Kehrtwende: Träger, Schüler und Eltern dürfen Schulleitungen doch weiter mitbestimmen

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KIEL. Bei der Auswahl von Schulleitern in Schleswig-Holstein soll nun doch alles beim Alten bleiben. Die schwarz-grüne Koalition hat ihre Meinung über eine Reform geändert.

Kehrt marsch! Foto: Shutterstock

Die schwarz-grüne Koalition rückt von ihrem Vorhaben ab, den Schulleiterwahlausschuss in Schleswig-Holstein abzuschaffen. Dieser solle in seiner jetzigen Form erhalten bleiben, erklärten die bildungspolitischen Sprecher von CDU und Grünen, Martin Balasus und Malte Krüger, am Mittwoch. Ein Änderungsantrag zum Gesetzentwurf der Landesregierung in der kommenden Sitzung des Bildungsausschusses soll das sicherstellen. Der Gesetzentwurf von Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sah nur noch eine Stellungnahme von Schulträgern, Lehrern, Eltern und gegebenenfalls Schülern vor.

Nun soll wie bisher dem Bildungsministerium der Kandidat für die Ernennung zur Schulleitung vorgeschlagen werden, der im Schulleiterwahlausschuss mehr als die Hälfte der Stimmen erhält. Vertreter des Schulträgers sowie Lehrer, Eltern und an weiterführenden Schulen auch Schüler sollen die Schulleiter wählen. So werde eine vertrauensvolle Zusammenarbeit vor Ort sichergestellt.

Opposition, kommunale Landesverbände, Philologenverband und die Gewerkschaft GEW waren sich nach Angaben des SPD-Bildungspolitikers Martin Habersaat in ihrer Kritik an dem Vorhaben der Abschaffung des Schulleiterwahlausschusses einig. In der Debatte hätten die Abgeordneten Balasus und Krüger in der Sache noch entschieden für den Demokratieabbau bei der Schulleitungswahl gestritten. «Inzwischen scheint es eine nachösterliche Besinnung gegeben zu haben. Offenbar war die Sorge vor vernichtender Kritik bei der anstehenden Anhörung im Ausschuss zu groß», so Habersaat.

Der Vorsitzende der FDP-Fraktion, Christopher Vogt, nannte den Plan der Bildungsministerin eine Schnapsidee. «Dieser unausgegorene Murks hat verständlicherweise für viel Unverständnis gesorgt.» Prien müsse jetzt dafür sorgen, dass der wichtige Schulleiterjob durch mehr Unterstützung und weniger unnötige Bürokratie attraktiver werde und sich wieder deutlich mehr qualifizierte Lehrkräfte dafür bewerben. «Das Problem bei den Schulleiterbesetzungen ist doch nicht die Mitsprache der Beteiligten, sondern das oftmals leider fehlende Interesse an dieser wichtigen Aufgabe.» News4teachers / mit Material der dpa

Kommunen sollen Schulleitungen nicht mehr mitbestimmen: Protest gegen Schulgesetz-Entwurf

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4 Kommentare
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Lera
2 Monate zuvor

Die Idee ist gut, doch Schleswig-Holstein nicht bereit.

#Spezl
#Vettern
#Pfründe
#Provinz

Lera
2 Monate zuvor

Die Mitbestimmung von Eltern, ggf. Schülern und Lehrern wurde übrigens nie in Frage gestellt. Es ging nur um die Träger, also in der Regel Bürgermeister als Gemeindevertreter.

Die Überschrift ist daher irreführend.

Lisa
2 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Bei sämtlichen Muster- und innovativen Schulen unterstützt der Bürgermeister des Ortes kräftig. Warum Strukturen abbauen, die funktionieren?

Lera
2 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Konstruktive Zusammenarbeit der SL mit dem Bürgermeister ist also ausschließlich dann möglich, wenn der Bürgermeister in diesem Gremium sitzt?

Halte ich für Humbug.

Erwachsene Menschen sollten immer professionell zusammenarbeiten können.

Alles andere ist Kindergarten.

Oder Gemauschel…