Lehrkräfte gesucht: Welche Fragen sich Interessenten für den Seiteneinstieg selbstkritisch stellen sollten

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FRANKFURT/MAIN. Nahezu in allen Bundesländern fehlen Lehrkräfte. Quer- oder Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger sind vielerorts gefragt. Doch wie qualifiziert man sich dafür – und für wen ist das eigentlich etwas?

Der Seiteneinstieg ist eine Herausforderung. Foto: Shutterstock

Bundesweit fehlt an vielen Schulen gut ausgebildetes und engagiertes Lehrpersonal. Der Quereinstieg – einst als Notlösung gedacht – ist da mancherorts schon fast zum Normalfall geworden. Wer im eigenen Beruf unzufrieden ist oder mit einem Fachstudium keine Anstellung findet, kann Lehrerin oder Lehrer werden. Doch wann bietet sich dieser Weg wirklich an? Welche Voraussetzungen müssen Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger mitbringen? Und welche Fachrichtungen sind gesucht? Was Interessierte wissen müssen.

Quer- oder Seiteneinstieg – was ist der Unterschied? Quer- und Seiteneinstieg sind nicht das Gleiche, auch wenn manche Bundesländer die Begriffe synonym verwenden. Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger haben ein für das Lehramt relevantes Fach studiert, aber nicht auf Lehramt. Sie müssen einen Vorbereitungsdienst (Referendariat) absolvieren, um als Lehrkraft arbeiten zu können. «Mit der zweiten Staatsprüfung erhalten sie dann die volle Lehrbefähigung», sagt Prof. Kai Maaz, Geschäftsführender Direktor des DIPF Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation in Frankfurt am Main.

Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger überspringen den Vorbereitungsdienst. «Sie erhalten eine berufsbegleitende Einstiegsqualifizierung und haben dabei einen Mentor an ihrer Seite», erläutert Maaz.

Welche Voraussetzungen müssen Quer- wie Seiteneinsteiger mitbringen? «Sie müssen in aller Regel einen Abschluss als Master of Science oder Master of Arts vorweisen können», erklärt Sven Christoffer, Landesvorsitzender im Lehrkräfteverband lehrer nrw e.V. In Ausnahmefällen wird zumindest in Nordrhein-Westfalen auch ein Diplom-Abschluss akzeptiert. Soweit die formalen Voraussetzungen.

Welche persönlichen Eigenschaften sind wichtig? Quer- wie Seiteneinsteiger müssen in der Lage sein, pädagogisch und psychologisch gut zu agieren. «Es geht darum, Kindern und Jugendlichen Wissen zu vermitteln und dabei einfühlsam vorzugehen», sagt Christoffer. Dabei sollten die Belastungen im Schuldienst nicht unterschätzt werden. Rund ein Drittel der Seiteneinsteiger, so zeigen aktuelle Zahlen aus Sachsen und Sachsen-Anhalt, werden mit ihrer Entscheidung nicht glücklich – und steigen aus.

«Vor einer Bewerbung für den Schuldienst sollten Sie sich umfassend über die Anforderungen an Lehrerinnen und Lehrer informieren sowie selbstkritisch die persönliche Eignung reflektieren», so heißt es deshalb beim Bildungsministerium in Brandenburg. Um den anspruchsvollen Weg eines Seiteneinstiegs bewältigen zu können, sei eine hohe Motivation und Durchhaltvermögen nötig. Interessenten sollten sich sich beispielsweise folgende Fragen stellen (und ehrlich mit «Ja» beantworten können):

  • Arbeite ich gern mit anderen Menschen, vor allem mit Kindern und Jugendlichen, meinen zukünftigen Schülerinnen und Schülern zusammen?
  • Gehe ich mit anderen Menschen wertschätzend und respektvoll um?
  • Verfüge ich über Empathie?
  • Gebe ich mein Wissen gern weiter?
  • Habe ich starke Nerven und auch eine Portion Humor?
  • Bin ich konfliktfähig, belastbar und flexibel?
  • Verfüge ich über ein gutes Selbst-und Zeitmanagement?

Nützlich seien im Vorfeld einer Bewerbung praktische Erfahrungen an einer Schule vor Ort. Diese könnten im Rahmen von Ganztagsangeboten an den Schulen oder als Vertretungslehrkraft erworben werden. Damit könne ein erster Einblick in den Schulalltag gewonnen werden, «in schulische Abläufe und die herausfordernde Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern».

Ist ein Quereinstieg an allen Schulformen möglich? Ob und in welchem Umfang ein Quereinstieg möglich ist, unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland. Interessierte können sich beim jeweiligen Kultus- oder Bildungsministeriums in ihrem Bundesland informieren. «Vor allem Grundschulen, teils auch Berufsschulen, suchen aktuell Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger», sagt Maaz.

Dem Bildungsforscher zufolge kommen Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger generell erst dann zum Zuge, wenn an einer Schule in einem der Fächer nicht genügend ausgebildete Lehrkräfte vorhanden sind. Jedes Jahr gibt es andere sogenannte Mangelfächer in den einzelnen Ländern. Oft sind die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) betroffen, teilweise sind es aber auch die Fächer Kunst oder Musik.

Wer einen Quereinsteig anstrebt, kann sich zum Beispiel auf dem Portal «Lehrer*in werden» informieren, in welchen Bundesländern Bedarf an Lehrkräften für welche Schulen besteht. Das Angebot der Webseite «bildungsserver.de» nutzt dafür eigenen Angaben zufolge Daten aus einer Erhebung der Kultusministerkonferenz (KMK).

Wie läuft ein Quereinstieg üblicherweise ab? Am einfachsten finden Interessierte Informationen zum Quereinstieg auf der Website des Kultus- oder Bildungsministeriums des jeweiligen Bundeslandes. Dort sind in der Regel Links zu den Voraussetzungen und den Anträgen hinterlegt.

Wie lange dauert der Quer- oder Seiteneinstieg ins Lehramt? Auch das unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland. «Die Einstiegsqualifizierung für Seiteneinsteiger umfasst oft nur ein paar Wochen», sagt Bildungsforscher Maaz. Das Referendariat dauert je nach Bundesland zwischen einem Jahr oder zwei Jahren. In vielen Ländern sind es anderthalb Jahre.

Wie sehen die Verdienstmöglichkeiten nach einem Quer- oder Seiteneinstieg aus? Wer berufsbegleitend ein Referendariat absolviert hat, verdient nach dem Abschluss das Gleiche wie andere ausgebildete Lehrkräfte – abhängig vom Bundesland, der Schulform und der Berufserfahrung.

Angestellte Lehrkräfte werden in der Regel nach dem Tarifvertrag der Länder bezahlt. Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit verdienen Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen im Mittel etwa 4.600 Euro, an Gymnasien sind es 5.549 Euro und an beruflichen Schulen 5.410 Euro. Angegeben ist jeweils der Median – also der Wert, der genau in der Mitte einer Datenverteilung liegt.

«Seiteneinsteiger verdienen deutlich weniger», sagt Sven Christoffer. Der Grund ist, dass sie aufgrund fehlender Voraussetzung keine volle Lehrbefähigung haben. Oft kommen sie zum Beispiel nur als Vertretungslehrkräfte zum Einsatz.

Wie häufig kommen Quer- und Seiteneinsteiger bei der Besetzung von Lehrerstellen zum Zuge? Nach der jüngsten Statistik der Kultusministerkonferenz (KMK) aus dem Mai 2023 wurde 2022 jede zehnte ausgeschriebene Stelle im Schuldienst mit einer Seiteneinsteigerin oder einem Seiteneinsteiger besetzt. Die Quote für den Seiteneinstieg belief sich deutschlandweit auf 9,4 Prozent. Bei Quereinsteigern betrug im Jahr 2022 die Quote 4,5 Prozent. Hier gibt es ebenfalls große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern.

Fachleute sehen den Seiten- und Quereinstieg bei Lehrkräften durchaus auch skeptisch. «Damit darf keinesfalls eine Deprofessionalisierungsspirale im Schuldienst einhergehen», sagt Bildungsforscher Maaz. Fachlich und menschlich qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer seien wichtiger denn je, um junge Leute gut aufs Leben vorzubereiten. Von Sabine Meuter, dpa

News4teachers-Podcast: Plötzlich Lehrer – der Sprung ins kalte Wasser! Reporterin begleitet Seiteneinsteiger fast drei Jahre lang

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Fräulein Rottenmeier
20 Tage zuvor

Ich erweitere mal um ein paar Fragen:
– bin ich teamfähig?
– bin ich lernfähig und -willig?
– habe ich eine hohe Frustrationstoleranz?
– bin ich resilient?
– habe ich Biss?
– kann ich Multitasking?
– bin ich bereit mich an systemische Gegebenheiten anzupassen?
……für den Augenblick…..

Raucherpflaster
19 Tage zuvor

„Gehe ich mit anderen Menschen wertschätzend und respektvoll um?“,… auch dann noch, wenn sie mich immer wieder wie den letzten Dreck behandeln…?

Bla
16 Tage zuvor

Lustig, ich habe erst „systematische Untergebenheit“ gelesen.
Hätte die Punkte allerdings nicht weniger richtig gemacht.

Stefan
20 Tage zuvor

Ich erweitere mal weiter:

Spreche ich Beamtendeutsch?

denn belastbar heißt:

* Ruhezeit – gibt’s nicht: 120 Stunden Aufsichtspflicht auf Klassenfahrt
* Überstunden – gibt’s nicht. Der Dienstherr rechnet vor, wenn du länger als 15 Minuten für die Korrektur brauchst, bist du eben nicht effizient!
* muss ich meine Familie wirklich sehen oder geht es auch ohne, denn durchgearbeitete Wochenenden gibt’s genug.
* Zeitmaschine erfinden: Während Abschlussklausuren musst du normal weiterarbeiten und noch mal 50 Stunden in einer Woche oben drauf legen. Dein Kind hat da Geburtstag? Egal!

konfliktfähig heißt:

* Du gibst eine schlechte Note, das Kind ist aber hochbegabt! Die Eltern werden mit dir sprechen. Auch in Mails die mehrere Seiten lang sind!
* Die Schulleitung war häufig bei Horst Drehhofer in Lehre, heute gesagt, morgen vergessen. Wie konntest du auf die Idee kommen?

Flexibel heißt:
* Du bist Admin und Anwender zugleich: iPad-Klasse neu an deiner Schule und ein Gerät stürzt ab? Na gratuliere, du bist jetzt Apple-Genius. Wenn du das in der Stunde nicht lösen kannst, siehe Elternmail unter konfliktfähig, du hinderst die Hochbegabten ja am Lernen.
* Datenschutz beißt sich mit dem Lehrauftrag? Das KuMi wird dir nicht helfen. Am besten studierst du in der Abendschule noch schnell Jura und machst den Fachanwalt, damit du deine Audits selber machen kannst. Denn wenn du mal etwas verwendest, siehe Elternmail und Schulleitung

Diese Liste läuft oben unter „Frustrationstoleranz“.

Im Ernst, der Job ist klasse, aber die Rahmenbedingungen sind irre. Ich würde mich freuen, wenn der Zoll mal käme, weil ja keine Einkommenssteuer auf die nicht ausgezahlten Überstunden gezahlt wurde.

Bijou Babo
20 Tage zuvor

Ich auch:

– möchte ich weniger verdienen als in der Wirtschaft und in anderen Berufen

– möchte ich in Eiseskälte raus und weit fahren, wenn meine Nachbarn länger schlafen und gemütlich beim Frühstücksbrunch anfangen zu arbeiten in himmlischer Neubaugebietsatmosphäre, wo vormittags nur Paketboten reinfahren

– möchte ich 5-7 Tage die Woche arbeiten und korrigieren, wenn mein Handwerker ab Donnerstag 15.30 Uhr in sein Wochenende startet

und jetzt?

Fräulein Rottenmeier
20 Tage zuvor
Antwortet  Bijou Babo

„– möchte ich in Eiseskälte raus und weit fahren, wenn meine Nachbarn länger schlafen und gemütlich beim Frühstücksbrunch anfangen zu arbeiten in himmlischer Neubaugebietsatmosphäre, wo vormittags nur Paketboten reinfahren“

Ich fahre um 5:55 Uhr los und trinke dann den gekochten Kaffee mit unserem Hausmeister zusammen in himmlisch ruhiger Athosphäre (noch ist jemand anderes da)….gilt das auch?

Lisa
19 Tage zuvor

Sie haben einen netten Hausmeister:)

dickebank
19 Tage zuvor

Wie, Ihr habt einen Hausmeister vor Ort an der Schule und keinen Hausmeisterpool, aus dem nur jemand vorbei schaut, wenn vorher ein Ticket bei der gebäudewirtschaft ausgelöst worden ist? Auf welcher Insel der glückseligen ist denn diese süße Schule?

Fräulein Rottenmeier
19 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Ja, wir haben einen eigenen Hausmeister und drei Putzdamen, alle festangestellt und exklusiv für unsere Schule…..frag aber nicht nach den Arbeitsbedingungen…..die sind unterirdisch (daher hegen und pflegen wir sie….oft mit Kaffee und Kuchen und kleinen Aufmerksamkeiten)

Saskia67
17 Tage zuvor

Kommt mit auf die Liste:
Sind Sie bereit, das vorhandene technische und Verwaltungspersonal auf eigene Kosten zu verpflegen und zu betreuen in Form von Kuchen, Obst, Blumen u.ä. aus eigener Tasche finanzierten Kleinigkeiten, damit es dem Standort treu bleibt und Sie nicht am Ende deren Arbeit auch noch machen müssen?

Realist
19 Tage zuvor

Hat ihr Hausmeister noch keinen Home-Office-Tag? Zur Abarbeitung der ganuzen Bürotätigkeiten (Aufträge, Bestellungen, …)? Oder trinken Sie einen „virutellen Kaffee“ per Videokonferenz?

Fräulein Rottenmeier
19 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Nein, hat er nicht…..im Gegenteil, er hat täglich 3 Bereitschaftsstunden an unserer Schule abzuleisten…..und insgesamt jede Woche knapp 47 Stunden Anwesenheitspflicht…..hinzukommen noch Dienstpflichten während der Schulveranstaltungen (Elternabende und so) und einen Flaggpflicht, wenn Herr Reul mal wieder ein Gedenken ausruft…..
Wir trinken Kaffee in Präsenz! wo denken Sie hin….

Fräulein Rottenmeier
19 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Dazu müsste er im Übrigen auch ein digitales Endgerät haben, wird aber nicht gestellt….Bestellungen werden oldschool noch gefaxt…..

Doc Tobi
19 Tage zuvor

4-Tage Woche wird kommen ^^

dickebank
19 Tage zuvor
Antwortet  Bijou Babo

– möchte ich in Eiseskälte raus und weit fahren …

…, um dann den Rest des Tages bei gleichem Kältegrad im Klassenraum zu stehen. In den Pausen gibt es dann den berühmten „Lehrer-Eis-Kaffe“ (zu Beginn der Pause heiß eingeschenkt und dann endlich nach einigen Schülergesprächen vor der Tür sowie kurzen Dienstgesprächen bei der SL kurz vor Wiederaufnahme des Unterrichts in einem Zug gekippt).

Realist
19 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Eiseskälte? Kann nicht sein! Ich erinnere mich noch genau an die „Lüftungsanleitung“ aus Corona-Zeiten, die Temperatur fällt beim Lüften doch höchstens um 2-3 Grad ab (ok, wenn die Ausgangstemperatur schon kurz über dem Gefrierpunkt ist, nützt das auch nichts)…

Dann doch lieber Home-Office in der „freien“ Wirtschaft mit Heiz- und Stromkostenzulage und steuerlicherm Bonus…

Doc Tobi
19 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Wiue viel profiutabler ist das, Realist?

dickebank
17 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Stimmt, Sie haben Recht. Der Sachaufwandsträger und der Dienstherr/Arbeitgeber betrachten natürlich die Durchschnittstemperaturen im langfristigen Mittel. Im Winter zu kalt, im Sommer zu heiß, im Jahresmittel also temperaturen, die den Vorgaben der BetriebsstättenVO entsprechen, auch wenn diese für Schulen nicht gilt.

wenn Sie im Winter bei offenen Fenster mit dem Rücken zum Fenster und den Füßen am lodernden Kamin sitzen, dann können Sie sich nicht beschweren, denn im Mittel sind Sie ja nur annehmbaren temperaturen ausgesetzt:)

RSDWeng
20 Tage zuvor

Weitere Erweiterung:
Bin ich In Lage, im.Rahmen der Schulgesetze und Schulordnungen sehr harte Entscheidungen zu treffen, die bei Schülern und Eltern auf heftigen Widerstand stoßen?
Und habe ich die Kraft, diesen Widerstand auszuhalten?

Realist
19 Tage zuvor
Antwortet  RSDWeng

Korrekter: Habe ich die Kraft es ausuzhalten, wenn Schulleiter oder Schulbehörde meine Entscheidungen einkassieren (denn die wissen es besser, da Hierarchie und so…)

RSDWeng
20 Tage zuvor

Weiterer Ratschlag:
So traurig es auch ist: Heutzutage muss man schulrechtlich total fit sein; oft ist die Pädagogik zweitrangig. Ich spreche aus Erfahrung, ich musste in meiner über 40jährigen Dienstzeit 18 Verwaltungsgerichtssachen über mich ergehen lassen. Und habe jedesmal gewonnen, weil meine Entscheidungen eben schulrechtlich hieb- und stichfest waren.
Und auch wichtig: Keine Angst vor Rechtsanwälten haben, die kochen auch nur mit Wasser.

Der Zauberlehrling
19 Tage zuvor
Antwortet  RSDWeng

Das war der Rat, den ich im Referendariat bekomm habe – vom Personalreferenden des Regierungspräsidiums:

Sehe Sie zu, dass Sie dem Juristen nicht begegnen. Achten Sie darauf, geltende Rechte einzuhalten. Ob Sie eine Gruppenarbeit, ein Kugellager, ein fishbowl oder sonst irgendein pädagogisches Zeugs machen interessiert niemand. Lehrpläne einhalten, Gesetzte beachten. Das reicht.

Momme
20 Tage zuvor

Was ist denn die Vergleichsgröße.
Ja. Punktuell haben andere Berufe Vorteile.
Aber – ganz ehrlich – unterm Strich ist Lehramt total ok.
Bezahlung stimmt
Und das verlässlich
Leistung wird woanders auch verlangt und abgerufen
Wer gerne mit Kinder /Jugendlichen arbeitet findet das nur hier
Work-Life-Balance stimmt (ja, steinigt mich. Aber ganz ehrlich: in welchem anderen Beruf hat man vergleichbare Freiheiten)
Und: Geld für nix gibt es nirgends.
Den Handwerkervergleich lasse ich nicht gelten, weil das Einkommen einfach nicht vergleichbar ist und sie körperliche Belastung auch nicht. Und wer diese Karte ziehen will: Sattelt doch um. Auch das Handwerk hat Mangel.
Ich befürchte, dass sich viele Seiteneinsteiger durch die (sehr sehr guten) Konditionen ködern lassen. Und dass die Attraktivität leider durch viele, die den Hals nicht voll bekomme geschmälert wird.
Ich finde den Beruf toll. Und wenn ich sehe, unter welchen Bedingungen ich in der freien Wirtschaft das gleiche Geld bekommen würde…. neee, lass mal. Passt schon!

dauerlüfterin
19 Tage zuvor
Antwortet  Momme

Ob die Worl-Life-Balance nun stimmt, hängt von vielen Variablen ab.
Die Leute mit Deutsch und Englisch z.B. (bin ich nicht!) am Gymnasium korrigieren sich einen Wolf, in allen Ferien außer den Sommerferien.
Da stimmt die Work-Life-Balance definitiv nicht.
Natürlich kann man jetzt sagen, dass suboprimale Fächerwahl etc. Irgendjemand muss den Deutsch- und Englischunterricht ja machen. Mich persönlich gruselt, wenn ich sehe, was die Deutschlehrer da korrigieren müssen.

Biene
19 Tage zuvor
Antwortet  dauerlüfterin

Ich stimme Ihnen zu. Abgesehen von dem Schriftbild (zum Teil derart kreativ, dass auch Kryptologen und Graphologinnen auf ihre Kosten kommen) ist der Inhalt so genial, das eine Fernsehshow ähnlichen Titels durchaus machbar wäre.

Lehramtsaussteiger
19 Tage zuvor
Antwortet  Momme

“ Und wenn ich sehe, unter welchen Bedingungen ich in der freien Wirtschaft das gleiche Geld bekommen würde…. “

Was wären denn das für Bedingungen?

mama51
19 Tage zuvor
Antwortet  Momme

Hallo Momme, ich stimme Ihnen zu.
Ich habe nun alle Kommentare gelesen und, echt jetzt, liebe KuK, man bekommt leider den Eindruck, dass viele (???) hier vielleicht doch besser „was anderes“ tun sollten, sorry! 🙁

Dil Uhlenspiegel
19 Tage zuvor
Antwortet  mama51

Ein Gedanke, den ich gerne aufgreife und weiterspinne. Vielleicht sollten viele hier doch besser was anderes tun. Es wäre ggf. aber schade, weil viele hier richtig gut sein könnten in dem, was sie tun und es womöglich Zukunft hätte doch weiter dasselbe nur anders, besser tun zu können.
Ich hingegen bin nur eine Kunstfigur hier und demnach wird wohl alles, was ich schreibe, frei erfunden sein zum Ziele drollig trollig Aufmerksamkeit zu kriegen. Ja, bei genauer Betrachtung kann es nur frei erfunden und zusammengedichtet sein, eine zweifelhafte Lachnummer, niemand bei Sinnen und mit Einblick würd es glauben, denn derart schlimm kann es nämlich gar nit sein. Es würd sonst doch nit ein Tag gut verlaufen. Aber nun bin ich wieder ruhig.
Die Fastnacht macht mich schon meschugge.
Die Bütt mach in nun besser frei.
Hab laut gegackert wie die Glucke.
Ruft mir Helau mal drei!

Dreamghost
19 Tage zuvor
Antwortet  mama51

Dann auf auf, ab in die Schulen und zeigen wie mans besser macht:)

447
18 Tage zuvor
Antwortet  mama51

Das findet ja auch zunehmend statt. Ergebnis in Zukunft: Öffentliche Schule, USA-style. (Jeder hat zwanzig Plaketten und participation trophies, gute Jobs gehen an…)

dauerlüfterin
18 Tage zuvor
Antwortet  mama51

Warum denn genau, weil sie die Umstände benennen unter denen Sie ihren Job machen (müssen)?
Dass man kritisch ist heißt ja nicht, dass man schlechten Unterricht macht und keinen Draht zu den SuS hat.

Alex
18 Tage zuvor
Antwortet  Momme

Und wenn ich sehe, unter welchen Bedingungen ich in der freien Wirtschaft das gleiche Geld bekommen würde…. neee, lass mal.“ Gut, dass es da passend eine Liste beim „Focus“ gab. https://www.focus.de/finanzen/news/neue-amtliche-statistik-mehr-verdienen-oder-weniger-arbeiten-hier-werden-jobsucher-fuendig_id_259649398.html
Niemand, wirklich niemand in dieser Liste hat die für Lehrer kalkulierten 1800 Stunden pro Jahr (dass es am Ende immer unbezahlt deutlich mehr sind, wissen wir ja). Dafür sehen die Stundensätze in einigen Bereichen deutlich attraktiver aus.
Work-Life-Balance heißt übrigens nicht, dass ich mir aussuchen kann, ob ich spät abends oder am Wochenende oder glatt an beidem arbeite…

Rainer Zufall
20 Tage zuvor

Ich finde den Überblick erstmal gut. Es wäre etwas ernüchternd, aber gibt es Erhebungen, warum die nicht wenigen Seiteneinsteiger*innen abbrachen? Vor einer Bewerbung könnte es ja hilfreich seien, sich gerade bei diesen Punkten nochmal kritisch zu reflektieren…

SchadeMarmelade
20 Tage zuvor

Der wichtigste Punkt wenn Sie an einer Gemeinschafts- oder Gesamtschule arbeiten:
Können Sie sich durchsetzen ohne jegliche Handhabe und Rückendeckung. Glauben die SuS Ihnen dass es eine Konsequenz geben wird?
Sind Sie bereit für Frustration, das Gefühl von Machtlosigkeit und das Wissen Sie sind ein Fußabtreter?

Lehramtsaussteiger
19 Tage zuvor
Antwortet  SchadeMarmelade

Gilt doch für alle Schularten.

Biene
20 Tage zuvor

Ich ergänze:

-möchte ich nebenbei noch eine Sanitäterausbildung machen, die lieben SuS verletzen sich gerne mal in der Pause oder im Sport?
-möchte ich nebenbei noch Jura studieren, um alle Probleme und Problemchen rechtssicher Hand zu haben?

Der Zauberlehrling
19 Tage zuvor

Will ich es mein Leben lang mit Unterlegenen zu tun haben? 🙂

Der fachliche Anspruch ist nicht mehr so hoch wie früher.

Bin ich bereit, mich von Menschen führen zu lassen, die für Menschenführung nicht ausgebildet oder geschaffen worden sind?

Schulleiter sind auch nur Lehrer und haben keine bodenständige Ausbildung in Sachen Personalführung. Menschen zu führen ist ein Privileg und keine Dienstleistung.

Bin ich bereit, meine Gesundheit dem System zu opfern?

Arbeitsschutz, Pausen- und Rückzugsräume, Arbeitszeiterfassung – da ist es noch ein langer Weg hin.

Bin ich bereit, meinen „Schützenpanzer“ selbst zu finanzieren?

Welcher Soldat bezahlt seinen Panzer selbst? Der Gefreite „gemeiner Lehrer“. Heinz Sielmann hätte ihn in seinem natürlichen Habitat beobachten sollen. Dann hätten wir ein Zeitdokument aus besseren Jahrzehnten.

Bin ich ein guter Reiter?

Paragraphen ohne Ende, die es zu beachten gibt. Schulgesetz, Notenbildungsverordnung, etc.

Habe ich ein gutes Stehvermögen?

Das Kultusministerium setzt darauf, so lange zu warten, bis die Lehrer jegliche Sache in die Hand nehmen und diese zu erledigen, so dass die Schüler nicht unter dem Mangel leiden. Aussitzen, der Lehrer wird’s richten und das System nicht zu Lasten der Schüler gegen die Wand fahren lassen. Um dagegenzuhalten braucht es Stehvermögen. Nicht zucken und losrennen.

Will ich es mit Kindern anderer Menschen zu tun haben und diese ins Leben führen?

Da kann es zu Gesprächen und Ansagen der absonderlichen Art kommen. Wie habe ich es mir schon mal von einer Mutter anhören dürfen: „Sie dürfen vor dem Abitur doch überhaupt keine Abituraufgaben für Klassenarbeiten verwenden!“

Habe ich Zeit für ehrliches Feedback?

Das kommt oft nach vielen Jahren erst, wenn man sich wieder mal begegnet.

Lisa
19 Tage zuvor

Ich finde es interessant, dass das Deutschland die Studienabschlüsse auf Bachelor und Master umgestellt hat, jedoch den Bachelor eigentlich gar nicht für den höheren Dienst anerkennt. ( Und das Diplom nur in Ausnahmefällen? Nehme an, bei den Ingenieuren)

Der Zauberlehrling
19 Tage zuvor
Antwortet  Lisa

Das Diplom ist anerkannt: Diplom-Handelslehrer aka Wirtschaftspädagogik. Früher gab es auch noch Diplom-Gewerbelehrer.

Bei Ingenieuren ist es sowieso egal, da meistens Mangelfach. Da geht es nur um A12 (FH) oder A13 (Uni).

Lisa
19 Tage zuvor

Ich habe mich hier drauf bezogen: „Welche Voraussetzungen müssen Quer- wie Seiteneinsteiger mitbringen? «Sie müssen in aller Regel einen Abschluss als Master of Science oder Master of Arts vorweisen können», erklärt Sven Christoffer, Landesvorsitzender im Lehrkräfteverband lehrer nrw e.V. In Ausnahmefällen wird zumindest in Nordrhein-Westfalen auch ein Diplom-Abschluss akzeptiert“
In Ausnahmefällen stand im Artikel.

dickebank
19 Tage zuvor
  • Bin ich reaktionsschnell und fit genug, um bei der Frage, ob es Freiwillige gäbe, die bitte vortreten mögen, schnell genug um drei Schritte nach hinten weg zu kommen, um nicht als einziger vor dem Kollegium zu stehen.
Alx
19 Tage zuvor

– Will ich alle Probleme der Gesellschaft lösen müssen?
– Will ich trotzdem permanent als fauler Sack bezeichnet werden?

unverzagte
19 Tage zuvor
Antwortet  Alx

In welche Klinik kann ich mich aufgrund eines sog. „burnout“ einweisen lassen ?

Realist
19 Tage zuvor
Antwortet  unverzagte

Ach komm, die „freie Wirtschaft“ hat doch schon lange die „faulen S…“ überholt. Neuester Trend: „Burnout“ im Homeoffice dank „zu vieler“ Videkonferenzen:
https://www.focus.de/experts/home-office-zu-viele-videokonferenzen-wie-sie-uns-schaden-und-was-wirklich-hilft_id_222128997.html

unverzagte
19 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Macht ein Wettbewerb den „burnout“ – egal wo – besser ?

Marius
19 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Da kennt sich aber jemand aus mit Videokonferenzen!
Können Sie bitte ausführen, was Sie uns eigentlich mitteilen wollen?
Dass es gar nicht viele Videokonferenzen gibt? Dass Homeoffice kein Stress ist?
Dass Sie ne Ahnung von der Arbeit in der „freien Wirtschaft“ haben?
Oder dass Menschen im Homeoffice noch fauler sind wie … wie wer denn eigentlich?

Doc Tobi
19 Tage zuvor
Antwortet  Marius

Vieles in der Schule ginge auch hybrid.
Scheinbarer Gegensatz zur Wirtschaft

Mika
18 Tage zuvor
Antwortet  Doc Tobi

Was genau verstehen Sie denn unter „hybrid“?

Realist
19 Tage zuvor
Antwortet  Marius

Dass Homeoffice kein Stress ist?“

Ich kann mich an den Beginn der Corona-Pandemie erinnern, als die ganzen „Leistungsträger“ aus der „freien“ Wirtschaft vehement forderten, dass Lehrkräfte doch bitte (mit ihren eigenen digitalen Geräten wohlgemerkt!) rund um die Uhr per Videokonferenz für ihre Schüler zur Verfügung stehen sollten, es könne ja nicht so schwer sein, vor dem PC abzuchillen und eine Horde Schüler zu unterrichten…

Währendessen waren alle diese „Leistungsträger“ in steuerzahlerfinanzierter Kurzarbeit und haben erst einmal darauf gewartet, dass ihnen ihr Arbeitgeber das Homeoffice bitte vollumfänglich einrichtet… und ohne „Homeoffice-Pauscale“ vom Finanzamt und Ersatz der Strom- und Heizungsmehrkosten durch den Arbeitgeber ginge das ja alles sowieso nicht… wäre ja „Ausbeutung“. Derweilen haben die Chinesen z.B. ihre E-Autos weiterentwickelt, so dass sich dieselben „Leistungsträger“ jetzt gezwungen sehen nach „Schutzzöllen“ zu schreien und die Wiedereinführung der E-Auto-Prämie fordern… o.k. anekdotisches Beispiel aus unsererm „Premimum-Wirtschaftszweig“ aber trotzdem symptomatisch für den Zustand der „freien“ Wirtschaft in Deutschland…

Und jetzt kommt großes „Mimimi“ über „stressige“ Zoom-Konferenzen. Kriegt man ja voll den „Burn-Out“, wenn man den ganzen Tag über in die Gesichter der Kollegen und vor allem sein eigenes starren muss… „freie“ Wirtschaft eben… voll der Stress für unsere „Leistungsträger“

AvL
19 Tage zuvor
Antwortet  unverzagte

In die Klinik am Möhnesee mit Blick auf den selbigen.

Teacher Andi
19 Tage zuvor

Diese Vorgaben und Voraussetzungen klingen alle sehr harmlos. Das böse Erwachen kommt dann im aktiven Schulbetrieb, vor allem sobald man mit dem Dienstherrn zu tun bekommt. Die Fluktuation wird erheblich sein.

Dreamghost
19 Tage zuvor

Ach ich liebe sowas. Implizit schwingt ja immer mit, dass man bei Versagen „nicht resilient“ genug war. An den Rahmenbedingungen kann es ja nicht liegen, die haben ja sehr kompetente Leute gemacht (Achtung Ironie)
Jetzt mal für alle mitlesenden interessierten Quereinsteiger/innen:
Probiert es aus, vielleicht findet ihr ja eure Traumberufung. Aber ein „es ist einfach nur ein Job, den mach ich, dann ist Feierabend “ gibt es als Lehrer/in nicht. Entweder ganz oder gar nicht (übrigens m. Meinung nachein weiterer Grund für den Personalmangel, es muss immer gleich eine Berufung sein, sonst geht man im System unter) Und wenn es nichts für euch ist, gebt euch nicht die alleinige Schuld, dafür sibd die Probleme im Bildungsbereich zu komplex

Dil Uhlenspiegel
19 Tage zuvor

Gedanken im Himmel:
Man setzt aktuell in großem Stil auf Berufswechsler, um die Schulen zu füllen. D.h. man bemüht sich gezielt und sehr aktiv darum Leute abzuwerben, die ihren bisherigen/eigentlichen Beruf aufgeben und sich neu orientieren. Diese Kräfte werden in ihrem bisherigen Arbeitsfeld dann verschwinden. Dies geschieht in einer Zeit sehr verbreiteten Kräftemangels in diversen Arbeitsfeldern. Eine verschärfte Mangellage in jenen Feldern kann also nach Abwerbung von Kräften nicht ausgeschlossen werden und wird demnach in Kauf genommen. Folglich könnte man davon ableiten, es sollte auch Lehrkräften eine solche rigorose Flexibilität in der Berufsneuwahl zugestanden werden, was führt zu diesen

Fragen auf dem Boden:
-Definiere ich mich über meinen Beruf? Ist dies kritisch?
-Habe ich einen Plan B? Fortlaufend?
-Weiß ich, was Altersgeld ist und bietet mein Bundesland Altersgeld?
-Weiß ich, bis zu welchem Lebensalter ich in die gesetzliche Krankenversicherung (zurück-)wechseln könnte und wie?

Und dann schwirren hier noch ein paar Worte wirr umher, woraus ich leider keinen rechten Sinn mehr machen kann, daher formuliere ich sie als Frage:
Die Schulen sind sicher? Nur ein Schnupfen? Keine Treiber? Keine oder undichte Masken? Digitalisierung ohne IT-Leute? Luftfilter in Behörden und Ministerien? Einen Stuhl dazustellen? Steigende Frequenz von Pandemien? Noch nicht alle Giftzähne? KI und nochmals KI? Privatgeräte, Dienstgeräte? Überweisungsträger ausfüllen und Vermögensanlageberatung? Datenschutz? Home office, Fernunterricht? Angeordnete Lesezeiten? Vorgriff-/Übergriffstunden? Bezahlte Überstunden? Drogengefahren? Verbindliche Ruhezeiten? Stundenausfallbilanzen? Wissenschaftlich erstellte Materialien? Magersucht? Inklusion ganz einfach? Nachteilsausgleich von 5%? Juristische Beratung? Binnendifferenzierung? Moderne Lernbegleiter? Multiprofessionelle Teams? Jedes Kind will lernen? Politische Aufklärung? Unterstützung? Entlastung? Kernaufgaben? PISA und die 1001 Experten? Ratschläge der Stäwiko? 40x40cm? Verhaltensoriginalität? Konzentrationsspanne? Niveaupassung und -stimmigkeit? Die Lehrkräfte müssen? IQB? Achtsamkeit und Yoga? Psychologisierung? Familientherapie? Nullreaktion? Social Media? Lärmschutz? Raumgröße? Gruppengröße? Affenkalt laut Studie kurz 1-2°C weniger? Hitzeschutz im Sommer? Der schönste Beruf der Welt? Blutige Unterarme? Lehrermangel, in etlichen Ländern? Exzellente Abiturschnitte? Handwerkermangel? Studiumsabbrecherzahlen? Universitätsaufnahmeprüfungen? Man bekommt so viel zurück? Was ist deine Lehrkraft? Gar kein Bock auf Arbeit? Burnout-Raten von Berufsgruppen im Vergleich? Mir passiert sowas nicht? Ich habe es im Griff? G8, G8+1, G9? Ich kenne alle Tricks? Gemeinschaftschulen? Alle lernen von allen? Kann mich durchsetzen? Gegen alle? Gegen alles? Stimme endlos belastbar? Sechs Infektionen pro Winter gehen locker? An der Tafel steht man allein? Romantische Visionen, wie alles einmal ideal sein könnte? Hybride Unterrichtsarrangements? Abordnung an mehrere Schulen? Unbesetzte Schulleiterstellen? Kommissarische Schulleitungen? Unter 5% für die Bildung?

Was führt zur alles umfassenden Urmutter aller Fragen:
Würdet „ihr“ es selber tun?*

Plopp, aufgewacht … dieser Traum, seit Jahrzehnten. Wähle weise!

DieHoffnungstirbtzuletzt
19 Tage zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Vielen Dank für das Lächeln in meinem Gesicht. Für Insider ist Dein Text ein wahrer Quell der Beschreibung, des ein oder anderen kleinen Einflusses, was auf „UNS“ Lehrer im System Schule so einwirkt. Am besten finde ich die Ratschläge von „Könnern“ die sich vor Jahren aus der Praxis verabschiedet haben…Ich würde mir wünschen, dass die Verantwortlichen einfach mal zuhören. Eltern haben auch Pflichten…“Nein“ ich bin nicht für die Erledigung der Hausaufgaben zuständig. „Aber ich bin doch berufstätig“ ?! Ja und jetzt…Schulleiter die den Regelkatalog mit aller Härte durchsetzen und keine weichgespülte „haben Sie auch wirklich jede Möglichkeit ausgeschöpft, dem Schüler zu erklären, warum er sich an Ihre doch schon sehr antiquierten Erziehungsmethoden halten soll??? – Guten Morgen, keine Kopfbedeckung, keine Jacke, kein Handy, kein Rumrennen, melden, ganze Sätze, ausreden lassen, von der digitalen Tafel abschreiben, nicht vor dem Gong das Klassenzimmer verlassen, Respekt vor der Institution Schule, …unendlich erweiterbar. Schulräte die sich für die Praxis einsetzten und nicht nach oben schleimen und nach unten treten. Eine Regierung die transparent den Ist-Zustand beschreibt und mit vereinten Kräften versucht so gut es geht zu helfen und nicht Verordnungen erlässt, die ein Erbsenzähler für sinnvoll hält. Mehr geht nicht mehr…und die wenigsten Quereinsteiger werden wirklich eine Hilfe sein. Erst mal schon, weil jede helfende Hand dringend benötigt wird…wenn diese Hand dann aber auch noch ausfällt…ja dann müssen es halt wieder die „Alten“ richten. Ich bin echt gespannt, wie ein System, das nur mit Druck und Drohung gelaufen ist, sich der neuen Lage anpasst. Da wäre Intelligenz und Fingerspitzengefühl angebracht…beides habe ich bei Vorgesetzten zuletzt 2004 angetroffen. Aber die Hoffnung…

Hysterican
18 Tage zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Lieber Dil…
als Kollege mit über 30 Dienstjahren kann ich nur sagen:

Wunderbar zusammengeführt!!

Danke dafür!!

Clara
19 Tage zuvor

Humor ist ganz, ganz wichtig. Lachend Nachholschulaufgaben erstellen und am Nachmittag beaufsichtigen, schmunzelnd die Dienstaufsichtsbeschwerde lesen, grinsend über 200 Rechtschreibfehler in einem Aufsatz markieren, lächelnd den Müll wegräumen und kichernd den Vertretungsplan zur Kenntnis nehmen, der wieder einmal sechs Stunden am Stück vorsieht – man kommt aus dem Lachen gar nicht mehr heraus …

Dil Uhlenspiegel
19 Tage zuvor
Antwortet  Clara

Mit einem sanften Lächeln zum siebten Male im Schuljahr die dritte Nach-KA erstellen und wissen, dass XY zu 80% ja doch wieder nicht erscheinen wird. Muss man verstehen, ist sehr angespannt und schwer geplagt. Muss man verstehen, da abholen, wo sie stehen. Die Schulleitung will endlich die Noten, muss man verstehen. Die Deadline naht, muss man verstehen. Ich muss es wieder einmal irgendwie richten, muss ich verstehen. Keine Kraft mehr, muss ich drüber stehen.

dauerlüfterin
17 Tage zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Sind Sie in NRW? Ich habe den Eindruck, das von dort öfter zu lesen und hätte Interesse daran zu erfahren, welche schulrechtlichen Setzungen solch ärgerlichen Arbeitsaufwand produzieren.
In Hessen ist es so: ist dem Schüler das Fehlen bei einer Arbeit zuzurechnen, ist diese mit ungenügend zu bewerten.
In Fächern mit zwei schriftlichen Leistungsnachweisen im Halbjahr entscheidet, wenn dem Schüler das Fehlen nicht zuzurechnen ist, die Lehrkraft, ob eine schriftliche Note zur Bewertung reicht. (In aller Regel reicht sie!)
Wenn alle Leistungsnachweise inklusive offiziellem Nachschreibtermin entschuldigt versäumt wurden, kann man SuS auch mal spontan zum Nachschreiben aus dem Unterricht holen.
So habe ich in über 20 Dienstjahren noch nie eine dritte Nach-KA erstellt. Das liegt aber nicht an mir, sondern an den Setzungen, da bin ich sicher.

Dil Uhlenspiegel
17 Tage zuvor
Antwortet  dauerlüfterin

Fall 1 gleich, Fälle 2+3 nicht akzeptiert von SL. Diskussionen dazu stehen aus. SuS stehen Schlange bei Nachterminen. Muss man verstehen, sind arg belastet. Einfach sehr oft krank, muss man verstehen. Kann jedem passieren, muss man verstehen. Könnte auch mir passieren, wird man’s verstehen?

Dil Uhlenspiegel
17 Tage zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

[Sorry, meine Verständnis-für-alles-Achtsamkeitsübung geht manchmal mit mir durch.]

Immerwiedergerne
17 Tage zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Absolut verständlich
schon aus Resilienzgründen 😉
Vlt. als Abwechslung oder einfach Workout dann etwas Yoga oder TaiChi, um von der Dauerachtsamkeit runterzukommen?

Sepp
17 Tage zuvor
Antwortet  dauerlüfterin

Da unsere SL dahinter steht, ist es relativ einfach:

Wer am Klausurtermin nicht da ist, bekommt eine „6“, außer es gibt eine ärztliche Bescheinigung, aus der eine Krankheit/Klausurunfähigkeit hervorgeht.

Zum Nachschreiben gibt es ab der 7. Klasse zwei Nachschreibetermine im Halbjahr, jeweils Samstag-Vormittag. Ein paar Lehrkräfte beaufsichtigen dann einfach alle Schülerinnen und Schüler und bekommen Stunden dafür angerechtnet. Wenn ein Kind ohne Attest fehlt, wird auch hier die Leistung mit einer „6“ bewertet.

Bei längerfristig erkrankten SuS muss man andere Lösungen finden, aber allgemein funktioniert es wirklich gut so.

Pauker_In
19 Tage zuvor
  • Bin ich gekommen zu retten diese Welt?
  • Beherrsche ich die Achtsamkeitsmeditation „8-facher Weg am Arsch vorbei“?
  • Beherrsche ich Sunzis „Kunst des Krieges“?
  • Habe ich Stress oder bereite ich Stress?
Doc Tobi
19 Tage zuvor

Alleine die 4-Tage Woche bei vollem Gehalt, macht es woanders attraktiver.
Schule muss wieder wettbewerbsfähig werden.

nutztdiechanceundweg
19 Tage zuvor
Antwortet  Doc Tobi

Na dann mal los, warum in dem unattraktiven Job bleiben.
Wenn es in der freien Wirtschaft so zu geht, warum sollten die Leute denn dann überhaupt in die Schule wechseln.
Ach ja ich vergaß. In den früheren Kommentaren waren die Quereinsteiger in der Regel ja die, die es in ihrem Job vorher nicht gebracht haben.
Na dann seht es doch einmal so, für jeden der kommt, wird doch ein attraktiver Arbeitsplatz frei, der dann sofort von ehemaligen Lehrkräften besetzt werden kann.

Bla
16 Tage zuvor

Viele hängen am Beamtentum (fest). Gerade, wenn sie schon älter/länger im System sind.

Im Moment (und schon lange) besteht Lehrkräftemangel – ja generell Fachkräftemangel in vielen Berufen.
Einige wenden dem Lehrberuf – trotz gezieltes Studium usw. – den Rücken zu. Tendenz steigend.
Wird sich also v. A. künftig zeigen, ob soo viele noch an den (ständig verschlechterten) Rahmenbedingungen Lust haben oder aussteigen. Gleiches gilt für „Neuzugänge“ oder potentielle Neuzugänge/InteressentInnen.

Schauen wir halt mal. Bitte dann nicht meckern, wenn es so nicht hinhaut.

Und ja: Es gibt auch Berufe, welche schlechtere Rahmenbedingungen haben. Klar. Muss man das anstreben? Bessere gibt es.

Viele machen den Job TROTZ der Rahmenbedingungen. Nicht wegen der Rahmenbedingungen. Das sollte doch genug zum Denken anregen. Der Job an und für sich ist sehr schön bzw. kann es sein. Die Rahmenbedingungen sind es meistens nicht.
Kann man/sollte man sowas nicht „matchen“? Darum geht es vor allem.

dickebank
17 Tage zuvor

Na, die entscheidenden. Was mache ich, wenn ich aus dem Schuldienst wieder aussteiege? Und schaden die zeiten im Schuldienst meiner weiteren Karriere?

Saskia67
17 Tage zuvor

„Auch das unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland. «Die Einstiegsqualifizierung für Seiteneinsteiger umfasst oft nur ein paar Wochen», sagt Bildungsforscher Maaz.
Da wir ja im Land des Bildunsgföderalismus leben eine Korrektur für Berlin:
Qualifizierung? Die haben doch ein Hochschulstudium. Da werden sie doch das bisschen Schule hinbekommen (Sarkasmus off)
Seiteneinsteiger*innen erhalten an Tag 1 den Schlüssel (wenn angesichts der vielen Teilzeitkräfte noch einer übrig ist. Und ihren Stundenplan. Und natürlich ein warmes: „Willkommen.Das Kollegium ist immer ansprechbar.“ Für sie gibt es gar keine Kurse o.ä.
Quereinsteiger*innen haben vor ihrem ersten Schultag (oft genug gleich als Klassenleitung -Sie bleiben ja jetzt ein paar Jahr, da lohnt es sich schon.Alle anderen haben schon eine Klasse.-) zumindest einen einwöchigen Einführungskurs erlebt. Aber für sie erhält ja die Schule 2 Mentor*innenstunden, was witzig ist, wenn man in der Grundschule 3 Fächer unterrichten muss. Da müssen Mentor*in und Mentee verdammt schnell denken und sprechen.
Niemand von den Neuen hat schon `mal im Schulgesetz oder in den wichtigsten Verordnungen gelesen, sofern die Schulleitung sie nicht schon im Vorfeld darauf hingewiesen hat.

Ein große Unterschied zur freien Wirtschaft ist m.E. auch die Tatsache, dass dort die Arbeitsmittel gestellt werden und das einheitlich oder gar nach persönlicher Absprache. Anders können es sich viele Seiten- und Quereinsteigende gar nicht vorstellen. Kein Mensch fragt danach, woher die Raumausstattung in Schule kommt und wie viel davon auf Einzelinitiative und oft auch mit privaten Mitteln besorgt wurde. Entsprechend nimmt jede*r seine Sachen mit, wenn der Wanderzirkus sich wieder in Bewegung setzt. Und die Neuen stehen im leeren Raum und gucken in manchmal erwartungsfrohe und manchmal auch sehr leere Kindergesichter.
Das ist an Schulen sehr unterschiedlich, muss man aber auch drauf vorbereitet sein.

Bla
16 Tage zuvor
Antwortet  Saskia67

Kurz:
Seiteneinsteiger – ohne Referendariatsantritt. (Kurze) Weiterbildung. (Potentielle) Angestellte.

Quereinsteiger – mit Referendariatsantritt (unter Quereinsteigern das Seminar). (Potentiell langfristig) Verbeamtete.

Saskia67
13 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Nochmal: In Berlin gibt es für Seiteneinsteiger*innen weder eine Fortbildung vor Dienstantritt noch verpflichtende Wieterbildungen. Ja, sie sind angestellt beschäftigt. (Was für viele, die ihre Studienfächer aus reinem Interesse, jedoch ohne sichere Verdienstperspektive belegt hatten, ein großer Segen ist. Ich hatte schon Kolleginnen, die Ethnologie, Altgriechisch oder Brauereiwesen studiert hatten.)

Außerdem ging es hier um die Arbeitsbedingungen, mit denen man in der Schule konfrontiert wird. Und die sind oftmals so, dass alle, die sie nicht täglich selbst erleben, die Berichte gern ins Reich der Anekdoten und der Phantasie einordnen