Statistisches Bundesamt: Frauen leisten deutlich mehr unbezahlte Arbeit als Männer

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BERLIN. Frauen stecken deutlich mehr Zeit in unbezahlte Arbeit. Ergebnissen einer Studie des Statistischen Bundesamts zufolge hat sich an den traditionellen Rollenverteilungen nur wenig geändert.

Die Aufgabenverteilung im Haushalt ist hierzulande nach wie vor traditionell. Illustration: Shutterstock

Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung, Einkauf und Haushalt: Frauen in Deutschland verbringen damit im Schnitt täglich viele Stunden – deutlich mehr als Männer, wie eine Studie zeigt. Männer leisten demnach nicht nur deutlich weniger unbezahlte Arbeit, sie arbeiten auch insgesamt etwas weniger. Die sogenannte «Gender-Care-Gap» liegt einer Studie des Statistischen Bundesamts zufolge bei rund 44 Prozent. Demnach verbringen Frauen deutlich mehr Zeit mit unbezahlter Arbeit als Männer.

Frauen arbeiten deutlich mehr unbezahlt als Männer

«Damit leisten Frauen am Tag durchschnittlich eine Stunde und siebzehn Minuten mehr unbezahlte Arbeit als Männer», sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand, am Mittwoch in Berlin. Unbezahlte Arbeit beziehe sich dabei etwa auf Haushaltsführung, Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen und soziales Engagement sowie die Unterstützung haushaltsfremder Personen. Basis ist eine Studie von 2022, die untersucht, wie Menschen ihre Zeit aufteilen. Zuletzt war die Studie im Jahr 2012/2013 durchgeführt worden. Damals hatte die «Gender-Care-Gap» noch bei rund 52 Prozent gelegen.

Frauen verbringen der aktuellen Studie zufolge im Schnitt fast 45,5 Stunden pro Woche mit Arbeit, knapp 30 Stunden davon mit unbezahlter Arbeit. Bei Männern sieht das anders aus: Sie verbringen mit knapp 21 Stunden weniger als die Hälfte ihrer 44-Stunden-Woche mit unbezahlter Arbeit. Damit arbeiten sie insgesamt weniger als Frauen. «Im Jahr 2022 arbeiteten Frauen rund 1,5 Stunden mehr als Männer. 2012/2013 hatte der Unterschied nur etwa 1 Stunde betragen», erklärte Brand.

Fast die Hälfte der unbezahlten Tätigkeit setzt sich bei Frauen dabei aus klassischer Hausarbeit wie Kochen, Putzen und Wäsche waschen zusammen – in einer Woche verbringen Frauen damit mehr als 13 Stunden, Männer nur halb so viel.

Frauen stecken doppelt so viel Zeit in Kinderbetreuung

Mit Haushaltsorganisation und Einkäufen verbringen Frauen den Angaben nach fast fünf Stunden pro Woche, Männer rund vier. Für andere unbezahlte Tätigkeiten wie Gartenarbeit, handwerkliche Tätigkeiten oder soziales Engagement wenden beide Geschlechter etwa gleich viel Zeit auf. Bei der Kinderbetreuung sieht das anders aus – hier investieren Mütter den Ergebnissen zufolge im Schnitt fast doppelt so viel Zeit wie Väter.

Dabei würden sich Mütter gern mehr mit bezahlter Arbeit beschäftigen: Jede vierte erwerbstätige Mutter gab an, dass sie gern mehr Zeit für ihre Erwerbstätigkeit hätte. Demgegenüber würde jeder vierte Vater lieber weniger Zeit mit der Erwerbstätigkeit verbringen und sich stattdessen lieber anderen Dingen widmen.

Eltern leisten mehr Arbeit als Elternlose

Der Umfang der geleisteten Arbeit von Erwachsenen ist laut Studie abhängig davon, ob sie in einem Haushalt mit oder ohne Kinder leben. Elternteile, sowohl Alleinerziehende als auch Paare mit Kindern, arbeiten im Schnitt 57 Stunden pro Woche. Damit leisten Eltern etwa 11 Stunden mehr Arbeit als kinderlose Erwachsene. Besonders groß ist hier der Unterschied bei den Männern: Väter arbeiten im Schnitt 12 Stunden mehr pro Woche als Männer ohne Kinder.

Insgesamt leisten Mütter kleiner Kinder weniger Erwerbsarbeit als Frauen ohne Kinder im Haushalt. «Stattdessen werden Kinderbetreuung und Haushaltsführung vor allem in den ersten Lebensjahren der Kinder vorrangig von den Müttern übernommen, während Väter tendenziell die traditionelle Rolle des Hauptverdieners einnehmen», hieß es vom Statistischen Bundesamt.

Familienministerin Paus kritisiert ungleiche Verteilung

Familienministerin Lisa Paus (Grüne) kritisierte die ungleiche Verteilung der Sorgearbeit: «Für Frauen bedeutet das meist: ein geringeres Gehalt, weniger berufliche Chancen und eine prekäre Alterssicherung.» Es sei wichtig, dass Frauen wirtschaftlich auf eigenen Beinen stünden. Das gelinge aber nur, wenn Frauen und Männer unbezahlte Sorgearbeit gemeinsam übernähmen. «Daher investieren wir weiter in den Ausbau und die Qualität der Kindertagesbetreuung», sagte Paus.

Die Frauenrechtsorganisation der Vereinten Nationen forderte eine Aufwertung der Sorgearbeit. «Professionelle Sorgearbeit muss endlich finanziell aufgewertet werden und unbezahlte Sorgearbeit muss gesellschaftlich anerkannt und fair verteilt werden», sagte die Vorsitzende der UN Women Deutschland, Elke Ferner. Auch das Zukunftsforum Familie forderte von der Bundesregierung bessere Rahmenbedingungen, um Frauen und Männern eine fairere Aufteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit zu erleichtern, und mehr Unterstützung für die Pflege. Von Ann-Marie Utz, dpa

Ist das Kind krank, bleiben meist Mütter (nicht Väter) zu Hause

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SchnauzeVoll
1 Monat zuvor

Warum sollte sich gerade die Kernfamilie dem wohl erfolgreichsten Prinzip der menschlich-zivilisatorischen Entwicklung entziehen? Die Rede ist natürlich von der Spezialisierung. Dass es genau die gegebene Geschlechtsdifferenzierung gibt und nicht die umgekehrte, hängt wohl mit der Tatsache zusammen, dass ein Großteil der Arbeit, sowohl Erwerbsarbeit als auch das direkte Sorgen für den Lebensunterhalt, in früherer Zeit hautsächlich körperlich war, wo Männer ggü. Frauen einen biologisch begründeten physiologischen Vorteil haben.

Tatsächlich könnte theoretisch in weiten Teilen der Gesellschaft die Rollenverteilung umgekehrt sein, da die körperliche Arbeit immer unwichtiger wird. Doch eine Gleichverteilung ist einfach ineffizient.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  SchnauzeVoll

Ich verstehe bei dieser Art der Diskussionen auch nicht, wieso unbezahlt Arbeit für enge Angehörige schlechter sein soll als bezahlte Arbeit für fremde Menschen.

SuSanne
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Das Problem ist, dass dadurch in der jetzigen Republik furchtbare Altersarmut droht.
Die flaschensammelnde ältere einst gutbürgerliche Dame mit Bildung ist ein nicht mehr wegzudenkender Anblick in der Öffentlichkeit.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  SuSanne

Aber das ist ja noch nur auf die Frauen bezogen. Das trifft die Männer gleichermaßen. Denn in der Ehe erworbene Rentenansprüche stehen jedem Eherpartner zur Hälfte zu, egal wer diese erarbeitet.

Tim Bullerbü
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

In Deutschland sind die Frauen 4x stärker von Altersarmut betroffen als die Männer.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

U.a. Folge des vormaligen Unterhaltrechtes bzw. der Vermögensaufteilung nach Scheidungen sowohl in der DDR als auch der BRD.
Ebenso ist das Tarifrecht der Vergangenheit (leichtlohngruppen) eine der vielen Ursachen.

Entscheidend aus meiner Sicht ist aber, dass Frauen in der Regel ältere Männer heiraten, die ihnen die Aussicht auf einen Aufstieg in eine höhere gesellschaftliche Lebenssituation ermöglichen – „nach oben heiraten“.

Interessant wäre es aus meiner Sicht, nicht die Rentenhöhen innerhalb einer Lebensgemeinschaft bzw. von Eheleuten zu vergleichen sondern die Rentenanwartschaften von vergleichbaren Männer- und Frauengruppen.

Also wie hoch ist bei gleichen Beitragszeiten die Rentenanwartschaft eines 55-jährigen Einzelhandelskaufmanns im Vergelich zu einer gleichalten Einzelhandelskauffrau.

Eine mögliche Idee für die Zukunft könnte es ja sein, die Beiträge zur GRV vom gemeinsamen Einkommen analog zur Abgabenordnung zu gestalten und beiden Eheleuten den hälftigen Anteil der Rentenpunkte gutzuschreiben. Damit würden die nachteile beim Aufbau von Rentenansprüchen innerhalb eines haushaltes vermieden, wenn z.B. einer der beiden wegen Erziehungs- oder Pflegezeiten bzw. anderer Umstände in Teilzeit arbeitet und somit ein niedrigeres Erwerbseinkommen hat. Spannend sind natürlich auch Erwerbssituationen, in denen einer der Partner verbeamtet oder selbständig und der andere sozialversicherungspflichtig ist.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Die Idee mit der direkten Aufteilung der Rentenpunkte finde ich genial. Sehr interessanter Gedankengang.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Diese Statistik sagt doch aber nichts über geschiedene Rentnerinnen im Vergleich zu schon immer Allein lebenden Rentnerinnen aus.

Folko Menpiepe
1 Monat zuvor
Antwortet  SuSanne

Also es gibt ziemlich viele Anblicke in der Öffentlichkeit, an die ich mich wohl oder übel gewöhnt habe, aber die ältere, gutbürgerliche Dame mit Bildung beim Flaschen sammeln muss ich wohl übersehen haben.

Die finde ich auch heute vielmehr in der örtlichen Volkshochschule und bei der Lesung in der Buchhandlung.

Tim Bullerbü
1 Monat zuvor
Antwortet  Folko Menpiepe

Die Dame, die Flaschen sammelt, sehe ich, wenn ich morgens zur Arbeit fahre.
Die meisten Frauen leben in Altersarmut und trauen sich vor Scham nicht mal zum Amt.
Und bestimmt sitzen die in keiner Lesung.
Aber die, die Sie da sehen, kommen vielleicht aus großbürgerlichen Familien mit Eigentum/Erbe.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Sie sprechen also von Menschen, die sich vor Scham nicht trauen, zum Amt zu gehen, aber keine Scham davor haben, morgen Flaschen zu sammeln. Interessant.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Es geht hauptsächlich darum, die Männer zu mehr Pflege- und Hausarbeit zu verdonnern, damit die Frauen mehr arbeiten können. Dabei spielt es keine Rolle, was die Paare für sich als am Besten empfinden.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Was Sie schreiben ist zwar überspitzt, aber ich habe einen Ähnlichen Eindruck. Ich vergleiche dabei gerne die BRD mit der DDR vor der Wende. In der DDR meist beide berufstätig, in der BRD meist einer. Dennoch war der Lebensstandard in der BRD höher….

Kevin
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Es geht um Unabhängigkeit der Frau. In der traditionellen Denkweise – Ehe als lebenslanger Bund – ist es egal, wer das Geld heimbringt, man verbraucht es gemeinsam. Wenn man aber grundsätzlich davon ausgeht, dass eine Ehe genausogut wieder aufgelöst werden kann oder dass sie überhaupt eine Konstruktion männlicher Machtausübung ist, dann braucht die Frau ein eigenes 100%-Einkommen, um nicht abhängig zu sein. Ergo müssen die Tätigkeiten, die ein Haus und eine Familie am Laufen halten,die „unbezahlte Arbeit“, streng 1:1 aufgeteilt werden.

Wutbürger
1 Monat zuvor
Antwortet  Kevin

Wenn man aber grundsätzlich davon ausgeht, dass eine Ehe genausogut wieder aufgelöst werden kann oder dass sie überhaupt eine Konstruktion männlicher Machtausübung ist, dann braucht die Frau ein eigenes 100%-Einkommen, um nicht abhängig zu sein.“

Sie scheinen noch keine Scheidungserfahrungen gemacht zu haben oder keine Männer in ihrem Umkreis zu kennen, die geschieden sind (Sie Glücklicher), denn sonst würden Sie so einen Unsinn nicht reden.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Kevin

Ja, es geht scheinbar eher um eine Art verordnete Unabhängigkeit der Frau (was schon ein Widerspruch in sich ist)

Folko Menpiepe
1 Monat zuvor
Antwortet  Kevin

Wenn es um die Unabhängigkeit der Frau ginge, dann würde man ihr eigentlich eher nicht vorschreiben, was sie wieviel zu arbeiten hat, oder?

Und Frauen arbeiten ja selbst dann dreimal häufiger Teilzeit, wenn sie überhaupt keine Kinder haben: wsi_gdp_ze-teilzeit-03.pdf

Tim Bullerbü
1 Monat zuvor
Antwortet  Folko Menpiepe

Und das hat verrückterweise oft mit Pflege der Eltern zu tun, die zu 90%von den Töchtern und nicht von den Söhnen übernommen wird.

Marie
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Nö, bei uns reduzieren die Kollegen ü50, um überhaupt halbwegs gesund das Pensionsalter zu erreichen.

Lanayah
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Weil die Bezahlung einer Arbeit unabhängig macht und zu Renten- und Pensionsansprüchen führt. Geld für Arbeit zu bekommen, ist auch einfach gut für das Ego und man hat eigenes Geld. Warum nur warum sind es überwiegend Frauen, die unbezahlt für enge Angehörige arbeiten oder den Haushalt schmeißen. Aber mir ist schon an anderer Stelle aufgefallen, dass Sie das nicht verstehen.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Lanayah

Beide Ehepartner haben den gleichen Anspruch auf innerhalb der Ehe erworbene Renten und Pensionsansprüche, egal wer diese erarbeitet hat. Das Argument fällt schon mal weg.

Die Bezahlung der Arbeit mag unabhängig vom Partner machen, dafür aber vom Arbeitgeber.

Wenn man einen gut bezahlten Job hat, mag das unabhängig machen. Für die Frauen, die in der Bäckerei, als Erzieherin und Bürokauffrau arbeiten und das ggfls in Teilzeit, dann ist eh keine echte Unabhängigkeit erreicht. (Mal abgesehen davon macht eine Ehe nun Mal aus, dass man Gegenseitig abhängig ist)

Lanayah
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Das setzt alles zunächst einmal voraus, dass man verheiratet ist.
Die Witwen- , bzw. Witwerrente entspricht nicht der vollen Rente des Verdienste.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Lanayah

Ja, davon gehe ich in einer ernst gemeinten Partnerschaft aus. Gemeinsamer Haushalt, gemeinsames Konto, Ehe.

Folko Menpiepe
1 Monat zuvor
Antwortet  Lanayah

Aber dafür bekommt man ja die Witwenrente zur eigenen Rente hinzu, so dass das verfügbare Einkommen von Rentnerinnen regelmäßig sehr viel höher ist, als es die Aussagen suggerieren, die immer nur die eigene Renter der Frau als Basis nehmen.

Donauperle
1 Monat zuvor
Antwortet  Folko Menpiepe

So einfach ist das leider nicht. Der Erhalt der Witwen bzw. Witwerrente ist an einige Bedingungen geknüpft. Dabei spielen Jahr der Eheschließung, Alter, eigene Einkünfte u. ä. eine Rolle. Oft kommt da wenig bis gar nichts raus.

Tim Bullerbü
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Ich hoffe nicht, dass alle es so sehen wie Sie.
Die Ehe sollte sich nicht dadurch auszeichnen, dass man voneinander abhängig ist…
Wenn die Frau wegen der drei Kinder zu Hause bleibt, muss das keine Abhängigkeit sein.
Der Mann darf gerne ihr Rentendefitzit ausgleichen, indem er Betrag X in einen Fonds/einen ETF für seine Frau einzahlt.
Das ist Wertschätzung, Fürsorge, Gleichgewicht.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Schon alleine die Tatsache, gemeinsame Kinder zu bekommen, macht ja gegenseitig abhängig, egal ob es bei der Ehe bleibt oder nicht.

Wenn man vollkommen unabhängig sein möchte, sollte man keine Ehe eingehen, keine gemeinsamen Kinder bekommen und einen separaten Haushalt führen. Auch das ist möglich.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Wie bekommt man denn keine gemeinsamen Kinder? 🙂

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Ist sie moralisch nicht. Aber die Angehörigen bezahlen keine Rente, und wenn sie Pech hat, steht frau am Ende alleine da.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Wenn die Frau in einer Ehe lebt, dann hat sich die gleichen Rentenansprüche wir der Mann (bezogen auf die in der Ehe erworbenen Ansprüche).

Das eventuelle Pech ist somit gleich verteilt

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Unbezahlte Arbeit ist für den (oder wohl er er die) schlechter, der sie leistet, weil sie unbezahlt ist.

Damit sind also keine Rentenansprüche, keine Ansprüche auf Arbeitslosengeld I und kein Lohn und keine Karrierechancen verbunden. Im Falle einer Trennung hat also der Partner, (eher : die Partnerin) der die Care-Arbeit übernommen hat, die schlechteren Karten für das weitere Leben.

Kann man (oder wohl eher frau) auch selbst drauf kommen.

Matze
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Beruht auf der Idee, dass zwischen diversen gruppenspezifischen Unterschieden eine Hierarchie besteht. Bedeutet in diesem Fall, Menschen, die unbezahlt arbeiten, werden gegenüber Menschen, die bezahlt arbeiten, auf ungerechtfertigte Weise diskriminiert. Deshalb sei ein Ausgleich zu erschaffen, um die Verschiedenartigkeit (bzw. Hierarchie) einzuebnen.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  SchnauzeVoll

Früher ist wann? Meine Oma hat die ganze Zeit mitgearbeitet. In ärmeren Familien haben immer beide gearbeitet. Die Babys wurden mit aufs Feld genommen.
Auch die Steinzeitfrauen haben immer gearbeitet.
Ihr vermeintliches erfolgreiches Prinzip der Kernfamilie ist etwas insgesamt nur kurz praktiziertes.

SchnauzeVoll
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich habe nirgendwo geschrieben, dass Frauen nicht gearbeitet haben / nicht arbeiten sollten.

Wenn zum Lebensunterhalt mehr körperliche Arbeit nötig ist, als der Mann bzw. die Männer zu leisten vermochten, was tatsächlich zu den allermeisten Zeiten der Fall war, haben selbstverständlich auch die Frauen mitgearbeitet. Trotzdem gab es eine Spezialisierung. Und die Richtung der Spezialisierung ist auch klar, da es unsinnig gewesen wäre z.B. die Frau den Pflug ziehen zu lassen, während der Mann die Kartoffeln setzt.
Wenn Sie so wollen ist das nur eine Fortsetzung der Tatsache, dass es genau so unsinnig gewesen wäre, der Mann hätte versucht die Kinder zu stillen, während die Frau auf Jagd geht.

Zur Kernfamilie: die ist unbestritten das erfolgreichste Prinzip und schon immer praktiziert. Man muss nur „Vater-Mutter-Kinder“ etwas weiter fassen, z.B. zu „Haushalt“.

Tim Bullerbü
1 Monat zuvor
Antwortet  SchnauzeVoll

Ich weiß nicht, ob es Ihnen schon aufgefallen ist, aber wir leben nicht mehr in der Steinzeit.
Die meisten Frauen haben einen Verstand, möchten den benutzen und sich nicht in Rollenklischees von drängen lassen.

AA-Stiftung
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Steinzeitfrauen haben den Haushalt geführt, die Kinder betreut usw.. Die Männer haben gejagt, also den körperlich riskanteren Teil übernommen. Faktisch entspricht das dem Hausfrauenmodell.

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  AA-Stiftung

Nicht unbedingt . Die Aufteilung könnte auch gewesen zu sein, dass sich jüngere Menschen, Frauen und Männer, auf die Jagd begeben haben. Und ältere haben sich um die Kinder gekümmert. Gräberfunde sind nicht eindeutig . Und man kann zeitgenössische Stammesgesellschaften nicht automatisch mit den urzeitlichen gleichsetzen.

SchnauzeVoll
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Sehr unwahrscheinlich, Frauen haben entweder gestillt oder waren schwanger.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  SchnauzeVoll

? Ach so, sobald die Schwangerschaft feststand, hat Frau nichts mehr getan. Und nach der Entbindung auch nur noch ein bisschen Haushalt und Kinder.
DAS ist total unwahrscheinlich.
Interessant ist, dass noch vor 100 Jahren in ärmeren Familien, schwangere Frauen so lange es ging gearbeitet haben und junge Mütter ihre Babys, die gestillt werden mussten, mit aufs Feld genommen haben.
Alles wäre zusammengebrochen, wenn das nicht so gemacht worden wäre. Und das Prinzip lief ähnlich bereits in der Steinzeit. Alles andere ergibt keinen Sinn, weil viel mehr Arbeitskräfte für die Versorgung aller gebraucht wurden.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Natürlich haben die Frauen immer gearbeitet. Und zwar viel mehr als heute.

Alleine wenn man bedenkt, was es damals bedeutet hat sich um den Haushalt zu kümmern. Ohne Geschirrspüler, ohne Waschmaschine, ohne Staubsauger, usw.

Gleiches galt aber ähnlich für die Männer.

Tim Bullerbü
1 Monat zuvor
Antwortet  SchnauzeVoll

Und Frauen können aus evolutionären Gründen besser putzen, saugen und abwaschen?
Sie sind genetisch auch besser darin, schlecht bezahlt zu werden?

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Das vermutlich nicht.

Aber Frauen haben im Schnitt die besseren Zwischenmenschlichen Fähigkeiten. Und das wiederum wird von der Wissenschaft in der Tat darauf zurückgeführt, das die Frauen mehr Zeit „in der Höhle am Feuer“ mit anderen Frauen und den Kindern verbracht haben…

PaPo
1 Monat zuvor

Und?

„«Diese Rollenaufteilung, bei der Mütter sich vorrangig um den Haushalt und die Kinder kümmern und Väter die Haupterwerbstätigen sind, hat sich im Zeitvergleich kaum verändert», erklärte Brand.“
Dass sich Dgl. ändert, ist ja auch kein per se erstrebenswertes Ziel.
Man mag es entsprechenden Paaren selbst überlassen, wie die Rollenaufteilung konkret gestaltet wird.

„Dabei würden sich Mütter gern mehr mit bezahlter Arbeit beschäftigen: Jede vierte erwerbstätige Mutter gab an, dass sie gern mehr Zeit für ihre Erwerbstätigkeit hätte. […] Demgegenüber würde jeder vierte Vater lieber weniger Zeit mit der Erwerbstätigkeit verbringen und sich stattdessen lieber anderen Dingen widmen.“
Decisions, decisions… das überlegt man sich idealerweise vor(!) der Reproduktion und der entsprechenden freiwilligen(!) Rollenaufteilung. Opportunitätskosten sind unvermeidbar. Manchmal ist auch Kommunikation zwischen Partnern gar nicht derart unangemessen, wenn denn ein Partner da ist (und man nicht Alleinerziehend ist, wo dann der ausgängliche Anglizismus u.U: wieder einschlägig wird).

„Familienministerin Lisa Paus (Grüne) kritisierte die ungleiche Verteilung der Sorgearbeit: «Für Frauen bedeutet das meist: ein geringeres Gehalt, weniger berufliche Chancen und eine prekäre Alterssicherung.» Es sei wichtig, dass Frauen wirtschaftlich auf eigenen Beinen stünden.“
Und ich kritisiere, dass mein Tee in der Zeit, in der ich mich um andere Dinge kpmmerte, abgekühlt ist! Decisions, decisions… will unsere Familienministerin damit ggf. implizieren, dass der Staat (resp. wir) alle negativen Emanationen freiwilliger Lebensentscheidungen, alle Opportuitätskosten und Co. kompensieren soll?
Ungeachtet dessen: Natürlich sollte es staatliche Aufgabe sein, eine angemessene Alterssicherung zu gewährleisten und dass angemessene Löhne gezahlt werden, aber nicht, Gehaltsunterschiede, Unterschiede bei den beruflichen Chancen und bei der Alterssicherung (sofern diese denn generell gewährleistet ist), die aus freiwilligen lebensentscheidungen resultieren, zu nivellieren.

„Das gelinge aber nur, wenn Frauen und Männer unbezahlte Sorgearbeit gemeinsam übernähmen.“
Das hat die Familienministern, das hat den Staat schlichtweg nicht zu interessieren, welche konsensualen Aufteilungen Paare treffen.

„«Daher investieren wir weiter in den Ausbau und die Qualität der Kindertagesbetreuung», sagte Paus.“
OK, entsprechende Rhamenbedingungen zur Ermöglichung einer größtmöglichen Freiheit individueller Lebensgestaltung ist natürlich zu befürworten… auch wenn ich die Behauoptung von paus nicht glaube, es geht eher um Massenhaltung als um Qualität.

Magali
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

PaPo lebt wohl sehr gerne in einem patriarchalen Konstrukt. Oder ist Teil eines Lehrerehepaares.

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Magali

Ihre unfundiert-insinuierende Antwort geht komplett am Inhalt meines Beitrages vorbei………

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Magali

Und Sie sind sicher Psychologe oder Hellseher! 🙂

HaroldTheTree
1 Monat zuvor
Antwortet  Magali

Sehe ich auch so. Der Staat sollte hier endlich regelnd eingreifen und Gesetze erlassen. Der Mann muss jede 2. Windel wechseln, dafür muss die Frau die Hälfte des Rasens mähen. Der Mann muss die Hälfte der Wäsche machen und die Frau die Hälfte der Getränkekisten tragen. Würde auch die Wirtschaft ankurbeln, wenn wir das ganze Personal einstellen, um die neuen Gesetze auch zu überwachen.

Dieses derzeitige patriachale Konstrukt, in dem Männer früher sterben, häufiger Opfer von Gewaltverbrechen werden und öfter Selbstmord begehen muss überwunden werden. Wie die SPD schon sagte, wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  HaroldTheTree

Vor allem gehört die unbezahlte Care-Arbeit erfasst und besteuert! Heute geht dies am Fiskus vorbei. Was könnte man an schönen Transferleistungen daraus finanzieren.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  HaroldTheTree

Das ganze muss natürlich digital über ein Zeiterfassungstool dokumentiert werden. Am besten, man gründet dazu ein eigene Behörde mit vielen Beamten, die das kontrollieren. Natürlich muss jeder zur Hälfte die Zeit erfassen, damit auch das geregelt ist.

Kevin
1 Monat zuvor
Antwortet  Magali

Ist „patriarchales Konstrukt“ der Fachbegriff für eine traditionelle Ehe?

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Magali

Text von PaPo vielleicht nochmal durchlesen.
Diesmal mitdenken.
Oder zumindest die eigene Meinung begründen … Das sagte PaPo nicht – eher sogar das Gegenteil … Aber gut, jede/-r schiebt es zurecht, wie man will in solchen Diskussionen. Nichts Neues.

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Interessant ist doch auch, dass der Beitrag von @Magali überhaupt Zustimmung bekommen hat…

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Ich Frage mich, was aus staatlicher Sicht gegen unbezahlte Care-Arbeit spricht. Meine Vermutung: Diese Art der Arbeit deshalb negativ dargestellt, weil der Staat darauf keine Steuern oder Sozialabgaben erheben kann.

Ich nehme mal das folgende Beispiel als Gedankenexperiment: Verheiratete Mutter dreier kleiner Kinder, die ausgebildete Erzieherin ist.

Option 1: Die Mutter hat die Wahl zu Hause zu bleiben, unbezahlte Care Arbeit zu machen und somit sicherzustellen, dass ihre Kinder eine sehr gute Betreuung, Erziehung und gute Ernährung zu Hause erhalten. Keine Zerrissenheit zwischen Beruf und Kinderbetreuung. Keine Betreuungsprobleme.

Option 2. Mutter geht Vollzeit als Erzieherin arbeiten und gibt ihre drei Kinder 45 Stunden die Woche in eine Betreuung. Vom Bruttolohn bleibt Netto ca. 50 Prozent übrig. Die Kinder werden mit 15 bis 20 anderen Kindern in der Kita betreut und bekommen mittelmäßiges Essen. Die Mutter selbst muss als Erzieherin ca. 20 Kinder betreuen. Mutter fühlt sich gestresst, die Erziehung und den Beruf unter einen Hut zu bekommen. Erkrankungen der Kinder führen zu Fehlzeiten der Mutter in ihrem Beruf und führen dazu, dass andere Kinder zeitweise nicht betreut werden können.

Option 3. Mutter arbeitet in Teilzeit in der Kita und gibt die Kinder für 25 Stunden die Woche in Betreuung. Ergibt eine Mischung zwischen Option 1 und Option 2. Probleme aus Option 2 bleiben aber die gleichen…

Mei Nung
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Das ist ja alles schön und gut- aber bei Option 1 hat Mutti keine eigenen Rentenansprüche und muss recht schnell finanziell sehen, wo sie bleibt, wenn Vati mal die Wahl trifft, sich zu trennen und eine neue Familie zu gründen.
Die Optionen 2 und 3 setzen voraus, dass Mutti zu Hause alles alleine und zusätzlich wuppt. Wieso? Ist das von Gott gegeben? Ist Vati absent? Also ruhig mal über ein paar Optionen über den eigenen Erfahrungsrand hinaus denken!

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Mei Nung

In einer Ehe erworbene Ansprüche werden im Falle einer Scheidung geteilt. Also muss Mutti im Rentenalter genauso wie Vati schauen, wo sie/er bleibt.

Tim Bullerbü
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Das stimmt so nicht.
Die Frau erwirbt über den Mann Rentenansprüche, sie bekommt aber nicht 50% von seiner Rente.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Sprechen Sie jetzt vom Fall einer Scheidung oder vom Todesfall?

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Mei Nung

Und nochmal als Nachgang: Neben der Pflichtbeiträge in die Rente gibt es sehr viele andere Möglichkeiten, für das Alter vorzusorgen. Neben freiwilligen Beiträgen in die Rentenkasse gibt es z.B. Immobilien und andere Investment möglichkeiten. Alle diese Vermögen werden im Falle einer Scheidung geteilt.

Bruni Zensi Löbel
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Na dann muss der Alleinverdiener aber ein mehr als stattliches Gehalt haben!
Und das Teilen der Rentenanwartschaften ist das eine- die Höhe der daraus resultierenden Rente für diese Jahre etwas ganz anderes.
Ihre Einwände sind Unfug.

DerDip
1 Monat zuvor

Machen Sie sich bitte schlau, bevor Sie etwas schreiben.

Bruni Zensi Löbel
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Lesen Sie den Sinn entnehmend, bevor Sie etwas schreiben. Nicht sehr hohe Rentenansprüche bzw. -anwartschaften werden natürlich auch geteilt- niemand stellt das in Abrede. Doch was an Rente am Schluss herauskommt- für beide Ex-Partner:innen, ist nicht hoch.
Und ein zusätzliches, sich relevant auswirkendes Einzahlen ist nur möglich bei entsprechend hohem Einkommen- in Alleinverdienendenehen besonders. Gleiches gilt für das Anlegen in Immobilien etc. Das ist alles schön und gut, geht aber an den Lebensrealitäten vieler vorbei.
Also sind die Einwände nach wie vor Unfug.

Aber viele lesen hier wohl nur drüber, sehen, die unhöfliche Replik und den hingeschleuderten Link und denken wohl, der Mann sei im Recht und Frau Bruni korrigiert worden.
Es gibt inzwischen interessante Forschung zu geschlechterspezifischem Sprachverhalten auf Online- Plattformen 😉

DerDip
1 Monat zuvor

Das was Sie beschreiben – niedrige Renten – ist zwar richtig, hat aber nichts mit der Geschlechtsspezifischen Rollenverteilung zu tun.

In den meisten Fällen hilft ja gerade eine schlecht bezahlte Teilzeittätigkeit für die Rente im Falle einer Scheidung überhaupt nicht. Denn die erworbenen Ansprüche, durch zwei geteilt, sind dann pro Einzelhaushalt oft nicht höher als das Gesamtpaket des Bürgergeldes.

Insofern führt eine schlecht bezahlte, dennoch mit Steuern und Sozialabgaben belastete Nebentätigkeit keineswegs zu mehr unabhängigeit in einer Beziehung, wenn man an die Rente denkt

Bla
1 Monat zuvor

Das Problem ist dann jedoch nicht primär geschlechterspezifisch, wie hier angedeutet bzw. genannt.
Darum geht es DerDip doch.
Wenn ich als Alleinstehender ohne Kinder nur eine viertel Stelle (bspw. 10 Stunden) arbeite, dann ist die Rente auch geringer, als wenn ich als Alleinstehender eine volle Stelle habe.
Wenn ich nur die Hälfe verdiene, wie jemand anderes, dann ist meine Rente ebenfalls geringer.
Ist halt mal so.

Wenn ich einen Beruf einschlage, welcher ein Studium voraussetzt (und ich nebenbei keinen Nebenjob habe), dann ist die Rente auch erstmal voraussichtlich kleiner. Wenn ich dann (nach dem Studium) das Gleiche wie andere ohne Studium verdiene, dann ist die Rente auch geringer.
Das entscheide allerdings halt auch ich selbst. Bzw. Ist mir im vornherein bewusst. Informieren kann man sich dazu zumindest.

Ansonsten müsste eben ein bedingungsloses Grundeinkommen (und/oder fixe Rentenbezüge) her. Dazu die komplette Streichung von/der Rentenbeiträge und Ansprüche. Ansonsten wird das nie „gleich“.
So funktionieren eben Sozialabgaben in stark reduzierter Form.

Die Einwände sind kein Unfug. Sie sind halt da. Ob diese abrufbar für alle sind, ist etwas anderes. „Wir“ haben sowohl Berufsfreiheit/Freiheit der Wahl des Berufs (weitläufig – natürlich nicht komplett anwendbar) und die frei Wahl der Partnerschaft/Lebensplanung der Familie (natürlich im Rahmen der Gesetze und des unvorherplanbaren – was man jedoch zumindest beachten und reflektieren kann).

DerDip
1 Monat zuvor
DerDip
1 Monat zuvor

Noch eine Anmerkung zum stattlichen Gehaltes im Falle eines Alleinverdieners: Ich denke, Sie unterschätzen dabei den Wert von Care Arbeit. Essen in Restaurants, Kantinenessen, Kinder-Betreuung und Ähnliches gibt es ja nicht umsonst. Genauso Handwerkliche Tätigkeiten zu Hause oder am Auto. Das alles hat einen Wert. Rechnen mal den Unterschied aus zwischen Täglich zum Mittag auswärts essen gehen und zu Hause kochen – nur mal als Beispiel.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Mei Nung

Bei Option 2. kann natürlich Vati zu Hause bleiben. Ist dann genauso gut wie Option 1. Wenn man egoistische Interessen mal hinten anstehen lässt, ist dies in beiden Varianten die vermutlich beste Wahl für die Kinder und das Familienleben. Leider kenne ich kaum Frauen, die gerne Hausmänner als Partner wählen.

Option 3 ist ja das aktuell modernen Modell: Alle machen etwas von allem aber nichts richtig. aber: Warum jede Tätigkeit teilen, wenn es effizienter ist sich zu Spezialisieren: Zum Beispiel: Der eine kümmert sich um Garten, Auto, etc und der andere um alles innerhalb der Wohnung. Der eine um das Erwerbseinkommen, der andere um die Kinderbetreuung.

Muss aber am Ende jedes Paar für sich selbst aushandeln. Ich für mich weiß und wusste schon immer, was mir bei meiner Partnerwahl wichtig war. Die meisten Menschen ändern sich nicht und man sollte nicht darauf hoffen, dass ein Mann oder eine Frau, der/die beruflich ehrgeizig ist, seinen Beruf irgendwann zugunsten des Haushalts reduziert.

Bruni Zensi Löbel
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Und bei Option 1 kann Vati nicht zu Hause bleiben?

447
1 Monat zuvor

Theoretisch ja – aber so „fortschrittlich“ ist frau halt nicht, den „looooooser“ zu wählen. (Ja, „o“s gehören dazu, ganz viele)

Wäre „sie“ ja auch schön unklug.

DerDip
1 Monat zuvor

Natürlich geht das. Dann muss halt Mutti Vollzeit Gas geben und kann das angenehme Leben eines Vollzeit abhängig Beschäftigten leben. Warum nicht.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Ja, hier! wir leben das Modell seit 20 Jahren…..Mutti geht arbeiten und Vati ist Hausmann….hat Vor- und Nachteile….viele beneiden mich und ich beneide andere gelegentlich…..ein angenehmes Leben…..nun ja….

DerDip
1 Monat zuvor

Ja, das mit dem angenehmen Leben war auch ironisch gemeint (weil hier von manchen eine abhängige Vollzeitbeschäftigung als die per se angenehmere Tätigkeit im Vergleich zu Haushaltstätigkeiten dargestellt wird).

Stimme ihnen zu. Alles hat vor und Nachteile

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Wieso setzen Sie das eigentlich völlig gleich? Auf der Arbeit bezahlt mich der Arbeitgeber. Das Geld ist meins. Zuhause gibt es aber mitunter Diskussionen, ob Frau sich ne neue Hose kaufen darf, denn irgendwo wird es doch als SEIN Geld gesehen und wenn es Krach gibt, erst recht. War gerade beim Baumarkt, da fand eine Frau den Staketenzaun schick. Mann sagte, nein, dass brauchen wir nicht. Frau so’n bisschen kleinlaut dagegen an. Ich höre in dem selbstbestimmten Ton des Mannes schon sowas, wie : “ Du verramscht hier nicht MEIN GELD!“
Und wenn man es tatsächlich so versteht, dass es beider Geld ist, dann ist es aber so, als wäre der Mann der Arbeitgeber der Frau. Er bezahlt sie quasi für Haushalt und Kinderbetreuung. Entsprechend verhalten sich manche Männer dann wie der Chef zuhause, kontrollieren, ob ihnen das Haus sauber genug ist und rechnen die Stunden zusammen, die Frau investiert hat. Ja, solche kenne ich tatsächlich aus der früheren Nachbarschaft.
Also, nee, ich habe lieber wenig, aber dafür mein eigenes Geld.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich bin Mann und Hauptverdiener. Meine Frau verdient wegen Teilzeit weniger aber dennoch gut.

Wir haben ein Konto, eine Haushaltskasse. Wir unterscheiden nicht, wer mehr verdient. Denn unser Ansatz ist: Die Einkünfte erwirtschaften wir für die Familie als Ganzes. Genauso wie es bei der Care-Arbeit der Fall ist.

Nie käme ich auf die Idee, nur weil ich der Hauptverdiener bin, zu sagen, dass ich über unsere gemeinsamen Einkünfte mehr Entscheidungsbefugnis habe. Bei größeren Anschaffungen werden diese im Vorfeld abgestimmt. Bei normalen Anschaffungen ist dies nicht der Fall. Es kommt aber vor, dass wir gegenseitig eine Meinung einholen (aber keine Erlaubnis oder Ähnliches).

Ich verstehe daher die beschrieben Problematik nicht.

Wenn man über getrennte Konten verfügt und jeder sein Einkommen als dasjenige sieht, das insbesondere ihm selbst zusteht (und nicht dem Haushalt als Ganzes), dann kann es zu dem von Ihnen genannte Problem kommen.

Bla
1 Monat zuvor

Klar. Sollte man vielleicht auch absprechen, wenn man Kinder plant.
Bestenfalls auch schon bei der Auswahl des Partners.
Klingt bei solchen Diskussionen irgendwie oft so, als ob man den/die (potentielle/-n) Ehe-/LebenspartnerIn nicht selbst aussuchen kann.

Folko Menpiepe
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

„[W]ill unsere Familienministerin damit ggf. implizieren, dass der Staat (resp. wir) alle negativen Emanationen freiwilliger Lebensentscheidungen, alle Opportuitätskosten und Co. kompensieren soll?“

Darauf läuft es im Grunde hinaus.

Das alte Dilemma zwischen Rechten und Linken: Die einen bürden dem Individuum zuviel Verantwortung auf, die anderen zu wenig.

Unfassbar
1 Monat zuvor

Korrelation ist keine Kausalität. Man könnte beispielsweise auch annehmen, dass Männer die Hausarbeit zeitlich optimaler durchführen als Frauen oder Männerhaushalte weniger geputzt werden müssen/brauchen/wollen als Frauenhaushalte.

HaroldTheTree
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Die Politik in Deutschland hängt der Idee an, dass Menschen als unbeschriebenes Blatt geboren werden, dass also alle Verhaltensweisen und getroffenen Entscheidungen auf äußeren Einflüssen basieren.
Das widerspricht zwar der Wissenschaft
https://modernity.news/2024/02/20/new-study-shows-for-first-time-men-and-womens-brains-work-differently/
und praktisch allem, was man bei Tieren in der Natur beobachten kann, hält die Politik nur leider nicht davon ab, die Gleichheit der Ergebnisse als Ziel zu definieren. Wenn wir neue Hühner bekommen, dann brüten wir die Eier im Brutkasten aus und ziehen die Hühner auf ohne, dass sie Kontakt zu Artgenossen haben. Trotzdem verhalten sich die Hähne dann wie Hähne (krähen zum Markieren des Reviers, greifen Eindringlinge an) und die Hühner wie Hühner (bilden eine Rangordnung durch Hacken, verstecken sich bei Gefahr). Warum gerade Menschen als leeres Blatt geboren werden, während Tiere im Normalfall unterschiedliche Verhaltensweisen für Männchen/Weibchen zeigen, ergibt mMn keinen Sinn.

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  HaroldTheTree

Unsere Instinkte funktionieren nicht sonderlich. Dazu wird der Mensch recht unfertig geboren. Eine These dazu ist, dass sonst der Kopf nicht durch den Geburtskanal passen würde. Andere kleine Säugetiere sind wesentlich fitter – ein kleines Fohlen steht Stunden nach seiner Geburt auf eigenen Beinen. Das heißt, der Mensch ist sehr auf andere Menschen und Erziehung angewiesen. Kann man bedauern. Aber er ist die erfolgreichste Lebensform auf diesem Planeten und hat alle Lebensräume erobert. Also ein evolutionäres Erfolgsrezept. Hühner sind nicht ganz so erfolgreich gewesen.

Folko Menpiepe
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Ja, der Mensch ist kein Huhn.

Aber der Mensch ist halt auch kein unbeschriebenes Blatt.

Und was die Instinkte betrifft, so wird umgekehrt ein Schuh daraus: Wenn die Instinkte nicht funktioniert, funktioniert der Mensch nicht sonderlich, sondern bringt sich ständig in Gefahr.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Folko Menpiepe

Wie meistens: Es ist ein Mix.
Klar haben Menschen Instinkte. Diese sind nur anders ausgeprägt und auch durch Ethik und Erziehung geprägt.
Beispielsweise „vergewaltigen“ viele Tiere ihre Artgenossen (und auch andere) aus Sicht der Übertragung auf den Menschen. Das ist beim ethisch erzogenen Menschen nicht so. Zum Glück.
Also kann sich der Mensch nicht auf Instinkte gesetzlich beruhen. Das Denken und Verständigen durch Schrift und Sprache, sowie das Erstellen von Materialien (Werkzeuge) sind Faktoren, welche v. A. den Menschen zusteht. Ansonsten hätte der Mensch sich evolutionär auch nicht durchgesetzt. Die Voraussetzungen sind/waren nicht die Besten, wenn man diese Faktoren wegnehmen würde.

Katinka
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Haha! Das glauben Sie doch wohl selber nicht!?

AA-Stiftung
1 Monat zuvor
Antwortet  Katinka

Den Beobachtungen aus der Studie würde das nicht widersprechen.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Katinka

Das in Männerhaushalten weniger geputzt wird? Halte ich für plausibel.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Katinka

Schwer vorstellbar? Schade. Warum eigentlich? Ist ja nur eine Hypothese von Unfassbar.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Und wissen Sie was: Ich vermute, dass die meisten Männer sogar davon überzeugt sind, dass sie auch im Haushalt effizienter sind. Und nichts ärgert Frauen mehr, als Männer, die von sich behaupten, dass sie den Haushalt besser schmeißen können (oder könnten) als Frauen

Bruni Zensi Löbel
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Mich ärgert das nicht, sobald sie das regelmäßig unter Beweis stellen.

DerDip
1 Monat zuvor

Meine Empfehlung: Klären Sie dies am besten mit ihrem Mann direkt.

Egvina
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Ich erkenne neidlos an, dass mein Mann die besseren „hausfraulichen“ Qualitäten hat als ich.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Egvina

Schön, auch mal eine Gegenstimme in diesem Forum zu lesen. Und es zeigt einmal mehr: Jedes Paar, jeder Haushalt sind anders – und das ist gut so.

447
1 Monat zuvor

Ich befürworte es zu 100%, dass Frauen alles machen (oder nicht machen), wie sie es wollen.

Bonusfrage: Warum?

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Da hätte ich gerne eine Reaktion der üblichen Verdächtigen gelesen – schade. Also doch (diesmal) keine Belehrung derselben notwendig, bspw. über Toleranz vs. Akzeptanz, Liberalismus vs. Autoritarismus, Pluralismus vs. Homogenität, Argument vs. Dogma, Fakt vs. Meinung etc. Wäre bestimmt… ‚interessant‘ gewesen.

Und ich glaube, ich kenne die Antwort aif die Bonusfrage, verrate sie aber nicht.^^

447
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Gut so, muss ja nicht jeder wissen. 🙂

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Das befürworte ich nicht.

Jedoch auch nicht für Männer.
Auch nicht für Queer/LGBTQ/FLINTA usw.

Warum? Weil das nicht mit Ethik und Gesetzgebung zu 100% funktionieren würde, dass ALLE ALLES machen (können), was sie wollen. Ansonsten ist Mord und Vergewaltigung, sowie andere Straftaten inkludiert. Eine Erweiterung um „solange es keinen schadet“ wäre hier dann anzubringen.

Steht gerne zur Diskussion frei.
[Ja, mir ist bewusst, „sooo ist das nicht gemeint“. Liegt trotzdem mal als Gedankengang hier frei.]

Monika, BY
1 Monat zuvor

Gefehlt es jemandem oder nicht, die Frauen sind der Kern der Gesellschaft. Sie waren es seit immer.

Ihr einziger Nachteil in einer stark von Männern ausgeprägten Gesellschaft – sie wählen überwiegend zu lieben statt zu vernichten.

Monika, BY
1 Monat zuvor

Und gerade diese unbezahlten Stünden sind der Kern jeder Familie, jeder Gesellschaft. Die Frauen neigen nicht dazu die Punkte zu sammeln für sich selbst, eher zum Wohl der allen zu handeln.

Das ist eigentlich die wahre Stärke.

R.Wadel
1 Monat zuvor

„Jede vierte erwerbstätige Mutter gab an, dass sie gern mehr Zeit für ihre Erwerbstätigkeit hätte.“
Also drei von vier Frauen, die.h. die überwiegende Mehheit ist mit dem gegenwärtigen Zustand zufrieden.
Was nun?

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  R.Wadel

Überall sonst lese ich, dass die Menschen ihre vergütete Arbeitszeit reduzieren möchte, 4-Tage Woche und so. Nur Mütter würden gerne mehr arbeiten – interessant

Folko Menpiepe
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Man müsste mal schauen, wie viele Alleinerziehende darunter sind, denn eigentlich sind sie es, die es in der Gesellschaft schwer haben, nicht die verheiratete Frau, die mehr Zeit am Herd verbringt als ihr Mann.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Folko Menpiepe

Das ist richtig, aber nach meinem Verständnis nicht Bestandteil des Artikels.

Ramon
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Ich lese eigentlich vorrangig bei den Lehrkräften, das sie eine 4-Tage Woche und so haben wollen. „Wie alleeeee“.
Meine bescheidene persönliche Erfahrung zeigt, dass viele Frauen gerne mehr arbeiten würden, aber aufgrund des fehlenden Betreuungssystem für Kleinkinder zuerst in die hauptberufliche Mutterrolle und dann durch die Halbtagsbetreuung in eine Teilzeit gedrängt werden. Das manifestiert sich dann durch das Vomittagsschulsystem.
Ich höre den Wunsch nach mehr Arbeitszeit vor allem bei hochqualifizierten Frauen.
Den Wunsch nach einer 4-Tage-Woche höre ich von Lehrkräften.

Marie
1 Monat zuvor
Antwortet  Ramon

Es sind nicht DIE Lehrkräfte, es sind einige wenige Foristen, die hier bei jedem Thema meinen, die 4-TageWoche unterbringen zu müssen (wobei ich natürlich auch nichts dagegen hätte, von 41 Stunden auf 38 zu gehen).

447
1 Monat zuvor
Antwortet  R.Wadel

Ganz einfach: Frau geht mehr arbeiten und/oder stellt das Kibderkriegen ganz oder teilweise ein.

Gogogo!

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ist mir schon klar.

War eher eine Antwort auf die Frage des Vorposters.

Wenn Frau X oder Y nicht will –> halt nicht machen.
500 IQ-Lösung, ich weiß.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Passiert doch auch. Noch ein paar „Mütter sind faule Säcke“ – Zitate und selbst die Afd-Wähler fangen an, sich über Zuwanderung zu freuen. 😉

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Gehe ich überwiegend mit.
Aber eine Ergänzung/Erklärung brauche ich noch von Ihnen: Warum sind/werden Frauen dazu gezwungen?
Gibt es keine Männer dann?
Musste man die Ehe/Lebenpartnerschaft eingehen? Zwang?
Kann man das gar nicht familiär besprechen und planen? Gar nicht?
Ist das Sorgerecht/Lebensrecht der/des Kindes immer bei der Mutter geregelt? Automatisch anscheinend?
Dort liegt doch eines der gesellschaftlichen „Probleme“ und des Verständnisses zur Gleichstellung.
Ungleiche Gleichheit funktioniert eben nicht so gut. Outsourcing von familiären Absprachen ist auch gerne ein Punkt. Geht ja gar nicht anders. Alles festgelegt. Muss ja so sein anscheinend. Keine Wahl.

Das hätte ich bitte mal logisch erklärt. Wirklich. Nicht emotional, sondern rechtlich. Ansonsten ist das ein „hausgemachtes Problem“ durch „alte“ Wertevorstellungen und eigener sozialer gesellschaftlicher Wirkung.
Daher: Ist das rein rechtlich wirklich so, dass Frauen dazu gezwungen werden?
Dazu bitte ein Verweis zu einer rechtskräftigen Quelle, welche das besagt.
Bin ich wirklich äußerst gespannt.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Also: Gesellschaftliches Problem. Teilweise hausgemacht.
Rechtliche Quelle zur Ungleichheit? Kam nicht? Wie auch … Die gibt es ja auch nicht.
Direkten Zwang? Gibt es nicht.
Daher auch hier: Emotional und Gesellschaftlich. Durch „alte Wertevorstellungen“.
Und ja, genau das ist das Hauptproblem. Die stereotypische Betrachtung von vielen Beziehungen bzw. Sozialem Verhalten. Dazu oft „Kopfsache“.
Rein rechtlich gibt es das Problem eher weniger.
Rein der Logik (ohne „Gesellschaftlichen Zwang“) gibt es das Problem eher weniger.
Die Absprachen und (Aus-)Wahl hat Mann/Frau als Möglichkeiten.

Früher war das noch ausgeprägter, da haben Sie recht. Dort waren einige Sachen anders. Ganz früher das Kind als Bestandteil der Altersabsicherung (Pflege usw.) und als Arbeitshilfe auf den Feldern. So ist es allerdings heutzutage eher selten der Fall … Die Gesellschaft hat sich gewandelt und wandelt sich immer weiter. Früher waren Trennungen auch viel seltener. Der Umgang mit vielen Themen war damals auch absolutes Tabu. Das hat sich alles gelockert. Die Entscheidungsfreiheit hat sich mehr gelockert.

Wo ich mitgehe: Die Betreuungen sollte quantitativ und v. A. qualitativ vielfältiger und hochwertiger sein. Kostet halt Geld.

Lisa
1 Monat zuvor

Wenn es dem Staat ernst wäre mit der Gleichheit, würde man die Arbeitszeit aller auf 30 Stunden die Woche reduzieren und die Care – Arbeit viel mehr auf die Rente anrechnen. Eventuell sogar mit einem Gehalt vergüten. Ein Pflegeheimplatz ist dennoch zehn Mal teurer als wenn eine Angehörige das leistet.
Man mischt hier nämlich zwei Sachen: Die Arbeitsaufteilung und den Fachkräftemangel. Das macht den Ansatz unangenehm utilaristisch.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

An mischt hier nicht. Weniger unbezahlte Care Arbeit führt ja zu mehr Arbeitskräfte Bedarf anderswo. Deswegen ist diese Idee unrealistisch.

Auch diese Gleichmacherei: Alle sollen genau 30 Stunden arbeiten ist unrealistisch und Planwirtschaftlich.

Lässt doch die Leute selbst entscheiden. Jede Partnerschaft kann ja für sich selbst ein Modell festlegen, dass für diese Partner funktioniert. Wieso sollte man da nach dem Staat rufen? Kann man es Eheleuten nicht zutrauen, dass sie zu zweit eine Lösung finden?

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Noch eine Anmerkung: Die Rentenansprüche lassen sich ja jetzt schon erhöhen: Durch freiwillige Rentenzahlungen zum Beispiel. Sie können ja mit ihrem Ehepartnern vereinbaren, dass fir die Care Arbeit Freiwille Beiträge an die Rentenkasse gezahlt werden (oder anderweitig investiert). Alles möglich, auch ohne staatliche Gängelung.

Bruni Zensi Löbel
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Wer sich’s leisten kann…

Bla
1 Monat zuvor

Und will. Und dazu geistig im Stande ist. Dazu es auch umsetzt.
Da sind viele Faktoren wichtig.
Ansonsten haben wir einen Sozialstaat. Dazu haben wir Berufsfreiheit. Dazu haben wir Freiheit der Partnerwahl.
Warum können es sich andere leisten, man selbst jedoch nicht?
Und ja … Es ist nie gerecht. Geht nicht. Die größte Ungleichheit besteht mitunter durch Erbe. Das kann man oft nicht „erarbeiten“. Die Voraussetzungen usw. sind demnach von Geburt an oft geprägt. Das ist allerdings ein anderer Anker. Den hat man oder hat man nicht.
Hier müssen wir unterscheiden: Was kann „ich“ beeinflussen? Wo habe „ich“ demnach die Wahl.
Und was kann „ich“ nicht beeinflussen? Also was kommt von außen.
Dazu was man auch bereit ist zu ändern/zu machen bzw. geben und zu wollen.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Honecker hat gerade angerufen – dad Zentralkomitee vefürwortet dies und prüft Ihre Eingabe wohlwollend.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Klar. Alle sollen auch das Gleiche verdienen?
Alle gleich lange die Ausbildung machen?
Alle die gleiche Arbeit machen?
Öhm … Ok? Welcher Beruf darf es denn sein?
Ansonsten gibt es eben „Wertigkeiten“. Angebot und Nachfrage. Die Notwendigkeit von Berufen. Berufe, welche zwingend notwendig bzw. sinnvoll sind und Berufe, welche Luxus sind. Bspw. Arzt vs. Reiseplaner.

vhh
1 Monat zuvor

Ich verdiene 1000,- im. Monat und mein Nachbar 99000,-. Im Schnitt sind wir beide reich…
Ein wirklich dramatisches Problem, dass Männer weniger als die Hälfte ihrer 44 Stunden mit unbezahlter Arbeit verbringen. Ursache ist vermutlich weniger Teilzeit, aber Männer werden doch laut Gender Pay Gap viel besser bezahlt, ist es da nicht logisch, wenn sie einen größeren Anteil an der bezahlten Arbeit übernehmen müssen? Immerhin muss es recht viele Männer geben, die deutlich weniger als Vollzeit arbeiten, denn 44-21=23 Stunden, also etwas mehr eine halbe Stelle als durchschnittliche Berufstätigkeit über alle Männer? Sind da die Rentner einbezogen? Oder hat man den Tag am Wochende mitgerechnet? 10000 Haushalte mit 20000 Menschen, das entspricht dem Schnitt. Dabei sind dann allerdings 40% Einpersonenhaushalte (Stat.Bundesamt 2020), in denen wohl deutlich weniger Haushaltsarbeit anfällt. Wie ist Arbeit eigentlich definiert, Garten = Freizeit oder Arbeit, je nach Einstellung, Vereinsvorstand = Arbeit, Krabbelgruppe = Arbeit? Durchschnittswerte… in keine Richtung aussagekräftig.
Viele Männer wollen also weniger, viele Frauen mehr Erwerbstätigkeit. Welcher große Arbeitgeber hat gerade beschlossen, Teilzeitmöglichkeiten zu beschränken oder ganz zu verbieten? Was wohl unsere lieben Vorgesetzten zur Begründung ‚gerechtere Aufteilung der Carearbeit‘ als wichtiger Grund sagen würden? Liebe Landes- und Bundesbehörden, fangt doch einfach im eigenen Haus an! Ach ja, wer weigert sich beharrlich, Familien- statt Ehegattensplitting anzugehen? Das Märchen von der besseren Betreuung glaubt auch niemand mehr, seit 2013 gibt es das Recht auf einen Kita-Platz ab 1. Lebensjahr, die Meldungen zur Realität werden jedes Jahr dramatischer.

Alx
1 Monat zuvor

„Eltern leisten mehr Arbeit als Elternlose“

Sinnvoller wäre der Vergleich mit Kinderlosen.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Alx

Die faulen Waisen aber auch.

Marie
1 Monat zuvor
Antwortet  Alx

Die kinderlosen Kollegen sind halt die, die Vollzeit arbeiten (und Vollzeit Steuern zahlen). Die Kollegen mit Kindern sind direkt nach der Geburt 1-3 Jahre ganz weg und dann bis zum 18. Geburtstag der „Kleinen“ in max. 50% Teilzeit.

Alx
1 Monat zuvor

Die mit weitem Abstand schönste, erfüllendste Zeit meines Lebens hatte ich in meinem Jahr Elternzeit als meine Frau arbeiten war.
Ich habe gekocht und geputzt, gebastelt, gesungen, gespielt, tägliche Ausflüge gemacht und meiner Frau so viele Aufgaben abgenommen, wie es ging.
Ich war der einzige Papa auf dem Spielplatz, der einzige Papa in der Krabbelgruppe und der einzige Mann unter 60, der morgens im Supermarkt einkaufen war.
Ich hatte nur Verantwortung für mich und meine Familie, mein Haus und meine Sachen. Es war wunderbar.

Während ich so glücklich und seelig wie nie zuvor und so weit von einem Burnout entfernt wie seit dem Referendariat nicht mehr zwischen den Mamis saß, sprachen die meisten Mamis davon wie FURCHTBAR die Belastung ist, seit sie Zuhause sind und dass ihre Männer arbeiten und die Frechheit besitzen, NACH der Arbeit nicht auch noch zu kochen oder mal zu wischen, wenn sie doch sehen, dass der Boden dringend mal gewischt werden müsste.

Ich habe nirgends mehr ungerechtfertigten Selbstmitleid gesehen als in einer Krabbelgruppe.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Alx

Ich schon! Von Kindsunterhalt zahlenden Vätern 😉

„Da bleibt nichts mehr zum Leben“ ( Metallbauer)

„Da kannst du dich besser arbeitslos melden“ (mehrere)

“ Fünf Minuten Rittmeister, ein Leben lang Zahlmeister“ ( Lehrer an der Uni, der 14 Jahre lang wissentlich den falschen Vater hat zahlen lassen, das Kind ist ihm aus dem Gesicht geschnitten, an dem ONS waren beide Männer beteiligt)

„Durch diese Regelung muss Frau dann ein Leben lang nicht mehr arbeiten und wenn du Professor oder so bist, dann kann die sich ein schönes Leben auf den Malediven machen“ ( Mann, der nur die Gesetze aus Wirtschaftswunderzeiten kennt)

„Was da zusammen kommt, davon könnte man nen Porsche kaufen“ (Ich – AGler)

„Wenn du erfährst, dass du Vater wirst nimm besser gleich nen Strick, dir werden die Taschen geplündert bis du überschuldet im Knast landest“ ( Sozialarbeiter)

„Wenn du schwanger wirst, nehm ich mir nen Strick! ( 37jähriger aus der Mittelschicht, der eine 17jährige als Übergangsspielzeug von seiner Frau zu seiner neuen, gleichaltrigen Partnerin benutzt)

“ Ich habe auch irgendwo ein Kind, aber gehe davon aus, dass ich das nicht sehen darf und es von der Mutter dahingehend beeinflusst wird und deshalb zahle ich auch nicht“ (Sunnyboy mit Sixpack)

“ Ich weiß noch nicht, ob ich das Kind besuche, von Lingen bis Osnabrück ist es ganz schön weit..“ ( Schlosser, der Angst hat, zu Unterhaltszahlungen herangezogen zu werden)

„Das ist gaaanz schlecht für unsere Rente, weißt du das?“ (Ingenieur, der kein drittes Kind wollte)

“ Ich glaube, das Kind ist gar nicht von mir und deshalb zahle ich nicht“ ( <- war es doch! Tischler)

" Mein ältester Sohn sieht keinem in der Familie ähnlich und deshalb habe ich nach der Trennung nen heimlichen Test gemacht" (<- Test ergab 99,8% Übereinstimmung, TV-Bericht zu illegalen Vaterschaftsüberprüfungen)

"Du hast es ja gut, ich kriege kein Kindergeld!" (Obdachloser, der sich nicht um sein Kind kümmert)

3 Beispiele aus der Realität:

1.Mann mit 2.500 Netto soll 300 Euro Kindsunterhalt zahlen. Da er das nicht zuverlässig tut und die Frau im H4-Bezug dadurch in regelmäßige Schwierigkeiten kommt (der Betrag wird angerechnet, sie muss also, sofern nicht gezahlt wird, mit 300 Euro UNTER H4-Niveau klar kommen), lässt das Jobcenter sie erst ein Jahr zappeln, weil der Mann (57 Jahre alt) das lernen soll. Nach den richtigen Drohungen ihrerseits, durch die das Jobcenter befürchtet, in Teufels Küche zu kommen (" Sohn muss im Dunkeln an der Schnellstraße ohne Fahrradweg zur Schule, weil kein Fahrgeld"), wird es so organisiert, dass das Jobcenter alles an die Frau zahlt und der Vater ans Jobcenter.
Alle möglichen Zusatzbelastungen wurden im Vorfeld mit ein gerechnet. Auch das Auto, das im Vorfeld vom Vater gekauft wurde und noch abbezahlt werden muss, wird berücksichtigt. Offiziell heißt es, man "käme in den Knast", wenn man nicht zahlt. Dieser Vater hatte nach ein paar Jahren 5.000 Euro Schulden beim Jobcenter und kam natürlich nicht in den Knast. Der Monats-Betrag wurde sogar halbiert, damit es besser klappt!

2. Frau ist im Krankenhaus und der Vater, der Ingenieur ist und um 9 Uhr bei der Arbeit sein muss, gibt jeden Morgen die beiden Kinder mit Zahnbürsten bei der Oma (Schwiegermutter) ab, die dann noch mit den Kindern Zähne putzen soll. Nach der Arbeit geht er zum Sport und anschließend zu seiner Mutter zum Essen. Um 21 Uhr holt er die Kinder bei der Schwiegermutter wieder ab, damit sie gleich ins Bett können und weiß keine Antwort auf die Frage am Sonntagskaffeetisch, wann der Kleine zuletzt die Unterhose gewechselt hat, weil der "riecht".
Natürlich hat keiner mit ihm ein ernstes Problem oder würde ihn gar für asozial halten. Er ist ja nicht Reinigungskraft, Arbeitsloser oder Frau!

3. Frau in der häuslichen Krankenpflege hat echt keinen leichten Job. Jetzt, in Vollzeit max 4 freie Tage im Monat – sofern keine Kollegin krank ist. Eigentlich sollten die Hebearbeiten immer 2 machen, aber das wurde aus Personalnot gestrichen. So stemmt sie (1,68 groß und 55kg schwer) 100kg schwere Senioren alleine.
Ihre Aussage, als die Kinder klein waren und sie auf 400 Euro Basis arbeitete: Die Arbeit sei Erholung. Man muss mal raus, bei den Autofahrten den Gedanken nachhängen und unter Erwachsenen sein und eben nicht nonstop für kleine Kinder präsent sein. Als wir uns einmal nach einem Konzertbesuch ein Hotelzimmer teilten und ich die ganze Nacht Hustenanfälle hatte : Kein Problem, das sei sie von den Kindern gewohnt.
Ja, ich von meinen auch. Magen – Darm und Fieber vom Sohn aus dem Kiga mitgebracht. Man erbricht sich die halbe Nacht und kann kaum aus den Augen gucken. Leider hat das Baby sich auch angesteckt und deshalb als Alleinerziehende in diesem Zustand Kind trösten und versorgen und fünf Mal nachts die Bettwäsche vom Baby wechseln.

So, lieber Alx :
Wieviele Kinder hatten Sie in diesem Jahr, wieviel Unterstützung hatten Sie von Ihrer Frau, zB im Fall von Fieber und Magen-Darm Ihrerseits, wie alt genau war Ihr Kind in Ihrer Väterzeit und spielt es vielleicht eine Rolle, dass man von vornherein weiß, dass es um eine 1 Jahr lang und dann beendete Situation geht, so dass man die positiven Aspekte sieht und nutzen möchte und nicht schon anfängt unter fehlendem Anschluß zu leiden?

Wutbürger
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich schon! Von Kindsunterhalt zahlenden Vätern

Sie wissen aber schon, dass die Zahlen besagen, dass unterhaltspflichtige Väter prozentual bessere Zahler sind als unterhaltspflichtige Mütter, die zu 90%(!) nicht ihren Verpflichtungen nachkommen?!

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Wutbürger

Haben Sie einen Link? Ich kenne nämlich keine Unterhaltspflichtigen Mütter. Müssen Ausnahme Erscheinungen sein.

Wutbürger
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Haben Sie einen Link? Ich kenne nämlich keine Unterhaltspflichtigen Mütter. Müssen Ausnahme Erscheinungen sein.“

Muss dieses ominöse Patriarchat sein, wo Frauen qua Automatismus das Fürsorgerecht zugewiesen bekommen… Wie würde das wohl ausgelegt werden, wenn nicht Frauen, sondern Männern zu so einem Prozentsatz die Fürsorge zuerkannt bekommen würden, weil sie…ja, einfach nur Männer sind.

Ausnahmsweise verweise ich einmal nicht auf eine Suchmaschine ihrer Wahl, denn tatsächlich ist es gar nicht so einfach hier Quellen zu finden, die auch alleinerziehende Männer behandeln… Sie wissen schon, wegen dem Patriarchat und so.

Aber hier, nur mal eben auf die Schnelle, in einer versteckten Ecke des Bundesministerin für Familie, Senioren, FRAUEN und Jugend:

„Zwei Drittel der Frauen, die einen Anspruch auf Trennungsunterhalt haben, erhalten keine Zahlungen […]. 
Bei den wenigen unterhaltsberechtigten Männern sind die Zahlen noch viel schlechter: Nur etwa jeder zehnte unterhaltsberechtigte Mann erhält entsprechende Zahlungen.

Nicht ganz so dramatisch ist die Situation beim Kindesunterhalt: Nur etwa ein Viertel der großen Zahl kindesunterhaltsberechtigten Frauen, aber ca. vier Fünftel der eher kleinen Zahl kindesunterhaltsberechtigter Männer erhalten keinen Kindesunterhalt.“

Seite 16, Wenn aus Liebe rote Zahlen werden, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 2003

Lustig finde ich, wie die Zahlen mit „Bei den wenigen…“ und „der eher kleinen Zahl…“ versucht wird zu relativieren… Man stelle sich den Situation einmal in umgekehrter Konstellation um, was dann los wäre…
Naja, zum Glück schützt das Patriarchat die Männer vor der Fürsorge ihrer Kinder – man überlege sich nur, wie traurig sie wären nicht durch die Maloche (oft auf Selbstbehaltsniveau) 10 Jahre früher als Frauen in die Kiste springen zu dürfen.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Wutbürger

Einen Link haben Sie also nicht. Zu dem was Sie zitieren : Daraus geht nicht hervor, aus welchem Grund die Männer keinen Unterhalt bekommen. Ein Grund kann zB sein, dass die Frau selber nichts verdient. Es ist eben oft nicht der Grund, dass die Kinder beim Mann sind, weil Frau Karriere macht, sondern zB, weil Frau Alkoholkrank ist, oder tot, oder….
Was die Bevorzugung der Frauen beim Sorgerechtsstreit betrifft: Wer A sagt, muss auch B sagen. Gleiche Rechte = gleiche Pflichten.
Auf der Anklagebank sind immer Mütter, wenn es ums Kindswohl geht. Wenn der Vater sich nicht kümmert, dann ist das so und kennt man halt. Im Zweifelsfall zählt die Mutter. Alternative zum Vater =Mutter. Alternative zur Mutter =Heim. Geht es einem Kind einer alleinerziehenden Mutter schlecht, dann wird auf die Mutter geschimpft, die sich nicht kümmert, niemand kritisiert den Vater, der weg ist und sich ebenfalls nicht kümmert.
Die Mutter, die ihren Job schlecht macht, wird gesellschaftlich geächtet, der Vater wird nicht kritisiert, so lange es die Mutter gibt.
Habe ich mehr Verantwortung und nimmt die Gesellschaft mich mehr in die Pflicht, dann muss sie mir eben auch mehr Rechte geben diesbezüglich.
Das abgesehen davon, dass ich schon mit drei Jahren bei der Scheidung meiner Eltern 1984 vom Jugendamt, in einem separaten Zimmer ohne Eltern, genau wie meine beiden älteren Schwestern, gefragt wurde, zu welchem Elternteil ich möchte.
Da meine Mutter unsere Bezugsperson war, wollten wir halt zu ihr. Sie hat extra nachts gearbeitet, um tagsüber Zuhause zu sein, mein Vater hatte traditionell mit Kindern und Haushalt nichts am Hut. Er hätte aber das Sorgerecht auch nicht gewollt und die Beziehung mit der neuen Frau, die von Kindern eher genervt war, wäre daran gescheitert. Aber auch im 14 Tage-Rhythmus fühlten wir uns dort ausgesprochen unerwünscht. Der Vater wollte uns zwar sehen, fühlte sich aber nicht zuständig und seine neue Frau wollte nicht die Kinder der Ex an den Hacken haben. Die Vorstellung, er hätte aus welchen Gründen auch immer das Sorgerecht bekommen, wäre gruselig. Wir wollten oft nicht hin, unsere Mutter hatte uns gut zugeredet, dass das traurig für unseren Vater wäre. Dann haben wir dort die Stunden abgesessen. Ich habe meinen Vater nur als desinteressiert erlebt. Das einzige, wofür er sich zuständig sah, war uns zur Ordnung zu rufen oder uns am Tisch den Mund zu verbieten, mehr kenne ich von ihm nicht und habe deshalb als Erwachsene den Kontakt abgebrochen. Seine Frau hatte zuviel Bud Spencer und Terence Hill geschaut und fand es eine Zeitlang komisch, mich immer am Hals in die Luft zu heben – was übrigens lebensgefährlich werden kann.
Und jetzt kommt’s und deshalb erzähle ich Ihnen das überhaupt: Auch mein Vater meinte, wenn wir nicht so Lust hatten , ihn zu besuchen, wir wären diesbezüglich von unserer Mutter beeinflusst. Da kenne ich noch mehr Väter, die das ganz schnell annehmen und nicht realisieren, dass sie doch zu viel ihr eigenes Ding gemacht haben und deshalb die Bindung eben nicht so stark ist, wie zur Mutter. Da machen es sich die getrennten Väter mit ihrer Verurteilung verdammt einfach. Also, nicht alles glauben, was die Kollegen aufm Bau sagen.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Alx

Und übrigens, ich kenne noch eine Familie, die auch gerne Väterzeit und Elterngeld und alles was geht, nimmt. Der Mann hat eine Firma. Sie haben beabsichtigt ihre 4 Kinder in solchen Abständen bekommen, dass sie alles an Eltergeld/Zeit usw mitnehmen konnten . Der Vater musste so über einen sehr langen Zeitraum nicht arbeiten. Sie sind viel in den Urlaub gefahren. Gewohnheitsmäßig gibt Mann aber das Baby ab, sobald es schreit und nach neuester Sitte geht’s dann auch ganz schnell in den Ganztag. Kinder bis 16 Uhr weg – entspannte Elternzeit.

Dann gibt es ja noch die vielen Väter, die sich die ersten 8 Wochen nach der Geburt frei nehmen, bzw in Väterzeit gehen. Alle Familien, die ich da kenne, haben das für Urlaub genutzt. Das Baby, weil gestillt und so, zum Großteil bei der Mutter. Vater soll aber wenigstens mit der großen Schwester zum Reiten fahren. Der mag aber keine Ponys und kein kaltes Wetter und es ist gerade Winter. Da musste die Kleine abgemeldet werden, weil Mama das mit Baby nicht auch noch konnte. Mama ziemlich sauer, will aber auch nicht zur Alleinerziehenden werden und Vater verdient gut, ohne den arbeiten gehen und Kinder in die Massenbetreuung. Nein, da hat sie sich eingeredet, das Kind hätte eh nicht mehr so viel Lust.

Mary-Ellen
1 Monat zuvor
Antwortet  Alx

Selten so gelacht!!!
😉 😉 😉
Vermutlich haben Sie auch im Wackelgang eines Pinguins den Kühlschrank geöffnet, um dem Nachwuchs und sich einen Cerealienriegel zu gönnen, den Sie dann genüsslich in Ihrer Hollywoodschaukel verzehrt haben – mit hochgelegten Beinen selbstverständlich.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Mary-Ellen

Wenn ich Frauen bei der Hausarbeit zusehe – weiß ich, warum das für viele so stressig ist.

Kinder, besonders ganz junge: Klar, Stresspotential offensichtlich wegen Schlafmangel.

Aber Hausarbeit?
Na dann….ääähhhhh ich meine, jaaaaaa, die ist soooooo stressig…soll die holde Maid gleich nach Düsseldorf fahren, ich brauch den ganzen Freitag heute für die Hausarbeit, schwör!

Ramon
1 Monat zuvor
Antwortet  Alx

Vielleicht kommt es auf die wahrgenommene Perspektive an. Die meisten Mütter ahnen, dass die Teilzeitfalle unwiderruflich hinter ihnen zuschnappt. Als Elternzeitvater ist mehr oder weniger klar, dass der Einstieg zurück in den (Vollzeit)Job erfolgt.

Sie haben nirgends mehr ungerechtfertigten Selbstmitleid gesehen als in einer Krabbelgruppe.
Ich im Lehrerzimmer.

alx
1 Monat zuvor
Antwortet  Ramon

Ich hätte liebend gerne die komplette Elternzeit bei all meinen 3 Kindern gemacht. Meine Frau bat mich darum, dass sie wieder zuhause bleiben darf und ich Vollzeit arbeiten gehe.

Im Hinblick auf die Perspektive:
Ich habe die Elternzeit nicht als „Zuhausebleiben“ betrachtet, sondern als meinen Job, habe mir effiziente Abläufe überlegt und mir einen digitalen Stundenplan angelegt, was bis wann erledigt sein muss.

Egal, was die obigen Antworten keifen: Es war die beste Zeit meines Lebens und ich hatte erstmals genug Zeit, mich so zu entfalten, wie ich es mir wünsche. Nebenbei habe ich sogar noch Zeit gefunden, abends neue Dinge zu lernen, wenn der Tag rum und die Kinder im Bett waren.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  alx

Vielleicht sollte man auch einmal in Betracht ziehen, dass hier Männer schreiben, die ungewöhnlicherweise in einem sozialen Beruf arbeiten und nicht selten eher emotional gesteuert sind, sich deshalb auch schnell auf den Schlips getreten fühlen und es entsprechend genießen, sich nicht beruflich behaupten zu müssen?
Es gibt eben auch die Ingenieure, Kfz-Mechaniker,.. und da macht Frau eher die Erfahrung, dass die Kinder am besten ruhig oder besser schon im Bett sind, wenn Papa nach Hause kommt und am Sonntag fällt ihm dann die Decke auf den Kopf..

Indra Rupp
1 Monat zuvor

Leute, es geht nicht darum, was ein PAAR so untereinander regelt. Es geht darum, was die Entscheidungen im Falle einer Trennung, die heute fast die Regel ist, für Konsequenzen nach sich ziehen. Meist hat es für die Frau lebenslänglich finanzielle Konsequenzen, dass sie ihren Kindern ggü der Karriere den Vorrang gegeben und damit auch ihrem Mann für seinen Beruf den Rücken frei gehalten hat. Eine völlig unbeeinflusste, freiwillige Entscheidung seitens der Frau ist das nicht, da sie nun mal die Kinder auch austrägt, ggf stillt und sich in der Regel für einen schlechter bezahlten, nämlich einen sozialen, Beruf entschieden hat. Warum hat sie das getan? Weil es ihr mehr liegt und es auch um die Authenzität des Praktizierens geht, glaubwürdig hinter der Sache zu stehen, die man macht und nicht nur ums Geld. Das ist auch gut so, denn wir hätten ziemlich schlechtes Personal, gerade in sozialen Berufen, wenn es denen vordergründig ums Geld ging. Problem ist eher, dass diese von Frauen bevorzugten Berufe nicht gewertschätzt werden, weil offiziell „weich, weiblich, Sensibilität erforderlich“ und kein „harter Macker Steineklopper oder Panzerfahrerberuf“ ( Realität sieht anders aus, Panzer in Schulen vielleicht auch bald sinnvoll).
Es wäre also viel zu platt, hier einfach zu sagen „muss doch jeder selber wissen, selber Schuld“.

Wutbürger
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

„Meist hat es für die Frau lebenslänglich finanzielle Konsequenzen, “

Der Mann nicht oder was?

dass sie ihren Kindern ggü der Karriere den Vorrang gegeben und damit auch ihrem Mann für seinen Beruf den Rücken frei gehalten hat.

  1. Warum macht die Frau nicht selbst Karriere und sucht sich einen Mann, der ihr den Rücken frei hält?
  2. Warum entscheiden sich Frauen, wenn es doch um Karriere geht, so selten für Berufe, die wirklich zu einer Karriere führen?
  3. Warum suchen sich Frauen (statistisch betrachtet) Männer für eine Beziehung, in der die Männer bereits älter und wohlhabener sind als sie und bereits mit einer Karriere begonnen haben, anstatt gleichaltrige o. jüngere Männer, die dann zwar nicht so solvent, aber dafür eine nicht so festgelegte Einteilung Mann-Karriere, Frau-Familienhüterin verfestigen?

Eine völlig unbeeinflusste, freiwillige Entscheidung seitens der Frau ist das nicht, da sie nun mal die Kinder auch austrägt, ggf stillt und sich in der Regel für einen schlechter bezahlten, nämlich einen sozialen, Beruf entschieden hat.“

Es ist eine völlig freiwillige Entscheidung seitens der Frau Kinder auszutragen oder nicht.
Es ist eine völlig freiwillige Entscheidung seitens der Frau sich für den schlechter bezahlten sozialen Beruf zu entscheiden.

Ich finde es geradezu sexistisch Frauen als so dumm und unselbstständig darzustellen eigene Entscheidungen zu treffen.



Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Wutbürger

Den Ball gebe ich zurück. Ist es nicht auch sexistisch zu meinen, Männer seien so dumm, sich immer wieder in die Ernährer und Unterhaltszahlerfalle zu begeben? Klar, Frauen können einfach aufhören, Kinder zu kriegen und Männer können einfach aufhören, Geld zu verdienen, dann kann keiner dem anderen was.
Komisch, warum scheinen die das nur instinktiv fortsetzen zu wollen?
Muss irgendwas mit Arterhalt und so zu tun haben, dass uns die Natur da solche unbewussten Triebe eingepflanzt hat.
Aber ist das nicht schön einfach? Mit dem Argument der Freiwilligkeit und Selbständigkeit brauchen wir es Familien überhaupt nicht leichter machen oder für irgendeine Gerechtigkeit sorgen, weil ja deren eigene Entscheidung und selbst Schuld, obwohl klar ist, dass wir definitiv darauf angewiesen sind, dass sich Leute fortpflanzen.

Wutbürger
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ist es nicht auch sexistisch zu meinen, Männer seien so dumm, sich immer wieder in die Ernährer und Unterhaltszahlerfalle zu begeben?“

Richtig, und deshalb wollen das ja auch immer weniger Männer machen und verzichten auf Heirat und Kind.
Alternativ dazu werden klassische, traditionelle Familienmodelle wieder beliebter.

Klar, Frauen können einfach aufhören, Kinder zu kriegen und Männer können einfach aufhören, Geld zu verdienen, dann kann keiner dem anderen was.“

Klar können Frauen das machen, aber, widerlegen Sie mich, es sind doch die Frauen, die eher den Kinderwunsch und den nach Heirat haben als die Männer.

Und warum sollten Männer aufhören Geld zu verdienen? Man kann sein Leben auch sehr gut mit Geld genießen, wenn man es nicht innerhalb der Familie teilen muss (schauen Sie einfach mal „Two and a half men“).

Komisch, warum scheinen die das nur instinktiv fortsetzen zu wollen?
Muss irgendwas mit Arterhalt und so zu tun haben, dass uns die Natur da solche unbewussten Triebe eingepflanzt hat.

So, wie ich das sehe, wird es ja nicht fortgesetzt. Schauen Sie sich doch nur die Geburtenraten pro Frau in Deutschland an! Die liegt mittlerweile bei unter 2 und da sind solche Familien, wie mein, die nicht viel von progressiven Ideen hält und eher traditionelle, religiös orientierte Werte verfolgt sogar noch inkludiert, sonst wären die Zahlen für Sie noch schlechter.

Mit dem Argument der Freiwilligkeit und Selbständigkeit brauchen wir es Familien überhaupt nicht leichter machen oder für irgendeine Gerechtigkeit sorgen“

Das Gegenteil ist ja der Fall: Leute, wie Sie, machen es den Familien immer schwerer und das auf so vielen Ebenen, sei es durch die Zersetzung von familienfördernden Werten und Angriff auf die finanzielle Unabhängig (letztes Beispiel: Abschaffung Steuerklasse 3 und 4). Ich könnte noch viele weitere Beispiele nennen.

Das Gute ist, dass die Natur immer zum Ausgleich strebt und die Menschen daher nur die Zeit aussitzen müssen bis das Pendel die Richtung wechselt.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Zu Ihrer ersten Aussage: Natürlich ist das sexistisch. Eine gehörige Portion Wahrheit liegt aber auch darin. Es gibt heutzutage leider viele Frauen, die sich nur die angenehmen Teile der klassischen und modernen Partnerschaft in Anspruch nehmen.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Klar ist das dann auch „sexistisch“. Zumindest stereotypisch.
Opferhaltung kann man beiderseits einnehmen. Jedoch ist die Freiheit der Wahl des Berufes und der Freiheit der Wahl des/der PartnerIn sehr weit in Deutschland.
Klar kann nicht jede/-r alles anstreben. Aber der Weg ist doch recht offen und zugänglich.
Natürlich können nur Frauen schwanger werden und nicht die Männer. Das ist halt biologisch so. Das ist eine Sache, welche man nicht ändern kann und somit akzeptieren muss. Mit allen Vor- und Nachteilen jeweils.
Die Entscheidung, ob man Kinder bekommt trifft jedoch jede Person für sich und seine Familie/Partnerschaft in Absprache selbst. Dann muss man die Schwangerschaft eben mit bedenken, dass diese Zeit in der Planung v. A. der Schwangerschaftsphase bei der Frau liegt. Der Mann eben nur unterstützen kann.
Es gibt Menschen, welche Kinder wollen, welche denen ist das egal, welche bei denen der Kinderwunsch (ständig) hin und her Wechselt oder oben nur „hin/her“ wechselt und Menschen, welche gar keine Kinder wollen. Ist jetzt nicht so, dass alle immer Kinder wollen.
Familien unterstützen: Ja klar. Ist auch ein Sozialstaat. Kindergeld usw. gibt es. Ob das reicht kann und sollte man (immer wieder) diskutieren und besprechen, dazu anpassen.
Bei „Gerechtigkeit“ geht es stark auseinander. Was ist denn gerecht? Wenn der Staat (somit Steuerzahler – auch Kinderlose) alles zahlen? Wenn er gar nichts zahlt? Wenn er anteilig zahlt? Für wen ist es „gerecht“ und weshalb?
Es kann nie gerecht sein. „Irgendwer“ zahlt nunmal immer mehr/drauf.
Warum sind „wir“ darauf angewiesen, dass „Leute“ (wer entscheidet, wer diese sein dürfen/müssen) sich fortpflanzen? Die Natur ist es schonmal nicht. Tiere nur bedingt. Andere Menschen auch bedingt. Das ist v. A. im Zentralismus des Menschen eben eine Sache. Wenn wir uns (als Menschen) als/im Zentrum sehen.
Wenn wir bspw. Kinder als „Luxusgut“ sehen, was sie in der heutigen Zeit für viele sind, dann ergibt sich auch eine andere Sicht/Perspektive. Auch zum Thema „Gerechtigkeit“.
Man entscheidet sich bewusst für Kinder oder eben nicht. Dazu kommt natürlich noch „der Naturtrieb“ und die Lebenswege des Einzelnen und der Masse (Kultur, Beziehungen, Entscheidungen) und dazu noch andere Faktoren wie bspw. „Unfruchtbarkeit“ und Krankheiten.
Das kann und muss man oft mit berücksichtigen.
Rein: Jede/-r entscheidet sich zu 100% ist zu unterkomplex.
Rein: Aber die Natur … Trieb… Ist zu unterkomplex.
Manche machen es sich (auch argumentativ) aber auf beiden Seiten sehr einfach.
So kommt es mir bei Ihren Beiträgen auch vor … Frau muss ja … Nein, muss sie nicht. Kann sie. Zumindest in weiten Teilen.

Unterscheidung wichtig: Was ist weitgehend beeinflussbar (Berufsentscheidung, Partnerwahl, Absprachen, Planungen, Fokus – Familie/Beruf/Beides, „Zeit“ zur Aufwendung/zur Verfügung, Weitergabe von Erbkrankheiten, Geld zur Verfügung usw.) und was ist weitgehend nicht beeinflussbar (Krankheiten, Erbkrankheiten, Unfruchtbarkeit, spontane Ereignisse/Globale Ereignisse, „Naturtrieb“, usw.).

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

So oder so, Bla : Das der Partner/die Partnerin bei einem bleibt, kann man letzten Endes nur GLAUBEN!
Wenn wir dann alle ganz konsequent Vernunft walten und uns komplett für alles absichern, was kommen könnte (Scheidung, Behinderung, Krankheit) dann müssten die meisten im Vorfeld das Handtuch werfen und wir sterben aus. Für die Erde gut. Für die Menschheit aber, muss man sich fragen, wie entfremdet wir eigentlich sind, dass wir das Leben als Matheaufgabe verstehen. Letzten Endes müssen wir froh sein, dass Leute do blöd waren und Kinder in die Welt gesetzt haben, obwohl sie keine Millionäre waren und es ihren Partnern frei stand, sich zu verdrücken. Ich finde es eher viel zu einfach, sich mit dem Argument der Freiwilligkeit aus der gesellschaftlichen Verantwortung zu ziehen, obwohl die Gesellschaft auf Nachwuchs angewiesen ist. Und das Trennung, Behinderung, Krankheit oder anderes im Leben auftauchen kann, ist normal! Das kann die Gesellschaft also auch gleich mit einplanen, nicht nur die Eltern!

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Gesellschaftliche Verantwortung ist ein schlechtes Argument für Kinder. Ich glaube, so haben Sie das auch nicht gemeint. Wenn das der einzige Grund für ein Kind ist, dann sollte man keine Kinder bekommen. Kann man natürlich trotzdem – ist halt meine (direkte) Meinung.

Ja, wie immer … Ein Abwägen von (rationalen) Sachen und Gefühlen. Da bin ich voll bei Ihnen.
Dann „darf“ oder sollte man trotzdem die Verantwortung nicht abschieben. Das Argument der Freiwilligkeit steht. Und wie rational man das handhaben mag ist jedem selbst überlassen. Nur wundern muss man sich doch bitte nicht.
Und ja, natürlich wäre es traurig, wenn man rein „mathematisch“ – also nennen wir hier rational – handeln würde. Dann würden sehr viele keine Kinder haben. Da würde ich mitgehen. Trotzdem geht es mir hier mehr um das „kann man ja nichts dafür“ oder „konnte man nicht wissen“ usw.
Die Trennungsquote ansehen … Den Verlauf ansehen. Keine rosarote Brille.
Wie gesagt … Faktoren, welche man beeinflussen kann und welche man nicht kann.
Partnerwahl ist beeinflussbar. Ob er/sie bleibt nur bedingt. Aber zumindest nicht naiv sehen und sein. Auch hier überlegen, wie es ist, falls es nicht klappt – das auch mal als Punkt in einer Beziehung ansprechen. Auch das muss gute Beziehung können.
Krankheiten sind überwiegend nicht beeinflussbar. Außer eben Erbkrankheiten. Oder eben frühzeitiges Checken und überlegen, ob das für einen selbst und das Kind tragbar/“zumutbar“ ist, wenn das Kind eine Behinderung bekommen wird (Abtreibung oder nicht).
Klar kann immer etwas unvorhersehbares passieren. Das ist dann eben auch nicht beeinflussbar.
Oft wird sich leider schon bei definitiv beeinflussbaren Faktoren „beschwert“ und das macht das Thema so leidtragend.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ne. Sehr einfach gedacht. Sorry.
(Können das gerne diskutieren, näher erläutern – jedoch nur, wenn Sie wollen – gerne Bescheid geben. Ansonsten lasse ich Ihnen diese Vorstellung/“Opferbildung“)

Gedankenmachende
1 Monat zuvor

Noch schlimmer finde ich den unterschied zwischen OST und WEST im eigenen Land.
Ich bin seit 1989 in Deutschland berufstätig und habe und werde niemals den gleichen finanziellen Status einer vergleichbaren in Deutschland lebenden FRAU im selben Land erreichen. Das ist noch viel beschämender.
Ich bin gelernte Erzieherin und leite nun seit vielen Jahren eine Kita.
Eine vergleichbare Kollegin der anderen Seite Deutschlands hat nun auch noch einen wesentlich anderen Rentenanspruch, WARUM?