Auftakt zur KonfBD24: SPD-Chefin Esken beteuert, dass der Digitalpakt kommen wird

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BERLIN. Die gute Nachricht vorweg: Der Digitalpakt 2.0 wird kommen. Dies hat jedenfalls die SPD-Vorsitzende Saskia Esken auf der Konferenz Bildung Digitalisierung (KonfBD24) beteuert. Bundesbildungsministerin Bettina Stark -Watzinger (FDP) hatte sich in ihrem Grußwort zu Deutschlands Leitveranstaltung zur Digitalen Bildung, die heute in Berlin begann, hingegen bedeckt gehalten – aus gutem Grund, wie Esken erläuterte.

Deutschlands Leitveranstaltung für die digitale Bildung: die KonfBD24 (hier: eine Diskussionsrunde mit SPD-Chefin Saskia Esken, der Soziologin Prof. Jutta Allmendinger und Moderatorin Katja Weber) Foto: News4teachers

PISA, TIMSS, IQB-Bildungstrend oder IGLU – alle großen Bildungsstudien vermelden: Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in Deutschland sind nicht nur rückläufig, auch die soziale Schere bleibt dabei im internationalen Vergleich groß. Bildungserfolg hängt hierzulande immer noch maßgeblich vom Elternhaus ab. Das gilt auch für die IT-Ausstattung von Kindern und Jugendlichen sowie deren digitale Kompetenzen. Um für ein Mindestmaß an Ausgleich zu sorgen, darf es nicht vom Wohnort abhängen, ob Schülerinnen und Schüler mit und anhand digitaler Technik lernen können.

Der im Koalitionsvertrag der Ampel versprochene Digitalpakt 2.0 soll dafür sorgen, dass Schulen flächendeckend ausgestattet werden – auch über die Laufzeit des in diesen Wochen endenden Digitalpakts hinaus. Bund und Länder verhandeln darüber seit Monaten. Zuletzt war der Streit offen ausgebrochen. Bildungsminister*innen wie (die schleswig-holsteinische) Karin Prien, CDU, warfen Stark-Watzinger vor, eine Einigung verschleppen zu wollen.

Stark-Watzinger bezog dazu nun in ihrer Videobotschaft Stellung. Der erste Digitalpakt, für den der Bund 6,5 Milliarden Euro aufgewendet hat, habe eine gute Grundlage dafür gelegt, die Schulen in Deutschland mit IT auszustatten. Gleichwohl sei man noch nicht da, wo man hinwolle. Die Verhandlungen über den Digitalpakt 2.0, der dem Innovationsprogramm neuen Schwung verleihen soll, liefen. Aber, so erklärte die Bundesbildungsministerin: „Er darf keine Kopie des ersten sein.“ Es reiche nicht, dem Bund eine Bestellliste vorzulegen. „Sammeln Sie nicht nur Problemanzeigen, sammeln Sie Best-Practice“, so forderte sie – gemeint waren damit offenbar die Kultusministerinnen und Kultusminister.

Kommt er denn jetzt – oder kommt er nicht? „Ich bin sicher, dass er kommt“, sagte später die SPD-Vorsitzende Esken im Gespräch mit der Soziologin Prof. Jutta Allmendinger (die die Politikerin zu einem klaren Bekenntnis gedrängt hatte). Dass überhaupt so lange verhandelt wird, dafür machte die Sozialdemokratin die Länder verantwortlich. Beim ersten Digitalpakt hätten sich einzelne Kultusministerinnen und Kultusminister große Spielräume genommen – mit der Folge, dass etwa bei der Ausstattung der Schülerinnen und Schüler mit digitalen Endgeräten ein Flickenteppich entstanden sei.

Ohnehin hinkten die Länder bei der Digitalisierung zum Teil sogar ihren eigenen Ansprüchen hinterher. So gebe es einen KMK-Beschluss von 1998, wonach Medienbildung ein verpflichtender Bestandteil der Lehrkräfteausbildung sein solle – der bis heute in keinem einzigen Bundesland umgesetzt sei. Esken: „Verhandlungsgegenstand des Digitalpakts ist, dass die Länder ihre Hausaufgaben machen.“ Der Bund wolle in den „harten Verhandlungen“ lediglich sicherstellen, dass die Mittel auch da ankämen, wo sie benötigt würden.

Mehr als 700 Teilnehmende und 150 Speaker*innen diskutieren auf dem (zweitägigen) Kongresses mit dem Kürzel KonfBD24, wie sehr KI die Bildung verändern wird. Genauer: wie sich der Einsatz der Technik auf die Bildungschancen insbesondere von benachteiligten Schülerinnen und Schülern auswirken wird.

Leitfragen sind dabei: Wie gelingt es, alle Schülerinnen und Schüler unabhängig ihres sozioökonomischen Hintergrunds auf ein souveränes Leben in einer digital geprägten Gesellschaft vorzubereiten? Wie können Lerntechnologien sinnvoll eingesetzt werden, um Kinder und Jugendliche bei der individuellen Entfaltung ihrer Potenziale zu unterstützen?

„Gelingende digitale Transformation von Schule braucht ein gemeinsames Zielbild aller Beteiligten”, sagte Ralph Müller-Eiselt, Vorstand des Veranstalters Forum Bildung Digitalisierung (zu dem sich zehn in der Bildung engagierte Stiftungen zusammengeschlossen haben). „Chancengerechte Teilhabe sollte dabei die Leitschnur sein, an der sich alle politischen und pädagogischen Maßnahmen ausrichten. Die KonfBD24 bietet den Raum, vielversprechende Lösungsansätze für alle Ebenen im System Schule zu identifizieren.” News4teachers wird in Kürze ausführlich über die Konferenz berichten. News4teachers

Hier geht es zum Livestream am 25. April 2024 (9 bis 15.30 Uhr)

Steigt der Bund aus dem Digitalpakt aus? Länder fürchten, dass die neu angeschaffte Schul-IT ab nächstem Jahr verrottet

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3 Kommentare
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KomplettDaneben
29 Tage zuvor

„Der erste Digitalpakt, für den der Bund 6,5 Milliarden Euro aufgewendet hat“
Was hat mein Kind davon?
Der Mathematikunterricht fällt schon seit Monaten!!!!!! aus, weil gar kein Lehrer verfügbar ist, aber das Kind hat ein mit Apps zugespammtes selbstfinanziertes iPad mit fragwürdigen Datenschutzbedingungen und noch fragwürdigeren Anwendungszenarien.
Konnte bisher noch gar keinen Nutzen feststellen, außer dass ich jetzt noch aufpassen muss, dass mit dem Schultablet, mit den Lernapps!!! nicht gezockt wird.

Hans Malz
29 Tage zuvor

Juhuuu, er kommt … irgendwann. Aber egal, machen wir dann einen Komplettaustausch und fangen bei Null an. Wir haben ja sonst keine Probleme.

Cemre Aydin
28 Tage zuvor

SUPER

Dank des Digital Pakts hat sich die Qualität des Unterrichts wesentlich verbessert und die Kinder werden optimal auf die Zukunft vorbereitet! Meine Kinder lieben es mit dem iPad zu lernen – so ist Entwicklung ein Kinderspiel.

DANKE AN FRAU ESPEN UND ALLE BETEILIGTEN FÜR EIN MODERNES LERNEN! WEITER SO!