Social Media-Studie: Suchtfaktor für Kinder (auch nach Corona) weiterhin hoch

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HAMBURG/BERLIN. Videos teilen, Bilder posten und liken, Memes verschicken – 2023 verbrachten Kinder und Jugendliche durchschnittlich zweieinhalb Stunden unter der Woche allein mit TikTok, Instagram und Co. Das geht aus einer aktuell veröffentlichten Untersuchung der Krankenkasse DAK-Gesundheit und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) hervor. Besonders besorgniserregend: Im Vergleich zum Jahr 2019, vor der Corona-Krise, ist der Anteil derjenigen, deren Nutzung Suchtkriterien aufweist, fast doppelt so groß – vor allem eine Gruppe ist besonders anfällig.

Hochgerechnet nutzten 1,3 Millionen Kinder und Jugendliche 2023 soziale Medien in einem riskant hohen Ausmaß. Symbolfoto: Shutterstock

Auch nach der Corona-Krise verbringen viele Kinder und Jugendliche in Deutschland laut einer Studie problematisch viel Zeit mit sozialen Medien. Knapp ein Viertel der 10- bis 17-Jährigen (24,5 Prozent) nutzte 2023 Social-Media-Dienste wie TikTok, Instagram oder WhatsApp riskant viel, wie eine Untersuchung der Krankenkasse DAK-Gesundheit und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) ergab. Hochgerechnet waren es 1,3 Millionen Jungen und Mädchen und damit dreimal so viele wie im Vor-Corona-Jahr 2019. Schon bei einer Untersuchung 2022 war der Anteil deutlich auf 22,2 Prozent gesprungen und legte nun etwas weiter zu.

Eine noch stärkere Social-Media-Nutzung sogar mit Suchtkriterien wiesen demnach  hochgerechnet 360.000 Kinder und Jugendliche auf. Der Anteil sank auf 6,1 Prozent nach 6,7 Prozent bei der Studie 2022 – war damit aber fast doppelt so groß wie 2019. Soziale Medien seien aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, so DAK-Chef Andreas Stor. Es brauche aber mehr Aufklärung über Reiz und Risiken, mehr Prävention und Hilfsangebote.

Insgesamt gingen die Nutzungszeiten sozialer Medien laut der Studie leicht zurück: An Schultagen waren 10- bis 17-Jährige, die sie mindestens einmal pro Woche nutzen, im Schnitt 150 Minuten am Tag damit online – am Wochenende und in Ferien 224 Minuten. In der Studie 2022 waren es 164 Minuten werktags und 229 Minuten an Wochenenden gewesen.

Nutzung digitaler Spiele rückläufig

Jenseits der sozialen Medien zeigten sich in der Studie auch positive Entwicklungen, wie die DAK erläutert. Bei digitalen Spielen sank der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit einer besonders hohen Nutzung mit Suchtkriterien von 6,3 Prozent 2022 auf aktuell 4,3 Prozent, was hochgerechnet noch 270.000 Jungen und Mädchen entsprach. Insgesamt waren junge Leute nach der Pandemie wieder etwas weniger mit digitalen Spielen und Streamingdiensten online. Beim Gaming waren es nun im Schnitt 98 Minuten an Werktagen und 168 Minuten an Wochenenden. Die durchschnittliche Streaming-Dauer sank auf 98 Minuten an Werktagen.

Für die Studie wurde den Angaben zufolge eine repräsentative Gruppe von Kindern zwischen 10 und 17 Jahren mit je einem Elternteil aus rund 1200 Familien vom Institut Forsa befragt. Die neue Erhebung stammt aus September 2023, es ist die sechste Befragungswelle. Untersucht wird jeweils die Häufigkeit des Gebrauchs von Social Media und digitalen Spielen. Dabei gilt als «riskante» Nutzung ein Gebrauch mit einem erhöhten Risiko für schädliche Folgen für die physische oder psychische Gesundheit. Als «pathologisch» mit Suchtkriterien gilt eine Nutzung mit Kontrollverlust bezogen auf Dauer und Häufigkeit, zunehmender Priorisierung im Vergleich zu anderen Alltagsaktivitäten und einer Fortsetzung trotz negativer Folgen.

Studienleiter Rainer Thomasius spricht von einem «Teufelskreis», da psychisch belastete Jugendliche oft mehr zu problematischem Nutzungsverhalten bei sozialen Medien neigten – und übermäßige Nutzung wiederum zu neuen Problemen und Belastungen führe. Eine exzessive Nutzung habe oft weitreichende Folgen. «Da persönliche, familiäre und schulische Ziele in den Hintergrund treten, werden alterstypische Entwicklungsaufgaben nicht angemessen gelöst», sagt der Ärztliche Leiter am Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am UKE Hamburg. Eltern komme bei der Steuerung der Mediennutzung ihrer Kinder eine besondere Bedeutung zu. News4teachers / mit Material der dpa

Wissenschaftler: Intensive Nutzung sozialer Medien verringert digitale Kompetenzen

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Lisa
1 Monat zuvor

Social Media war während der Coronazeit oft das einzige, was die Kinder hatten. Und es erzeugt Sucht. Was ist die Lösung, das jetzt herunter zu fahren? Viele schöne und erschwingliche Angebote im „Real Life“ zu machen? Da werden aber gerade Förderungen gestrichen. Stunden sowieso, da die Kinder Deutsch und Mathe nicht können. Hüh und Hott.