Studie: Umgang mit schwierigen Schülern prägt das Wohlbefinden von Lehrern

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REGENSBURG. Schülerinnen und Schüler können Lehrerinnen und Lehrern das Leben schwer machen. Doch für das Wohlbefinden von Lehrkräften zählen gerade Ziele und Emotionen im Umgang mit schwierigeren Schülern, haben Wissenschaftler ermittelt.

Auffälliges Verhalten gehört zu den großen Herausforderungen im Lehrerberuf. (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Das die Interaktion mit Schülern eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden von Lehrerinnen und Lehrern spielt, ist eine Binsenweisheit. Zugleich bestätigen psychologische Studien eine ähnlich verbreitete Annahme, nämlich dass schlechte Ereignisse meist eine stärkere psychische Wirkung hervorrufen, als gute – ein Befund, der von Forschern oft mit dem Ausspruch „bad is stronger than good“ zusammengefasst wird.

Ausgehend von diesem Befund haben sich Regensburger Forscher um Markus Forster, Christof Kuhbandner und Sven Hilbert die Frage gestellt, ob Ziele und Emotionen von Lehrkräften, bezogen auf Schülerinnen und Schüler, die unerwünschte Verhaltensweisen zeigen („bad“), mehr zu ihrem Wohlbefinden beitragen als die Ziele und Emotionen für Schüler, die erwünschte Verhaltensweisen zeigen („good“).

Um ihrer Fragestellung nachzugehen, maßen sie bei 250 Lehrerinnen und Lehrern die verfolgten Ziele und erlebten Emotionen einerseits für Schülerinnen und Schüler, die wünschenswerte Verhaltensweisen zeigten, die also im Unterricht aufpassten, ihre Arbeit rechtzeitig erledigten und eine positive Einstellung zum Lernen aufwiesen und andererseits für Schülerinnen und Schüler, die unerwünschte Verhaltensweisen zeigten, etwa den Unterricht störten, ihre Arbeit nicht zu Ende brachten und eine negative Einstellung zum Lernen an den Tag legten. Überdies erhoben Forster, Kuhbandner und Hilbert verschiedene Formen des Wohlbefindens der Lehrerinnen und Lehrer, genauer gesagt: evaluatives, affektives, psychologisches und berufsbezogenes Wohlbefinden.

Die Ergebnisse der vom BMBF im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung geförderten Studie zeigten, dass das Wohlbefinden der Lehrkräfte relativ stark mit den Zielen und Emotionen für Schülerinnen und Schüler, die unerwünschte Verhaltensweisen zeigen, zusammenhängt: Je höher dabei die verfolgten Ziele und je positiver die erlebten Emotionen waren, desto höher war auch das positive Erleben der Lehrkräfte. Im Gegensatz dazu spielten die Ziele und Emotionen für Schülerinnen und Schüler, die erwünschte Verhaltensweisen zeigen, für das Wohlbefinden der Lehrkräfte keinerlei Rolle.

Zusammengefasst beantworteten die Ergebnisse mithin die Forschungsfrage der drei Bildungsforscher dahingehend, dass das Prinzip „Schlechtes ist stärker als Gutes“ auch für den Einfluss der Ziele und Emotionen der Lehrer auf ihr Wohlbefinden gilt. Zugleich zeigen die Befunde nach Meinung der Forscher besonders drei Wege auf, wie das Wohlbefinden von Lehrkräften gesteigert werden könne:

  • Erstens, indem Lehrkräfte den Zielen und Emotionen für Schülerinnen und Schülern, die wünschenswerte Verhaltensweisen zeigen, mehr Gewicht beimessen.
  • Zweitens, indem Lehrkräfte dabei unterstützt werden, sich auch für Schülerinnen und Schüler, die unerwünschte Verhaltensweisen zeigen, hohe Ziele zu setzen und die Interaktion mit solchen Schülern als emotional positiv erleben.
  • Drittens, indem angehenden Lehrkräften bewusst gemacht wird, dass das am häufigsten genannte Motiv für die Wahl des Lehrerberufs „weil ich gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeite“, nicht nur die Kinder und Jugendlichen einschließen darf, welche erwünschte Verhaltensweisen zeigen, sondern auch die, welche unerwünschte Verhaltensweisen zeigen. (zab, pm)

„Chronische Überlastung“: Lehrkräfte sehen sich am Limit – ihre Schüler auch (Verhaltens-Auffälligkeiten nehmen zu)  

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kanndochnichtwahrsein
1 Monat zuvor

Warum geht’s den Lehrern schlecht??
(Ach nee, es ist ja nur ihr „Wohlbefinden“ geprägt… eh verzichtbar…)
Sie machen etwas falsch – wie immer!
Wenn jemand was falsch macht, sind es die Lehrer.
Warum sind sie Lehrer geworden? Sie wollten doch alles richtig machen, aber der Beruf bringt es zwangsläufig mit sich, dass sie nichts richtig machen (können), zumindest wenn wir allen Nicht-Lehrern glauben mögen!

Und was tun dagegen?
„Erstens, indem Lehrkräfte den Zielen und Emotionen für Schülerinnen und Schülern, die wünschenswerte Verhaltensweisen zeigen, mehr Gewicht beimessen.“
Ja. Lehrer messen dem nicht genug Gewicht bei… Klar, Versager, diese Lehrer…

„Zweitens, indem Lehrkräfte dabei unterstützt werden, sich auch für Schülerinnen und Schüler, die unerwünschte Verhaltensweisen zeigen, hohe Ziele zu setzen und die Interaktion mit solchen Schülern als emotional positiv erleben.“
Ja. Lehrer kontrollieren ihre Emotionen nicht ausreichend. Klar, emotional positiv erleben! Bitte! Gefälligst!

„Drittens, indem angehenden Lehrkräften bewusst gemacht wird, dass das am häufigsten genannte Motiv für die Wahl des Lehrerberufs „weil ich gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeite“, nicht nur die Kinder und Jugendlichen einschließen darf, welche erwünschte Verhaltensweisen zeigen, sondern auch die, welche unerwünschte Verhaltensweisen zeigen.“
Ja. Lehrer gucken immer nur auf die „lieben“ Schüler. Die anderen müssen sie aber auch lieben! Mindestens. Sie müssen sie noch mehr lieben – da ihre Eltern das ja schon nicht ausreichend tun und sie deshalb in der Schule all ihren emotionalen Balast loswerden müssen, damit sie wenigstens vom immer und absolut motivierten, emotional gebildeten und immer positiv denkenden und fühlenden Lehrer angemessen wahrgenommen werden…

Will noch einer Lehrer werden??????????????????

Megalodon
1 Monat zuvor

Ehrlich gesagt, ich erlebe es so, dass (fast) keiner meiner Kollegen Lust hat, sich mit schwierigen Kindern zu beschäftigen. Ich habe schon bei anderen hier gelesen, am liebsten sagt der Lehrer von heute bei einem Streitfall: „Klärt das unter euch!“. Elternarbeit kommt auch kaum vor. Kennt noch jemand jemanden, der bei allen Kindern seiner Klasse einen Hausbesuch gemacht hat? Lieber gibt man einen Tadel, obwohl man nie mit den Eltern kommuniziert hatte, dass da was falsch läuft.

Last edited 1 Monat zuvor by Megalodon
Lanayah
1 Monat zuvor
Antwortet  Megalodon

Ich mache keine Hausbesuche. Die macht nicht mal mein Arzt, wenn ich krank bin. Das Gespräch mit Eltern findet natürlich zu einem vereinbarten Termin in der Schule statt. Hausbesuche sind Aufgabe des Jugendamtes, wenn es einen Anlass gibt. Auch als Mutter hatte ich nie den Wunsch, die Lehrer meines Kindes zu mir nach Hause einzuladen.

Pampelmuse
1 Monat zuvor
Antwortet  Lanayah

Eben das schrieb Megalodon doch, dass das heutzutage kaum noch gemacht wird. Sie bestätigen es ja. Früher war es üblich. Ob die Eltern deshalb früher mehr auf Seiten des Lehrers standen?

Emil
1 Monat zuvor
Antwortet  Pampelmuse

Wann ist denn früher? Während Meiner Schulzeit vor 50 Jahren gab es das jedenfalls nicht mehr. Wie viele Jahrzehnte möchten Sie gerne zurückspulen?

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Das hängt von der Bildungsnähe der Eltern ab. Wenn ich beim Elternsprechtag sage „Kind ist x, aber auch y“, so stimmen mir die meisten zu, insbesondere wenn theoretisch begabt, aber wahnsinnig faul.

Dat Muddi
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

„Früher“ war vor der Wiedervereinigung. In der DDR kam der Lehrer einmal im Schuljahr zu Besuch.

Lanayah
1 Monat zuvor
Antwortet  Pampelmuse

Welchen Sinn sollen solche Hausbesuche haben? Ich bin Lehrerin des Kindes und nicht Freundin der Familie. Ich muss auch nicht darum buhlen, dass Eltern auf meiner Seite stehen. Was ist denn das für eine seltsame Sichtweise.
Abgesehen davon bin ich „früher“. Ich bin schon sehr lange Lehrerin.

Tigrib
1 Monat zuvor
Antwortet  Megalodon

Ein Grund, sich nicht mehr so sehr für schwierige Schüler einzusetzen, ist sicherlich Frust, dass man meist eh nur wenig bis gar nichts erreichen kann, gegen bürokratische Wände rennt, eine Zusammenarbeit verschiedener Institutionen nicht erwünscht, Datenaustausch sogar nicht erlaubt ist. Viele Probleme gehören sowieso an Fachpersonal weitergeleitet, da sind wir Lehrer schlichtweg überfordert und unprofessionell.

AusderPraxis
1 Monat zuvor
Antwortet  Megalodon

Hausbesuche sind bei uns zwar nicht komplett verboten, werden aber nur sehr selten genehmigt! SL, die entsprechenden Eltern sowie das Jugendamt müssen informiert sein und zustimmen, die Eltern müssen einen Lehrer nicht in die Wohnung lassen.
Es müssen immer 2 KollegInnen zusammen zu einem Hausbesuch gehen, damit nicht hinterher eine Vorteilsnahme durch die Lehrkraft (z.B. Annahme von Kaffee und Kuchen, Geschenken usw.) behauptet werden kann.
Deshalb machen wir schon lange keine Hausbesuche mehr, sondern geben den Eltern einen Gesprächstermin in der Schule, ggf auch mit dem Sozialarbeiter/Schulpsychologen.

Gabriele
1 Monat zuvor
Antwortet  AusderPraxis

Vor mehr als 30 Jahren hab ich (damals Klassleitung und Fachlehrerin in 3 Fächern am Gymnasium in einer 11. Klasse) zusammen mit einem Kollegen tatsächlich ein einziges Mal einen Hausbesuch gemacht.

Besonderer Einzelfall:
gute Schülerin konnte sich (urplötzlich, ca. 1 Jahr nach Autounfalltod des Vaters) nicht mehr zum Besuch des Unterrichts „aufraffen“.

Schülerin hatte bereits mehrere Tage gefehlt. Mutter hatte sie stets fristgerecht entschuldigt, bat uns dann schließlich um Hilfe, da sie wusste, dass ihre Tochter mit uns gut zurecht kam. Wir hatten beide einen guten Draht zu ihr, sie war eine Stütze in unseren Fächern.

Nach gutem, vertrauensvollem Gespräch dann zwar Absichtserklärung der Schülerin. Wir glaubten, unser verständnisvolles „gutes Zureden“ hätte gefruchtet.
Doch am nächsten Morgen rief uns die Mutter verzweifelt an, da sie ihre Tochter erneut nicht zum Schulbesuch motivieren konnte.

Wir, Mutter und Schule gemeinsam, haben die ganze Angelegenheit dann in professionelle Hände gegeben.

Gabriele
1 Monat zuvor
Antwortet  AusderPraxis

Auch zu „Elternstammtischen“ im Wirtshaus, zu denen früher gerne auch Lehrkräfte, besonders Klassleitungen, sogar noch im Gymnasium, eingeladen wurden, würde ich niemals (mehr) gehen!

Und dies nicht nur aus Zeitgründen und wegen Arbeitsüberlastung.

Damals gab es Spannungen in der Klasse, aber auch unter den Eltern.

Ich ging ich ein einziges Mal (!) wohlmeinend zu so einem Treffen, meinte ich doch, ich könnte etwas Gutes, Vermittelndes beitragen.

Weit gefehlt! Ich war ja so was von naiv gewesen, wie sich später herausstellte.

Nachdem ich gegangen war, zogen einige Eltern nun über mich her. Dies wurde mir von einer Mutter in der Sprechstunde hinterher zugetragen.

Fazit:
pure Zeitvergeudung! Verlorene Liebesmüh! Somit nie wieder!

Hoffnung
1 Monat zuvor

Entschuldigung, ich musste fasst lachen! Aber dieser Kommentar bringt es wirklich auf den Punkt. Danke!

Realist
1 Monat zuvor

„Will noch einer Lehrer werden??????????????????“

Keiner, der noch bei klarem Verstand ist.

Schattenläufer
1 Monat zuvor

An unserer Schule gibt es komplette Klassen von sehr problematischen Jugendlichen.

Das ist durch bestimmte Schulformen bedingt.

Schulformen in welchen SuS komplett ohne Abschluss unterrichtet werden oder solche deren allgemeinbildende Abschlüsse so schlecht waren, dass man auch in unserer heutigen Zeit, mit ihrem Arbeitskräftemangel damit keine Aussicht hat, irgendeine Art von Ausbildungsstelle zu finden.

Solch exzellenten Bildungsforschern wie diesen aus dem Bericht schlage ich bei Fortbildungen gerne vor doch mal einen Praxisvorführung im Rahmen eines pädagogischen Tags an unserer Schule durch zu führen.

Dort könnten sie dann dem interessierten Kollegium ihre richtungweisenden Erkenntnisse am lebenden Objekt vorführen.

Komischerweise war dazu noch nie einer der Herren und Damen von der Universität bereit.

Das kann ich nicht verstehen 🙂

Ich jedenfalls wäre z.B. sehr daran interessiert, wie ein echter Profi-Bildungswissenschaftler die Interaktion mit SuS, die durch Anspucken und Kraftausdrücke untermalt wird, für sich in eine positiv emotionale Erfahrung umwandelt.

Das wäre sicher extrem interessant und beeindruckend.

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor

Nehmen wir für eine kurze Minute an, LuL sind nicht ignorante bzw. herzlose bzw. psychologisch komplett entleerte Voll-Dummies … was sagt uns dann diese Studie?
Sie sagt dann: Hört auf, auf die LuL zu schauen in den Analysen. Der Ansatz ist nutzlos und vom Problem ablenkend, solange man nicht viel bessere Rahmenbedingungen geschaffen hat. Man kann dem Frosch zwar das Wassersparen vermitteln, doch in der Wüste wird er so nicht agiler.

Langweilig, nicht? Damit kann man keine Didaktik und Psychologie des großen Wandels herbei-romantisieren. Mh, mei wie fad. Und worüber sollen all die Fachtheoretiker plötzlich studieren … fehlende Besprechungszimmer und bezahlte Einzelgesprächsstunden, kleine Klassen oder fest und täglich integrierte Schulpsychologen? Ah ne, komm jetzt. Dafür hat man doch keinen Lehrstuhl inne.

Last edited 1 Monat zuvor by Dil Uhlenspiegel
Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Voll-Dummies oder Voll-Dummys, Dil?

Dummy = Lebensgroße Puppe für Crashtests bzw längliches Säckchen als Beuteattrappe für Aportiertraining.

Megalodon
1 Monat zuvor

An diesen schwierigen Kinder scheitern heute viele Lehrer, wohlgemerkt, auch ausgebildete Lehrer (man wirft es ja gerne den Seiteneinsteigern vor). Sie haben dafür kein Rüstzeug an den Unis bekommen! Früher war es umgekehrt, wenige Lehrer sind an ihnen gescheitert, doch die „alten Methoden“ dafür sind verpönt.

Nein, ich meine keine schlagenden Lehrer, wie sie in Westdeutschland bis in die 1970er Jahre erlaubt waren, in Ostdeutschland aber schon seit Gründung der DDR nicht mehr.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Megalodon

Kennen Sie die unterschiedlichen Berufsgruppen

– Lehrer (m/w/d)
– Sonderpädagoge (m/w/d)
– Sozialpädagoge (m/w/d)

Da ich zur ersteren Gruppe gehöre, werde ich den beiden letzgenannten Berufsgruppen bestimmt nicht deren Arbeit wegnehmen. Lehrer bin ich geworden, um Fachinhalte zu unterrichten und SuS auf den schulischen Abschluss vorzubereiten. Alles Andere sehe ich nicht als meine originäre Aufgabe an.

AusderPraxis
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Mit einem Bandscheibenvorfall gehe ich nicht zum Gynäkologen, sondern zum Orthopäden UND Physiotherapeuten. Bin ich schwanger gehe ich zum Gynäkologen UND zur Hebamme. Habe ich einen Tinitus gehe ich zum HNO Arzt und zur Psychotherapie. Überall gibt es multiprofessionelle Teams. Nur an Schulen soll es der Lehrer alleine regeln!
Selbst mein Fertighaus wurde von einem muliprofessionelen Team gebaut!
Nur bei Kindern scheint es egal zu sein, ob sie professionelle Hilfen erfahren!

Gabriele
1 Monat zuvor
Antwortet  Megalodon

LehrerInnen mit Persönlichkeit und Charakterstärke, evtl. ggf. auch eine Prise „Charisma“??? sind gefragt.

„Liebevolles“, also wertschätzendes, verständnisvolles Zugehen, aber konsequente, klare, energische, auch sehr strenge, Linie!

Tiefer Glaube an den „guten Kern“ in jedem Menschen, steter Appell daran. Jedoch „niemals auf der Nase herumtanzen lassen“!

Fördern – und auch unerbittlich (ein)fordern!

Und Machtkämpfen nicht ausweichen!

SchülerInnen haben ein sehr gutes Gespür dafür, ob da jemand „mit Kern, mit Biss“ vor ihnen steht.

Unumstößliche Grundregel: LehrerIn ist und bleibt der Boss, ohne wenn und aber!

Preis: man braucht unendlich viel Kraft und Nervenstärke, belastbare Gesundheit.

Unabdingbar:
immer verlässlicher Rückhalt bei der Schulleitung und sehr guter Zusammenhalt im Kollegium!

Ich hatte das Glück, über viele Jahrzehnte auf beides vertrauen zu können.

Das war am Gymnasium, in BaWü und Bayern.

Auch meine Schwester an der Berufsschule ist Lehrerin mit Leib und Seele wie ich es war, unterrichtet noch in BaWü.

Aber es wird immer noch kräftezehrender, besonders seit Pandemiebeginn.

In anderen Schularten oder Bundesländer mögen heute andere Rahmenbedingungen und Gegebenheiten vorliegen.

Und inzwischen auch sehr viel mehr erschwerende Belastungen!

Dennoch – wir sind beide keine „Super- Lehrerinnen“.

Aber wer keine „innere Berufung“ zum Lehramt in sich spürt, wer nicht für seine Fächer und seine SchülerInnen brennt, im Alpha-Zustand, im Flow, unterrichtet, wird in dem Beruf nicht glücklich!

Aber es droht Selbstausbeutung pur!

Und Burnout, gesundheitliche Schäden durch Eustress wie auch Disstress sind ständiges, immer drohendes Damoklesschwert!

Eigentlich keine Gründe, heute noch für den Beruf noch zu werben, zuzuraten!

Georg
1 Monat zuvor

Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Sinne von Bildung oder Wissensvermittlung lernt man an der Universität und im Referendariat. Sozialarbeit mit Kindern ist hauptsächlich Erziehung und Beziehung, also etwas völlig anderes und nur bedingt Teil der Ausbildung.

Anne
1 Monat zuvor

Was „Wissenschaftler“ nicht so alles „ermitteln“!
Haben sie die Realität ermittelt oder ihre illusionären Vorstellungen davon beschrieben?

Weltfremder und abgehobener von der Lebenswirklichkeit können gar nicht gar nicht die Wege formuliert werden, die „nach Meinung der Forscher“…“das Wohlbefinden von Lehrkräften steigern können“.

Mir sollten sie z.B. mal erklären, wie ich bewerkstelligen soll, dass ich ebenso gerne mit Kindern arbeite, die unerwünschte Verhaltensweisen zeigen, wie mit Kindern, „welche erwünschte Verhaltensweisen zeigen“.
Solche Forderungen sind für Lehrkräfte keineswegs ermutigend, sondern nur niederschmetternd, weil sie nicht erfüllt werden können.

Falls die „Wissenschaftler“ behaupten (wollen), ihre Vorstellungen seien doch erfüllbar, sollten sie lieber das Rezept für die Steuerung der Gefühle preisgeben. Wie stelle ich es an, alle Menschen (Kinder) gleich gern zu haben und mit allen auch gleich gern zu arbeiten? Wie erreiche ich diese Gleichmacherei meiner Gefühle?

Fr.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Anne

Indem Sie schauspielern und so tun, als ob. Das ist zwar eine gewaltige Kraftanstrengung, doch nur sie ist möglich, zumindest für eine begrenzte Zeit. Ob die Schüler sich von dieser Heuchelei allerdings täuschen lassen, steht auf einem anderen Blatt.

Wer das Rezept für Gefühlsänderung durch Willensanstrengung entdeckt, verdient mehrere Nobelpreise auf einen Schlag.

Maja
1 Monat zuvor
Antwortet  Anne

Das würde mich auch brennend interessieren, liebe Anne.
Diese „Wissenschaftler“ sind anscheinend aber nur fähig, Unmögliches zu empfehlen und sich ihre wohlklingenden Ratschläge wahrscheinlich gut bezahlen zu lassen.

Nurmalso
1 Monat zuvor

Versuche mich kurz zu fassen:
Begleiten seit 7 Jahren eine Migrations Familie auf ihrem Weg zur Integration. Schwerpunkt: 3 Mädchen in der Grundschule, inzwischen auf der Gesamtschule. In all diesen Jahren haben wir einen Zerfall des Bildungssystems beobachtet. Wen in der Klasse 7 immer noch die Groß- Kleinschreibung und in Mathe die Grundrechnungsarten, in Nawi die Bienen, zum Unterrichtsstoff gehören, kann doch irgendetwas nicht stimmen! Wenn, wie in unserem Fall, die Mädchen lieb und nett sind und dafür von den Lehrern wohlwollend zensiert werden, kann auch etwas nicht stimmen. Zu dem enormen, ausdrücklich nicht Corona bedingten,
Unterrichtsausfall, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen. Vielleicht nur so viel, auch Lehrkräfte können in diesem Punkt kreativ sein.
Ich kann verstehen, dass es vielen Lehrern besonders in Berlin, nicht gut geht. Den Schülern, mit verantwortlichen Eltern aber auch nicht.
PS haben auch schon einige Lehrer erlebt, die ins Ausland oder in andere Bundesländer abgewandert sind.

Aleidis, von edlem Wesen
1 Monat zuvor

Seien wir doch mal ehrlich, die meisten heutigen Lehrer kapitulieren vor schwierigen Kindern und wollen sich nicht mit ihnen und ihren Eltern, die womöglich noch auf Seiten ihrer Kinder stehen, auseinandersetzen. Das ist alles viel zu nervig. Bestenfalls soll das der Klassenlehrer machen bzw. die Schulleitung. Man selbst möchte nur „schönen Unterricht“ machen, beliebt sein und nette kleine Geschenke am letzten Schultag bekommen, die davon zeugen.

Schattenläufer
1 Monat zuvor

Geschenke über 2 bis max.5€ sind verboten!

Lehrer müssen sich mit schwierigen Kids auseinandersetzen. Meist ganz alleine. Wenn es schlimm wird und die Schule gut aufgestellt ist, dann auch im Klassen-Team.

Schulleitung???
Wo leben Sie denn. Welche Schulleitung hat Zeit auch das zu Übernehmen? Schulleitungen treten nur in absoluten Extrem-Fällen in Erscheinung.

Gesamtbewertung siehe Stiefmütterchen unten.

Erklärt immerhin „von edlen Wesen“, „vom edlen Geist“ wäre echt fehl am Platze.

Stiefmütterchen
1 Monat zuvor

Es regt mich auf, wenn ich das Gejammer über die schwierigen Kinder lese und wie die Lehrer darunter leiden und täglich erlebe, wie sie wegschauen, wenn Kinder etwas anstellen und keinen Bock haben, sich damit auseinanderzusetzen. Aber A13 wollen sie alle haben und verbeamtet werden und möglichst weniger Unterrichtsverpflichtung und multiprofessionelle Teams, die ihnen die meiste Arbeit abnehmen……..

Last edited 1 Monat zuvor by Stiefmütterchen
Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Stiefmütterchen

Mal paar Fragen/Gedanken an Sie:
Welche Möglichkeiten hat der LuL heute noch, um zu „tadeln“? Zumindest, wenn die Eltern hinter ihrem Kind stehen, da es zu Hause ja soo der Prinz/die Prinzessin ist und in der Schule ist der LuL/die Schule schuld? Dazu evtl. die Schulleitung nicht mitzieht?
Dazu kommen dann ggf. noch anwaltliche Drohungen.
Und auf „Kritik“/Wünsche man als Elternteil evtl. sehr destruktiv reagiert.
Den Abschluss sollen aber dann alle irgendwie schaffen, sonst ist die Schule/LuL schuld.

Natürlich will man fair besoldet werden? Wir arbeiten nicht ehrenamtlich als LuL!
Auf eine Verbeamtung kann ich persönlich verzichten, v. A. wenn der Lohn (Netto) mal angeglichen wird. Ist er nur leider nicht. Warum eigentlich nicht? Haben Sie dort eine sinnvoll begründete Antwort?

Lieber guten Unterricht oder lieber „aufbewahren“? Je nachdem ist dann die Unterrichtsverpflichtung „sinnvoll“. Dann bitte aber nicht weinen, wenn es vermehrt quantitativen Unterricht gibt, wenn die Rahmenbedingungen in diese Richtung ausgerichtet sind/werden.
Über ein „Aufschreiben“ der tatsächlich geleisteten investierten Zeit hätte ich persönlich nichts. Wer zahlt dann den Mehraufwand? Wer stellt die Rahmenbedingungen (Büros)? Darf ich nach meinen 42 Stunden/Woche (bei Teilzeit angeglichen) einfach aufhören und dann schauen wir einfach mal?

Multiprofessionelle Teams nehmen optimalerweise qualitative Arbeit ab. V. A. wenn man dafür einfach nicht ausgebildet ist und es trotzdem machen soll/muss. Die Absprachen mit den Multiprofessionellen Teams hätte man trotzdem. Das muss nichtmal zwangsläufig weniger Arbeit bedeuten. Sondern eine Umverteilung der zu leistenden Arbeit (in Qualität).
Sagen Sie mir mal, was gegen Multiprofessionelle Teams spricht? Wirklich aus jeder Sicht, außer der poltischen „Wegdeckung“ und dem aufzuwendenden Geld? Dort profitiert doch jeder im schulischen Kontext?

Nehmen Sie das bitte nicht als „Angriff“, so wäre es meinerseits nicht gemeint. Mich würde dort nur Ihre individuelle Sicht interessieren. Wie löst man das Ganze?
Bisschen Ironie folgend:
– Schule als JVA mit Wärtern (=LuL, da keine Multiprofessionelle Teams)
– dazu akzeptiert man einfach die immer neuen Rahmenbedingungen zu selbigen Lohn – den steigern „wir“ natürlich auch nie – wusste doch jeder vorab
– Stundenverpflichtung einfach stetig erhöhen, wird schon klappen – falls nicht, dann die Schuld den Schulen geben
– Multiprofessionelle Teams braucht keiner … „Die Wirtschaft“ macht sowas auch nur aus Spaß und um ihr Geld sozial zu verteilen
– „Falls“ dann der LuL-Mangel noch größer wird … Einfach die Stundenverpflichtung hoch setzen … Man könnte doch als LuL einfach in das Klassenzimmer einziehen, spart man sich die Mieten und hat doch auch indirekt eine Lohnerhöhung
– Stellt euch mal nicht so an – alle!

Schattenläufer
1 Monat zuvor
Antwortet  Stiefmütterchen

Neid hoch drei plus Vorurteile.
gefährliches Halbwissen aus der BILD

Gabriele
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Jawohl! Sehe ich genauso! Desinfirmationen , Fake News auch hier.

Trollbuster
1 Monat zuvor
Antwortet  Stiefmütterchen

Dann mach’s doch selbst!

Pizzilaner
1 Monat zuvor

Was will man da den Lehrern suggerieren