Kultusminister stellen Kriterienkatalog für eine gute Ganztagsschule auf – ohne zu erwähnen, wer diesen umsetzen soll (sie selbst?)

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BERLIN. Die 16 Kultusministerinnen und -minister der Länder wollen mehr Qualität in den Ganztagsschulen. Sie verständigten sich dafür erstmals auf gemeinsame Kriterien, die bei der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin beschlossen wurden. Irritierend: Die KMK tritt dabei auf wie eine Nicht-Regierungsorganisation, die Forderungen an die Politik richtet – dabei sind es doch die für Schulen zuständigen Fachministerinnen und -minister der verantwortlichen 16 Landesregierungen. Ein Umsetzungsplan inklusive Finanzierung fehlt völlig.

Die KMK hat ein Papier herausgegeben – und jetzt? (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Hintergrund: Die Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG), durchgeführt von einem wissenschaftlichen Konsortium  unter Beteiligung des Deutschen Jugendinstituts und des Instituts für Schulentwicklungsforschung der TU Dortmund, hatte umfassende Forschungsbefunde zum Ausbaustand und zur Entwicklung, zur Qualität und zu Wirkungen von Ganztagsschulen vorgelegt – und war unter anderem zu dem absehbaren Ergebnis gekommen, dass der verbreitete sogenannte offene Ganztag, der lediglich Betreuungsangebote am Nachmittag vorhält, wenig zur Förderung von Schülerinnen und Schülern beiträgt (News4teachers berichtete).

Die KMK formuliert es positiv: «Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Ganztagsschulen unausgeschöpfte Potenziale, wie etwa die Verzahnung der ganztägigen Bildungsangebote sowie der multiprofessionellen Zusammenarbeit, haben. Zudem zeigt sich, dass eine positive Wirkung von Lernangeboten insbesondere dann zu erwarten ist, wenn Angebote im erweiterten Zeitrahmen der Ganztagsschule qualitativ hochwertig sind und die Kinder diese nicht nur punktuell, sondern über einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen. Zusammenfassend verdeutlichen die Ergebnisse von StEG, dass nicht der erweiterte Zeitrahmen der Ganztagsschule bereits per se eine Wirkung auf individuelle Förderung entfaltet, vielmehr kommt es auf die Qualität der Angebote im erweiterten Zeitrahmen an.»

«Lernen über den ganzen Tag in einer pädagogisch durchdachten Lernkultur ermöglicht individuelles Lernen»

Dem setzen die Kultusministerinnen und Kultusminister nun ihre Empfehlungen entgegen. Eine davon: «Ganztagsschulen und Träger weiterer ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote fördern Kompetenzen und machen konzeptionell miteinander verbundene formale, non-formale und informelle Lernangebote.»

Zur Erläuterung heißt es: «Lernen über den ganzen Tag in einer pädagogisch durchdachten Lernkultur ermöglicht individuelles Lernen. Konzepte der stärkeren Verzahnung von Unterricht und außerunterrichtlichen Angeboten und der damit korrespondierenden erweiterten pädagogischen Möglichkeiten tragen zum erfolgreichen Lernen der Kinder bei. Auf der Grundlage eines gemeinsamen Bildungsverständnisses des pädagogischen Personals werden in wirkungsvollen Lernsettings, die sich sowohl auf den Unterricht als auch auf die außerunterrichtlichen Angebote beziehen und sich am Lernstand der Kinder orientieren, Lernangebote gemacht. Förderangebote mit fachlichem Bezug, insbesondere zur Förderung der mathematischen, sprachlichen und emotional-sozialen Basiskompetenzen, werden in formalen, non-formalen und informellen Settings angeboten.»

Weitere Empfehlungen: Die Schulleitungen verantwortet die Ausgestaltung und Organisation des Ganztags mit (das ist tatsächlich nicht überall der Fall – häufig ist allein die Kommune als Träger zuständig), multiprofessionelle Teams kommen zum Einsatz. Zu den insgesamt zwölf Punkten gehört auch ein gesundes warmes Mittagessen für jedes Kind an Grundschulen, wie KMK-Präsidentin Katharina Günther-Wünsch (CDU) in Berlin erläuterte. Das sei unabdingbar, denn: «Wir haben deutschlandweit immer mehr Kinder, die nicht satt werden, weil sie nicht genügend Essen mit in die Schule bekommen.»

Die Berliner Bildungssenatorin hob außerdem die Empfehlung hervor, die Interessen und Bedürfnisse der Kinder im Ganztag bei den Angeboten in den Mittelpunkt zu stellen und ihnen ein hohes Maß an Mitsprache zu ermöglichen. «Nur demokratisch gestaltete Lern- und Lebensorte, die auch über Mitspracheformate verfügen, können Erfolg haben», sagte sie. Empfohlen werden zudem unter anderem eine enge Kooperation mit Eltern und unterschiedlichsten externen Partnern, etwa Sportvereinen, und eine flexible Zeitgestaltung, die den Lern- und Leistungsrhythmus jedes einzelnen Kindes berücksichtigt.

«Erstmals überhaupt hat die KMK damit gemeinsame Qualitätskriterien für die Ganztagsschule in Deutschland definiert», sagte Günther-Wünsch. «Unser Leitmotiv sind die Kinder: Die Interessen und Bedürfnisse der Kinder sind bei der pädagogischen Gestaltung ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote handlungsleitend.»

«Ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote ermöglichen inklusive Lern- und Lebensräume und berücksichtigen die Bedürfnisse und Fähigkeiten aller Kinder»

So heißt es in dem Beschluss: «Danach sind ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote solche Angebote, die Lerngelegenheiten über den ganzen Tag ermöglichen. Bildung und Erziehung werden auf vielfältige Art und Weise initiiert. Kinder, Lehrkräfte, weiteres pädagogisch tätiges Personal, Schulleitung, Kooperationspartner sowie Eltern gestalten die Ganztagsangebote partizipativ mit. Das Ganztagskonzept konkretisiert auf der Grundlage eines gemeinsamen Bildungsverständnisses und der Bedürfnisse von Kindern motivierende Lern- und Freizeitmöglichkeiten im erweiterten Zeitrahmen der ganztägigen Bildung und Betreuung. Ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote ermöglichen inklusive Lern- und Lebensräume und berücksichtigen die Bedürfnisse und Fähigkeiten aller Kinder, insbesondere auch mit Bedarf an besonderen Bildungs- und Unterstützungsangeboten.»

Wie das allerdings umgesetzt werden soll, wie viel zusätzliches Personal dafür notwendig ist, wie hoch die Kosten ausfallen und wer sie am Ende tragen wird – dazu findet sich in dem Papier kein einziger Satz. Dabei wäre schnelles Handeln geboten: Am August 2026 greift in Deutschland ein bereits 2021 verankerter Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung: Der gilt dann zunächst für alle Grundschulkinder der ersten Klassenstufe. In den Folgejahren wird der Anspruch schrittweise ausgeweitet, so dass er ab August 2029 für jedes Grundschulkind der Klassenstufen eins bis vier gilt. Vor diesem Hintergrund setzen viele Bundesländer zunächst auf einen quantitativen Ausbau der Angebote.

Nach KMK-Angaben gab es zuletzt (Stand Dezember 2021) unter den Bundesländern noch große Unterschiede. In Thüringen, Sachsen, Berlin oder dem Saarland bot praktisch jede Grundschule Ganztagsbetreuung an. In Baden-Württemberg war es hingegen nur etwas mehr als jede vierte, in Brandenburg etwas weniger als die Hälfte. Der Bundesdurchschnitt lag zu dem Zeitpunkt bei 71,2 Prozent.

Hier geht es zum vollständigen KMK-Beschluss zur Ganztagsschule.

Wie die KMK mit dem Thema Antisemitismus an Schulen umgeht: Papier verabschiedet – Konsequenzen? Praktisch keine

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91 Kommentare
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TaMu
4 Monate zuvor

Könnten Kinder tatsächlich demokratisch mitbestimmen, würden sie dann für verpflichtenden Ganztag stimmen?

A.J. Wiedenhammer
4 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Ich frage das gerne mal: die Antwort ist fast immer „Nein“.

Lisa
4 Monate zuvor

Das war ein Grund, warum meine Töchter nicht auf die Gesa wollten, die war ganxtags. Aber es geht wohl nicht um die Kinder, die auch Zuhause klar kommen, sondern um die, deren Leben außerhalb der Schule prekär, ohne Förderung ist. Und bei den Kleinen um Aufsicht während der Arbeitszeiten der Eltern.

A.J. Wiedenhammer
4 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Der Ganztag war leider die Kröte, die wir bei der Schulwahl schlucken mussten. Wenn man Schulform und Erreichbarkeit im ländlichen Raum (eventuell sogar das Profil, aber das ist eher Luxus) beachten will, muss man leider auch Sachen akzeptieren, die einem wenig sinnvoll erscheinen.

Wir hatten allerdings die zarte Hoffnung, dass sich unsere Bedenken nicht, dafür aber die vollmundig vorgetragenen Vorteile bestätigen würden. Leider hat sich diese Hoffnung in keinster Weise bestätigt. Etwas verschnupft reagiere ich, wenn von schulischer Seite auf den durch Anmeldezahlen angeblich dokumentierten Elternwillen verwiesen wird: Der (dörfliche) Schulbus fährt nur zu dieser Schule einer bestimmten Schulform. Mehrfach Umsteigen im ÖPNV oder Elterntaxi ist keine wirkliche Option.Wirkliche Wahlmöglichkeit besteht also nicht. (Das mag bei anderen Eltern genauso, nur umgekehrt, sein.)

Lisa
4 Monate zuvor

Das ist ärgerlich. Wir haben Gymnasium und Gesamtschule direkt nebeneinander. Aber da sieht man wieder, dass es je nach Wohnort keine Wahlmöglichkeit gibt.

DerechteNorden
4 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Warum sollten Sie, wenn sie nachmittags Unterricht haben und nirgends Rückzugsräume, wo sie sich mal ausruhen oder einfach nur abhängen oder daddeln könnten?
Guter Ganztag wird sowieso nie kommen, machen wir ubs nichts vor. Wäre der Politik zu teuer.

Andre Hoger
4 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Kommt drauf an wie der umgesetzt ist. Gibt top Konzepte in Deutschland und die Kinder sind gerne da.

Lisa
4 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hoger

Kommt aufs Kind an, das wird immer vergessen. Introvertierte Charaktere stresst es, extrovertierte blühen oft auf.

A.J. Wiedenhammer
4 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hoger

Top-Konzepte sind gut. Und es gibt sicherlich viele Kinder, die ausgesprochen davon profitieren und auch „gerne da“ sind.
Aber nicht wenige Kinder wären noch „gerner“ auch woanders. Manche Kinder haben (zunehmend hatten) Freude, die nicht auf dieselbe Schule gehen. Oder Hobbys/Sport etc . Aktuell haben wir familiär das Problem der faktischen Unvereinbarkeit zwischen Trainigszeiten (kein Hichleistungssport!) und Schule. Glücklicherweise ermöglicht die Schule neuerdings das Rausdrehen aus drei endstündigen Lernzeiten (deren Aufgaben aber nachgearbeitet werden sollen).
Ich finde es hochproblematisch, wenn das Leben von Kindern so extrem auf den jeweiligen Schulkosmos eingeengt wird. Das nimmt ganz viel Freiraum, Individualität und auch die Möglichkeit, etwas jenseits der üblichen (bestimmt ganz tollen und pädagogisch wertvollen) Schulaktivitäten zu versuchen.

Sandra
4 Monate zuvor

Ich finde das Thema Ganztagsschule schwierig. Als ich damals als Erzieherin im Kindergarten angefangen habe, hatten wir noch die alten Öffnungszeiten bis 12.30 Uhr. Einige Kinder kamen nachmittags nochmal wieder (14-16.00). Wir hatten somit eine vernünftige Vorbereitungszeit für qualitativ hochwertige Bildungsangebote. Kinder und Erzieher*innen waren entspannt.
Seitdem die Öffnungszeiten ausgedehnt wurden, sind quasi keine Vorbereitungszeiten ausser im Feierabend durch Personalmangel und durchgehend zu betreuende Kinder verblieben. Von dazu gekommene Aufgaben wie Doku, Mittagessen oder Mittagsschlaf usw. spreche ich jetzt einfach mal nicht.
Ich behaupte, dass viele inzwischen von „Aufbewahrung“ sprechen und sich alle im System Gefangenen größte Mühe geben aber ohne eine wirkliche Chance auf Erfolg.
Haben wir aus dieser Entwicklung denn nicht gelernt? Wir gehen jetzt ernsthaft konsequent den Weg weiter in die Ganztagsschule?
Weg ist damit bitte wirklich geholfen? Ich verstehe die Not der Eltern. Aber wer sieht die Not der Kinder? Bitte nicht falsch verstehen – ich kritisiere hier die Rahmenbedingungen unseres Bildungssystems. Nicht die Personen, die dort arbeiten.

Hans Maiaer
4 Monate zuvor

Ich frage mich, ob es jemals eine KMK geben wird, die Verantwortung übernimmt und das Bildungssystem, das schon längst an die Wand gefahren wurde, auch weil Bildung hier nichts kosten darf, verbessert.

Freiya
4 Monate zuvor

Verpflichtende Ganztagsschule für alle ist doch prima!
Kindern, denen zu Hause nur leere Zimmer, Daddelei oder prekäre Verhältnisse geboten werden verlieren durch die GTS nichts. Vielleicht, ganz vielleicht gewinnen sie sogar ein wenig.
Kindern, die sonst nachmittags Instrumentalunterricht, Kunst/Theater/Chor/Sprachunterricht nehmen oder sich auch nur mit ihren anwesenden Eltern austauschen oder einfach spielen, Fahrrad fahren, skaten, im Wald Buden bauen usw, oder freiwillig lesen, denen wird dieser ungerechte Vorteil endlich genommen und somit wird die Ungerechtigkeit, dass Kinder sich interessierender Eltern Bildungsvorteile haben endlich abgeschafft. Mission erfüllt!
(Ja, um etwaigen Nachfragen zuvor zu kommen: das IST ironisch gemeint!)

A.J. Wiedenhammer
4 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

Ich wollte tatsächlich gerade nachfragen… 🙂 🙂

(Schließlich höre ich eine solchgeartete Argumentation nicht zum ersten Mal.)

Lehrerin
4 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

Aber in gewissen Kreisen ist es eine ganz genau so ernsthaft geäußerte Kritik: Der Vorteil, den Kinder in bildungsaffinen Familien einfach haben, weil man sich um sie sorgt und kümmert, wird als ungerecht empfunden, weil es auch die Familien gibt, in denen Kinder vernachlässigt werden. Die Schlussfolgerung daraus: Aus Gründen der ausgleichenden „Gerechtigkeit“ müssen jetzt zwangsweise alle ganztägig zusammengepfercht werden, damit „die Schere nicht noch weiter aufgeht“. Dadurch haben die Familien der ersteren weniger (positiven!) Einfluss auf ihre Kinder, und diese bildungsaffinen Kinder sollen die anderen „mitziehen“. Kurz gesagt: Die Kinder mit Bildungshintergrund sollen als kostenneutrale zwangsrekrutierte Hilfslehrer für die schwächeren Schüler fungieren, sie werden als Hilfskräfte missbraucht, denn „die Starken ziehen die Schwachen mit, alle lernen mit- und voneinander“, angeblich… Das Ganze wird noch mit dem vermeintlich daraus erwachsenden sozialen Lernen verkauft.
Alle Lehrkräfte mit Erfahrung wissen, dass es eher umgekehrt ist, dass die Starken ausgebremst oder gar als Streber diffamiert werden – Gerechtigkeit ist das gerade nicht! Die Pöbler mit Primitivniveau und Störungen geben in manchen Klassen den Ton an, und die Kinder mit einem feinen Empfinden für Sozialverhalten fragen sich, warum dieses Fehlverhalten nicht ausreichend sanktioniert wird, sie leiden (oft still). Familien mit viel Geld finden einen Ausweg zur Privatschule, wenn die staatlichen Schulen immer schlechter werden. Ärmeren ist das nicht möglich, auch wenn die Kinder noch so begabt sind.
Und ich finde, dass man es nicht einfach als gegeben voraussetzen kann – oder gar als Entschuldigung betrachten, dass ärmere Familien keine positiven und bildungswirksamen Impulse an ihre Kinder geben könnten: Leihbüchereien kosten für Kinder nichts, Bewegung, Beobachtung und Spiel im Park oder Wald auch nicht, Basteln, Malen, Singen, Gespräche mit dem Kind sind immer gut machbar, und gute Erziehung und Vorleben von rücksichtsvollem und mitmenschlichem Verhalten sind eine der wichtigsten Grundlagen für Schulerfolg! Die Eltern haben auch Pflichten ihren Kindern gegenüber! Schule kann nicht alles.
UND: Begabte haben auch Rechte! Häufig wird das schlicht vergessen oder verdrängt. Diese Leistungsträger gehen im aufoktroyierten Ganztag unter.

GEW-nee!
4 Monate zuvor
Antwortet  Lehrerin

Aus vollem Herzen möchte ich zustimmen. Wie viele Kinder gibt es, in deren Familien alles mit Geld geregelt und zugekleistert wird? Den weniger begüterten Eltern zu unterstellen, sie seien a) grundsätzlich bildungsfern und b) damit einhergehend ignorant, desinteressiert und unfähig, sich Informationen zu beschaffen, den Wert von Bildung zu ermessen bzw. ihren Kindern Zugang zu ermöglichen, c) kümmerten sich nicht um ihre Kinder und sorgten sich nicht um sie bzw. ihr Fortkommen, ist einfach bodenlos, ignorant und als Argument in seiner Schlichtheit einfach falsch.

DerechteNorden
4 Monate zuvor
Antwortet  Lehrerin

Aus Gründen der ausgleichenden „Gerechtigkeit“ müssen jetzt zwangsweise alle ganztägig zusammengepfercht werden, damit „die Schere nicht noch weiter aufgeht“. Dadurch haben die Familien der ersteren weniger (positiven!) Einfluss auf ihre Kinder, und diese bildungsaffinen Kinder sollen die anderen „mitziehen“. Kurz gesagt: Die Kinder mit Bildungshintergrund sollen als kostenneutrale zwangsrekrutierte Hilfslehrer für die schwächeren Schüler fungieren, sie werden als Hilfskräfte missbraucht, denn „die Starken ziehen die Schwachen mit, alle lernen mit- und voneinander“, angeblich… Das Ganze wird noch mit dem vermeintlich daraus erwachsenden sozialen Lernen verkauft.“

Der Punkt ist doch eher, dass man entweder allen oder niemandem Ganztagsunterricht verordnen kann.
Das ist gesetzlich nicht anders möglich. Interessanterweise sind es ganz andere Kräfte, als man vermuten würde, die dagegen sind, dass man Ganztag auch verordnen können sollte. Die Gesetze müssten verändert werden, damit benachteiligte (auch wohlstandsvernachlässigte bio-deutsche) Kids in den Genuss von gutem Ganztag kämen.
Dann könnten Eltern, die keinen Ganztag für ihre Kids wollen, diese an Halbtagsschulen schicken, Eltern, die auf den Ganztag angewiesen sind, die Ganztagsschulen nutzen, und Kinder, die von zuhause aus benachteiligt sind, hier ein richtig gutes Programm erhalten.
Solange es so etwas nicht gibt, werden wir immer diese Diskussionen führen.
Es ist gesellschaftlich nicht sinnvoll, all die Kinder, die den Ganztag brauchen (entweder, weil ihnen die Betreuung fehlt, oder, weil sie sonst keine Chancen hätten, mehr zu erreichen), deshalb abzuhängen, weil viele, die es sich leisten können, Angst davor haben, dass man ihren Kindern (eigentlich ja ihnen als Eltern) den Ganztag verordnet.

Krass finde ich, dass Sie den vermeintlich „positiven“ Einfluss von bildungsaffinen Eltern so hervorheben.
Die haben nicht per se einen positiven Einfluss auf ihre Kinder. Das sollten Sie als Lehrkraft eigentlich auch wissen. Sie haben häufig aber die Kohle, um ihre Kids, die oft sehr unglücklich sind, schulisch „durchzubringen“.
Letzteres ist nicht nur ungerecht denjenigen gegenüber, die benachteiligt sind, sondern auch noch gesellschaftlich und wirtschaftlich gesehen total kontraproduktiv.
Es gibt sehr viel Potenzial in unserer Bevölkerung. Und auch wenn die Diskussionen immer wieder über die Benachteiligten gehen, so wird nichts dafür getan, deren Potenzial zu heben, denn diejenigen, die in unserem Land etwas zu sagen haben, sperren sich dagegen.
Anstatt hier auf dem Ganztag per se herumzuhacken, sollten Sie sich dafür einsetzen, dass benachteiligte Bevölkerungsgruppen mehr gefördert werden (nein, nicht finanziell), damit es unserer Gesellschaft als Ganzes und auch der Wirtschaft (Stichwort „Fachkräftemangel“) besser geht.
Danke!

Freiya
4 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Die Starken ziehen die Schwachen NICHT mit!

Die Schwachen mobben die Starken so lange, bis diese aufgeben und ihren Leistungswillen absichtlich koupieren, damit sie endlich in Ruhe gelassen werden.

Ich würde gerne mal wissen, wer das Märchen von „Starke ziehen Schwache mit.“ in die Welt gesetzt hat und aufgrund von was!

A.J. Wiedenhammer
4 Monate zuvor
Antwortet  Lehrerin

Ja, ja und nochmals ja!

Freiya
4 Monate zuvor
Antwortet  Lehrerin

Stimme völlig zu!

Dejott
4 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

Ich finde die Polemik tatsächlich völlig fehl am Platz. Wir haben tatsächlich eine ganze Reihe von Kindern und Jugendlichen, bei denen nachmittags niemand bei den Hausaufgaben helfen kann. Insbesondere berufstätige Alleinerziehende kennen das Problem. Bildungsgerechtigkeit geht nur über Ganztags.
Denen nun völlig ohne Empathie vorzuwerfen, sie wären Schuld daran, wenn andere Kinder am ich in die Ganztagsschule müssten, finde ich ein starkes Stück.

GEW-nee!
4 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Wenn das Kind in der richtigen Schul(form) ist, muss es die Hausaufgaben vom Grundsatz her allein bearbeiten können. Wenn Eltern abends nachsehen, etwas üben oder abfragen, gemeinsam lesen oder sich einfach interessieren, wäre das die richtige Herangehensweise.

Dejott
4 Monate zuvor
Antwortet  GEW-nee!

Dummerweise funktioniert dieser Gedanke häufig nur in der Theorie.

potschemutschka
4 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

… und warum funktioniert das nicht? Könnte es daran liegen, dass die Schüler heutzutage weniger selbständig und anstrengungsbereit sind, da ihnen zu oft alle Steinchen aus dem Weg geräumt wurden/werden? In meiner Generation gab es viele „Schlüsselkinder“ und wesentlich mehr Hausaufgaben als bei meinen Kindern und Enkeln (auch übers Wochenende und über die Ferien), war für die meisten kein Problem und wir haben uns bei Bedarf gegenseitig geholfen (gemeinsam HA gemacht, danach zusammen gespielt – meistens draußen!).

Freiya
4 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Dann ist das Kind auf der falschen Schule.

Lisa
4 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Es geht um verpflichtende Ganztagsschule. Freiwillig ist das, was Sie sagen, doch auch möglich. Und ja , es gibt Kinder, die brauchen einfach ganz viel Zeit und Stille für sich, die stressen 9 Stunden mit Gleichaltrigen enorm.

Mika
4 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Aber der Ganztag muss kein Zwang für alle sein. Ganztag für die, die möchten oder deren soziale Verhältnisse dies erfordern, und für die anderen eben nicht.

Hermann
4 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Auf auf zum Vergrößern der Schere.
Auf auf zur klar definierten und erkennbaren Zweiklassengesellschaft.
Auf auf!

Mika
4 Monate zuvor
Antwortet  Hermann

Warum so billige Polemik? Oder haben wir hier wieder einen kleinen süßen russischen Troll, gut erkennbar an den urdeutschen Namen?
Nun mal zum Inhaltlichen:
Wenn diejenigen, die sich kümmernde Eltern haben und die, welche aufgrund der eigenen Leistungsfähigkeit keine zusätzliche Förderung benötigen, nicht am Nachmittags/Ganztagsangebot teilnehmen, bleiben viel mehr Ressourcen für die, welche Förderung brauchen, egal aus welchem Grund.

A.J. Wiedenhammer
4 Monate zuvor
Antwortet  Hermann

Wieso das?
Wenn der Ganztag doch so ungeheuer förderlich ist, sind doch die, die ihn möchten oder bei denen es die sozialen Verhältnisse erfordern, eigentlich im Vorteil. Wieso sollte da die Schere auseinandergehen?
(Ach, weil dem ein oder anderen mit hoher Leistungsbereitschaft diese nicht durch frustrierende Hilfslehrertätigkeiten ausgetrieben wird?)

Freiya
4 Monate zuvor
Antwortet  Hermann

Was SIE wollen ist, die Schere verkleinern, indem Sie den nach oben strebenden Teil mit Macht unten halten. Kann man machen. Verblödet halt eine ganze Gesellschaft. Aber vielleicht ist das genau das, was Sie gern hätten.

Dejott
4 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Dafür müsste es aber in ausreichendem Maß qualitativ gute Ganztagsschulen geben. Gibt’s aber nicht.

Mika
4 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Und warum sollen Kinder dann in schlechten Ganztagsschulen ihre Zeit absitzen? Das erklärt sich mir nun noch viel weniger!

DerechteNorden
4 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Letzteres („deren soziale Verhältnisse es erfordern“) ist aber das Problem. Viele Kinder, die es eigentlich bräuchten, würden nicht freiwillig dorthin geschickt werden.
Es müsste ein Gesetzesänderung geben, die eine Zuweisung gestattet.

A.J. Wiedenhammer
4 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Eine Zuweisung wäre tatsächlich eine Lösung, erscheint mir aber leider politisch eher nicht durchsetzbar.
Man sollte aber nicht alle Kinder zwingen, nur damit die Kinder mit Bedarf mit-gezwungen werden. Und das dann nicht so auffällt, weil es ja alle betrifft.

Bei so einer Form vom Mitgehangen/Mitgefangen braucht man sich nicht wirklich darüber zu wundern, dass das so ein Reizthema ist.

A.J. Wiedenhammer
4 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Hausaufgabenbetreuung und (guter) Ganztag sind aber mitnichten dasselbe. Es spricht doch überhaupt nichts dagegen, bedarfsgerechte, freiwillige Hausaufgabenbetreuung anzubieten.

Freiya
4 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Wem werfe ich so etwas vor? Das Einzige, was ich vorwerfe ist, dass ein falscher Weg beschritten wird! Machen wir Ganztag doch einfach derart attraktiv, dass sich jeder die Finger danach schleckt! Dass Kinder in die GTS WOLLEN, weil es dort Angebote gibt, die sonst unerreichbar wären. DANN löst sich das Problem von ganz allein. Verpflichtende Ganztagsschule in der jetzigen Form wäre kontraproduktiv.

Fakten sind Hate
4 Monate zuvor

Ich besuche regelmäßig verschiedene Schulen in NRW. Keine dieser Schulen hat das ursprüngliche Ganztagskonzept (Salopp: morgens Unterricht, mittags AGs) umgesetzt. Die größten Schulen (1200 Schüler) bieten in etwa sechs AGs an. Ansonsten findet mittags auch nur Unterricht statt.

Irgendwie habe ich nicht mitbekommen, wann in den letzten 15 Jahren die Wochenstunden für die Schüler hochgesetzt worden war. Nachmittagsunterricht hatte ich in meiner Schulzeit lediglich für den Sportunterricht.

Freiya
4 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

An meiner Schule haben wir tatsächlich eine Lernzeit und anschließend Ags, die sich die Kinder sogar wieder wählen können, in 1/4-jährigem Wechsel.
Seitdem läuft es besser. Aber: Nachmittags sind die Kinder auch einfach „durch“. (Sek 1)

DerechteNorden
4 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Man verlängert einfach die Mittagspause. Bei uns findet donnerstags in der 6. Stunde grundsätzlich kein Unterricht statt, damit Interessierte zum Chor gehen können. Nun ja, …

Marion
4 Monate zuvor

Wir können natürlich weiterhin auf institutionelle Ganztagsbetreuung setzen. Die Kultusminister müssen dann nur noch ihren Wunschzettel ans Christkind und den Weihnachtsmann schicken und schon wird ab dem 24. Dezember in der Realität alles so schön, wie sie sich das auf dem Papier ausgemalt haben.
Hurra! 🙂
Von der Wiege bis zur Bahre – nur Ganztag ist das Wahre.
Vielleicht könnten wir aber einfach mal damit anfangen, die Welt, und damit meine ich im Besonderen Großstädte, ein wenig kinderkontatibler zu gestalten.
So mit autofreien Zonen in Wohngebieten, ansprechend und grün gestalteten Innenhöfen in Hochhausghettos, mit Anlaufstellen und Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche, die nicht im idyllischen Einfamilienhaus mit Garten, Pool und Riesentrampolin leben.
So daß Kinder ihre Freizeit nicht von morgens bis abends in Institutionen verbringen müssen, wo sie von Fachpersonal pädagogisch wertvoll bespaßt werden, sondern mal wieder Gelegenheit haben ihr eigenes Ding zu machen, aber trotzdem jemand für sie da ist, an den sie sich wenden können, wenn sie es brauchen und der bei Bedarf auch mal etwas mit ihnen unternimmt oder einfach Zeit für sie hat.
Kann sich irgendein Erwachsener heute eigentlich noch vorstellen, daß es für Kinder, egal welchen Alters, nicht unbedingt der Gipfel des Vergnügens ist, den GANZEN TAG IMMER IN DER SCHULE VERBRINGEN ZU MÜSSEN?
Himmelherrgottnochmal – warum ist es heute geradezu unvorstellbar geworden, Kinder auch mal in Ruhe zu lassen?
Wir brauchen eine Welt, in der Kinder, auch ohne Erwachsene, NUR MIT IHREN FREUNDEN, durch die Gegend stromern und durchaus mal den ein oder anderen Unsinn aushecken können, ohne daß sofort die ausgebildete Facherwachsene mit dem Zeigefinger wackelt und mit einem pädagogisch ausgefeilten Konzept „kindgerecht und einfühlsam“ die Schutzbefohlenen auf den rechten Pfad zurückführt.
Laßt mal lieber ein wenig Platz für kindliche Anarchie. Die brauchen nicht von morgens bis abends Erwachsene, die sie beglucken.
Hätt‘ mich das als Kind angekotzt, wenn ich jeden nachmittag in der Schule oder auf dem Schulgelände hätte verbringen müssen. Mit der besten Freundin auf dem Sportplatz über die Stangen balancieren, die das Fußballfeld eingegrenzt haben, war viel Spannender und danach zum nahegelegenen Bach und versuchen ’ne Forelle zu fangen, was meist nicht gelang – die Viehcher waren einfach zu flink und glitschig.
Ach was soll’s, ich fang mir nur wieder den Vorwurf der Vergangenheitsverklärung ein.
Also bitte: Steckt sie alle in den Ganztag, anders gehts anscheinend wirklich nicht mehr.
Schade.

Marion
4 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Ups, kinterkompatibler muß es heißen.

Marion
4 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Was ist das heute nur? :-0
Letzter Versuch – kinderkompatibel!

TaMu
4 Monate zuvor
Antwortet  Marion

🙂

A.J. Wiedenhammer
4 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Keinen Vorwurf, sondern ganz meine Meinung und Empfindung!

TaMu
4 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Mal wieder aus meiner Seele gesprochen!

Dejott
4 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Ja, Kinder brauchen nicht immer einen Erwachsenen. Aber mal eine Gegenfrage: Wo sind denn die Kinder, die fröhlich durch die Gegend stromern, Buden bauen, Forellen fangen und kicken? Die gibt’s doch fast überhaupt nicht mehr. Oder sehen Sie Kinder, die noch draußen spielen? Ehrlich gesagt…ich nur noch äußerst selten. Und auch nicht auf dem Land.
Das ist die Realität.

Marion
4 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Ääähhh ja? Die gibt’s nicht mehr und das finde ich äußerst beklagenswert. Und die Realität ist jetzt gut so und steht für immer und ewig unveränderbar fest, oder wie?

Gelbe Tulpe
4 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Bei mir auf dem Land schon. Und auch in den Wohnvierteln der Städte.

Mika
4 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Bei mir auf dem Land kaum. und nu?

Lisa
4 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Die gab es etwa bis 2012, dann hat es abgenommen. Die Kinder laden sich eher gegenseitig zum Spielen nach Hause ein, die Spielplätze sind tatsächlich verwaist und werden dann von Jugendlichen besetzt.

Marion
4 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Bei uns auf dem Land gibt es noch einige wenige solcher Kinder. Das sind die, die noch nicht im Ganztag geparkt sind.
Im Sommer kann ich die tatsächlich manchmal durch den Bach waten sehen und fröhlich kreischen hören. Ob sie versuchen Forellen zu fangen, weiß ich nicht. Für die Forellen würd’s mich freuen, täten sie’s nicht.

Mo3
4 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Auf dem Land kommen zum Ganztag noch lange Schulwege … Dann ist es im Winter wirklich dunkel, wenn die Kinder nach Hause kommen.
Dank des Lehrermangels wird der Ganztag – zumindest in den oberen Klassen – inzwischen wieder etwas zurückgefahren, d.h. die Schüler dürfen selbst entscheiden, wie und wo sie ihre Aufgaben machen = mehr Eigenverantwortung (so kann man es dann auch nennen). Das wird gerne angenommen, ist aber eigentlich nicht Sinn des Konzepts.
Wir hatten urspünglich nach einer weiterführenden Schule ohne Ganztag für unsere Kinder gesucht – was auf dem Land auch schwierig ist. Da aber alle anderen Kinder auf Ganztagsschulen gehen, haben wir den Gedanken schießlich verworfen. Was sollen die Kinder Mittags zu Hause, wenn sie aus ihrem Umfeld herausgerissen werden und alle anderen noch in der Schule sind? In der Grundschule waren wir aber froh, dass die Kinder direkt nach dem Unterricht nach Hause konnten.

A.J. Wiedenhammer
4 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Ich könnte ja salopp sagen: Die stecken leider im Ganztag 🙂
Wenn mein Kind am Nachmittag vom der Schule kommt, ist er auf und braucht nur noch Ruhe. Mit dem Freund aus GS-Tagen braucht er dann nicht mehr Forellen fangen gehen, denn der ist auch (notgedrungen, da keine Alternative vorhanden) auf einer Ganztagsschule. Der andere Freund in diesem Trio mit Halbtag ist leider schon zwei Stunden früher zu Hause und inzwischen anderweitig unterwegs. Open End ist sowieso nicht, da am späten Nachmittag oder Richtung Abend alle irgendwie gearteten Unternehmungen wie Fußballtrainig oder andere Gruppenaktivitäten stattfinden. Früher geht ja nicht, weil die Hälfte der Kinder noch nicht da ist…
Ich bin ein totaler Fan von nicht durchorganisierter Kinderzeit, aber es ist wirklich schwierig geworden damit. Eine einfache Verabredung zum Spielen ist heutzutage eine organisatorische Meisterleistung, und das liegt nicht (nur) an von Eltern aufoktoyerten Zusatzaktivitäten wie Fagott – oder Chinesisch-Unterricht.

kanndochnichtwahrsein
4 Monate zuvor

Man mag solche Forderungen gar nicht mehr zu Ende lesen!

ABSCHAFFEN sollten sie den gebundenen Ganztag so lange, wie es nicht wirlklich genug Lehrkräfte, Räume, Geld… dafür gibt.

Und da spreche ich nicht von „ausreichend“ im Sinn der KM (also so viel, dass sich keine Eltern beschweren, weil die Kinder wegorganisiert sind und die LuL so grad überleben), sondern genug, um den Anforderungen, die all diese Kinder und ihre Eltern stellen sinnvoll erfüllen zu können.
Das sind meistenteils keine bewussten Forderungen, sondern Dinge, die die Situation erfordern: jeder ist als Individuum zu betrachten und zu behandeln – Klaus möchte schließlich später Musiker werden, Friederike Olympiasiegerin und Hatice Mathematikerin; wenn die Oma Geburtstag hat, möchte man das Kind früher abholen (es darf also nichts verpassen, denn Hausaufgaben/Nacharbeit wird nie erfolgen), wenn die Tante zu Besuch kommt oder die Eltern Spätschicht haben, soll es bitte bis abends weg bleiben, wenn Reitstunde ist aber um 12 nach Hause kommen; Marie braucht Sonderförderung in Mathe, Ahmad braucht adäquate Vorbereitung auf seine Karriere als Fußballer, die Zugewanderten brauchen maximaldifferenzierten DaZ-Unterricht, um den Anschluss und dann den Abschluss zu schaffen und Mäxchen eine Krankenschwester, die Ritalin nachfüllt oder einen eigenen Förderlehrer, damit er andere nicht haut, wenn die Wirkung nachlässt;
ach ja, außerdem soll natürlich tagesaktuell und kindgerecht die jeweilige aktuelle Lage der Weltpolitik und jedweder Klima- und Umweltkatastrophe diskutiert und aufgearbeitet werden, Ängste genommen, Aggressionen abgebaut, Vorurteile bearbeitet werden; und das alles am besten digital von 7 bis 17 Uhr (geht’s nicht auch länger?) mit 80 % Personal, dafür aber top fortgebildet und sozialpädagogisch (wahlweise sonderpädagogisch – sorry, „sonder“ darf man glaube ich nicht mehr schreiben) vorbereitet. Am Ende des Tages arbeiten wir dann mit der einen Hälfte der Eltern auf dem Flur (büros gibt es ja dafür nicht ausreichend) ab, was ihre Kinder angestellt haben, mit der anderen Hälfte, was ihren Kindern angetan wurde oder was sie nicht getan haben. Nach 9 Jahren holen die Eltern ihre Kids dann mit Abi ab.
(JA, natürlich,Ironie…)

Wir haben andere Bedingungen als vor 30 Jahren!
Die Kinder sind anders. Die Eltern auch.
Mit althergebrachten Hausmitteln kann man das nicht mehr lösen.
Schon gar nicht, wenn schon nach der m.E. vollkommen veralteten L-S-Relation Personal fehlt.
Wer das versucht, wird auch die Letzten vertreiben, die sich noch überleg(t)en, Lehrer zu werden – oder zu bleiben.

Freiya
4 Monate zuvor

Yip! Genau so! Und wo bleiben die Kinder? Wo bleibt die Kindheit?

Lisa
4 Monate zuvor

Vielleicht doch Internate wie im alten England? Mit acht gibt man sie ab, und mit achtzehn bekommt man einen formvollendeten Erwachsenen zurück….nein, das ist auch Ironie, aber man sagte mir, dass das die Upper Class erwartete….

Jette
4 Monate zuvor

Der Kriterienkatalog strotzt nur so vor Allgemeinplätzen!
Beispiel: „Ganztagsschulen und Träger weiterer ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote schaffen die Voraussetzungen, um das Wohlbefinden der Kinder zu stärken und zu fördern.“ Was das heißen soll, wird zwar ausgeführt, aber mit ähnlich nichtssagenden Phrasen. Stärkt es das Wohlbefinden, wenn es mittags Pommes gibt? Oder wenn nachmittags die Playstation zur Verfügung steht? Oder, wenn man Regeln nicht unbedingt einhalten muss? Wenn Kinder alles dürfen, aber nichts müssen? Die antiautoritäre Erziehung hatten wir doch hinter uns, oder?
Mir graut vor diesen Empfehlungen, die den Sumpf nur noch tiefer werden lassen!

447
4 Monate zuvor
Antwortet  Jette

Wundern Sie sich über den von Ihnen angesprochenen Sumpf nicht – was Sie da gehört haben ist das Quaken der Frösche, die sich in selbigem Pudelwohl fühlen.

Gelbe Tulpe
4 Monate zuvor

Die Ganztagsschule nimmt Schülern Zeit zum lernen. Außerdem kommen sie erheblich müder aus dem Unterricht als bei Schulschluss um 13 Uhr. Daher verschlechtert sie die Schülerleistungen.

ABC
4 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

In einer Ganztagsschule leidet auch die Konzentration der SuS wegen der fehlenden Ruheplätze. Nirgends kann ein Kind dort für sich allein sein. Schlimm!

Lisa
4 Monate zuvor
Antwortet  ABC

Das die Kinder die Hausaufgaben gemacht und für Klausuren gelernt hätten, wenn sie heimkommen, wäre doch nicht schlecht. Aber auch ich kenne es so, dass dann um 17.00 Uhr das Gespraddel losgeht.

Mika
4 Monate zuvor

Ich weiß vor allem echt nicht, wer die Ganztagsangebote machen soll: wir haben vom Schulamt die Anweisung, dass die Absicherung des Unterrichts vorgeht. Das bedeutet, dass Lehrkräfte nur noch in sehr wenigen Fällen Ganztagsangebote machen dürfen, es sei denn zusätzlich auf Honorarbasis. Hier in unserer großstadtfernen unifreien Region gibts aber kaum Träger, die Angebote machen. Wir haben einige wenige Personen bequatschen können, aber das reicht für richtigen Ganztag nicht aus. Also wer bitte soll den Ganztagsbereich gestalten???

Echt
4 Monate zuvor

Die Richtung wird politisch vorgegeben. Wie es den einzelnen Kindern oder Familien dabei geht steht hintenan. Das Recht der Eltern auf Erziehung und Aufenthaltsbestimmung wird durch eine quasi erweiterte Schulpflicht immer weiter ausgesetzt. Schulpflicht ist ok, aber die zeitliche Ausweitung dieser ohne Rücksicht auf individuelle Belange (Bsp. Autisten -Ruhebedürfnis oder Kontakte/ Freundschaften außerhalb der Schule, Termine wie z.B. Hobbies oder auch Therapien etc) greift für mich zu sehr in die Selbstbestimmung und persönliche Freiheit der Familien ein und entspricht tatsächlich nicht meinem Verständnis einer freiheitlichen Demokratie. Familien sind keine experimentelle Verfügungsmasse politischer und wirtschaftlicher Akteure. Wo bleibt die Freiheit? Welches Menschenbild und welche Vorstellung von Kindern und Kindheit steckt dahinter?
Wir erfahren gerade große gesellschaftliche Umbrüche durch Digitalisierung, Migration und erleben weltweit große Unsicherheiten. Statt immer mehr Druck auf die Familien und Kinder aufzubauen, sollten diese mehr Stärkung und Wertschätzung erfahren. Die Familien werden mittlerweile von klein an in Funktionen aufgeteilt und wirtschaftlich eingeteilt. Dabei werden die Lebensräume getrennt in Kita, Schule, Beruf, Altenheim. Dabei geht aber auch die Stärke und der Wert der Familien als Basis einer funktionierenden Gesellschaft verloren. Die Familien individualisieren immer mehr. Verantwortung wird nicht mehr füreinander übernommen, sondern delegiert. Das mag erstmal bequem erscheinen. Aber es verändert das Selbstverständnis des gesellschaftlichen Miteinanders immer mehr und führt zur Individualisierung z.B. auch in Form zunehmender Unverbindlichkeit und einer (staatlich geförderten) m.M.n. teilweise fast schon infantilen Erwartungshaltung Anderen (Institutionen , wie Kindergarten, Schule) gegenüber. Das führt so, wie es gerade läuft, zur Überforderung aller. Ein Kindergarten oder eine Schule ersetzen nicht das Dorf, um ein Kind großzuziehen. Nein, Familien müssen Zeit haben, um zusammen zu kommen (Nachbarschaft, Verwandtschaft, Stadtteil) und nicht immer weiter zu vereinsamen, sondern mit der Unterstützung (nicht Ersatz) verschiedener Institutionen und Angebote gemeinsam ein Familienleben zu gestalten, auf dessen Basis ein verantwortungs- und rücksichtsvolles Gemeinwesen entsteht. Wir brauchen uns gegenseitig, nur so wächst auch ein gesamtgesellschafliches Verantwortungsgefühl. Teilzeitfamilien mit gemeinsamen Nachtquartier sollten nicht das Ziel sein.

Freiya
4 Monate zuvor
Antwortet  Echt

Teilzeitfamilien mit gemeinsamem Nachtquartier sind aber leider bereits Realität!

potschemutschka
4 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

„Teilzeitfamilie mit gemeinsamem Nachtquartier“ – das trifft leider bei zu vielen den Nagel auf den Kopf.

Marion
4 Monate zuvor
Antwortet  Echt

Genau so. Danke. 🙂

eldorado
4 Monate zuvor
Antwortet  Echt

„Wir brauchen uns gegenseitig, nur so wächst auch ein gesamtgesellschafliches Verantwortungsgefühl.“

Mir hat Corona gezeigt, dass genau das nicht mehr erwünscht ist. In Lockdown 1 gab es (zwangsweise) dieses Miteinander in den Familien, die Kinder waren endlich draußen zum spielen, diejenigen, die konnten, haben anderen geholfen, die Hilfe brauchten. Es gab kreative Lösungen für Dinge, die notwendig waren.
Aber: es wurde halt weniger konsummiert.
Leute mit wenig Interaktion, die sich um ihre Bespaßung kümmern müssen oder nach dem stressigen Ganztag keine Lust mehr auf (positiven) Kontakt mit Leuten haben, konsummieren mehr.

Hysterican
4 Monate zuvor

Was hier in warmen Worten ausgegossen wird sind die realitätsfernen Wahnvorstellungen von Leuten, die faktisch Schulen gestalten , die aber Null Ahnung davon haben, wie ihre „fixen Ideen“ letztlich umgesetzt werden – resp. denen es schlicht scheißegal (sorry!) ist, dass der (Bildungs)Alltag der Kinder und Jugendlichen in keinster Weise so verläuft, wie es hier fantasiert wird.

Wenn ich bislang – auch zuweilen durchaus widerlegbar – die Meinung vertreten habe, dass diese 16 (regelmäßig austauschbaren) Vollsimpel – egal welcher politischen Couleur – keine Ahnung – dafür aber viel destruktive Potential – im Hinblick auf die Gestaltung und v.a. Umsetzung von Schulsystemen haben, so ist spätestens an dieser Stelle der unwiderlegbare Beweis von deren Seite angetreten worden.

Freiya
4 Monate zuvor
Antwortet  Hysterican

Wir könnten damit beginnen, bei Besuchen dieser „Entscheider“ in unseren Lernanstalten mal keine potemkinschen Dörfer mehr zu bauen, keine Zirkusstunden mehr zu zeigen, sondern sie Schulluft, so wie sie eben ist schnuppern zu lassen!

potschemutschka
4 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

Haben Sie schon mal irgendeinen „Entscheider“ (höher als Schulamt) in einer ganz normalen Schule (noch besser Brennpunktschule) gesehen? Ich, in 40 Dienstjahren, keinen!

Freiya
4 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Also Bürgermeister, Landrat, Schulrat, Wettbewerbsgremien…ja.
Kultusminister/in: nö.

Torsten
4 Monate zuvor

Ganztagsschulen sind ja keine neue Erfindung und kann durch die KMKs gern mit vielen gutklingenden Wörtern beschrieben werden.
Was ist die Realität: Einen Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung kann es zwar geben, jedoch wir sehen das bei den Kiga, dass dieser nicht umgesetzt werden wird.
Meine Erfahrung aus der mehrjährigen Arbeit an einer Privatschule ( GS ) zeigt, dass und wie Ganztagsschule funktionieren kann.
Unterricht bis Mittag, Lehrer essen mit ihren Klassen, anschließend bis 15.00 Uhr Unterricht oder Hausaufgabenbetreuung. Danach bis 17.00 Uhr AGs für die Kinder, die Interessen z.B. am Theaterspiel haben.
Das heißt, dass Lehrer viel mehr arbeiten als die 27/28 Stunden. Ich habe es 12 Jahre mitgemacht. Nun sind Privatschulen kleine wirtschaftliche Unternehmen und leben neben den Zuschüssen vom Staat besonders von den Geldern der Eltern.
An staatlichen Schulen ist das nicht/ kaum so umsetzbar.
Zur Realität gehört auch, dass Ganztagsschulen nur dort funktionieren, wenn engagierte Pädagogen und Erzieherinnen/Erzieher, andere päd. Mitarbeiter und ein breites Umfeld an Vereinen gibt. Das ist jedoch nicht überall der Fall.
Dann ist es nur eine „ Aufbewahrung „ bis die Eltern zur Abholung kommen.
Letztlich wird es wieder am Geld hängen und am Spiel des Zuschiebens von Verantwortlichkeiten.

Fakten sind Hate
4 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

„ein breites Umfeld an Vereinen“

Wer von den Vereinen soll denn Mittags die AGs anbieten? Renter vielleicht. Alle anderen sind selber arbeiten. Ansonsten gibt es noch diejenigen, deren Beruf quasi das AG-Anbieten (Selbständigkeit) ist. Die wollen aber auch bezahlt werden. Nur können sich das die meksten Schulen nicht leisten.

Torsten
4 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Es gibt schon hier und da einige: So gehen einige Kids meiner heutigen Schule zum Reiten, Erste Hilfe oder auch Musikschule. Gut, das sind nicht direkt Vereine, jedoch auch Personen, die sich für die Kinder anbieten.
Richtig, Vereine sind in der Regel erst nachmittags offen für Arbeit mit Kindern.

Freiya
4 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Bei uns Boxen, Fußball. Das wars dann aber auch mit Vereins-Angeboten.

Palim
4 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Lehrkräfte an Regelschulen arbeiten auch viel mehr als 28 Unterrichtsstunden u d sind hoch engagiert, das ist nicht auf Privatschulen beschränkt,
die Arbeitszeitstudien zeigen deutlich, was die fehlende Arbeitszeiterfassung nicht dokumentiert.
Ganztag kann nicht zusätzlich durch Lehrkräfte realisiert werden, die längst weit über die angesetzte Stundenzahl und oft über die Höchstgrenze hinaus arbeiten.

Ob sie dem LKW-Fahrer auch sagen, er möge doch einfach seine Lenkzeiten überschreiten und der Arzt noch eine Schicht dranhängen?
Warum nur gibt es Arbeitszeiterfassung und Mindestzeiten?

ABC
4 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Wenn die Lehrer an dieser privaten Schule mehr als 27/28 Unterrichtsstunden geben, frage ich mich: Wann bereiten diese ihren Unterricht vor uvm…. Tätigkeiten, die man als Lehrer so nebenher im häuslichen Berü zu erledigen hat? Nachts?

ABC
4 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Büro … war gemeint

Clara
4 Monate zuvor

Man darf gespannt sein, welch pädagogische Elite hier tätig werden wird! sicher durch und durch motivierte Idealisten, denen eigene Bedürfnisse nicht so wichtig sind …

Torsten
4 Monate zuvor
Antwortet  Clara

Ist so nicht ganz richtig, denn ich biete am Nachmittag eine Handball-Ag an und habe in der Privatschule 12 Jahre mit über 50 Kindern eine Tanz- und Theatergruppe gehabt.
Vielleicht idealistisch, jedoch im Einklang mit persönlichen Bedürfnissen.

SchadeMarmelade
4 Monate zuvor

Ich bin 46, erwachsen, gefestigt in meiner Persönlichkeit und mit einem festen Freundeskreis. Wenn ich nach einem Tag Ganztagsschule gegen 16 Uhr nach Hause komme bin ich alle.
Wie soll es da erst Kindern und Jugendlichen gehen? Keine Ruhe. Dumme Verteilungen. 2. Stunde irgendwelche Ganztagsangebote. 3. Stunde Sport und dann die 4. Stunde nach der Mittagspause am Handy Geschichte, Biologie oder sonstiges.
Ständig Lärm, ständig Druck, ständig eine Rolle die man einnehmen muss. Das kann doch nur zu Lasten der Leistungsfähigkeit gehen.

DerechteNorden
4 Monate zuvor
Antwortet  SchadeMarmelade

Das liegt aber nicht am Ganztag, sondern daran, wie schlecht das alles organisiert ist.
Ganztag an den allermeisten Schulen in Deutschland ist Billigaufbewahrung von jungen Menschen. Ein Sparmodell. In Deutschland darf Bildung möglichst nicht viel kosten.

Lessi
4 Monate zuvor
Antwortet  SchadeMarmelade

Eben. Als ich Schlüsselkind war, freute ich mich zunächst auf das Lümmeln auf dem Sofa. Dort schlief ich meist eine Stunde und erledigte danach ausgeruht meine Hausaufgaben. Wie soll das im Ganztag funktionieren???Grausamer Gedanke… so ganz ohne Rückzugsmöglichkeiten!

Torsten
4 Monate zuvor
Antwortet  Lessi

Hausaufgaben im Ganztag erledigen.
Lümmeln geht später und es beruhigt, die HA erledigt zu haben.

Dejott
4 Monate zuvor

Lehrer stellen einen Kriterienkatalog für einen guten Arbeitgeber und einen guten Arbeitsplatz auf.
Wäre auch mal ne Idee…..

potschemutschka
4 Monate zuvor

Warum eigentlich können heutzutage normale Kinder ab 10 spätestens 12 Jahren, nicht nachmittags alleine sein, selbständig ihre Hausaufgaben machen und sich dann mit Freunden oder auch mal allein sinnvoll die Zeit vertreiben, bis die Eltern von Arbeit kommen? Haben die Eltern kein Vertrauen in ihre Sprösslinge mehr? Früher ging das doch auch (Schlüsselkinder) und da hatten wir noch nicht mal Telefon, geschweige denn jeder ein Handy.

DerechteNorden
4 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Eben, wegen Letzterem und seinen Kollegas, mit denen man stundenlang Zeit verschwenden kann.

potschemutschka
4 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Vorbildwirkung der Eltern? Aber die Schule soll es richten.

DerechteNorden
4 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Und wenn die selbst nur am Handy hängen? Warum sollten die Kinder das dann anders machen, wenn sie noch dazu unbeaufsichtigt sind?
Wäre schön, wenn es anders wäre, ist es aber nicht.
Das ist doch das Problem unserer Zeit: Wenn Eltern sich nicht kümmern, dann ist das schlecht für uns alle langfristig gesehen. Stichwort „Fachkräftemangel“.
Aus dem Südkurier von heute : „Von den rund 5,5 Millionen [Bürgergeld-]Beziehern sind mehr als 2,6 Millionen unter 30 Jahre alt. Das sind 47,7 Prozent der Bürgergeld-Bezieher.“

potschemutschka
4 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Genau das meinte ich ja!

DerechteNorden
4 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Und deshalb muss es die Schule richten. Leider. Wenn Eltern es nicht tun, dann gibt es keine andere Möglichkeit, wenn wir unseren Staat nicht komplett gegen die Wand fahren wollen.
Damit meine ich nicht, dass sich jetzt jede im System tätige Person mehr anstrengen bzw. mehr arbeiten sollte, sondern, dass die Politik endlich echte Sofortmaßnahmen einleitet.
Es gibt viele Stellschrauben.