Esken mahnt Stark-Watzinger: Schulen in schwieriger Lage schon dieses Jahr fördern

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Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat vor dem Bildungsgipfel der Bundesregierung eine schnellere Umsetzung des Förderprogramms für Schulen in schwierigen Lagen gefordert. Das «Startchancen-Programm» müsse noch in diesem Jahr beginnen, sagte Esken am Montag nach einer Sitzung des SPD-Präsidiums in Berlin. Bislang sehen Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) und ihr Haus eine Umsetzung des Programms ab dem Herbst 2024 vor – «das ist viel zu spät», sagte Esken.

Macht Druck auf den Koalitionspartner: Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken. Foto: SPD

Das Förderprogramm für Schulen mit sozial besonders benachteiligten Schülerinnen und Schülern solle außerdem vom Bund mit zwei Milliarden Euro ausgestattet werden, so Esken. Bisher war lediglich eine Milliarde Euro dafür vorgesehen. Das «Startchancen-Programm» des Bildungsministeriums wurde im Koalitionsvertrag vereinbart. Es sieht unter anderem mehr Geld, zusätzliche Sozialarbeiter und bessere Infrastruktur vor. Rund 4000 Schulen, also in etwa jede zehnte in Deutschland, sollen von der Förderung profitieren.

«Jedes Kind, das in unserem Bildungssystem auf der Strecke bleibt, jedes Talent, das verloren geht, ist eines zu viel», sagte Esken. Deshalb erwarte sie vom Bildungsgipfel am Dienstag einen wahren Bildungsaufbruch. Wichtig sei auch, mehr Lehrkräfte zu gewinnen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Esken forderte etwa, Quereinsteigern den Weg in den Beruf als Lehrer zu vereinfachen.

Auf die Frage zur Finanzierbarkeit sagte Esken, Finanzminister Christian Lindner (FDP) habe selbst gesagt, der Bund müsse mehr tun für Bildung und Forschung. «Da nehmen wir ihn gerne beim Wort», so die SPD-Vorsitzende. Bereits zuvor hatte Esken ein 100 Milliarden Euro umfassendes Sondervermögen für die Bildung gefordert. Im Streit um die Haushaltsplanung gerieten die Koalitionspartner FDP, Grüne und SPD zuletzt aneinander. Im Zentrum steht die Frage, wie es möglich sein soll, im kommenden Jahr alle Ausgabenwünsche zu erfüllen und zugleich die Schuldenbremse einzuhalten. News4teachers / mit Material der dpa

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4 Kommentare
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Ron
11 Monate zuvor

Frau Esken übersieht, dass Bildung Geld kostet und dieses bislang angeblich nicht zur Verfügung stand. Man kann von der Bildungsminister halten was man will, diese hat sich aber mit Sicherheit in der Vergangenheit nicht gegen mehr Geld für Bildung und Lehrer gewehrt. Die Aussage ist also verlogen, denn gerade Frau Esken sitzt als Parteivorsitzende doch am Verteilerknopf.

gehtsnoch
11 Monate zuvor

Diese ewigen Nebenschauplätze um als Politiker einfach was zu sagen.

KARIN
11 Monate zuvor

Liebe Frau Esken,
durch Forderungen werden es auch nicht mehr Fachpersonen, welche ihre Luftschlösser bedienen sollen!
Ist bei Ihnen schon angekommen, dass überall Fachkräftemangel herrscht?????
Anscheinend nicht, wird nicht gesehen in Ihrem Wolkenkukusheim.
Ist doch klar, dass es nicht durchführbar sein kann/ ist!

Teacher Andi
11 Monate zuvor
Antwortet  KARIN

Frau Esken kommt immer mit ihren geistigen Blitzlichtern um die Ecke, wenn alles schon zu spät ist und merkt auch nicht, dass sie die Situation mit zu verantworten hat. Aber man muss sich ja ab und an wieder bemerkbar machen, um seinen Posten zu rechtfertigen. So geht Politik heute.