Bildungsministerin: Schüler müssen in Deutsch besser werden – mehr Vergleichsarbeiten

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Bildungsministerin Stefanie Hubig hat betont, dass die Schüler und Schülerinnen in Deutsch besser werden müssen. Dafür habe sich das Land schon vor fünf Jahren auf den Weg gemacht und erweitere das notwendige Maßnahmenpaket fortlaufend, sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch während einer aktuellen Debatte im Landtag in Mainz. Es gebe aber nicht die eine Erklärung oder die eine Lösung für das Problem.

„Fokus auf Lesen und Zuhören“: Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). Foto: Peter Bajer/Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz

«Wir wollen den Fokus legen auf Lesen und Zuhören», sagte Hubig und verwies auf eine Reihe von Maßnahmen, die den Deutschunterricht als Ganzes stärken sollen, wie etwa eine zusätzliche Stunde Deutsch für Zweitklässler ab dem nächsten Schuljahr. Zudem müssten Vergleichsarbeiten zur Leistungsmessung gestärkt werden, um festzustellen, wo die Schüler stehen und wie sie gefördert werden könnten. Hubig appellierte aber auch an die Eltern, mehr vorzulesen.

Der Landtag hatte noch einmal über den vor rund einem Monat veröffentlichten IQB-Bildungstrend 2022 debattiert. Danach haben sich bundesweit und auch in Rheinland-Pfalz die Deutsch-Leistungen von Neuntklässlern bedenklich verschlechtert. Etwa jeder Dritte scheiterte im vergangenen Jahr bei Testaufgaben zum Lese- und Hörverständnis an den Mindeststandards für den mittleren Schulabschluss, der in der Regel am Ende der zehnten Klasse erworben wird. Im Bereich Rechtschreibung verfehlte demnach mehr als jeder Fünfte den Standard.

Nach Einschätzung der bildungspolitischen Sprecherin und stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Fraktion, Jenny Groß, reichen die Programme der Landesregierung nicht aus. Mehrere Redner wiesen darauf hin, dass die Schüler aber laut IQB in Englisch deutlich besser geworden seien. «Das ist auch eine Schlüsselqualifikation in einer global vernetzten Welt», sagte Daniel Köbler von den Grünen. News4teachers / mit Material der dpa

IQB-Bildungsstudie: Abwärtstrend verstetigt sich – „und am Ende wird den Lehrkräften vor Ort die Schuld gegeben“

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Riesenzwerg
6 Monate zuvor

Seit JAHREN höre ich immer nur, „kein Druck für die Schüler, Individualität, jeder steht, wo er steht, sie sollen sich nicht miteinander vergleichen, jeder ist individuell, hat eine individuelle Lernkurve, abholen, wo sie stehen, kein Lernzwang, kein monotones Üben und Wiederholen, da das ja Drill ist, bloß nicht überfordern….“

Und nun sollen mehr Vergleichsarbeiten was genau bringen?

Mehr Spaß am Lernen, Üben, sie machen spontan alle superfreiwillig und begeistert mit und pauken wie die kleinen Teufel, weil Vergleichsarbeiten geschrieben werden?

Mal ehrlich – die Unterschiede sind soooooooo groß, dass fast jedes Kind eine eigene Klassenarbeit bekommen müsste.

Aber – Glückwunsch! Super Idee!

Vielleicht ist ein wenig Übertreibung drin. Auf jeden Fall ist Ironie zu finden.

Unfassbar
6 Monate zuvor

Auch wenn eine Ministerin und nicht der Kanzler das sagt, wird die Sau nur durch häufigeres Wiegen besser wird.

SoBitter
6 Monate zuvor

Wer Vergleichsarbeiten braucht, um zu sehen, wo seine Schüler fachlich stehen, der hat den Beruf verfehlt.

Frau Hubig, sie sind eine absolute Fehlbesetzung, treten sie endlich zurück!

Unfassbar
6 Monate zuvor
Antwortet  SoBitter

Die Politiker brauchen diese Vergleichstests um die wahren Zustände verschleiern zu können.

447
6 Monate zuvor

Ich kann kein einziges Wort Chinesisch.

Wenn ich jetzt pro Woche eine Klassenarbeit Chinesisch schreibe – wie viel Chinesisch kann ich mach einem Halbjahr?

Na klar – ein halbes Chinesisch!

Kaffeetasse
6 Monate zuvor

In Berlin wurde noch unter Frau Scheeres von der SPD so einiges beschlossen, um die Vermittlung von Lesen, Schreiben und Rechnen zu verbessern, tägliche Rechtschreib- und Leseübungen z.B, ich lach mich schlapp, denn niemand, wirklich niemand macht das bei uns.

DerechteNorden
6 Monate zuvor
Antwortet  Kaffeetasse

Warum nicht? Das wäre ja sinnvoll. Jeden Tag ein bisschen Basics üben. Kontinuierlich mehr kleinere Häppchen sind nachweislich gut, um sich etwas auf Dauer zu merken.

Inselbegabung
6 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

„Basics“ sind auf Deutsch Grundkenntnisse, Grundlagen oder einfach die Basis. 🙂

Hier haben Sie nun Ihr „Häppchen Deutsch“ für den heutigen Tag. 🙂

Fakten sind Hate
6 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Das macht sicher auf den ersten Blick Sinn. Nur bleibt es meist beim Bearbeiten der Übungen. Eine Rückmeldung und ggf. weitere Übungen erhalten die Kinder meist nicht, da die Lehrer bei 30 Schüler je Klasse in 45 maximal 1min mit jedem Kind reden können.

Es gab mal eine Zeit, da hatten die Kinder ab ca. 13:20Uhr nach der Schule frei und mussten dafür aber noch Hausaufgaben erledigen, bei welchen die Kinder zuhause von den Eltern Unterstütung und Ruckmeldung erhielten. Diese Lernzeiten sind aufgrund der Ganztagsschulen weggefallen bzw. wurden stark reduziert.
Mich wundert es daher kaum, dass die Leistungen insgesamt abnehmen.

Kaffeetasse
6 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Wenn es überall Ganztagsschulen gibt, schmeißt die Hälfte der Lehrer hin. Sowas haben sie nie gewollt, als sie Lehrer wurden.

vhh
6 Monate zuvor

Seit fünf Jahren wird das Maßnahmenpaket fortlaufend erweitert und die Leistungen verschlechtern sich zeitgleich in bedenklichem Umfang. Diagnose und Therapie: Bitte noch mehr Programme (mit den seit Jahren erfolglosen Maßnahmen). Ohne Worte…
Die nächsten Vergleichsarbeiten überprüfen dann, wieviel die Eltern ihren Kindern vorgelesen haben, da hat man gleich noch ein paar Schuldige parat.
Ist es schon Wahnsinn, so hat es doch Methode (selbst das muss langsam bezweifelt werden).

mama51
6 Monate zuvor

OMG!!!
Zuerst hoffte ich noch „auf einen schlechten Witz“…☹️

Mir fallen nur 2 „Weisheiten“ dazu ein:
– Vom Wiegen wird die Sau nicht fett.
– Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht!

Ansonsten,nichts weiter als ABM …also sinnlose Mehrarbeit!

Und dass Frau H. immer noch im Amt ist, ist kaum zu glauben

Lisa
6 Monate zuvor

Druck funktioniert, wenn eine gewisse Basis , ein Ziel und auch Leistungswillen vorhanden ist. Wenn dies alles fehlt, läuft der Druck ins Leere.

Fakten sind Hate
6 Monate zuvor

Ja, da ich habe da ein super ausgeklügeltes Konept ausgearbeitet. Für eine B4-Besoldung wäre ich selbstverständlich bereit, dieses mit der Ministerin zu teilen. Sie darf auch gerne die Lorbeeren hinterher ernten. Mir geht’s nur ums Geld.

Glaubt mir keiner? Nun gut. So viel zumindest: Kindergartenkinder und Grundschüler sollen verpflichtet wöchentlich eine 15min-Lesespaßeinheit erhalten. Die vorher bereits festgelegten Leseerfolge werden anschließend durch wöchentliche Tests und Beobachtungsbögen belegt.

Rüdiger Vehrenkamp
6 Monate zuvor

Lasst doch die Lehrer endlich vor Ort arbeiten! Sie kennen ihre Schüler doch am besten. Hört auf, sie mit immer weiteren, unnötigen Tests zuzukleistern, die eh nur das Offensichtliche bestätigen. Entschlackt den Lehrplan und richtet das Augenmerk auf die wesentlichen Bereiche der deutschen Sprache.

Hört auf mit ständig neuen Schulreformen. Gebt den Lehrkräften mehr Befugnisse in die Hand. Dazu gehört schon, dass Bußgelder sofort verhängt werden dürfen, wenn ein Schüler regelmäßig unentschuldigt fehlt. Sobald es an den Geldbeutel geht, werden im Elternhaus ungeahnte Kräfte wach: Das Kind kommt nicht zur Schule? Kürzung des Kindergeldes. Alle schulischen Maßnahmen entpuppen sich doch am Ende als zahnlose Tiger.

Heterogene Gruppen müssen wieder homogener werden. Wie soll denn bitte eine einzelne Lehrkraft vom Inklusionskind über den Haupt- und Realschüler bis hin zum Gymnasiasten alle zeitgleich unterrichten können?

Unpopuläre Meinung, aber wir brauchen wieder mehr Druck und Drill und keine romantischen Vorstellungen mehr, dass man aus jedem Brennpunktschüler ein lernwilliges Individuum machen könnte.

Tim Bullerbü
6 Monate zuvor

Der Brennpunktschüler ist nicht dumm oder lernunwillig, weil er in einer Wohnung des Sozialen Wohnungsbaus aufgewachsen ist.
Druck und Drill verorte ich in eine Napola.
An Schule erwarte ich von Lehrkräften Pädagogik, Fachkompetenz, Konsequenz und Wertschätzung.

RSDWeng
6 Monate zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Und dazu gehören in vielen Fällen auch Druck und Drill!

Realist
6 Monate zuvor
Antwortet  RSDWeng

RSD = Rekrut im Sanitätdienst???

RSDWeng
6 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Nein, ich war Funker.

Sascha Z.
6 Monate zuvor

Ja, ich finde auch, dass die Eltern gefälligst mehr vorlesen sollen, verdammt noch mal.
Das sage ich gleich Montag den drei Elternpaaren, die Analphabeten sind, den 8 Familien aus der Ukraine, die seit 4-8 Monaten in Deutschland sind und den beiden alleinerziehenden Müttern, die 2 Jobs haben.
Und wenn ich dann noch Bock habe, erkläre ich der Alkoholiker- Mutter, dass sie schon mal die Märchenbuch rausholen kann.
Ob Politiker=innen wohl mal aus ihrem Elfenbeinturm herabsteigen könnten?!
Die Schüler/innen brauchen Unterstützung außerhalb ihres Elternhauses!!!!

Dil Uhlenspiegel
6 Monate zuvor

Das wird jetzt etwas kompliziert … ah ne, so geht’s:
Fortbildung, Handreichung, Digitalisierung, Ausschreibung, Lernstandszentraldauertestung.

RSDWeng
6 Monate zuvor

Dazu sage ich nach über Jahren als Deutschlehrer: üben, drillen, üben, drillen…
Und weg mit den Vergleichsarbeiten. Sie kosten nur Zeit. Ein guter Lehrer weiß, was seine Schüler können, und handelt dementsprechend. Bei einem schlechten Lehrer nützen die Vergleichsarbeiten auch nichts, weil er es eben nicht kann.

RSDWeng
6 Monate zuvor
Antwortet  RSDWeng

Es muss heißen: Nach über 40 Jahren….