenn man dann doch kündigt. Unternehmen haben das mit dem Gesundheitsschutz in der Regel besser für ihre Angestellten hinbekommen, als man es für die Lehrer gemacht hat in meinen Augen.

Die Todesfallstatistik finde ich wichtig und beeindruckend, dass sich Corona hier so weit hocharbeiten konnte in Peakzeiten. Neulich gab es ja auch endlich Zahlen dazu, dass 86% der AN und MIT Coronatoten wirklich AN Corona als Ursache gestorben sind in Deutschland. Das finde ich ziemlich viel. Ich möchte auch prophylaktisch ALLE die hier nochmals ansetzen möchten Corona mit einer Grippe zu vergleichen doch bitten vorher einen Blick in die verlinkte Statistik zu werfen. Auch „äußere Ursachen“ sind nicht in der Spitzengruppe vorzufinden.

Ursula
2 Monate zuvor
Antwortet  Neu1

Hier schon. Damit kann man ja keinen Onlineunterricht bewirken.

Sissi
2 Monate zuvor

@ Stro.dokter
Ich möchte den Gedanken von @ Angelika, frei zusammengefasst: im Tierschutz passiert mehr als im Kinderschutz
nochmals aufgreifen. Wo ist da die “ Sackgasse“ ? In die Sie dauernd laufen?
Ihre „1“ ist ziemlich anmaßend
Ihre „2“ mit Verlaub daneben, Sie bewegen sich in/auf einem forum?
Noch eine Bitte: Geht’s auch kürzer, eindeutiger, besser belegt und prägnanter? Nicht bei @ redaktion, bei Ihnen?

Stromdoktor
2 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

@Sissi

Sehe ich auch so. Daher sorge ich mich auch jeden Tag um meine Tochter, wenn sie mit dem Rad zur Schule fährt. Mehr als um Covid-19. Und nun? Bin ich total verrückt?

(Heißt ja nicht, dass es keinen Infektionsschutz in Schulen geben darf).

Ein sicherer Radweg, würde meinen Präferenzen aber sehr entsprechen.

Sackgasse?
Hier gibt es keine gemeinsamen Positionen oder Initiativen. Hier ist im Grunde jede Gruppe isoliert. Größte Community stellen hier noch frustrierte LuL Ü50 dar. Um die Kinder geht es hier nicht. Wie auch… sind ja größtenteils viele kinderlos.

Stromdoktor
2 Monate zuvor

@Dil

Sie verstehen anscheinend nicht, dass die S3 im Leben von „aktiven“ Eltern nur einen Teil des Gesamtrisikos darstellt…

So richtig? Keine Ahnung von (eigenen) Kindern?

Klugscheisser
2 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Aber einen, wo sie lange Zeit mit sehr vielen anderen in kaum lüftungsfähigen Räumen untergebracht sind.
Und vielleicht gäbe es mit S3 auch weniger RSV Infektionen unter Kindern. Oder Grippefälle.

Kinder haben im Elternhaus weit weniger Kontakte (eingeschlossen indirekte über die Eltern z.B. über einen Wochenzeitraum in geschlossenen engen Räumlichkeiten und Wange an Wange) als die Kinder im schulischen Raum.

Btw. Eltern mit jüngeren Kindern sind unglaublich häufig krank, nachdem das Kind irgendeine Infektion mal wieder nach Hause gebracht hat. Die Infektionskette fängt nämlich meist bei den Kindern an. Verteilungstzentren sind nun mal KiTa und Schulen.

Maren
2 Monate zuvor
Antwortet  Klugscheisser

Kann ich bestätigen.Nie war ich so oft krank wie zur Kitazeit,als das unentwickelte Immunsystem meines Kindes auf zig neue Viren traf.

Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Eigene Kinder? An jeder Ecke. Damit sollte ich doch qualifiziert sein.

Stromdoktor
2 Monate zuvor

@Klugscheisser

Alles richtig, was Sie sagen! Ich bin ja ebenfalls für ausreichenden Schutz! Es gibt eben nur auch andere Themen, die ich als Vater von zwei Töchtern nicht ausblenden kann. Die begegnen mir jeden Tag. Heute sind meine Töchter alleine in den Wald gelaufen und haben an einem Baumhaus geschraubt.12 und 9 Jahre…mit einem Funkgerät ausgestattet. Der beste Kompromiss aus Selbständigkeit, Eigenverantwortung und Sicherheit. Trotzdem nicht leicht.

Morgen dann wieder Schulweg mit dem Rad. Entlang einer viel befahrenen Landstraße mit Autobahnauffahrt, durch die Stadt mit angedeuteten Radwegen auf der Straße und ein paar blöden Ecken, wo man den Elterntaxis und dem Berufsverkehr in die Quere kommt.

Finde den Umgang miteinander und den Egoismus auf allen Seiten jeden Tag aufs Neue zum Kotzen.

Und ehrlich:
Es ist doch unbestritten, dass es viele Menschen und vor allem viele Kinder in diesem Land gibt, die ganz andere Probleme als Covid-19 haben. Da muss man meist noch nicht einmal ganz so weit über den Tellerrand blicken.
Ich kann und möchte das nicht ausblenden.

Zur Infektionshistorie von Eltern:
Exakt so selbst erlebt. Irgendwann ist man als Familien dann auch halbwegs immun gegen die gängigen Infektionskrankheiten. Hängt ein Stück weit auch mit dem persönlichen Stresslevel zusammen. In Summe wird es in diesem Punkt mit den Jahren etwas besser.

Ich würde uns allen wünschen, dass es auch im Bildungssystem möglich ist, ein Sondervermögen in Höhe von 100 Mrd. € einzurichten. Und wenn sich unsere Bildungausgaben in Richtung 7% bewegen, bräuchten wir uns hoffentlich auch nicht mehr über fehlende Luftfilter und „unfähige“ Kultusminister unterhalten.

Ich muss da mal was loswerden
2 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Die 100 Mrd € in der Bildung: ja, das wäre vor allem nachhaltiger und würde vielleicht auch dazu führen, dass man später gar keine 100 Mrd € mehr für Rüstung ausgeben muss. Bildung verbindet Kulturen und erhöht das Verständnis anderer Länder. Mehr davon führ zu weniger Krieg.

Außerdem sind die 100 Mrd. in der Rüstung nicht ohne Folgekosten: jedes angeschaffte Kampfflugzeug wird in den darauf folgenden Jahren wieder und wieder Unsummen an Geldern verschlingen.

Und ganz ehrlich: ich bleibe auf meinem Standpunkt, dass wir nicht 16 sondern nur 1 Bildungsminister oder Bildungsministerin brauchen. Ich gehe sogar einen Schritt weiter, dass man die kompletten Ministerien auf Landesebene schließen sollte. Damit würde man den Bildungshaushalt nicht komplett sanieren, aber einen guten Beitrag dazu leisten.

Lila
2 Monate zuvor

„Die 100 Mrd € in der Bildung: ja, das wäre vor allem nachhaltiger und würde vielleicht auch dazu führen, dass man später gar keine 100 Mrd € mehr für Rüstung ausgeben muss. Bildung verbindet Kulturen und erhöht das Verständnis anderer Länder. Mehr davon führ zu weniger Krieg.“

Aber nur, wenn jedes Land der Erde gleiches tut! Das ist Wunschdenken.

Ich muss da mal was loswerden
2 Monate zuvor
Antwortet  Lila

Dann fangen wir doch einfach damit an! Sind Sie dabei?

Sissi
2 Monate zuvor

Gedanken:
Wenn ich mein Haus runterschlumpere, dann brauchts irgendwann deutlich mehr für Reparatur und Instandhaltung, – in etwa so entstanden die 100 Mrd?
Würden diese 100 Mrd an die KMs gehen, könnte es sein, dass wieder neue
innovativ !! revolutionäre !! Für das Kindswohl nötige!! Pädagogisch/psychologische !! Vorstellungen umgesetzt werden würden, ….alle Jahre wieder – G8,G9 bis G100? D.h. wieder keine basics, teuer bezahlte scheinbare Kür, um medial gut dazustehen; keine renovierten Schulhäuser, keine geräumigen Klassenzimmer mit funktionierenden Fenstern, kein tablet für alle, deutlich zu wenige Lehrer….das würde man wieder so nebenbei verbummeln, ganz schnell lösen.
Die Bude ist vergammelt; wir zeigen die Schaustücke und investieren ins Vergolden dieser, nicht ins Renovieren, Saubermachen und durchdacht Weiterentwickeln.

@ Ich muss da mal was loswerden
1 KM könnte wohl wirklich genau so viele Emails schicken wie 16, umsetzen müssen ohnehin wir alle auf Veranlassung des SL*in
Ich bin mir nicht ganz klar, inwiefern die Kministerien ihrem föderalistischem Anspruch nachkommen, die Besonderheiten der Blender zu berücksichtigen. Irgendwie kam mir das bisher eher wie ein Wettstreit z.B. bezüglich Wer- hat- die- besten- Abiturienten-? vor. Es gibt nicht nur solche. Es wäre in jeder Weise gut getan auch in ‚die übrigen Schüler‘ zu investieren.

Stromdoktor
2 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

@Sissi
Die Gefahr besteht, dass Gelder dann für „Referenzprojekte“ ausgegeben werden. Außerdem steigen bei Ankündigung einer solchen Maßnahme auch gleich die Preise. Von der Ausstattung bis zum hiesigen Handwerker sind dann alle in Goldgräberstimmung. Bei der Rüstungsinitiative wird das nicht anders sein. Es zeigt sich immer, dass eine nachhaltige(re) Finanzausstattung weniger Kosten verursacht, als irgendwelche Ad-hoc-Maßnahmen.

Es gibt nur zwei Möglichkeiten:
1) Entweder wird die Kohle (für die Ausstattung der Bundeswehr) jetzt im Bildungssystem und anderen Bereichen eingespart.
2) Oder das Bildungssystem wird (irgendwann auch einmal) von Grund auf saniert, da es politisch bald kaum noch zu vermitteln ist.

@Ich muss da mal was loswerden
Ich teile Ihre Meinung. Bildung sollte in einer Hand liegen. Um Chancengleichheit herzustellen. Zwei Punkte:
1) Es sollte kein Kind aufgrund kommunaler Misswirtschaft, strukturell benachteiligter Regionen oder politisch falscher Entscheidungen auf ein ordentliches Schulgebäude mit Luftfiltern verzichten müssen. Stichwort: Kommunen sind für den Zustand der Schulen verantwortlich.
2) Bildung sollte nicht von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der einzelnen Bundesländern abhängig sein. Und daraus resultiert dann eine zentrale Funktion.

@Sissi
„Irgendwie kam mir das bisher eher wie ein Wettstreit z.B. bezüglich Wer- hat- die- besten- Abiturienten-? vor.“

Begegnet einem immer wieder. Daraus resultiert im Zweifel auch ein falsches Selbstverständnis. Ich backe diesbezüglich mit meinem Bremer Abitur ganz kleine Brötchen…und bin froh, dass mich dann im weiteren Verlauf das Bundesland Niedersachsen „aufgenommen“ hat.

Der Bund muss zunächst einmal für gleiche Bedingungen sorgen. Standards definieren und diese unabhängig von der kommunalen Finanzlage durchbringen. Die Summen, die dafür nötig sind, übersteigen die 100 Mrd. wahrscheinlich schon. Und damit wurde noch nicht eine LK eingestellt. Das wäre dann eher die Diskussion um die jährlichen Bildungsausgaben (7%)…

Ich muss da mal was loswerden
2 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Ja, leider wird man woanders Budget kürzen müssen. Lindner will zwar einen Fond einrichten aus dem er dann geliehenes Geld (die 100 Mrd) zweckgebunden einzahlt, aber wissen wir ja, wie weit Theorie und Praxis auseinanderdriften.

Sissi
2 Monate zuvor

Oh, manchmal …..- denken Handys doch mit ?
* Bl!ä!nder

Ich muss da mal was loswerden
2 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

Ok, so macht das mehr Sinn, wusste nicht, wen Sie mit den „Blendern“ meinten.

Besonderheiten der Bundesländer sind hausgemacht und nur deshalb da, weil es 16 Ministerien gibt, siehe G8/G9 Durcheinander.

Verhältnismäßigkeit
2 Monate zuvor

@Stromdoktor und Neu1: Danke, Sie sprechen mir aus der Seele.

Unser Immunsystem braucht Keime zum trainieren. Die gesündesten Kinder leben z.B. auf Bauernhöfe und mit Haustieren, die Freiläufer sind und alles mit nach Hause bringen. Deswegen gilt trotzdem der feste Grundsatz: Hände waschen und an Tisch.
Wir haben fast zwei Jahre überzogebe Hygiene hinter uns – das war auch notwenig, bis alle ein Impfangebot hatten. Jetzt müssen wir unser Immungedächnis wieder auffrischen und zurück zu normaler Hygiene.

https://www.swr.de/wissen/corona-masken-einfluss-auf-immunsystem-erkaeltungen-100.html

Auch wenn das ab vom Thema ist: Wenn wir nicht in unserem Landesschutz investieren, haben vielleicht bald keine mangelhaften Schulgebäude mehr, sondern gar keine Schulen mehr. Die USA ist nicht mehr bereit uns ohne Gegenleistung weiter zu schützen. Außenpolitik ist unglaublich komplex.

Ich muss da mal was loswerden
2 Monate zuvor

Das ist nur teilweise richtig, denn das Immunsystem hat permanent genug zu tun, ob man nun jemandem mit Grippe gegenüber sitzt oder nicht. Dazu braucht man nur mal raus in die Natur gehen und das konnte man auch während der Pandemie so gut wie immer.

Man muss auch nicht JEDEN Erreger mitnehmen, damit man ein leistungsfähiges Immunsystem hat. Das ist eine Legende.

Stromdoktor
2 Monate zuvor

@Verhältnismäßigkeit

Proaktiv haben wir unser Immunsystem nicht trainiert. In der alten Welt habe ich die Kolleginnen und Kollegen immer verteufelt, die sich mit grippalen Infekten ins Büro geschleppt und lediglich auf den Handschlag verzichtet haben. Mit dem Ergebnis, dass auch ich immer irgendwie in den Wintermonaten betroffen war. Hat mich einige Laufkilometer und erholsame Nächte gekostet.

In den Jahren mit unseren Kindern im Kindergartenalter, haben wir uns unserem Schicksal ergeben. Hieraus lässt sich schon in Teilen ableiten, dass man nicht mehr jede Infektion auch zwingend mitgenommen hat.

Unabhängig davon lassen wir unsere Kinder von Beginn an aktiv impfen. „Alles“, was das RKI empfiehlt. Wir Erwachsenen haben zumindest in fast jedem Jahr eine Grippeschutzimpfung bekommen. Die wird uns quasi im Büro verabreicht. Niedrigschwelliges Angebot des Arbeitsgebers…Da vertraue ich nicht nur auf mein Immunsystem.

Ansonsten versuchen wir unser Leben aktiv zu gestalten und viel Zeit draußen zu verbringen. In der Hoffnung, dass das positiv auf die Vermeidung von Zivilisationskrankheiten einzahlt. Vorbildfunktion sozusagen. Haben aber auch zwei Mädels, die mit Fortnite usw. nichts abfangen können. Bisher klappt es…

Sissi
2 Monate zuvor

@ Verhältnismäßigkeit

Dann wäre doch das Normalste
-1 Kinder mit Tieren, wenn möglich auch im
Stall, die Möglichkeit zu geben
sich “ abzuhärten „. *

Ich nehme an, das meinen Sie mit mangelnder
Immunität. Was machen Sie mit unseren
couchpotatoes, Mist auflegen?

-2 In der Schule tragen wir weiter Maske.

Um eine Covidinfektion zu verhindern, hilft der
Bauernhof wenig ( ich nehme an, Sie
sprechen B und Tzellenaktivität an, allerdings
passt dies nicht ganz und ist an dieser Stelle
zu komplex ); außer der Hof hält Alpacas für
die Serumherstellung.

Fazit: Eine Kombination von 1+ 2 wärs doch.
* ich bin selbst in der Landwirtschaft
aufgewachsen .

Stromdoktor
2 Monate zuvor

@Ich muss da mal was loswerden

Auch Ihnen herzlichen Dank für Ihre Kommentare und Antworten!

„Hier ist es aus meiner Sicht nach wie vor nicht legitim mit individuell kontrollierbarem Risiko für die Kinder zu argumentieren, da sie die Wahl NICHT haben, zur Schule zu gehen oder nicht. Auch bei den Lehrern trifft dies nur bedingt zu, denn Sie haben den Beruf unter anderen Bedingungen gewählt und die Pandemie führt(e) zu einer erhöhten Gefahrensituation, die vorher nicht „eingepreist“ war. “

Diese Einschätzung teile ich uneingeschränkt. Sie haben Recht: die Gefahren waren zum damaligen Zeitpunkt noch nicht „eingepreist“. Ggf. kann man niemanden dafür verantwortlich machen, dass eine Gefährdungsbeurteilung auch einmal angepasst werden muss, in beide Richtung.

Was man aber einfordern kann, ist eine stetige Weiterentwicklung des Arbeitsschutzes und Anpassung auf neue Ausgangslagen. Zentrale Funktionen in jedem größeren Industriebetrieb. Fokus Arbeitssicherheit. Das sollte selbstverständlich auch im öffentlichen Dienst/Staatsdienst so sein.

Aus meiner eigenen Erfahrung als ehemaliger Angestellter des Landes Niedersachsen (TVL) weiß ich, dass Industrieunternehmen hier mehrere Jahrzehnte voraus sind. Das betrifft auch andere Gebiete: Kernarbeitzeiten, Home-Office-Regelungen, etc.

Ich weiß allerdings auch, dass Arbeitnehmer im Mittelstand, im Handwerk oder im Einzelhandel noch ganz andere Bedingungen vorfinden.

In Summe liegt wahrscheinlich dort das Problem. Als Lehrkraft wird man „von oben“ bemitleidet und „von unten“ beneidet. Größere Solidaritätsbekundungen sind wahrscheinlich nicht zu erwarten.

Abschließend meine Einschätzung:
Durch den Ukraine-Konflikt erfolgt der Übergang in die „Normalität“ in Bezug auf die Pandemie wahrscheinlich nebenbei. Viel Zeit wird man dem Thema nicht mehr widmen.

Ich muss da mal was loswerden
2 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

„Abschließend meine Einschätzung:
Durch den Ukraine-Konflikt erfolgt der Übergang in die „Normalität“ in Bezug auf die Pandemie wahrscheinlich nebenbei. Viel Zeit wird man dem Thema nicht mehr widmen.“

Ja, in der Tat, eigentlich der Klassiker. Mit außenpolitischen Themen von innenpolitischen Themen ablenken. Es soll ja schon Machthaber gegeben haben, die dafür sogar Kriege angezettelt haben…

Schade dass die neue „Normalität“ so brutal in unser Leben und einer Prise atomarer Angst daher kommt. Ich möchte damit allerdings nicht wieder eine Angstdiskussion hier starten, obwohl es sicher interessant sein könnte, ob größere Angst kleinere Angst verdrängen kann.

Stromdoktor
2 Monate zuvor

@Ich muss da mal was loswerden

Fast schon Off-Topic:
Die Infektionszahlen im näheren Umfeld waren noch nie so hoch. Unfassbar viele Kinder sind samt Familie aktuell in Isolation.

Wenn ich das hier im Mikrokosmos auswerte, dann sind fast alle Grundschüler + Famillien durch. Auf den weiterführenden Schulen sieht es etwas besser aus.

Anstehenden Kindergeburtstag von K1 (12 Jahre):
3 von 8 Genesen

Anstehender Kkndergeburtstag von K2 (9 Jahre):
7 von 7 Genesen

Für viele ist das Theme faktisch schon durch…bis zur nächsten Welle.

Btw. Fast alle hatten Symptome und länger damit zu tun – trotz Impfung.

Ich muss da mal was loswerden
2 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Ja, das Thema ist leider nach einer ersten Infektion mit Omikron nicht durch für die ungeimpften Kinder, auch wenn viele das sich so gern wünschen.

Sissi
2 Monate zuvor

@ Stromdoktor
Ich hoffe inständig, dass Ihre Kristallkugel die bessere ist. Meine ist irgendwie blind und wenn der Übergang in die Nach-corona- “ Normalität “ nebenbei erfolgen würde, hieße das dann nicht, dass wir einen alle und alles überfordernden, lange dauernden, unmenschlichen Krieg für lange Zeit tragen müssten?
Wir haben auch heute wieder Medikamente, Verbandsmaterial, etc auf den Weg gebracht, – in ein Land, das bestimmt gerade nicht auf covid achten kann. Möge den Menschen dort wenigstens eine covid- Eskalation erspart bleiben.

Sissi
2 Monate zuvor

@Stromdoktor
Eine sachliche Darstellung, wie sich iM „nebenbei“ der „Ukraine- Konflikt“ darstellt und welche Problematiken dadurch verschärft werden.
Lesenswert

https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/unsere-arbeit/einsatzlaender/ukraine

Stromdoktor
2 Monate zuvor

@Sissi

Meine Kristallkugel ist leider auch blind…

Ich habe kaum Hoffnungen im Hinblick auf diplomatische Lösungen. Egal welches Szenario ich mir vorstelle, es wird wahrscheinlich sehr, sehr lange dauern. Mit einem nicht abzuschätzenden Ausgang.

Ehrlich gesagt, übersteigt das aktuell komplett meine Vorstellungskraft.

In erster Linie müssen wir uns jetzt berappeln, humanitäre Hilfe organisieren, Flüchtlinge aufnehmen und direkt in unserer Mitte aufnehmen – falls es auf absehbare Zeit kein Zurück gibt.

Es freut mich zu hören, dass Sie bereits aktiv helfen und die erste Schockstarre bereits überwunden haben! Herzlichen Dank dafür!