Jugendkriminalität: Warum nimmt Gewalt auch unter Mädchen zu? Schülerinnen vor Gericht

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HEILBRONN. Kriminelle Jugendgangs werden gemeinhin mit männlichen Teenagern verbunden. Weibliche Täter gelten als Einzelfälle. Am Heilbronner Amtsgericht müssen sich nun drei mutmaßliche Täterinnen verantworten.

Auch unter Mädchen stieg die Zahl der Gewalttaten zuletzt deutlich an – offenbar eine Nachwirkung der Corona-Krise (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Sie sollen ihre Opfer bedroht, geschlagen und gefilmt haben. Entsetzen kam auf, als die Vorwürfe gegen Mädchen aus Heilbronn und Rastatt im vergangenen Jahr bekannt wurden. Seit Donnerstag beschäftigt sich ein Gericht hinter verschlossenen Türen mit dem Heilbonner Fall.

Gemeinhin werden kriminelle Jugendgangs mit männlichen Teenagern verbunden. Mädchen als Täterinnen sind immer noch selten und überraschend. Der mutmaßliche Heilbronner Fall ist ein Beispiel: Dort wird eine Gruppe von Mädchen für zwei Dutzend Körperverletzungen verantwortlich gemacht. Ein weiterer Gewaltausbruch im badischen Rastatt, wo eine 14-Jährige von zwei anderen Jugendlichen krankenhausreif geschlagen wurde, hatte Mitte Januar 2023 bundesweit Aufsehen erregt. In sozialen Medien kursierten Aufnahmen, auf denen zwei Mädchen zu sehen sind, die ihr Opfer am Bahnhof zusammenschlagen und mehrmals gegen Kopf und Körper der am Boden Liegenden treten.

Vor einem Jahr hatte das Martyrium einer 13-Jährigen im schleswig-holsteinischen Heide eine Debatte darüber ausgelöst, ob eine frühere Strafmündigkeit ein wirksames Mittel bei der Bekämpfung von Jugendkriminalität sein könnte. Vier weiblichen Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren wurden je 50 Arbeitsstunden auferlegt, weil sie die 13-Jährige im Februar 2023 geschlagen und gedemütigt und die Tat gefilmt hatten. Zu welcher Brutalität schon Kinder fähig sind, zeigt auch der Fall einer Zwölfjährigen aus dem nordrhein-westfälischen Freudenberg. Eine 12- und ein 13-Jährige hatten gestanden, das Mädchen im März vergangenen Jahres erstochen zu haben.

Laut dem Bundeskriminalamt (BKA) erreichte die Zahl der Fälle, bei denen Mädchen anderen Mädchen Gewalt angetan haben, im Jahr 2022 mit 2295 einen traurigen Höhepunkt. In den neun Jahren zuvor lag der Wert stets unter 2000. Zuletzt war 2012 mit 2062 die Marke von 2000 Fällen überschritten worden. Statistisch erfasst wurden Gewaltdelikte, bei denen mindestens ein weibliches Opfer unter 18 Jahren und mindestens eine weibliche Tatverdächtige unter 18 Jahren beteiligt waren.

Weibliche Tatverdächtige bleiben «Einzelfälle»

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg beobachtet diese Entwicklung schon seit Längerem. «Es bleiben jedoch eher Einzelfälle», sagt eine Sprecherin. Die Heilbronner Clique falle nicht in die Kategorie «Banden». Laut Bundesgerichtshof sei eine Bande ein Zusammenschluss von mindestens drei Menschen, die Delikte wie Nötigung, Bedrohung oder Sachbeschädigung begehen und sich dazu ausdrücklich oder stillschweigend zusammentun. Im Gegensatz dazu schlössen sich Mädchen in wechselnder, situativer oft spontaner Besetzung zusammen.

Dennoch wurde die Heilbronner Gruppe aus mindestens zehn und bis zu 30 gewaltbereiten Mädchen als Mädchenbande oder -gang bekannt. Einige von ihnen werden verdächtigt, zwischen Juli und August vergangenen Jahres Sachbeschädigungen und in mindestens 23 Fällen Körperverletzung begangen zu haben. Zuletzt sollen fünf der Mädchen in der Nacht zum 13. August ein Auto zerkratzt und zwei 20-jährige Frauen verletzt haben. Ein Großteil der Taten wurde mit Handys gefilmt.

Drei mutmaßliche Beteiligte stehen deshalb vor dem Heilbronner Amtsgericht. Wegen des jungen Alters der Beschuldigten wird nicht öffentlich verhandelt. Verstoßen junge Menschen vor ihrem 14. Geburtstag gegen das Gesetz, gelten sie als schuldunfähig und gehen straflos aus.

Beleidigungen spielen in Konflikten zwischen Mädchen wesentliche Rolle

Gewalttätigkeit von Kindern und Jugendlichen weiblichen Geschlechts beobachtet eine Expertin seit Jahren – mal mehr, mal weniger. Die beiden baden-württembergischen Fälle im vergangenen Jahr stellten bereits einen Höhepunkt dar, sagt Dagmar Preiß vom Stuttgarter Mädchengesundheitsladen. Sie seien typisch, weil sich die Aggressivität gegen Opfer des gleichen Geschlechts richte. Beleidigungen spielten in Konflikten zwischen Mädchen eine große Rolle, insbesondere wenn sie einhergingen mit der angedrohten Verbreitung und tatsächlichen Veröffentlichung von Nacktfotos.

Zu den häufigeren Delikten von Mädchen-Gangs gehören auch Kaufhausdiebstähle. «Da werden von oben nach unten Kleider, Kosmetika und Taschen mitgenommen», erläutert die Sozialwissenschaftlerin. Oft werden die Gruppen von ein, zwei besonders forschen Mädchen angeführt, die zwar vor Gewalt nicht zurückschrecken, massive Formen wegen des noch geschlechtstypischen Bedürfnisses nach Harmonie aber unterlassen, wie Preiß erläutert.  «Bei Mädchen droht bei zu viel Gewaltausübung der Statusverlust, während Bosse in Jungenbanden ihren Führungsanspruch mit besonderer Brutalität untermauern können.» Die Gruppenmitglieder seien keiner sozialen Schicht zuzuordnen: «Das geht von der Förderschülerin bis zur Gymnasiastin.»

Größtenteils finden Delikte im öffentlichen Raum statt

Die LKA-Sprecherin verweist auf Untersuchungen, die nahe legen, dass die psychische Belastung der Corona-Maßnahmen besonders bei Kindern und Jugendlichen auch mittelfristig bestehen bleibt. «Dies stellt einen Risikofaktor für die Gewaltkriminalität unter Minderjährigen dar, vornehmlich, wenn sie niemanden haben, der ihnen den Umgang mit der Belastung zeigt», erläutert sie.

BKA-Experten betonen, die niedrige Anzahl an Gruppendelikten könne nicht darüber hinwegtäuschen, welche negativen Auswirkungen für die Gesellschaft damit verbunden sein könnten. Häufig handele es sich um schwerwiegende Delikte mit hoher krimineller Energie, die größtenteils im öffentlichen Raum und stets aus der Gruppe heraus verübt würden. «Neben teils gravierenden Folgen für die körperliche und psychische Gesundheit der meist gleichaltrigen Opfer können solche Delikte zu einer nachhaltigen negativen Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls innerhalb der Bevölkerung führen», teilte das BKA weiter mit. Von Julia Giertz, dpa

Kriminologe: Deutlich weniger Jugendgewalt als vor zwei Jahrzehnten (trotz Anstiegs 2022)

 

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Hysterican
3 Monate zuvor

Im Sinne der stets geforderten und geförderten Gendergerechtigkeit sollte es Mädchen ebenfalls möglich sein, sich in Gangs zu organisieren und das Geschlechtermonopol „Gewaltgangs mit Jungen“ aufbrechen.

Sarkasmus aus!

unverzagte
3 Monate zuvor
Antwortet  Hysterican

Logo, die Genderbewegung MUSS als Auslöser für komplexe gesellschaftliche Übel herhalten…ist eben einfach so.

Hans Malz
3 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Kommentar nicht verstanden? Naja, auch nicht schlimm.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Hans Malz

Niemand außer Hystericant schrieb etwas über Gendergerechtigkeit.

„Sarkasmus aus“ ist keine magische Formel, die jemanden vor Widerspruch schützt.

Sarkasmus aus!

PaPo
3 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Hat @Hysterican auch gar nicht behauptet.,,

,,, und wenn er es hätte, wäre das auch nicht absurder, denn das Geschwurbel einiger Kommentatoren, ein ominöses, allenfalls homöopathisch dosierters, aber irgendwie dennoch allgegenwärtiges und allmächtiges Patriarchat sei hierzulande, trotz ausschl. Evidenz zum Gegenteil, Ursache für komplexe (oder z.T. gar imaginierte) gesellschaftliche Übel. Wer also im Glashaus sitzt………………………

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Wie schön Sie ein Problem diskutieren, das niemanden beschäftigt oder gar diskutiert. Es ist geklärt. Entsprechend sollten wir uns mit Hysterican aus dem Phantasma bewegen und über echte Menschen nachdenken.

Ironie aus!

PaPo
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Kann ja nichts dafür, wenn sich Ihnen mein gelungener Seitenhieb nicht erschließt. ^^

Geht's noch?
3 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Spätestens wenn man sich selbst beklatschen muss, sollte man es merken.
Gääähn

PaPo
3 Monate zuvor
Antwortet  Geht's noch?

Lockt auch immer die Selben hervor.
🙂

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Hysterican

Möchten Sie ihren Hohn vielleicht mal kurz für die Opfer der Gewalt auf Null drehen?
Denn ja, Gewaltausübung aller sollte geahndet und alle Opfer sollten geschützt werden.

Hysterican
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ich war keineswegs höhnisch … ich war lediglich sarkastisch….und ja… bzgl der Ahndung von Gewaltazsübung stimme ich Ihnen zu.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Hysterican

Und wie würden die Opfer diesen Sarkasmus empfinden? Meiner Meinung nach als Hohn, aber das mögen die Betroffenen anders bewerten.

Ich rechne Ihnen dieses Entgegenkommen hoch an. Manchmal wird es hier wild (ich zunehmend unausstehlicher), also allen Ernstes: Danke

447
3 Monate zuvor
Antwortet  Hysterican

Wieso „Sarkasmus“?

Selbstvetständlich können auch Frauen/Mädchen Gewalt anwenden…aufgrund verleugneter biologischer Fakten sind sie dazu zwar schlechter ausgestattet…aber bei hohem Anreiz und/oder geringer Chance auf akute Gegenwehr, wieso sollten Mädchen nicht auch „Gangs“ bilden, wenn ihnen das profitabel erscheint? Können sie und machen sie genau so wie Männer, wenn das der (zumindest gefühlten) Anreizstruktur entspricht.

DerDip
3 Monate zuvor
Antwortet  447

Natürlich kann jeder Mensch Gewalt anwenden. Das braucht gar nicht diskutiert werden, denn dies ist klar.

Ein Problem ist es aber, wenn dir Gewalt oder die Gewaltstrukturen zunehmen. Die Ursachen hierfür gehören analysiert und antworten müssen gefunden werden.

447
3 Monate zuvor
Antwortet  DerDip

Schon beim Schritt „analysieren“ ist Schluss aktuell, von (wirksamen) Gegenmaßnahmen (derer auch viele nötig wären, neben dem ewigen „mehr Sozialarbeit“-Sermon) garnicht zu reden.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  447

Inwiefern macht Sozialarbeit Ihrer Meinung nach keinen Sinn bzw. was würden Sie im Gegenzug vorschlagen?

An unserem SBBZ haben wir sehr gute Erfahrungen mit der Schulsozialarbeiterin, besonders bei Streitschlichtung und Aufklärungsgesprächen, welche den Unterricht sprengen würden

447
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Gestaffeltes Vorgehen erschiene mir logisch:
Weiche Fälle/entgleitete Teenagermutprobe: Blahblah vom Lehrer/päd. Maßnahme (so wie heute), danach bzw. darüber hinaus gehende Taten = Schulsozialarbeit plus X, wobei X durchaus (müsste man erstmal wieder einführen) reinen Strafcharakter haben darf.

Der Strafcharakter stiege dann scharf exponentiell an bei Indikatoren für antizivilisatorisches Verhalten (insb. Gewalt- und Sexualdelikte, Drogenhandel, Raub/räub. Erpressung).

Persönlich bin ich der Ansicht, dass weder NUR Strafe hilft noch NUR Resozialisierung mit Täterversteher-Touch.

Strafen unterdrücken nur Verhalten, das jedoch wirksam. Beseitigen aber nur teilweise Ursachen.
Resozialisierung behebt Ursachen – mit kurzfristig schwacher Wirkung, längerfristig aber eventuell schon.
Pädagogische Maßnahmen beugen beiden Entwicklungsrichtungen leicht vor, wirken jedoch (ähnlich Vitamintabletten) zwar subtil aber auf hoher Skala auf die ganze Bevölkerung ein.

Päd. Maßnahmen: Bunte Pflaster für kleine Kratzer –> richtig dosiertes Mittel, damit kein Blut fliesst.

Strafen = Kompresse auf schwerer Schnittwunde, Stopwirkung! –> Straftäter-Sozialprestige brechen, Gesellschaft schützen

Resozialisierung = Wundnaht, Salbe, Antibiotika –> Zielrichtung „auskurieren“, normale/funktionale Teilnahme ermöglichen.

Da dies aber eine rationale, klare Strategie wäre, wird so etwas niemals kommen.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  447

Sie sind mental immer noch in der Frage ums Gendern!
Hier wurden eindeutige, unbestrittene Straftaten begangen.

Können wir uns bitte auf eine Diskussion einigen, diese Gewalttaten zu reduzieren?

Annemaus
3 Monate zuvor

Kann es vielleicht sein, dass der Feminismus manche Mädchen unter Druck setzt?
„Du kannst große Dinge erreichen.“ interpretieren einige Mädchen vielleicht als „Du MUSST große Dinge erreichen.“.
Unter radikalen Feministinnen gilt es teilweise schon als Tabu, wenn eine Frau zugibt, dass sie Angst hat, Hilfe braucht oder überfordert ist.

Ich würde sagen, dass ich in einer feministischen Familie aufgewachsen bin. Meine älteren Schwestern, Mutter, Tanten und Großmütter haben alle nach der Geburt der Kinder weitergearbeitet und teilweise mehr verdient als ihre Männer. Sie arbeiten auch zum Teil in typischen „Männerberufen“ wie Elektrikerin. Die Männer helfen im Haushalt mit und damit meine ich nicht nur mal den Müll runterbringen oder die Spülmaschine anwerfen.
Meine Eltern haben uns Mädchen geraten, dass wir immer darauf achten sollen, unsere Familie notfalls auch alleine ernähren zu können. Aber sie haben uns nie unter Druck gesetzt, dass sie besondere Dinge erwarten. Wir sollten unseren Weg gehen und abwarten, ob wir Bundeskanzlerin werden oder im Supermarkt an der Kasse sitzen.

unverzagte
3 Monate zuvor
Antwortet  Annemaus

Setzen Sie Ihre Schüler*innen unter Druck, wenn Sie Ihnen Möglichkeiten offerieren und versuchen, diese entsprechend zu motivieren?

Ein Grundprinzip der mir bekannten feministischen Prinzipien ist SOLIDARITÄT. So gesehen vermute ich, dass Sie radikale Feministinnen missverstanden haben, andernfalls bitte ich um eine Quelle.

PaPo
3 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Den(!) Feminismus gibts ja gar nicht.

Feminismus ist kein homogenes Phänomen, sondern ein Sammelbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher Strömungen mit unterschiedlichsten Perspektiven, Positionen, Agenden, Theorien, Methoden etc., Strömungen, die sich auch untereinander oft nicht ganz grün sind, um nicht zu schreiben z.T. gar spinnefeind.
Um mal die Extreme zu benennen: Alt- vs. Jungfeministen, sog. „TERFs“ (sry, der Begriff ist eigtl. inakzeptabel) vs. trans feminists, egalitäre Frauenrechtler vs. (misandrische) Matriarchatsproponenten, M. Stokowski vs. A. Schwarzer (finde ich beide unerträglich) etc.

Gerade mit der 3. Welle (wenn wir uns diese Kategorisierung des modernen Feminismus mal zur Orientierung nehmen wollen) ist die ganze Bewegung – was auch immer das sein soll – noch viel diverser, heterogener geworden. Das sind alles Feminsiten, auch wenn die sich jeweils gegenüberstehenden Seiten gerne no true Scotsman-Argumente ins Feld führen…
Sie verklären hier den Feminismus, indem Sie offenbar universelle Prinzipien desselben annehmen (ihn monolithisieren) und „Solidarität“ attestieren, wo diese regelmäßig allenfalls im eigenen Subpeer herrscht (und auch nur dann, wenn man inhaltlich unkritisch-affirmativ, wenn man konform ist).

Was sagt das dann aber über jemanden aus, der sagt, er sei Feminist?
Und ist man ein Antifeminist, wenn man gegen bestimmte Strömungen innerhalb des Feminismus ist, aber dem originär(!)-feministischen Grundanliegen von Gleichberechtigung oder die Stärkung geschlechtlicher und sexueller Selbstbestimmung folgt? Hier sei wieder auf das „Gendersprache“-Problem verweisen.

Das Gunda Werner Institut (der Heinrich Böll Stiftung) synonymisiert Feminismus salopp mit „demokratischen Grundprämissen wie Egalität, Inklusion, Menschenrechten, Minderheitenschutz und Antidiskriminierung“ (https://www.gwi-boell.de/de/2019/05/03/antifeminismus-macht-rechte-positionen-gesellschaftsfaehig), wo aber realiter in vielen Strömungen halt Perspektiven, Positionen, Agenden, Theorien, Methoden etc. mitschwingen, die über das Anliegen von (sozio-politischer, rechtlicher etc.) Egalitarität z.T. sehr weit hinausgehen, die m.E. auch nicht damit vereinbar sind resp. dem zuwider laufen, bspw. diverse Aspekte und Spielarten von identity politics (z.B. die Konzepte von kultureller Aneignung, der Versuch der Legitimierung von geschlechtsbasierter Bevorteilung als Kampf gg. vmtl. oder tatsächliche Benachteiligung – Stichworte: Frauenquote; Chancen- vs. Ergebnisgleichheit), z.T. sozialistische Ideen bzgl. des Themas sozialer Gerechtigkeit etc.

Das Feld ist einfach zu weit, der Begriff des Feminismus mittlerweile ein wildes Potpourri auch komplett widerstreitender Phänomene. die Gefahr zu groß als ausdrücklicher Befürworter einer aufgeklärten, pluralistischen, egalitären, freiheitlichen Demokratie mit meritokratischem Einschlag in eine Ecke gestellt zu werden, wenn man sich als Feminist bezeichnet (so sehr ich auch die sog. 1. und 2. Welle – auch wenn diese natürlich auch nicht homogen waren – unterstütze und auf deren Notwendigkeit hinweise und auch jetzt die Anliegen einiger Strömungen in der 3. Welle ausdrücklich befürworte).

DerDip
3 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

„Den(!) Feminismus gibts ja gar nicht.“

Genauso ist es. Nach meiner Wahrnehmung bezeichnen sich Personen als Feministen, wenn sie glauben, dass sie DEN richtigen Weg für den Lebensentwurf von Frauen gefunden haben, der für die Frauen am besten ist.

Die Anzahl der verschiedenen Positionen des Feminismus ist etwa gleich groß mit der Anzahl der sich selbst ernannten Feministinnen.

Unverzagte
3 Monate zuvor
Antwortet  DerDip

Schon klar, dass nur allwissende Männer uns Frauen Feminismus erklären müssen.

PaPo
3 Monate zuvor
Antwortet  Unverzagte

Und hier, liebe Mitleser, haben wir ein eindrucksvolles Beispiel einer Variante des misandrischen, antidemokratischen, sexistisch-antiegalitären Feminismus der 3. Welle. Lieben Dank, @unverzagte, für diese Demonstration! ^^

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Sie machen sich inzwischen wirklich lächerlich.

PaPo
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Genau. *lol*
Doof, oder, wenn Sie derart überführt sind, dass Sie und Co. nichts mehr zu erwidern haben? 🙂 Ich bewahre mir ihre Kommentare hier, wenn Sie das nächste Mal vorgeben, pro Denokratie, Gleichberechtigung, Differenzierung und Co zu sein. Kann ich Sie (wieder) mit Ihrer Bigotterie konfrontieren. 🙂

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Tun Sie das gern. Aber das löst Ihr Problem auch nicht.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Unverzagte

Und beleidigt sind sie auch noch, wenn man ihnen das mitteilt. Männer hingegen, die sich nicht für allwissend halten, sind da ganz anders. Zum Glück sind die hierzulande sehr häufig anzutreffen.

unverzagte
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Großes Glück, das sicher sehr viele Menschen mit Ihnen teilen.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  DerDip

Sie sind da einer Sache auf der Spur! Ach wären die bloß mehr wie „die Grünen“, „die Konservativen“, „die Solzialisten“ oder wie „die Reichsbürger“, „die Alphas“ oder „die Trekkies“…

Schon krass, wie sich Gruppen mit gemeinsamen Anliegen einen Namen geben. Und dann gibt es auch noch unterschiede zwischen den Individuen, die ihre eigene Auslegung für richtig halten (und ansonsten wechseln).
Eine bemerkenswerte Beobachtung!

*Onomatophobie aus*

DerDip
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Mit gemeinsamen Anliegen. Darin liegt der Unterschied.

Beim Feminismus ist es so: Es gibt da die einen Feministinnen, die aufreizende Frauenkleidung als selbstbeweusstes Zeichen der weiblichen Emanzipation sehen und andere Feministinnen, die das gleiche als Zeichen der konstruierten sexistischen Unterdrückung durch die Männer.

Welche feministische Sicht ist nun das gemeinsame Anliegen?

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Annemaus

Ich habe eher den Eindruck, dass Sie unter großem Druck stehen, den Feminismus als Dreh- und Angelpunkt von Kriminalität auszumachen.
Typisch für dieses Mindset ignorieren sie die „besondere Brutalität“ der Männer. Jungs sind nunmal Jungs, wie? 😉

Annemaus
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Nein, ich finde eher, dass man den „Raufereien“ der Jungs schon eher Einhalt gebieten sollte, bevor es zu einer richtigen Schlägerei ausartet.

Übrigens wurde ich sowohl von Jungs als auch von Mädchen gemobbt mit dem vollen Programm: Taschengeld aus dem Portemonnaie geklaut, neuen Rucksack mit Messer aufgeschlitzt, das Plakat zu meinem Referat versteckt etc. Allerdings wurde es nie körperlich.

Als ich mit meinen Eltern deshalb beim Direktor war, hatte er nur gesagt, dass ich daraus gestärkt hervorgehen werde und mich nicht so anstellen soll.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Annemaus

Das tut mir ernsthaft leid und ich fühle wirklich mit Ihnen, wie (absolut falsch) der Direktor reagierte.
Aber persönliche Erfahrungen und einzelnde Ereignisse können und dürfen nicht die (Bildungs-)Politik bestimmen.

Der Feminismus – ja , PaPo, ich weiß… – kann und sollte nicht über diese konkreten Straftaten in den Fokus gezogen werden

Lisa
3 Monate zuvor
Antwortet  Annemaus

Das tut mir Leid.

unverzagte
3 Monate zuvor
Antwortet  Annemaus

Beileid auch meinerseits, dass dieser offensichtlich überforderte Direktor als Schutzbefohlener kläglich versagt hat.
Hoffe, dass sie inzwischen Verbündete gefunden haben, von denen sie mehr Unterstützung erwarten können.

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

„Direktor als Schutzbefohlener“ – Westfälisches Fragewort mit 8 Buchstaben (Hääääääh).

Lanayah
3 Monate zuvor
Antwortet  Annemaus

Solange die Männer im Haushalt „helfen“ ist die Gleichberechtigung hier noch nicht erreicht.

Annemaus
3 Monate zuvor
Antwortet  Lanayah

Ich habe geschrieben, dass die Männer in meiner Familie sich MEHR im Haushalt beteiligen als nur gelegentlich.
Übrigens pflegt mein Vater zusammen mit mir meine Mutter nach einem Schlaganfall und kümmert sich zum Großteil um den Haushalt, da ich ja noch Vollzeit arbeite. Und dabei ist er auch nicht mehr ganz gesund.

DerDip
3 Monate zuvor
Antwortet  Lanayah

Das ist in jedem Haushalt anders. Und genau das ist gut so.

Lanayah
3 Monate zuvor
Antwortet  DerDip

Ich kenne jedenfalls keinen Haushalt, in dem die Frauen nur „helfen“, wenn beide voll berufstätig sind. Aber Sie vielleicht

PaPo
3 Monate zuvor
Antwortet  Lanayah

Anekdotische Evidenz… und was ist eigtl. Ihre Aussagen?
Was hat Gleichberechtigung mit der freiwilligen(!) Rollenverteilung im privaten Haushalt zu tun, außer dass sich zweigeschlechtliche Paare überhaupt auf verschiedene Rollen einigen können/dürfen?

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Inwiefern passt DerDips völlig unbelegte Behauptung besser?
Im Gegensatz dazu hatteanayah immerhin ein Beispiel

PaPo
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

*lol* Was gäbe es dort belegungsbedürftiges, wenn man nicht gerade irrigerweise glaubte, das jeder Mensch gleich lebte? Sie wollen doch jicht ernsthaft einen Beleg dafür, dass unterschiedliche Haushalte diesbzgl. unterschiedlich sind?!

DerDip
3 Monate zuvor
Antwortet  Lanayah

Ich würde mal Tippen, dass Annalena Baerbock weniger im Haushalt tätig ist als ihr Partner. Wissen tue ich es nicht, würde aber von einer Außenministerin erwarten, dass sie in erster Linie ihren Amtspflichten nachkommt.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Lanayah

DerDip wahrscheinlich auch nicht
Warum lache ich??

*Ignoranz aus*

447
3 Monate zuvor
Antwortet  Lanayah

Ich kenne keine erfolgreichen/und oder halbwegs geistig gesunden Menschen, für die so ein banaler Kinderkram wie „mimimi Haaauuuushalt“ ein ernsthaftes Thema in einer Beziehung darstellt.

Ernsthafte Themen sind sowas wie:
„Was wollen wir die nächsten 5 Jahre schaffen?“
„Wie wollen wir uns (einzeln und gemeinsan) entwickeln?“
„Was macht uns zufrieden, glücklich? Wie lässt sich das in der realen Welt umsetzen!“

Wenn natürlich frau auf dem Machtkampfniveau einer Teenagerin steckengeblieben ist/unaufgearbeitet (psych)sexuell traumatisiert ist … joa, dann ist so ein banaler Quark wie „Wer bringt den Müll raus? Wer staubsaugt? Hüüülfe, aber ichichich mach mehrmehrmehr!“ natürlich vooooollll das Thema.

Glücklicherweise scheinen mehr Männer dazu zu lernen und sich solche Frauen garnicht erst ins Haus zu holen – dann gibts auch kein „Hausarbeit“-Problem. 🙂

Genau wie sich keine moderne normale Frau ’nen Zerrbild des 50er-US-Machos (Sprüche und Saufen/schlagen/fremdgehen wie ein Großer, Gehalt und Kompetenz wie ein ganz, ganz kleiner PunktPunktPunkt) ins Haus holt.

unverzagte
3 Monate zuvor
Antwortet  447

Demnach halten Sie sich vermutlich für „normal, modern, Nichtmacho, lernfähig, friedlich, erfolgreich, geistig gesund und ernsthaft“…
sieht Ihr*e Partner*in Sie in demselben Licht ?

447
3 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Ööhm…kleineres Pikachuface gerade…Ihnen ist schon klar, dass, wie soll ich es Ihnen sagen… Frauen sich ihre Partner heutzutage selber aussuchen?
Und Frauen die zählen zweimal?
Und solche die dazu noch Leistung bringen (=was verdienen) schon gleich dreimal?

Wie schaut es denn bei Ihnen aus…heute schon um den Müllbeutel oder den Staubsauger gestritten? 😉

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Hinweis: Frauen schauen bei der Partnerwahl finanziell und sozial nach oben, bestenfalls zur Seite, jedoch selten bis nie nach unten.

potschemutschka
3 Monate zuvor

Wie passt diese Diskussion zu dem immer wieder geforderten Aufbrechen der Rollenklischees? Die Mädchen sollen/wollen doch genauso sein wie die Jungen. Auf einmal will man doch wieder die braven Mädchen? Gewalt bei Jungen ist „nicht so schlimm“? Das ist DOPPELMORAL! Gewalt ist Gewalt, egal wer sie ausübt! Warum also diese Empörung! Nur weil es Mädchen sind ist es dopprelt schlimm, oder was?

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Tja, aus irgendeinem Grund werden Menschen mit weiblichen Geschlechtsorganen andere Vorstellungen und Erwartungen angedichtet…

Diesen Fokus auf das Geschlecht könnte man auch als „Soziales Konstrukt“ bezeichnen, welche das biologische übersteigt und in einer Gesellschaft einen erheblich größeren Einfluss hat als Letzteres…

Und nein, eben der Fall zeigt, dass Kriminalität bei allen Menschen gleichermaßen geahndet wird – keine Doppelmoral zu finden

unverzagte
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ähnliche Fragen stellten sich auch mir. Apropos Rollenklischees: Der Begriff Rolle greift hier leider viel zu kurz, da suggeriert wird, diese sog. Rolle sei jederzeit beliebig wieder ablegbar. Eben wie in einer Darstellung aus einem Theater, wo sie lediglich geübt wurde…

Biene
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich musste gerade spontan an die Aufseherinnen der KZs im WK2, die zum Teil deutlich brutaler im Umgang mit den Inhaftierten waren als die Männer.
Damen waren und sind schon immer auf eine gewisse Art und Weise grausamer als die Herren.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Biene

Sie halten KZ-Aufseherinnen für repräsentativ? Geht es eine Idee drunter?

Indra Rupp
3 Monate zuvor
Antwortet  Biene

Wer emotional gesteuert ist, kann sowohl empathischer als auch grausamer sein. Hass ist ja auch eine Emotion.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich mag dieser Aussage nicht völlig widersprechen, teilen aber (vorerst) auch nicht.
„Banalität des Bösen“ und so

Aber vielleicht sollten wir uns bitte nicht an den historischen Extremen orientieren?

unverzagte
3 Monate zuvor
Antwortet  Biene

Es waren/sind vornehmlich (sic) Männer, die Kriege, Faschismus und perfekt organisierte Massenmordindustrien betreiben/ anführen. Es gab Amazonen und Frauen, die als Giftmischerinnen galten und so gab es auch sadistische KZ Aufseherinnen. Auch gibt es weiterhin fieseste Brutalität, die auch von Mädels ausgeht.

Aber brauchen Sie eine Hitparade von geschlechtsorientierten Grausamkeiten?

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Danke. Es geht im Artikel um Schülerinnen, keine KZ-Wärterinnen

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Biene

Damen waren und sind schon immer auf eine gewisse Art und Weise grausamer als die Herren.“

Ist das Bauchgefühl oder haben Sie dafür auch handfeste Belege?
Vielleicht meinen Sie aber auch, das wäre jetzt die längst fällige Retourkutsche. Dann lassen Sie sich sagen, dass die meisten Menschen nicht behaupten, dass männliche Wesen per se grausamer wären, sondern Gewaltdelikte statistisch gesehen viel häufiger von ihnen begangen werden. Und das hat unterschiedliche Ursachen. Uns ist allen bewusst, dass das nichts mit einem Grausamkeitsgen oder so zu tun hat.

//Aber ne, ja, klar, bei Frauen eigentlich schon.//

unverzagte
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

„Grausamkeitsgen“ , falls dieser Ausdruck nicht einem faschistischen Glossar entspringt, amüsierte mich Ihre garstige Wortneuschöpfung sehr.

DerDip
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Warum diese Empörung? Weil sich die Gewaltsituation verschlimmert.

Entscheidende Frage sollte sein: Warum ist dies so und wie lässt sich dies verbessern? Und zwar sowohl bei Mädchen wie bei Jungs.

unverzagte
3 Monate zuvor

Warum diese Aufmacher ähnliche Schlagzeile? Fördert kein weiteres Leseinteresse, sorry.
Alle kommen mit Trieben, S. Freud nennt sie „das ES“, auf die Welt – sogar Mädchen vor 1950. Ausgelebte, vorhandene Aggressionen sind also zukünftig bitte nicht so plakativ geschlechtsabhängig zu definieren.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Man kann aber nicht negieren, dass die bisherige Sozialisation eher weniger Gewalttäterinnen hervorgebracht hat, weshalb es noch recht ungewöhnlich ist, dass Mädchen sich so „hervortun“.
Warum sie es jetzt tun? Auch hier würde ich den Medienkonsum verantwortlich machen. Plötzlich gibt es online lauter „Checkerinnen“. Wenn man nicht so hübsch ist, dass schlägt man eben diesen anderen Weg zur Aufmerksamkeit ein.
Letztendlich geht es immer um Aufmerksamkeit.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Haben Sie das auch so zum Artikel über Wuppertal geschrieben?
Mich würde es bei Menschen mit einer 70 Jahre alten Geisteshaltung nicht wundern…

Unverzagte
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ach so.

Hysterican
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Wozu dieser rethorische Schlag unter die Gürtellinie?
Völlig unnötig!

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Hysterican

Es wurden Menschen verletzt!! Und Unverzagte schreibt über das Es nach Freud.
Ich mag spinnen, aber Straftaten nehme ich in der Regel ernst. Nennen Sie es so: mein Über-Ich mag keine Bagatellisierung von potenziell tötlichen Straftaten

PaPo
3 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Niemand referiert heute noch ernsthaft S. Freud, außer im Rahmen historischer Theorien- und Ideengeschichte.

Mondmatt
3 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Interessanter Weise würde hier die abstrakte Theorie von Freud aber echt greifen.

Das ES in uns besteht aus unseren Instinkten und Trieben. Für das ES ist Gewalt also ein probates Mittel seine Ziele zu erreichen.

Laut Freud ist das ES aber nicht alleine. Es wird durch das ÜBER-ICH aus Regeln und Konventionen gesteuert. So entsteht das ICH.

Nach altem Rollenbild war der Teil des ÜBER-ICH, also die Regeln und Konventionen die Gewalt verhindern, bei Frauen relativ stark ausgebildet. Frauen waren nach allgemeiner Definition, mütterlich und fürsorglich. Gewalt passte gar nicht in dieses gesellschaftliche ÜBER-ICH.
Bei Männern ließen die Konventionen Gewalt in einem gewissen Umfang durchaus zu. Das ES hatte also mehr Spielräume. Männer waren laut ÜBER-ICH Konventionen stark und aggressiv.

Das heutige, gleichberechtigte Rollenbild hat also die Konventionen und damit das ÜBER-ICH speziell der Frauen verändert.
Dadurch hat jetzt auch bei Frauen das ES eine größere Chance gegen das bezüglich von Gewaltanwendung geschwächte ÜBER-ICH Gewaltanwendung als Teil des ICH durch zu setzen.

Klingt wirklich sehr abstrakt.

Kurz gesagt besagt es aber wenn es dumm läuft macht die Gleichberechtigung nicht Männer und Frauen zu besseren Menschen sondern Frauen ergreifen, wenn es für sie vorteilhaft erscheint, die Gelegenheit männliche Handlungsweisen zu übernehmen.
Dazu gehört eben auch Gewalt

Indra Rupp
3 Monate zuvor

Corona kann ich als Ausrede nicht mehr hören!
Wir haben in den letzten Jahren einen Rechtsruck, mehrere Krisen, die Kinder spüren die Unsicherheit, Sorgen und Aggressionen der Erwachsenen. Verschwörungstheorien, Extrem Positionen bekommen Zulauf. Auseinandersetzungen mit Querdenkern, Rassisten hier, Massendemos da. Populismus ohne Ende auf Tiktok und Co. Gewaltvideos normal. Mal unter 12jährigen Bilder von dem Massaker der Hamas rumreichen. FSK ab 12,ab16,ab 18 – brauchen wir nicht mehr. Cybermobbing.
Und dann noch die 63h daddeln pro Woche, die was mit einem machen.
Ist doch alles kein Wunder!

Lisa
3 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Corona gab es weltweit. Als Erklärung nur plausibel, wenn überall die Gewaltkriminalität plötzlich abgestiegen wäre. Tatsächlich gibt es innereuropäisch große Unterschiede: In Frankreich auch, in Spanien nicht.

HenryK.
3 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Putin’s Angriffskrieg nicht vergessen. Die Menschen im Land sind wenig kriegsbereit bzw. kampfbereit. Deutschland soll ja insgesamt wehrhafter werden, da muss die Jugend auch trainieren dürfen. Denn der saubere Krieg, das ist so eine romantische Vorstellungen bestimmter Milieus, den gibt es nicht.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  HenryK.

Es wurden Menschen verletzt! Sind Sie so tief in Ihrem Phantasma gefangen, dass Sie die Not anderer nur noch durch Ihre politische Brille wahrnehmen können?

HenryK.
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Welches Phantasma denn? Ich verurteile die politische Doppelmoral in diesem Punkt. Ich bin gegen Gewalt.
Krieg ist der Inbegriff von Gewalt, eine Gesellschaft die sich für den Krieg rüsten solle, auch Soldatinnen herhorbringen soll, braucht zweifellos ein anderes Verhältnis zu Gewalt.

Realo
3 Monate zuvor

Nehmt den Kindern die Smartphones weg. Ernsthaft. Und nicht nur diesen Mädchen.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Realo

Danke! Wir fordern dies an unserer Schule, aber die Haftung soll individuellen Lehrkräften angelastet werden! Im Zweifelsfall bleche ich also für einen Klassensatz verlorener/ kaputter Handys …

Letzten Mittwoch waren wir mit der Schule Eislaufen. Ich schloss auf eigene Verantwortung die Handys meiner Klasse in ein Fach und hatte drei Stunden inneren Frieden 🙂

SchadeMarmelade
3 Monate zuvor

Der Grund ist mMn relativ simpel. Das Internet. Dieser ehemals grandiose Raum wird mehr und mehr zu einem rechtsfreien Raum.
Wenn man sich über kommunizierte Gewaltphantasien und hatespeech permanent weiter radikalisiert ist es kein Wunder das die Gewalt irgendwann im das reale Leben überschwappt.
Die Art und Weise wie bereits Grundschüler online miteinander kommunizieren ist erschreckend. Und diese Art und Weise wird immer mehr in den täglichen Sprachgebrauch untereinander transportiert.
Das Wort „Uhrensohn“ z.B. wird bei mir an der Schule in so ziemlich jedem zweitem Satz verwendet.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  SchadeMarmelade

Erschreckend, aber dann muss die Schule auch Maßnahmen ergreifen und solche Sprache ganzheitlich unterbinden.
Wenn hier keine rote Linie, wo dann?

447
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Vorsicht, Sie berühren gerade zwei heilige Megataboos:
1. Eeeeeelternwille, Eeeeeltern!!
2. Dazu müssten Lehrer (im Endeffejt, da sie die abstrakte Organisation als ausführende Organe verkörpern) tatsächliche Macht ausüben können – da sei die BzReg vor! 😀
3. Habe ich schon Eeeeeeltern! und Schüüüler! erwähnt?

Lisa
3 Monate zuvor

Die jungen Frauen sind eben am Aufholen, im Positiven und im Konträren. Bisher war es so, dass eher junge Männer mit Gewalt den öffentlichen Raum dominierten. Wie eine Feministin schrieb “ Frauen haben bestenfalls ein Transitvisum“. Jetzt ziehen junge Frauen nach. Das konnte man Kommen sehen. Schlimmes Fazit: Friedliche, nicht aggressive Frauen dürfen sich nun vor beiden fürchten.

Unverzagte
3 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Ebenso wie gewaltfrei agierende Männer und Diverse, die es erfreulicherweise auch gibt.

JoS
3 Monate zuvor

Die Überschrift suggeriert, dass die Gewalt insgesamt zunehmen würde, dabei sagt der unter dem Beitrag verlinkte Artikel das Gegenteil aus: https://www.news4teachers.de/2023/11/kriminologe-weniger-jugendgewalt-als-vor-zwei-jahrzehnten-trotz-anstiegs-2022/

Warum jetzt der relative Anteil der „Mädchengewalt“ steigt, darüber kann man natürlich diskutieren. Ich denke, weil tradierte Rollenmuster aufbrechen und Mädchen weniger als früher auf „versteckte“ Gewalt ausweichen.

Alx
3 Monate zuvor

Ich habe neulich erst hier gelesen, dass Jugendgewalt niedriger wäre als in den 90ern.

Der Artikel war ungefähr vor einem Mord einem Totschlag und 4 Messerangriffen.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Alx

Die 90’er waren halt nicht besser.
Wir waren lediglich schlechter vernetzt und bekamen nicht alles im Liveticker mit