SPD-Fraktion fordert kostenlosen Zugang zu alten Abitur-Aufgaben

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WIESBADEN. Beim Pauken für das Abitur kann es hilfreich sein, die Aufgaben aus früheren Jahren zu kennen. In Niedersachsen reichen dafür ein paar Klicks. Diesen unkomplizierten und kostenfreien Zugang wünscht sich die oppositionelle SPD auch für Hessen.

Wer an alte Abitur-Aufgabe kommen möchte, muss in Hessen bislang dafür bezahlen. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Die hessische Landesregierung überprüft aktuell, ob Schülerinnen und Schülern bei der Vorbereitung auf das Abitur der Zugang zu alten Prüfungsaufgaben erleichtert werden könnte. Das geht aus einer Antwort des Kultusministeriums in Wiesbaden auf eine parlamentarische Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor. Das Ministerium verweist aber auch darauf, dass schon jetzt allen Schulen, die zum Abitur führen, frühere Aufgaben mit Lösungs- und Bewertungshinweisen zur Verfügung gestellt würden.

Lehrkräfte könnten auf die relevanten Materialien kostenfrei zugreifen und sie zur gezielten Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler nutzen. «Die Landesregierung überprüft aktuell, ob und welche weitergehenden Möglichkeiten bestehen, Aufgaben der Abiturprüfungen zugänglich zu machen», ergänzte das Kultusministerium.

Abituraufgaben – ohne Lösungs- und Bewertungshinweise – würden regelmäßig von Verlagen erworben und mit eigenen Lösungshinweisen veröffentlicht. Den Verlagen werde eine Entgeltpauschale von 400 Euro pro Fach, Anspruchsniveau (Grundkurs/Leistungskurs) und Rechnertechnologie (für das Fach Mathematik) erhoben.

Ein kommerzielles Interesse verfolge die Landesregierung mit dem Verkauf der Aufgaben nicht, erläuterte das Ministerium. Die entsprechenden Veröffentlichungen seien dann für etwa 15 Euro pro Fach im Handel erhältlich oder könnten in öffentlichen Bibliotheken eingesehen werden.

Der SPD-Bildungsexperte Christoph Degen forderte, dass angehende Abiturientinnen und Abiturienten die alten Aufgaben kostenfrei nutzen dürfen. Dies werde beispielsweise in Niedersachsen digital ermöglicht. «Falls dann ein Verlag noch Bedarf haben sollte, kann dieser die Aufgaben aufbereitet und um Lösungswege ergänzt verkaufen, so dass immer noch ein Mehrwert für den Verkauf ihrer Publikation gegeben wäre», erläuterte Degen.

Das Kultusministerium führte aus, dass nach dem Informationsfreiheitsgesetz zwar kein Anspruch auf die Herausgabe alter Abi-Aufgaben bestehe – jedoch der Zugang schon jetzt jedem Interessenten ermöglicht werde. Dabei würden Gebühren fällig, die sich nach dem Verwaltungsaufwand der Anfrage richten. Es gebe auch die Möglichkeit einer gebührenfreie Einsichtnahme – ohne das Recht zur Kopie oder Abschrift. News4teachers / mit Material der dpa

Eingebrochen und Abituraufgaben aus dem Tresor des Direktors gestohlen – Bewährungsstrafen

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6 Kommentare
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Ich_bin_neu_hier
8 Monate zuvor

Ernsthaft? Man kann das jetzt nicht einfach auf den Download-Server des dortigen Bildungsministeriums packen?

Lächerlich.

Kim P
8 Monate zuvor
Antwortet  Ich_bin_neu_hier

Es wimmelt im Netz von Abituraufgaben. Was genau will die SPD jetzt noch zusätzlich haben?

DerechteNorden
8 Monate zuvor
Antwortet  Kim P

Die Erwartungshorizonte wahrscheinlich. Nach dem Probeabitur könnte man die gern auch veröffentlichen, damit due S*S mal sehen können, was so von ihnen erwartet wird.

Dil Uhlenspiegel
8 Monate zuvor

Also die Abi-Aufgaben, sind die irgendwie aus Steuern finanziert, also aus dem Geld von allen? Ich frage für eine Bildungsnation. Weil die will gerne wissen, ob sie evtl. nach Nutzung auch mal reinschauen dürfte.

Herr Hallmackenreuther
8 Monate zuvor

Warum eigentlich zweimal bezahlen? Habe ich die Erstellung der Prüfungen nicht schon mit meinen Steuern bezahlt? … dann nochmal extra was für das rote Buch aus dem Stark-Verlag (oft auch noch fehlerbehaftet) zahlen?

Georg
8 Monate zuvor

Man kann auch einfach den Staat danach fragen. Dann gibt es sogar die Nachklausuraufgaben dazu.