Lehramts-Studium wird reformiert: Weniger Fachwissen, mehr Pädagogik

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SCHWERIN. Viele Lehramtsstudenten brechen ihr Studium ab. Das soll anders werden, in Mecklenburg-Vorpommern jedenfalls. Wissenschaftsministerin Martin hat jetzt Details ihrer Pläne offengelegt, darunter die «Sekundarstufenlehrkraft».

War selbst mal Bildungsministerin: Bettina Martin, Wissenschaftsministerin von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Regierungsportal M-V / Ute Grabowsky

Lehramtsstudierende in Mecklenburg-Vorpommern sollen künftig weniger Fachwissen und mehr pädagogische Fähigkeiten erlernen. Der Anteil der Fachwissenschaften sei beim Lehramtsstudium in MV im Bundesvergleich sehr hoch, erklärte Hochschulministerin Bettina Martin (SPD) am Donnerstag. Viele Studentinnen und Studenten würden dies als Grund für ihren Studienabbruch angeben.

Martin betonte, auch künftig werde die Ausbildung im Nordosten den Anforderungen der Kultusministerkonferenz entsprechen. Die Ausbildung der jungen Lehrkräfte werde auch zukünftig in den anderen Bundesländern akzeptiert werden. Wann die Reform in Kraft treten soll, teilte sie nicht mit.

Außerdem soll ein «Sekundarstufenlehramt für die Klassenstufen 5 bis 12/13» eingeführt werden. Das heißt, die ausgebildeten Lehrkräfte für die weiterführende Schulen sollen zukünftig sowohl an den Regionalen Schulen als auch an den Gymnasien einsetzt werden können.

Dies soll vor allem einer besseren Unterrichtsabsicherung an den Regionalen Schulen dienen, wo der Bedarf besonders hoch ist. Viele Lehramtsabsolventen wollen allerdings bevorzugt am Gymnasium unterrichten. Das Sekundarstufenlehramt gibt es laut Ministerium bisher in Berlin, Bremen, Brandenburg und Hamburg. Niedersachsen diskutiere die Einführung aktuell.

Die oppositionelle CDU kritisierte dieses Vorhaben. Ziel von Rot-Rot sei offenbar die «Einheitslehrkraft», hieß es. Das führe zur Verflachung der schulischen Ausbildung. «Erst kommt die Einheitslehrkraft, dann kommt die Einheitsschule, dann die Abschaffung des Gymnasiums. Das ist der klassische Dreischritt linker Bildungspolitik.»

Laut Hochschulministerium fehlen in Mecklenburg-Vorpommern bis 2030 rund 2600 Lehrkräfte. News4teachers / mit Material der dpa

Gegen den Lehrermangel: Bundesland führt (für Umsteiger) „Master of Education“ ein

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Autobahnabfahrt
1 Monat zuvor

Schon wieder? Gefühlt wird es alle 5 Jahre reformiert und nach kurzer Zeit wird wieder neu gemeckert. Wie wäre es mal mit einer Kürzung? 4 Jahre Uni reichen auch. Danach 1 Jahr Referendariat. Dann haben wir die neuen Lehrer 2 Jahre früher !!!!!!!!!!!!!!!!!!

Kompetenzfan
1 Monat zuvor
Antwortet  Autobahnabfahrt

Meist gibt es an Unis drei Prüfungsordnungen für Lehrämtler, einfach entsprechend den unterschiedlichen Semestern, in denen noch Studenten sind. Für die Älteren gilt die ältere Prüfungsordnung usw. Und welche empirischen Fortschritte haben diese ständigen Wechsel der Studien und Prüfungsordnungen gebracht?

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Kompetenzfan

Nichts, nur Verwirrung und Kosten für bürokratischen Arbeitsaufwand und Materialien.

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  Autobahnabfahrt

Ich habe als Lehrerin für Grund – und Hauptschule tatsächlich an einer Pädagogischen Hochschule noch so ein Studium gemacht. ( Anderthalb Jahre Referendariat) Allerdings wäre ich – und das sage ich offen – am Gymnasium fachlich überfordert.
Im Ausland durfte ich an jeder Schule bis Sekundarstufe 1 unterrichten.

Konrad Schnetzler
1 Monat zuvor
Antwortet  Autobahnabfahrt

Ich habe „damals“ in Baden-Württemberg „Grund- und Hauptschullehramt“ in 6 Semester (Regelstudienzeit) an einer pädagogischen Hochschule absolviert. Es gab Personen, die das auch in 5 Semestern durchgezogen haben. Dieses (Fach-)Wissen aus diesen 6 Semestern hat mir im Alltag immer absolut ausgereicht – und man bildet sich als Lehrkraft ja noch zusätzlich weiter, wenn das eigene Fach- und pädagogische Wissen mal nicht ausreichend sein sollte.

GriasDi
1 Monat zuvor

Zitat:
„Weniger Fachwissen, mehr Pädagogik“

Die armen zukünftigen SchülerInnen. Lehrkräfte ohne Fachwissen? Wie soll das funktionieren. Dafür noch mehr Pädagogik. Die Pädagogik- und Didaktikvorlesungen waren die einzigen, die ich mir hätte sparen können. Die hatten mit meiner späteren Arbeit weniger zu tun als die fachwissenschaftlichen Vorlesungen. So generiert man Lernbegleiter – den SchülerInnen nur noch eine Stunde voraus.

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Da schließe ich mich an.

Ich bin nach knapp 25 Jahren immer noch auf der Suche, wo ich Herbart, Litt, Schleiermacher und Kant unterbringe.

Die Pädagogikvorlesungen waren diejenigen, bei denen einzig eine Anwesenheitsliste zur Anwesenheit geführt hat. Aber manchmal waren auch mehr Unterschriften auf der Liste als Personen im Raum.

Didaktikvorlesungen gab’s im auf meinen Ausstand folgenden Semester. Da hatte jemand sein Referendariat abgebrochen und sein Heil an der Uni gesucht. Brauche ich auch nicht.

Bla
1 Monat zuvor

Hm, also die Didaktikvorlesungen und Seminare waren an meiner Uni alle sehr gut. Auch am praxisorientiertesten.
Mein Hauptfach/Unterrichtsfach (Lehramt Mittelschule) Geschichte war sehr interessant und finde ich generell sehr wertvoll auch für die Allgemeinbildung usw. – war jedoch weeeiiittt über das schulisch gebrauchte Wissen. Schadet nicht. Ob das jetzt aber „so sein muss“ und am sinnvollsten so ist mag ich zumindest stark anzweifeln.
Die Pädagogikveranstaltungen waren v. A. Theorie. Einige interessant, jedoch für den Alltag kaum zu gebrauchen.
Das Referendariat war eine Vollkatastrophe und hatte mit der Praxis auch wenig zu tun.
Zu unterschiedlich kann man Sachen sehen und vielleicht sind sie das auch oft.

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Ja, es gibt solche und andere Erfahrungen. Hängt auch am Studiengang. Der klassische Lehramtsstudent bekommt vermutlich mehr Pädagogik ab. Und je „höher“ das Lehramt angesiedelt ist, desto schwergewichtiger das Fachstudium.

Autobahnabfahrt
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Sie verballhornen die Aussage „weniger Fachwissen, mehr Pädagogik“ bis zur Unkenntlichkeit. Weniger Salz bedeutet kein Salz? Weniger Kaffee bedeutet kein Kaffee? Wie ist es um Ihr Fachwissen bestellt, möchte man da fragen. Die ganze Argumentation hätten Sie sich sparen können, denn es ist nicht gesagt worden, wogegen Sie argumentieren!

Wutbürger
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Es geht darum, dass am Ende mehr Studenten… pardon… Student*Innen und *außen (mittlwerweile ist das ja eh das, was mehr zählt) das Studium bestehen. Ob die dann ungebildet sind ist doch vollkommen egal, weil auch in den Schulen inzwischen vollkommen egal ist, ob den Schülern etwas beigebracht wird (Hauptsache Aufbewahrung). Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass ungebildete Lehrer für die Regierenden sogar eher von Vorteil sind, weil die unkritischer nachplappern werden, was ihre Vorgesetzten ihnen vorgeben werden.

Die Politik schämt sich ja nicht einmal mehr davor direkt zu sagen, dass sie Pädagogik nur als eine Scheinwissenschaft betrachtet, die nur als Lückenfüller zu betrachten ist, um mehr Studenten durchs Studium zu bringen.
Ich muss sagen, sollte das Vorhaben so gelingen, dann verdient es die Lehrerschaft den Respekt (auch den Innerakademischen) zu verlieren. Ich gehe sogar soweit zu fordern, dass Lehrer dann auch nicht mehr in den höheren Dienst eingruppiert werden sollten.

Deutschland ist am A…., aber so richtig.

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor

Vielleicht reicht es aus, wenn der Hauptschullehrer einen Realschulabschluss und der Realschullehrer eine allgemeine Hocschulreife hat. Dann haben wir recht schnell neue Lehrer. Der Rest ist „training on the job“. Dann vergehen auch nicht unsäglich viele Jahre mit dem Studieren völlig unnützer Inhalte. Jeder Abschlussjahrgang ist ein voller Lehrerjahrgan für die darunterliegende Schulart. Grundschullehrer kann ja sowieso jeder. Deswegen habe ich es nicht gesondert erwähnt. Für die Gymnasien habe ich gerade keine so schnelle Lösung parat. Aber es wäre gut, wenn der Lehrer selbst ein Abitur hätte, das sehe ich ein.

„Der Anteil der Fachwissenschaften sei beim Lehramtsstudium in MV im Bundesvergleich sehr hoch, erklärte Hochschulministerin Bettina Martin (SPD) am Donnerstag. Viele Studentinnen und Studenten würden dies als Grund für ihren Studienabbruch angeben.“

Niveau-Limbo!

Wer Wissen vermitteln will, muss selber welches aufweisen. Ach ja, ich vergaß: Wissen vermitteln ist völlig out. Kompetenzen ist das magische Wort. Aber selbst zur Vermittlung von Kompetenzen muss ich selber welche vorweisen können.

Wie hat es mein Schulleiter mal zum Thema Informatik in der Oberstufe formuliert: „Es reicht aus, wenn ihr den Schülern eine Stunde voraus seid.“

Reicht das wirklich aus?

Ich bin den Schülern in meinen Fächern mehr als eine Stunde voraus und das ist auch gut so.

Frau Kultusministerin erzeugt am Ende Lehrer, welche die Frage nach dem „Warum ist das so?“ nicht beantworten können.

Die Ausbildung der jungen Lehrkräfte werde auch zukünftig in den anderen Bundesländern akzeptiert werden.“

Da bin ich gespannt, wie die Bayern das sehen. Die sind da sehr eigen und prüfen jede besuchte Vorlesung und jeden einzelnen Schein doppelt.

Katze
1 Monat zuvor

Wen wunderts?
Diese Studenten haben doch bereits eine „Wohlfühlschule“ mit zunehmend geringeren fachlichen Leistungsanforderungen durchlaufen. Die Kenntnis und das Verständnis von Fakten, Formeln, Gesetzen und Definitionen sind in den Naturwissenschaften eine Grundlage für logisch-abstraktes Denken und kausales Schlussfolgern. Derartige Anstrengungen ( pauken, auswendig lernen, üben) sollten doch seit Jahrzehnten den SuS gar nicht mehr zugemutet werden.
Wenn an den Unis plötzlich fachliche Leistungen gefordert und realistisch bewertet werden,
dann reagieren einige (zunehmend mehr) Studenten mit Studienabbruch als Fluchtstrategie.
Weg des geringsten Widerstandes – es könnte ja anstrengend werden.
In Schulen, welche zu leistungsfeindlichen Komfortzonen gemacht wurden, lernen sich weder das Wachsen an Herausforderungen noch die Fähigkeit zu realistischer Einschätzung der eigenen kognitiven Leistungsfähigkeit sowie eine „gesunde“ Frustrationstoleranz. 

„Lehramtsstudierende in Mecklenburg-Vorpommern sollen künftig weniger Fachwissen und mehr pädagogische Fähigkeiten erlernen.“

Super Strategie! Weiter im Sinkflug ins fachwissenschaftliche Flachwasser! Wann tauchen wir endlich ein?
Ich hatte eher auf ein Auftauchen gehofft.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Katze

Nicht zu vergessen:
Statt zurechgeframter Pseudofreude über die Teilnahmemedaille als „Fünfter Sieger“ KÖNNTE man etwas erfahren, was lebensprägend sein kann:
Echte, langfristige Freude und echtes Selbstbewusstsein, weil man etwas schweres geschafft hat.

GriasDi
1 Monat zuvor

Zitat:
„Weniger Fachwissen, mehr Pädagogik“
Die Verzwergung des Lehramtes geht weiter. LehrerInnen sind dann den SchülerInnen fachlich gerade mal noch eine Stunde voraus. Die Pädagogik- und Didaktikvorlesungen hatten mit meiner späteren Arbeit noch weniger zu tun als die Fachvorlesungen.
Wie zeigten schon so manche Studien (Pisa, Coactiv, Teds-M): je höher das fachliche Niveau der Lehrkraft, desto besser ihr Unterricht – scheinbar will man das nicht mehr.

Besseranonym
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Je höher das fachliche Niveau der Lehrkraft ( und ihr Gefühl für den Leistungsstand der SchülerInnen )
> desto mehr kann sie sich pädagogisch spielen – oder z.B. ,wenns nötig ist, frontal auch nicht.
Die Anwendung von studiumsempfohlener Pädagogik/Didaktik kam bei mir im Lauf der Zeit. Ohne fachliche Sicherheit wäre dafür keine Zeit gewesen
🙂 Verzwergung triffts.

Autobahnabfahrt
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Bitte verlinken Sie diese Studien! Oder anders, Lehrer für untere Klassen in der DDR und sogenannte Werklehrer in BaWü hielten nach Ihrer Argumentation schlechteren Unterricht ab, weil das „fachliche Niveau“ Ihrer Aussage wegen einer kürzeren Ausbildungszeit geringer war. Komisch nur, dass man immer wieder hört, wie gut die Unterstufenlehrer in der DDR unterrichtet hätten (fachlich, nicht ideologisch).

Wutbürger
1 Monat zuvor
Antwortet  Autobahnabfahrt

Komisch nur, dass man immer wieder hört, wie gut die Unterstufenlehrer in der DDR unterrichtet hätten (fachlich, nicht ideologisch).“

Hört man das? Also ich habe das noch nicht gehört, aber was ich hörte, das war, dass in der DDR mehr Wert auf Fachlichkeit und Können (insbesondere im Bereich MINT) gelegt wurde oder anders gesagt, das schulische Niveau höher war.

Und wenn ich mir die Artikel zur Lehrerausbildung durchlese, dann steht da, dass die Ausbildungszeit der angehenden Lehrer nicht verkürzt, sondern im Gegenteil, verlängert wurde.

1949 bis 1953 zwei Jahre Ausbildung am IfL
1953 bis 1955 zwei Jahre Studium an einer PH
ab 1955 drei Jahre Studium, dann vier Jahre Studium
ab 1959 Erhöhung der Anforderungen im Lehramtsstudium
ab 1965 Erhöhung der Akademisierung
ab 1982 Erhöhung der Studiendauer auf fünf Jahre

https://www.mdr.de/geschichte/ddr/alltag/erziehung-bildung/lehrer-ausbildung-paedagogik-100.html

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Autobahnabfahrt

Geben Sie mir die real ausübbare Macht eines DDR-Lehrers (gerne ohne DDR) – da zauber ich Ihnen auch mit Papier, Stiften, Kreide, Tafel ’nen topp Unterricht hin. (Der SuS dann nicht gefällt, wo sie aber was lernen)

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Was genau meinen Sie mit „real ausübbare Macht eines DDR-Lehrers“?

Lisa
1 Monat zuvor

Jetzt interessiert mich doch etwas sehr Es monieren hier einige Kollegen in ihren Posts, dass die schnell ausgebildeten Lehrer den Schülern “ nur eine Stunde voraus wären“. Ich kenne diese Art zu arbeiten eigentlich nur so, zumindest von Grund – und Gemeinschaftsschulen. War das jetzt die absolute Ausnahme, was ich erlebte oder wird das überall so gemacht?
Ich selbst empfand es als extrem anstrengend und arbeitsaufwändig, alleine schon für fremde Fächer Stoffverteilungspläne zu verfassen und dabei eigentlich nicht zu wissen, was man von Schülern je Alterstufe an Leistung pro Woche erwarten kann.

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Ich habe als Lehrkraft den Überblick bis zur Prüfung zu haben (oder bis in die weiterführenden Schulen hinein).

Der Stoffverteilungsplan (mag jetzt heißen, wie er will) ist da ein hilfreiches Konstrukt. Am Anfang formulier man das mal aus – so von Ferien bis Ferien wochenweise. Wenn am Ende des Stoffes noch Jahr da ist, dann geht das ja noch. Aber wenn am Ende des Jahres noch Stoff da ist, hat der Schüler ein Problem.

Fremde Fächer? Da fragt man jemand, der sich auskennt. Irgendeiner hat das Fach sicherlic an der Schule schon unterrichtet. Bei Fächern, die ich neu zu unterrichten habe, frage ich. Einmal hat mir ein Kollege zwei Striche in den Lehrplan gemacht. An den ersten hat er „2. Lehrjahr“, an den zweiten „3.Lehrjahr“ geschrieben. Das hat mit gereicht. So mache ich es heute noch. Kommt gut hin, weil auf Erfahrung basierend. Dann der Abgleich der eigenen Vorstellung mit den vorhandenen Schulbüchern. Aber die sind immer mehr Schrott.

Der Überblick wird mit den Jahren immer besser, keine Frage. Aber wer da nicht den Gesamtüberblick hat, verliert das Ziel aus den Augen. Was wird wann später wo wieder gebraucht? Wo muss wiederholt werden, damit die nächste Einheit gelingt (gegen das Vergessen).

Grund- und Gemeinschaftsschulen kenne ich allerdings nur von außen bzw. bei der Grundschule war die SPD die Partei, die den Kanzler gestellt hat.

Autobahnabfahrt
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Ich hatte eine ganz normale, heute übliche Lehrerausbildung (5:2) und ich gebe zu, in meinen ersten Unterrichtsjahren oft den Schülern nur 1 Stunde voraus zu sein bei dem, was ich dann tatsächlich unterrichtete. Es hat also mit der Länge der Ausbildung nichts zu tun. Das ist ein wohlfeiles Argument und eher Gerüchtebildung. Wie sollte man es hier widerlegen?!?

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Ich kenne diese Art gar nicht, in meinem Studium war im Fachbereich Pädagogik auch die Planung von Unterrichtsstunden und -Reihen in den ersten Semestern enthalten, entsprechende Vorgaben gab es dann für Praktika. Da alle die grundlegenden Seminare besucht hatten, konnte man in nachfolgenden Semestern entsprechende Leistungen erwarten und einfordern.

Zum Unterricht gehört also immer der Überblick über die Einheit, dann auch über die Schuljahre, damit man nach und nach aufbauen kann. Da machen auch viele Schulbücher schräge Vorgaben, die zwar das Curriculum abbilden, jedoch unsinnig gestuft sind… oder die mehr als die Curricula fordern.
Manchmal sind auch Vorgaben in Curricula Murks, wenn Inhalte in die untersten Klassen geschoben werden, die von den Kindern noch nicht erfasst werden können, oder wenn die Abschnitte oder Curricula der Schulformen nicht gut aufeinander abgestimmt sind.

Das alles muss die Lehrkraft bedenken, das Ziel (Ende der Schulform) vor Augen haben und die Schritte oder Wege dahin abstecken und ggf. nachsteuern, das inzwischen auf unterschiedlichen Niveaustufen samt Durchlässigkeit und hinsichtlich unterschiedlicher Beeinträchtigungen oder spezieller Bedürfnisse, die die Schüler:innen aufweisen.

Fachfremd ist es ein immenser Aufwand, aber von Stunde zu Stunde ist eine Mär und man geht baden.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

„Ich kenne diese Art zu arbeiten eigentlich nur so, zumindest von Grund – und Gemeinschaftsschulen. War das jetzt die absolute Ausnahme, was ich erlebte oder wird das überall so gemacht?“
Sie meinen aber sicherlich nicht, dass Sie als Lehrer den Schülern in der Grundschule nur eine Stunde voraus sind, oder? Also ein bisschen mehr Fachwissen sollte man schon haben….
Und ja, der Lehrer sollte schon einen Überblick haben, wann was dran ist und wie viel Zeit dies in Anspruch nehmen wird…sicherlich gehört da auch Erfahrung zu, aber in der Regel arbeitet man ja mit Kollegen zusammen und legt das dann gemeinsam fest….

Bla
1 Monat zuvor

Kommt wahrscheinlich drauf an, wie lange man schon im Beruf ist und wie oft man das jeweilige Fach unterrichtet hat und welche Materialien man hat.
Generell sind Lehrkräfte an Grund-, Mittel- und Gemeinschaftsschulen doch oft fachfremd eingesetzt. Ich könnte aus dem Stegreif mit Sicherheit nicht alle HSU Themen unterrichten. Da müsste ich eben auch vorarbeiten.
Dazu kommt es drauf an, was man jetzt genau mit „nur einer Stunde voraus“ meint. Ist es das Fachwissen? Das wäre dann schon komisch. Oder ist es die Planung? Das wäre in einigen Fällen nicht ungewöhnlich finde ich.
Gerade bei fachfremden neuem Unterrichtseinsatz ist die „eine Stunde voraus“ nicht so ungewöhnlich? Man arbeitet eben am Lehrplan und Thema parallel dann mit. Wäre bei mir bei Kunst und Musik wohl so … Wobei ich Kunst und Musik noch nie unterrichtet habe – wohl deshalb.
Klar orientiert man sich an Kollegen und Lehrplan usw. Aber die Stunden selbst – die sind bei vielen mit Sicherheit nicht am Anfang schon alle da.
Oder ich verstehe einfach „eine Stunde voraus“ gar nicht …

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor

Komm’se näher, komm’se ran!
Jetzt mit besonders flexibler Stellenauslegung.

Lera
1 Monat zuvor

Wenn halt keiner mehr auf Resteschule studiert, bieten die Unis ab jetzt nur noch den Sekundarschullehrer – alle hoffen natürlich, ans Gymnasium zu kommen, aber die Mehrheit wird woanders gebraucht.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

Wenn das Gymnasium sich verschlanken möchte, wird die Mehrheit der Gym-Lehrkräfte auch woanders gebraucht. Sie folgen ihren Schüler:innen zu den anderen Schulen.

laromir
1 Monat zuvor

Vielleicht kommen die Studierenden aus dem Schulpraktikum zurück und hören auch deswegen auf? …verrückte Idee… ich fand das fachwissenschaftliche Studium super, Pädagogik war zur Hälfte für die Schule leider unbrauchbar. Und kurzer Tipp: geänderte Studienanforderungen führen ja nicht zu geänderten Arbeitsbedingungen… Ansonsten wie hier schon beschrieben: nachdem die Lernbereitschaft fürs Abi gesunken ist, sinkt sie jetzt im Studium… kommt alles zeitverzögert an, wie auch viele andere Dinge, die in der Schule beklagt aber nie gehört wurden, die man irgendwann nicht mehr eingedämmt bekommen hat und wo am Ende Ausbilder und Unis mit den Problemen zu kämpfen hatten.

Wutbürger
1 Monat zuvor

Es wird Zeit, dass in M-V endlich eine neue Regierung gewählt wird (und in allen anderen Bundesländern, wo die SPD alles nur verschlimmbessert).

Wutbürger
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ist normal in einer Demokratie, denn sonst würde man Wahlen ja nicht in regelmäßigen Abständen durchführen.

Wutbürger
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wer fordert Neuwahlen? Ich suggeriere lediglich, dass viele Menschen ihre frühere Wahlentscheidung bei einer neuerlichen Wahl überdenken werden (und meine Annahme fundiert auf Umfrageergebnissen).
Ich möchte gar nicht, dass vor 2026 (hab extra nachgeschlagen) dort gewählt wird (also gerade keine Neuwahlen), denn die Zeit arbeitet ja gerade nicht für die aktuelle Landesregierung.

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor
Antwortet  Wutbürger

Wir schauen mal, was sich so bei den Landtagswahlen ergibt.

Vielleicht gibt es demnächst in einige Bundesländern Bücher mit einem braunen oder blau-rote Einband.

Da gibt es dann ganz andere Rechenaufgaben, die wir schon mal hatten.

In Baden-Württemberg herrscht der Ex-Lehrer Kretschmann mit wechselnden Kultusministern und versaubeutelt alles. Die SPD ist nicht das Problem.

MB aus NRW
1 Monat zuvor

Prinzipiell: gerne. Im Mathestudium ist man nach 3 Wochen in den Grundvorlesungen weit über allem, was man jemals unterrichten muss. Dass man (durchaus interessante) weitere Dinge erfährt und tiefer in die wirkliche Mathematik einsteigt, ist „nett“ – für den Beruf bräuchte man aber ganz andere Fähigkeiten.
Das Orovsind dann die Pädagogik-Vormesungen an sich: z. T. Massenvorlesungen im Audimax, irgendwelche Theorien, dann mal ein Seminar zum Jenaplan, bei dem die Dozentin die Folien, die sie zeigt, noch nicht einmal selbst vorher gelesen hatte (denn zwischendurch kamen Kommentare wie „Oh, was hat meine Hilfskraft denn da gemacht“), Klausuren, die man ohne auch nur ein einziges Mal in der Vorlesung war und wirklich gar nicht dafür gelernt hat, besteht…ach ja und als Krönung dann Schuldidaktik von einem, der im Ref gnadenlos gescheitert ist…(2x durch die Prüfung gefallen).
Davon noch mehr? Bloß nicht! Mehr wirkliche, sinnvolle, auf den Beruf vorbereitende Seminare? Gerne!

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor
Antwortet  MB aus NRW

Man schlage nach: Felix Klein zur doppelten Diskontinuität. 100 Jahre vergangen, nichts geändert.

Kompetenzfan
1 Monat zuvor

Doch: Es war Felix Klein, der darauf gedrungen hat, an Gymnasien auch Differential- und Integralrechnung zu behandeln. Das begann erst in den 1920er Jahren. Und was Felix Klein gesagt hätte, wenn seine Studenten keine Bruchrechnung, keinen Dreisatz und keine Prozentrechnung gekonnt hätten, wissen wir nicht. Ich vermute, das war damals so nicht üblich. Und noch was: Felix Klein hatte nur mit angehenden Gymnasiallehrern zu tun, die angehenden Volksschullehrer waren nicht an Universitäten, sondern an eigenen Institutionen, aus denen später dann die Pädagogischen Hochschulen hervorgingen. Und dort wurden die Studenten nicht mit „höherer“ Mathematik gequält. Aber dafür gab’s auch nicht A13 für Volksschullehrer. Anfangs mussten Volksschullehrer gar kein Abitur haben.

GymundGin
1 Monat zuvor

Ich habe damals Lehramt für das Gymnasium/Sekundarstufe 2 in Berlin studiert und konnte damit leider sowohl in den Gemeinschaftsschulen wie auch Gymnasien eingesetzt werden.
Folge: Da ich auf gar keinen Fall nie wieder in meinem Leben nach den Erfahrungen in einer IGS wahlweise Gemeinschaftsschule „unterrichten“-bzw. erzieherisch tätig sein wollte, habe ich 2010 Berlin verlassen und unterrichte nun glücklich und zufrieden an einem humanistischen bayerischen Gymnasium.
Und damit macht meine profunde fachliche Ausbildung an der Universität Sinn- mein Hauptgeschäft ist Wissensvermittlung und nicht Erziehung.
Aus diesem Grund bin ich ja auch überhaupt Lehrer geworden.
Ein halbes Jahr länger an einer Gemeinschaftsschule und ich hätte den Beruf gewechselt.