Tonne: „Schule hat sich von einem Lern- zu einem Lebensort entwickelt“

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Kitas und Schulen sollten aus Sicht von Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne auch bei einer neuen Corona-Welle im Herbst geöffnet bleiben. Nach den Erfahrungen des letzten Schuljahres sei klar, dass die Folgen einer Schließung zu gravierend seien, sagte der SPD-Politiker in einem Interview der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung».

Will den Spielraum ausreizen: Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Foto: Foto-AG Melle, derivative work Lämpel is licensed under CC BY 3.0

«Ich werde keine Einschränkungen im Bildungssystem akzeptieren, solange wir hier eine große Festivität nach der anderen feiern. Schulen und Kitas müssen verlässlich geöffnet bleiben», so Tonne.

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Ihm zufolge kann der Bildungsbereich in einigen Punkten aus der Pandemie-Zeit lernen. «Schulen sollten auch künftig Freiheiten bekommen, wie man etwa Unterrichtsinhalte angeht», sagte der Politiker der Zeitung. «Ebenso sollten außerschulische Lernorte, wo Kinder im Zusammenhang lernen, ausgebaut werden.» Wichtig sei eine dauerhafte zielgerichtete Bildungsfinanzierung.

Die Arbeit an Schulen habe sich verändert, sagte der Minister. «Die Schule hat sich von einem Lern- zu einem Lebensort entwickelt, wir berechnen diesen Lebensort aber ausschließlich mit Lehrkräftestunden.» Sinnvoller sei auf multiprofessionelle Teams zu schauen, denn es gebe pädagogische Mitarbeiter, Schulsozialarbeit und sozialpädagogische Kräfte. Niedersachsen hat – wie die meisten anderen Bundesländer auch – mit gravierendem Lehrkräftemangel zu kämpfen. News4teachers / mit Material der dpa

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Emil
6 Monate zuvor

Nö, Schule heißt Bildung, sprich Unterricht.
Alles andere ist Wunschdenken, insbesondere der Eltern, die ihre Kidis gerne fremdbetreut haben.

TheTeacher
6 Monate zuvor
Antwortet  Emil

„Schule heißt Bildung, sprich Unterricht.“ Da würde ich Ihnen widersprechen. Der Paragraph 1 des Schulgesetzes für Baden-Württemberg heißt schon überschrieben „Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule“ und was üblich als Strafen betitelt wird, sind „Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen“. Doof wird es aber , wenn man mehr erziehen muss und auch darum weniger unterrichten kann.

Durch die Ganztageschule verbringen die Schüler unter der Woche mittlerweile mehr Zeit in der Schule als Zuhause und wird ja fast zum Lebensmittelpunkt. Dadurch entwickelt sich doch dann auch ganz automatisch ein Erziehungsauftrag, bei dem man aber oft allein gelassen wird. „Pädagogische Mitarbeiter, Schulsozialarbeit und sozialpädagogische Kräfte“ hören sich da gut an, aber wo sind sie in ausreichender Zahl vorhanden?

Ist also wie so oft im Schulwesen. Viele „tolle“ Sprüche und Ideen, aber wenn es die Umsetzung und ans Geld geht, dann kommt nichts mehr.

Nein
6 Monate zuvor
Antwortet  TheTeacher

Mehr Zeit in der Schule als Zuhause?
Wer rechnen kann, der weiß, dass das Blödsinn ist. Kenne keine Ganztagsschule, die mehr als 12 Stunden auf hat. Aber für die Polemik reicht’s halt immer…

TheTeacher
6 Monate zuvor
Antwortet  Nein

Das habe ich missverständlich geschrieben, denn gedanklich habe ich den Schlaf abgezogen und dann kommt es hin. Besser formuliert wäre gewesen, mehr Zeit in der Schule als mit den Eltern.

Bauklötzchen
6 Monate zuvor
Antwortet  Nein

Ich habe das neulich mal mit meiner GT-Klasse (6. KS) berechnet (Die Kids haben übrigens von sich aus die Schlafenszeit abgezogen;)):

– achteinhalb Stunden in der Schule
– die meisten haben einen Schulweg von knapp einer Stunde = 2 Stunden
– 21/22 Uhr ins Bett, 6 Uhr Aufstehen

Macht nach Adam Riese ca. 4 bis 5 Stunden zu Hause. Ziehen wir die Zeit des Schulwegs vom Tag ab, sind die Kinder (großzügig oder „polemisiert“) die doppelte Zeit in der Schule.

Wenn wir das jetzt mit dem Wochenende verrechnen, geht die Rechnung (großzügig oder „polemisiert“) fifty fifty aus. Wenn wir jetzt noch die aktive Eltern-Kind-Zeit rechnen, diese zur aktiven Lehrer-Kind-Zeit in Relation setzen, ja, dann sieht’s für die meisten GT-Schüler wirklich so aus, wie es „TheTeacher“ geschrieben hat.

Lieber „Nein“, ohne zu polemisieren: Sie dürfen sich den Wahnsinn gerne mal persönlich, aus erster Hand sozusagen, ansehen. Melden Sie sich doch einfach für eine Hospitation in der GTS für einen Tag an und begleiten Sie einen Lehrer von 7:30 Uhr bis 16:00 Uhr.
Das rückt den eigenen Horizont dann wieder gerade.

Georg
6 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Polemisch formuliert, aber während meines Unterrichts ist Schule ein Lern- und kein Lebensort.

mississippi
6 Monate zuvor

Ich lach mich tot. Den Slogan „Schule als Lebensraum“ gibt es doch schon seit Ende der 80er, v.a. in der Alternativschulbewegung. Kommt in meiner Zulassungsarbeit damals vor.

Carsten60
6 Monate zuvor
Antwortet  mississippi

„Die Schule hat sich von einem Lern- zu einem Lebensort entwickelt.“
Das ist eine typische Politikerphrase — unverbindlich, vage und von Wunschdenken geprägt. Herr Tonne sollte mal in die KMK-Standards hineinsehen. Das sind Standards fürs Lernen, nicht für einen „Lebensort“. Es geht um den Erwerb von Kompetenzen, und das sind per definitionem Fähigkeiten, um gewisse Probleme zu lösen.

kopfschüttler
6 Monate zuvor

Wann wurden denn letztes Jahr Schulen geschlossen? Offiziell musste immer Unterricht stattfinden. Es gab vielmehr heimliche Schulschließungen, die lagen aber daran, dass eben teilweise so viele Lehrer*innen erkrankt waren, dass wir den Unterrichtsbetrieb nicht aufrechterhalten konnten. Sollen wir zukünftig also alle, auch mit Corona Unterricht machen, damit kein Unterricht ausfällt? Eine bessere Personalversorgung wäre da zielführender, als Phrasen, die einfach nicht stimmen!

Klaus Lehmkuhl
6 Monate zuvor

Und wieder die “ Schulschließungen “ ( die es nie gab ) und ihre “ gravierenden Folgen “ . Dabei müsste ein Kultusminister doch eigentlich wissen , dass nur die Unterrichtsform verändert wurde – phasenweise . Und für Abschlussklassen nicht einmal das .

TaMu
6 Monate zuvor

Wenn ich „Lebensort Schule“ höre, werde ich traurig. Mir kommt es immer mehr so vor, als dürfte es bis mindestens 16 Jahren nur noch „betreute“ Kinder und Jugendliche geben, die man dafür zentralisieren muss (ich wollte hier bewusst das Wort „konzentrieren“ vermeiden). Dabei sind die unbetreuten Stunden mit steigendem Alter für die menschliche Entwicklung extrem wichtig. Am „Lebensort Schule“ kann man vermutlich nicht einfach um 13.30 Uhr sein Zeugs zusammen packen und zum Chillen mit anderen jungen Leuten an ein Seeufer radeln, wenn der tatsächliche Schulunterricht zu Ende ist. Das ist wie Tiere im Zoo. Gut gefüttert, tierärztlich und pflegerisch überwacht, keines wird mutwillig einer Gefahr ausgesetzt und man weiß immer genau, wo das Tier sich befindet. Rechts sind die Pinguine und links gehts zu den Elefanten. Ich gehe nur noch in den Botanischen Garten, der zum Zoo gehört. Mit dauereingesperrten Lebewesen geht es mir einfach nicht gut. Mir wird immer flauer im Magen, wenn ich über diese Dauerbetreuung nachdenke. Betreutes Leben – wollen wir das wirklich?

TheTeacher
6 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Ich kann Ihnen da zustimmen. Für mich als Schüler wäre der Ganztagesbetrieb und die „Überwachung“ sicherlich nichts gewesen.

TaMu
6 Monate zuvor

Ja klar haben sich Schulen vom Lernort zu einem Lebensort entwickelt. Wo sonst sollten Kinder denn tagsüber sein? Ein Zuhause haben die meisten von 7 Uhr bis 17 Uhr nicht mehr…

Mary-Ellen
6 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Mein Sohn hat es damals abgelehnt, das Ganztagsangebot des Gymnasiums anzunehmen.
Viel lieber traf er sich nachmittags mit Freunden aus unserem Wohngebiet, (die auch andere Schulformen besuchten > horizonterweiternd), spielte Fußball, machte Radtouren, hatte Langeweile oder verzapfte auch mal Blödsinn.
Jetzt, mit 27, schwärmt er immer noch von dieser seiner Meinung nach herrlichen Zeit.

Erzieherin
6 Monate zuvor

Die Bemerkung „Die Schule hat sich von einem Lern- zu einem Lebensort entwickelt…“ stößt auch mir bitter auf.
Die Klos stinken erbärmlich, weil die längst fällige Sanierung nicht kommt. Ein Wasserrohr nach dem anderen gibt auf und beschert uns entweder von der Decke fallende Platten oder einen Pool im Innenbereich. In vielen Gebäuden gibt es kaum noch Farbe an den Wänden, dafür aber ob der mangelhaften Reinigung reichlich Dreck auf dem Boden. Zu eng und zu voll ist es ohnehin, selbst zum Mittagessen bleibt oft nicht ausreichend Zeit.
Das soll ein Lebensort sein? Ernsthaft?

Maike, Niedersachsen, 37
6 Monate zuvor
Antwortet  Erzieherin

Oh, das könnte meine Schule sein! Ich ergänze: lose Stromkabel, Toiletten ohne Sitz, auch im 3. Pandemiejahr keine Seife. Im Herbst drei Eimer im Klassenraum, so sehr tropft es durch die Decke. Heute Ankündigung der Kommunen, dass im Winter die Schulen und Kitas weniger beheizt werden. Lebensort!? Ich würde mich schämen, das so zu nennen.

Maren
6 Monate zuvor

So verlässlich wie bei uns,wo ganze Klassen im Wechsel ins homeschooling gehen,weil wg des Krankenstandes Lehrer keine Vertretung mehr machbar ist?

Ich muss da mal was loswerden
6 Monate zuvor

Ok, wenn dem so ist, Herr Tonne, dann bitte auch mal die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Momentan sind die meisten Schulen nämlich ein ziemlich armseliger Lebensort, wenn ich mich so umschaue….

Palim
6 Monate zuvor

Zur Einordnung:
Niedersachsen ist in den Landtagswahlkampf eingetreten.
Darum äußern sich Tonne und Althusmann mit Vorhaben und Versprechungen.

Was aber hier dahinterstecken könnte:
Wenn Schulen Lebensraum sind, dann braucht es keine Lehrkräfte, sondern anderes Personal ersetzt diese, im günstigeren Fall für die Aufsicht um Ganztag, im schlechteren Fall im Unterricht, der dann zu Aufsicht+Aufgabe wird, weil Lehrkräfte als Mehrarbeit die Aufgaben stellen, die die SuS bearbeiten unter Aufsicht von gering verdienendem Personal, pädagogischen Mitarbeiter:innen oder anderen.

Die multiprofessionellen Teams erweitern das Kollegium nicht, sie ersetzen Lehrkräfte. So kann das Land an den Schulen sparen.

Carsten60
6 Monate zuvor
Antwortet  Palim

„Darum äußern sich Tonne und Althusmann mit Vorhaben und Versprechungen.“
Ah ja, Althusmann ist doch ehem. Kultusminister und möchte wohl gerne Ministerpräsident werden.
„Die multiprofessionellen Teams erweitern das Kollegium nicht, sie ersetzen Lehrkräfte.“
Na das klingt in der offiziellen Propaganda aber ganz anders. 🙂

Palim
6 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Wer sich als Lehrkraft multiprofessionelle Teams wünscht, hat etwas anderes im Sinn, sodass die anstehenden Aufgaben in der Schule gemeinsam bewältigt werden können. Dazu gehören neben Lehrkräften Sonderpädagogen in der Inklusion, die aber auch Zeit für Prävention und Förderung am Kind haben, Sozialpädagogen, Gesundheitskräfte, Lernbegleitungen/I-Helfer:innen, pädagogische Mitarbeiter:innen/Erzieher:innen für Aufsicht und Betreuung oder auch Hilfe im Unterricht, Verwaltungsfachkräfte, ITler, …
Dann wäre das, was Schule heute leisten muss, vielleicht machbar.

Realität ist, dass die Versorgung mit Lehrkräften schon zu Beginn des Schuljahres extrem schlecht ist und es in einigen Regionen seit Jahren nahezu unmöglich ist, beim Ausfall von Lehrkräften eine erwachsene Person zu finden und einstellen zu können, damit sie in den Klassen ohne Lehrkraft die Aufsicht übernimmt.
Da Kinder in Klasse 1-6 nicht nach Hause geschickt werden können (Verlässlichkeit), hat die Schulleitung keine Wahl, als Erwachsene, die in der Schule anwesend sind, in die vakanten Klassen zu stellen. Fällt eine Lehrkraft länger aus, wird dies zu Regel, auch wenn es so nicht vorgesehen ist.

Althusmann befindet sich derzeit mit in der nds. GroKo, hat aber nicht das Kultus-, sondern das Wirtschaftsministerium. Das Finanzministerium besetzt auch die CDU und bremst Finanzierungen in Schulen weiterhin aus.
Wenn Althusmann „Unterrichtsgarantie“ verspricht, weiß er auch nicht, woher dafür Lehrkräfte kommen sollen.
Schon beim letzten Mal stand im CDU-Wahlprogramm, dass alle Lehrkräfte vorrangig den Unterricht der Pflichtstundentafel erteilen sollen. Das geht zu Lasten der Zusatzbedarfe und ist längst umgesetzt. Sprachförderung vor der Einschulung ist an die KiTa gegeben, Sprachförderung oder Förderung in Mathematik, Deutsch, Sport stehen zwar in den Erlassen, können aber nicht umgesetzt werden, da Lehrkräfte fehlen und sonst Klassen ohne Aufsicht sind.
Auch die Grundversorgung der Inklusion durch Sonderpädagogen kommt nur zum Teil in den Schulen an. Es müssten 2 Stunden pro Klasse pro Woche sein, mehr gibt es in den Grundschulen nicht für Kinder mit Unterstützungsbedarf in den Bereichen Lernen, Sprache (im Sinne von Sprachstörungen) und Emotional-Sozialen-Entwicklungsbedarf.

Das führt dazu, dass Lehrkräfte diese Aufgaben im Unterricht mit übernehmen müssen, zudem geben sie dem aufsichtsführenden Personal in einer anderen Klasse Material, das die Schüler:innen bearbeiten können.

Carsten60
6 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Aber Sie haben doch oben selbst geschrieben: „Die multiprofessionellen Teams erweitern das Kollegium nicht, sie ersetzen Lehrkräfte.“
Es ist einfach so offensichtlich Mode geworden, von „multiprofessionellen Teams“ zu reden, dass man sich fragt, ob alle überhaupt genau wissen, was das ist. Es klingt so wunderbar wie „inklusives Lernen“ oder „soziales Lernen“. Natürlich haben Sie Recht, was alles sein MÜSSTE. Aber es IST nun mal nicht. Wer ist eigentlich verantwortlich dafür, die multiprofessionellen Teams zu koordinieren und gewissermaßen zu leiten? Nur die Schulleitung? Und was passiert, wenn die sich nicht einig sind? Gibt’s dann einen Aufstand der einen gegen die anderen? Davon wird nie gesprochen.
Über Althusmann gibt es hier bei news4teachers einen gesonderten Artikel. Er möchte wohl bildungsmäßig die jetzige Regierung überholen. Immerhin gab es längere Zeit in Niedersachsen eine SPD-geführte Regierung, nämlich von 1990 an mit Unterbrechung von 1998 bis 2008. Da ist das Schimpfen auf die CDU nicht recht glaubhaft.

dauerlüfterin
6 Monate zuvor

Realitätsentfremdung at its best: Von welchem „Lebensraum“ reden wir denn hier? Die heruntergekommenen Gebäude und sanitären Anlagen wurden schon thematisiert. SuS halten teilweise ein, weil die Zustände katastrophal sind. Ausgestattet sind die Klassenräume mit gammligen Stühlen und Tischen aus Plastik. Schönes, ansprechendes Material gibt es nicht. Im Sommer ist es dort brüllend heiß und im Winter wegen der dauernden Lüfterei oder vielleicht auch seit neuestem wegen des Energiesparens klirrend kalt. Es gibt keinerlei schützende Maßnahmen gegen Corona.
Die Pausenhöfe vieler Schulen sind durch Container zugestellt, da zusätzlicher Platz benötigt wird. Für viele SuS sind diese Container ihr Klassenraum. Platz zum Spielen und Toben für die Kleinen ist Fehlanzeige. Durch den fehlenden Platz wird der laufende Unterricht beeinträchtigt, es ist unerträglich laut. Equipment ist häufig veraltet und defekt.
Ganz definitiv ein „Lebensraum“, wie er eines reichen Industrielandes unwürdig ist.

Der Herr Minister möge mal sein großzügiges Büro mit Vorzimmer mit mehreren Vorzimmerdamen verlassen und mal den „Lebensraum“ einer normalen (nicht extra ausgewählten) Schule erproben. Ändern würde sich nichts, aber vielleicht wäre das mal eine neue Erfahrung.

So!
6 Monate zuvor
Antwortet  dauerlüfterin

Laut während des Unterrichts wird es auch in unserer GS zwangsläufig, wenn die OGS- Kinder im Sommer bei geöffneten Fenstern auf dem Schulhof und im Winter in der Aula und in dem angrenzenden Flur betreut werden. Leider gibt es bei uns einen Lichthof innen, so dass der Lärm vom Erdgeschoss und der Aula bis in Klassenräume dringt, wenn auch die Türen zum Lüften offen stehen. Der Architekt hatte in den fünfziger Jahren noch an eine Schulkultur gedacht!
Inzwischen müssen 50 %er SuS nach dem Unterricht betreut werden. Der OGS-Essensraum, erst vor wenigen Jahren dazugekommen, ist inzwischen viel zu klein für die 150 Kids; deshalb wird in der Aula gegessen, gespielt und auch getobt. Wenn der Anspruch auf Ganztagsbetreuung 2026 umgesetzt werden soll, sind Neubauten unvermeidlich, aber noch nicht einmal in Planung?! Eine Trennung von Schule und OGS-Bereich wäre für ungestörtes Lernen und konzentriertem Arbeiten unermesslich wertvoll, wurde aber nicht mal angedacht. Inzwischen stehen in jeder Klasse „Kopfhörer“ zur Verfügung, die gerne von manchen Kindern genutzt werden, um ungestört arbeiten zu können. Schöne neue Lern- und Lebenswelt? Wohl eher Wahlkampfpropaganda, die Missstände ausblendet.

Last edited 6 Monate zuvor by So!
Maike, Niedersachsen, 37
6 Monate zuvor

Und wenn ich auch noch EINEN Ministerbrief von Herrn Tonne lesen muss, in dem es um Wertschätzung, die tolle Unterstützung für die Lehrkräfte geht und wir gelobt werden, weil wir schon wieder und noch einmal und wieder und wieder über unsere Belastungsgrenze gehen, muss ich mich leider in den Mülleimer übergeben, den ich eigentlich brauche, um den Regen in meinem Klassenraum aufzufangen.
Ja, ich will auch, dass Schule ein Ort ist, an dem man (Lehrkräfte UND Schüler/innen) gerne ist, aber es braucht mehr als Phrasen und warme Worte. Es braucht Geld und Personal.
Die Lehrkräfte haben geliefert- was genau hat das Land, was hat der Schulträger, was hat der KuMi getan? In meiner Schule ist NICHTS angekommen, es hat sich NICHTS verändert. Im Gegenteil. Die Arbeitsbedingungen verschlechtern sich kontinuierlich. Wer hat denn regiert? Und nichts getan? Ich wünsche mir, dass wir Lehrkräfte endlich aufhören, uns selber auszubeuten. Im aktuellen Ministerbrief ist immer wieder vom „System“ die Rede, gemeint sind die Lehrkräfte. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Doch eines noch. Ich liebe meinen Beruf seit 25 Jahren. Aber das „System“ ist am A…

Palim
6 Monate zuvor

Ist der Brief vom Minister zu den Ferien schon angekommen?

“Im Kultusministerium werden wir die Sommerzeit nutzen, um uns weiter intensiv und bestmöglich auf die Herausforderungen des kommenden Schuljahres vorzubereiten…“

dauerlüfterin
6 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Ja, sie fahren in den Urlaub.

Im Ernst: mit Ausnahme der letzten Woche vor Schulbeginn ist es am Kumi in den Ferien immer entspannt. Die sollten sich schämen, den Leuten einen solchen Bären aufzufinden.

Ogg
6 Monate zuvor

„Die Schule hat sich von einem Lern- zu einem Lebensort entwickelt.“

Ah so, deswegen entwickelt sich unseres Zuhause kontinuierlich zu einem „Lernort“? Es ist vom Ministerium so gewollt?
Ich dachte ja schon, die Lehrerschaft hätte nicht genug Zeit, Kraft und Möglichkeiten, die viel zu große Klassen zu unterrichten oder den Schulen stünde einfach zu wenig Geld zur Verfügung. Und deswegen müssten wir immer mehr an zusätzlichen Lernstoff liefern, den die Schule nicht schaffte.
Aber es scheint ja alles geplant zu sein!

Man bin ich sauer.