Nach IT-Fiasko 2023 laufen Belastungstests fürs Abitur 2024 auf Hochtouren

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DÜSSELDORF. Der missratene Start des Abiturs 2023 in Nordrhein-Westfalen war für Zehntausende Prüflinge und für die Landesregierung eine beispiellose Pleite. Beim Abi-Start 2024 soll alles anders werden.

Alle denkbaren Szenarien werden durchgespielt (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Nach dem Pannen-Abitur 2023 sollen umfangreiche Technik-Tests im Vorfeld sicherstellen, dass die diesjährigen Prüfungen in Nordrhein-Westfalen für alle rund teilnehmenden 81.000 Schülerinnen und Schüler ab dem 16. April problemlos anlaufen. «Das Schulministerium trifft alle erforderlichen Vorkehrungen für einen reibungslosen und sicheren Ablauf des Abiturs», versicherte die oberste Bildungsbehörde des Landes auf Anfrage. Bei Test-Durchläufen seien keine Komplikationen aufgetreten.

Das Abi-Debakel 2023

Wegen Technik-Pannen beim Herunterladen der Aufgaben hatte der Start des Abiturs im vergangenen Jahr erstmals in der Landesgeschichte um zwei Tage verschoben werden müssen – eine Nervenprobe für rund 30.000 Prüflinge an etwa 900 Schulen. Zudem war ein IT-Leck beim Landesschulinstitut bekannt geworden, das Tausende Datensätze betraf. Schulministerin Dorothee Feller war deswegen erheblich politisch unter Druck geraten und auch Ministerpräsident Hendrik Wüst (beide CDU) hatte sich für das Abi-Fiasko entschuldigt.

Belastungstest unter höchsten Sicherheitsansprüchen

Diesmal sei «der Download der Prüfungsaufgaben in einem intensiven Echtlast-Test mit rund 2000 Schulen, an denen zentrale Prüfungen im Frühjahr 2024 geschrieben werden, erprobt» worden, so das Schulministerium. Dabei seien verschiedene Varianten ausprobiert worden, um die technischen Rahmenbedingungen für die digitale Zustellung zu testen und den Schulen eine gute Praxistauglichkeit zu gewährleisten.

Im Vergleich zum Frühjahr 2023 sei das Verfahren technisch für die Bewältigung hoher Lastspitzen und vieler paralleler Nutzerzugriffe angepasst worden. Abgewickelt werde es über ein Rechenzentrum, das den Sicherheitsansprüchen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik entspreche, teilte das Schulministerium mit. «Die Sicherheit und Belastbarkeit des gesamten Systems ist in den vergangenen Monaten intensiv und kontinuierlich getestet worden.»

Zeitpuffer für alle Fälle

Eine weitere wichtige Sicherheitsvorkehrung: Anders als in den Jahren zuvor, werden die Aufgaben bereits drei Schultage vor der Prüfung heruntergeladen, um mehr Zeit für die Bewältigung etwaiger technischer Störungen zu haben.

Ab dem 16. April werden in NRW rund 73 000 Schülerinnen und Schüler an 992 öffentlichen und privaten Gymnasien, Gesamtschulen, Weiterbildungskollegs und Waldorf-Schulen ihre Abiturprüfungen ablegen. Insgesamt gibt es in 40 Fächern zentrale schriftliche Prüfungen.

Gleichzeitig starten an 233 öffentlichen und privaten Berufskollegs knapp 8.200 Schülerinnen und Schüler mit ihren Abi-Prüfungen. Wegen der beruflichen Ausrichtung der Schulen gibt es hier eine höhere Zahl an Prüfungsfächern, nämlich 47, wie das Ministerium mitteilte.

Startschuss nach den Osterferien

Die Woche nach den Osterferien werde in den Schulen zur Abiturvorbereitung genutzt. «Die angehenden Prüflinge erhalten dafür gezielte Unterstützung ihrer Lehrerinnen und Lehrer.»

Wie in den vergangenen Jahren beteiligt sich NRW in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch am bundesweiten Aufgabenpool. Seit 2017 entnimmt NRW Aufgaben aus diesem von der Kultusministerkonferenz eingerichteten Aufgabenpool, um das Abitur zwischen den Bundesländern vergleichbarer zu gestalten. Von Bettina Grönewald, dpa

Die IT-Pannenserie geht weiter (nach Abi-Debakel und Datenleck): Auch die Homepage des Landesinstituts für Schule ist nicht sicher

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3 Kommentare
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Lera
1 Monat zuvor

Einfach mit der Post schicken.

Ist billiger und funktioniert.

Susanne Meininger
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

Sie wissen schon, wie viele Briefe/Pakete pro Tag bei der Deutschen Post verloren gehen?

Lera
1 Monat zuvor

Von 100 Standardbriefen kommen 99 innerhalb von 2 Tagen an.

Für Dokumente gibt es den Dokumentversand, der die Quote sicherlich noch erhöht.

Ämter verschicken wichtige persönliche Dokumente grundsätzlich per Post.

Sollte also für Abituraufgaben auch möglich sein.