Lehrkräfte sollen Schüler ansprechen, um sie für den Lehrerberuf zu gewinnen

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ERFURT. Der Lehrermangel wächst sich weiter aus. Das Thüringer Bildungsministerium stattet alle weiterführenden Schulen mit gymnasialer Oberstufe nun mit Werbematerial zur Lehrerinnen- und Lehrergewinnung aus – die Lehrkräfte sollen Schülerinnen und Schüler für den Beruf gewinnen.

Lehrerinnen und Lehrer sollen Schülerinnen und Schüler ansprechen (Symbolbild). Illustration: Shutterstock

In den rund 300 Schul-Kits zum Lehrerinnen- und Lehrerberuf, so teilt das Bildungsministerium mit, seien Materialien enthalten, die Pädagoginnen und Pädagogen einerseits über ihre Mitgestaltungsmöglichkeiten und Angebote im Rahmen der Lehrergewinnungskampagne „Erste Reihe Thüringen“ informieren. Andererseits verstehe sich die Versandaktion vor allem als ein Angebot für Lehrkräfte, mit den Schülerinnen und Schülern über den eigenen Beruf ins Gespräch zu kommen. „Schulen können darüber hinaus mit neuen Schriftzügen und Werbebannern auch selbst besser Werbung für freie Stellen an ihrer Schule machen.“

„Wir müssen den Lehrerinnen- und Lehrerberuf mit all seinen Facetten zurück in das Bewusstsein junger Menschen bringen“

Bildungsminister Helmut Holter (Linke) wirbt dafür, die Berufsorientierung auch für die Information über den Lehrerinnen- und Lehrerberuf zu nutzen: „Die Stundentafel ist so vielfältig, dass, wer Lust hat, ein Lehramtsstudium aufzunehmen, mit Sicherheit etwas für sich finden wird. Gerade bei der Berufsorientierung sind wir auf die Mitwirkung unserer Lehrkräfte als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren angewiesen. Sie sind am dichtesten an der Zielgruppe, kennen daher das Potential ihrer Schülerinnen und Schüler und können so konkret für ein Lehramtsstudium motivieren. Wir müssen den Lehrerinnen- und Lehrerberuf mit all seinen Facetten zurück in das Bewusstsein junger Menschen bringen. Thüringen wird in den nächsten Jahren weiterhin sehr viele Lehrkräfte einstellen müssen. Nur durch kontinuierliche Information und Aufklärung und eine kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte können wir dem Lehrermangel begegnen.“

Die Not ist so groß, dass auch der Schulhofzaun für Nachwuchswerbung herhalten soll. „Neben der Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler nimmt die Lehrergewinnungskampagne auch das aktuelle Personalmarketing vor Ort an den Schulen besonders in den Blick“, so heißt es beim Ministerium. Als Angebot für Thüringer Schulen mit ausgeschriebenen Stellen gebe es nun auch „auffällige Werbebanner, um bei Bedarf direkt am Schulhofzaun“ darauf aufmerksam zu machen, dass an dieser Schule „attraktive berufliche Aussichten auf potentielle Bewerber warten“.

Die Lehrergewinnungskampagne des Freistaats Thüringen läuft seit 2019 „und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der einerseits auf klassischer Werbung, andererseits auf der Optimierung der Informationsmöglichkeiten und nicht zuletzt auf der Weiterentwicklung interner Prozesse basiert“, wie das Ministerium mitteilt. Die Materialien aus dem Schul-Kit sowie die neuen Werbebanner für Webseiten, Social Media und Zäune sind online einsehbar und können von den Thüringer Schulen bezogen werden. News4teachers

„Keinen Bock auf Arbeit? Dann werde doch Lehrer*in!“ Empörung über Werbekampagne

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Walter Hasenbrot
3 Monate zuvor

Wenn mir Schüler sagen, das sie Lehrer werden wollen, frage ich sie immer, ob sie sich das auch gut überlegt haben.

Michael K.
3 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Und? Haben Sie bei all der Meckerei schon gekündigt? Nicht nur innerlich?

Walter Hasenbrot
3 Monate zuvor
Antwortet  Michael K.

Sind Sie zum Pöbeln hier?

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Michael K.

Die Frage von Walter Hasenbrot ist eine gute Frage.

Die stellt man nämlich in der Regel jedem angehenden Azubi – schließlich soll er/sie/es die Lehrzeit bestehen und u.U. jahrelang in diesem Beruf tätig sein.

Ich verstehe Ihre Fragen nicht – rein inhaltlich.

Jaja
3 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Ich werde gefragt, warum ich Lehrer geworden bin. „Sie könnten doch Karriere machen“ oder „Warum wird man nur Lehrer?“ sind so gängige Aussagen.

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Jaja

Ist doch wie bei dem ein oder anderen Schauspieler, der auf die Frage nach der Mitarbeit in dem einen oder anderen peinlichen Filmprojekt antwortet:

„Ich war halt jung und brauchte das Geld.“

Ragnar Danneskjoeld
3 Monate zuvor

Muhahaha….ich sage meinen Schülern ganz offen, dass ich nicht nochmal Lehrer werden würde.

JoS
3 Monate zuvor

Ich sage ihnen, dass einerseits das Unterrichten für mich der schönste Job der Welt ist, andererseits aber Bürokratie, Teamsitzungen, Korrekturen, Elternarbeit etc. manchmal kaum auszuhalten sind.

Reisinger850
3 Monate zuvor
Antwortet  JoS

Schönster Job der Welt…hört sich schon bemitleidenswert an

Torsten
3 Monate zuvor
Antwortet  Reisinger850

Ist jedoch so…für mich auch!
Wer das anders sieht, der soll aufhören!

Sternschnuppe
3 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Ach ja. Und das ändert dann etwas an den schlechten Arbeitsbedingungen? Dieser Beruf ist nicht zu empfehlen, aber der Generation Z ist das schon lange bekannt oder: Lehrer? Ich bin nicht blöd!

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Gewalt gegen Lehrkräfte – Schulministerin zeigt sich (wieder einmal) besorgt vom 17. November 2023

Gerne einige Anekdoten hier nachlesen.

Wir können ja nicht alle spinnen oder/und übertreiben.

Lessi
3 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Sie sind noch nicht lange genug Lehrer, oder?

Torsten
3 Monate zuvor
Antwortet  Lessi

Doch, seit 42 Jahren!

Kadee
3 Monate zuvor

Ich bin keine Lehrkraft in Thüringen, denke jedoch, die (NOT-) Situation ist in allen Bundesländern vergleichbar groß. Außerdem glaube ich, viele Lehrerinnen und Lehrer haben mit mir mehr oder weniger geduldig auf soetwas gewartet, um jetzt sagen zu können: „Lügen werde ich hinsichtlich des Lehrerberufs unter aktuellen Bedingungen auf keinen Fall!“. – Also, ob diese Werbung hilft???

Biene
3 Monate zuvor
Antwortet  Kadee

Ich wollte im Staatsdienst bleiben, durfte aber nicht, weil ich nicht das „richtige“ Lehramt für die RS hatte. Alles nach dem ich für 5 Schuljahre in der RS unterrichtet habe.
Jeder SL hätte mich gerne noch weiter beschäftigt, nur die übergeordnete Stelle wollte das nicht.
Man frage sich, ob die zuständigen Stellen wirklich noch nichts von dem Mangel an den Schulen zu hören bekommen haben.

Lehrer
3 Monate zuvor

Bei uns unterrichten momentan auch Abiturienten des letzten Jahrgangs in der Unterstufe. Einige von ihnen sogar Hauptfächer.
Diejenigen, die vor allem in problematischen Klassen eingesetzt werden, nehmen ganz schnell Abstand vom Wunsch Lehrer zu werden.

Walter Hasenbrot
3 Monate zuvor
Antwortet  Lehrer

In welchem Bundesland unterrichten Sie? Das klingt ja katastrophal.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Thüringen?

Lehrer
3 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

RLP

Sepp
3 Monate zuvor
Antwortet  Lehrer

Als was „unterrichten“ sie denn?
Unsere FSJler hatten bisher jöchstens mal eine AG mitbetreut, aber auch das nicht alleine…

Sandrina
3 Monate zuvor
Antwortet  Lehrer

Warum bitte werden Schüler in problematischen Klassen eingesetzt???
Sorry, aber da fehlt mir das Verständnis und den Verantwortlichen einiges zwischen den Ohren!

Lehrer
3 Monate zuvor
Antwortet  Sandrina

Nein, keine Schüler sondern Abiturienten. Sie haben dieses Jahr ihr Abitur bestanden.

Gelbe Tulpe
3 Monate zuvor

Mach ich schon. Ich erzähle von angenehmen 70-80-Stunden Wochen im Ref und noch besseren 60 Stunden danach? Begeistert nehmen die SuS das aber nicht auf. Warum nur? Was mache ich falsch?

Carsten
3 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

§87 BBG mit 44 Wochenstunden (entsprechend wohl auch die Landesgesetze) und max 48 Stunden nach ArbZG – als Außenstehender begreife ich nicht, wie so etwas am Gesetz vorbei geht.

Stefan
3 Monate zuvor
Antwortet  Carsten

Das ist nun wahrlich nicht schwer zu verstehen, es wird keine Arbeitszeit erfasst, diese wird pauschal berechnet, nach einem super System, bei dem keiner Überstunden machen muss. Alle Studien, die etwas anderes sagen, schaut man einfach nicht an oder ignoriert sie. Lehrer, die von Überstunden berichten, müssen sich mal „optimieren“.

Wenn Sie das in der freien Wirtschaft machen, kommt Gewerbeaufsichtsamt und Zoll, aber doch nicht beim Staat. Da geht alles mit rechten Dingen zu… *Augen zu halten und feste dran glauben*

In ein paar Jahren ändert sich das, aber es ist schon eine Frechheit, was sich die erlauben.

Dreamghost
3 Monate zuvor
Antwortet  Carsten

So liebe Kinder, ich weiß es ist erst Donnerstag aber lt. BBG ist meine Wochenarbeitszeit jetzt erfüllt. Ich gehh dann mal.. Wie? Die Klausur morgen? Fällt aus. Vertretung? Tut mir leid Chef aber die kann ich nicht machen. Elternabend heute? Konferenz am Nachmittag? Nun ja, was soll ich sagen…

ExLehrerin
3 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Genau das hatte ich auch 8 Jahre lang. Reduktion auf 80% der Stelle brachte 45-46 Wochenstunden. Ab Januar mache ich „winki winki“ dem System.

Hans Malz
3 Monate zuvor

Ich habe schon ganz viele Schüler beraten … vom Lehrerberuf weg natürlich.

Der Zauberlehrling
3 Monate zuvor

Da wäre ich der falsche Mann.

Ich bin dazu übergegangen, vom Lehrerberuf abzuraten.

Das System ist krank, kaputt und unerbittlich.

Dil Uhlenspiegel
3 Monate zuvor

LuL sollen mit SuS über den Lehrberuf reden?
… manchmal werden Wünsche wahr :o)

Pit2020
3 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

@Dil Uhlenspiegel

Kernaussage in solchen Gesprächen ungefähr so:
„Döpdöpöp …“
https://www.youtube.com/watch?v=0aV_vHcunSQ

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Nicht mein Zirkus – nicht meine Affen ….

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Das dachte ich auch 🙂

Die wenigsten fühlen sich wohl in ihrer (lauten, …) Klasse.

Sie sehen, dass so mancher nicht lernt und sich die gemeinsame Zeit anders vertreibt….

Sie sehen, dass diejenigen, die lernen (und deswegen Lehrer werden könnten), nicht lernen dürfen, weil ein Großteil nicht mitzieht.

Sie sehen, dass Lehrkräfte behandelt werden – Gewalt war hier ja auch schon Thema.

Sie erleben den täglichen Schülerschulstress mit und die Konflikte, die es untereinander gibt und in den Stunden von uns bearbeitet werden müssen.

Sie sehen, wie erfolglos das häufig ist.

Sie sehen, wie Kinder und Eltern uns legal vor die Wand laufen lassen und Erziehung verhindern.

DENEN soll der Beruf schmackhaft gemacht werden?

Dann ist es echt vorbei – denn diese Kids nehmen uns dann auch nicht mehr ernst.

Und das – zu Recht!

Leseratte
3 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Wenn die hübsch teure Werbeaktion des Kultusministers nicht funktioniert („Sei Welterklärer und Lieblingslehrer“ oder „Astronomielehrer – dein Kopf im All, dein Herz auf dem Land“), sollen es halt die KuK selber richten ))))…

Freundlicher Misanthrop
3 Monate zuvor

Auch wenn sich jetzt hier viele LuL freuen, dass Sie quasi mit dem Segen der Allerhöchsten mal mit den SuS Tacheles bezüglich der Vor- und Nachteile des Lehrerberufs reden können:

Das gibt ganz schnell einen Paragrafen (oder Erlass), der „Lehrkraftszersetzung“ verbietet und dann eine Handreichung, welche positiven Aussagen zum Lehrerberuf zulässig und wann in welcher Reihenfolge zu tätigen sind.

Jeder anderen Vorstellung fehlt für mich der Lebensweltbezug ;o)

GS in SH
3 Monate zuvor

Genau! Wenn ich mir die Kommentare hier ansehe bin ich entsetzt!
Es wird höchste Zeit für eine Handreichung, wie ein Lehrer politisch korrekt über seinen Beruf aufzuklären hat!
Vielen Dank an das KuMi für die Mühe, ein so hilfreiches Kit zusammen zu stellen!

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  GS in SH

Moment mal!

Lügen dürfen wir nicht !

Und wenn ich nach meinen Arbeitszeiten gefragt werde – soll ich mir was ausdenken?

Was erwarten Sie von mir?

Ich mag meinen Beruf (generell), bin gerne Lehrkraft (i.d.R.) und gehe unter in unbezahlter dauerhafter Oben-Auf-Arbeit UND den zig Korrekturstunden, den zahlreichen Konferenzen, Gesprächen, Außenwirkungsterminen, dem Verhalten diverser Schüler, dem Verhalten diverser Eltern, der kaum noch vorhandenen Möglichkeit, Schüler zu erziehen – die Eltern sehen das als „auf dem Kieker haben“ (was ja auch stimmt, wenn Hänschen sich durcht derart originelles Verhalten stündich in den Vordergrund drängt und auch nicht davor zurückschreckt, seine Mitschüler zu attackieren..), Präsentationstagsvorbereitungen (Freizeit) am Wochenende (Erholungszeit)…..

Und DAS soll ich nicht sagen dürfen?

Die werden sehr enttäuscht sein, sollten sie den Weg gehen um Lehrkraft zu werden und dann in der realen Realität ankommen…..

Auf der anderen Seite – so „blöde“ sind meine Schüler nicht, die sehen, was abgeht, die sehen abends mein Auto auf dem Lehrerparkplatz (und die der anderen Lehrkräfte auch), die kriegen mit, wenn ich (oder wir) von einem Ort zum anderen hetzen, telefonieren, zu spät in den Unterricht kommen, weil…… wieder jemand originell war und zur Schulsozialpädagogin gebracht werden musste, …..

Wombatlover
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

In der Aufzählung fehlt noch das Verhalten diverser Kollegen, die besser nicht Lehrer geworden wären und über null Empathie verfügen. Da verbringt man auch gerne mal das eine oder andere Stündchen damit, Tränen zu trocknen, zu trösten und zu versuchen, Selbstvertrauen wieder aufzubauen.

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Wombatlover

Die Lehrer geworden sind, weil sie nicht Sozialpädagoge hatten werden wollen.

Lessi
3 Monate zuvor

Verstehe ich das richtig? Sie meinen, dann folgt der angeordnete Zwang von ,,oben“ den Lehrerberuf schön zu färben?

Freundlicher Misanthrop
3 Monate zuvor
Antwortet  Lessi

„Zwang“ ist schon ein arg hässliches Wort…

Ich denke eher an die Anweisung, den Beruf im Hinblick auf die gesamtgesellschaftliche Lage und den überraschenden und unvorhergesehenen Mehrbedarf an Lehrkräften verantwortungsvoll und im Sinne des Dienstherrn im Einklang mit den geltenden Vorschriften und Erlassen, ggf. auch unter der Beachtung der besonderen Treuepflicht und im Hinblick auf die perspektivische Reduzierung der eigenen Arbeitsbelastung jetzt und in Zukunft angemessen darzustellen. Anderenfalls droht natürlich keine Bestrafung, lediglich intensive Mitarbeitergespräche, Ausnutzen des vorhandenen beruflichen Restethos („Kinderaugen“ und so), ggf. Abordnungen an weiter entfernte Schulen, ein aus Versehen unglücklich geratener Stundenplan (Leerstunden etc pp.), fachfremder Einsatz mit entsprechender Mehrvorbereitung…

Wie Sie daraus jetzt „Zwang“ lesen, weiß ich auch nicht…

Ist ja nicht so, dass „Lehrkraftzersetzung“ im StGB steht oder Kritik an den Allerhöchsten mit der Verunglimpfung von Verfassungsorganen gleichgesetzt würde… also alles ohne Zwang.

Oder was glauben Sie, was die Allerhöchsten tun, wenn ihnen hinterbracht wird, dass aktuelle LuL den SuS in der Mehrheit vehement von dem Beruf abraten? In sich gehen, nachdenken und die Arbeitsbedingungen verbessern?

Lessi
3 Monate zuvor

😉

Michael K.
3 Monate zuvor

Dem Beamten ist die „Flucht in die Öffentlichkeit“ sagen wir mal „abgeraten“. Aber die meisten schreiben ja unter Pseudonym und ob die echt klingenden Namen wirklich echt sind, weiß man ja nicht.

Christian77
3 Monate zuvor

Sieben Jahre im Thüringer Schuldienst haben mich dazu gebracht diesen Beruf in diesem Bundesland niemandem zu empfehlen! Die Schulämter und das Kultusministerium warten nur darauf die ihnen unterstellten LuL dumm dastehen zu lassen. Unterstützung bei Problemen ist nicht zu erwarten und sämtliche LuL, vom Fachlehrer bis zum Schulleiter, dürfen jahrzehntelange Misswirtschaft ausgleichen. Es melden sich nicht umsonst in Thüringen kaum LuL zu freiwilliger Mehrarbeit!

Wutbürger
3 Monate zuvor
Antwortet  Christian77

Und Sie glauben, das ist in anderen Bundesländern anders?

Herr Hallmackenreuther
3 Monate zuvor

Hat man nicht auch im alten Rom Sklaven losgeschickt, um neue Sklaven zu werben?
Die Quellenlage dazu scheint eher dünn zu sein. Weil es so gut funktioniert hat … ?

Lisa
3 Monate zuvor

Och, ein tüchtiger Hausverwalter oder Sklavenmanager war durchaus in der Lage, Personal einzukaufen. Aber der Unterschied war: Die Anzuwerben hatten keine Option, sie lagen in Ketten. Die Schüler haben mehr Optionen, Gott sei Dank

Hysterican
3 Monate zuvor

Wieso sollte ich meine SuS anlügen oder ihnen Schlechtes gönnen? Ich mag meine SuS.

Gilt doch für mich „you can trust me … I’m your teacher!“

Alles andere wäre doch Kindeswohlgefährdung.

SternchenLehrerin
3 Monate zuvor

die wollen wohl eher die angesagten Gen Z work life Balance Berufe
und nicht so viel Wochenendarbeit und 5 Tage usw.

Michael Felten
3 Monate zuvor

„Schüler ansprechen“ – falls das verbal gemeint ist, funktioniert es wohl kaum.

Was wirklich für den Lehrberuf werben würde: Dass man die Schüler erleben (!) lässt, dass man das Unterrichten und die Arbeit mit jungen Menschen toll findet.

Also keine Predigt, kein Argumentieren – sondern emotionales ‚Angesprochensein‘.

Völlig daneben hingegen – so einige Kommentare -, sich als Opfer zu präsentieren – die Schüler nämlich damit zu bejammern, wie schwer man’s als Lehrkraft hat.

Torsten
3 Monate zuvor
Antwortet  Michael Felten

Genau der Meinung bin ich auch. Nur Jammern auf hohem Niveau hilft niemanden. Optimismus wäre da mal angeraten!

Ich_bin_neu_hier
3 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

@Torsten: „Optimismus wäre da mal angeraten!“ – Haben wir schon probiert und jahrzehntelang durchgehalten. Hat nichts gebracht.

Torsten
3 Monate zuvor
Antwortet  Ich_bin_neu_hier

Bei mir schon, obwohl es manchmal hart war/ist. Trotzdem ein schöner Beruf.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Ich bin optimistisch – ich kann auf höchstem Niveau nicht nur jammern, sondern auch meckern, fluchen, die Krise kriegen und alles hinschmeißen wollen und ich bin sicher – da geht n o c h mehr.

Warten wir das Nichtstun unserer Glorreichen ab 😉

GS in SH
3 Monate zuvor
Antwortet  Michael Felten

Richtig! Wir brauchen Lehrer mit der richtigen Haltung!

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  GS in SH

GS -Teilzeit?

Lessi
3 Monate zuvor
Antwortet  GS in SH

Können Sie die richtige Haltung bitte genauer definieren?

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Lessi

Gebückt.

Dil Uhlenspiegel
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Im Lotussitz.

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Ja wenn die faulen Säcke sich wenigstens „nackert“ vor die Schulen auf den Bauch legen würden, dann gäben sie wenigstens halwegs brauchbare Fahrradständer ab:)
Also lass das mal mit dem Lotussitz.

Lessi
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

*schmunzel*

Lisa
3 Monate zuvor
Antwortet  Michael Felten

Bei uns gab’s ein Projekt “ Schüler unterrichten Schüler“ Die älteren waren so genervt vom Betragen der Jüngeren, dass sie fragten: Wie halten Sie das aus? Die sind ja so laut…..

Ich_bin_neu_hier
3 Monate zuvor
Antwortet  Michael Felten

„Dass man die Schüler erleben (!) lässt, dass man das Unterrichten und die Arbeit mit jungen Menschen toll findet.“ – Mir fallen auf Anhieb viel zu viele Beispiele dafür ein, in denen das objektiv und aus rein sachlichen Gründen schlicht nicht gegeben ist – jede Menge Situationen, in denen der Versuch, den Schülerinnen und Schülern zu suggerieren, ich hätte gerade Spaß, einfach nur lächerlich wirken würde.

Infolgedessen wäre es schwerlich mit meinem Gewissen vereinbar, meine Schülerinnen und Schüler unter Vorspiegelung falscher Tatsachen („Glaub mir, das macht total Spaß! Musst du unbedingt ausprobieren!“) zu etwas zu drängen, von dem ich in der aktuellen Situation nicht einmal selbst überzeugt bin.

Etwas anderes wäre es, Schülerinnen und Schüler davon abzuhalten, ihren Traumberuf zu ergreifen, indem ich meinen emotionalen Müll bei ihnen ablade („sich als Opfer … präsentieren“; „bejammern“). Mein Job ist es, Schülerinnen und Schüler zu eigenen Entscheidungen zu befähigen, nicht ihre Entscheidungen nach meinem Gutdünken zu beeinflussen (im Prinzip = Überwältigungsverbot). Das schließt allerdings das bewusste Zurückhalten/Unterdrücken von Informationen aus oder eine objektiv falsche Darstellung der derzeitigen Situation im Schulbetrieb – denn das wäre Beeinflussung und Manipulation.

Vorsichtshalber:

Nein, ich habe nicht den falschen Beruf gewählt – ich bin nur zur falschen Zeit im falschen Schulsystem gelandet.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Ich_bin_neu_hier

Sehe ich auch so.

Fing mit Gemeinschaftsschule an.

Alle KuKs, die reine Haupt- bzw. reine Realschulkollegen waren und dort unterrichten durften, haben fast alle ihre 40 Jahre gut und überwiegend gesund und zufrieden geschafft.

Ich kenne keinen, der bei dem jetzigen System diese Zeit wie oben beschrieben, durchzuhalten scheint.

Auch in einer reinen HS-Klasse gab es eine Dreier-Differenzierung mit Hilfsangeboten.

Übrigens – niemand von meinen ehem. KuK möchte zurück. 😉

Kami
3 Monate zuvor
Antwortet  Michael Felten

Die Antwort bezieht sich auf Ihren, aber auch ein Stück weit auf Torsten Kommentar weiter unten. Ich gebe Ihnen insofern Recht, als dass Ansprache in Form von Ausstrahlung natürlich ideal ist. Ich glaube aber nicht, dass alle die, die hier ihren Frust rauslassen, das auch vor den Schülern tun. Es ist für mich ein Unterschied, ob man sich in einem Forum für Lehrer „auskotzt“ oder das vor Schülern tut. Ein weiterer Unterschied besteht für mich darin, ob man an einem personell gut ausgestatteten Gymnasium arbeitet, wo der größte Stress wirklich durch den Zeitaufwand für Korrekturen (dadurch natürlich phasenweise bis dauerhaft hohe zeitliche Anforderungen) sowie überbordende Bürokratie entsteht. Das könnte ich vor den Schülern vertreten, denn ich mache diese Arbeit immer noch sehr gern. Freude am Beruf auszustrahlen, wenn man an einer massiv unterbesetzten Schule arbeitet, wo jeden Tag der Vertretungsplan zu akrobatischen Höchstleistungen herausfordert und wo eben auch ein guter Anteil herausfordernder Schüler in den Klassen vertreten ist, Stelle ich mir als schwierig vor (bzw.habe ich es im Zuge mehrerer Abordnungen immer wieder erlebt). Kolleginnen und Kollegen, die in dieser Situation gute Ansprechpartner für ihre Schüler sind, obwohl sie das Versagen der Politik ausbaden müssen, haben meinen absoluten Respekt. Dennoch könnte ich das nicht verschweigen, wenn mich jemand nach Perspektiven im Lehrerberuf fragt. Übrigens, unsere Tochter hat beides bei uns miterlebt und befindet sich mitten im Lehramtsstudium.Und ja, das freut mich trotz der ganzen Missstände.

Leseratte
3 Monate zuvor

Könnte ich momentan nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Das Unterrichten an sich ist nach wie vor spannend, wird aber auch immer schwieriger. Alle „Nebentätigkeiten“ haben gefühlt um 300 Prozent zugenommen.

Leseratte
3 Monate zuvor
Antwortet  Leseratte

Oh, da gibt es plötzlich noch jemanden mit meinem „Namen“ hier im Forum…

Realist
3 Monate zuvor

Glücklicherweise verbieten mir sowohl das Beamtenstatusgesetz (§33) als auch der „Sokratische Eid“ (Sokrates und seine „Suche“ nach Wahrheit) meine Schüler anzulügen…

Riesenzwerg
3 Monate zuvor

1. April in Thüringen? 🙂

Teacher Andi
3 Monate zuvor

Die Kommentare hier sprechen Bände und ich schließe mich vollumfänglich an.
Was sollen die Lehrer noch alles unter den Teppich kehren? Wir wurden jahrzehntelang behandelt wie faule Säcke und unfähige Arbeitskräfte, jetzt da Lehrermangel herrscht, ringt man sich mal eine Anerkennung ab, allerdings ohne zu vergessen, die Lehrer mit noch mehr Aufgaben zu belasten, da ja Lehrermangel herrscht und die Arbeit doch gemacht werden muss. Die Kultusministerieen haben jahrzehntelang die Hausaufgaben nicht gemacht, oder die falschen, aber nie ein Schuldeingeständnis anklingen lassen. Jetzt sollen die „misshandelten“ Lehrer Werbung für ihren Beruf machen? Loyalität hin oder her, aber die mangelnde Loyalität seitens des Dienstherrn schlägt nun auch mal zu Buche. So ziemlich jeder Lehrer rät von diesem Beruf ab, der wahrhaftig seine schönen Seiten hat, wenn die Voraussetzungen stimmen würden und die Bildung wieder in den Focus der Regierung rücken würde. Wenn ……. Aber solange die Defizite auf die Lehrer abgeladen werden, kann keiner erwarten, dass man für diesen Beruf wirbt.

Lessi
3 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Eben. Es ist pervers!

Torsten
3 Monate zuvor
Antwortet  Lessi

Lehrerin?

Kaffeetasse
3 Monate zuvor

Tolle Idee! Ich habe auch eine: Pensionäre fragen, ob sie weiter oder wieder als Lehrer arbeiten wollen. Ja, ist nicht neu. Wollte halt auch mal eine Idee äußern.

PS: Herr Holter, mitverantwortlich für den Niedergang der Linken, wird nicht mehr lange Bildungsminister in Thüringen sein.

Kami
3 Monate zuvor

Als nächstes gibt es Prämien für Freundschaftswerbung. Und wenn man seine Lehrergewinnungsquote nicht erfüllt, darf man nicht in Rente / Pension / Ruhestand. Aber mal ernsthaft: Ich stimme JoS gern zu, wobei man auch da differenzieren muss: Mir macht das Unterrichten viel Spaß, aber das lässt sich garantiert nicht auf alle Schulen, Klassen und Schultypen übertragen. Und wenn der Beruf zum täglichen „Machtkampf“ wird, ist es auch nichts mehr, was man guten Gewissens weiterempfehlen möchte. Witzig (oder irgendwie auch traurig) ist, dass mein Vater mir 1986, noch unter DDR – Bedingungen genau das sagte: Überleg dir genau, ob du das so machen willst. Es ist ein schöner Beruf, nur das Drumherum, das sich Bildungssystem nennt, macht, dass einem die Freude daran vergeht. Zumindest so ähnlich.

Lisa
3 Monate zuvor
Antwortet  Kami

Bringen Sie bitte niemanden auf die Idee: Man darf nur noch in Pension, wenn man Ersatz hat….

Sandrina
3 Monate zuvor
Antwortet  Kami

Was ist denn an der Freundschaftswerbung so verkehrt?
Lehrer wissen am besten, wie man für diesen Beruf gestrickt sein muss und welche Anforderungen an einen gestellt werden.
Das wissen – wie ich in diesem Forum lerne – weder die KuMis, noch die Eltern und die Schüler schon gar nicht.
Wie sollen denn „andere“ Werbung machen? Mit „ihr bekommt total viel Geld und in Zukunft noch mehr“ wird man nie die richtigen ans Pult bekommen.

Kami
3 Monate zuvor
Antwortet  Sandrina

Nur das der traditionelle Begriff der Freundschaftswerbung eher damit zu tun hatte, dass man für eine mehr oder weniger sinn- und wertvolle Prämie einen neuen Kunden für’s Versandhaus warb und das in diesem Sinne nichts mit Ihrer Deutung des Begriffs zu tun hat. Und einem Freund oder einem mir wirklich vertrauenden Schüler gegenüber bin und wäre ich ehrlich, spreche die schönen Seiten an, aber eben auch, was alles nicht stimmt im System. Mit allem anderen wäre ich dieses Vertrauen nicht wert. Klingt jetzt vielleicht etwas pathetisch, aber sachlich und ehrlich zu sein, sollte den Schülern die Möglichkeit geben, eigenständig zu entscheiden. Unsere Tochter, Lehrerkind Stufe 3, hat den mentalen Stress der Oberschulzeit meiner Frau ebenso miterlebt wie den Korrekturstress mit zwei korrekturintensiven Fächern am Gymnasium und sich dennoch bewusst für diesen Beruf entschieden. Ihren größten Zweifel bringt sie dabei dem System an sich entgegen, nicht dem Beruf oder den Schülern.

laromir
3 Monate zuvor

In Hessen haben sie schon Busse rumgeschickt. Die sollten Werbung machen und dann sollte man ebenfalls zum Lehrerberuf raten…die Verzweiflung scheint groß… die Sache war dann eher peinlich…die schicken Videos in Reimform ebenso… ich kam mir vor wie bei der Heute Show, als ich die gesehen habe. Es war der Lacher in Lehrerzimmer . Hätte man das Geld mal für ein paar Stellen ausgegeben…

Wombatlover
3 Monate zuvor
Antwortet  laromir

Yep, das war auch der Lacher in den Klassenräumen 😀

Bla
3 Monate zuvor

Bestimmt tolle Stunden möglich:
– Subjektive Wahrnehmung vs. Objektive Gegebenheiten
– Theorie vs. Praxis
– Medienmanipulation und gezielter Einsatz
– Kreative Beschönigung um für Berufe zu werben (Arbeitgeberwerbung für das Unternehmen) – „Stellenbeschreibungen“
-> Bspw.: „Die Stundentafel ist so vielfältig, dass, wer Lust hat, ein Lehramtsstudium aufzunehmen, mit Sicherheit etwas für sich finden wird. “
-> Auch als „Der Lehrplan ist so überfüllt und der/die Aufgabenbereich/e der Lehrkräfte umstreckt/umstrecken ein Unendliches an Forderungen durch alle Seiten, damit man nie zufriedenstellend fertig wird damit.“
– Surrealismus – Male die Welt, wie sie gefällt
– Politik: Stimmenfang durch Programmdarlegung trifft auf mangelnde Durchsetzung dessen
– Gezielter Materialeinsatz durch Fokussieren auf einzelne Punkte, ohne das Ganze zu durchleuchten und darzustellen (Positive Aspekte herausheben und negative Aspekte nicht benennen/gut darzustellen)
– Aufgabenbereiche abschieben: Auftrag der Werbung auf den Arbeitgeber übertragen (mit Anweisung?), statt über eine (professionelle) Werbeinstanz (Personaler/Arbeitgeber/externes Unternehmen) dies zu machen [-> Forderungen, Abschiebung auf untere Schichten – LuL sind für alles da]
– Usw. usf. …

Ist das damit gemeint?

Finagle
3 Monate zuvor

Als wenn SuS den Lehrerberuf nicht auf dem Schirm hätten… das ist doch einer der ersten, den sie detailiert wahrnehmen… und das ist doch die Crux… die wissen besser als die Verantwortlichen, was das umfasst… und ich werde sicherlich nicht mein mühsam erabeitetes Vertrauen bei meinen Schützlingen missbrauchen, um ein politisches Programm voranzutreiben… ich fühle mich als Coach verpflichtet, sie mit ihrem individuellen Wohl zu beraten und nicht zu rekrutieren… ich rate ihnen nicht ab, aber kläre auf… wenn sie das abschreckt, ist das so… besser für sie und das gegenwärtige System so als wenn sie ihre Lebenszeit vergeuden..

Stromer
3 Monate zuvor

Ich rate davon ab !

Torsten
3 Monate zuvor

Ich denke, die Kinder und später die Jugendliche können selbst entscheiden, welchen Beruf sie ergreifen möchten.
Wenn Sie an den Schulen jedoch Gemeckere und Gestöhne erfahren, dann wenden Sie sich von einer Entscheidung für den Lehrerberuf ab. Und wenn dann davon noch abgeraten wird, dann werden wir den Lehrermangel nicht los!
Ich halte die Vorbildwirkung für entscheidend. Wozu sind nur einige hier bloß Lehrer geworden?

Lisa
3 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Die Arbeitsbedingungen haben sich seit meinem Studium enorm verschlechtert. Damals wurde man schon mit einem Schnitt von 1,5 rausgeworfen, das war Lehrerschwemme.

nurmalso
3 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Bei den falschen Fächern nutzte auch 1,0 nichts, da konnte man sich noch nicht einmal bewerben. Manchmal waren fast alle Fächer falsch. In meinem Studienseminar damals wurden von ca. 90 Referendar*innen genau sieben sofort eingestellt. Die hatten Musik als Fach.

Lessi
3 Monate zuvor
Antwortet  nurmalso

Verdammt! Nun fehlen genau diese Musiklehrer!

Lisa
3 Monate zuvor
Antwortet  nurmalso

Es gab keine falschen Fächer für Grund – und Hauptschullehrer. Ich musste alles unterrichten. Nur in Religion wurde ich vorher gefragt, ob ich etwa aus der Kirche ausgetreten bin.

nurmalso
3 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Ja, wenn man einmal drin war, dann gab es keine falschen Fächer, das stimmt. Durfte mich aber aufgrund meiner Fächer nicht einmal bewerben. Dann gab es irgendeinen Formfehler. Man hatte für die Sek I-Stellen alle Lehrer*innen mit Sek I und II „übersprungen“ (weil zu teuer, natürlich völliger Blödsinn, wir haben ja dennoch nur A12 bekommen). IrgendeinVerwaltungs- oder Arbeitsgericht hat das bemängelt. Alle mit besseren Noten als die eingestellten mussten nachträglich eingestellt werden. So bin ich nach 8 Jahren zu einer Stelle gekommen.

Danach habe ich an der Hauptschule alles unterrichtet, nur meine Fächer, wegen denen ich mich nicht bewerben durfte, die eher nicht…

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  nurmalso

Klingt sehr nach „Neulich in Absurdistan“ …..

uesdW
3 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Ergänze die letzte Frage. Warum ziehen sie nicht die Reißleine, wenn alles so sch…. ist? Am Geld und der Arbeitszeit kann es ja nicht liegen. Ist doch in der Wirtschaft allles viel besser, wie hier immer zu lesen ist.

Es ist doch niemand gezwungen, Lehrkraft zu bleiben! Also raus aus der Tretmühle! Habe gehört, Lokführer werden demnächst massiv gesucht.

Sicherlich muss einiges verbessert werden. Aber man muss sich ja nur alles lang genug schlecht reden, dann kommt man selber nicht mehr aus der Negativ-Spirale raus.

ExLehrerin
3 Monate zuvor
Antwortet  uesdW

Also ich komme bald raus! Ich meckere nicht mehr, sondern finde immer wieder Bestätigung, dass meine Entscheidung richtig war.

Lessi
3 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Warum sind Sie eigentlich Lehrer geworden?

Ja, die Vorbildwirkung wie auch die Ehrlichkeit ist eine der wichtigsten Tugenden im Lehrerberuf. Dazu gehört auch, den SuS den Lehrerberuf realistisch und wahrheitsgetreu zu erklären. Wir brauchen junge Menschen, welche sich den Beruf trotz all (der Widrigkeiten/ Widerstände/ Ungerechtigkeiten) des hohen gesellschaftlichen Anspruches (Druckes) auswählen, sich dem Ganzen ,,gewachsen“ fühlen bzw. sich dem stellen- quasi über eine sehr, sehr hohe Resilienz verfügen!

Torsten
3 Monate zuvor
Antwortet  Lessi

Genau deshalb!

Lessi
3 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Dann ist doch alles i.O.!

Ottilie
3 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Danke für diesen Kommentar.
Ich verstehe oft nicht, warum so viel gejammert wird. Es stimmt, bei vielen Dingen stehen uns seltsame Erlasse oder wahlweise wir selbst uns im Weg. Warum bleiben Leute an Schulen, die nicht gut laufen? Ach ja ist so bequem mit dem Rad zu erreichen oder so. Wenn mehr Anträge mit ehrlichen Begründungen kämen, könnte mal jemand ins Nachdenken kommen. Warum nehmen Kollegen Aufgaben wahr, die sie überfordern, um dann heimlich zu jammern? Und warum wird alles in die Schulzeit gequetscht? Mir fallen unzählige Dinge ein, die man in den Ferien machen könnte…(ich stamme aus einer Zeit, in der man auch in den Ferien arbeiten musste) – wir haben ja nicht Urlaub in den Ferien, sondern nur keinen Unterricht!

Torsten
3 Monate zuvor
Antwortet  Ottilie

Vollkommen richtig! Finde ich gut, dass es auch solche Beiträge gibt. Vielen Dank!

Alex
3 Monate zuvor
Antwortet  Ottilie

Warum bleiben Leute an Schulen, die nicht gut laufen?“ Weil das Amt genau das auch weiß und deshalb jeglichen Versetzungsantrag rundweg ablehnt.

Ottilie
3 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Immer wieder stellen. Hartnäckig sein. Das kann auf Dauer nicht übersehen werden. Dysfunktionale Schulen würden auffallen. Anträge, Überlastungsanzeigen, hoher Krankenstand …

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Ottilie

Die Begründungen können noch so ehrlich sein – die interessieren NIEMANDEN.

Bin gespannt, welche Aufgaben ich in der unterrichtsfreien Zeit erledigen kann?

Gespräche mit Eltern und Kindern, wenn es gerade – während der Schulzeit – brennt?!

Besuche in der KJP?

Klassenarbeiten korrigieren? Ich glaube, das machen schon sehr viele von uns.

Ich bin – wie oben geschrieben – gesprannt.

Ottilie
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Wir hatten Schulgartenunterricht. Der Garten wurde gepflegt. Ordnung in Fachräumen schaffen, archivieren, Bücher bestellen usw. Archiv pflegen, Dinge vorbereiten, …damals mussten wir auch noch im Hort helfen (das gibt’s heute nicht mehr).
Und ja …auch Arbeiten korrigieren.

Ottilie
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Gespräche mit Helfern – Jugendamt usw gingen auch. Die haben ja keine Ferien. Gutachten usw schreiben.

Canishine
3 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Mir fehlt dazu noch das Faltblatt für Lehrkräfte „Gute Laune gegen den Lehrermangel“.

Ich_bin_neu_hier
3 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

„Wozu sind nur einige hier bloß Lehrer geworden?“ – Nun, weil sie gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und um ihnen etwas beizubringen, nehme ich an? – Sie stellen, fürchte ich, die falsche Frage. Die richtige wäre: Was muss das für ein System sein, dass binnen weniger Jahre diese persönlichen Einstellungen durch die von Ihnen beklagten zu ersetzen vermag?

Torsten
3 Monate zuvor
Antwortet  Ich_bin_neu_hier

Ist auch richtig. Es muss sich vieles ändern, jedoch die Lehrer im Hier und Jetzt müssen sich trotz aller Probleme engagieren und nicht nur jammern…

Alex
3 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Warum soll ich mich für einen Arbeitgeber engagieren ohne entsprechendes Gegenengagement? Sorry, aber die berühmten strahlenden Kinderaugen ersetzen weder Gesundheit noch amtsangemessene Bezahlung und vernünftige Arbeitsbedingungen.

Lessi
3 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Eine kleine Hausaufgabe für Sie:
Was ist der Unterschied zwischen geübter Kritik und Jammern?
😉 Bitte alle Quellen angeben!

Lessi
3 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Kein Lehrer! 😉

Torsten
3 Monate zuvor
Antwortet  Lessi

Seit 42 Jahren…also, schon reichlich an Schul- und Lebenserfahrung!

laromir
3 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Es heißt ja nicht, dass man sich nicht engagiert. Allerdings tatsächlich immer weniger, weil durch das immer mehr in der Schule immer weniger vom Leben übrig bleibt. Weniger Freunde, weniger Familie, weniger Gesundheit. Ich finde nicht, dass man in völliger Selbstaufgabe quasi für die Schule leben muss. Leider hat man nur noch die Wahl zwischen Selbstaufgabe und halbwegs ordentlicher Arbeit (wie sie sein sollte) oder eben damit abfinden, dass man den Job nur halb hinbekommt (und dann wird es halt scheiße) und eigentlich immer unzufrieden ist, weil man eigentlich andere Ansprüche hätte. Ich werde jetzt auf die zweite Variante abbiegen, weil Variante 1 sonst über kurz oder lang sämtliches Leben außerhalb der Schule inkl. meiner Gesundheit zerstört. Und ich finde es schon ziemlich mies so zu tun, als wären alle Lehrkräfte „Verräter“ und hätten kein Berufsethos, nur weil sie keine Lust mehr haben, sich bis Burnout oder Herzinfarkt unter Stress zu setzen. Und wenn sich das System, die Bedingungen und die Arbeitszeiten usw endlich ändern würden, dann würde ich den SuS mit Sicherheit gern auch zum Lehrberuf raten können. Ich hab das schließlich mit den besten Absichten und aus Überzeugung studiert. Solange das allerdings so weitergeht und ich selbst nachdenke, ob ein Ausstieg nicht der bessere Weg wäre, kann ich doch nicht ernsthaft dazu raten auf Lehramt zu studieren. Oder eben nur, wenn man die Sch…egalhalrung hat wie einige Kuk, die halt einfach nichts machen außer Kinder 45 Min. volllabern oder ChatGPT den Unterricht machen lassen. Ist nicht meine Einstellung, ist aber eine Einstellung mit der man im System „überleben“ ( oder vor sich hin vegetieren) kann. Ist traurig aber wahr…

Realist
3 Monate zuvor
Antwortet  laromir

Genauso ist es. Das „System Schule“ frisst einen auf, wenn man den Job mit einer vollen Stelle halbwegs vernünftig machen will und den umfänglichen Erwartungen von allen Seiten entsprechen will. Dazu die immer weiter ausuferenden Vorstellungen, was Schule alles neben ihrem Kernauftrag (und der ist immer noch Bildung, Schule ist kein sozialtherapeutischer Verein, dafür fehlen schlicht Personal und Zeit) noch alles vermitteln soll: grundlegende soziale Fähigkeiten (auch noch in Mittel- und Oberstufe!), lebenswelt-, berufs- und alle möglichen anderen „Orientierung“ (früher gab es für so etwa die Berufsberatung in den Arbeitsagenturen, wieso machen die das nicht mehr? Kein Personal?). Dazu die zunehmenden psychischen Probleme viele Schülerinnen und Schüler (Social Media ist hier wahrlich eine Pest! Und die dahinterstehenden Firmen werden von der Politik nicht in die Verantwortung genommen!) Dazu immer mehr Ganztag, „Rund-Um-Betreuung“, „Digitalisierung“, die oft doppelte Arbeit bedeutet, weil der Sch… wieder nicht funktioniert. Mal wird der politische-gesellschaftlicht Unterricht eingedampft, weil zu wenig „wirtschaftsrelevant“, jetzt plotzlich hat man zu wenig davon, und alle haben es natürlich vorher gewusst, also zaubert man das „Verfassungsviertelstündchen“ aus dem Hut (das offensichtlich kein Teil des Deputats werden soll und auch nicht zum Wegfall von Fachinhalten führen darf, also effektiv wieder einmal MEHRARBEIT.

Die Politik hat keinen Plan und wältz ihr Versagen seit Jahrzehnten auf die Lehrkräfte ab: Lehrermangel wird solange ignoriert bzw. abgestritten bis er so offensichtlich wird, das die „faulen S….“ einfach mehr arbeiten sollen (SWK lässt grüßen!).

Und jetzt sollen wir uns vor die Schüler stellen und ihnen eine „schöne, heile Lehrerwelt“ vorgaukeln? Wer kann das mit seinem Gewissen vereinbaren?

ExLehrerin
3 Monate zuvor
Antwortet  laromir

Ihr Beitrag schildert den Grund meiner Kündigung. Bei 28 Kindern in einer Willkommensklasse (DaZ) in Sachsen im Alter von 6 bis 12 Jahren alle gleichzeitig fördern und fordern bringt einen schon an seine Grenzen. In Hamburg zum Beispiel ist eine VKA-Klasse mit maximal 15 SuS. Man spürt schon den Unterschied. Deswegen rate ich in Sachsen vom Lehrerberuf ab.

Ich_bin_neu_hier
3 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

„…dann werden wir den Lehrermangel nicht los!“ – Äh, ja… Hat das nicht auch sein Gutes? „Ich will, dass ihr handelt, als wenn euer Haus brennt!“ – „Ich will, dass ihr in Panik geratet!“ usw.

Sandrina
3 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Ich vermute, die meisten hier sind Lehrer geworden, weil sie ein (ordentliches) sicheres Gehalt, 13 Wochen Ferien und eine ziemlich große Sicherheit, was finanzielle Planung, räumliche „Flexibilität“ und eine gute Vereinbarung von Arbeit und Kinderbetreuung wollten. Und das ganze, ohne sich mit erstklassigen Noten gegen viele viele Mitbewerber auf dem Arbeitsmarkt durchsetzen zu müssen.
Viele erscheinen jetzt ernüchtert, weil die Arbeitsbedingungen und die -Abläufe sind wie vor Jahrzehnten und das ganze unterm Steich leider doch nur ARBEIT ist.

Hans Malz
3 Monate zuvor
Antwortet  Sandrina

Absolut perfekt – Genau wegen solcher Kommentare rate ich den Schülern vom Beruf ab.

Palim
3 Monate zuvor
Antwortet  Sandrina

Wo nehmen Sie das her?
Ich schreibe es mal für meine Person:
Ich wurde Lehrkraft, weil ich mich mit exzelltenen Noten sowohl beim NC als auch nach dem Studium für das Ref, als auch nach dem Ref für die Stelle mit anderen messen und jeweils durchsetzen konnte – zu einer Zeit, als noch Lehrkräfte-Überhang war.
Das Ziel war, einen sinnstiftenden, vielseitigen und kreativen Beruf auszuüben.

Die Arbeitsbedingungen sind keinesfalls immer gleichbleibend, sie sind in den vergangenen 20 Jahren stetig schlechter geworden und es muss mehr als deutlich angemerkt werden, das dies nicht tragbar ist und den Arbeitsschutzbestimmungen nicht entspricht.
Ein Grund, weshalb die meisten Lehrkräfte erkranken und ihren Beruf nicht bis zum Rentenalter ausüben können. Dies wurde mit jeder Änderung der vergangenen 20 Jahren angemahnt, dennoch ist keine Besserung in Sicht.
Obwohl der Beruf des Lehramtes in allen Schluformen wichtig und auch erfüllend sein kann, ist er nicht länger attraktiv, denn 13 Wochen Ferien haben Schüler:innen, nicht aber Lehrkräfte, und die Flexibilität bezieht sich auf das komplette Bundesland – und seine Fläche – und inzwischen auf viele unterschiedliche Schulformen, denn Abordnungen und Versetzungen sind jederzeit möglich.

Es gibt genug Menschen, die sich nun für andere Berufe entscheiden, weil sie dort für weit weniger Anstrengung weit mehr erreichen können, ohne unentwegt Vorwürfe zu erhalten, man würde nicht arbeiten, sei nur auf Geld und Freizeit aus, kümmere sich zu wenig und müsse zahlreiche weitere Aufgaben übernehmen.
Die Arbeitszeitstudien zeigen, dass Sie mit Ihrer Behauptung auf dem Holzweg sind: Lehrkräfte arbeiten weit über das notwendige Maß hinaus und das über Jahrzehnte, ein Ausgleich erfolgt NIE.
Wenn die Länder den Verdacht hätten, Lehrkräfte hätten so häufig frei, wie Sie es behaupten, wäre die Arbeitszeiterfassung längst umgesetzt – das Gegenteil ist der Fall.

Lessi
3 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Vielen Dank, Palim! So ist es.

Blau
3 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Danke!

Lessi
3 Monate zuvor
Antwortet  Sandrina

Soll das jetzt die Werbevorlage für die Schülerschaft sein???

Lisa
3 Monate zuvor
Antwortet  Sandrina

Ich weiß nicht ,wie es 2023 ist. Die PH hatte und hat immer noch einen NC von 2,0 und mit schlechter als 1,5 im Staatsexamen gab es überhaupt keine Chance auf eine Stelle. Mitbewerber ohne Ende.

Kami
3 Monate zuvor
Antwortet  Sandrina

Sorry, aber als ich mich für den Lehrerberuf entschieden habe, verdiente man nach etwa vier, fünf Jahren Studium weniger als mancher Mitarbeiter der LPG. Und in der materiellen Hackordnung war jeder Handwerker besser dran. Kann also nicht der Grund gewesen sein. Damals war Schule auch noch am Samstag üblich. Ja, die Bezahlung ist sicher, aber zur Zufriedenheit gehört Anerkennung, die über laue Worte und Dankeschönbriefe hinausgeht. Und dass man Veränderungen, Ansätze zur Verbesserung der Arbeitssituation sieht. Aber es tut sich….. nichts. Onlinearbeit läuft mangels brauchbaren Internets in der Schule nicht besser als während der beiden Lockdowns (immer noch nicht möglich, eine Videokonferenz, falls nötig, von der Schule aus durchzuführen, selbst kurze Onlinevideos hängen sich gnadenlos auf) und auf den Lehrermangel wird mit Pflichtstundenerhöhung, Verschieben der Altersermäßigung reagiert. Es findet sich nämlich auch niemand, der die Entlastung von nichtunterrichtlichen Aufgaben machen will. Die Ferien sind dann eben ein Ausgleich zu den massiven Korrekturzeiten am Gym oder dringend nötig, um nervlich runterzukommen. Das wiegt der geringere Korrekturaufwand näMlIch nicht auf.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Sandrina

Ich danke Ihnen für Ihre schlechte Meinung über uns alle oder zumindest über die meisten.

Ich finde, eine Vereinbarung von Arbeit und Kinderbetreuung ist eines der besten Ziele, die sich Eltern setzen können.

Dass die Wirtschaft hier spaltet und auf Fremdbetreuung nach der Geburt setzt, ist ein Problem – und zwar ein sehr, sehr großes.

ABER – auch Sie hätten Lehrkraft werden können. Der Weg steht in der Regel sehr vielen offen und frei.

Sind Sie Lehrkraft? Falls nicht – werden Sie es! Quereinsteiger haben auch ein sicheres Gehalt, 13 Wochen Ferien usw.

Sandrina
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ich gebe Ihnen vollends Recht: Vereinbarkeit von Beruf und Familie sollte für alle ein Ziel und für alle möglich sein. Ich appelliere aber auch ein klein wenig an die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel und die Einsicht, dass dies bei weitem nicht der Fall ist und dass Lehramt in diesem Bereich die Nase GANZ weit vorne hat.
Dass der Lehrerberuf in der aktuellen Form noch immer möglich ist fußt einzig auf einem buldungsbürgerlichen Familien- und Rollenbild, das nunmal überhaupt nicht mehr in die Zeit passt. Aber von Lehrern noch immer gelebt und als normal angesehen wird.

Ja. Leider habe ich kein gutes Bild von Lehrern.

Ich habe sehr viele (grob überschlagen komme ich auf 30) Lehrer in meinem Umfeld. Freunde, Bekannte, Familie. Alle Altersstufen. Von kurz vor der Pensionierung bis zu gerade angefangen. Beamte und Angestellte. Verschiedene BL, verschiedene Schultypen.

Ja. Das alles ist anekdotische Evidenz. Aber die Verhaltensmuster ähneln sich. Ebenso die Schulabschlüsse, gezeigter Ehrgeiz oder Leistubgsbereitschaft.

Etliche sind 10 Wochen im Jahr unterwegs. Im Winter Skifahren (meist Südtirol), wenn es wärmer ist meist mit dem Camper.
Es sei ihnen gegönnt. Aber dass die Wochen zwischen den Urlauben dann kein Zuckerschlecken sind sollte irgendwie klar sein. Dann über einen stressigen Alltag klagen ist nun mal albern.

Andere (meist GS Lehrerinnen) haben sich mit viel Aufwand Ärzte als Ehepartner aufgerissen (lustigerweise tatsächlich alle Ärzte). Diese Artzgattinnen haben ihre Arbeitszeit auf ein absolutes Minimum reduziert und gehen teuren Hobbies nach (Golf oder Reiten, natürlich mit eigenem Pferd). Deren Kinder gehen ausnahmslos auf teure Privatschulen.

Einige wenige fahren nicht ständig in Urlaub, finden ihren Beruf ok bis gut und engagieren sich sozial (Kirchengemeinde, Sportverein). Diese sagen aber, dass sie es im Lehrerzimmer nicht aushalten und die Pause lieber auf dem Hof oder der Sporthalle verbringen, weil die Kollegen nicht zu ertragen sind.

Die Angestellten (das sind so wenige, dass der Eindruck wohl in keinster Weise repräsentativ ist) machen den normalsten Eindruck. Die gehen in die Arbeit, kümmern sich um ihre Kinder und leben auf „normalgroßem“ Fuß. Die Partnerinnen haben normale (Akademiker)Berufe und arbeiten im Controlling oder so.

Und ja: mittlerweile habe ich leider eine schlechte Meinung von Lehrkräften. Die Lehrer meiner Kinder machen selbst mit Abstand betrachtet nur in Ausnahmefällen einen guten Eindruck. Es gibt sie aber. Aber sie sind selten.

Gehen Lehramt sprechen für mich tatsächlich vor allem die anderen Lehrer.

Bla
3 Monate zuvor
Antwortet  Sandrina

Das wäre ja mal was, um den Beruf etwas attraktiver zu machen.
Ordentliches Gehalt? Wer will das nicht.
13 Wochen Ferien – Ja, sind halt kein Urlaub. Ferien sind Ferien. Urlaub ist anteilig. Ich hätte auch nichts gegen 30 Tage überwiegend frei wählbaren Urlaub.
Große Sicherheit: Mögen viele. Ist allerdings gar nicht mehr sooo der Trend der jetzigen Zeit. Geht auch gegen Verbeamtung oft. Und für flexiblen Arbeitswechsel und Arbeitgeberwechsel. Spielt halt nicht so in die Karten für den Lehrerberuf.
Gute Vereinbarung von Arbeit und Beruf: Das sollte generell doch ein Anliegen sein. Das Problem dabei sieht man jetzt an den Forderungen nach Ganztagsaufbewahrung/Ganztagsschulen …
Räumliche Flexibilität? Also was in vielen Wirtschaftsbranchen schon Gang und Gäbe ist? Homeoffice …
Sie sprechen hier genau von den Punkten, welche „Berufsanfänger“ und Gen Z gerne hätten.
Dass das eben nicht beim Lehramt so ist. Sieht man auch am Lehrkräftemangel. Das wollen „die jungen Leute“ halt nicht. Kein Lehramt. Dann lieber was anderes mit Homeoffice, Teilzeitmöglichkeit und Arbeitsflexibilität. Dazu keine eigene Materialanschaffung und -ausgaben.

Super Beitrag eigentlich – also der von Ihnen.
Sollten einige Politiker vielleicht auch mal lesen und drüber nachdenken.
Danke dafür. Ganz ehrlich.

Hans Malz
3 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Ich denke nicht, dass die Kollegen den ganzen Tag den Schülern etwas vorjammern. Aber dieses Forum eignet sich bestens zum Dampf ablassen. Es ist aber auch nicht meine Aufgabe den Lehrermangel los zu werden, dafür werden andere deutlich besser bezahlt.

Mal ehrlich, mittlerweile bin ich lange genug im Job, um einiges an Vorgaben von oben zu ignorieren. Auf Nachfrage habe ich auch schon vorgeschlagen, mich doch einfach rauszuwerfen … dann ist Ruhe.

Aber junge Kollegen ohne das Standing tun mir leid. Viele meinen, dass sie alles machen müssen, was SL oder Dezernenten so von sich geben und gehen dabei vor die Hunde. Bis die meine Hornhaut haben, sind viele durch. Das Studium ist völlig weltfremd und hat mit später kaum etwas zu tun. Das Referendariat ist dann die Krönung. Ich bin für eine Entlohnung unterhalb des Mindestlohns irgendwelchen Leuten ausgeliefert, die es oft in der Schule nicht gebracht haben und ihre komischen Ideen jetzt so weitergeben wollen. Und danach kommt der Praxisschock, wenn dann realisiert wird, wie viel Arbeit das eigentlich ist und wie wenig davon der eigentliche Unterricht einnimmt, bzw. wie schlecht man darauf vorbereitet wurde. Dazu kommen immer noch neue Ideen von irgendwelchen Träumern aus Ministerium und Co.,die noch oben drauf sollen. Gerade am Berufsanfang sagt man eben oft nicht „Nein“.

Das war damals noch deutlich anders. Da war weniger Zauberei drumrum.
Wie kann ich also jemandem empfehlen diesen Beruf zu ergreifen? Nebenbei sind die Kinder ja nicht blöd, die sehen doch was abgeht. Die Angebote, die die auf Berufemessen bekommen sind eben völlig anders, als das, was für den Schuldienst angeboten wird.

Die Rahmenbedingungen müssen sich drastisch ändern! Vorher gibt das nix.

Lessi
3 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

,,Wenn Sie an den Schulen jedoch Gemeckere und Gestöhne erfahren, dann wenden Sie sich von einer Entscheidung für den Lehrerberuf ab. „
Mit dieser Aussage bestätigen Sie mir, dass Sie KEIN Lehrer sind. Danke.

Torsten
3 Monate zuvor
Antwortet  Lessi

Nochmals: Ich seit 42 Jahren Lehrer und trotz mancher unsinnigen und längst überholten Bestimmungen und Verordnungen seitens der Behörden gehe ich noch immer gern zum Unterrichten. In den vielen Jahren gab es gute, ruhige aber auch weniger gute, hektische Momente.
Ich bin nicht mit allem zufrieden und schimpfe auch auf manch Blödsinn in der Bildungspolitik. Und ich weiß, wovon ich spreche… GS- Studium in der DDR und im Westen nicht anerkannt- Unmengen an Beschwerden bis hin zum Bundestag, KM usw. E9, inzwischen E11 bei gleicher Arbeit, wie Beamte.
Nun? Zufrieden?

Anonym
3 Monate zuvor

Das Deutsche Uni system ist katastrophe….besser im Ausland studieren und hier die Anerkennung machen… so ein System habe ivh nicht gewartet….Im Auslandvist alles aber alles das gegenteil was in Deutschland gibt.
Im Ausland muss man sich NICHT zum Vorlessungen , Prueffungen anmelden.
Kannst ofter , mehr als 3 versuche eine pruefung ablegen. Die zwischenpruefungen , medizin nach 3. JAHR, gibt es nicht.
Die profesoren loessen Ubungen in den Uebungsstunden, nicht wie im D.
Im Ausland gibt keine “ zeit leuft ab“ so wie in D.
Die professoren kommen nur mit dem Gehirn .. ohne blaetter ohne Leptos.. und koennen 6 , 7 Tafeln schreiben .. ( hier mit blaettern und wetden viele fehlern gemacht)…
Im Qusland dauert ein Studium 3, oder 4 Jare.nicht 7 wie im D.
Vorteil Ausland … besser im Ausland Studieren ist besser, schoenner, die Professoren helfen jemanden…
In D. Ist STRESS pur.

Lisa
3 Monate zuvor
Antwortet  Anonym

Welches Ausland? Ich empfand manch ausländisches System als gnadenlos verschult, es wurde keinen Wert auf kritische Auseinandersetzung mit dem Stoff gelegt und die Studenten waren alle jung und unerfahren.

Hysterican
3 Monate zuvor
Antwortet  Anonym

Nun ja….jetzt mal ganz ehrlich.

wenn Anonym allen Ernstes das Lernen und Arbeiten hier in D als puren Stress empfindet und sich selbst deshalb ggf. „Lern- und Arbeitszeitlimits“ auferlegt hat, dann lässt sich die exzellente Rechtschreibung (s.o.) tatsächlich erklären.

“Akademiker“ mit derartigen orthografischen Katastrophen können gerne aus dem deutschen Bildungssystem fernbleiben.

Bla
3 Monate zuvor
Antwortet  Hysterican

Der trollt doch.
Ganz offensichtlich sogar.

Lisa
3 Monate zuvor

Manchmal sind meine Schüler stressig, doch so sehr hasse ich sie nicht…

Carsten
3 Monate zuvor

Ramelow war doch gerade erst in Vietnam um billige Pflegekräfte zu braindrainen, da hätte er doch auch Lehrer mitbringen können.

Gisela Bauer
3 Monate zuvor

Junge Leute möchten heutzutage flexibel und von überall arbeiten und nicht 5 Tage zu einem Ort fahren. Außerdem muss das Gehalt stimmen und da sehen wir derzeit Reallohnverluste für Lehrkräfte in höherer Summe.

Machen Sie es attraktiver!

Manfred
3 Monate zuvor
Antwortet  Gisela Bauer

Alle Lehrer sollten in der Schule einen gut ausgestatteten Arbeitsplatz haben!

SissyS
3 Monate zuvor

Wer als LehrerIn seinen/ihren Schülerinnen den Lehrerberuf empfiehlt, muss Kinder und Jugendliche abgrundtief hassen.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor

„Gewalt gegen Lehrkräfte – Schulministerin zeigt sich (wieder einmal) besorgt“17. November 2023

Artikel hier auf n4t – ob die kommentierenden KuKs wohl den Lehrerberuf empfehlen würden?

Stadtflucht
3 Monate zuvor

Als Reaktion auf den Lehrermangel macht man den Beruf immer unattraktiver. Immer längere Arbeitszeit etc. Und dann sollen die, die auf dem Zahnfleisch gehen, den Kindern sagen sie sollen den Job machen? Das ist doch Satire oder? Einfach mal die Arbeitszeiten zurück fahren, dann studieren auch wieder mehr auf Lehramt. Ist nicht so schwierig…..

ExLehrerin
3 Monate zuvor
Antwortet  Stadtflucht

Arbeitszeiten zurückfahren und Schülerzahlen pro Klasse halbieren. Dann komme ich auch wieder 🙂

nurmalso
3 Monate zuvor
Antwortet  ExLehrerin

Ich würde dann auch noch mal. So ein bisschen…

Tim Bullerbü
3 Monate zuvor

Ich sage meinen Schüler/innen, dass es ein wunderbarer Beruf ist, aber dass das System gegen einen arbeitet.