NS-Verstrickungen: Fall Preußler weckt Zweifel an weiteren Namensgebern von Schulen

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AUGSBURG. Die Diskussion um die Umbenennung des Otfried-Preußler-Gymnasiums hatte bundesweit für heftige Diskussionen gesorgt. Es gibt aber noch weitere Schulen, bei den die Eignung der Namensgeber fraglich ist. Es geht dabei um Verstrickungen in den Nationalsozialismus.

Vorbild für Schülerinnen und Schüler? Werner Egk lieferte für die nationalsozialistische Propagandashow bei den Olympischen Sommerspiele 1936 die Festmusik. Foto: Bundesarchiv, Bild 183-G00825 / Stempka / CC-BY-SA 3.0

Das Thema NS-Vergangenheit von Schul-Namensgebern beschäftigt weiter die Behörden im Freistaat Bayern. Nach der hitzigen Debatte um die Umbenennung des Otfried-Preußler-Gymnasiums in Pullach gibt es nun Diskussionen über die Namensgeber weiterer Schulen in Schwaben und Oberbayern. So wird in Augsburg wie bereits vor mehreren Jahren die Umbenennung der nach dem Komponisten Werner Egk benannten Grundschule geprüft. In Neuburg an der Donau geht es um die nach Paul Winter, ebenfalls ein Komponist, benannte Realschule. In allen Fällen spielen die Aktivitäten der Namensgeber während der Zeit der Nazi-Diktatur eine Rolle.

Bereits vor fünf Jahren lief in Augsburg eine breite Diskussion um die Werner-Egk-Grundschule im Stadtteil Oberhausen, weil dem Namensgeber Mitläufertum während der Nazizeit vorgeworfen wurde. Letztlich kam es aber nicht zu einer Umbenennung der Schule, der Stadtrat war dagegen. Nun gibt es einen neuen Anlauf dafür, nachdem es auch neue wissenschaftliche Stellungnahmen zu Egk (1901-1983) gibt.

Der Komponist wurde im schwäbischen Donauwörth geboren und war ein Schüler von Carl Orff. 1936 wurde er Kapellmeister an der Berliner Staatsoper, zwei Jahre später erschien seine Oper «Peer Gynt» (1938), die Adolf Hitler gefallen haben soll. Auch für die von den Nazis zu Propagandazwecken missbrauchte Olympischen Spiele 1936 lieferte er Musik.

Warum Egk überhaupt jemals als Namenspatron für eine Schule infrage kam, wirft Fragen auf. Denn bereits 1969 urteilte das Münchner Landgericht in einem Zivilverfahren um seine NS-Verstrickungen über ihn: „Als 1933 der nationalsozialistische Barbarismus die Herrschaft in Deutschland antrat, war es eine große Enttäuschung, daß die geistige Führerschicht anstatt Widerstand zu leisten, einer nach dem anderen mit dem Nationalsozialismus paktierte. Der Widerstand erlahmte dadurch immer mehr, die Klarsehenden vereinsamten und wurden machtlos. Es besteht zu allen Zeiten und für alle den Durchschnitt Überragenden die Verpflichtung, Vorbild zu sein. Jeder, der seine Leistung und seinen Namen dem Nationalsozialismus zur Verfügung stellte, hat damit eine Schuld auf sich geladen. Auch Egk kann dieser Vorwurf nicht erspart werden.“

Wissenschaftler brachten neue Debatten in Gang

Eine Musikwissenschaftlerin erstellte zuletzt im Auftrag der Geburtsstadt eine Untersuchung über Egk. Nach Angaben der Stadt soll das Dokument auch demnächst veröffentlicht werden. Der «Augsburger Allgemeinen» liegt die Studie nach eigenen Angaben bereits in Auszügen vor. Über die Arbeit der Wissenschaftlerin mit bislang verschlossen, im Donauwörther Stadtarchiv verwahrten Briefen Egks berichtet das Blatt: «Sie fand darin Äußerungen, wegen denen man kaum anders kann, als den Komponisten einen gehässigen Antisemiten zu nennen, zumal seine Äußerungen privat und lang vor 1933, also nicht unter Druck der Diktatur, getätigt wurden.»

Eine Mehrheit des Augsburger Stadtrats, darunter die schwarz-grüne Rathauskoalition und die SPD, hat mittlerweile einmal mehr die Umbenennung der Grundschule auf den Weg gebracht. «Als Opportunist und Nutznießer der nationalsozialistischen Herrschaft, der nach 1945 nach dem jetzt vorliegenden Wissensstand nicht zur kritischen Selbstreflexion bereit war, ist Werner Egk in den Augen der Fraktionen menschlich kein Vorbild und ergo kein geeigneter Namenspatron», heißt es in dem Antrag.

Die Stadt erwartet nun zunächst eine Stellungnahme der Schule, dann wird der Antrag nach Angaben eines Sprechers im Stadtrat behandelt. Nachdem die CSU als größte Fraktion mittlerweile im Gegensatz zu 2019 auch für eine Umbenennung ist, wird dort eine breite Zustimmung erwartet. Final gehen solche Anträge dann an das Kultusministerium in München zur Entscheidung.

Auch der Stadtrat von Donauwörth, wo Egk als Ehrenbürger geführt und mit einem Museum gewürdigt wird, will sich aufgrund der neuen Studie nochmals mit dem Umgang mit dem Komponisten beschäftigen. Bislang gebe es aber noch keine konkreten Ergebnisse, sagte eine Stadtsprecherin. In mehreren anderen Orten wie der Landeshauptstadt München wird Egk ebenfalls gewürdigt, indem Straßen nach ihm benannt wurden.

Stadt und Landkreis wollen auch Komponist Winter überprüfen

In Neuburg gibt es Diskussionen um einen anderen Musiker, Paul Winter (1894-1970). Er war im Zweiten Weltkrieg ein hochrangiger Soldat und ist heute ebenfalls in seiner Heimatstadt als Schul- und Straßen-Namensgeber sowie Ehrenbürger verewigt. Dort sorgt ebenfalls eine neue Untersuchung eines Historikers für Diskussionen. Der Wissenschaftler kommt zum Schluss, dass Winters «Aktivitäten von 1938 bis 1945 im Oberkommando der Wehrmacht als bürokratischer Sachverwalter und Vorbereiter des Unheils, von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sowie seine Affinität zum NS-System besonders schwer» wögen.

Die Neuburger Stadtverwaltung strebt weitere Untersuchungen zu Winters Vergangenheit an. Der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, der Träger der Neuburger Paul-Winter-Realschule ist, hat sich gemeinsam mit der Stadt ans Kultusministerium gewandt. Das Ministerium in München soll den Kommunalbehörden Unterlagen zu einer früheren Untersuchung über NS-belastete Schul-Namensgeber, bei der es auch um Winter ging, zur Verfügung stellen.

Entscheidung zu Preußler-Gymnasium steht bevor

Eine Ministeriumssprecherin erläuterte, dass immer wieder Namensgeber von Schulen kritisch geprüft würden, bezogen auf die jeweiligen wissenschaftlichen Erkenntnisse. Der Prozess einer solchen Würdigung von Schul-Namensgebern könne entsprechend dem aktuellen Kenntnisstand über biografische Be- und Entlastungsfaktoren immer nur vorläufiger Natur sein, erläuterte sie. Der Prozess sei «somit definitiv nie abgeschlossen».

Im Ministerium liegt derzeit jedenfalls schon der Antrag auf Umbenennung der Pullacher Schule, die den Namen des international erfolgreichen Kinderbuchautors Otfried Preußler (1923-2013) trägt. Die Diskussion um die Benennung des Gymnasiums hatte wegen der Prominenz des Schöpfers von «Der Räuber Hotzenplotz» und anderer Klassiker bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Als einen Grund für die beantragte Neubenennung nannte die Schulleitung Preußlers frühe Zeit als Soldat sowie sein Frühwerk «Erntelager Geyer», das um 1940 und 1942 entstand und in dem er das Leben in der Hitlerjugend beschönigt. Die Entscheidung des Ministeriums wird in Kürze erwartet. News4teachers / mit Material der dpa

Das Otfried-Preußler-Gymnasium will sich umbenennen (wegen Vergangenheit des Autors): Richtiges Zeichen oder voreilige Anpassung?

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Fräulein Rottenmeier
9 Tage zuvor

Ich schlage vor, keine Schule mehr nach einer Person zu benennen, dann hat sich das Problem erledigt….

Marie Brand
8 Tage zuvor

Dem kann ich zustimmen.

Marie Brand
8 Tage zuvor

Ottfried Preußler hat eine Jugendsünde begangen und das wäre den meisten von uns wohl auch so gegangen zu damaliger Zeit. Man sollte echt die Kirche im Dorf lassen.
Jeder der Preußlers Romane kennt – im besonderen Krabat – weiß, dass er es hinreichend aufgearbeitet hat und den Naziregime nicht ansatzweise zugeneigt war.

mama51
8 Tage zuvor
Antwortet  Marie Brand

Jawohl, genau so ist es!

Man könnte auch sagen:
„Oh, Heiliger Sankt Korinthus, Schutzpatron aller Erbsenzähler, Wichtigtuer, Besserwisser und Rechthaber, HILF!“

Katze
8 Tage zuvor
Antwortet  mama51

Sehr schönes Stoßgebet. Ich ergänze: Allein Seligmachender, die Wahrheit und Moral für sich gepachtet Habender… . Wir als Ungläubige verzichten auch gern auf den Zusatz „dein Wille geschehe“!
Als Synonyme für Korinthenkacker führt der Duden Pedant und Bürokrat an. Derartige unausgelastete Fachkräfte scheint es in Deutschland noch zur Genüge zu geben.

RainerZufall
8 Tage zuvor
Antwortet  Marie Brand

Eben. Ich meine, welcher Mensch hat heutzutage nichts mit den Nazis gemein? Es ist ja nicht so, als hätten wir Generationen gehabt, die gute Bücher schrieben und nichts mit dem NS zu tun hatten.

Am Ende kann man doch unter dem Punkt „Jugendsünden“ doch auch mal die Opfer des Holocaust verhöhnen (solange man dabei weiß bleibt) und trotzdem noch zum Fize-Ministerpräsidenten gewählt werden.
Kirche im Dorf lassen 😉

Bla
8 Tage zuvor
Antwortet  Marie Brand

„Man sollte echt die Kirche im Dorf lassen.“
Kommt drauf an, nach wem die Kirche benannt wurde?
[Nicht ganz so ernst gemeint …]

Individualist
8 Tage zuvor
Antwortet  Marie Brand

Diese „zweite Entnazifizierung“ müsste — wenn sie stattfinden soll — richtig qualifiziert erfolgen. Wenn z.B. ein Komponist einen Auftrag angeboten bekommt, soll er ablehnen, weil ihm die Regierung nicht gefällt? Soll er lieber in Ehren verhungern? Die Wikipedia-Seiten von Egk und Orff geben nichts wesentliches her, was auf eine Nazi-Vergangenheit hindeutet. Parteimitglieder waren damals auch Furtwängler und Karajan, und beide werden bis heute in Ehren gehalten. Sollen wir die Karajan-Stiftung und die Karajan-Akademie zwangsweise schließen?

Bla
8 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Es sollte meines Erachtens nach sogar darum gehen, ob Schulen generell überhaupt Namen von Personen tragen sollten.
Wozu denn?
Bei sehr vielen solcher „Namen“/Personen lassen sich mal mehr und mal weniger „diskussionswürdige“ (im negativen Sinne) Sachen finden.
Einfache Lösung: Keine Namen von Personen (kein Bezug) für Schulen.

Dann sind wir wieder bei der Ausweitung .. wie steht es um Waldorf (Rudolf Steiner), wie steht es um Montessori (Maria und Mario Montessori) und wie steht es um konfessionelle Schulen (Kirche … Als Institution und teils Bischöfe etc. als Personen mit negativer Vergangenheit)?

Marie Brand
8 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Die Frage ist doch, was hätten wir als Jugendliche zur selben Zeit gemacht?

Geschichtslehrerin
8 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Dann dürfen aber auch keine Schulen nach den Geschwister Scholl benannt werden, die waren bekannterweise eine ganz Zeit sehr aktiv in Nazi-Jugenorganisationen. Als Vorbilder finde ich aber gerade solche Personen wichtig, die aus ihren Fehlern gelernt haben. Das haben die Geschwister Scholl und auch Ottfried Preussler klar getan und sich dann konsequent distanziert!

Deutschlehrerin
8 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Die aktive Zeit der Geschwister Scholl in HJ und BDM wurde in der Öffentlichkeit lange nicht thematisiert. „Krabat“ hingegen wird schon lange im Deutschunterricht gelesen und dabei war bei uns an der Schule auch immer Thema, aus welchem Grund Preußler diese Geschichte geschrieben hat. Da wird mit zweierlei Maß gemessen.

Marie Brand
7 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Doch. Und zwar mit Krabat.

RainerZufall
7 Tage zuvor
Antwortet  Marie Brand

Kenne keine Krabat-Schule, aber es gibt ja noch 16 andere Preußler-Schulen, die Ihre Meinung teilen. Da kann man der 17. wohl die Freiheit zugestehen, über den eigenen Namen entscheiden zu können – auch wenn der am End vielleicht doof ist 😉

Marie Brand
7 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Preußler über Krabat: „Mein Krabat ist… Meine Geschichte, die Geschichte meiner Generation und die aller jungen Leute, die mit Macht und ihren Verlockungen in Berührung kommen und sich darin verstricken.“.
Ich finde, besser aufarbeiten und distanzieren kann man sich gar nicht, als mit so einem grandiosen Buch.
Das Buch zeigt, wie schnell man in so ein Machtgefüge hineingeraten kann und das es auch IMMER einen Ausweg gibt.
Aber manchem hätte ein dahingeblubbertes „ich distanziere mich von meinem Roman aus der Nazizeit“ besser gefallen, als so eine umfangreiche und ehrliche Aufarbeitung,wie es durch Krabat passiert ist.

potschemutschka
5 Tage zuvor
Antwortet  Marie Brand

… oder ein „dahingeblubbertes“: „Das war mein Bruder!“

Besseranonym
8 Tage zuvor
potschemutschka
5 Tage zuvor

Gab/gibt es denn überhaupt Geschwister-Scholl-Schulen im Westteil der BRD? Die beiden galten doch (im Gegensatz zur DDR) bis 2009 als Hochverräter! Auch die Attentäter vom 20. Juli 1944 galten sehr lange Zeit vielen Menschen in DE als Landesverräter, auch noch nach 1945.

potschemutschka
5 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Die Todesurteile gegen die Stauffenberg-Gruppe wurden erst 1998 aufgehoben! (Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung)
Also, liebe Redaktion, was meinen Sie mit DDR-Propaganda? In meinem Geschichtsunterricht, 70er jahre DDR, waren der 20. Juli und die „Rote Kapelle“ Unterrichtsthema.

Egvina
5 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Geschwister-Scholl-Schulen gab es im Westen auch schon lange vor der Wiedervereinigung.

dickebank
5 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Meine alte Penne hieß in den 70ern schon GSG – Geschwister-Scholl-GY.

potschemutschka
4 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Okay, ich meinte eigentlich auch Hans und Hilde Coppi und die „Rote Kapelle“? Aber auch die Geschwister Scholl wurden in meiner Schulzeit im Unterricht behandelt.

Lisa
8 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich denke, dass diese Kritik an der Namensgebung noch weitere Kreise ziehen wird. Was ist mit Misogynie, Kolonialismus, Rassismus? Antisemitismus? Kriegstreiber oder – gewinnler? Jede berühmte Personhat eine Leiche im Schrank..
Evtl. die Namensgebung nach Personen ganz abschaffen. Dafür Werte einsetzen, auch wenn das dann ein wenig nach sozialistischer LPG klingen wird. Gesa Frieden, Gymnasium Toleranz, Realschule Demokratie etc….

Individualist
8 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Da ist ein Denkfehler: Die Benennung von irgendwas nach berühmten Namen bedeutet NICHT, dass uns diese Leute als „leuchtende Vorbilder“ hingestellt werden. Wir müssen sie insbesondere nicht nachahmen. Es gibt Schulen, die nach Adenauer benannt sind, andere nach Ludwig Erhard, in Wien gibt’s ein Schopenhauer-Realgymnasium, es gibt auch Friedrich-Nietzsche-Schulen. Es ist absurd, dass solche Leute nicht auch irgendwelche Schwächen gehabt haben dürfen (auch politische). Sie sind einfach prominent, und ihre Namen werden im Gedächtnis bleiben – so oder so.
Neuerdings bevorzugt man Namen von Leuten, die z.B. aus rassistischen Motiven ermordet wurden. Da fragt auch niemand, ob die nicht vielleicht ihrerseits irgendwas falsch gemacht haben. Man will das gar nicht wissen.

Besseranonym
8 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Und die Geissens High ?
Danke für den Lacher am Morgen 🙂

Individualist
7 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Googeln Sie mal bitte die Sepp-Herberger-Schule und das John-Lennon-Gymnasium. Die gibt’s.
Die Frage bleibt: Wieso sollen Namensgeber in allem (!) Vorbilder sein? Was ist mit Bismarck, mit Luther, mit Kaisern und Königen sowie Präsidenten? Oder Industriellen wie Siemens und Mannesmann? Nach denen sind Schulen benannt.
Sie hatten doch die absolute Vorbildfunktion apostrophiert („leuchtende Vorbilder“). Und ich bestreite deren Notwendigkeit. Nur ausgesprochene Negativ-Figuren sollten als Namensgeber tabu sein.

RainerZufall
8 Tage zuvor

„Nach der hitzigen Debatte um die Umbenennung des Otfried-Preußler-Gymnasiums in Pullach“
Wo? Lehrkrafte und Eltern waren sich meines Wissens einig, daher ja die Unbenennung. Ist doch wurscht, wie sehr der Rest von uns im Forum herumspringt!

Personen aus der NZ-Zeit zu verbieten, halte ich für pauschal und falsch, ungekehrt muss sich niemand wundern, wenn eben deren Geschichte untersucht wird und die sich mit anderen potenziellen Namensgeber*innen messen müssen, die nicht unter den Nazis einknickten

447
8 Tage zuvor

Ich bin als Bildungsdrohne für folgende Namensgebung:
Schulkürzel-Buchstabe Kreisstadt-laufende Nummer, also etwa:
GymK1 bis Gymk17.

Individualist
8 Tage zuvor
Antwortet  447

Solche Kürzel gibt es in Berlin, hier ein Beispiel mit einem berühmten Namensgeber:
https://www.bildung.berlin.de/Schulverzeichnis/Schulportrait.aspx?IDSchulzweig=%2026491
Die ersten beiden Ziffern bezeichnen den Bezirk.

Finagle
8 Tage zuvor
Antwortet  447

Gibt allerdings im Falle von Integrierten Sekundarschulen (ISS) unter Umständen auch Probleme. Ich persönlich fände ja „Integrierte Sekundareinrichtung ganztägig angebotener Lernerfahrung“ (ISEGAL) hübsch…

RainerZufall
8 Tage zuvor
Antwortet  447

Ihnen fällt hoffentlich noch eine Person ohne problematische NS-Vergangenheit ein. Viel Erfolg!

447
8 Tage zuvor
Antwortet  RainerZufall

Und ohne Kommunismus-Vergangenheit?
Ohne Sexismus?
Ohne Kolonialismus?
Ohne Patriarchat?
Ohne Etatismus?
Ohne, ohne, ohne…

Es ist schlicht unsinnig, sich mit diesen kulturellen Angriffen auseinanderzusetzen – aber WENN man es schon tut, dann bitte richtig.

Dann dann niemand mehr übrig bleibt (nichtmal Jesus, dessen Name wiederum würde bestimmte Gruppen bestimmt auch kränken) – Strichcode/Zahlenzifferkombi dran.

RainerZufall
7 Tage zuvor
Antwortet  447

Also mehr Lenin-Schulen in Deutschland?
Ich denke nicht! Aber schade, wenn Ihnen niemand geeignetes in den Sinn kommt. Sollten sich lieber anderen ernsthaft mit den Benennungen befassen 😉

447
7 Tage zuvor
Antwortet  RainerZufall

Lenin-Fans finden immer was zu meckern und zu „dekonstruieren bzw. sabotieren“ – statt sich darüber zu streiten (was eh nix bringt) bin ich mittlerweile dafür, deren Forderungen einfach 120%ig umzusetzen.

Auch deswegen, weil memes so ins reale Leben eintreten können, was die höchste Form der Realsatire ist.

447
7 Tage zuvor
Antwortet  RainerZufall

Und noch ein like von mir, da Sie die Anspielung erkannt haben.

RainerZufall
7 Tage zuvor
Antwortet  447

Danke und Bitteschön 😉
Aber so wie die Bundeswehr sich überlegen kann, Kasernen nicht mehr nach Monarchietreuen und („guten“) Nationalisten zu benennen, können sich die Schulen ggf. auch nach etwas Passendem unschauen.
Oder sie nehmen einen kompletten Blödelnamen – deren Entscheidung und der Widerstand ist eh vorprogrammiert XD

447
7 Tage zuvor
Antwortet  RainerZufall

Och, die Parallele zur BW ist tatsächlich in dem speziellen Unterthema recht groß:
Die Anzahl veganer Pazifisten, die sowas ekelig-patriarchales machen wollen wie „Land verteidigen“ reicht halt nicht so ganz aus. 😉

Na ja, dann eben „bedingt“ (hust-hust, hö-hö) „einsatzfähig“.

So möge es sein.
MESA

RainerZufall
6 Tage zuvor
Antwortet  447

Sind Sie einsatzfähig? 😀

Julia P.
5 Tage zuvor

Die ZEIT hat am 06.03.2024 die Hintergründe der Umbenennung der Preußler Schule beleuchtet: es ging bei der schulischen Auseinandersetzung mit Preußler nicht um eine differenzierte Betrachtung des Autors, sondern darum, Gründe zu finden, den Namen abzulegen. Es scheint eine Fede zwischen alter und neuer Schulleitung zu sein, die da auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wurde. Es wurden ja auch noch weitere Gründe von der Schule aufgeführt, wie Hexerei in den Texten oder ein privates Postkartenzitat als Beweis dass Preußler keine pädagogische Vorbildfunktion haben kann. Und eben, dass Preußlers Aufarbeitung seiner Jugend im NS die falsche Form hatte, „nur“ literarisch stattfand und zu wenig öffentlich. Jede Schule sollte selbstverständlich den eignen Namen wählen können, muss aber auch akzeptieren, dass man sie dann an ihren Gründen misst.

So oder so: die Proportion ist sehr verrückt, wenn die Diskussion eines erwachsenen Generalleutnants der Wehrmacht wie Paul Winter mit dem eines jugendliches HJ-Fähnleinführers Preußlers verglichen wird. Dieser Unwille einen differenzierten Blick anzulegen, alles über einen Kamm zu scheren, erschwert es, aus der Vergangenheit zu lernen.