Barmer: Erzieherinnen deutlich häufiger krank als andere Beschäftigte

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Beschäftigte in der Kinderbetreuung sind laut einer Auswertung der Krankenkasse Barmer deutlich häufiger krankgeschrieben als andere Arbeitnehmer – in Sachsen jedenfalls. Daten aus dem Freistaat zeigen: Erzieherinnen und Erzieher in Kitas, Vorschulen und Horten waren im Jahr 2020 durchschnittlich an 30,8 Tagen krank. Der Durchschnitt aller Beschäftigten liegt bei rund 20 Tagen. Das geht aus einer Auswertung der Barmer hervor, für die Daten von 113.400 Versicherten untersucht wurden.

Die Kita-Fachkräfte sind stark belastet. Foto: Shutterstock

«Pädagogische Fachkräfte erfüllen mit ihrer Arbeit sehr wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Deshalb muss hier genau hingeschaut werden, aus welchen Gründen diese Berufsgruppen länger krankgeschrieben sind als Beschäftigte anderer Berufe», sagte Barmer-Landesgeschäftsführer Fabian Magerl.

Der häufigste Grund für Krankschreibungen bei den Erziehern waren demnach psychische Erkrankungen wie Depressionen, die im Durchschnitt 6,3 Krankheitstage verursachten. Damit lag der Anteil deutlich höher als im Durchschnitt der Beschäftigten (3,6 Tage). An zweiter und dritter Stelle standen Erkrankungen des Muskel-Skelettsystems wie Rückenschmerzen sowie Atemwegserkrankungen. News4teachers / mit Material der dpa

Arbeit von Erzieherinnen: „Das sind tatsächlich extreme Belastungen“

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TaMu
2 Monate zuvor

Bei Erziehern und Erzieherinnen muss man dazu sagen, dass viele von ihnen zwar eine Dauer- Atemwegserkrankung haben, sich deshalb aber nicht krankschreiben lassen, weil sonst gerade am Ende der alljährlichen Erkältungssaison die komplette Belegschaft fehlen würde. Dieses permanente Arbeiten an der körperlichen Belastungsgrenze könnte auch den psychischen Symptomen, auch burnout, Vorschub leisten.

Angelika
2 Monate zuvor

Genau so sehe ich es auch. Als ich aus privaten Gründen als Vertretungskraft gearbeitet habe, habe ich gemerkt, wie gut man sich regenerieren kann, wenn man nicht monatelang am Stück in Vollzeit mit den Kleinsten arbeitet. Kleine Kinder und große Gruppen – das mag zwar wirtschaftlich sein, aber für mich passt es gar nicjt zusammen. Deshalb schätze ich auch die Tagespflege für unter Dreijährige mehr als eine – üblicherweise zu große – Krippengruppe. Es ist so viel angenehmer für Kinder und Erwachsene, wenn in einem Raum nur maximal fünf und nicht fünfzehn oder gar noch mehr Kleinkinder sind. Die Massenverwahrung ist im wahrsten Sinne des Wortes „kränkend“ und lässt Kinder und ihre Betreuerinnen unnatürlich oft krank sein.

Klugscheisser
2 Monate zuvor
Antwortet  Angelika

Zudem heutzutage offensichtlich kranke Kinder trotzdem in die Betreuung geschoben werden. Deren Beruhigungspille lautet: trainiert das Immunsystem der Kinder.

Tatsächlich überlastet es, wenn es eine Erkrankung nach der anderen reingedrückt bekommt – ohne Zeit zu bekommen, wirklich auszuheilen.

Und EuE sitzen damit sowieso im totalen Dauerviren- und Bakterienregen. Stress ist dann das i-Tüpfelchen drauf.